Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Nordlicht
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#1

Beitrag von Nordlicht » Do 13. Mär 2003, 06:47

Liebe LiMa- Fories,
obwohl ich mich ziemlich ungern der Gefahr aussetze, mich eventuell lächerlich zu machen, muß ich doch mal nachfragen, ob es unter Euch den einen oder anderen gibt, der sich mit mir zu der Meinung durchringen kann, daß eventuell auch ein Mann wie Udo Jürgen Bockelmann (vielleicht besser bekannt als Udo Jürgens) in weiterem Rahmen als "Liedermacher" bezeichnet werden kann ?
Um mich klar auszudrücken: Ich meine hier nicht DEN Udo Jürgens, der "Merci, Cherie" oder ähnliches Schlagerzeug in die Welt schmalzte. Aber schon Titel wie "Griechischer Wein", "Ein ehrenwertes Haus" oder "Rot blüht der Mohn" hatten textliche Aussagen, die zumindest des Nachdenkens wert waren. Und Jürgens erfüllt, gerade in den letzten Schaffensjahren, ja auch zunehmend die Forderung, Texte auch selbst zu verfassen.
Ich jedenfalls finde den Udo zumindest manchmal recht hörenswert. Bin ich damit alleine ? (Oder liegt das an meinem vergleichsweise hohen Alter ? :-D )
Das fragst sich (und vor allem Euch)
ANDREAS.
(...der zugibt, den Begriff "Liedermacher" manchmal sehr weit auszulegen...)
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
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Petra
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#2

Beitrag von Petra » Do 13. Mär 2003, 09:04

Liebes Nordlicht,
mein vergleichsweise noch höheres Alter macht mir auch zu schaffen. Gerade habe ich angefangen zu bezweifeln, dass es in diesem Forum jemals eine Möglichkeit gegeben hat, Antworten zu schreiben. :-? Schließlich stellte ich fest, dass ich nicht eingeloggt war, puh!
Aber im Ernst, bei Kristin habe ich mich neulich mit der Unterschrift geoutet: 'Petra, die gerade eine Udo-Jürgens-Phase hat.' Vieles von ihm höre ich sehr gerne, wobei ich allerdings weder die Titel aus dem Ärmel schütteln kann, noch weiß, ob er die Texte selbst geschrieben hat. Und das einzige Konzert von ihm, das ich je besucht habe, war während der Tournee 'Udo 70', wobei das nicht das Alter des Sängers, sondern das Jahr ist, in dem die Tournee stattfand. ;-)
Als ich 1998 einen Bekannten fragte, ob er mit mir in ein RM-Konzert ginge, bekam ich zwar keinen Korb, musste mir aber Einiges anhören wie: 'RM hat doch keine Stimme und sein Auftritt ist ausgesprochen langweilig.' Bei Udo Jürgens sei wenigstens etwas los. Da sollen Bläsergruppen im Saal verteilt gewesen sein, die während ihres Einsatzes von einem Lichtkegel erfasst wurden und danach wieder in Dunkelheit verschwanden und dergl. Es ist ja ein Glück, dass jeder Künstler seine eigene Art hat, seinen Auftritt zu gestalten, und zu Udo passt dieser Aufwand ganz gut. Aber an RM beeindruckt mich gerade der schlichte Auftritt: Ein kleiner Mann mit Charisma, eine Stimme und eine Gitarre. Aber das war sie ja gar nicht, die (vielleicht dumme) Frage.
Also, kurz und knapp: Ich kann das ab, äh, ich stimme Dir zu.
Viele Grüße von Petra, die der Meinung ist: Man darf das alles nicht so verbissen seh'n.
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wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#3

Beitrag von elke » Do 13. Mär 2003, 14:10

Hallo Nordlicht,
ich denke, Udo Jürgens lässt sich nicht so genau in eine Schublade einordnen, aber einige seiner Lieder haben deutlich mehr Tiefgang als ein Schlager - ich finde, er schwebt so bisschen dazwischen.
Außerdem bin ich der Meinung, muss man ja nicht alles "katalogisieren", oder? Ich finde übrigens einige seiner Lieder echt ok (ich bin wohl auch zu alt?) - das gilt auch für die Lieder von Reinhard Lakomy, diese höre ich nämlich auch immer wieder gern. - elke
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#4

Beitrag von migoe » Do 13. Mär 2003, 21:16

Lieber Andreas,
Du wirst Dich sicher noch einige Male fragen, ob die Personen, mit denen ich mich hier in Zukunft beschäftigen werde, wirklich auf ein Liedermacher-Forum passen.:-D
Ich bin genau wie Elke - und sicher auch Du, oder ;-) - der Meinung, daß es nicht unbedingt sein muß alles und jedes in eine bestimmte Schublade zu sortieren. Vielleicht schon am komemnden WE werde ich eine Definition des Liedermacher-Forums veröffentlichen, aus der hervorgehen wird, wie ich den Begriff Liedermacher sehe und warum ich das Liedermacher-Forum in die Welt gesetzt habe.
Nur soviel schon vorweg: jeder musikalisch tätige Künstler kann auch mal ein Liedermacher sein - aber nicht immer und zu jeder Zeit.....
migoe, der hofft, jetzt nicht den Eindruck erweckt zu haben, sich wichtig machen zu wollen
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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#5

Beitrag von Clemens » Do 13. Mär 2003, 23:26

Hallo Ihr, nachdem ich heute nachmittag einen ellenlangen Artikel geschrieben hatte -
er begann :"Haltet Euch fest, ich höre sogar Peter Maffay..." -
klickte ich auf Absenden und es erschien (wie neuerdings immer öfter) www.freenet.de, womit mein Beitrag verloren war. Ich weiß nicht, ob das was mit den erlaubten cookies zu tun hat. Aber vielleicht hilft mir ja jemand (auch im tech-forum) weiter.
Viel von meinen Gedanken hat migoe nun schon gesagt, so dass ich in seine Überlegungen nur noch die eine Idee einfließen lassen möchte:
Für Fälle wo einem keine "Schublade" ein - aber ein Lied ge-fällt, könnte man doch eine Rubrik schaffen etwa wie "Ein Lied - ein link". Das hieße man müsste nicht jede(n), welche(r) mal ein Lied geschrieben und gesungen hat automatisch biographisch ausleuchten. Mit dem Link können Interessierte ja weiter kramen...
liebe Grüße von Clemens :-)
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Diana
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#6

Beitrag von Diana » Fr 14. Mär 2003, 11:47


Clemens schrieb: Hallo Ihr, nachdem ich heute nachmittag einen ellenlangen Artikel geschrieben hatte -
er begann :"Haltet Euch fest, ich höre sogar Peter Maffay..." -
klickte ich auf Absenden und es erschien (wie neuerdings immer öfter) www.freenet.de, womit mein Beitrag verloren war.


Lieber Clemens!
Dagegen hilft, seine Texte zunächst in einem einfachen Editor zu schreiben und abzuspeichern. Dann kopierst du sie in das Forum und falls es nicht geklappt hat, lässt sich das endlos wiederholen... :-)
Um beim eigentlichen Thema zu bleiben: Ich mag auch vieles von Udo Jürgens, würde ihn jedoch nicht unbedingt unter die Liedermacher einreihen. Ich weiss es zwar nicht so genau, aber werden seine Lieder nicht von verschiedenen Autoren geschrieben? Für einen "echten" Liedermacher fänd ich schon wesentlich, dass er das selbst tut. Leider ist auch einiges von Udo Jürgens sehr nah am Schlager, aber bei vielen Texten lohnt sich das Hinhören schon, findet
Diana
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Reino
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#7

Beitrag von Reino » Fr 27. Mär 2009, 08:07


Diana schrieb:
Ich weiss es zwar nicht so genau, aber werden seine Lieder nicht von verschiedenen Autoren geschrieben?
Auskunft gibt da die GEMA-Datenbank.
Die Texte von "Griechischer Wein", "Ein ehrenwertes Haus" und "Ich war noch niemals in New York" sind z.B. von Michael Kunze. "Siebzehn Jahr, blondes Haar" von Thomas Hoerbiger und Udo Jürgens, "Was ich dir sagen will" bekanntlich von Joachim Fuchsberger.
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Klajokas
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#8

Beitrag von Klajokas » Mo 30. Mär 2009, 10:53

Ich oute mich gerne auch als UJ Höhrer und Sänger.
Ich frage mich manchmal welche Kriterien muss ein Liedermacher überhaupt erfüllen ?
Hannes Wader bedient sich häufig fremder Melodien und übersetzt gerne auch mal. Und RM ? Sind da nicht einige seiner Lieder nicht auch aus fremder Feder ?
Ich finde es kommt immer auf den Inhalt an. Und wer bestimmt den Unterschied zwischen Lied und Schlager ?
Udo J hat meiner Meinung nach eine begnadete Stimme und in vielen Texten Inhalt.
Wenn ein Fuchsberger gute Texte schreibt, aber nicht singen kann, was soll's ? Stefan Kuntze hat auch schon für viele Liedermacher geschrieben.
Die Frage nach Geschmack lässt sich eh nicht beantworten. Ich finde jeder Interpret mit Inhalt in den von ihm vorgetragenen Liedern ist auch ein in gewisser Weise ein Liedermacher(Sänger).
Ich bin der Meinung dass Udo Jürgens durchaus in den Himmel der Liedermacher gehört. Na gut, nicht in die erste Reihe aber so in der
mittleren Wolkenebene ist sicher noch ein Plätzchen frei.
Klaus
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Unbequem zu sein bedeutet oftmals, sich Hindernisse aufzubauen, die man dann selber aus dem Weg räumen muss, ohne bequem zu werden.

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Michael
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#9

Beitrag von Michael » Mo 30. Mär 2009, 16:53


Klajokas schrieb:
Ich bin der Meinung dass Udo Jürgens durchaus in den Himmel der Liedermacher gehört.

In den Himmel? Aber doch hoffentlich noch nicht so bald, oder? ;-)
obwohl:
Der Himmel sind nicht nur die Engel, er ist Verlangen, sogar Gier.


Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Marc
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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#10

Beitrag von Marc » Mo 30. Mär 2009, 16:59

Lieber Klaus,
Du hast spannende Fragen aufgeworfen!

Klajokas schrieb:
Ich oute mich gerne auch als UJ Höhrer und Sänger.
Ich frage mich manchmal welche Kriterien muss ein Liedermacher überhaupt erfüllen ?

Einige wichtige Kritieren (bzw. mögliche Unterscheidungskriterien) hast Du bereits genannt: Der Inhalt der Lieder, die Abgrenzung zum Schlager, der "Liedermacher" im engsten Sinn (jemand, der Lieder macht)...
Aber wie sind diese Kriterien zu bewerten? Gibt es wichtige und weniger wichtigere...? Gibt es notwendige und hinreichende...? Und wie sind "Grenzfälle" zu bewerten? Das sind alles Fragen, die hier im Forum ja immer wieder hochkommen. Die eine, richtige Defintion gibt es wohl nicht für "den Liedermacher". Aber es gibt eine Reihe von Merkmalen...

Klajokas schrieb:
Und RM ? Sind da nicht einige seiner Lieder nicht auch aus fremder Feder?

Nein, wo Reinhard Mey drauf steht ist auch Reinhard Mey drin (Ausnahme: einige wenige ganz frühe Lieder und eine Hand voll Interpretationen).

Klajokas schrieb:
Ich finde es kommt immer auf den Inhalt an. Und wer bestimmt den Unterschied zwischen Lied und Schlager ?

Die Antwort hast Du eventuell schon gefunden: Der Inhalt! (wobei die Frage nicht ganz richtig gestellt ist, wie Helmut Schmidt sagen würde, denn natürlich ist jeder "Schlager" auch ein Lied).

Klajokas schrieb:
Udo J hat meiner Meinung nach eine begnadete Stimme und in vielen Texten Inhalt.

Hier wäre eine weiterführende Frage notwendig: Was verstehen wir unter "Inhalt"? Stimme: Unwichtig...

Klajokas schrieb:
Wenn ein Fuchsberger gute Texte schreibt, aber nicht singen kann, was soll's?

Dann fehlt zum "Liedermacher" wohl eine wichtige Komponente: Der Liedermacher interpretiert seine Texte auch selbst (in Frankreich wird der "Liedermacher" daher auch "Auteur-Compositeur-Interprète" genannt).

Klajokas schrieb:
Stefan Kuntze hat auch schon für viele Liedermacher geschrieben.

Das ist eine schöne Aussage, weil sie nach meinem Vertständnis eindeutig falsch ist :-)! Der Liedermacher schreibt selbst, er lässt nicht für sich schreiben.

Klajokas schrieb:
Die Frage nach Geschmack lässt sich eh nicht beantworten.

Genau, und kann daher nicht als Kriterium herangezogen werden.

Klajokas schrieb:
Ich finde jeder Interpret mit Inhalt in den von ihm vorgetragenen Liedern ist auch ein in gewisser Weise ein Liedermacher (Sänger).

Sänger: ja. Liedermacher: nicht unbedingt.

Klajokas schrieb:
Ich bin der Meinung dass Udo Jürgens durchaus in den Himmel der Liedermacher gehört.

...oder in die Hölle :-D!?
Vielleicht sollten wir (mal wieder...?) einen neuen Forumsbeitrag unter dem Titel "Was macht einen Liedermacher aus? Der Versuch einer Definition" wagen. Wobei wir den "Versuch" betonen sollten. Die Frage kommt ja immer wieder hoch... vielleicht könnten wir gemeinsam an einer Defintion basteln.
Liebe Grüsse,
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#11

Beitrag von Rocallum » Di 31. Mär 2009, 19:32

Hi.
Wenn ich mit meiner Clique Ende der Siebziger bei Wader, Degenhardt, Danzer, Wecker, Hirsch, Hoffmann usw. über Liedermacher diskutiert habe, da war den meisten Reinhard Mey schon zu seicht (mir übrigens nicht) - aber Udo Jürgens? Den hat damals meine Mutter gerne gehört...
Gehört zu Liedermacher nicht auch ein wenig Protest, und "Dinge anders sehen". Ist so ein Teil wie "Die kleine Kneipe" nicht eher das Gegenteil - nicht kritisch sein, sondern verniedlichen.
Aber vielleicht bin ich auch nur negativ geprägt von diesen "Protestlern".
LG
rocallum
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#12

Beitrag von Skywise » Di 31. Mär 2009, 19:47


Rocallum schrieb:Den hat damals meine Mutter gerne gehört...
Gehört zu Liedermacher nicht auch ein wenig Protest, und "Dinge anders sehen". Ist so ein Teil wie "Die kleine Kneipe" nicht eher das Gegenteil - nicht kritisch sein, sondern verniedlichen.
Jetzt mal abgesehen davon, daß "Die kleine Kneipe" eher Vader Abraham bzw. Peter Alexander ist - Protest und "Dinge anders sehen" findest Du auch bei Udo Jürgens, auch wenn man das vielleicht nicht gleich merkt. "Griechischer Wein" ist kein Sauflied, sondern ein Lied, das das Heimweh von Gastarbeitern in Deutschland beschreibt. In "Aber bitte mit Sahne" fressen sich mal eben gerade vier Damen zu Tode. "Lieb Vaterland" schlägt ausgesprochen deutliche Töne gegen einige Mißstände in Deutschland an. "Gefeuert", "Gehet hin und vermehret euch", "Vier Stunden in der Woche", "Café Größenwahn", "Kurze Unterbrechung", "Ein ehrenwertes Haus", "Es war einmal ein Luftballon", "Die Glotze", "Damals wollt' ich erwachsen sein", "Jenja", "Ich glaube", "Am Tag davor" - die Dinger klingen alle aufgrund ihres Arrangements, ihrer Melodien und möglicherweise der ziemlich glatt geschliffenen Sprache vielleicht ziemlich harmlos bis verniedlichend, aber dahinter verbergen sich schon ein paar Gedanken mehr als bei anderen Schlagersängern üblich.
Udo Jürgens war für mich immer ein Grenzgänger, irgendwo zwischen Chanson, Klassik, Pop und Schlager. Problem ist, daß er selbst nicht allzu viele Texte schreibt, aber er beweist einen gewissen Geschmack bei der Auswahl und ein Rückgrat bei der Interpretation.
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

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Mal eine (vielleicht dumme) Frage...

#13

Beitrag von Bastian » Mi 1. Apr 2009, 00:00

Liedermacher
Gesichtet (zur aktuellen Version) (+/−)
Der Begriff Liedermacher bezeichnet im deutschsprachigen Raum einen Sänger, der Musik und Texte seines Programms überwiegend selbst geschrieben oder originär bearbeitet hat.
Der Vortrag eines Liedermachers basiert im Kern auf eigener Interpretation und musikalischer Begleitung. Auch wenn die Aufführung gelegentlich mit einer Begleitband erfolgt, liegt meist großes Gewicht auf dem anspruchsvollen, oft witzig-kritischen Text.
(Wikipedia)
Gruß
Bastian
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#14

Beitrag von Skywise » Mi 1. Apr 2009, 00:23


Bastian schrieb:
Der Begriff Liedermacher bezeichnet im deutschsprachigen Raum einen Sänger, der Musik und Texte seines Programms überwiegend selbst geschrieben oder originär bearbeitet hat.
Damit würden Klaus der Geiger und Walter Moßmann nicht zu den Liedermachern zählen, da die beiden kein Programm hatten bzw. haben, sondern ziemlich viele ihrer Texte und Melodien spontan improvisieren oder zum Besten geben.
Der Vortrag eines Liedermachers basiert im Kern auf eigener Interpretation und musikalischer Begleitung. Auch wenn die Aufführung gelegentlich mit einer Begleitband erfolgt, liegt meist großes Gewicht auf dem anspruchsvollen, oft witzig-kritischen Text.
... nur ist das bei vielen Punkbands ähnlich ...
Gruß
Skywise
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#15

Beitrag von Reino » Mi 1. Apr 2009, 00:47


Skywise schrieb:
Damit würden Klaus der Geiger und Walter Moßmann nicht zu den Liedermachern zählen, da die beiden kein Programm hatten bzw. haben, sondern ziemlich viele ihrer Texte und Melodien spontan improvisieren oder zum Besten geben.
Die Lieder, die ich von Moßmann kenne, sind allerdings gar nicht improvisiert und in einer deutlich literarischen Tradition (Heinrich Heine z.B.)
Ich persönlich würe von einem Liedermacher vor allem fordern, daß er die Texte selber geschrieben hat. Wenn Achim Reichel Fontane und Goethe (schlecht) vertont, macht ihn das in meinen Augen und Ohren nicht zum Liedermacher.
Andererseits zählen Schobert und Black oder Barbara Thalheim ja weitgehend unwidersprochen zu den Liedermachern.
Dieser Beitrag enthält 114 Wörter



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