Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#1

Beitrag von fille » Fr 19. Mär 2010, 09:03

Hallo liebe Liederfreunde aller Coleur!
Ich zitiere mich mal selbst:
Schon oft gesagt und trotzdem wahr: In Deutschland haben die deutsch Singenden einfach wenig Chancen. Als Jean Ferrat letzte Woche starb, nahm die ganze französische Nation anteil, in dem kleinen Dorf waren ca. tausend Menschen auf der Beerdigung und sogar Sarko hat sich dazu geäußert. Bei uns wäre es nur eine Randnotiz.
In Frankreich sind die französischen Lieder ein Teil der Kultur. Auch wenn bei uns Lieder von Biermann, Wader und noch einigen mehr im Schulmusikbuch stehen, kennen sie doch die Kinder fast nicht mehr

Was meint ihr dazu? Schreibt doch mal eure Erfahrungen. Wir tun natürlich alles, um Kindern und Jugendlichen diese Musik nahezubringen. Wir haben ja auch viele junge Erwachsene in unserem Forum. Schreibt doch mal über eure Erfahrungen.
Ich fürchte allerdings, dass es außerhalb unseres Kreises sowieso anders aussieht.
Liebe Grüße
Marianne
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Viktor
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#2

Beitrag von Viktor » Fr 19. Mär 2010, 12:42

Hallo fille, hallo ihr anderen,
ich denke, da hast du recht: Das Leben und Werk der deutschen Liedermacher hat die breite Masse nicht so sehr auf dem Schirm. Das merkt man auch daran, wie wenig Sendezeit in Fernsehen und Radio für Liedermacher vorgesehen ist. Bei Volksmusik sieht das (glaube ich) schon anders aus. Echt komisch.
Wobei Reinhard Mey da wahrscheinlich schon eine Ausnahme bildet, oder etwa nicht? Ist natürlich ein blödes Beispiel, aber wenn er nun sterben würde, wäre das sicher mehr als nur eine Randnotiz, schätze ich.
Die speziellere Frage war ja nach den Kindern und Jugendlichen.
Ich selbst war schon in sehr jungem Alter von Reinhard Mey begeistert, weil ich seine Musik zufällig über meine Eltern mitbekommen hatte. Bin mir aber sicher, dass ich auch ansonsten meinen Weg zur guten deutschen Musik gefunden hätte, selbst wenn meine Eltern nur Chartmusik gehört hätten, kann aber nicht genau festmachen, warum ich mir da so sicher bin.
Zu den Schulbüchern und so kann ich noch mal eben erwähnen: Hannes Wader habe ich kennen und lieben gelernt, nachdem wir in der 7ten oder 8ten Klasse "Der Rattenfänger" gehört und besprochen hatten. Aber ich glaube, nicht viele Schüler kommen in diesen Genuss, hehe.
Von Reinhard Mey habe ich nur mal "Fast ein Liebeslied" im Religionsbuch zum Thema "Liebe und Zärtlichkeit" abgedruckt gesehen, haben wir aber nie durchgenommen.
Heutzutage bin ich Student und ich habe das Gefühl an der Uni sind Liedermacher durchaus überdurchschnittlich bekannt. Viele meiner Kommilitonen, mit denen ich über Musik gesprochen habe, kennen sich ein bisschen mit Liedermachern aus (d.h. mehr als nur "Über den Wolken" kennen), selbst wenn es nicht ihre Lieblingsmusik ist.
Fille, du hast gesagt, in Frankreich sind die Lieder ein Teil der Kultur. Vielleicht sind sie es in Deutschland genau so, nur haben weniger Menschen Interesse an Kultur in diesem Sinne?
Viele Grüße
Viktor

PS: Eine Sache fällt mir noch ein... Konstantin Weckers Drogenprozess in den 90ern: Ich war damals ja zu jung, um es mitzubekommen, aber ich habe aus heutiger Sicht das Gefühl, die Öffentlichkeit hatte ein sehr großes Interesse daran; stimmt das? Würde mich eigentlich wundern. Insofern, als er ja auch "nur" ein Liedermacher ist - kein Star, für den man sich so sehr interessiert...?
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#3

Beitrag von Barde » Fr 19. Mär 2010, 13:17

Ich muss da ein bisschen grinsen :-D Was sagte meine kleine Tochter kürzlich zu mir: "Ich schäm mich ja ein bisschen dafür und es passt ja gar nicht zu meinem Alter, aber ich höre eigentlich gerne Klaus Hoffmann" Und als ich sie fragte, ob wir nicht zusammen ein Lied schreiben und hier aufnehmen sollen, meinte sie (15-Jährige sind da sehr ehrlich) "Das würde bestimmt so ne schwule Ballade werden, wie ich uns beide kenne" Außerdem hält sie mich für altbacken, weil ich meist nur Deutsch singe.
Lange Rede kurzer Sinn: Für die Jungen ist die Liedermacherei meist nicht "modern" genug und wenn die Lieder von Gefühlen sprechen, dazuhin noch in der Sprache, die man im Alltag spricht, kommt man auf das emotionale Glatteis. Wenn ich vom Alltag singe und berichte, betrifft mich dies ja persönlich. Eine Lady Gaga ist da ungefährlicher, weil sie eh in einer Scheinwelt existiert Die Musik hat cool zu sein, genauso cool wie die Fassade, hinter der sich heute viele verstecken. Ich glaube, dass die Liedermacherei oft zu ehrlich und realitätsnah ist und damit dem Zeitgeist widerspricht.
Das Lucie Klaus Hoffmann mag, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sie als Kleinkind oft die Lieder gehört hat. Wie hat es Reinhard Mey mal so schön ausgedrückt. Das Spartenradio verhält sich wie ein Schuhladen, in dem nur rote und blaue Schuhe verkauft werden und so denken die Jungen, dass es gar keine grünen und schwarzen gibt (inhaltlich ungefähr so zitiert, wie ich es noch in Erinnerung habe)
Bei uns früher gab es um 13.00 Uhr in SWF3 die Musikbox und da lief alles: Liedermacher, Folk, Zupfgeigenhansel, Rock, Pop. Hier im Hessenland werden wir heute mit Hitradio FFH gequält. Eine immerwährende Endlosschleife von "Hits", die einem allmählich zum Halse heraushängen, weil man sie gefühlte 20.000 Mal gehört hat.
Gruß
Michael Nr. X
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#4

Beitrag von Klajokas » Fr 19. Mär 2010, 13:18

Hallo, eine kleiner Hörstandsbericht meiner lieben Kleinen:
Wir haben das Vergnügen(?) mit vier Sprösslingen im
Alter von 23 bis 12. Von denen klammere ich erst mal den Jüngsten aus.
Der Älteste hört viel von dem was ich als Radau bezeichne, aber auch und das in nicht minder leiserem Höregnuss: Hannes Wader, Liederjan und Wecker. Trotz seines tief verborgenen Talentes zum Singen teilt er dieses allen die es Hören wollen (oder auch nicjt) mit.
Seine 20 Jährige Schwester bezeichne ich mal als " Disco "Queen mit relativ wenig Interesse an Liedermachern.
Die zweite Dame im Quartett (wird Morgen 19) ist aktiv in der Jugendarbeit, tippelt in den Ferien durch ganz Europa, spielt selber Gitarre und singt viele Liedermacherlieder und alte bündische Sachen.
Na ja und der 12 Jährige.. auch diese Phase werden wir überleben.
Alle vier hatten den gleichen Zugang zur Musik, ungebremst und ohne von uns gesetzte Elternfilter. Alle hatten die Möglichkeit ein Instrument zu erlernen. Zwei tun es nur.
Ich will damit sagen. Kinder hören ihre Musik, ihre Lieder, wenn die Aussage unserer Lieder stimmt und sie persönlich anspricht hören sie auch diese.

Klaus
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#5

Beitrag von Rex2005 » Fr 19. Mär 2010, 13:49

Hallo
Das Spartenradio verhält sich wie ein Schuhladen, ...

Da ist sicher was dran, allerdings scheint mir dies nur ein deutsches Phänomen zu sein. Ich höre ab an an mal "Radio Dreyeckland" - einen elsässischen Sender. Da hört man u.a. - egal zu welcher Sendezeit wohlbemerkt - neben gruseligsten Versionen von "Ganz in Weiß" oder die "Die kleine Kneipe" (auf französisch ist ja klar ;-)) ganz selbstverständlich auch Brassens, Brel, Moustaki, Dylan usw und es scheint der Quote nicht zu schaden.
Das Grundproblem ist meiner Meinung nach heutzutage aber ein anderes. Vor Jahren wurde zu Hause mehr Musik von Hand gemacht, als heutzutage. Da wurden die Lieder von einer Generation der nächsten mitgegeben. Selbst wenn ich glaube, dass wieder mehr Kinder Musikschulen besuchen, so ist das nicht das Gleiche, als wenn zu Hause gesungen und musiziert wird und da ist mir eigentlich völlig wurscht ob man Wander-, Volks- oder Kunstlieder spielt. Gerne auch Operrette, Oper, Klassik, Rock oder Schlager - hauptsache überhaupt und nicht von Hause aus schon in Sparten eingeteilt nach gute und schlechte Musik. Nur Interesse für Liedermacher wäre mir auch ein zu eingeschränkter Blickwinkel.
LG
Rex2005
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Marc
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#6

Beitrag von Marc » Fr 19. Mär 2010, 15:06

Ihr Lieben,
Rex2005 schrieb:
Das Grundproblem ist meiner Meinung nach heutzutage aber ein anderes. Vor Jahren wurde zu Hause mehr Musik von Hand gemacht, als heutzutage. Da wurden die Lieder von einer Generation der nächsten mitgegeben.

Ich glaube nicht, dass das Grundproblem ist (sofern wir hier überhaupt über ein "Problem" sprechen). Jede Jugendkultur hat - seit jeher - ihre eigene Musik, die sich von der Musik der Elterngeneration abgrenzt. Dazu zählte in den 1960er Jahren in gewisser Weise auch die Musik der Liedermacher (deutlich wird der Konflikt mit der Elterngeneration z.B. in den frühen Liedern von Degenhardt).
fille schrieb:
In Deutschland haben die deutsch Singenden einfach wenig Chancen.

Ich behaupte mal: Hätten die Franzosen in ihren Radioprogrammen keine Quote für französischsprachige Musik eingeführt, hätte sich auch dort schon längst die unglaubliche Macht der wenigen globalen Plattenkonzerne gegen das französische Chanson durchgesetzt. Sprachstolz der Franzosen hin oder her.
fille schrieb:
Wir tun natürlich alles, um Kindern und Jugendlichen diese Musik nahezubringen.

Dann frage ich mal ganz provokant: Warum sollten die Kinder von heute Mey, Wader und Hoffmann kennen? Was ist mit Schubert? Beethoven? Bach? Ich glaube, - bei aller Liebe: Man darf unsere lieben Liedermacher nicht auf einen Thron setzen, auf dem sie gar nicht sitzen wollen.
Viktor schrieb:
Heutzutage bin ich Student und ich habe das Gefühl an der Uni sind Liedermacher durchaus überdurchschnittlich bekannt.

Absolut richtig - insbesondere in meinen Studiengängen (Germanistik und Französisch) können die meisten etwas mit Mey und Wader anfangen. Wenigen sind auch noch Degenhardt und Hoffmann bekannt. Und: Schätzungsweise 95% kennen Bodo Wartke!
Viktor schrieb:
Konstantin Weckers Drogenprozess in den 90ern: Ich war damals ja zu jung, um es mitzubekommen, aber ich habe aus heutiger Sicht das Gefühl, die Öffentlichkeit hatte ein sehr großes Interesse daran; stimmt das?

Das ist richtig, aber das hat nichts damit zu tun, dass Konstantin Wecker Liedermacher ist. Ein aufgedunsener, drogenabhängiger, gescheiterter Sänger war einfach sehr medienwirksam...
Liebe Grüße,
Marc

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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#7

Beitrag von Guest » Fr 19. Mär 2010, 15:13

Dann lade ich sie hiermit mal zu lastfm.de ein in der Gruppe Deutsche Liedermacher vorbeizuschauen.Schwerpunkt sind Lieder in unsererSprache egal von wem sie gesungen oder komponiert worden sind .(Einzelkuenstler)
Nebenher gestalten wir eine Halle der Ehre wo sie sich aktiv daran beteiligen koennen .
DANKE fuers Mitmachen und fuer eure Vorschlaege !

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Froggl
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#8

Beitrag von Marc » Fr 19. Mär 2010, 15:18

Ihr Lieben,
ich zitier mal aus meiner Examensarbeit zum Thema "Das politische Lied in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1964 und 1989 am Beispiel von Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader und Reinhard Mey" (welch ein monströser Titel)!
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist in der Bundesrepublik Deutschland zunächst eine Stagnation des Liedgesangs zu beobachten. Hauptursache ist der Missbrauch von Liedern in der Zeit des Nationalsozialismus, den Franz Josef Degenhardt in Die alten Lieder (1968) beklagt [...]. Die Lieder schienen nicht durch ihre Texte diskreditiert zu sein, sondern durch die Anlässe, zu denen sie in der Zeit des Nationalsozialismus gesungen wurden [...].
In den 1950er Jahren dominiert in der deutschsprachigen Musikkultur heimattümelnde Schlagermusik. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt der Musik vor allem die Aufgabe zu, die Stimmung einer „heilen Welt“ zu verbreiten. Titel wie Ganz Paris träumt von der Liebe (1955) oder Heimweh (1956) sprechen für sich. Winfried Woesler verweist auf eine gewisse „Sprachskepsis“ in den 1950er Jahren, die als „eine späte Reaktion auf die Verführbarkeit der Menschen durch die Propaganda im Nationalsozialismus“ aufgekommen sei. Man misstraute nicht nur alten Volksliedern, man misstraute der deutschen Sprache an sich, denn „der Faschismus hatte die ohnehin schwach ausgeprägte Tradition des Volksliedes und der populären Volksmusik zerstört.“ Viele „Schlager“ der 1950er Jahre sind „harmlose Glücksbotschaften“, in denen die ewige Liebe in allen nur denkbaren Formen besungen wird. Die „Schlager“ der frühen 1950er Jahre beruhigen, blenden aus, schüren Hoffnung und wirken sich nicht zuletzt auf das (un)politische Bewusstsein der westdeutschen Bevölkerung aus. In Deutschland ist der Bruch zwischen der kommerziellen volkstümlichen Musik und dem literarischen Lied bis heute nicht überwunden.

Vielleicht liegt hier die Quelle für die - im Vergleich zu Frankreich - bis heute eher schwach ausgeprägte Liebe der Deutschen zum "deuschtsprachigen Chanson".
Gruß,
Marc

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Reino
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#9

Beitrag von Reino » Fr 19. Mär 2010, 15:37

Heute lernen viele Kinder Liedermacher über die Pfadfinder kennen. In gewisser Weise ein "Back to the Roots", denn die meisten Liedermacher der 60er und 70er Jahre kamen aus den verschiedenen Jugendbünden.
Die von Marc beschriebene Musikkultur der 50er Jahre war jetzt allerdings keine spezifische Jugendmusik (wobei man ja leicht den Fehler macht, anzunehmen, die Musik der Peer Groups wäre automatisch die Musik der Masse. Roy Black war in Deutschland erfolgreicher als die Beatles, und das zum Teil auch bei der Jugend). Das Ablehnen der nazi-kontaminierten deutschsprachigen Lieder führte die Jugendlichen in ganz verschiedene Richtungen: zum Jazz, zum Rock'n Roll oder zur internationalen Folklore.
Und "unser" Rock'n'Roll war ja wieder deutschsprachig, wenn auch sicher von der Plattenindustrie begünstigt. Allerdings hat Peter Kraus von sich aus amerikanische Musik (Anfangs Hillbilly) eingedeutscht, und nicht etwa nur gecovert.
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Skywise
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#10

Beitrag von Skywise » Fr 19. Mär 2010, 15:54


Froggl schrieb:
Nebenher gestalten wir eine Halle der Ehre wo sie sich aktiv daran beteiligen koennen .
Wäh.
Ich mag solche Sachen nicht, bei denen der Mob innerhalb einer gewissen Zeit seine Stimme abgeben muß, und im Anschluß der Sieger gekürt wird. In der Regel bedeutet das, daß ungeachtet der Qualität derjenige ans Verdienstkreuz genagelt und mit einem Bauchpinselchen gezüchtigt wird, der die meisten Anhänger mitbringt. Gerne auch mal abhängig von irgendwelchen Modeströmungen, weil gerade ein Liedermacher wieder umtriebig und somit in der Presse vertreten ist.
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
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fille
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#11

Beitrag von fille » Fr 19. Mär 2010, 17:16

Schön, dass sich was rührt hier :-D
Viktor schrieb:
Konstantin Weckers Drogenprozess in den 90ern: Ich war damals ja zu jung, um es mitzubekommen, aber ich habe aus heutiger Sicht das Gefühl, die Öffentlichkeit hatte ein sehr großes Interesse daran; stimmt das?

Ich weiß nicht, wie groß das Interesse außerhalb Bayerns war. Im Umkreis Münchens war es natürlich groß. Wecker ist ja nicht "nur" Liedermacher, sondern auch (manchmal) Schauspieler, außerdem Komponist und war auch noch Wirt vom "Café Giesing" in München.
Ob er zur Münchner Schickeria gehörte, weiß ich nicht und glaube ich nicht, aber Koks bringt ihn der Sache schon nahe. Ein Münchner Promi, der kokst, ist ein gefundenes Fressen für die Presse.
Es gibt immer wieder was in der Zeitung über Wecker. Na, er ist auch sehr fleißig. Aber damals wurde auch berichtet, dass er in die Toskana gezogen ist und dass er wieder da ist und warum (weil es in der Toskana keine Biergärten gibt).
Marc schrieb:
Dann frage ich mal ganz provokant: Warum sollten die Kinder von heute Mey, Wader und Hoffmann kennen? Was ist mit Schubert? Beethoven? Bach?

Natürlich soll man den Kindern auch die Klassiker nahebringen!
Mein Sohn, inzwischen 22 und selbst Musiker, hatte ab 14 seine Metal-Phase (Trash- und Deathmetal). Inzwischen spielt in einer Band, in der deutsche Texte gesungen werden. Er hört Edward Grieg, Brahms, aber auch Apocalyptica usw. Von den Liedermachern hat er bis jetzt nur Fredl Fesl für sich entdeckt. Reinhard Mey findet er gut, hört ihn aber nicht.
Man darf unsere lieben Liedermacher nicht auf einen Thron setzen, auf dem sie gar nicht sitzen wollen.

Da bin ich mir gar nicht sicher
Liebe Grüße
Marianne ;-)
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Michael
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#12

Beitrag von Michael » Fr 19. Mär 2010, 17:27

Guten Tag,
hm, also meine Eltern haben kein Problem damit, dass ich weder Glenn Miller, noch Abba oder Peter Kraus höre. Deshalb würde ich von meinen Kindern auch nicht erwarten, dass sie meinen Musikgeschmack teilen. Ich glaube, dass ich meine Kinder (ich hab keine, deshalb der Konjunktiv) so erziehen könnte, dass sie schon selbstständig die Musik finden, die ihnen gefällt und die ihnen was bringt - ob alt oder neu - in dem Punkt bin ich nicht so kulturkritisch - in anderen schon.
Das mit der "Halle der Ehre" gefällt mir auch nicht. Mich gruselt's schon bei dem Namen. Bei allem Gemecker über das Englische - "Hall of fame" ist der bessere Begriff - "Halle der Ehre" klingt nach Walhalla und Feld der Ehre. Und wenn ich grad schon so sprachkritisch bin:

Marc schrieb:
ich zitier mal aus meiner Examensarbeit
Man misstraute nicht nur alten Volksliedern, man misstraute der deutschen Sprache an sich



Wer ist "man"? ;-)
es grüßt
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

Recky
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Registriert: Fr 19. Jan 2007, 11:54

Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#13

Beitrag von Recky » Sa 20. Mär 2010, 10:19

Tach zusammen,
leider habe ich im Moment nicht die Zeit, mich in elegischen Abhandlungen zu diesem Thema zu ergehen, aber es ist eigentlich seit Jahren "mein" Thema. Ich sage nur eins:
Auch in Zeiten, in denen es glücklicherweise wieder mehr deutschsprachige Pop- und Rockmusik gibt, ist es im Sänger-Liederschrieber-Genre noch lange nicht selbstverständlich, in seiner eigenen Muttersprache zu singen. Ich werde oft gefragt, auch von Pressefuzzis, "warum singst du auf deutsch?".
Das ist TOTAL absurd.
Viele Grüße
Recky
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ThomasNature
Beiträge: 25
Registriert: Mo 21. Sep 2009, 14:43

Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#14

Beitrag von ThomasNature » Sa 20. Mär 2010, 13:41

Hallo
hm, schwierig und doch einfach, fange auf einer Party, egal wie jung oder alt die Leute sind die Lieder "Über den Wolken", "Heute hier morgen dort" oder "Am Tag als Conny Kramer starb" an zu singen, ich wette, 90 wenn nicht sogar 100 % der Leute singen mit und ich denke das selbst dei jüngsten wenigstens "Über den Wolken" kennen, ok, kann sein das sie sonst nichts von Reinhard Mey kennen und es ist auch nur 1 Lied von ich weiß nicht vielen aber immerhin!
Ich weiß auch nicht ob die Lieder heute noch im Musikunterricht ein Thema sind!
Ich selbst bin Jahrgang 1966 und somit u.a. mit der ZDF Hitparade und vielen anderen Musiksendungen die es zu meiner Jugendzeit im TV zum Glück noch in Massen gab aufgewachsen!
Aber, ich hörte zwischendrin mal auch nur englische Lieder, kam über Bruce Springsteen und anderen Singersongwritern wieder zurück zur deutschen Sprache weil ich wissen wollte was es in dieser Musikrichtung an deutschen/deutschingenden Musikern war aber immer ein Fan von Reinhard Mey, Juliane Werding..., habe zwischendrin dann Hannes wader entdeckt!
Aber, ich bin kein Fan von rein politischen Texten und alten deutschen Texten!
Das Problem in Deutschland ist das wir einfach ein riesiges Spartendenken haben, ich denke in Amerika gibt es das nicht so, ich meine, Woody Guthrie, Bruce Springsteen, Towns Van Zandt, Melissa Etheridge, Neil Young und viele mehr werden zwar als Singer/Songwriter bezeichnet aber nicht nur in diese Schublade gedrückt!
Grüße aus BW
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#15

Beitrag von Holgi » Do 25. Mär 2010, 11:13

Ich finde es ja etwas eigenartig, über die Reaktionen der Medien zu spekulieren, wenn ein Liedermacher sterben würde. Daher lasse ich das. Mit Sicherheit weiß ich aber, dass es nicht objektiv sein würde.
Mich hat ja schon sehr überrascht, dass man (so gut man sich beherrschen konnte) R.M´s Wunsch bezüglich seines familiären Unglücks beherzigt hat. Da fürchtete man aber wohl eher den Unmut der Fans.
Die heutige Generation kann wohl eher etwas mit den "Böhsen Onkelz" anfangen, als mit "Deutschen Liedermachern". Nicht zuletzt ist das eine Frage der Bildung. An einer UNI werden die Onkelz nicht das selbe Sprachrohr darstellen, wie an einer Hauptschule.
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#16

Beitrag von Klajokas » Fr 26. Mär 2010, 14:03


Holgi schrieb:
Die heutige Generation kann wohl eher etwas mit den "Böhsen Onkelz" anfangen, als mit "Deutschen Liedermachern". Nicht zuletzt ist das eine Frage der Bildung. An einer UNI werden die Onkelz nicht das selbe Sprachrohr darstellen, wie an einer Hauptschule.

Es ist ,glaube ich, etwas platt von der "heutigen Generation" zu sprechen und sie dann auch noch in "gut" Uni und "schlecht" Hauptschule aufzuteilen.
Ich glaube da gibt es eine Menge mehr Unterschiede und Feinheiten wie Herkunft, Kultur, Wohnort, Familie, Freunde, die nicht zuletzt Einfluß auf das Musikinteresse haben.
Viel wichtiger ist es, dass der/die Liedermacher(innen) von den jungen Menschen selb(st)er komm(t)en. Sei's in alter Tugend mit gesetztem Vers und Gitarre, sei's als Rapp oder sonst was. Die Aussage muss stimmig sein und für die Angesprochenen verständlich. So wie es bei uns die Meys, Waders und wer weiss was waren oder besser: noch immer sind.

Klaus
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#17

Beitrag von Holgi » Sa 27. Mär 2010, 13:03

Zugegeben, habe ich meine These sehr platt dargestellt und Du hast recht, wenn Du Unterschiede und Feinheiten anführst. Allerdings sind "die Jugendlichen" (welche sich am Mainstream orientieren) einer ungleich stärkeren Beeinflussung der Medien ausgesetzt, als es jemals der Fall war.
Überhaupt erscheint es mir, dass es immer einfacher wird, die Massen zu lenken, da sich es auch immer einfacher machen, sich "bedienen zu lassen". Das bestätigt sich z.B. für mich in der Tatsache, dass wundervolle Lieder (Klassiker) wie "Father and Son", "It´s a wide World" oder "First Cut is the Deepest" in den Charts auftauchen und der größte Teil der Hörerschaft gar nicht weiß, dass es sich dabei um relativ alte Songs handelt und "Cat Stevens" sie gesungen hat. Sie erfahren es ja auch nicht und die wenigsten interessiert es überhaupt.
Dabei ist mir eben auch aufgefallen, dass sich jede "Schicht" ihren Representanten sucht. Eher sozial schwache Schichten oder sog. Aussenseiter neigen mehr zum agressiven Sprachrohr, wie die "Böhsen Onkelz", da sie sich in deren Texten wieder erkennen.
Ich habe noch kein Auto gesehen, welches mit einem Heck-Fensteraufkleber von "Reinhard Mey" herum fährt. "Böhse Onkelz"-Aufkleber sehe ich fast täglich.
Liedermacher, wie Mey oder Wecker singen in ihren Texten auch nicht vermehrt von sozialem Abstieg oder perspektivischer Hoffnungslosigkeit. Daher stammt die Stammhörerschaft, meines Empfindens, eher aus sozial und finanziell gesichertem Umfeld. Ausnahmen gibt es natürlich immer!
Es wäre auch tatsächlich zu komplex, all die Feinheiten hier aufzusplitten und meine Ausdrucksmöglichkeiten sind vielleicht auch begrenzt.
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#18

Beitrag von Rex2005 » Sa 27. Mär 2010, 15:01

Holgi schrieb:Ich habe noch kein Auto gesehen, welches mit einem Heck-Fensteraufkleber von "Reinhard Mey" herum fährt. "Böhse Onkelz"-Aufkleber sehe ich fast täglich.

Das ist aber doch aber auch eine Frage des "Mörtschendeisings"! Sonst hätten wohl einige LMer sowas an der Scheibe. Die Jugendlichen wollen Stars zum Anfassen. Wo früher noch ein Autogramm einen Kreislaufkollaps hervorgerufen hat, müssen es heute doch schon Fanpartys mit dem Star sein (machen manche Liedermacher auch schon ;-)) Wer wie z.B. Mey nicht mal per Mail-Adresse für Interressenten, Fans oder wie auch immer erreichbar ist, dürfte da keine Chance haben, wo man heute per facebook oder myspace eine "dauerhafte Freundschaft" mit Stars öffentlich präsentieren kann.
Außerdem ... es gibt ja außer Musik hören auch noch andere Hobbies. Welcher Liedermacherexperte kennt sich z.B. bei Modelleisenbahnen oder Sportlern oder, oder ... auf "breiter Front" aus? Wichtig ist, das sich Jugendliche überhaupt für Irgendetwas interessieren und neugierig und offen für Altes und Neues bleiben.


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#19

Beitrag von fille » Sa 27. Mär 2010, 17:53

Hallo Siegrun!
Wer wie z.B. Mey nicht mal per Mail-Adresse für Interressenten, Fans oder wie auch immer erreichbar ist, dürfte da keine Chance haben, wo man heute per facebook oder myspace eine "dauerhafte Freundschaft" mit Stars öffentlich präsentieren kann.


Das kann man mit Reinhard Mey mittlerweile auch, ich bin ein offizieller Fan von ihm bei facebook (und viele andere auch). Zugegeben, er ist weiterhin scheu, aber er hat auch schon mal allen Fans ein schönes Wochenende gewünscht.
Renaud, dagegeben, stellt jede Menge private Fotos in facebook und myspace ein (zum Beispiel so interessante Sachen, wie seine Tomaten in seinem Sommerhaus) und ist überhaupt sehr aktiv im Internet. Bis ihm einfällt, dass er lieber Eremit ist. Dann lässt er ein paar Monate nichts von sich hören. Dies wiederum führt zu wilden Spekulationen seiner Fans. Wo ist er nur? Ist er krank? Trinkt er wieder? Trennt er sich von seiner Frau? Und so weiter. Ist ganz amüsant :-D
Liebe Grüße
Marianne
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Kennen unsere Kinder unsere Liedermacher?

#20

Beitrag von Holgi » So 5. Sep 2010, 15:25

Durch ein kleines Familientreffen gestern, bei dem der Lebensgefährte meiner Mutter einige Lieder von Richard Germer zum besten brachte, wurde mir erst bewusst, was für geniale lustige Texte das sind. Wir haben so gelacht und bis 3 Uhr morgens gesungen.
Ich finde, man hört viel zu wenig von ihm.
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