Liedermacherpodium beim Festival des politischen Lieds am 25.02.06

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Diana
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Liedermacherpodium beim Festival des politischen Lieds am 25.02.06

#1

Beitrag von Diana » Di 28. Feb 2006, 12:29

Hallo!
Am letzten Samstag war ich mit Heidi bei diesem Konzert und hier ist der Bericht... :-)
Das gesamte Festival ging über drei Tage aber wir haben uns nur das Konzert vom Samstag nachmittag rausgepickt.
Der Saal füllte sich ungefähr bis zur Hälfte, vermutlich war das für diese Uhrzeit schon ganz gut. ;-) Da wir relativ früh da waren, konnten wir uns gleich ganz vorne in die erste Reihe setzen.
Als erstes kam eine Moderatorin auf die Bühne, die erklärte, dass wir uns angesichts des nun gleich folgenden Nachwuchses um Liedermacher wohl keine Sorgen machen müssten - es gäbe ja offenbar Talente, die in die Fussstapfen der Meys, Weckers und Waders treten würden. Ausserdem betonte sie (auch zwischendurch immer mal wieder, das muss die echt beschäftigt haben :-D ), wie jung doch diese Künstler alle seien - der älteste gerade 26.
Dann überliess sie die Bühne Martin Sommer und Luise Enzian, die nach einer kurzen Begrüssung des Publikums dann ein sehr schönes Programm darboten. Ich glaube, ich kriege nicht mehr alle Lieder zusammen, aber dabei waren auf jeden Fall: "Alles ok", "Risse" (von 1997, wohl das älteste Lied von ihm), "Doppelt", "Schluss, Aus & Ende". Das letzte Lied (Text hier) sangen die beiden als Duett, und obwohl Luise die ganze Zeit mit Husten kämpfte, schlug sie sich wacker und es klang wirklich gut.
Fast alle Stücke wurden von beiden gemeinsam auf Gitarre und Harfe (genauer: irische Hakenharfe) gespielt, was uns wirklich sehr gut gefiel. Erstaunlich auch, was man aus diesem Instrument an Klängen herausholen kann - Luise beschränkte sich keineswegs darauf, die Saiten zu zupfen!
Leider war nach einer halben Stunde schon Schluss, das ging viel zu schnell herum.
Als nächstes betrat Christoph Weiherer die Bühne. Leider war er offenbar sehr unsicher und kokettierte ein bisschen zu auffällig mit seinen angeblichen Unzulänglichkeiten, vermutete auch, dass das Publikum nur bliebe, weil es entweder seinen bayerischen Dialekt nicht verstünde oder weil danach ja noch jemand käme. ;-)
Es fehlte auch ein bisschen der Blickkontakt zu den Leuten, was vermutlich auch aus der Unsicherheit herrührte. Dabei war das ganz unnötig, denn der Weiherer machte seine Sache prima, wir haben seine Texte alle verstanden und die meisten gefielen uns sehr gut, vor allem das letzte Lied: "Ned so schlimm". Davor hörten wir noch (u.a.) "Scheiss da Hund", "Eia Sissdem"... die anderen Titel weiss ich leider nicht mehr.
Christoph Weiherer meint übrigens in seinem Tourtagebuch, das Berliner Publikum sei schwer aus der Reserve zu locken gewesen... nun ja, stimmt schon, wir haben weder getanzt noch auf den Stühlen gestanden - aber dazu war die Musik auch nicht unbedingt geeignet. ;-) Vielleicht mag Christoph sich hier ja mal zu Wort melden und erklären, was er sich erwartet hat. :-)
Zum Abschluss betrat dann ein Trio die Bühne, Jan Frisch mit seiner Band, die aus einer Schlagzeugerin und einem Bassisten besteht. Zu den Liedern kann und will ich gar nicht viel sagen, da die Musik sehr jazzig war und das ist nun leider überhaupt nicht mein Ding. Aber mal abgesehen davon hatte der Auftritt noch einige andere Schwächen, mögen auch die drei Musiker technisch wohl sehr gut sein. Man hatte fast die ganze Zeit den Eindruck, da stehen drei Einzelkämpfer auf der Bühne, null Interaktion mit dem Publikum, fast keine untereinander. Ob Jan Frisch gut singen kann, das konnten wir leider nicht so gut beurteilen, da er oft viel zu weit vom Mikro weg war und ausserdem ziemlich nuschelte... daher haben wir leider auch fast nichts von den Texten verstanden. (dagegen war das Bayerisch vom Weiherer geradezu Hochdeutsch! ;-) )
Vor allem im Kontrast zu Martin Sommer und Luise Enzian, die gleich einen Draht zum Publikum herstellten, sich gegenseitig die ganze Zeit Bälle zuwarfen und den Eindruck erweckten, ein eingespieltes Team zu sein, dass Spass an seinem Auftritt hat, machte Jan Frisch mit seinen Kollegen eher den Eindruck, dass es eigentlich gar keine Rolle spielte, ob da nun Publikum sitzt oder nicht. Schade.
Ich habe einige Bilder hier ins Album hochgeladen, damit ihr euch auch noch einen optischen Eindruck verschaffen könnt. :-)
Gruss, Diana
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#2

Beitrag von Clemens » Di 28. Feb 2006, 21:19

Hallo Diana,
danke für Deinen Bericht vom Festival. Ich wäre gern mit Euch dabei gewesen, aber das ging nun mal nicht.
Liebe Grüße von Clemens :-)
Dieser Beitrag enthält 28 Wörter


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