Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Helmut
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#21

Beitrag von Helmut » Fr 20. Mär 2009, 20:18

Also, Michael
diesen Satz
jedenfalls zeigt uns das wieder einmal, dass die Schule offensichtlich die Jugend nicht zum Interesse an Liedermachern hinführt, sondern zur Ablehnung.
verstehe ich nicht.
Wer einen halben Tag vor Termin noch keinen Peil vom Referatsthema hat, hat eben keine Motivation. Der Haken ist da doch weder die Schule, noch das Referatsthema, sondern der Referent. Ich hege Zweifel, ob der jemals bereit ist, sich in etwas hinein zu knien, was ihn nicht interessiert. Ich gehe sogar so weit und zweifle seine Reife (die soll ihm nämlich mit dem Abuitur attestiert werden) an.
Wie hab ich mal in einem alten Kabarettprogramm über manche Jugendliche geschrieben?
"Erklär mir die Welt, aber mach schnell - ich hab einen date in der Halfpipe."
Dieser Satz könnte doch genau so von unserem Toni stammen. Und wenn das Referat nicht geworden ist, ist das Scheiß-Liederforum schuld, das ihm nicht geholfen hat.
Ich bin überzeugt, dass es hier Leute gegeben hätte, die sich die Finger für ihm wund geschrieben hätten, um Liedermacherei interessant werden zu lassen, wenn Toni sich rechtzeitig von seinen weiteren außerschulischen Verpfichtungen frei machen hätte können.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass daran die Schule schuld sein soll.
Nix für ungut
Helmut
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Nicht vergessen: Das Liedertreffen hängt am Liedermacher-Forum.

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Klajokas
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#22

Beitrag von Klajokas » Mo 23. Mär 2009, 08:24

Wo bleibt Eure Toleranz ? Das absolute Abkanzeln des armen Toni passt gar nicht so recht zu den Fans von Mey, Wader Wecker und allen anderen ehrenwerten Menschen mit den schönen Stimmen und vor allen toleranten Texten.
Da sind wir Freunde der Liedermacherei, in der viel von Liebe , Freiheit , Verständnis, Frieden und und und gesungen wird, fühlen uns aber heftigst auf den Schlips getreten wenn ein junger Mensch, (zugegeben etwas plump), einfach etwas Hilfe sucht.
Lasst die Kirche im Dorf und nehmt nicht alles so ernst.
Gruß Klaus
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Petra
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#23

Beitrag von Petra » Mo 23. Mär 2009, 10:45

Hallo Klaus,
musst Dich nicht ereifern, das Thema hat sich erledigt. Toni ist einer von denen, die nur was wollen und sich dann nie wieder blicken lassen.
Viele Grüße von Petra
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
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wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
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Michael
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#24

Beitrag von Michael » Mo 23. Mär 2009, 11:11

Hallo,
Helmut schrieb:
Der Haken ist da doch weder die Schule, noch das Referatsthema, sondern der Referent. Ich hege Zweifel, ob der jemals bereit ist, sich in etwas hinein zu knien, was ihn nicht interessiert.

Da widerspreche ich nicht. Ich wollte die "Schuld" auch gar nicht jemand anderem zuschieben. Trotzdem ist es dem Lehrer (um nicht das verallgemeinernde "die Schule" zu benutzen) in diesem Fall nicht gelungen, Interesse zu wecken. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat er die Aufgabe einfach so hingeklatscht, aus einem Buch abgeschrieben, weil er selber keine Ahnung hat, sie kurzfristig oder als Strafarbeit gestellt, was weiß ich. Jedenfalls meine ich Tonis Postings zu entnehmen, dass der Unterricht nicht gerade zu dieser Frage und zu diesem Thema hingeführt hat. Keine Frage, dass wir es hier vielleicht mit einem besonderen Ignoraten zu tun haben, dem die Reife wirklich fehlt (seine Postings lassen das in der Tat vermuten), trotzdem wage ich die These, dass wir kaum jemanden finden werden, dessen Lust an Liedermachern in der Schule geweckt worden ist. Mit irgendwelchen Referatsaufgaben dieser Art lässt sich das ganz bestimmt auch nicht erreichen.
Um von mir zu reden: Mir hat die Schule sowohl den Spaß an Naturwissenschaften wie an der französischen Sprache gehörig verdorben (es gibt noch mehr Beispiele). Beides Dinge, die ich heute sehr bedauere, aber mir ganz allein die Schuld dafür zu geben, dass ich auf diesen Feldern eine Niete bin, will ich nicht.
Ich glaube schon, dass man bei Jugendlichen Interesse an Liedermachern wecken kann, wie man das gut und mit Zeit und Geduld macht, weiß ich aber auch nicht - sonst wäre ich selbst Lehrer geworden.
Michael
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Marc
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#25

Beitrag von Marc » Mo 23. Mär 2009, 22:27

Ihr Lieben,

Helmut schrieb:
Wer einen halben Tag vor Termin noch keinen Peil vom Referatsthema hat, hat eben keine Motivation. Der Haken ist da doch weder die Schule, noch das Referatsthema, sondern der Referent.

Ich denke, das sollte man nicht so pauschal sagen. Der Stundenplan der Schüler ist heute randvoll, oft stehen mehrere Klassenarbeiten und Referate in einer Woche an. An der Uni hatte ich oft noch das gleiche Problem: Spannende Themen, interessante Seminare, aber ich kann unmöglich drei Romane pro Woche lesen und mich auf jedes Seminar intensiv vorbereiten. Bildung und Zeitdruck - da kommt nichts Gutes bei heraus!

Michael schrieb:
trotzdem wage ich die These, dass wir kaum jemanden finden werden, dessen Lust an Liedermachern in der Schule geweckt worden ist.


Hm, wenn Du Deine These etwas offener fassen würdest, würde ich Dir zustimmen: Vielen Schülern hat die Schule die Lust am Lesen verdorben (vielen, wie mir, aber auch gegeben). Gerade das sollte doch das Ziel eines jeden Literaturunterrichts sein, die Leselust zu fördern oder überhaupt erstmal zu wecken. Aber das Interesse an Liedermachern? Wir dürfen nicht vergessen, dass Musik und Lesen sehr viel mit Vorlieben und Geschmack zu tun haben. Vielleicht könnte man das Thema so anpacken: Jeder Schüler stellt sein Lieblingslied oder seinen Lieblingssänger vor. Die Motivation beim Schüler dürfte automatisch da sein - und vielleicht haben wir (wir = Liedermacher-Fans) ja Glück und ein Schüler oder eine Schülerin hört gern Reinhard Mey... der Literaturunterricht sollte, meiner Meinung nach, den Schülern den Horizont öffnen und so viele Textsorten und Autoren wie möglich anbieten. Aber was der Schüler letztlich gern privat liest (oder hört), ist doch eine reine Geschmackssache. Wenn wir (als Deutschlehrer) die Schüler zum Lesen (was auch immer...) motiviert haben, ist das schon ein Erfolg. Und: Die Literaturdidaktik hat in den letzten zehn Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Mit dem klassischen, lehrerzentrierten Unterricht rasselst Du heute durch jedes Examen und durch jede Lehrprobe im Referendariat.

Michael schrieb:
Ich glaube schon, dass man bei Jugendlichen Interesse an Liedermachern wecken kann

Bestimmt, hier spielt z.B. die richtige Liedauswahl eine wichtige Rolle. Aber die Hauptaufgabe des Literaturunterrichts kann nicht sein, das Interesse an Liedermachern zu wecken, sondern die Lust am Lesen!
Liebe Grüße,
Marc
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#26

Beitrag von Skywise » Di 24. Mär 2009, 01:07


Marc schrieb:
Vielleicht könnte man das Thema so anpacken: Jeder Schüler stellt sein Lieblingslied oder seinen Lieblingssänger vor. Die Motivation beim Schüler dürfte automatisch da sein - und vielleicht haben wir (wir = Liedermacher-Fans) ja Glück und ein Schüler oder eine Schülerin hört gern Reinhard Mey...
Die Idee ist zwar theoretisch ganz okay, aber wenn ich mir ansehe, wie in einigen anderen Foren die Diskussionen zwischen z. B. der Metal- und der Rap-hörenden Fraktion verlaufen, hapert's meistens an der Praxis, bzw. an den vernünftigen Argumenten. Letzten Endes laufen die Diskussionen inhaltlich auf den guten alten kindischen Diskurs hinaus "Dassis gut!" - "Isses nich'!" - "Wo-hohl!" - "Na-hein!" - "Hast ja keinen Pla-han!" - "Selber keinen Plaan!" etc.
Persönlicher Geschmack läßt sich nur schwer begründen.
Jetzt mal völlig abgesehen davon, daß ich bei den meisten Referaten meiner Mitschüler ohnehin sämtliche Ohren und das Material dazwischen auf Durchzug geschaltet habe, nachdem das, was die da vorne alles abgelassen haben, für die nächste Klassenarbeit nicht relevant war ...
Aber die Hauptaufgabe des Literaturunterrichts kann nicht sein, das Interesse an Liedermachern zu wecken, sondern die Lust am Lesen!
Interessant; ich hätte jetzt die Aufgabe eher darin gesehen, die Lust an Sprache zu vermitteln ... :gruebel:
Gruß
Skywise
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#27

Beitrag von Rex2005 » Di 24. Mär 2009, 07:09

Hallo
man könnte ja noch viel über dieses Thema diskutieren - ich glaube nicht, dass Sinn und Zweck dieser Hausaufgabe war, etwas über Liedermacher zu lernen, eher war´s wohl dass, woran der arme Schüler gescheitert ist, nämlich wie man an so ein komplexes Thema herangeht ....
@Mark
der Stundenplan der Schüler war auch früher schon randvoll und es sind weniger als die Hälfte der Stunden von Heute ausgefallen. Wir haben schon vor über 25 Jahren in der 11. und 12. Klasse an einem Tag auch mal 3 zweistündige Klassenarbeiten schreiben müssen. Wenn wir darüber geknurrt haben, wurde uns gesagt, dass Gleichaltrige, die eine Lehre machen sich auch auf der Arbeit 8 Stunden voll konzentrieren müssen, um nicht von der Leiter zu fallen oder Spritzen abzubrechen oder sonstewas. Wir hatten zu jeder Stunde, den Unterrichtsstoff der letzten Stunden zu 100% drauf zu haben, es gab immer tägliche Leistungskontrollen egal ob mündlich oder schriftlich - und das vieldiskutierte Abi mit 12 Jahren halte ich daher für überhaupt kein Problem.
Der größte Unterschied zwischen der Schulzeit heute und früher liegt meiner Meinung nach da drin, dass Schülern nicht mehr beigebracht wird, wie man effizient lernt und sich selbständig Wissen aneignen kann. Da wird ja von der 1. bis zur (fast) letzten Klasse mit hochkomplizierten, extrem anspruchsvollen Ausmal-Arbeitsblättern die Zeit totgeschlagen! Schon das Benutzen eines Inhaltsverzeichnisses in einem Buch könnte zu manchen hellen Momenten verhelfen. Statt dessen kriegt man von Schülern meistens zu hören: "Na denkste, ich lese jetzt erst das ganze Buch durch und gucke ob dadrüber wat drin steht?"
oder "Nee, haben wir niiiiiiiieeee in der Schule gehabt. Kann ich nicht, mach ich nicht, will ich nicht" und fast immer: "Das ist ein voll bekloptes Thema" :-)
LG
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Mario
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#28

Beitrag von Mario » Di 24. Mär 2009, 07:37


Rex2005 schrieb:
Da wird ja von der 1. bis zur (fast) letzten Klasse mit hochkomplizierten, extrem anspruchsvollen Ausmal-Arbeitsblättern die Zeit totgeschlagen!
LG
Rex2005

Na, na, na, das ist vielleicht doch ein wenig zu pauschal. Hier würde ich doch unseren lieben Toni (der wahrscheinlich nicht einmal mitbekommt, wie hier diskutiert wird) heranziehen und behaupte: Wenn die Diskussionen alle so pauschaliert und vorturteilsbehaftet laufen, sollten "wir" das Forum zumachen.
Mario
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12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

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Michael
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#29

Beitrag von Michael » Di 24. Mär 2009, 10:21

Hallo,
@Marc:
Du hast vollkommen recht. Ich hoffe nur, dass die engen Themenpläne aus den Kultusministerien Dir und Deinen Kollegen noch die Freiheit lassen, die Schüler mit vielen Textsorten und Autoren bekannt zu machen ohne dass gleich die Frage kommt: "Ist das wichtig, muss ich das Lernen, kommt das dran?"
btw: Mein sehr geschätzer Deutschlehrer pflegte bei sowas immer zu sagen: "Das würde ich Ihnen nie in der Klausur geben - nicht ohne Vorbereitung" - Das hat uns sehr geholfen :gruebel:
@Rex2005:
Ich habe nicht das Gefühl, dass mir in der Schule übermäßig selbständiges und effektives Lernen beigebracht wurde - und bei mir ist es ja auch schon einige Zeit her. Jedenfalls nicht vor der Oberstufe. Aber das kann man ja selbst irgendwie schlecht beurteilen.
und nochmal @Marc:
Deine Signatur ist schon ziemlich gemein - pädagogisch ist das doch bestimmt ganz schlecht, solche extremen Neidgefühle auszulösen :cry:
Michael
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#30

Beitrag von Reino » Di 24. Mär 2009, 11:06


Rex2005 schrieb:
Wir hatten zu jeder Stunde, den Unterrichtsstoff der letzten Stunden zu 100% drauf zu haben, es gab immer tägliche Leistungskontrollen egal ob mündlich oder schriftlich - und das vieldiskutierte Abi mit 12 Jahren halte ich daher für überhaupt kein Problem.
Das Argument versteh ich jetzt nicht. Wenn schon zu deiner Zeit die Schüler so gefordert waren, warum soll das jetzt in noch kürzerer Zeit funktionieren?
Und was ist gewonnen?
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#31

Beitrag von Rex2005 » Di 24. Mär 2009, 15:42

Reino schrieb:
Wenn schon zu deiner Zeit die Schüler so gefordert waren, warum soll das jetzt in noch kürzerer Zeit funktionieren?
Und was ist gewonnen?

wieso? Abi soll von 13 auf 12 Jahre gekürzt werden. (Im Osten war früher 12 Jahre normal) Wir haben uns zwar gefordert gefühlt aber nicht überfordert und hatten - obwohl wir täglich einige Stunden fürs Lernen genutzt haben - Freizeit, die wir auch noch einigermaßen sinnvoll verbracht haben. Schule und Abitur waren für uns kein Muss - wir wollten noch was lernen ... in aller Regel ;-).
Was mit einem Abi nach 12 Jahren gewonnen ist? Eine Menge würde ich sagen. Heutzutage machen viel mehr Schüler Abitur ohne zu wissen, was sie damit einmal anfangen sollen - weil sie nicht wissen, was sie werden wollen oder weil es keine Leerstellen gibt. Das fördert nicht gerade die Motivation, sich höheren Anforderungen zu stellen. Ich glaube, dass es für Schüler ohne Studienwunsch sinnvoller wäre, den Weg über´s Fachabitur zu gehen. So steht auch einem späteren Studienwunsch nichts entgegen und würde das Staatssäckel und das der Eltern entlasten. Das der Unterrichtsstoff "entstaubt" und mehr auf die wirtschaftliche Neuzeit ausgerichtet sein müsste, ist wiederum eine ganz andere Geschichte.
Wer nach dem Abi studiert - o.k. der wird in der Regel von den Eltern gesponsort und ist in einem "normalen Studentenalter".
Wer nicht studieren will, beginnt nach dem Abi eine Lehre - also dann, wenn andere Gleichaltrige schon ausgelernt haben und in einem erwachsenem, heiratsfähigem Alter sind.
Zum Erwachsen sein - und wer möchte das nicht mit 18 Jahren sein - gehört aber auch eine finanzielle Unabhängigkeit, die man meistens aber mit Gehalt eines AZUBIS nicht erreicht. Gerade für Mädchen ein Problem, wenn sich auch noch Nachwuchs einstellt. Daher sollte man doch wenigstens noch bevor man 19 Jahre alt ist, sagen können - ich geh nicht mehr zur Schule :-D
Und letztendlich dauert eine Berufsausbildung auch meistens nur 2 Jahre. Diese AZUBIS stehen am Ende vor unabhängigen Prüfern der IHK und müssen nicht weniger - nur anderes Können nachweisen als Abiturienten!
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#32

Beitrag von Skywise » Di 24. Mär 2009, 16:51

Was mit einem Abi nach 12 Jahren gewonnen ist? Eine Menge würde ich sagen. Heutzutage machen viel mehr Schüler Abitur ohne zu wissen, was sie damit einmal anfangen sollen - weil sie nicht wissen, was sie werden wollen oder weil es keine Leerstellen gibt. Das fördert nicht gerade die Motivation, sich höheren Anforderungen zu stellen. Ich glaube, dass es für Schüler ohne Studienwunsch sinnvoller wäre, den Weg über´s Fachabitur zu gehen.
Wär's eigentlich schon, allerdings gibt es auch viele Arbeitgeber, die das Abitur für gewisse Ausbildungsberufe voraussetzen. Alternativ gibt's auch die ausgesprochen verbreitete Hinterfotzigen-Variante: Bewerbungsgespräch gibt's für umme, Ausbildung gibt's für Hauptschulabschluß, Übernahme nach Ausbildung für Realschulabschluß, Aufstiegsmöglichkeit für Abitur (+ Zeitfaktor X) und Chefsessel für Studium (+ Zeitfaktor Y + gegebenenfalls Inkompetenz- oder Arschkriechfaktor Z). Mal so grob geschichtet.
Das der Unterrichtsstoff "entstaubt" und mehr auf die wirtschaftliche Neuzeit ausgerichtet sein müsste, ist wiederum eine ganz andere Geschichte.
"Entstauben" - joah, okay. "Mehr auf die wirtschaftliche Neuzeit ausrichten" - wie man's nimmt. Nicht jeder braucht in seinem zukünftigen Beruf wirtschaftlich zu denken; dort, wo's drauf ankommt, existieren ohnehin Leute, die das Denken für die Leute ohne kaufmännisches Feingefühl mit übernehmen. Find' ich gut, sonst wär' ich arbeitslos :-D
Wer nicht studieren will, beginnt nach dem Abi eine Lehre - also dann, wenn andere Gleichaltrige schon ausgelernt haben und in einem erwachsenem, heiratsfähigem Alter sind.
... oder treibt sich zunächst beim Bund oder in einer anderen Anstalt herum.
Zum Erwachsen sein - und wer möchte das nicht mit 18 Jahren sein - gehört aber auch eine finanzielle Unabhängigkeit, die man meistens aber mit Gehalt eines AZUBIS nicht erreicht. Gerade für Mädchen ein Problem, wenn sich auch noch Nachwuchs einstellt.
Och, mit dem Gehalt von ZWEI Azubis kann man sich zu zweit erfahrungsgemäß schon über Wasser halten, wenn man nicht gerade auf allzu großem Fuß lebt und wenn sich das Ausbildungs-Gehalt beider nicht gerade auf Friseur-Niveau bewegt.
Und letztendlich dauert eine Berufsausbildung auch meistens nur 2 Jahre. Diese AZUBIS stehen am Ende vor unabhängigen Prüfern der IHK und müssen nicht weniger - nur anderes Können nachweisen als Abiturienten!
Aus diesem Grund gibt es auch einige Berufe, bei denen die Haupt- und Realschulabgänger in der Regel drei Jahre, die Abiturienten in der Regel nur zwei Jahre lernen müssen.
Gruß
Skywise
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Liedermacher in Ost und West in den 70er und 80er Jahren

#33

Beitrag von Mario » Mi 25. Mär 2009, 12:56

Ich hätt' auch noch einen Beitrag zu Liedermacher im Schulunterricht:
click hier
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12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

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#34

Beitrag von Reino » Do 26. Mär 2009, 05:46

Dieser Link darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen.
Klingt übrigens sehr nach dem "Touristenflamenco" (das Flamenco-Klichee führt wohl immer zu gleichen Ergebnissen).
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