Gebt mal bitte Tip's :-)

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ATyp16
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#1

Beitrag von ATyp16 » So 18. Jul 2004, 21:06

Hallo :)
Ich muss wohl mal vorher sagen das ich noch nich so wirklich viel mit Liedermachern zu tun hatte aber bin durch meine Linke Meinung mal auf 3 Liedermacher gekommen (hannes wader , wolf biermann , degenhardt) würd aber noch gern viiiiele weitere liedermacher (insbesondere linke) kennenglernen :-)
Ich hab auch noch was von funny van dannen und joint venture (der gefällt mir aber nicht).
also kann mir noch einer ein paar gute tips geben? würde mich arg freuen :)
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Skywise
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#2

Beitrag von Skywise » So 18. Jul 2004, 21:18

Schau mal ins Liedermacher-Archiv. Ansonsten ist das alles eine Frage des persönlichen Geschmacks ;-)
Das Problem bei den meisten "wirklich linken" Liedermachern ist, daß sie mehr oder weniger der Vergangenheit angehören und auch teilweise vergriffen sind.
Historisch gesehen würde ich Dir da noch ans Herz legen:
Walter Moßmann, Frank Baier, Lerryn (Dieter Dehm), Christof Stählin, Dieter Süverkrüp, Floh de Cologne.
Gruß
Skywise
P. S.: Wobei man vielleicht noch anmerken sollte, daß es fast nur "linke" Liedermacher gibt. Aus der "rechten" Szene fällt mir spontan nur ein einziger Name ein ;-)
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#3

Beitrag von ATyp16 » So 18. Jul 2004, 21:31

Ahh....ich danke :) werd mr das archiv mal anschaun
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#4

Beitrag von Piet » So 18. Jul 2004, 22:13

Den historischen Bereich würde ich noch um folgende Liedermacher, bzw. Gruppen ergänzen wollen:
Die Schmetterlinge, Bots, Die drei Tornados, Ton Steine Scherben, Oktober.
Das geht aber oft in die Rockmusik rein, so wie bei Floh de Cologne.
Aber trotzdem mal reinhören, wenn man überhaupt noch die Möglichkeit dazu hat.
Und das ist natürlich wirklich schon Geschichte, oder Skywise?
Grüsse
Piet

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Skywise
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#5

Beitrag von Skywise » So 18. Jul 2004, 22:34

Die Schmetterlinge, Bots, Die drei Tornados, Ton Steine Scherben, Oktober.
"Ton Steine Scherben", "Schmetterlinge" und "Tornados" - auch sehr gute Tips, wenn auch vielleicht musikalisch etwas gewöhnungsbedürftig für jemanden, der Wader und Biermann gewohnt ist - aber sie würden auch sehr gut passen :-)
Die Bots wären im Archiv ideal aufgehoben ... leider kenne ich von denen nur die deutschen Alben ("Entrüstung", "Schön krank", "Laß die Sterne stehen" und das unvermeidliche "Aufstehn"), zu denen ja Biermann, Venske, Lindenberg, Lerryn, Hüsch, Hildebrandt, Wallraff und was-weiß-ich-noch-wer die Texte beigesteuert haben ... wie sind denn die niederländischen Texte - hast Du da Erfahrungswerte, Piet?
Und das ist natürlich wirklich schon Geschichte, oder Skywise?
Ich hab' überlegt, aber mir fällt keiner ein, der sich heute ruhigen Gewissens als "linker Liedermacher" bezeichnen läßt. Das muß wohl wirklich Geschichte sein.
Gruß
Skywise
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#6

Beitrag von ATyp16 » So 18. Jul 2004, 23:36

bots und tss und die 3 tornados kenn ich ^^ aber als liedermacher hät ich die nich eingestuft*g* eher als punk ^^
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#7

Beitrag von Paule23 » Mo 19. Jul 2004, 08:22

Auch wenn ich mir als Neuer hier gleich die Schnauze verbrenne, aber Wader und Biermann in einem Atemzug? Nein danke - Wolf Biermann und linker Liedermacher, wer in Wildbad Kreuth seine "Lieder" der CSU im Kaminzimmer vorwinselt - links? Wenn er links ist, was bin ich dann, als Gundermann-Freund, als ein Freund von Kurt Demmler, von Rio Reiser... Nimm diese auch als Tipps und vergleiche, Texte, Aussagen
Entschuldigt bitte diese harte Meinung, aber...
Andreas
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#8

Beitrag von Piet » Mo 19. Jul 2004, 14:45

Hallo paule23, ATyp16 und Skywise,
Das Problem, was denn ein Liedermacher ist, hatten wir in der Vergangenheit ja schon. Da gibt es etliche Forenbeiträge und einen Lexikoneintrag.
Was ins Liedermacherarchiv gehört, ist eine andere Frage.
Von Dir Atyp16 werden die Bots und die Tornados eher der Punkmusik zugeordnet.
Nehmen wir mal die Bots.
Ich habe sie eher als Rockmusiker in Erinnerung, die aber Protestlieder geschrieben und komponiert haben. Damit könnte man sie schon in die Nähe der Liedermacher und noch viel näher den politischen Liedermachern zuordnen. Das niederländische Popinstituut ordnet sie übrigens in das Genre Niederländischsprachige Rockmusik und Folk ein. Sie traten in Deutschland z.B. auf Großveranstaltungen wie „Künstler für den Frieden“ in Berlin und „Rock gegen Rechts“ in Frankfurt auf. Und waren in den achtziger Jahren bestimmt auf jeder Demo zu hören.
@Skywise: Ich habe zwei von den vier niederländischen LP’s, und könnte die für das Liedermacherarchiv beisteuern. Die Texte und Lieder der niederländischen LP’s sind gut und politisch. Es gibt eine Biografie vom Sänger und Textschreiber von Bots Hans Sanders im InternetBiografie Bots von Hans Sanders (Niederländisch) und die Biografie und Diskografie bei www.popinstituut.nl (auch in Niederländisch). Hans Sanders beschreibt in seiner Biografie übrigens, das die erste LP „Van kwaad tot erger“ die erste LP einer Band in den Niederlanden war, die vollständig in niederländischer Sprache erschien. Und sie war nicht als „politische LP“ gedacht. Die Gruppe wurde dann aber schnell in diese Ecke „einsortiert“. Ich könnte für das Archiv eine Biografie mit dem niederländischen Teil (in Deutsch) schreiben. Steuerst du den deutschen Teil und die deutschen LP’s dazu?
Bots gibt es übrigens heute noch. Sie sind zumindest noch nicht offiziell aufgelöst. 1988 und 1990 sind ihre letzten und einzigen CD’s herausgegeben worden.
Die Drei Tornados sind übrigens bei Indigo als vier CD Box mit ihrem Programm 1977-1989 erschienen.
Link: Die Drei Tornados bei Indigo Bei Indigo werden sie dem Genre Politische Satire/Comedy/Kabarett zugeordnet. Sicher richtig und die Jungs singen auch. Hinter dem angegebenen Link verbirgt sich eine kurze Vorstellung dieser Truppe, die Liedtitel und jede Menge Hörproben.
Tja, und zu der Thematik, ob man Biermann und Wader in einem Atemzug nennen darf, verweise ich auf einen Link Tacheles - Das Streitgespräch am Freitagabend. Ich finde es gut, die Leute selbst zu Wort kommen zu lassen, wenn möglich, über die man spricht. Bei Biermann schätze ich, dass er nicht so einfach in eine Schublade einzuordnen ist, das macht es für viele Leute schwierig, mit ihm umzugehen. Man kann darüber streiten, ob es sinnvoll ist nach Kreuth zu gehen. Diese Tatsache sagt aber überhaupt nichts über seine Gesinnung aus.
Grüsse
Piet
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#9

Beitrag von Paule23 » Mi 4. Aug 2004, 10:25

Hallo Piet und alle,
sorry,d as ich erst jetzt wieder reinschaue. Es hat nichts damit zu tun, das ich dieser Auseinandersetzung ausweiche. Ich lasse auch jedem seine Meinung, also lass ich mir auch meine ;-)
Das Interview in der Zeit ist ein Beispiel für seine Aussagen, seine Aussagen zu dem von mir angeführten Beispiel (CSU - Kreuth) ist mehr als Geeiere, er schleimt, biedert sich an. Und sein Treten nach Stefan Heym, sorry ich lese Heym, habe einen Riesenrespekt vor ihm, Heym ist seiner kritischen Überzeugung treu geblieben, ein Biermann redet wie er es gerade braucht. Leute, die ihm nicht genehm sind, werden als Pack bezeichnet, siehe die Mansfelder, Leute die ihn verstehen, sind das Volk, armes Volk... Dann bin ich lieber Pack, weil ich eben nicht alles mit mir machen lasse, gerade auch nicht von einem WB, sondern lieber selbst nachdenke...
Piet, nimm das bitte nicht persönlich, ich mag keinen Streit, sondern Diskussion, aber die auch sehr hart.
Trotzdem einen lieben Gruß
Paule23
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#10

Beitrag von Piet » Mi 4. Aug 2004, 15:46

Hallo Paule23,
schön, dass du eine Meinung zu Wolf Biermann hast. Jedem seine Meinung, also auch Dir Deine ;-) .
Scheinbar ist Deine Meinung auch ein Urteil, das Du gefällt hast. An und für sich keine schlechte Sache. Gegen dieses Urteil ist aber offensichtlich keine Revision zulässig :-o .
Das hat Wolf Biermann „verbockt“?! Ich mach es mir einfach und sage: "Die Suppe soll er selbst auslöffeln".
Ich habe aber noch einige Infos zu Wolf Biermann im Netz gefunden, die ich hier zum Besten geben möchte.
Einmal ein Liedtext, von dem nicht bekannt ist, ob er ihn in Kreuth gesungen hat:
Die hab ich satt!
Wolf Biermann
1975
Die kalten Frauen, die mich streicheln
die falschen Freunde, die mir schmeicheln
Die scharf sind auf die scharfen Sachen
Und selber in die Hosen machen
In dieser durchgerissnen Stadt
- die hab ich satt!
Und sagt mir mal: Wozu ist gut
Die ganze Bürokratenbrut?
Sie wälzt mit Eifer und Geschick
Dem Volke über das Genick
Der Weltgeschichte großes Rad
- die hab ich satt!
Was haben wir denn an denen verlorn:
An diesen deutschen Professorn
Die wirklich manches besser wüssten
Wenn sie nicht täglich fressen müssten
Beamte! Feige! Fett und platt!
- die hab ich satt!
Die Lehrer, die Rekrutenschinder
Sie brechen schon das Kreuz der Kinder
Sie pressen unter allen Fahnen
Die idealen Untertanen:
Gehorsam - fleißig - geistig matt
- die hab ich satt!
Der Dichter mit der feuchten Hand
Dichten zugrunde das Vaterland
Das Ungereimte reimen sie
Die Wahrheitssucher leimen sie
Dies Pack ist käuflich und aalglatt
- die hab ich satt!
Der legendäre Kleine Mann
Der immer litt und nie gewann
Der sich gewöhnt an jeden Dreck
Kriegt er nur seinen Schweinespeck
Und träumt im Bett vom Attentat
- die hab ich satt!
Und überhaupt ist ja zum Schrein
Der ganze deutsche Skatverein
Dies dreigeteilte deutsche Land
Und was ich da an Glück auch fand
Das steht auf einem andern Blatt
- ich hab es satt!

Und dann noch drei Links:
Texte von Wolf Biermann im Internet
Eine Homepage zu Wolf Biermannn
UB Berlin/Links zu Wolf Biermann
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meinem Beitrag rumeiere :-D
einen lieben Gruß zurück
Piet
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#11

Beitrag von Paule23 » Fr 6. Aug 2004, 13:15

Hallo Piet,
es ist von Dir kein Rumgeeiere. Mir ging es ja in der Ausgangsdiskussion nicht darum ob WB ein Liedermacher ist, sondern in welches politische Lager er gehört, mich störte, das Du ihn in einem Atemzug mit Wader und anderen erwähntest. Ich würde ja Hannes Wader fragen wollen, wie er dazu steht, ich galube, das er das eher negativ sieht. Ich habe zu WB meine Meinung, Du Deine, das ekzeptiere ich. Meine Meinung, oder wie Du sagst Urteil (was ja eine Art Meinung ist), ist revidierbar, aber nur auf Grundlage guter Argumente und dieses Lied, das in der DDR entstand, ist für mich keines, es bestärkt mich eher in meiner Meinung, einschlagen auf Probleme ohne Lösungsansätze anzubieten wie andere Liedermacher gerade auch aus der DDR - siehe Gundermann, der auch nicht der Bequeme, Pflegeleichte war, aber eben seine Texte anders aufbaute, rpigressiv kritisierte, und nicht nur sagte: "...hab ich satt".
Viele Grüße
Paule23

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#12

Beitrag von Skywise » Fr 6. Aug 2004, 14:16

sondern in welches politische Lager er gehört, mich störte, das Du ihn in einem Atemzug mit Wader und anderen erwähntest. Ich würde ja Hannes Wader fragen wollen, wie er dazu steht, ich galube, das er das eher negativ sieht.
Das würde ich in gewisser Hinsicht unterschreiben. Mit einer kleinen Einschränkung:
Wader und Biermann in einem Atemzug - das geht eigentlich ganz gut, wenn man sich ihre älteren Aufnahmen anhört, als Wader noch überzeugter Kommunist und Biermann überzeugter Sozialist war. In früheren Tagen hätten sich die beiden wohl ganz gut verstanden, glaube ich. Im Laufe der Zeit sind allerdings beide von ihrer Überzeugung etwas abgerückt, was ich auch im Prinzip begrüße; politische Strömungen können sich verändern, eigene Ansichten können sich verändern und ich persönlich halte es für dumm, eine Sache nur aus Prinzip, aber ohne echte Überzeugung weiterzuverfolgen.
Während ich Wader auch heute noch eher zum linken Flügel zählen würde, auch wenn er heute seine politischen Lieder seltener bringt oder weniger deutlich formuliert (meine Meinung), scheint Biermann zu den etwas Orientierungslosen zu gehören, die versuchen, immer Opposition zu spielen - sprich: Fähnchen immer gegen den Wind hängen (wobei ich aber auch gleich zugeben muß, daß ich - noch? - nicht alle neuen Sachen von ihm kenne). Böse formuliert: Wenn die CDU oder eine rechte Partei was zu sagen bekommt, verstehen sich Wader und Biermann bestimmt wieder prächtig ;-)
Gruß
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#13

Beitrag von Sago_Ph » So 8. Aug 2004, 09:45

Moin, melde mich zurück von der Ostsee. War schön.
Welches Lied von den Bots hat die Zeit überlebt? "Was wollen wir trinken", das unselige Lied mit den wenigen Akkorden, das die Dreißigjährigen so gern am selten geewordenen Lagerfeuer oder am Ende von Partys grölen, wenn alle anderen Versuche versagt haben, wieder Stimmung zu machen (danach gehen dann doch alle nach Hause)... das also ist das Erbe von "historisch" wichtigen Liedermachern?? Lieber verzichten und hören, was besser ist!
Die Mischpoke um Lerryn (der heute lieber unter Dr. Dieter Dehm firmiert) hat - unter tatkräftiger Mithilfe von renommierten Künstlern wie Hüsch und Kunze den größten Rohrkrepierer der deutschen Liedgeschichte verzapft: die SPD-Parteihymne "Das weiche Wasser bricht den Stein". Der Text scheint den Genossen selber so peinlich zu sein, dass
Wenn einer von Lerryn oder den Bots einen Text bzw ein Lied kennt, das mehr bietet als ein bisschen Pixibuchagitation - ich bin gerne bereit mich umstimmen zu lassen. Meiner Meinung nach haben die Bots und Lerryn nie viel zur Szene beigetragen.
Gruß, Sago_Ph

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#14

Beitrag von Skywise » So 8. Aug 2004, 12:21


Sago_Ph schrieb:
Welches Lied von den Bots hat die Zeit überlebt? "Was wollen wir trinken", das unselige Lied mit den wenigen Akkorden, das die Dreißigjährigen so gern am selten geewordenen Lagerfeuer oder am Ende von Partys grölen, wenn alle anderen Versuche versagt haben, wieder Stimmung zu machen (danach gehen dann doch alle nach Hause)... das also ist das Erbe von "historisch" wichtigen Liedermachern?? Lieber verzichten und hören, was besser ist!
Tja, das ist das altbekannte Phänomen - es gibt einfach Titel, die man mit bestimmten Interpreten einfach in Verbindung bringt, egal, ob es sich dabei um etwas Wertvolles handelt oder nicht.
Sprich die Leute auf Bots an und Du bekommst "Sieben Tage lang".
Sprich die Leute auf Hannes Wader an und Du bekommst "Heute hier, morgen dort"
Sprich die Leute auf Reinhard Mey an und Du bekommst "Über den Wolken".
Reden wir Klartext - jedes der genannten Stücke ist für sich genommen, wenn man sich ein bißchen im Repertoire der einzelnen Liedermacher auskennt, an Belanglosigkeit und Unwichtigkeit eigentlich schon gar nicht mehr zu überbieten.
Was "Sieben Tage lang" angeht - sicher, es wird als Sauflied gesehen. Problem ist nur, daß es im Zusammenhang mit dem restlichen Material auf dem Album "Aufstehn" einen etwas anderen Kontext bekommt. Klar, da singt jemand vom Trinken. Aber da singt auch jemand vom Arbeiten und vom Streiten, vom Arschanheben und Aktivwerden. Geht nur leider ein bißchen unter, wenn am Schluß alle fleißig "Lalala" gröhlen :-D
Die Mischpoke um Lerryn (der heute lieber unter Dr. Dieter Dehm firmiert) hat - unter tatkräftiger Mithilfe von renommierten Künstlern wie Hüsch und Kunze den größten Rohrkrepierer der deutschen Liedgeschichte verzapft: die SPD-Parteihymne "Das weiche Wasser bricht den Stein". Der Text scheint den Genossen selber so peinlich zu sein
Hm ... Kunze weiß ich im Augenblick nicht genau, aber ich denke, der war nicht mit dabei.
Jedenfalls - Dieter Dehms Ansichten sind links. Extrem links. Ultralinks. Manchmal glaube ich, er würde mit Leichtigkeit selbst die kommunistischste Partei links überholen. Deshalb flog er aus der SPD, deshalb sitzt er jetzt in der PDS und deshalb geht den Genossen dort genauso auf den Senkel, weil ihm das Programm dieser Partei immer noch nicht weit genug geht (bitte nicht zitieren, das ist mein persönlicher Eindruck, und auch der beruht hauptsächlich auf Informationen, die ich nicht alle aus erster Hand habe). Und wenn ich mir einige seiner Texte anhöre, dann denke ich, daß er oft übers Ziel hinausgeschossen ist. Und - ganz ehrlich - "Das weiche Wasser bricht den Stein" IST peinlich.
Wenn einer von Lerryn oder den Bots einen Text bzw ein Lied kennt, das mehr bietet als ein bisschen Pixibuchagitation - ich bin gerne bereit mich umstimmen zu lassen. Meiner Meinung nach haben die Bots und Lerryn nie viel zur Szene beigetragen.
Hm ... njein.
Lerryn war (ist vielleicht noch immer?) sehr engagiert und hat mit Sicherheit dem einen oder anderen den Weg geebnet. Sprich - er war mehr im Hintergrund aktiv. Klaus Lage verdankt ihm in dieser Hinsicht einiges :-D und "Monopoli" halte ich persönlich auch für einen richtig guten Text ...
Mit Bots ist das so eine Sache. Und zwar die Sache, daß sie gnadenlos zum verkehrtesten Zeitpunkt aufgetaucht sind, den man sich überhaupt vorstellen kann - in Deutschland zu Beginn der 80er Jahre. Die Alben sind eigentlich durch die Bank nicht verkehrt und durchaus engagiert (das Album "Aufstehn" befindet sich auch schon im Archiv, diverse Texte sind auch dort zu finden; "Sieben Tage lang" auch, aber das nur deshalb, weil ich es nicht extra abtippen mußte - das findet man im Internet an jeder Ecke ;-) ), aber der Zeitgeist hat sich in eine andere (meine Meinung: verkehrte) Richtung entwickelt: die Neue Deutsche Welle schwappte kurz nach dem Debüt über das Land und begrub die Liedermacher unter sich. Mehr noch - eine Scheuklappenmentalität machte sich während den 80ern langsam breit - politisch gesehen ... für Liedermacher und solche, die Aufstehn! brüllten, war es definitiv die falsche Zeit. Daher konnten die Bots auch nie wirklich viel zur Szene beitragen, weil es eigentlich zu dem Zeitpunkt gar keine gab. Bots halte ich aber aus zwei Gründen für erwähnenswert: erstens gehörten sie zu den wenigen, die auch erfolgreich engagierte Texte vorlegten (daß das 'erfolgreich' vor allem auf "Sieben Tage lang" basiert, sei an dieser Stelle natürlich offen zugegeben) und zweitens bilden sie gewissermaßen eines der Bindeglieder zwischen Liedermachertum und Deutschrock.
Gruß
Skywise
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#15

Beitrag von Piet » Mo 9. Aug 2004, 00:34

@Sago_Ph
Jau, da bist du wieder zurück von der Ostsee. Amüsiert stelle ich fest: du musizierst mit Pauken und Trompeten:-D .
Welches Lied überlebt die Zeit? Gute Frage!!! Falsche Antwort (ist wie bei allen Fragen möglich)!!!! Es überleben in der Regel Lieder, die beim Publikum ankommen. Hat nicht immer was mit Qualität (was auch immer Qualität in diesem Kontext ist) zu tun.
Ich bin nur Konsument von Musik, von Liedern. Also kann ich auch nur ganz laienhaft und mit rudimentärer fachlicher Unkenntnis reagieren.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin kein Quartalssäufer und ich feiere auch nicht pausenlos, wie die meisten Deutschen. Trotzdem gefällt mir dieses Trinklied „Was wollen wir trinken“:prost:. Jetzt könnte es sein, dass ich etwas einfach gestrickt bin und dass ich meinen Zustand nur noch nicht bemerkt habe;-) .
Mich hat seinerzeit aber mit diesem Lied (Was wollen wir trinken) eine ganz andere Botschaft erreicht, als zu trinken. Und die Botschaft war mir sehr wichtig. Aber die erreicht dich natürlich auch nur, wenn du willst, dass sie dich erreicht. Also laß ruhig auch mal das Andere als das Offensichtliche an dich heran.
Die Bots verkauften in Deutschland 400000 Exemplare ihrer LP’s. Wenn so viele Leute die Bots zu einer Zeit kauften, als deutschsprachige Popmusik noch nicht „in“ war, dann hat dass im Falle der Bots etwas damit zu tun, dass Bots eben nicht nur ein paar Akkorde geboten haben. Und das sie auch noch Texte (Hans Sanders) geschrieben haben, die über den Inhalt eines simplen Trinkliedes hinausgehen.
Wenn ich deiner Argumentation folge und die Texte sind nur „Pixibuchagitation“, dann muss ich die ganzen deutschen Textautoren in Schutz nehmen (einschließlich Lerryn). Die Texte gab es ja unabhängig von Venske, Biermann, Lerryn und den anderen schon in der niederländischen Version.
Bots hatte nicht das Ziel, zu agitieren. Was sie wollten, geht aus der Biografie im Liedermacherarchiv ganz gut hervor. Ziel war demnach auch nicht „historisch“ wichtige Liedermacher zu sein, sondern gute Popmusik zuerst in Niederländisch, und dann, nach einem Angebot von deutscher Seite, auch in Deutsch zu machen.
Und zur Eingangsfrage deines Beitrages „Welches Lied von den Bots hat die Zeit überlebt?“ kann ich nur antworten: Natürlich alle!!! Bots spielen ja heute noch vor Publikum. Also ist ihre Musik auch noch lebendig (Texte natürlich auch).
Die Frage ist natürlich, was denn passiert, wenn sie nicht mehr spielen. Das wird die Zeit uns sicher zeigen.
Grüsse
Piet
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Beitrag von Paule23 » Mo 9. Aug 2004, 13:55

Hallo Skywise und all,
wir nähern uns einem grundlegenden Problem unserer Zeit, so denke ich und das ist der Kommerz. Hannes Wader hat sich einfangen lassen, seine frühen Lieder, seine wunderschön traurig machenden Antikriegsballaden sind mir wesentlich näher als das was jetzt passiert und jetzt ein großes ABER Wader/Wecker/Mey habe ich bei einer der großen Demos gegen Sozialabbau hier in Berlin erlebt und was sangen sie- "Trotz alledem" - ein WB war weit und breit nicht zu sehen, geschweige denn zu hören, also von einander verstehen ist da nicht viel zu spüren, dann hätten sie zu viert da oben gestanden. Ehrlich gesagt, ich kann es mir auch nicht vorstellen.
Natürlich verändern sich politische Strömungen, jedoch warum, weil sich die äußeren Umstände ändern, das Denken der Menschen beeinflußt wird, von Kälte, Sozialabbau, von den Medien. Die vierte Macht im Staate "bewegt" hier viel - negativ. Warum hat ein Dietrich Kittner mit seinen Songs seit über 30 Jahren Fernsehverbot - weil er wirklich den Herrschenden, egal ob CDU oder SPD, den Finger auf die Brust setzt und ausspricht, was viele denken - aber nicht aussprechen, die geballte Faust in der Tasche nützt nichts. Von einem WB habe ich seit Jahren nichts Aktuelles zur Gitarre gehört... Wo ist er?

Liebe Grüße
Paule
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