Petition betreff GEMA

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Barde
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Petition betreff GEMA

#1

Beitrag von Barde » Fr 19. Jun 2009, 22:43

Liebe Leute,
ich weiß es ist immer wieder ein leidiges Thema mit der GEMA und wir diskutieren uns in regelmäßigen Abständen die Köpfe heiß. Dies liegt aber nicht darin begründet, dass wir nichts besseres zu tun haben, sondern dass dieser Verein viele Künstler, Musiker und Veranstalter mit seinem undurchsichtigen und oft zweifelhaften Methoden nervt. Die allerneueste Planung "unserer" Künstlervertretung besteht darin, die Gebühren für Veranstaltungen um bis zu 600 % zu erhöhen. Die Einnahmen der Plattenindustrie durch den CD-Verkauf sinken und die GEMA will sich dadurch wieder sanieren, dass man eben bei den Konzerten kräftiger absahnt.
Weil dieses Gebahren vielen MusikerInnen nicht mehr passt, ist eine Petition an den Bundestag eingereicht werden, die online von möglichst vielen unterzeichnet werden sollte.
Absender: Christian Ludwig Verlag (info@folkerverlag) (u.a.: Magazin „Folker“ und das Verlagsprojekt www.folk-lied-weltmusik.de (Details am Ende dieser Mail) Moers, 19.6.2009 Liebe Folk-Lied-Weltmusikfreunde! Es mag sein, Ihr habt dem einen oder anderen Hinweis schon bekommen. Auch im Internet zirkulieren diverse, begründete Aufrufe. Es geht um die künftige Politik der GEMA. Auch der Christian Ludwig Verlag (u.a. Magazin Folker; Magazin irland journal, gleichzeitig Antriebsmotor hinter unserem gemeinsamen Portal www.folk-lied-weltmusik.de ) ist besorgt. Denn würden bestimmte Anträge des Vorstands und Aufsichtsrat eine Mehrheit finden, ginge das eindeutig zu Lasten aller „kleinen Verdiener“, aber auch zu Lasten von uns allen Konzertbesuchern, Veranstaltern usw. Weil der Termin nahe ist, viele von Euch zumeist keine langen Mails lesen möchten, reduziere ich meinen Teil des Aufrufs auf die Bitte: wer kennt jemanden, der stimmberechtigtes Mitglied ist? Anrufen und nach München schicken! Unterstützung (auch finanzielle) gäbe es beim Deutschen Rockmusikerverband – siehe ganz unten. Die Zeilen in rot (weiter unten) richten sich also an die (außer-)ordentlichen GEMA-Mitglieder. Übrigens: j e d e r (!) kann und sollte seine Stimme auch beim Deutschen Bundestag abgeben – auch ich kannte die „Institution epetition“ bislang nicht. Die digitale Unterschrift ist dort bis 17.07.09 – 24 Uhr möglich!: https://epetitionen.bundestag.de/index. ... ition=4517 Grün richtet sich also an das ganze Folk! Hier jetzt der Aufruf an alle Nichtmitglieder **** Zum Weiterleiten geeignet.... Hallo Freunde, dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen: https://epetitionen.bundestag.de/index. ... ition=4517 Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur Zustimmung braucht es dann nur noch einen einzigen Klick. Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA. Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten. Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte). Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungsmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen. Weitere Infos erfahrt ihr in der Petition selber. Bitte nehmt euch die Zeit! Claudia Frenzel, Berlin www.myspace.com/claudiafrenzel **** Hier, von uns in Moers, noch der Hinweis auf diese informative wie kritische Webseite: http://www.kult-werk.de/GEMA/GEMA.html **** Nachfolgend hier ist der Aufruf, der sich eher an die Spezialisten richtet – an die, die Ihre Rechten (und Pflichten) aus Ihrer Mitgliedschaft wahrnehmen wollen/sollen: Wichtige Information für alle GEMA-Mitglieder! Der Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA stellt zur diesjährigen Hauptversammlung vom 22-24.06.09 in München mehrere Anträge, die zu erheblichen finanziellen Einbußen der Bezugsberechtigten im Bereich der Live- Aufführungen führen würden. In aller Kürze: - Die 12 Bezirksdirektionen, die für die Abrechnung des Pro-Verfahrens relevant sind, sollen von einem Computerprogramm in einer Art Zufallsprinzip nach den ersten beiden Zahlen der PLZ jedes Jahr aufs Neue zusammengestellt werden - Veranstaltungen mit weniger als 10 Zuschauern sollen nicht mehr nach dem Pro-Verfahren abgerechnet werden - Es sollen nur noch Werke die volle Ausschüttung der M-Punkte erhalten, die von den großen Radio- und Fernsehstationen gespielt werden. Die M-Punkte machen zum Stand 01.04.2009, 48% der gesamten Ausschüttungssumme in der Sparte Unterhaltungsmusik aus. U-Punkt: 0,4562 € M-Punkt: 0,4240 €. - Aufführungen bei denen kein angemessenes Eintrittsgeld erhoben wird oder bei denen keine anderweitig angemessene Vergütung stattfindet, sollen nicht mehr nach dem Pro-Verfahren abgerechnet werden. Dies sind nur die wichtigsten und einschneidensten Anträge des Aufsichtsrates und Vorstandes zur diesjährigen Hauptversammlung. **** Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat und Vorstand bereits seit Jahren durchgesetzt, dass bei der GEMA die Umkehrung der Unschuldsvermutung praktiziert wird. Wenn die GEMA also den Verdacht hat, dass ein Bezugsberechtigter „schuldig“ ist, muss dieser seine Unschuld beweisen und nicht umgekehrt. Bis zur endgültigen Klärung kann die GEMA bis zu 100% der Ausschüttung an den Bezugsberechtigten zurückstellen. (Programm-Verwertung Ziffer 4) Ferner steht jeder Musiker, der bei einer Open-Air Veranstaltung spielt, unter Generalverdacht und muss von sich aus den Beweis liefern, dass er tatsächlich vom Veranstalter gebucht worden ist. Tut er dies nicht, wird zwar das Inkasso durchgeführt, aber die Veranstaltung wird von der Ausschüttung ausgeschlossen.(Programm – und Aufführungserfassung Ziffer 3b) In diesem Jahr werden weitere Anträge vom Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA gestellt, die die Umkehrung der Unschuldsvermutung weiter forcieren. (Antrag 22 und 24) Um einen solchen Antrag durch zu bekommen braucht der Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA eine 2/3 Mehrheit in allen drei Kurien, also bei den Verlegern, Textdichtern und Komponisten. Deshalb ist es wichtig, dass möglicht viele ordentliche Mitglieder ihr Wahlrecht nutzen und am 23. und 24.06.09 in München zur Hauptversammlung der GEMA erscheinen und gegen diese Anträge stimmen. JEDE STIMME ZÄHLT!!! Für diejenigen, die es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten können, gibt es die Möglichkeit, dass der Deutsche Rockmusikerverband (DRMV) die Reise –und Hotelkosten übernimmt. Kontakt: Ole Seelenmeyer 04131-233030 Chris.Kramer@t-online.de www.chris-kramer.de

Gerade in Bereich der Liedermacherei, könnte dies manch nicht etablierten Leuten die Möglichkeit zu Konzertauftritten noch schwerer machen. Welcher Veranstalter gibt für eine nicht populäre Musikart die 6-fachen Gebühren aus?
Liebe Grüße
Michael X
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#2

Beitrag von Reino » Sa 20. Jun 2009, 02:10

Allerdings ist diese Erhöhung auf 600% bisher nur eine Pressemeldung, die das Anhand eines Madonna-Konzerts ausgerechnet hat.
Gibt es gesicherte Angaben, daß dies auch auf kleine Veranstaltungen zutrifft?
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#3

Beitrag von Skywise » Sa 20. Jun 2009, 11:25

Japp.
- edit -
Die 600% schlagen wohl nicht in allen Fällen zu Buche. Eine Erhöhung im gehobenen dreistellige Prozentbereich ist jedoch in jeder Kategorie zu finden.
Gruß
Skywise
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#4

Beitrag von Reino » Sa 20. Jun 2009, 22:01

Und wo findet man Angaben der GEMA dazu?
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#5

Beitrag von Skywise » So 21. Jun 2009, 01:46

=828&tx_ttnews[backPid]=73&cHash=d2fd73782e]Hier ...
Aber um's gleich vorweg zu nehmen: beide Seiten nehmen sich im Grunde genommen derzeit nicht viel, was detaillierte Auflistungen angeht. Im wesentlichen findet man reine Pauschalaussagen sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite.
Gruß
Skywise
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#6

Beitrag von Barde » Di 23. Jun 2009, 23:16

Damit das Thema nicht ganz so traurig macht, hier mal was zum Lachen:
[youtube=425,350][/youtube]
Und hier ein Link auf dem noch interessante Informationen zu finden sind. Laut dieser seriösen Quelle plant die GEMA sogar Abgaben auf Plakate und T-Shirts. Nein, es ist nicht der 1. April.
blog.handelsblatt.de
Und hier die Stellungsnahme der GEMA:
blog.handelsblatt.de

Besonders delikat empfinde ich die Argumentation der GEMA:
Die Erhöhungen wird durch die stufenweise Erhöhung in den ersten Jahren bewusst moderat gehalten, damit sich die Konzertveranstalter auf die neuen Tarife einstellen können

Frei nach dem Motto: In den nächsten Jahren wirst Du hungern (oder verhungern). Du kannst Dich aber schon mal daran gewöhnen, in dem wir dir deine Portionen immer kleiner machen.
Was für ein Verein - sind die eigentlich bekloppt?
:hammer:
Gruß
Michael X
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#7

Beitrag von Petra » Mi 24. Jun 2009, 02:45


Barde schrieb:
Damit das Thema nicht ganz so traurig macht, hier mal was zum Lachen:

Danke, Michael, das ist ein Brüller, selten so gelacht. :kaputtlach:
Von den Jungs habe ich noch nie gehört, die würden mir sicherlich auch mit anderen Liedern gefallen. :daumen:
LG Petra
Dieser Beitrag enthält 48 Wörter


Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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