Hans Scheibner

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Klajokas
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Hans Scheibner

#1

Beitrag von Klajokas » Mo 18. Okt 2010, 13:10

Hallo Liebe Leute,
ich habe bei dem sch... Wetter der Letzten Tage in meinem kleinen Musikfundus gestöbert und bin mal wieder auf Hans Scheibner gestoßen.
Köstliche Lieder fast immer mit einem Zwinkern im Auge. Das Schubladenlied, Ich liebe Kinder, Die Geschichte vom Fischer und dem Butt, Das Märchen der kleinen Meerjungfrau und und und.
Vier CD's zu hören und auch zu verarbeiten geht kaum.
Dann zum Abschluß in Vorbereitung auf die nächsten Monate:
Scheibners Weihnachtsbuch "Wer nimmt Oma dieses Jahr ?" und anderes Köstlichkeiten. Der Lesetipp für graue Abende und Tage

Klaus
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Marc
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Hans Scheibner

#2

Beitrag von Marc » Mo 18. Okt 2010, 14:18

Hallo Klaus,
danke für den Tipp! Ich werde Hans Scheibner am 1. November mit seinem Programm "Bevor ich abkratz" in Hameln sehen, darauf freue ich mich. Live hab ich ihn noch nie erlebt.
Viele Grüße,
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Petra
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#3

Beitrag von Petra » Mo 18. Okt 2010, 15:02

Hallo Klaus,
hast Du auch das 4er-Set von 2005? Das ist eine geballte Ladung. :daumen: Die CD Wer nimmt Oma? gibt es gerade gebraucht bei amazon für 49 € - kann das sein? :gruebel: Ich habe sie vor Jahren beim Media-Markt auf einem Wühltisch gefunden und 2 DM dafür bezahlt.
Hans Scheibner ist großartig, er müsste eigentlich viel bekannter sein. Im NDR war er wohl durchaus viel zu sehen und hatte da u. a. die Reihe Scheibnerweise. Bundesweit ist er nicht so bekannt.
Hans Scheibner hat auf der Hommage-CD zu Reinhard Meys 60. Geburtstag das Lied Einen Antrag auf Erteilung interpretiert. Nach seinen eigenen Worten ist das ein Lied, das er gerne selbst geschrieben hätte, und es passt sehr gut zu ihm. Für mich hat seine Interpretation übrigens eine Erhellung gebracht. Bei Reinhard Mey habe ich jahrzehntelang verstanden: "Wir zwei roll'n jetzt zum Betriebsrat, dann wird alles wieder gut." Wie oft habe ich mich gefragt, was da der Betriebsrat wohl tun könnte. Und nun - bei Hans Scheibner - hört man ganz deutlich, dass es BetriebsARZT heißt und ich hatte mein Aha-Erlebnis. *g* :rotwerd:
@Marc: Ich habe ihn schon mal live erlebt, im Mainzer Unterhaus. Das ist wohl zu weit im Süden der Republik, das Publikum war ziemlich überschaubar, aber mir hat es gut gefallen. Mein Begleiter war ein sehr großer Mann, den man ja gerne neben sich sitzen hat - auf jeden Fall viiiiiel besser als vor sich. ;-) Eben dieser Herr war auch der Einzige, der nach dem Konzert auf Hans Scheibner gewartet hat, um sich auf einer uralten LP ein Autogramm geben zu lassen. Er versetzt ja gerne irgendwelche Künstler in Erstaunen (oder auch mal Schrecken), wenn er längst vergessen geglaubte Platten zum Signieren vorlegt. In seiner Aufzählung hat Sky speziell dieses Autogramm gar nicht erwähnt... Dir auf jeden Fall viel Spaß am 1. November (das Konzert fehlt aber in Deiner Signatur, das sollte wohl ursprünglich geheim bleiben?).
Viele Grüße von Petra
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#4

Beitrag von Skywise » Mo 18. Okt 2010, 15:11


Petra schrieb:
hast Du auch das 4er-Set von 2005? Das ist eine geballte Ladung. :daumen:
Stimmt schon, andererseits finde ich es ziemlich bedauerlich, daß Georg Moslener auf dieser Zusammenstellung seine Synthies so sehr quält. Die Lieder hatten mit akustischen Instrumenten irgendwie mehr Charme. Und Hans Scheibner hat in den meisten Fällen auch ein bißchen mehr Pfeffer und ein wenig mehr Treffsicherheit bei den Tönen an den Tag gelegt. Dennoch - zum Kennenlernen ist das Set sicher nicht verkehrt.
Die CD Wer nimmt Oma? gibt es gerade gebraucht bei amazon für 49 € - kann das sein? :gruebel: Ich habe sie vor Jahren beim Media-Markt auf einem Wühltisch gefunden und 2 DM dafür bezahlt.
Die gibt's derzeit auch bei www.jokers.de für 9,95 Ohjo. Also - nicht ärmer machen als dringend notwendig.
Hans Scheibner ist großartig, er müsste eigentlich viel bekannter sein. Im NDR war er wohl durchaus viel zu sehen und hatte da u. a. die Reihe Scheibnerweise. Bundesweit ist er nicht so bekannt.
Er war's mal, aber seit er Mitte der 80er in der NDR-Talkshow seine eigene Karriere in die Luft gejagt hat, hat er die Füße in der breiten Öffentlichkeit nicht mehr so richtig auf den Boden bekommen.
Mein Begleiter war ein sehr großer Mann, den man ja gerne neben sich sitzen hat - auf jeden Fall viiiiiel besser als vor sich. ;-)
*bäh!*
Eben dieser Herr war auch der Einzige, der nach dem Konzert auf Hans Scheibner gewartet hat, um sich auf einer uralten LP ein Autogramm geben zu lassen. Er versetzt ja gerne irgendwelche Künstler in Erstaunen (oder auch mal Schrecken), wenn er längst vergessen geglaubte Platten zum Signieren vorlegt. In seiner Aufzählung hat Sky speziell dieses Autogramm gar nicht erwähnt...
Stimmt eigentlich ... das ist mir durch die Lappen gegangen.
Gruß
Skywise
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#5

Beitrag von Petra » Mo 18. Okt 2010, 15:26


Die gibt's derzeit auch bei www.jokers.de für 9,95 Ohjo. Also - nicht ärmer machen als dringend notwendig.

hm.... :kopfkratz: Das scheint nicht ganz dieselbe zu sein, ist das das Hörbuch? Meine sieht so aus:
http://www.amazon.de/dp/B000055WZA?tag= ... &camp=2514
Viele Grüße von Petra
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#6

Beitrag von Reino » Mo 18. Okt 2010, 17:48


Skywise schrieb:
Er war's mal, aber seit er Mitte der 80er in der NDR-Talkshow seine eigene Karriere in die Luft gejagt hat, hat er die Füße in der breiten Öffentlichkeit nicht mehr so richtig auf den Boden bekommen.
Erzähl mal! Was hat er denn da gemacht?
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#7

Beitrag von Rex2005 » Mo 18. Okt 2010, 18:24

Hallo
Im NDR war er wohl durchaus viel zu sehen und hatte da u. a. die Reihe Scheibnerweise.

war das jeden Freitag im Vorabendprogramm? :gruebel: soweit ich mich erinnere kam er immer am Schluss und hat sich mit seinem Hund unterhalten oder so - daher kenne ich den Scheibner. Mit seinem Gequose konnte ich jedenfallns nie wirklich was anfangen.
LG
Rex2005
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#8

Beitrag von Skywise » Mo 18. Okt 2010, 19:22


Reino schrieb:

Skywise schrieb:
Er war's mal, aber seit er Mitte der 80er in der NDR-Talkshow seine eigene Karriere in die Luft gejagt hat, hat er die Füße in der breiten Öffentlichkeit nicht mehr so richtig auf den Boden bekommen.
Erzähl mal! Was hat er denn da gemacht?
Er eigentlich nichts, was er sonst nicht auch getan hätte. Er hat sein "Lysistrata" gesungen. Ein kleineres Problem war, daß sein Publikum bei dieser Gelegenheit aus höherrangigen Soldaten bestand. Denen hat es nicht geschmeckt, als "Mörder" bezeichnet zu werden. Sein größeres Problem war, daß sein Publikum aber auch aus Herrn Wörner bestand und der auf Nachfrage - sinngemäß "Herr Scheibner, wollen Sie damit sagen, daß Soldaten Mörder sind?" - eine zentimeterdicke Antwort von Scheibner präsentiert bekam - sinngemäß "Nö, eher so was wie Sie mit ihren Sandkastenspielen und atomaren Plänen". Klar - das war meiner Meinung nach sicher nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt, aber nicht besonders förderlich für Scheibners Karriere.
Hm. Habe ich etwas übersehen? :gruebel:
Gruß
Skywise
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#9

Beitrag von Petra » Mo 18. Okt 2010, 20:55


Ein kleineres Problem war, daß sein Publikum bei dieser Gelegenheit aus höherrangigen Soldaten bestand. Denen hat es nicht geschmeckt, als "Mörder" bezeichnet zu werden.

Irgendwo da muss es Reinhard Mey eingefallen sein, Soldaten nicht als potentielle Mörder, sondern als potentielle Tote zu bezeichnen... Das ist ja nur eine Frage des Blickwinkels.
LG Petra
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#10

Beitrag von Klajokas » Do 21. Okt 2010, 15:27


Irgendwo da muss es Reinhard Mey eingefallen sein, Soldaten nicht als potentielle Mörder, sondern als potentielle Tote zu bezeichnen... Das ist ja nur eine Frage des Blickwinkels.


...und deshalb gefallen mir die von Hannes Wader gestezten Verse oftmals besser.... Nicht gewaschen und mundgerecht verpackt.
Der Unterschied zwischen einem "Toten" und einem "Mörder" ist meistens ein gravierender.
Wie Hannes W. schon sang : .... ich will den Namen nicht nennen, da R. ja noch lebt und alle ihn kennen...
Klaus
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#11

Beitrag von Clemens » Do 21. Okt 2010, 19:35

Hallo Klaus,
...und deshalb gefallen mir die von Hannes Wader gestezten Verse oftmals besser....

Das sei Dir unbenommen, es wäre schrecklich wenn alle gleich empfänden!
Mir gefallen die Verse von Hannes Wader ausnehmend gut, auf ganz andere Weise als die von Reinhard Mey, aber nicht besser oder schlechter. Ich empfinde sie gleichermaßen als authentisch und deswegen berühren Sie mich.
Nicht gewaschen und mundgerecht verpackt.

Diese Argumente sind nicht besser, weil sie oft gebraucht werden. Bei Dir bin ich mir sicher, dass Du nicht mangels Kenntnis so argumentierst, deshalb möchte ich meine Befindlichkeit dazu stellen (nicht dagegen setzen!).
Wer Bösem leise entgegentritt muss nicht zwangsläufig weniger Einsatzwillen aufbringen.
Und ist es wirklich unabdingbar Scheiße mit Fäkalsprache zu begegnen?
Es braucht wohl die Lauten und die direkte Ansprache um viele Menschen heute zu erreichen, aber es gibt auch die Leisen und den Schrei der Stummen.
Und alle sind meines Erachtens Not-wendig.
Als Schlussgedanke noch:
Dinge beim Namen nennen, das geht auf sehr unterschiedliche Weise. Meine Hochachtung gehört auch und gerade den Menschen, die dabei auf Verletzlichkeit des Gegenüber achten. Eigentlich wollen sie doch just in diesem Moment darauf aufmerksam machen, dass eine Verletzung passiert ist.
Herzlich Clemens
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
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Bastian
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#12

Beitrag von Bastian » Do 21. Okt 2010, 19:47


Hannes sang nicht R., sondern, ich will den Namen des Freundes (!) nicht nennen, weil Reinhard ja noch lebt und alle ihn kennen, und das war ganz sicher nicht abwertend gemeint (was "Fans" vielleicht manchmal gerne hätten ;-).
Gruß, Bastian
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Klajokas
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#13

Beitrag von Klajokas » Fr 22. Okt 2010, 12:36

Danke Bastian,
aber auch ohne den korrekten Wortlaut hast zumindest Du ja das Lied erkannt. ;-).

Clemens, ich kann Deinen Gedanken in vielem folgen.
Aber nicht zuletzt habe ich ja geschrieben, .... oftmals...
Wer am lautesten schreit hat nicht recht. Ich muss auch nicht Schei..e schreiben um zu wissen das sie stinkt.
Nur mag ich lieber den direkten Weg, rot ist rot und schwarz ist schwarz. Nicht rosa oder dunkelweiss.
Jetzt bitte nicht auf diesem Vergleich herumreiten. Klar gibt es viele Rot, für den einen mehr für den anderen weniger.
Nur es bleibt rot. Ein Mörder bleibt ein Mörder, die Biologie lehrt, natürlich ist er irgendwann auch mal ein Toter. Aber er tötet aus für mich äusserst schwer ( wenn überhaupt )zu akzeptierenden Gründen.
Aber zurück zum Thema, Hans Scheibner ist nicht dumm, er hat gewußt was er sagt und welche Konsequenzen es hat. Aber trotzdem hat er es den Herren im Nadelstreifen und in Lametta behängtem Grau vor den Kopf gesagt. Er hat gewußt das ihm das einen gehörigen Knick in der Karriere und im Geldbeutel verpassen wird.
Das gleiche gillt für Hannes Wader, seine schroffe, aber direkte Art, hat ihn bei vielen, die Geschicke des Staates Lenkenden, mit Sicherheit nicht hoffähiger gemacht. Aber er hat sich nie verkauft.
Reinhard Mey's Art sich auszudrücken ist natürlich viel feiner und ausgereifter. Er spielt viel poethischer mit den Worten. Ich mag diese Art aber eben nicht immer und bei allen Themen. Aber wie gut dass es sich über Geschmack nicht streiten läßt. Mancher mags eben süß, mancher bitter. Hat das was mit schlecht oder gut zu tun ? Mit Nichten !
Scheiße mit Fäkalsprache zu begegnen hat nur bei bestimmten Lebensformen einen Sinn ( paßt auch gut wegen der Farbe ), da gebe ich dir Recht. Aber ich finde den Vergleich in Bezug auf den Vergleich der Ausdrucksarten Wader / Mey nicht soooo ganz passend.
Vielleicht liegt es an meinem täglichen Umgang mit allen möglichen Menschen / Gruppen und Nationalitäten, der fast immer irgendwo einen nicht so angenehmen Grund für diese hat, das mich die blumenreiche Art nicht so anspricht wie die glatte direkte Aussage.
Prosa gehört nicht zu den Schriftsätzen die ich normaler Weise täglich verfasse :ablehn:
Klaus
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#14

Beitrag von Petra » Fr 22. Okt 2010, 13:33

Hallo Klaus,

Ein Mörder bleibt ein Mörder, die Biologie lehrt, natürlich ist er irgendwann auch mal ein Toter.

muss ich wirklich erklären, worauf es mir ankam? Das kommt mir jetzt schon etwas seltsam vor. Es geht doch nicht darum, dass jeder irgendwann mal stirbt....
Wenn in einem Krieg Soldaten Soldaten bekämpfen und dabei auch töten, fühlen sie sich nicht als Mörder. Der eine (der Überlebende) fühlt sich nicht als Mörder, aber der andere (ebenfalls Soldat) ist tot. Und man kann keinem Soldaten garantieren, welches Ende er erwischen wird. Und das ist für mich geradezu genial (sorry) ausgedrückt in der Zeile:
Wenn Soldaten endlich begreifen, dass sie potentielle Tote sind.
Die unendliche Anzahl von unschuldigen Zivilisten, die in Kriegen zu Tode kommen, ist noch einmal ein ganz anderes Thema und mit ein Grund dafür, dass es absolut kompromisslose Pazifisten gibt. Ich erwähne jetzt mal lieber nicht, wer auch einer von ihnen ist. :flöt:
Viele Grüße von Petra

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#15

Beitrag von Bastian » Fr 22. Okt 2010, 13:50


Zum besseren Verständnis: Es ging ja nicht um entweder/oder, Mörder oder Toter oder um eine vorsichtige geschönte Ausdrucksweise in Bezug auf den Job des Soldaten. RM fragt in dem Lied "Frieden" (1993)
Zitat:
"Wann ist Frieden ...
Wenn die Kriegsherrn im Nadelstreifen
Die wahren Schuldigen geächtet sind
Wenn Soldaten endlich begreifen
Dass sie potentielle Tote sind
Wenn von Politikerversprechen
Sich nur dieses erfüllt von alln
Wird eine bessere Zeit anbrechen
Denn wer noch einmal eine Waffe in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfalln."
Gruß, Bastian
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Hans Scheibner

#16

Beitrag von Klajokas » So 24. Okt 2010, 19:23

Hallo Bastian,
auch dieses Lied ist mir bekannt. Ich glaube, auch für mich deuten zu können was RM damit aussagt.
Hallo Petra,
In deiner ersten Aussage zu diesem "mörderichen Thema" und der Differenz in der Aussage Mörder / Tote hast Du für mich den Eindruck erweckt, dass der RM eben ein wenig schlauer und listiger ist als der Herr Scheibner und eben Worte bewußt verwendet oder auch nicht, um Konfontationen zu vermeiden. Es sei ihm unbelassen.

Nur für mich wäre es, wenn seine Wortwahl wirklich auf reine Harmonie mit den öffentlichen Meinungsmachern abzielt, entäuschend.
Das glaube ich aber nicht .
"Wann ist Frieden" ist ein Lied RM's das ich für mich als eines der besten einstufe. Ich singe es gerne bei passenden Gelegenheiten.

Vielleicht neigen wir als genaue Zuhörer und Leser (und irgendwie auch "Profis" die Liederhörerei :wolke7: ) dazu, Dinge zu interpretieren, die der Künstler nie bedacht oder in seiner Aussage gewollt hat.
Klaus
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Hans Scheibner

#17

Beitrag von Reino » So 2. Jan 2011, 07:01


Petra schrieb:

Ein kleineres Problem war, daß sein Publikum bei dieser Gelegenheit aus höherrangigen Soldaten bestand. Denen hat es nicht geschmeckt, als "Mörder" bezeichnet zu werden.

Irgendwo da muss es Reinhard Mey eingefallen sein, Soldaten nicht als potentielle Mörder, sondern als potentielle Tote zu bezeichnen... Das ist ja nur eine Frage des Blickwinkels.
LG Petra

Wenn man aber berücksichtigt, daß im 2. Weltkrieg 88 und im Vietnamkrieg 92 von 100 Toten Zivilisten waren, ist die Gefahr zu sterben für Soldaten statistisch nicht drastisch erhöht. Die Chance, einen anderen zu töten allerdings sehr wohl.
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#18

Beitrag von Gesch » So 2. Jan 2011, 16:44

Hallo zusammen,
und gutes neues Jahr.
Die Frage wann wo wie und warum Frieden sein könnte, hat mich Anfang der 80er Jahre auch mal intensiver bewegt, als die Friedensbewegung so manchen bewegt hat. Entstanden ist daraus mein Lied "Frieden", das sogar in das Heft "Liederwolke" der Reihe "Student in Europa" (oder so ähnlich) aufgeommen wurde, obwohl das Lied nur in meinem Buch, aber auf keinem Tonträger zu finden war, und ich auch - anders als RM - keine konkrete Antwort auf die Frage nach dem wo wann und wie gegeben hatte...
FRIEDEN
Solang Männer Frauen schlagen - wo ist da Frieden?
Solang Alte einsam klagen - wo ist da Frieden?
Solang Schwache nachts nicht schlafen,
weil noch Angst im Halse steckt,
solang man mit Paragraphen
Unrecht säuberlich verdeckt -
wo ist da Frieden?
Solang Kinder Krieger spielen - wo ist da Frieden?
Solang Krieger sorgsam zielen - wo ist da Frieden?
Solang Eltern Kinder quälen,
und man Drogenkranke hetzt,
solang Arme nicht viel zählen,
und man die Umwelt blind zerfetzt –
wo ist da Frieden?
Solang Krüppel Häme dulden - wo ist da Frieden?
Solang Herrscher Hass verschulden - wo ist da Frieden?
Solang Rüstungsfabrikanten
sich volle Taschen produziern,
solang Friedensdemonstranten
Prügel und Beruf riskiern -
wo ist da Frieden?
Solang Mächte Machtgier zeigen - wo ist da Frieden?
Solang Opfer hilflos schweigen - wo ist da Frieden?
Solang Wahnsinnswaffen knarren,
und man die Erde scharf vermint,
wir auf diese Welt bloß starren,
haben wir sie so verdient!
Was soll da Frieden?
Was soll da Frieden?
Was soll da Frieden?

Anfang der 80er Jahre erreichten in der Bundesrepublik die Demonstrationen gegen die atomare Aufrüstung in Ost und West ihren Höhepunkt – wobei sich nicht alle Demonstranten genauso entschieden gegen die Raketen im Osten wandten. Angesichts der unfriedlichen Lebensumstände in vielen Regionen und Flecken der Welt (auch in unserer unmittelbaren Umgebung) schien mir die Frage gerechtfertig, wo denn überhaupt schon Frieden zu erkennen ist.

Die Tendenz des Liedes stand ein wenig quer zur Friedensbewegtheit der damaligen Zeit - vielleicht ja auch heute noch, auch wenn inzwischen viel Wasser verschmutzt den Rhein und andere Flüsse abwärts geflossen ist...
Herzlich
Gerd
Dieser Beitrag enthält 359 Wörter


Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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