Liederjan erfrischend jung

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Klajokas
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Liederjan erfrischend jung

#1

Beitrag von Klajokas » Fr 22. Dez 2006, 04:19

Hallo
ich hatte Anfang des Monats nach über 25 Jahren mal wieder die Ehre Liederjan live zu sehen, zu hören und zu genießen.
Die drei begnadeten Nordlichter haben auch nach dem Tod Anselms nichts von ihrem Charme und Witz eingebüßt.
Lore mit der Tuba ist einfach genieal.
Neben überarbeitetem altem Liedgut hat sich Liederjan zu echten Liedermachern gewandelt.
Ich kann jedem empfehlen auf der homepage www.liederjan.de sich die nächsten Konzertermine anzuschauen um die drei live zu genießen.
Gruß Klaus
Dieser Beitrag enthält 86 Wörter


Unbequem zu sein bedeutet oftmals, sich Hindernisse aufzubauen, die man dann selber aus dem Weg räumen muss, ohne bequem zu werden.

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Mario
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Liederjan erfrischend jung

#2

Beitrag von Mario » Mo 8. Jan 2007, 07:15

Hallo,
tja, lange habe ich mich zurückgehalten und dann bekomme ich plötzlich von Petra einen (erwünschten) Tritt in den sonst in meinem alter so platt gesessenen Allerwertesten, mit der Aufforderung was zu schreiben. Di näheren Umstände des Trittes und der Aufforderung dazu hier zu beschreiben würde sicher den Rahmen sprengen, nur so viel: Manchmal trifft man/frau sich an Orten, wo sie keiner vermutet (in fremden Foren :-D ) und dann geht's "zu Hause" (also in diesem Forum) rund.
Na ja, auf alle Fälle habe ich mal meinme Eindrücke des Liederjan Konzertes im Bungertshof im Dezember runtergeschrieben udn wenn ihr mir nicht alle ins Gesicht springt, werde ich demnächst das ein oder andere weitere hier veröffentlichen.
Über zwei Jahre ist es nun her, dass ich, traurig über die neuen Programme der verschiedenen Veranstaltungstempel im Bonner Raum wegen der fehlenden Programme mit deutschen Liedermachern, beschloss selbst aktiv zu werden. Nun, als Liedermacher war ich schon aktiv, aber einfach zu einem Veranstalter zu gehen und zu sagen „nimm mich und ich bin mit deinem Programm zufriedener“ war nicht mit Erfolgsaussichten gesegnet. Aber beschwert habe ich mich trotzdem und siehe da, ich bekam die Antwort, „na, an wen hättest du denn gedacht“?
Kurz gesagt, ich stellte den Kontakt mit den Liederjanern her, der Gig fand statt und war ein riesen Erfolg – so riesig, dass sie dieses, ähh nein ist schon letztes Jahr gewesen, also Anfang Dezember wieder kamen.
Liederjan, die älteste Boygroup Deutschlands, seit einiger Zeit mit Girlie Unterstützung, kam wie gewohnt mit Rumtata und Töröh durch den Saal zur Bühne. Dicke Backen Musik, wie sie bei „Nicht Insidern“ das schlimmste befürchten ließ. Jedoch, kaum auf der Bühnen angekommen, wurde jedem im Publikum klargemacht, dass die Tuba, die Trompete und die Trommel zu einem ganzen Sammelsurium von Instrumenten gehören, mit denen traditionelle Volksmusik auf untraditionelle Art, kabarettistische Sprach- und Sangeseinlagen und tiefsinnig/ hintergründiges vorgetragen wird. „Stell’n wir uns erst einmal vor – und damit wir die restliche Zeit besser einplanen können, fangt ihr mal an!“ Das Publikum lacht und wartet, dass es weitergeht. Jörg, der „Frontmann“ von Liederjan wartet auch und als keiner den Anfang machen will, fordert er den älteren Herrn dort hinten auf, doch einfach den Anfang zu machen. Zu machen? Nichts zu machen. Keiner macht den Anfang, also doch wie gehabt. Liederjan stellt sich vor: Jörg, der trinkfeste Hamburger, der schon vor über 30 Jahren mit dem Liederjan Mitgründer, und in der Zwischenzeit leider verstorbenen, Anselm den Iren bewiesen hat, dass die Deutschen alles besser können: Irische Musik spielen (nicht aus dem Bauch, sondern perfekt nach Noten), ja sogar Irisches Bier trinken – so gut, dass sie meistens zum Schluss des Konzertes nicht mehr wussten, wie das Konzert gelaufen ist. Hanne, die aus Bremen kommend, nach Sport auch Musik studierte und mit der Tuba laute und leise Töne in die Männer Riege brachte und Klaus, der als Multiprofessional schon sehr viele Berufe ausübte, vom gelernten Nähmaschinenmechaniker, über den Arbeitsvermittler bis zum Märchenkönig im japanischen Theater.
Aber nicht nur Sprüche können die Liederjaner klopfen. Gewitzt, verschmitzt und professionell brachten sie Themen in Notengestalt unter das Volk. Da klingelt das handy im ICE (welcher DB Reisende kennt das Übel nicht) und eine Hypersuperschönheit kreischt für jeden vernehmbar „Hier ist Mandy“ in die Muschel, da krabbeln nach bester Gruselmanier Gespenster, Geister und andere Untote zur besten Sendezeit durch Fernsehen und öffentlich über die Straßen des Rheinlandes, um sich mit den Klängen von „Die Karawane zieht weiter“ oder „Klingeling...“ am Karneval zu erfreuen, aber da sehnt sich auch der Hamburger aus seinem heimatlichen Nebel in die Südsee und bemerkt, dass es zuhause eigentlich doch schöner war (das natürlich in norddeutschem Platt) und da rollt der uckermärkische Sachse (oder habe ich da was falsch verstanden?) sein RRRR gekonnt im Baumarkt und bringt mit seiner Spaxschrauben Testerei den Klauhausdetektiv in arge Bedrängnis. Natürlich auch der Vorweihnachtszeit angemessen gibt es Weihnachtslieder und Gedichte, alle nach dem Motto „Wär Maria hart geblieben, wär uns das erspart geblieben“. Auch der sich von Zugabe zu Zugabe steigernde Applaus brachte die Liederjaner nicht aus dem Konzept. Eins hatten sie immer noch, eins zum Mitsingen, denn schließlich sind die Handwerksleutelieder den Mitfünfzigern und so um die Sechzigern, die den Löwenanteil des Publikums stellten nicht unbekannt.
Bliebe noch anzumerken: Mein Sohn ist 18 und hat die Liederjaner im vorletzten Jahr gehört, weil er seinem Vater bei der Organisation eines Konzertes geholfen hat. Diesmal wollte er freiwillig mit und war sogar bereit dafür Geld zu bezahlen.
Fazit: Was Papa erquickt auch Jung’ Freude gibt.
Mario
:wink:
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12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

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Petra
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Liederjan erfrischend jung

#3

Beitrag von Petra » Mo 8. Jan 2007, 11:26

Hallo Mario,
auch mit einem Schuss ins Blaue kann man mal einen Treffer erzielen. :-D Ich hatte ja noch gar nichts von Dir gelesen, als ich Dich gefragt habe.
Den Titel dieses Threads hat sich Klajokas ausgedacht, er passt aber auch hervorragend zu Deinem Schreibstil. :-) Das war erst Dein vierter Beitrag in unserem Forum? Das darf aber nicht so bleiben - ich freue mich auf mehr.
Ach, heute ist ja schon wieder ein Anlass. Dann will ich nicht weiter stören. Fühle Dich (sanft) getreten und hau rein. :goethe:
Viele Grüße von Petra
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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