Persönlicher Bericht Konzert Joana in Mannheim

Joana (* 11. Oktober 1944 in Neustadt im Schwarzwald, heute Titisee-Neustadt; bürgerlich: Johanna Emetz) ist eine deutsche Sängerin, Liedermacherin und Moderatorin.
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Holtzwurm
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Persönlicher Bericht Konzert Joana in Mannheim

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Beitrag von Holtzwurm » Fr 21. Jan 2005, 23:34

Joana in Mannheim


Weil das Konzert zur Premiere ihrer neuen CD „Kopfstand" im Dezember 2004 restlos ausverkauft war und die Nachfrage nicht abriss, stand Joana am Sonntag, dem 16. Januar 2005, erneut auf der Bühne des ehemaligen Filmtheaters „Capitol" in Mannheim.
Schon eine Stunde vor Beginn füllte sich der ca. 400 Personen fassende Saal, und auch auf der noch einmal mit ca. 200 Plätzen bestuhlten Empore fanden sich noch ca. 50 - 80 Zuschauer ein. Pünktlich um 20 Uhr wurde Joana aus der Garderobe geklatscht, und sie ließ nicht lange auf sich warten. Bevor sie mit ihrem neuen Programm „Kopfstand" startete, stellte sie sich und ihrem Publikum die musikalische Frage: „Wenn ich nicht so viel Lampenfieber hätte". Nachdem sie selbiges „weggesungen" hatte, fanden sich ihre beiden Mitmusiker, der Gitarrenvirtuose Adax Dörsam und der Pianist Peter Grabinger, ebenfalls auf der Bühne ein, die sie kopfstandmäßig während des Konzertes begleiteten.
In der Hauptsache gab es natürlich Stücke aus Joanas neuester Produktion, die Ende 2004 erschienen ist, zu hören, und die Künstlerin nahm ihr Publikum mit auf eine Reise durch ihre Gedanken, Erlebnisse und Empfindungen. Gleich zu Anfang nutzte sie den Heimvorteil in ihrer Heimatstadt und machte deutlich, dass es „in der Heimat schää" ist, was von der vorwiegend einheimischen Zuhörerschaft mit Begeisterung unterstrichen wurde. Joanas Anmerkungen zu diesem Stück wurden vermutlich auch nur von den Einheimischen verstanden .
Über „OstWestliches", das die in den Köpfen immer noch nicht wirklich vollzogene Deutsche Einheit teils kritisch, teils komisch betrachtet, ein Liebeslied an die Tomate oder Philosophisches über die „Mutter Kugel", die an ihrem jüngsten Früchtchen, einem Tier mit hohem Gang, schwer zu knabbern hat, bis zum Abschied von ihrer Gesangslehrerin und Freundin, durften die Gäste 2 Stunden lang einen kleinen Einblick in die Seele der Künstlerin tun. Ob der Galgenhumor einer verlassenen Ehefrau, die sich dreimal täglich selber sagen muss „Hurra, ich bin dich los", oder die musikalisch verarbeiteten Erfahrungen eines Reha-Aufenthaltes - in ihren Texten schafft die Liedermacherin immer wieder scheinbar mühelos den Spagat zwischen witzig und nachdenklich.
Doch nicht nur eigene Lieder der Sängerin mit der Gitarre gab es an diesem Abend zu hören - so machte sie eine Anleihe bei ihrem Kollegen Konstantin Wecker und sang dessen Lied „Sag nein", dem ihrer eigenen Aussage nach nichts hinzuzufügen ist und das sie deshalb in ihr Programm aufgenommen hat - eine gute Entscheidung, wie ich finde, denn dieses Lied spricht sich deutlich gegen Diskriminierungen jeglicher Art und wieder aufkommende Sympathie mit neo-nationalsozialistischen Gedanken aus.
Doch auch die beiden studierten Musiker an ihrer Seite sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Neben der manchmal fast unauffälligen - und gerade deshalb so genialen - Begleitung der Künstlerin gaben die beiden zwischendurch auch instrumental zu zweit eine Kostprobe ihres Könnens, die durchaus Lust auf mehr machte. Von Rock-, Blues- und Jazzelementen bis hin zur Klassik interpretierten der Gitarrist und der Pianist sowohl solo als auch als Begleitmusiker jeden Musikstil in perfekter Weise, nicht ohne die eine oder andere komische Einlage .
Als die letzte von mehreren Zugaben („Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius) verklang, zeigte die Uhr nach 22.30. Dies hinderte die sympathische Künstlerin nicht daran, gleich im Anschluss im Foyer des Theaters viele, viele Autogramme zu geben, Fragen zu beantworten und sich immer wieder mit Fans fotografieren zu lassen. Kurze Zeit später gesellten sich auch Adax Dörsam und Peter Grabinger dazu.
Mit ihren persönlichen Freunden - u. a. einem Teil ihrer ehemaligen Schulkameraden - ließen wir den Abend in einem netten griechischen Lokal in der Nähe ausklingen. Als wir uns endgültig verabschiedeten, war es 1 Uhr in der Nacht, und Joana und ihre Freundin und Technikerin machten sich auf den Heimweg in die Nähe von Karlsruhe, während meine beiden Freundinnen und ich nur einen kurzen Weg ins Hotel hatten. Nachdem ich Joana mehr als zwei Jahre lang überhaupt nicht gesehen hatte, war es besonders schön, sich wieder einmal zu treffen und wenigstens ein paar persönliche Worte zu wechseln - kennen wir uns doch schon über 20 Jahre. Wir haben den ganzen Abend sehr genossen und hoffen auf baldige Wiederholung .
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