Technische Probleme mit den Einloggen über das Usermenü.

Was ist geschehen?

Für die Forensoftware wurde ein neues Update eingespielt. Dabei wurden von den Entwicklern einige Funktionen geändert, die für mehr Sicherheit beim Umgang mit Login Daten sorgen sollen. Dafür müssen aber einige Teile der Webseite umprogrammiert werden, die von Modulen verwendet werden, die auf die Änderungen am Hauptprogramm noch nicht eingestellt wurden. Dies betrifft leider auch das Login Eingabefeld in Usermenü, wenn Du ausgeloggt bist.

Muss ich jetzt ein neues Passwort anfordern, um mich einloggen zu können?

Nein, es ist nur momentan nicht möglich, sich über das Usermenü einzuloggen.

Wie kann ich mich denn auf dem Forum Einloggen?

Bitte klicke links oben über der Eingabemaske auf das Wort "Anmeldung" und gibt Deine Login Daten in den entsprechenden Feldern ein.

War der Schutz meiner persönlichen Daten zu jeder Zeit gegeben?

Das Update hatte keine Auswirkung auf irgendwelche Daten. Es wurde lediglich ein Programmteil geändert, welches sicherstellen soll, dass sich niemand mit den Daten eines anderen Users (z.B. eines Admins oder Moderators) Einloggen kann, obwohl er dafür nicht die Zugangsberechtigung hat.

Was muss ich jetzt noch tun / beachten?

Du kannst mir etwas Zeit geben, damit ich eine Lösung für dieses Problem finde. Ich habe mich bereits an die Entwickler gewandt und hoffe, sie können mir schnell helfen.

Ich habe dazu noch Fragen.

Bitte melde Dich in diesem Fall direkt über das Kontaktformular bei mir.

08.05.2019, migoe | www.liedermacher-forum.de

demmler-nachrichten

Stell uns Deinen Lieblingskünstler vor, informiere uns über seine neue CD oder schreibe einen Konzertbericht. In diesem Forum kannst Du das tun, auch wenn es für Deine/n Liedermacher/in (noch) kein eigenes Forum gibt.

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demmler-nachrichten

#21

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 16:33


Fotocowboy schrieb:
Der Sänger kann nur singen, wenn er Stücke hat. Und sein Repertoire kann er nur aus den Stücken zusammenstellen, die er zur Verfügung hat. Die Stücke entstehen aus Ideen. Wenn er ausschließlich Stücke hat, die seiner Überzeugung entsprechen, ist das ein Glücksfall, aber der Regelfall wird eher sein, daß eine Überzeugung allein nicht für Poesie ausreicht.

Sag mal bin ich hier im falschen Film, oder ist hier nicht das
"LIEDERMACHER-Forum" ?
Du bist schon richtig, aber ich glaube beinahe schon, daß ein "Bergpredigt"-Forum vielleicht besser wäre ...
"Liedermacher" ist übrigens ein sehr dehnbarer Begriff.
"Künstlerische Verantwortung"? Was soll das denn sein? Das klingt mir sehr stark nach einem Schlagwort aus der Burg-Waldeck-Zeit

Nun komm ich doch nicht umhin, leicht ironisch zu werden. Künstlerische Verantwortung? Mir scheint, allein schon das Wort Verantwortung sagt Dir nichts.
Doch, doch. Aber wie käme ich dazu, einem Künstler eine gewisse Verantwortung zu unterstellen? Ich werde mich jedenfalls niemals und nimmer nicht hinstellen, mit dem Finger auf einen Künstler zeigen und sagen "Dafür bist Du verantwortlich". Auf so eine Idee käme ich gar nicht.
Gruß
Skywise
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#22

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 16:45

Du meinst, Du schaust interessierter zu, wenn ein Künstler verträumt durch die Gegend schreitet mit den Worten "Ich diene einer höheren Sache! Ich diene einer höheren Sache!"?

Zumindest ist es ein Anfang. Ich frage nach:
Welche Sache ist es und womit hilfst Du sie voranzubringen.
Dann entscheide ich weiter.
Dieser Beitrag enthält 53 Wörter


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demmler-nachrichten

#23

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 18:53


Fotocowboy schrieb:
Und eine Nutte kann weder gut aussehen, noch die Wahrheit sagen?

Doch, kann sie, aber primär wird sie Dir das sagen, was Du hören möchtest und nicht das, wovon sie überzeugt ist und auch nicht die Wahrheit.
Verstehe aber nicht, warum Du das hier reinziehst.
Weil ich nicht weiß, warum ich Demmler nicht der Prostitution bezichtigen sollte.
Zwo, drei.
"Du hast den Farb-film vergessen, mein Michael,
nun glaubt uns kein Mensch, wie schön's hier wa-ha-ha-ha-har."
Überzeugung? Wahrheit?
Gruß
Skywise
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#24

Beitrag von Clemens » Mi 10. Dez 2008, 20:59

Welcher von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!
Bin ich immer der, den ich gern sehen lasse?
Bist du immer jener, der du sein willst?
Sind wir deswegen unglaubwürdig?
Wie viele großartige anerkannte Künstler sind am Leben, an der Liebe, an sich selbst zerbrochen? Alle auf den Müll?
Die Wahrheit ändert sich nicht, weil ein „Unwürdiger“ sie ausspricht.
Die Frage ist:
Wie gehe ich damit um, dass jemand der Wahrheit oder einem Ideal nicht genügt, welches er mir möglicherweise kunstvoll nahe gebracht hat.
Ich kann den Menschen (den Künstler) sehr wohl vom Inhalt seiner Aussage trennen. Ich schätze das Werk nicht plötzlich anders ein, weil mir Verfehlungen des Schöpfers bekannt werden.
Aber ich kann und will mich der inneren Bewegung nicht verschließen, welche mich zur Zeit befällt, wenn ich eines der schönen alten Lieder von Kurt Demmler höre.
Dass dies bei mir bereits der Fall ist, bevor ein Gericht, welchem die größtmögliche Zahl von Fakten vorliegt, die Schuld wirklich festgestellt hat, beweist mir persönlich die Unabdingbarkeit der Unschuldsvermutung.
Wenn es zu einem Schuldspruch kommt, wird für mich künftig jedes Hören von Demmlers Liedern mit Schmerz besetzt sein. Ich werde sie wohl meiden.
Völlig anders verhält es sich mit der überzogenen Erwartungshaltung gegenüber Künstlern überhaupt.
Der als positives Beispiel erwähnte Gerhard Schöne hat eine CD produziert, die völlig aus dem üblichen Rahmen fällt. „Alligatoren in der Kanalisation“ heißt das gute Stück. Ich war entsetzt über die Titel und den Stil.
Es ergab sich, dass ich Gerhard beim Bausoldatenkongress in Potsdam traf und darauf ansprach. Seine Antwort (nicht wörtlich aber sinngetreu):
Das war Notwehr gegen die Leute, welche mich nur auf den Sänger Schöne und dabei auch noch auf die Lieder von der Art „Wohin soll die Nachtigall, wohin soll ich“ reduzieren.

Danach habe ich mir die Lieder erneut angehört. Sie waren nicht besser, aber ich habe besser verstanden.
Clemens
P.s.: @ sky Nichts gegen die Bergpredigt, die musste nur richtig lesen.
Dieser Beitrag enthält 358 Wörter


...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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#25

Beitrag von greymagicvoice » Mi 10. Dez 2008, 21:04

Hallo,
ich glaube, dass im bisherigen Gespräch ein paar Dinge miteinander vermischt worden. Hier ist mein Nachgedachtes dazu:
Zunächst einmal - und sei es nur zur Erhellung und Illustration - ist Demmler beileibe nicht nur Liedermacher sondern muss vielmehr als Texter (für andere) und Lyriker bezeichnet werden. In einem mehrere tausend Texte und Gedichte umfassenden Werk hat er hauptsächlich für die Rockszene der ehemaligen DDR geschrieben. Vor allem auf Anforderung und im Auftrag - er galt bei vielen Musikern als weit und breit der einzige, der über ein Wochenende nach Vorgaben und zur Musik der Band eine komplette Platte in hervorragender Qualität betexten konnte. Das vielleicht als Hinführung zum nächsten Gedanken.
Es bleibt mir als Hörer/Leser/Betrachter unbenommen, Ansprüche gleich welcher Art an den Künstler zu stellen und mich von ihm und seinem Werk abzuwenden, wenn ich sie nicht erfüllt sehe. Und wenn sich mir der Magen umdreht, weil der Künstler auf eine Weise straffällig geworden ist (oder sein soll), die mich anwidert und ich diesen Ekel nun mit seinen künstlerischen Äußerungen verbinde, liegt das auch ganz bei mir und Kritik an meiner Haltung wäre schlechterdings nicht sinnvoll.
Daraus eine allgemeingültige Regel ableiten zu wollen, dass ein Autor bitteschön in allem seinem Werk entsprechen möge (zB einer darin geäußerten Ethik) oder andersherum im Werk nach biographischen Entsprechungen zu suchen und es nach Stimmig- oder Unstimmigkeit zu beurteilen, gleicht einem literatur- bzw. musikwissenschaftliches Prinzip (der "biographischen Position"), von welchem sich die bezeichneten Wissenschaften seit längerer Zeit wegentwickelt haben.
Das Werk als Entäußerung der Person ist nicht der Autor. Vielmehr beschäftigen sich die entsprechenden Disziplinen vor allem aus der sogen. "textimmanenten Position" (unter Außerachtlassung der privaten Person des Autors) bzw. der (beim Text) "leserzentrierten Position" (wie tritt der Rezipient mit dem Werk in Kontakt; wie, wann, wo rezipiert wer was?) mit dem Werk.
Ich selber stimme eher denen zu, die meinen, dass Kunst nicht vom Künstler gemacht wird, sondern dass das Werk erst durch die Interaktion Künstler/Autor-Werk-Rezipient zur Kunst wird - und dadurch natürlich für jeden ein anderes Ergebnis dieses Prozesses Kunst bedeuten kann.
Die Person Demmler hat möglicherweise strafwürdig gehandelt - es gibt offenbar Indizien dafür und ein Gericht wird das zu beurteilen haben.
Das Werk Demmlers wird dadurch nicht besser oder schlechter - es kann sich jedoch das Ergebnis des künstlerischen Dialoges verändern, weil möglicherweise beim Rezipienten eine Veränderung eingetreten ist.
Der Autor hat in sofern Verantwortung für sein Werk, als er derjenige ist, der Form und Inhalt wählt.
Für die Bedeutungszuschreibung bin ich als Leser/Hörer/Betrachter zuständig und verantwortlich.
(Ich danke an dieser Stelle meiner Literaturwissenschaft studierenden Tochter für den hilfreichen Diskurs und die Literaturtipps :-) )
Zum Schluss vielleicht noch ein Blick durch die Brille meines eigenen Faches: die Erwartung, ein Mensch möge immer deckungsgleich mit seinen zB künstlerischen Entäußerungen sein, erscheint unerfüllbar. Wir alle sind ja jederzeit zu uns selber nicht deckungsgleich. Wir inszenieren uns in verschiedenen sozialen Kontexten mit unterschiedlichen Facetten und Aspekten, agieren in sich von einander oft sehr unterscheidenden Rollen auf höchst unterschiedliche Weise. Sogar vor uns selber verändern wir permanent das Bild, das wir von uns haben (in dem wir bspw. beschämende oder mit Versagen einhergehende Situationen im nachhinein sozusagen "virtuell" umgestalten, etwa um sie erträglicher zu machen …). Oder wir geben Situationen, in denen wir handeln, durch innere Kommentare eine für uns andere Bedeutung als sie durch unser sichtbares Handeln für einen Beobachter erhält. Das alles gehört zum Menschen und macht soziales Miteinander überhaupt erst möglich.
Wenn ihr mir bis hierhin gefolgt seid - danke für Ausdauer und Geduld ;-)
liebe Grüße
bis bald
hier oder woanders
Stephan
edit: @Clemens - mein Lieber, Du hast es mal wieder kürzer und sprachlich schöner gesagt, leider hab ich's erst nach meinem Posting gesehen ... lG Stephan
Dieser Beitrag enthält 677 Wörter


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#26

Beitrag von Skywise » Mi 10. Dez 2008, 21:40


Clemens schrieb:
P.s.: @ sky Nichts gegen die Bergpredigt, die musste nur richtig lesen.
Ich habe nichts gegen die Bergpredigt, ganz im Gegenteil. :-)
Ich glaube, sie ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen der Überbringer einer Botschaft mit deren Inhalt in Verbindung gebracht werden sollte.
Gruß
Skywise
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#27

Beitrag von Recky » Mi 10. Dez 2008, 22:34

Um es noch mal simpel zu sagen:
Ich schreibe viele Lieder in der ersten Person, aber nicht alle sind autobiografisch.
Schöh
Recky
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#28

Beitrag von Fotocowboy » Mi 10. Dez 2008, 22:35

Ist nur meine Meinung:
Ein Liedermacher sollte kein FALCO sein (Kunstfigur)
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Alles, was man selber äußert, portraitiert einen vor allem selbst.

Nicole
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#29

Beitrag von Nicole » Do 11. Dez 2008, 01:08


Fotocowboy schrieb:
Ganz einfach: Ich verabscheue Doppelmoral.
Welcher Zuhörer dann den Text eines Liedermaches von der Künstlerperson trennt, handelt schizophren oder findett es "normal" in seinem Leben auch das Mäntelchen nach dem Winde zu hängen.

Wann ist Liebe eigentlich jemals frei von Schmerz, Enttäuschung und Verlangen?

Ah! ich bin schizophren! Und ich dachte mein Leben kang ich sei ein Freak, das hilft mir jetzt viel mehr aus meiner "wer/Was-bin-ich Krise" :-)
also ich finde diese Disskussion hier fast schon lachhaft, aber dazu ist das Thema eigentlich zu ernst.
Nur gut dass ich so viel Freak bin dass ich das was ich denke noch frei äußern kann, es nicht nötig habe mein Fähnchen nach irgendeinem Wind auszurichten (im Gegenteil!!!), und mein handeln reflektieren und vertreten kann.
Liebe ist nie frei von Schmerz......hab ich noch nicht erlebt!
Lieben Gruß Nicole
Dieser Beitrag enthält 149 Wörter


Liebe besteht nicht darin, dass man einander anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt.
Antoine de Saint-Exupery
:kiss:

Mario
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#30

Beitrag von Mario » Do 11. Dez 2008, 07:25

Eigentlich ist tatsächlich alles gesagt, aber ich sag trotzdem noch mal was:


Fotocowboy schrieb:
Zitat:Ja, ich verlange die Einheit von Person, Künstler und Lied.


Wer behauptet, dass das nicht oft so ist, selbst wenn du - fotocowboy - es nicht siehst. Auf mein Argumnet, dass der Künstler auch mal etwas in Liedern anprangert, was er an sich selbst nicht mag, ist außer Stephan keiner eingegangen (und Stephan - entschuldige - eher wissenschaftlich:-) ).
Wenn ich ein Knderschänder bin, vielleicht krankhaft, so kann ich mich doch so hassen, dass ich ein Lied über die hassenswerten Kinderschänder schreibe, dass ich sogar die höchsten Strafen verlange - vielleicht sogar, um das Licht auf diesen, meinen Fehler zu lenken (hier ist wieder Stephan mit einem Kommentar gefragt).
Wenn ich mich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Aids anstecke und den ungeschützten Geschlechtsverkehr anprangere, dann würde wahrscheinlich nicht mal fotocowboy auf die Idee kommen zu sagen, diese Lieder darf man sich nicht anhören, weil sie unglaubwürdig sind. Und zu untersuchen, was war zuerst, die Ansteckung oder das Lied - na also, das wäre doch wohl eine Überfrachtung der Verantwortung des Zuhörers.
Ich sage es also nochmal: Eine Idee zu einem Lied kann sehr wohl der eigenen Überzeugung entsprechen, auch, wenn der Künstler nicht schafft seiner eigenen Überzeugung entsprechend zu leben.
Bergpredigt ist ein gutes Beispiel für die Schizophrenie zwischen Aussage und Institution: Wo bitte schön hält die Kirche die andere Wange hin? Ich erlebe immer wieder, dass die Institution Kirche,, mit aller ihr zur Verfügung stehenden Macht "zurückschlägt" (Ich meine nicht die einzelnen Personen, die die kirchliche Gesellschaft ausmachen).

Fotocowboy schrieb:
Wer seine Glaubwürdigkeit verliert, dem höre ich (zumindest bei dem Thema) nicht mehr zu.


Falls du damit auch mich meinst, so hoffe ich, dass wenigstens jemand anderes meine Beiträge liest, aber auch wenn nicht, es war mir ein Bedürfnis mich zu äußern und wenn mir keiner zuhört, hab' ich Pech gehabt - passiert dem Künstler, je kritischer er in seinen Aussagen ist, desto häufiger - auch auf der Bühne ständig.
Mario
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12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

greymagicvoice
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#31

Beitrag von greymagicvoice » Do 11. Dez 2008, 08:39


Fotocowboy schrieb:
Ist nur meine Meinung:
Ein Liedermacher sollte kein FALCO sein (Kunstfigur)

Lieber Fotocowboy. das magst Du Dir ja wünschen, aber der Künstler (auch der Liedermacher) kann gar nicht anders! Er ist eine Kunstfigur. Wie das kommt, ist weiter oben schon mehrfach angedeutet bzw. besprochen worden.
Wie sehr das zum menschlichen Selbst gehört, siehst Du an Dir. Ein Nickname, aber kein Klarname im Profil und ein finster dreinblickendes Foto als Avatar, dazu kämpferischer Duktus in den Postings - wenn das keine Rolleninszenierung ist.
@Mario:
vielleicht sogar, um das Licht auf diesen, meinen Fehler zu lenken (hier ist wieder Stephan mit einem Kommentar gefragt).

Projektion nennt man diesen Abwehrmechanismus. Messerscharf erkannt, mein Lieber, dass dies in mein Fach fällt ;-). Kommt häufiger vor, als wir wahrhaben wollen.
liebe Grüße
bis bald
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Stephan
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#32

Beitrag von Fotocowboy » Do 11. Dez 2008, 11:15

Ja. Alles gesagt.
Bin aber wirklich sehr interessiert, inwieweit Kurt Demmler das selber (wo auch immer) aus seiner Sicht erklärt, rechtfertigt oder eventuell sogar verurteilt.
Noch vor 3 Tagen bin ich davon ausgegangen, dass eine derzeitige Hypersensibilisierung in der Gesellschaft die Untersuchungshaft überhaupt erst ermöglicht haben.
So nach dem Motto: Wer früher einem Mädchen einen Bonbon schenkte und über das Haar strich, war ein guter Mensch. Wer das heute macht, riskiert Lynchjustiz.
Aber einige Wortmeldungen hier lassen mich weniger vorschnell werden.
Für mich zählt eine Frage, weil ich auch andere Situationen und Menschen danach beurteilen würde:
Hat er seinen Willen über den der Mädchen gestellt, also deren Selbstbestimmung missachtet?
Wie weit darf Liebe eigentlich gehen?
Geht sie erst dann zu weit, wenn es dem anderen seelisch oder gefühlsmäßig oder körperlich unangenehm wird?
Dieser Beitrag enthält 143 Wörter


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demmler-nachrichten

#33

Beitrag von Reino » Fr 12. Dez 2008, 17:06


Fotocowboy schrieb:

Es gibt viele Themen, über die ein Liedermacher Songs machen kann. Allein schon die Auswahl portraitiert ihn in meinen Augen, denn es ist ein Anhaltspunkt, was ihm wichtig, vielleicht im Augenblick sogar am wichtigsten ist.
Nicht zu jedem Thema, das einem wichtig ist, fällt einem was ein. Das bedeutet auch: Die Auswahl ist nur zu beurteilen, wenn man das gesamte Repertoire kennt. Wenn einer 15 seiner 573 Liebeslieder in einem Konzert singt und 2 seiner 3 Lieder über Globalisierung, ist ihm dann gerade seine Beziehung oder die Globalisierung besonders wichtig? Und was sagt es uns, wenn ein Liedermacher ein Lied singt, obwohl es schrecklich mißraten ist? Ist ihm dann die Aussage besonders wichtig? Oder wie ich schon vor Jahrzehnten schrieb:
Bevor ich mich erschieße oder im Klosett erhänge
oder kiloweise Schlaftabletten kauf,
bekämpf ich lieber meine Depressionen durch Gesänge
und leg Platten eines Liedermachers auf.
Dann fühl ich mich gleich besser,
meine Stimmung steigt enorm.
Ich werd zunehmend kesser
und bin bald in alter Form.
Ich habe keinen Grund, daß ich so lautstark lamentier:
dem Liedermacher geht es doch viel dreckiger als mir.
Der Mann ist so verzweifelt, daß er seinen Schmerz besingt.
Sein Schmerz ist sicher echt, weil ihm das Lied nie ganz gelingt.
Man muß die Sache recht sehn,
weil man's sonst nicht recht versteht:
mir kann es doch nicht schlecht gehn,
wenn es andern schlechter geht!
Dieser Beitrag enthält 239 Wörter



Fotocowboy
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#34

Beitrag von Fotocowboy » Fr 12. Dez 2008, 19:53

Schöner Reim finde ich !
:-)
Nicht zu jedem Thema, das einem wichtig ist, fällt einem was ein.

Sehe ich nicht ganz so - wenn mir als Liedermacher nichts zu dem Thema einfällt, was mir am Wichtigsten ist, dann habe ich doch irgendwie kein Talent oder mir dafür nicht genügend Zeit genommen.
Sogar ohne Text kann ein Sänger sich allein mit seiner Stimme verständlich machen. Auch ohne Melodie kann mit Sprechgesang das Wesentliche kommuniziert werden.
Verrat an einer wichtigen, dringenden Sache ist es, sie totzuschweigen.
Sogar noch schlimmer ist es, mit anderen Themen die Aufmerksamkeit der Menschen davon abzulenken.
Dieser Beitrag enthält 103 Wörter


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#35

Beitrag von greymagicvoice » Fr 12. Dez 2008, 20:55


Fotocowboy schrieb:
Sogar ohne Text kann ein Sänger sich allein mit seiner Stimme verständlich machen. Auch ohne Melodie kann mit Sprechgesang das Wesentliche kommuniziert werden.
Verrat an einer wichtigen, dringenden Sache ist es, sie totzuschweigen.
Sogar noch schlimmer ist es, mit anderen Themen die Aufmerksamkeit der Menschen davon abzulenken.

Das ist mein letzter Kommentar zu dieser Sache, weil's mir nun doch allmählich zu blöd wird und ich will es auch mal etwas weniger gut formuliert sagen:
So, wie Du es gerade schreibst, lieber Fotocowboy, hast Du vom Liedermachen überhaupt keine Ahnung, aber wirklich gar keine. Bevor Du so weiter rumtheoretisierst, schreib mal selber ein Lied zu einer "wichtigen Sache" und suche/finde ein Puplikum, dem Du es dann noch vorsingen kannst. Solltest Du das schon getan haben, lass uns daran teilhaben, als Demonstration für alle, die die wichtigen Sachen verraten, über die sie (womöglich mangels Begabung) nichts singen ...
Und jetzt darfst Du ruhig auch zu meinem Posting polemisieren. Da geht's mir wie dem besagten Baum ...
freundliche Grüße
Stephan
P.S.: Ich finde es übrigens beeindruckend, wie Du Dich in Deinem eigenen Metier, der Fotografie, für wichtige Themen wie globale Gerechtigkeit, Weltfrieden, zwischenmenschliche Katastrophen usw. einsetzt ..........
Dieser Beitrag enthält 205 Wörter


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#36

Beitrag von Fotocowboy » Fr 12. Dez 2008, 22:05

Ist das jetzt das Argument:
Maße Dir nicht an, über versalzenes Essen zu meckern, wenn Du selber nicht kochen kannst?
:-)
Dieser Beitrag enthält 21 Wörter


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#37

Beitrag von Reino » Fr 12. Dez 2008, 23:23

Dein Beispiel "Essen" zeigt, daß du nicht weißt, wovon die Rede ist. Ein gutes Essen kann nach einem schon existierenden Rezept nachgekocht werden, muß nicht neu erfunden werden.
Ein Lied, daß identisch mit einem schon existierenden Lied ist, ist keine gute Idee.
Und natürlich darfst du gerne über existierende Lieder meckern (wobei der Vorwurf, ein Liebeslied sei kein Protstsong – historisch belegt – völliger Schwachsinn ist). Aber eben nicht über nicht existierende Lieder, ohne die Bedingungen, Voraussetzungen und Anforderungen der "Liedproduktion" zu kennen.
Dieser Beitrag enthält 84 Wörter



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#38

Beitrag von greymagicvoice » Sa 13. Dez 2008, 13:13

Das wirklich allerletzte, weil ich danach gefragt worden bin:

P.S.: Ich finde es übrigens beeindruckend, wie Du Dich in Deinem eigenen Metier, der Fotografie, für wichtige Themen wie globale Gerechtigkeit, Weltfrieden, zwischenmenschliche Katastrophen usw. einsetzt ..........

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/19702
Dieser Beitrag enthält 45 Wörter


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demmler-nachrichten

#39

Beitrag von Michael » Di 3. Feb 2009, 09:02

Die Nachrichtenagentur ap meldet soeben, dass Kurt Demmler in seiner Zelle tot aufgefunden worden ist. Er soll Selbstmord begangen haben.
Michael
Dieser Beitrag enthält 21 Wörter


Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Judith
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demmler-nachrichten

#40

Beitrag von Judith » Mi 4. Feb 2009, 09:37

Ich bin neu in diesem Forum, weil ich zu Demmler googelte, als ich von seinem Tod erfuhr. Dabei fand ich diese Seite.

Die Vorwürfe gegen ihn schockierten mich. Auch ich liebe seine Texte seit langem, und zum ersten Mal erfahre ich es am eigenen Leibe, wie schwer man sich damit tun kann, einem als genial erlebten Menschen übles zuzutrauen. In den letzten Monaten wehrte ich mich innerlich sehr gegen diese Vorwürfe und hätte sie gerne als miese BILD-Demontage überführt gesehen.
Nach und nach äußerten sich allerdings Kollegen, die es anklingen ließen, daß Demmler ein Hochtalent, aber kein sehr einfacher Zeitgenosse war. Im Sinne von: Ein Miteinander war äußerst schwierig. Dennoch... Geniale Liedermacher sind nun mal nicht unbedingt die netten Sozialhelfer von nebenan... sondern kantig, sperrig, getrieben...

Hier im Forum häufen sich Berichte Betroffener. Auch diese wollte ich im ersten Impuls gerne abtun als "Interessantmacherei" - das Internet ist eben ein sehr zu hinterfragendes Medium der Wahrhaftigkeit. Anonym läßt sich viel behaupten...

Doch lasen sich manche Texte sehr authentisch, ehrlich, betroffen. Ich schwankte zwischen der vernünftigen Moderatoren-Meinung, ein Forum nicht für persönliche Enthüllungen zu nutzen. Allerdings wurde die "offene Frage", wer denn was über die Demmler-Vorwürfe wissen, zugelassen. Und da posten eben auch Zeitzeugen und nicht nur Zeitungsleser. Doch wie gesagt, das ist dünnes Eis... Jeder kann hier unter jedem Nick sonstwas Gelesenes als SEINS ausgeben...

Nun ist Demmler tot. Erst heute las ich sein Dementi zu allen Vorwürfen. Er habe nie eine Zeugin bestechen oder erpressen wollen... In den Nachrichten hieß es, nun würde es nie sicher sein, ob oder ob nicht...

Ich begreife zum ersten Mal mit voller Wucht die Nöte mißbrauchter Frauen oder Kinder, wenn der Peiniger berühmt und beliebt ist. Wenn, wie auch hier geschehen, Mitschuld aufgeführt wird, oder gar völlige eigene Verantwortung DAFÜR. Und neben Zuspruch auch eine Mauer des Zweifels gebaut wird. Es muß für Betroffene die Hölle sein.

Inzwischen dreht sich die Diskussion mehr und mehr darum, wie authentisch ein Künstler, ein Liedermacher zu sein habe. Oder sonst ein Mensch, der emotional, gesellschaftskritisch, wegweisend agiert.
Rosseau hat bahnbrechende Werke zur Erziehung von Kindern geschrieben. Seine eigenen Kinder wuchsen im Heim auf. Wieviel Wert haben also seine Aussagen...?

Demmler schrieb wundervolle Texte, voller Herz, Menschlichkeit, Wahrhaftigkeitssuche. Und, dieses Gefühl schleicht sich immer mehr durch meine Zweifelsmauer: Er begehrte sehr junge Mädchen.

Dafür konnte er erstmal nichts. Ich kann mich da nicht "besser" fühlen, bloß weil ich mich sexuell nur von Kerlen meines Alters aufwärts erregt fühle und nicht von 13jährigen Knaben. Das habe ich mir so wenig ausgesucht wie Demmler seine wohl wirklich vorhandene Neigung.

Hätte er trotz dieser Neigung solche Texte publizieren und singen dürfen, in die Öffentlichkeit gehen als Idol so vieler meist junger Menschen? - Ich meine: Ja, natürlich - sexuelle Vorlieben und sollten keine Bremse für künstlerisches Talent sein!
Aber dennoch der Umkehrschluß: Wer sich so mit der Gesellschaft, dem Miteinander, dem Leben und Sehnen, dem kleinen Prinzen, auseinandersetzt, damit öffentlich wird, zum Idol und Wegweiser, darf seinen Neigungen nicht so stattgeben, daß sie andere beschädigen. DASS sehr junge Mädchen manipuliert oder erpresst wurden, dürfte ihm bewußt gewesen sein.

Vor 20 Jahren, das will ich ja auch nicht kleinreden, war das Thema noch nicht so öffentlich und Pädophile sicherlich oft "ohne Ausweg". Selbst Homosexualität konnte noch ein Skandal sein, und in Zeitungen standen allen Ernstes noch Leserbriefe, die dafür Elektroschocks "zur Heilung" empfahlen.

Trotzdem... Es gibt auch Menschen, die erregt werden, wenn sie foltern oder morden. Wofür sie auch nichts können. Ich verstehe es, wenn es für sie ein tiefer Konflikt ist, wenn ihre Vorliebe gesellschaftlich als schweres, unverzeihliches Verbrechen erlebt wird. Dennoch sind sie in der Verantwortung, dies zu erkennen und entsprechende Hilfen zu suchen. - Tun sie es nicht, geben sie ihren Trieben nach, foltern und morden sie UND singen ansonsten von einer liebevolleren Welt, kann ich als Rezipientin dem nicht mehr offenen Herzens folgen. So ich es denn erfahre.
Wenn ich es WEISS, daß sie es tun, und ich verehre sie schweigend dennoch, bin ich schlimmer als sie selbst. Denn ich werde nicht von deren Neigungen getrieben, weiß um deren Zerstörungspotential - blende es aber aus, weil ich es nicht wahrhaben will. Die Lieder sind ja so schön...

Natürlich kann und muß ein Künstler im Alltag nicht 1:1 mit seinen Werken sein. Oft zeigt er sein Sehnen und seine Gedanken, die er als Mensch in der Realität seltenst so leben kann.
Doch wenn er massiv Grenzen verletzt, im Alltag, so sehr, daß er mehrere Opfer auf dem Gewissen hat, kann ich seine gedanklichen und emotionalen Führungsversuche nicht mehr mit der selben Hingabe folgen.

Hier kam mal der Vergleich mit einer Nutte, die doch auch gut aussehen und was Wahres sagen kann. Nur besteht der Job einer Hure darin, dem Kunden für Geld das zu geben, was er haben will - Befriedigung und das Gefühl, super zu sein. Egal, wie sie wirklich drüber denkt und fühlt. Das ist ihre Form des professionellen Verhaltens.
Von einer Vertrauen erwartet das Gegenüber Ehrlichkeit und kein Bedienen.

Liedermacher werden als Vertraute empfunden. Als Menschen, die mit mir ehrlich kommunizieren. Die sich zeigen. - Ginge es nur ums Produkt, wie es mir gefällt, könnte ich eine Telenovela einschalten oder mich sonstwie in den Mainstream stürzen. Ich werde in meinen Träumen bedient und zahle. Für die CD oder den Film oder den Schmöker.

Ertappe ich einen Vertrauten bei einer extremen Unstimmigkeit im Handeln und Sagen, geht mein Vertrauen flöten.

Demmler ist tot. Ich trauere um ihn.
Seine Lieder sind trotz der wohl begründeten Vorwürfe immer noch genial. Aber mein Hörgenuß vergiftet. Ich spüre zwar eine tiefe Tragik bei Demmler, doch die betroffenen Mädchen zahlten einen sehr hohen Preis dafür. - Und auch sie konnten nichts für seine Neigung.
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