Song Contest 2008

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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fille
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#1

Beitrag von fille » So 25. Mai 2008, 12:46

Ich möchte ja niemanden weh tun....
Daddy hüpfte durch die Show, denn wenn man Dünnes singt,
Tut man gut dran, wenn man ab und zu die Hüften schwingt,

Schade Mädels! Hat nicht geklappt.
Als ich damals die Vorentscheidung gesehen habe, war mir klar, wie das alles enden wird.
Alle waren besser als die Mädels. Mein persönlicher Favorit war "Fortenbacher", denn das war ein Lied mit deutschen Text in guten Chanson-Tradition.
Angeschaut habe ich es nur wegen Tommy Reeve, den ich schon als Schüler live gesehen habe. Er hat sich gut rausgemacht, wirkt aber etwas schüchtern.

Liebe Grüße
Marianne
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There is a crack in everything
That's how the light gets in

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Holgi
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#2

Beitrag von Holgi » So 25. Mai 2008, 15:08

Meine Favoriten waren:
1. Frankreich
2. Türkei
3. Bosnien-Herzegowina
Natürlich unter dem Aspekt, dass es in der Veranstaltung schon seit langem nicht mehr nur um "Chansons" geht.
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Skywise
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#3

Beitrag von Skywise » So 25. Mai 2008, 16:04


Holgi schrieb:
1. Frankreich
2. Türkei
3. Bosnien-Herzegowina
Nun ja ... Sebastien Téllier ist schon ein ziemlich eigener Musiker. Ich glaube, daß man viel Verständnis für Skurriles aufbringen muß, um seine Musik wirklich bis ins Details zu erfassen. Ich hab' ihn vor ein paar Jahren mal live gesehen und war beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der er einerseits Belanglosigkeiten durch seine Musik aufwertet und andererseits bestimmte Melodien, nach denen sich andere Musiker die Finger lecken würden, in Belanglosigkeiten enden läßt ... das Stück, das er beim ESC gebracht hat, war vielleicht ein wenig zu bizarr, um wirklich großen Anklang zu finden.
Die Türkei hat mich ausgesprochen positiv überrascht und eigentlich hatte ich sie auch in der Liste der Titelanwärter (neben Serbien und Rußland übrigens, wenn auch letztere nicht wegen der musikalischen, sondern eher wegen der Show-Qualitäten). Warum es nicht für einen Platz weiter vorne gereicht hat, ist für mich ebenso schleierhaft wie das überraschend gute Abschneiden des griechischen Beitrags, der für mich einfach nur klang wie von Jessica Simpson geklaut ...
Laka von Bosnien-Herzegowina hat mich auch sehr positiv überrascht. Neben einer ziemlich abgedrehten Bühnenshow kam er mit einem Stück um die Ecke, das schon fast "dreist" zu nennen ist. Besonders gut singen konnte er nicht, der Aufbau des Stücks hat mich ein bißchen an Arcade Fire erinnert, aber die Melodie war sehr eingängig, das Arrangement ging auch in Ordnung ... und die Frechheit, einen Drei-Akkorde-Titel so zu bearbeiten, daß man nicht merkt, wie simpel das Lied eigentlich gestrickt ist, hätte eigentlich einen Platz auf dem Podium verdient gehabt.
Daß es für einen Sieg der No Angels nicht reichen würde, war eigentlich vorherzusehen - das Lied war schon bei der Vorausscheidung (schönes doppeldeutiges Wort übrigens) schlicht belanglos. Hat mich eigentlich gewundert, wie viele Leute am Tag danach das Ding in den Himmel gelobt haben - von wegen "endlich international mithalten und weg vom Schlager" ... egal. War ein schöner bunter Abend, mehr habe ich nicht erwartet, als ich gestern meinen Fernseher entstaubt habe :-D
Gruß
Skywise
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#4

Beitrag von Petra » So 25. Mai 2008, 16:20

Das Abstimmverhalten kam gerade beim deutschen Titel besonders gut zum Vorschein: Von Bulgarien 12 Punkte, nur weil Lucy in Bulgarien eine bekannte Größe ist. Der Rest war Schweigen, bis auf die 2 Pünktchen aus der Schweiz.
Gruß, Petra
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#5

Beitrag von Helmut » So 25. Mai 2008, 17:00

Das Abstimmverhalten kam gerade beim deutschen Titel besonders gut zum Vorschein

Das Abstimmungsverhalten macht die Wanderbewegungen der letzten Jahrzehnte in Europa deutlich: Die Länder bekommen von den Ländern ihre Punkte, in denen sie starke Minderheiten haben. Deutschland stimmt für die Unrsprungsländer der Gastarbeiter, also Grichenland und Türkei, die Staaten der ehemaligen UdSSR geben sich gegenseitig die Punkte, ebenso Ex-Jugoslawien.
Völlig nebensächlich ist, wer die beste Musik macht. Ich schau mir das Ganze nicht mehr an.
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#6

Beitrag von JuergenF » So 25. Mai 2008, 22:23

Mag schon sein, daß die Wertungen ungerecht sind, aber die Plazierung der No Angels war jedenfalls redlich verdient :)
Naja, der Israeli hatte was, sonst habe ich nix von Belang gesehen/gehört, allerdings alles besser als No Angels ...
Jürgen
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#7

Beitrag von Helmut » So 25. Mai 2008, 23:00

Mag schon sein, daß die Wertungen ungerecht sind,

Nicht die Wertungen sind ungerecht, sondern der Wertungsmodus. Russland bekam von den anderen 9 GUS-Ländern im Schnitt 11 Punkte. mehr als ein Drittel der Punkte sind aus dem "eigenen" Land. Von den restlichen 33 Ländern hat Russland im Schnitt 5,3 Punkte bekommen. Da stimmt das Wertungssystem nicht, wenn sich Russen im ex-russischen "Ausland" die Finger wund voten. Die Griechen und Türken machen es in Deutschland genau so.
Mit der Ergebnistabelle kann ich mit der Frage "Wer stimmt für wen?" eine Erdkunde-Stunde zum Thema jüngere Geschichte in Europa bestreiten. Da geht es nicht um Musik und schon gar nicht, um die Engel, die keine sind.
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#8

Beitrag von Petra » Mo 26. Mai 2008, 01:20


Mit der Ergebnistabelle kann ich mit der Frage "Wer stimmt für wen?" eine Erdkunde-Stunde zum Thema jüngere Geschichte in Europa bestreiten. Da geht es nicht um Musik und schon gar nicht, um die Engel, die keine sind.

Danke, genau das wollte ich gesagt haben. Ich habe es an der Bulgarin Lucy festgemacht, die bei den 'No Angels' mitsingt, aber im Prinzip wollte ich das gesagt haben: Es geht nicht um die Musik, sondern um das veränderte Europa.
Gruß, Petra
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#9

Beitrag von Michael » Mo 26. Mai 2008, 09:51

Ja, und wie soll man's sonst machen? Die Diskussion gibt's doch jedes Jahr und wahrscheinlich gab's die schon, bevor ich geboren wurde. So schlimm kann das mit den Ex-UdSSR-Staaten ja nicht sein, schließlich hat erst zum zweitenmal einer gewonnen. Vielleicht sollten die Westeuropäischen Länder einfach statt zu jammern mal wieder gute Beiträge schicken, dann klappt's schon.

Michael
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#10

Beitrag von Skywise » Mo 26. Mai 2008, 10:14


Michael schrieb:
Vielleicht sollten die Westeuropäischen Länder einfach statt zu jammern mal wieder gute Beiträge schicken, dann klappt's schon.
Ginge auch ein wenig anders ...
Jetzt hamma schon so viele Europäer unterschiedlichster Herkunft und Abstammung in Deutschland, aber auf die Idee, einfach mal einen osteuropäisch angehauchten Titel ins Rennen zu schicken, scheint auch noch keiner gekommen zu sein; stattdessen sehe und höre ich beim ESC immer noch ziemlich viel Musik von Deutschen, die schon fast penetrant versucht, das Niveau von amerikanischer Dutzendware zu erreichen.
Der einzige mir bekannte Vorstoß in dieser Richtung ist ausgerechnet von Ralph Siegel unternommen worden, der die türkisch-deutsche Gruppe Sürpriz anno 1999 ins Rennen geschickt und damit immerhin einen dritten Platz eingefahren hat. Und das ironischerweise nur deshalb, weil Corinna May seinerzeit wegen Regelverstoßes ausgeschlossen wurde.
Deutschland goes Weltmusik ... warum eigentlich nicht? :-D
Gruß
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#11

Beitrag von Michael » Mo 26. Mai 2008, 15:03


Skywise schrieb:
Der einzige mir bekannte Vorstoß in dieser Richtung ist ausgerechnet von Ralph Siegel unternommen worden, der die türkisch-deutsche Gruppe Sürpriz anno 1999 ins Rennen geschickt und damit immerhin einen dritten Platz eingefahren hat.

Oh ja, ich erinnere mich - und vor allem an das hämische Geläster hierzulande über das Lied. :-x
Gruß von Michael
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#12

Beitrag von Helmut » Mo 26. Mai 2008, 18:31

einfach mal einen osteuropäisch angehauchten Titel ins Rennen zu schicken, scheint auch noch keiner gekommen zu sein;

Hallo Sky
Glaubst du, dass dies einen fanatischen Russen mit Nationalstolz motivieren könnte, seine Stimme nicht einem Ex-Gus-Land zu geben?
Für ihr nationales Prestige haben die Russen schon immer mehr investiert, als sie sich leisten konnten, in der Rüstung, im Sport, in der Raumfahrt. Einen Stradivari spieleneden Eiskunstäufer zu einem Song-Contest zu schicken, halte ich für aberwitzig. Für uns hat dieser Song-Contest glücklicher Weise nicht den Stellenwert, den er für das unterentwickelte Ost-Europa hat, die brauchen das für ihr Selbstverstndnis, wir nicht, und darauf bin ich sogar etwas stolz.
Ich sehe bezüglich Song-Contest nur eine Möglichkeit, nämlich diesen Scheiß den anderen alleine machen lassen. [irrationale Hoffnung]Man könnte anstatt dessen eine gute Musik-Sendung ausstrahlen. [/irrationale Hoffnung]
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Skywise
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#13

Beitrag von Skywise » Mo 26. Mai 2008, 19:05


Helmut schrieb:
Glaubst du, dass dies einen fanatischen Russen mit Nationalstolz motivieren könnte, seine Stimme nicht einem Ex-Gus-Land zu geben?
Nö. Aber ich hege damit die Hoffnung, trotzdem den einen oder anderen Punkt in den niederen Rängen abzustauben.
Wir erinnern uns an den fünften Rang von Stefan "Wadde hadde dudda da isse dasse niwo?" Raab, den höchstwahrscheinlich größtenteils Deutsche und Österreicher verschuldet haben, indem sie über die Grenzen gegangen und dann von dort aus für den deutschen Beitrag gestimmt haben (so jemanden, der publicity-technisch auf europäischem Parkett mal wirklich 'ne Wurst vom Teller zieht und nicht nur kritisch eine einzelne Salamischeibe betrachtet, bräuchten wir vielleicht auch mal ... egal - anderer Gedankengang). Dieser Beitrag hatte insgesamt zweimal (!) zwölf Punkte - einmal aus Malle, einmal aus Österreich, der Rest hat sich aus anderen Ländern mal eben so zusammengeläppert ... hier mal drei Punkte, da mal acht, anderswo waren's zwei ... und das reichte dann unterm Strich für Platz fünf. Meinetwegen sollen sich die GUS-Staaten die zweistelligen Zahlen zuschieben - Konstanz in der zweiten Reihe kann auch zum Sieg führen :-D
Ich weiß. Wunschdenken.
Für ihr nationales Prestige haben die Russen schon immer mehr investiert, als sie sich leisten konnten, in der Rüstung, im Sport, in der Raumfahrt. Einen Stradivari spieleneden Eiskunstäufer zu einem Song-Contest zu schicken, halte ich für aberwitzig.
Das ist aber nur das, was Du gesehen hast. Der eigentliche Aberwitz startete bereits einige Monate vorher, als man Schritt für Schritt wirklich Millionen in diesen Künstler reingesteckt hat, um in anderen östlichen Staaten für ihn die Werbetrommel zu rühren, durch Konzerte, Interviews, Plattenveröffentlichungen und Videos, daß man Tokio Hotel für Waisenknaben im Marketingbereich halten könnte. Dazu ließ man noch Timbaland, derzeit einer der gefragtesten amerikanischen Knöpfchendreher, am Mischpult Platz nehmen (und warb auch mit seinem Namen).
Rußland wollte den Sieg so dringend, daß man wirklich alle Register gezogen hat. Ich fand's peinlich und überflüssig, aber anscheinend hat's ja geholfen. Ob der Künstler jemals diese Ausgaben rechtfertigen kann, weiß ich nicht ... meines Erachtens schafft er das nur durch eine internationale Karriere. Ob sein Liedgut dazu ausreicht, kann ich nicht beurteilen. Sein Akzent war schon ziemlich hart ... andererseits hat das ja auch Julio "Wenn ein Pferd vorüberschifft" Iglesias auch nicht vom Singen auf Deutsch abgehalten.
Für uns hat dieser Song-Contest glücklicher Weise nicht den Stellenwert, den er für das unterentwickelte Ost-Europa hat, die brauchen das für ihr Selbstverstndnis, wir nicht, und darauf bin ich sogar etwas stolz.
Sooooo isses :-)
Ich sehe bezüglich Song-Contest nur eine Möglichkeit, nämlich diesen Scheiß den anderen alleine machen lassen. [irrationale Hoffnung]Man könnte anstatt dessen eine gute Musik-Sendung ausstrahlen. [/irrationale Hoffnung]
Och, ich habe mich gut unterhalten gefühlt am Samstag. Klar, das Niveau war nicht besonders hoch, aber zunächst mal hat man - mal abgesehen von den ohnehin gesetzten Ländern - nur wenig wirklich üblen Quark auf die Ohren bekommen, da vorher kräftig gesiebt wurde, und dann habe ich auch nichts Anspruchsvolles erwartet - die Hoffnung sollte man heutzutage grundsätzlich erst mal begraben, wenn man die TV-Fernbedienung in die Hand nimmt, bei Sendungen im Bereich "Massenunterhaltung" sowieso.
Schön fand ich übrigens, daß sich in den vorderen Rängen einige Beiträge eingefunden haben, bei denen eher die Melodie im Vordergrund stand und nicht das Utz-utz-Fleischgeschüttel. Das war auch schon mal anders ...
Gruß
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#14

Beitrag von Helmut » Mo 26. Mai 2008, 22:09

Hallo Skywise
Ich denke wir sind uns im Große und Ganzen einig, besonders, was den Aufwand betrifft, den osteuropäische Länder für einen Erfolg beim Song-Contest betreiben.
In einem Punkt allerdings bin ich anderer Meinung: Muß der deutsche GEZ-Kunde zu den Hauptgeldgebern dieser Kacke werden, nur damit du schreiben kannst:
Och, ich habe mich gut unterhalten gefühlt am Samstag.
?
Meine Frau hat sich das Ganze am Österreicher angesehen, die haben es wenigstens mit der nötigen Ironie kommentiert, ich hab während der Zeit ein Buch gelesen und nur zwischendurch einen Blick riskiert.
Die Österreicher haben uns übrigens etwas voraus, die haben nicht teilgenommen.
Ich hab doch noch eine Idee: Deutschland schickt nächstes Jahr unseren HänsDämpf.
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#15

Beitrag von Skywise » Di 27. Mai 2008, 00:17


Helmut schrieb:
In einem Punkt allerdings bin ich anderer Meinung: Muß der deutsche GEZ-Kunde zu den Hauptgeldgebern dieser Kacke werden, nur damit du schreiben kannst:
Och, ich habe mich gut unterhalten gefühlt am Samstag.
?
Eigentlich ja.
Die "Kacke" ist ja, wie Du ja bewußt oder unbewußt so schön subtil "ausgedrückt" hast, eigentlich ein Abfallprodukt. Und genau als solches sehe ich auch den ESC. Die EBU, die hinter dem Wettbewerb steht, hat völlig andere Ziele und eine völlig andere Daseinsberechtigung als die Ausrichtung dieser ganzen Ausscheidung. Beispielsweise die Standardisierung und Weiterentwicklung von Medienformaten, die Produktion und Koordination von europaweiten Übertragungen, mitunter sogar Vergabe (Verkauf) von Übertragungsrechten. Für Deutschland, einem Land, in dem der Informationsmarkt immer wichtiger wird und somit auch der Informationsfluß, ist die Arbeit der EBU eigentlich elementar wichtig. Der ESC ist dagegen nur ein Winz-Ereignis, eben ein Nebenprodukt, das sich zum bekanntesten Kind entwickelt hat, obwohl das bestimmt zu Beginn nicht so geplant war.
Ich weiß, daß heute ein ähnlicher Artikel mit dem Grundtenor "Warum zahlen wir eigentlich für diese Scheiße, wenn andere ständig gewinnen" in der BLÖD-Zeitung stand. Und wenn dieses W****blatt mit den Speckbildern in der unteren Hälfte der Seite 1 nicht ständig die Wahrheit verdrehen würde, um Stimmung zu machen (natürlich "im Sinne des Volkes"), hätte es gestehen müssen, daß ausgerechnet der Springer-Konzern mit seinen unendlich vielen weitläufigen Fingerchen nicht gerade wenig von der langjährigen Arbeit der EBU profitiert hat.
Mal ganz abgesehen davon dürften doch gerade auch die No Angels - obwohl Grand-Prix-Versager - von dieser Veranstaltung profitieren. Der Titel lief seit der Vorausscheidung häufiger mal im Radio und hat sich in Form von Singles oder Downloads bestimmt auch ganz anständig verkauft, dazu kommt noch die garantierte Plazierung auf dem Sampler zur Sendung, der europaweit bestimmt auch noch einige tausend Mal gekauft wird; darüber hinaus waren sie nach ihrem Comeback auch wieder häufiger in der Presse vertreten, was bestimmt den einen oder anderen neugierig auf ihre Discographie gemacht hat, so daß da auch noch ein paar Alben über den Ladentisch gegangen sind ... für die No Angels und ihre Plattenfirma dürfte sich der Ausflug nach Belgrad gelohnt haben - wenn auch das wirklich große Geld mangels europäischer Zustimmung ausbleiben dürfte (obwohl es ja auch da das eine oder andere Wunder gegeben haben soll, bei denen Nicht-Siegertitel plötzlich hinaus in die Welt zogen und heutzutage in aller Munde sind ... sei es "Congratulations" von Cliff Richard oder "Volare" von Domenico Modugno).
Ansonsten sehe ich das Ganze eher sportlich: ich habe mich nie der Illusion hingegeben, daß die No Angels den Sieg mit diesem Titel einfahren würden; ich weiß, daß so ziemlich jede Plazierung unterhalb von Platz 1 von der Presse direkt oder indirekt als Versagertum hingestellt werden würde, also - scheiß auf die Resultate, dabei sein ist alles, Glotze einschalten und einfach mal unterhalten lassen. Nebenbei vielleicht mal im Geiste notieren, wie schlecht manche Titel doch abgekupfert sind, damit man die Originale wieder schätzen lernt, und fertig.
Was ich ein wenig schade fand, war, daß sich Belgrad so verschlossen präsentiert hat. Eigentlich mochte ich früher diese Einspielfilmchen, die einem einen kleinen Eindruck von Land und Leute gegeben haben ... gerade Serbien und Belgrad hätte mich interessiert, denn ich kann mich an Berichte erinnern, nach denen Bomben auf die Stadt fielen - diese Meldungen sind erst ein paar Jahre her; im Grunde genommen sind diese Bilder noch bei mir präsent und stellen im großen und ganzen meinen letzten Wissensstand dar - daran hätte der ESC etwas ändern können, was er aber nicht getan hat. Mit solchen Bildern hätte man Touristen anziehen können, was man aber unterlassen hat. Schade eigentlich. Hey, wir sind seit einigen Jahren alle Europäer und sollten auch etwas über unseren Kontinent erfahren :-D
Die Österreicher haben uns übrigens etwas voraus, die haben nicht teilgenommen.
Aber man soll nicht behaupten, daß sie es nicht wenigstens versucht hätten. :-D
Ich habe Verständnis für die Einstellung von Österreich, fand es allerdings schon etwas schade, daß es dieses Jahr nichts geworden ist.
Ich hab doch noch eine Idee: Deutschland schickt nächstes Jahr unseren HänsDämpf.
Kein Problem. Er hätte wenigstens den Vorteil, daß er kaum schlechter abschneiden kann als seine Vorgängerinnen.
Gruß
Skywise
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#16

Beitrag von Michael » Di 27. Mai 2008, 10:09


Helmut schrieb:
Muß der deutsche GEZ-Kunde zu den Hauptgeldgebern dieser Kacke werden

Oooch, besser als für Pilcher-Filme. Und wenn man bedenkt, was für Geld rausgeschmissen wird für die völlig übertriebene und überdrehte Berichterstattung von der Fußball-EM ist mir der Song-Contest lieber. Aber bei der EM nimmt ja auch Österreich teil. :brueller:
Michael
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#17

Beitrag von Helmut » Di 27. Mai 2008, 12:55

Hallo Skywise
Wenn ich deine Ausführungen richtig verstanden habe, haben wir es der Organisation, die im Hintergrund des Song-Contests steht, zu verdanken, dass wir nur noch Hupfdohlen und aufgemotzten Einheits-Pop zu sehen bekommen und dass es Musik, um die es in dieses Forum geht, im Fernsehen überhaupt nicht mehr gibt.
Findest du das toll? Ich nicht. Wenn es so ist, wie du schreibst (ich zweifle nicht daran), wäre es an der Zeit, die Arbeit der EBU zu hinterfagen.
Und was du, Michael, über Pilcher und Fußball, schreibst, mag auch stimmen, das ist aber eine andere Baustelle. Iich mag aber nicht den Stellenwert von Fußball und Musik vergleichen. Mir geht es eher darum , dass mit dem Song-Contest vorgegeben wird, welche Musikrichtung der Gebührenzahler zukünfig zu komsumieren hat. Bezüglich Filme gibt es zum Glück noch Hochwertigeres als Pilcher zu sehen. Bezüglich Musik ist beim Song-Contest schon Ende der Fahnenstange.
Gruß
Helmut
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#18

Beitrag von Skywise » Di 27. Mai 2008, 14:01


Helmut schrieb:
Wenn ich deine Ausführungen richtig verstanden habe, haben wir es der Organisation, die im Hintergrund des Song-Contests steht, zu verdanken, dass wir nur noch Hupfdohlen und aufgemotzten Einheits-Pop zu sehen bekommen und dass es Musik, um die es in dieses Forum geht, im Fernsehen überhaupt nicht mehr gibt.
Nicht ganz.
Der Organisation im Hintergrund haben wir es zu verdanken, daß dieser Wettbewerb stattfindet. Ebenso wie wir es dieser Organisation zu verdanken haben, daß wir Bilder von den Filmfestivals in Cannes, Berlin oder Venedig zu sehen bekommen. Wir haben dieser Organisation die europaweite Übertragung von Motor- oder Wintersportereignissen zu verdanken. Und wir haben es dieser Organisation zu verdanken, daß ich nach wirklich jeder "Wetten daß ...?"-Sendung in einem anderen Forum miterleben darf, wie sich zwei befreundete Foren-User über die Show und die Wetten unterhalten, obwohl der eine in Australien und der andere im Süden der USA lebt.
Das, was die Länder bei den jeweiligen Veranstaltungen zeigen, ist in erster Linie erst mal Sache der Teilnehmer. Wenn mir die Leistung eines Basketballspielers nicht gefällt, kann die Organisation, die für die Verbreitung dieses Elends verantwortlich ist, ja auch nicht dafür verantwortlich machen ... obwohl's vielleicht mitunter ganz praktisch wäre - das Bild von Thomas Hermanns mit Engelsflügelchen bei der Übermittlung der deutschen Abstimmungsergebnisse hätte nun echt nicht sein müssen ... :-D
Findest du das toll? Ich nicht. Wenn es so ist, wie du schreibst (ich zweifle nicht daran), wäre es an der Zeit, die Arbeit der EBU zu hinterfagen.
- Willst Du störungsfreie Bild- und Tonübertragung von Sportereignissen wie etwa den Olympischen Spielen oder Fußballgroßereignissen (EM, WM)?
- Willst Du eine störungsfreie und qualitativ hochwerte Radio-oder TV-Übertragung eines groß angelegten Benefiz-Konzerts?
- Willst Du schnelle Informationen, Bild- oder Textmaterial aus weltweiten Krisengebieten?
- Willst Du eine technische Optimierung der Bild- und Tonübertragungen?
Dafür ist die EBU zuständig. Vielleicht nicht persönlich, aber es fällt zumindest in ihren Aufgabenbereich, die organisatorischen Strippen zu ziehen. Ob Krönungszeremonie oder Bildmaterial vom letzten Rekord im 100-Meter-Lauf ... das alles kann über die EBU organisiert werden - man muß als Land nur sagen "Ja, ich will" und schon hat man die Gelegenheit, diese Bilder ebenfalls bei sich live zu übertragen.
Mir geht es eher darum , dass mit dem Song-Contest vorgegeben wird, welche Musikrichtung der Gebührenzahler zukünfig zu komsumieren hat.
Och, das geben andere Leute vor ... der ESC dürfte hier in Deutschland kaum noch Auswirkungen haben - dazu orientiert sich der gemeine Musikhörer (und auch der gemeine Musiksender) häufig zu sehr daran, was gerade in Amiland oder Großbritannien angesagt ist. Leider.
Gruß
Skywise
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#19

Beitrag von Helmut » Di 27. Mai 2008, 19:23

Hallo Skywise
Der Organisation im Hintergrund haben wir es zu verdanken, daß dieser Wettbewerb stattfindet.

Und wer hat entschieden, dass nicht mehr wie früher eine nationale Jury von Fachleuten die Stimmen abgibt, sondern Zuschauer, die schon Monate vorher durch Promotion und Nationalismus beeinflußt wurden? Dem Volk kann man seine Wahl schlecht vorwerfen (wie auch in der Politik "Was haben die Bayern wieder eine Wildsau mit Trachtenhut gewählt"), einer persönlich bekannten Jury schon, und da kann man auch Leute austauschen, wenn ihnen nachgewiesen wird, dass sie nur nach nationalen Gesichtspunkten werten.
[darauf wird keine Antwort erwartet] Tut mir leid, da trau ich einem Arschloch wie Bohlen mehr zu als dem Volk. [/darauf wird keine Antwort erwartet]
Den Fehler, bei einer Musikveranstaltung, einen Sieger zu küren, hat man auch beim Bardentreffen nur einmal gemacht.
[manchmal kommen mir beim Schreiben die blödesten Ideen] Wer die Modalität des Song-Contest gut findet, müsste eigentlich dafür sein, beim LT09 einen Sieger zu küren. (wenn ihr euch dazu durchringen könnt, will ich den Wettbewerb organisieren, die Rolle des Nummern-Girls ist allerdings schon vergeben) [/manchmal kommen mir beim Schreiben die blödesten Ideen]
Nix für ungut
Helmut
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#20

Beitrag von Rex2005 » Di 27. Mai 2008, 20:15

hier gibt´s auch noch was zum Thema
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