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Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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Jona72
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#1

Beitrag von Jona72 » Di 4. Nov 2008, 16:40

Nun die neusten nachrichten, für alle, die doch noch ihre zweifel hatten: und wer der Bild nicht glaubt, Spiegel berichtet auch!
Zum Artikel

Dass es schon seit 1980 so lief, geht nun unter... naja, aber es ist besser als nichts.
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Skywise
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#2

Beitrag von Skywise » Di 4. Nov 2008, 18:58


Jona72 schrieb:
Nun die neusten nachrichten, für alle, die doch noch ihre zweifel hatten: und wer der Bild nicht glaubt, Spiegel berichtet auch!
Aber beide Blätter ersetzen keinen richterlichen Schuldspruch.
Zweifel an der Schuld sind also weiterhin gestattet und erwünscht. Allein schon aus Liebe zum Rechtsstaat.
Gruß
Skywise
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#3

Beitrag von Fotocowboy » Di 9. Dez 2008, 01:52

Bin doch ein wenig erschüttert und verwirrt, auch wenn noch kein Urteil gesprochen ist.
Neben Gerhard Schöne hat mich kein anderer Liedermacher so tief emotional berührt und auch oft in meinen eigenen Gefühlen bestätigt und entwickelt.
Was aber nun, wenn eine Figur, ein Künstler, der mit seinen Liedern einen Kompaß für das Leben gab, nun selbst unglaubwürdig wird? Schlimmer als von einem Politiker verraten und verkauft zu werden ist es doch, wenn Ideale von Verfechtern dieser Ideale verraten werden., Ich hoffe immer noch, dass das hier nicht zutrifft.
Große Liebe zu Menschen, vorbehaltlos und aus dem tiefen eigenen Selbst entsprungen, auch große Liebe zu Frauen speziell und Mädchen kann doch auch immer nur höchste Achtung und Respekt vor Ihnen bedeuten, denn sonst wäre es nur Eigenliebe.
Als Vater sehe ich es als große Verwantwortung an, meinen Kindern die Stärke und das Selbstbewusstsein beizubringen, die ein "Nein!" erfordert.
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#4

Beitrag von Skywise » Di 9. Dez 2008, 12:00


Fotocowboy schrieb:
Was aber nun, wenn eine Figur, ein Künstler, der mit seinen Liedern einen Kompaß für das Leben gab, nun selbst unglaubwürdig wird?
Wer sagt denn, daß ein Werk immer auch auf den dazugehörigen Künstler anwendbar sein muß?
Gruß
Skywise
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#5

Beitrag von Fotocowboy » Di 9. Dez 2008, 19:38

Natürlich gibt es da kein MUSS - aber die Glaubwürdigkeit und die Tiefe in das künstlerisch gestaltete und empfundene Gefühl ist dahin. Ich bezweifle, dass sich irgend jemand von dem Beigeschmack trennen kann. Es sei denn er ist ahnungslos.
Wenn es hier um ganz andere Bereiche gehen würde, dann vielleicht noch, aber nicht wenn es um dasselbe Thema geht: Liebe.
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Nicole
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#6

Beitrag von Nicole » Mi 10. Dez 2008, 01:13

Nun ne ehrliche frage!
Ich finde die texte sehr schön, sie haben aussagekraft und sind tiefgängig, darf ich die nun nicht mehr schön finden? Es geht mir um die zeilen und nicht um den mensch!!???
Goethe (ich möchte nichts beschönigen, sondern versuche klar zu machen was ich meine) war auch ein "draufgänger" und hat trotzdem tolle dinge geschrieben!
Zitat einer anderen Person:
"Die Frage wurde ja auch schon bezüglich Reinhard Mey gestellt. Wenn die Fans glauben, dass die Künstler sich in ihren Lieder 1:1 darstellen ist das die wertigkeit jedes einzelnen zuhöhrers! Je authentischer jemand wirkt, desto strenger sind die Fans/hörer!" Zitat ende
Mann sollte "werke" und "Künstler/Mensch" trennen.
Ich finde das ja nicht gut, wenn er das denn getan haben sollte!! Aber ich denke ich könnte das "werk" und die anschuldigungen oder eventuell kommende schuldsprüche trennen.
Ich frag mich nur ob ich ein schlechtes gewissen haben muss wenn ich diese meinung vertrete!? Nein ich denke nicht, in der hoffnung dass es Leute gibt die meine Meinung verstehen und/oder nachvollziehen können...
.....herzlichste Grüße Nicole
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#7

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 03:09

Ganz einfach: Ich verabscheue Doppelmoral.
Welcher Zuhörer dann den Text eines Liedermaches von der Künstlerperson trennt, handelt schizophren oder findett es "normal" in seinem Leben auch das Mäntelchen nach dem Winde zu hängen.
Ich finde die Verantwortung eines Liedermachers ist weitaus größer.
Liedermacher sind für mich nicht einfach "Instrumente" "Interpreten" "Träger" die mal dieses Lied und mal jenen Song (völlig konträr) überzeugend darbieten können. Es sind keine Schauspieler, die das spielen, was der Intendant vorgibt, sondern sie präsentieren sich selbst. Wenigstens ein Stück davon.
Lügen und Halbwahrheiten brauche ich nicht.
Wann ist Liebe eigentlich jemals frei von Schmerz, Enttäuschung und Verlangen?
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#8

Beitrag von Mario » Mi 10. Dez 2008, 07:48

Hallo,
bevor irgendwelche falschen Schlüsse aufkommen - ich bin gegen jede Form von Gewalt gegen jeden und insbesondere gegen Gewalt in Form vorgegaukelter Liebe und das noch an Minderjährigen.
Aber: kann ich mich selbst davon frei sprecehn auch gewlttätig zu sein? Sei es auch nur aus falsch verstandener Fürsorge (Kndererziehug) oder Unwissenheit (wie wirke ich auf einen anderen) oder Ignoranz (das wäre für mich allerdings spätestens, wenn ich es erkenne schlimm).
Zum Thema:
Fotocowboy schrieb:

Was aber nun, wenn eine Figur, ein Künstler, der mit seinen Liedern einen Kompaß für das Leben gab, nun selbst unglaubwürdig wird?

Wird er das? Wenn er die Missstände in seinen Liedern anprangert, denkt jeder, er ist ein Gutmensch. Vielleicht prangert er aber auch sich selbst an - irgendwoher muss er doch eine gewisse Erfahrung haben, entweder aus Recherchen oder aus eigenem Erleben oder aus Überzeugung, aber nur Überzeugung ist per se nicht ehrlich und authentisch (das heißt nicht, dass ich es nicht gut finde, wenn jemand eine Überzeugung hat und die auch vertritt!!)
Ich habe Lieder gemacht, die davon handeln, dass Vorurteile doof sind - kann ich mich deshalb von Vorurteilen frei sprechen? Nein, kann ich nicht!!!!
Bevor falsche Schlüssse aufkommen: Auch wenn ich Vorurteile habe, finde ich das doof, meine Schuld wird nicht dadurch gemindert, dass ich mich selbst als fehlbaren Menschen bezeichne, aber meine Schuld wird auch nicht größer, wenn ich selbst die Missstände anprangere.
Der Kompaß, der dir in der Wüste den Weg weist, kann doch in seiner Herstellung ein schlimmes Ding sein (Umweltverschmutzung, Ausbeutung in der Produktion usw.)
@ Nicole: Nein, aus meiner Sicht brauchst du dich nicht schämen, sondern solltest stolz sein, dass du die inhaltliche Aussage vom Künstler trennen kannst. Den Künstler als Künstler verehren und den Menschen als Menschen sehen, dass ist der Weg (ich falle nicht halbtot um, wenn ich Hannes Wader oder Reinhard Mey treffen sollte, sondern rede mit ihnen, wie mit jemandem, den ich für sein Werk bewundere, der als Mensch aber in gleicher Augenhöhe mit mir steht)
Wie Sky einmal sagte: Fan erinnert an Fanatismus, Idol an Ideologie (ich habe dich jetzt ein klein wenig interpretiert, ich hoffe, deine Aussage trotzdem noch getroffen zu haben).
Fazit: Kinderschänder gehören bestraft, Vorwürfe der Kinderschändung gehören bewiesen (damit meine ich nicht, im Zweifel für den Angeklagten oder für das Opfer, sondern gehören bewiesen. ich bin sicher, dass viele Möglichkeiten der Beweisführung nicht immer ausgeschöpft werden).
Musikliebhaber (Fans!?) gehören durch sich selbst auf den Prüfstand gesetzt, ob sie die Musik und deren Aussagen verehren oder einen Personenkult betreiben.
@Fotocowboy: Wenn du Doppelmoral so sehr verabscheust (tue ich auch), diese Abscheu dich, wie im vorliegenden Fall, in einen Gewissenskonflikt stürzen kann, wie bist du in deinem bisherigen Leben damit zurecht gekommen, dass es die Kuirche neben dem Glauben gibt, dass es überhaupt in dieser Welt unterschiedliche (gegensätzliche) Moralvorstellungen gibt? Ich glaube schon, dass man durch die geschilderten Vorfälle in ein sehr tiefes Loch fallen kann, aber es ist eigentlich eine gute Gelegenheit sich auf seine Eigenständigkeit und differenzierte Urteilsgabe zu besinnen.
Dies war sozusagen das Wort zum Mittwoch:-(
Mario
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#9

Beitrag von Mario » Mi 10. Dez 2008, 07:51


Fotocowboy schrieb:
Wann ist Liebe eigentlich jemals frei von Schmerz, Enttäuschung und Verlangen?

Sorry, ist mir gerade noch eingefallen:
Wenn Liebe frei von Schmerz, Enttäuschung und Verlangen ist, was bleibt dann noch - Glück und Freude? Was ist das - kein Verlangen?
Ich höre jetzt lieber auf.
Mario
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#10

Beitrag von Rex2005 » Mi 10. Dez 2008, 08:14

Hallo

Fotocowboy schrieb:
Lügen und Halbwahrheiten brauche ich nicht.


Wer braucht die schon? Aber glaubst du wirklich im ernst, dass ein RM jedesmal in Hotels handwerkelt, wenn ein Wasserhahn leckt ? Glaubst du ernsthaft, er hat für alles das passende Werkzeug, die passenden Dichtungen u.ä. dabei? Oder glaubst du sowas, wenn er in Talkshows verkündet, dass er noch nieeeee irgendeine Verkehrsregel gebrochen hätte? Lach, solche Geschichtchen braucht auch kein Mensch. Und ob man es als Lüge oder Halbwahrheit bezeichnen will, bleibt jedem selbst überlassen - und wie man ihn und seine Texte damit bewertet auch. Deshalb kommt wohl keiner auf die Idee, "Viertel vor sieben" in die Tonne zu kloppen. :-) Nach deiner Logik wären wohl die meisten hier in diesem Forum schizophren, denn Lieder sind Lieder und Liedermacher sind Künstler wie alle anderen auch!
Wie ist es, wenn ein Liedermacher Songs von anderen Künstlern singt? Um hier im Forum zu bleiben, angenommen RM singt ein Lied von Wader .... muss er vorher den Zuhörern "Bescheid" geben, damit die Leute, die Wader kennen - und so Text und Lied nicht Mey sondern Wader zuordnen würden - die Chance haben, den Saal fluchtartig zu verlassen, weil sonst diese üble Krankheit um sich greifen würde? :-D
Oder hörst du grundsätzlich nur Künstler, die vorher ihre Beichte bei dir abgelegt haben - natürlich ohne irgendwelche Details wegzulassen???? Wäre jedenfalls (doppel)moralisch verabscheuungswürdig, wenn du nicht jeden Künstler mit der gleichen Messlatte werten würdest!
LG
Rex2005
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#11

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 08:19


Fotocowboy schrieb:
Welcher Zuhörer dann den Text eines Liedermaches von der Künstlerperson trennt, handelt schizophren oder findett es "normal" in seinem Leben auch das Mäntelchen nach dem Winde zu hängen.
Ein Zuhörer, der den Text eines Liedermachers von der Künstlerperson trennt, handelt insofern vernünftig, weil es den Menschen, wie er auf der Bühne steht und singt, im Grunde genommen nicht geben kann. Jeder Liedermacher singt über die Themen, über die er am besten singen kann, sei es, weil sie ihm liegen, weil er für diese Themen die besten Worte findet, oder weil er weiß, daß diese Themen beim Publikum ankommen.
Soll ich glauben, daß jemand wie Götz Widmann, dessen Repertoire zum größten Teil Stücke über Sex, Drugs & Rock'n'Roll bietet, die ganze Zeit im Delirium verbringt, wenn er nicht gerade auf der Bühne rumraucht und -gröhlt? Soll ich glauben, daß der christliche Liedermacher Manfred Siebald streng nach der Bibel lebt und auf jeden seiner Mitmenschen mit offenen Armen zugeht? Soll ich glauben, daß der selbsternannte Narr André Heller permanent auf Wolke 7 sitzt und von dort oben seine teils kryptischen Texte auf die Menschheit runterregnen läßt und ansonsten keine Ahnung vom Lauf dieser Welt hat? Soll ich glauben, daß Georg Kreisler tatsächlich Tauben vergiftet, sämtliche Wiener mit Messern niedermetzeln will, seine Freunde erschießt, Frauen vom Balkon schubst, dreiäugige Mädchen liebt, mit seiner Mutter Banken ausraubt, Kernreaktoren in die Luft jagt, einen Zirkus niederbrennt und die Zuhörer zur Hexenjagd aufruft? Ich gestehe an dieser Stelle, daß ich selbst an cARSCHtis Erlebnissen mit Sabine Laden zumindest ansatzweise Zweifel hege ...
Es sind keine Schauspieler, die das spielen, was der Intendant vorgibt, sondern sie präsentieren sich selbst. Wenigstens ein Stück davon.
Sie präsentieren ganz sicher ihre Ideen. Wie eben andere Geschichtenerzähler oder Poeten auch. Das heißt aber nicht automatisch, daß man jedes ihrer Worte auf die Goldwaage legen muß oder die Texte mit ihren Urhebern gleichsetzen sollte. Auch alkoholkranke Choleriker können schöne Liebeslieder schreiben und singen. Aus eigener Erfahrung: man neigt dazu, sich selbst immer im besten Licht dastehen zu lassen, aus dem Grund werden unpassende Facetten einer Geschichte häufig bei einer Erzählung "ausgeblendet". Das ist so ähnlich wie bei einem Beipackzettel, auf dem die Risiken und Nebenwirkungen so klein gedruckt sind, daß man sie kaum noch lesen kann, was aber nicht bedeutet, daß diese negativen Aspekte einer Arznei, einer Geschichte oder eben eines Menschen nicht vorhanden sind.
Lügen und Halbwahrheiten brauche ich nicht.
Eine Aussage, auf die sich bestimmt einige Philosophen mit Freuden stürzen würden ...
Kurz gesagt: auch die Wahrheit hat viele Facetten. Oft mehr, als man so denkt.
Gruß
Skywise
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#12

Beitrag von Recky » Mi 10. Dez 2008, 10:34

Schwieriges Thema!!!
Es ist hier schon viel Wahres gesagt worden, angefangen mit Marios "Wort zum Montag". :-)
Ist Michael Jackson kein genialer Sänger und Komponist mehr, weil er höchst wahrscheinlich ähnliche Verfehlungen begangen hat? Sind seine Aussagen, sein Werben für Weltfrieden daher weniger richtig? Ich glaube nicht. Man muß den Künstler einfach von seiner Kunst trennen, es geht nicht anders. Der Künstler als "Träger" seiner Lieder ist eine Kunstfigur ohne Privatleben, auch der relativ authentische Liedermacher (im Vergleich zu, sagen wir, Marilyn Manson).
Natürlich ist Doppelmoral unschön, aber sie fällt - wenn überhaupt - auf den Künstler als Privatmann zurück, nicht auf seine Kunst.
Der Fall des Kollegen Demmler zeigt die Tragik hinter Kindesmißbrauch als soziologischem Phänomen: Es zieht sich durch alle gesellschaftlichen, Bildungs- und sozialen Schichten.
Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, daß Castings als Vorwand zum Mißbrauch von Kindern, Teenagern und jungen Erwachsenen - von erzwungen bis halb-freiwillig - häufiger vorkommt, als man denkt. Ich habe für eine Managementfirma als Produzent selbst einmal junge Damen, die Popsängerinnen werden wollten, gecastet, habe aber immer dafür gesorgt, nicht allein mit den Mädchen im Studio zu sein. Es ist unglaublich, was hoffnungsvolle Teenager alles für eine Popstarkarriere bereit sind zu tun und welche Macht man als vermeintlicher "Entscheider" der Musikindustrie hat. Das hat sich durch die Flut von Casting-Shows noch sehr verstärkt; so unterhaltsam solche Shows für den den "Wissenden" sein können - den jungen Leuten wird ja vorgegaukelt, man würde heutzutage durch Castings zum Pop-Künstler, nicht mehr durch Spielen, Touren, Scheiße fressen, nie Geld haben, auf Veranstalterfußböden schlafen, etc. Für die hat Popstardom überhaupt nichts mehr mit Musikmachen zu tun, nur noch damit, einer mächtigen Jury zu gefallen. (Daß auch die Gewinnerkarrieren nach kürzester Zeit scheitern, wundert mich nicht...)
Aber genau dieses "Gefallen müssen" verführt die Jugendlichen dazu, sich im Falle eines Falles auf der Besetzungscouch verführen zu lassen. Das gab's zwar auch schon vor 40 Jahren, aber bei weitem nicht so häufig. Heute ist ja jeder, der einen PC mit einer gecrackten Kopie von Cubase hat, ein Produzent...
Ich will damit allerdings auch nicht sagen, daß die Kids womöglich eine Mitschuld haben, wenn sie im Rahmen eines "Castings" mißbraucht werden. Kindesmißbrauch ist was es ist. Hochgradig verwerflich und kann gar nicht hart genug bestraft werden.
Viele Grüße aus Bonn
Recky
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#13

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 13:44

Kurz vorab:
Wer seine Glaubwürdigkeit verliert, dem höre ich (zumindest bei dem Thema) nicht mehr zu.
Es gibt viele Themen, über die ein Liedermacher Songs machen kann. Allein schon die Auswahl portraitiert ihn in meinen Augen, denn es ist ein Anhaltspunkt, was ihm wichtig, vielleicht im Augenblick sogar am wichtigsten ist.
Hier darf ich als Zuhörer voraussetzen, dass sich der Mensch tief mit sich und dem Thema auseinandergesetzt hat und nicht einfach von sich gibt, was ihm im Moment gerade dazu einfällt. Ich widme ihm meine Achtung durch meine Zeit des Zuhörens - da darf ich ebensolchen Respekt und Achtung vor mir erwarten. Eine Message, die seiner Überzeugung entspricht.
Ja, ich verlange die Einheit von Person, Künstler und Lied. Wenn der Inhalt nicht wahr ist, können mich die effektvollsten, schönsten und brillantesten Verzierungen nicht berühren. Ideen von anderen Menschen können durchaus auch zu eigenen werden und ich kann ohne schizophren zu sein auch Lieder von anderen singen, vertreten, interpretieren, vielleicht sogar weiterentwickeln, aber ganz sicher nicht widersprüchliches.
Übrigens bewerte ich da Liedermacher nicht anders als andere Menschen. Einer der vom "Der kleine Prinz" schwärmt und danach über einen schlecht sitzenden Anzug eines anderen lästert, verliert auch seine Glaubwürdigkeit.
Menschen, denen ich nicht glauben kann, höre ich nicht zu. So einfach ist das für mich.
Ein Liedermacher ohne Zuhörer - was ist das dann?
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#14

Beitrag von Mario » Mi 10. Dez 2008, 14:22

@fotocowboy
wenn auch viele der Argumente von dir nicht aufgegriffen werden und du somit nicht einmal dir selber wirklich beweist, dass du deine Haltung durchhalten kannst: In gewisser Weise bewundere ich dich für deine kompromislose Haltung.
Zu deiner Frage, was ein Liedermacher ohne Zuhörer ist - die Diskussion zeigt es, en Liedermacher mit einem Zuhörer weniger.
Mario

P.S. Manchmal ist das aber tatsächlich der einzige Zuhörer gewesen:-(
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#15

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 14:54


Fotocowboy schrieb:
Es gibt viele Themen, über die ein Liedermacher Songs machen kann. Allein schon die Auswahl portraitiert ihn in meinen Augen, denn es ist ein Anhaltspunkt, was ihm wichtig, vielleicht im Augenblick sogar am wichtigsten ist.
Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Im Anfang eines Stückes ist grundsätzlich immer eine Idee, nicht irgendeine Überzeugung. Es gibt bestimmt genügend Liedermacher, die mit der derzeitigen sozialen oder politischen Situation im Lande grundsätzlich nicht einverstanden sind. Aber es gibt nur sehr wenige, die darüber ein Lied schreiben. Warum? Weil nicht genügend Überzeugung vorhanden ist? Wahrscheinlich eher, weil ihnen eine Idee fehlt, wie sie ihre Kritik am geschicktesten und effektivsten verpacken können.
Hier darf ich als Zuhörer voraussetzen, dass sich der Mensch tief mit sich und dem Thema auseinandergesetzt hat und nicht einfach von sich gibt, was ihm im Moment gerade dazu einfällt. Ich widme ihm meine Achtung durch meine Zeit des Zuhörens - da darf ich ebensolchen Respekt und Achtung vor mir erwarten. Eine Message, die seiner Überzeugung entspricht.
Es bleibt eine deutliche Lücke zwischen Wort und Tat. Das meint jetzt nicht unbedingt "Wasser predigen, Wein trinken", sondern eher einen Punkt, den Konstantin Wecker in seinem Stück "Was passierte in den Jahren?" ziemlich gut auf den Punkt bringt:
"[...] ich kleide meine Zweifel
in Gedichte ab und zu,
das verschafft paar ruhige Stunden,
eigentlich ist nichts geschehn.
Ach, es gibt so viele Schliche,
um sich selbst zu hintergehn."
Der Sänger von Liedern, die zum Kampfe aufrufen, ist in aller Regel nicht identisch mit dem Kämpfer.
Ja, ich verlange die Einheit von Person, Künstler und Lied.
Da gehen Dir bestimmt viele Künstler durch die Lappen ...
Ideen von anderen Menschen können durchaus auch zu eigenen werden und ich kann ohne schizophren zu sein auch Lieder von anderen singen, vertreten, interpretieren, vielleicht sogar weiterentwickeln, aber ganz sicher nicht widersprüchliches.
Es ist doch okay, wenn Du die Ideen anderer Menschen aufgreifst und weiterentwickeln willst, aber Du solltest nicht erwarten, daß derjenige, der die Idee geäußert hat, grundsätzlich nach dieser Idee gelebt hat oder leben konnte. In der Regel ergeben sich bestimmte Vorstellungen oder Ideen auch erst aus Situationen, in denen man nicht nach diesen Vorstellungen oder Ideen leben kann. Zumindest bin ich der festen Überzeugung, daß solche Bilder wie das vom Schlaraffenland nicht entstanden sind, als der Erfinder gerade in Pomp und Luxus schwelgte ... und der von Dir erwähnte "Kleine Prinz" entstand in einer Zeit, da der Autor bei der Luftwaffe tätig war und ganz bestimmt ganz anders handeln mußte als es der "kleine Prinz" vorschlägt.
Übrigens bewerte ich da Liedermacher nicht anders als andere Menschen. Einer der vom "Der kleine Prinz" schwärmt und danach über einen schlecht sitzenden Anzug eines anderen lästert, verliert auch seine Glaubwürdigkeit.
Einer, der vom "Kleinen Prinz" schwärmt, und von einer Schlange verlangt, ihn nach Hause zu bringen, hat bereits weit mehr verloren als nur seine Glaubwürdigkeit.
Gruß
Skywise
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#16

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 15:28

Antwort von Skywise:
Zitat:
Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Im Anfang eines Stückes ist grundsätzlich immer eine Idee, nicht irgendeine Überzeugung. Es gibt bestimmt genügend Liedermacher, die mit der derzeitigen sozialen oder politischen Situation im Lande grundsätzlich nicht einverstanden sind. Aber es gibt nur sehr wenige, die darüber ein Lied schreiben. Warum? Weil nicht genügend Überzeugung vorhanden ist? Wahrscheinlich eher, weil ihnen eine Idee fehlt, wie sie ihre Kritik am geschicktesten und effektivsten verpacken können.
Zitatende.

Echt jetzt ?
Es ist also egal, um WAS es im Gespräch, in der Auseinandersetzung, auf der Bühne eigentlich geht?
Also auch um etwas inhaltlich völlig belangloses, solange es fantastisch künstlerisch verpackt ist, jemandem eine tolle Idee dazu einfiel, nur weil man die dringenden Antworten für aktuelle Fragen gerade nicht da hat?
Was ist denn das für eine Kopf-in-den-Sand-stecken-Mentalität. Da sollen Zuhörern lauschige Gedanken eingeflösst werden, um wichtiges DENKEN beiseite zu schieben?
Ich komme zur Überzeugung, dass wir beide etwas sehr unterschiedliches unter einer künstlerischen Verantwortung verstehen.
Beispiel: In einer Zeit wo leistungsgerechte Bezahlung als Motivation für Gesellschafts- und Wissenschaftsfortschritt auf dem Spiel steht, kann ich nicht Themen der Maniküre auf den Tagesplan schreiben, nur weil eine neue Glasfeile am Markt ist.
Wenn das künstlerische Gestalten einer Idee und deren wirkungsvolle Präsentation alles ist, was gefordert wird, ohne Überzeugung und gefühlsmäßige Bindung zur Idee, dann ist es Prostitution. Egal ob mit Wort, Bild oder Ton.
Zum anderen Thema:
Der Sänger kann und muss nicht immer der Kämpfer sein, genausowenig wie der beste Kämpfer oft nicht singen kann, aber BEIDE stehen auf derselben Seite im Kampf und zwar im festen Schulterschluß und sind keine Söldner. (Im Gegensatz zu den Legionären des bezahlten Fussballs)
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#17

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 15:35

Zitat:Ja, ich verlange die Einheit von Person, Künstler und Lied.
Da gehen Dir bestimmt viele Künstler durch die Lappen ...

Mag sein, aber die hätten mir nichts gebracht. Ich suche Kunst nicht als Selbstzweck, sondern im Dienste einer höheren Sache. Wer nicht in der Lage oder willens ist, sein Können einer Überzeugung als Werkzeug zur Verfügung zu stellen, der kann genausogut lebenslang graziös im Kreis herumgehen.
Kann er ja tun, aber ich schau sicher nicht interessiert zu.
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#18

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 16:02


Fotocowboy schrieb:
Es ist also egal, um WAS es im Gespräch, in der Auseinandersetzung, auf der Bühne eigentlich geht?
Der Sänger kann nur singen, wenn er Stücke hat. Und sein Repertoire kann er nur aus den Stücken zusammenstellen, die er zur Verfügung hat. Die Stücke entstehen aus Ideen. Wenn er ausschließlich Stücke hat, die seiner Überzeugung entsprechen, ist das ein Glücksfall, aber der Regelfall wird eher sein, daß eine Überzeugung allein nicht für Poesie ausreicht.
Klar kann er dann immer noch singen - so hat das Walter Moßmann gemacht und auch einige '68, die ihre Überzeugungen und Parolen größtenteils ungefiltert in die Menge gebrüllt haben und deren Lieder eine Halbwertzeit von etwa einer halben Stunde hatten. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung und ich bezeichne sie auch gerne als "Liedermacher", aber nur ungerne als "Poeten". Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß man sich im Anschluß gerne hinsetzt und den Liedern eines Nicht-Poeten zuhört.
Hat man einen Poeten, muß er darüber hinaus eine gewisse Vielseitigkeit beweisen, denn ein Konzert, in dem immer nur auf einer einzigen Überzeugung rumgeritten wird, kann sehr langweilig sein.
Also auch um etwas inhaltlich völlig belangloses, solange es fantastisch künstlerisch verpackt ist, jemandem eine tolle Idee dazu einfiel, nur weil man die dringenden Antworten für aktuelle Fragen gerade nicht da hat?
Was ist denn das für eine Kopf-in-den-Sand-stecken-Mentalität. Da sollen Zuhörern lauschige Gedanken eingeflösst werden, um wichtiges DENKEN beiseite zu schieben?
Wer behauptet denn sowas?
Ich komme zur Überzeugung, dass wir beide etwas sehr unterschiedliches unter einer künstlerischen Verantwortung verstehen.
"Künstlerische Verantwortung"? Was soll das denn sein? Das klingt mir sehr stark nach einem Schlagwort aus der Burg-Waldeck-Zeit ...
Wenn das künstlerische Gestalten einer Idee und deren wirkungsvolle Präsentation alles ist, was gefordert wird, ohne Überzeugung und gefühlsmäßige Bindung zur Idee, dann ist es Prostitution. Egal ob mit Wort, Bild oder Ton.
Und eine Nutte kann weder gut aussehen, noch die Wahrheit sagen?
Zum anderen Thema:
Der Sänger kann und muss nicht immer der Kämpfer sein, genausowenig wie der beste Kämpfer oft nicht singen kann, aber BEIDE stehen auf derselben Seite im Kampf und zwar im festen Schulterschluß und sind keine Söldner.
Überdenke das mit dem "festen Schulterschluß" lieber noch einmal. Gerade, wenn ich mir anschaue, wie viele Kabarettisten und Liedermacher zuerst Willy Brandt gefordert haben und später gegen ihn Stimmung gemacht haben. Gerade, wenn ich mir anschaue, wie viele Leute auf der Bühne die Wíedervereinigung gefordert haben, nur um später über "die Ossis" herzuziehen ... Die Leute, die gestern Schröder am liebsten am Pranger gesehen hätten, haben heute Merkel auf dem Kieker. Und das meistens nicht, weil sie Wendehälse oder etwas Vergleichbares sind ...
Gruß
Skywise
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#19

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 16:11


Fotocowboy schrieb:
Da gehen Dir bestimmt viele Künstler durch die Lappen ...

Mag sein, aber die hätten mir nichts gebracht. Ich suche Kunst nicht als Selbstzweck, sondern im Dienste einer höheren Sache. Wer nicht in der Lage oder willens ist, sein Können einer Überzeugung als Werkzeug zur Verfügung zu stellen, der kann genausogut lebenslang graziös im Kreis herumgehen.
Kann er ja tun, aber ich schau sicher nicht interessiert zu.
Du meinst, Du schaust interessierter zu, wenn ein Künstler verträumt durch die Gegend schreitet mit den Worten "Ich diene einer höheren Sache! Ich diene einer höheren Sache!"?
Gruß
Skywise
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#20

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 16:17

Und eine Nutte kann weder gut aussehen, noch die Wahrheit sagen?

Doch, kann sie, aber primär wird sie Dir das sagen, was Du hören möchtest und nicht das, wovon sie überzeugt ist und auch nicht die Wahrheit.
Verstehe aber nicht, warum Du das hier reinziehst.

Der Sänger kann nur singen, wenn er Stücke hat. Und sein Repertoire kann er nur aus den Stücken zusammenstellen, die er zur Verfügung hat. Die Stücke entstehen aus Ideen. Wenn er ausschließlich Stücke hat, die seiner Überzeugung entsprechen, ist das ein Glücksfall, aber der Regelfall wird eher sein, daß eine Überzeugung allein nicht für Poesie ausreicht.

Sag mal bin ich hier im falschen Film, oder ist hier nicht das
"LIEDERMACHER-Forum" ?
Hat man einen Poeten, muß er darüber hinaus eine gewisse Vielseitigkeit beweisen, denn ein Konzert, in dem immer nur auf einer einzigen Überzeugung rumgeritten wird, kann sehr langweilig sein.
Es stehen immer vielfältige Lebensfragen an, zu der eine Persönlichkeit auch Ansichten und Überzeugungen entwickelt. Nicht alle müssen gleichberechtigt nebeneinander präsentiert werden. Manche ergänzen sich harmonisch und ideal. Das Dringlichste sollte primär sein. Im Herzen, im Kopf und auf der Bühne - denn nur so trifft man die Zuhörer genau am Nerv. Dort wo sie aktuell am sensibelsten sind.
"Künstlerische Verantwortung"? Was soll das denn sein? Das klingt mir sehr stark nach einem Schlagwort aus der Burg-Waldeck-Zeit

Nun komm ich doch nicht umhin, leicht ironisch zu werden. Künstlerische Verantwortung? Mir scheint, allein schon das Wort Verantwortung sagt Dir nichts.
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Alles, was man selber äußert, portraitiert einen vor allem selbst.

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