Petition an den Deutschen Bundestag zu GEMA Gebührenordnung

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Klajokas
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Petition an den Deutschen Bundestag zu GEMA Gebührenordnung

#1

Beitrag von Klajokas » Mi 1. Jul 2009, 12:42

Hallo liebe Leute,
mich hat heute ein mail der alten "Liederjanler" erreicht die ich sehr unterstützendswert finde.
Es geht grob darum, dass die Gema ihre Gebührenordnung ändern will und somit eine Steigerung von um 600 % der Kosten entstehen kann.
Lest doch am besten die Petition. der Link ist mit eingefügt.
Gruß Klaus
Hallo Freunde,
dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen:
https://epetitionen.bundestag.de/index. ... ition=4517
Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur Zustimmung braucht es dann nur noch einen einzigen Klick.
Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.
Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten.
Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).
Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungsmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem „großen Topf“. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen.
Weitere Infos erfahrt ihr in der Petition selber.
Bitte nehmt euch die Zeit!
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Mario
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#2

Beitrag von Mario » Mi 1. Jul 2009, 13:20

Hallo Klaus,
die Aufforderung steht schon ein paar zeilen weiter unten. Der aktuelle Stand sind über 83304 Stimmen
Mario
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12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

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Klajokas
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#3

Beitrag von Klajokas » Mi 1. Jul 2009, 15:49

Hallo Mario,
und wieder mal der Beweis: Klar im Vorteil ist wer lesen kann .
Besten Dank für den Hinweis.
Aber doppelt gemoppelt schad ja nix
Klaus
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#4

Beitrag von Clemens » Mi 1. Jul 2009, 17:08

Hallo Klaus,
in diesem Fall ist es vielleicht sogar gut, wenn noch jemand extra davon anfängt. So wird vielleicht der eine oder die andere Seltenleser(in) noch erreicht. Ich hab von Zodiak genauere Informationen bekommen, die mich veranlasst haben auch als "nur Hörer" mit zu zeichnen.
herzlich Clemens
P.s.: Es kann nicht schaden wenn es viel mehr als die nötigen Stimmen werden, meine ich.
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#5

Beitrag von amori » Mi 1. Jul 2009, 17:46

Hab auch schon...
und da ich gerade auf der Seite war, noch gegen ein paar andere Ärgernisse angestimmt :hammer:

LG
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Reino
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#6

Beitrag von Reino » Do 2. Jul 2009, 11:40

Aber sind die Leute nicht aus den falschen Gründen gegen die GEMA?
Die Abgaben-Erhöhung auf 600 ist was Kleinveranstalter betrifft definitiv eine (gezielte?) Fehlinformation. Betroffen sind Großveranstalter, die sich eh gerade im gerichtlichen Disput mit der GEMA befinden. Und sind die Abgaben bei denen nicht tatsächlich im Moment zu niedrig?
Auch PROFOLK hat eine Rundmail betreffs einiger Änderungsanträge der GEMA verschickt. Und auch da hab ich mir von kompetenter Stelle erklären lassen, sind diese Änderungen nur dazu da, um Lücken in der aktuellen Regelung zu schließen, die von einigen Schlaumeiern zu halbkriminellen Abzockereien genutzt werden.
Eine Vereinfachung der GEMA-Regelungen zu fordern ist eben genauso populistisch wie die Steuererklärung auf dem Bierdeckel.

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jemflower
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#7

Beitrag von jemflower » Mo 6. Jul 2009, 14:54

Was ist an der Forderung nach Vereinfachung populistisch?
oder, wenn das so ist:
Ist populistisch ein Grund eine Forderung direkt für falsch zu erklären?
(Wenn mir z.B. jemand auf den Fuss tritt und ich nenne ihn "Blödmann" ist das zwar unhöflich, aber inhaltlich als Hinweis auf seine Unvorsicht/Rücksichtslosigkeit nicht falsch.)
Wenn man sich die Diskussionen durchliest stellt man fest, dass eine Vereinfachung höchstnotwendig ist. Gerade die Fehlinformationen sind ein Hinweis darauf, dass alles viel zu undurchschaubar ist. Wenn sich jemand so wenig in die Karten schauen läßt wie die Gema, entsteht unweigerlich der Eindruck, dass etwas verschleiert werden soll. Mit mehr Transparenz ließe sich das entkräften.
Meinem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden stoßen die Gemavermutung (im Prinzip eine Umkehrung unseres rechtstaatlichen Prinzips, dass einem die Schuld erst bewiesen werden muß) und die Tatsache, dass auch dort kassiert wird, wo nichts verdient wird, auf.


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Skywise
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#8

Beitrag von Skywise » Mo 6. Jul 2009, 15:52

jemflower schrieb:
Wenn man sich die Diskussionen durchliest stellt man fest, dass eine Vereinfachung höchstnotwendig ist. Gerade die Fehlinformationen sind ein Hinweis darauf, dass alles viel zu undurchschaubar ist. Wenn sich jemand so wenig in die Karten schauen läßt wie die Gema, entsteht unweigerlich der Eindruck, dass etwas verschleiert werden soll. Mit mehr Transparenz ließe sich das entkräften.
Öhm ... verstehst Du Deine Stromabrechnung?
Bei meiner sind zwecks der Transparenz ordentlich Positionen aufgeführt, aber ebenso gut könnte man ihr einen unbeschrifteten Stadtplan von Melbourne beifügen - hätte in etwa denselben Effekt auf mich.
Meinem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden stoßen die Gemavermutung (im Prinzip eine Umkehrung unseres rechtstaatlichen Prinzips, dass einem die Schuld erst bewiesen werden muß) und die Tatsache, dass auch dort kassiert wird, wo nichts verdient wird, auf.
Nun ja, wo willst Du sonst die Grenze ziehen? Wenn der Italiener lautstark seine Pizzeria mit italienischer Musik beschallt, verdient er daran eigentlich ebenfalls nichts. Oder etwa doch, weil sich nun plötzlich die Liebhaber italienischer Musik ebenfalls in seiner Pizzazentrale einfinden? Wenn eine Coverband auf einem kostenlosen öffentlichen Wettbewerb verzweifelt "Blowin' In The Wind" vergewaltigt - muß Bob Dylan dann zähneknirschend auf seine Entlohnung verzichten, weil ja keiner etwas daran verdient hat, obwohl dieser Wettbewerb bestimmt dazu beiträgt, daß an den Bierständen um die Veranstaltungsfläche rum ordentlich konsumiert wird?
Dieses "grundsätzlich alle"-Prinzip ist doch im Grunde genommen eine transparente Sache - warum abschaffen? :-)
Gruß
Skywise
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#9

Beitrag von jemflower » Mo 6. Jul 2009, 17:05

Verglichen mit der Homepage der Gema ist meine Stromrechnung eine Grußkarte ;-)
Außerdem ist das Geschäftsverhältnis eindeutig, die liefern Strom und ich bezahle den.
Der Nutzen, den ich aus dem Strom habe ist schon ziemlich deutlich erkennbar.
Für Strom, den ich selber erzeuge (z.B.) beim Fahrrad fahren, stellen die mir nichts in Rechnung. Die Gema täte das! Ich müsste dann erst beweisen, dass das Licht, dass ich zur besagten Zeit brennen hatte nicht aus der Steckdose gespeist wurde, oder vorher einen Befreiungsantrag stellen.
Nichts verdient wird in der Regel bei kleinen Veranstaltungen mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Es gibt sicher nachvollziehbare Berechnungen, ab wann eine Veranstaltung Gewinn abwirft. Ein Kindergartenfest, ein Newcomerkonzert in einem Jugendheim oder eine Schulabschlussfeier werfen in den allerseltesten Fällen Gewinn ab. Da würde Bob Dylan vermutlich auch abwinken.
Der Restaurantbetreiber hätte in früheren Zeit Musiker bezahlen müssen. Da er sein Ambiente dank moderner Technik auch ohne Musiker bereichert bekommt und trotzdem mehr Pizza verkauft, macht er ja Gewinn.
Eine Openair-Veranstaltung wo viele Leute die Biertheken belagern macht sicher (ab einer bestimmten Besucherzahl) auch Gewinn.
Da läßt sich schon irgendwo eine Grenze ziehen. Die Gema selbst zieht ja reichlich solcher Grenzen zwecks Tarifermittlung. Leider wird da aber auch die Raumgröße (die sich auf den Bierkonsum kaum auswirkt), statt nur die Anzahl der verkauften Eintrittskarten berechnet.
P.S.: Eine verständlichere Stromrechnung wäre natürlich ebenfalls eine gute Sache.
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#10

Beitrag von Skywise » Mo 6. Jul 2009, 18:32


jemflower schrieb:
Außerdem ist das Geschäftsverhältnis eindeutig, die liefern Strom und ich bezahle den.
Der Nutzen, den ich aus dem Strom habe ist schon ziemlich deutlich erkennbar.
Für Strom, den ich selber erzeuge (z.B.) beim Fahrrad fahren, stellen die mir nichts in Rechnung. Die Gema täte das!
Richtig, aber das ist auch etwas Anderes.
Wenn Du eine wahnsinnig tolle neue Toilettenspülung erfunden hättest und ein Hersteller von Toiletten möchte diese Innovation gerne in einer Serie seiner zukünftigen Produkte einsetzen und schlägt Dir vor, Dir erst dann einen Anteil zu zahlen, wenn er Geld damit verdient hat - wie würdest Du dann reagieren?
Im Normalfall würdest Du doch wohl eher darauf bestehen, daß er pro hergestellter Toilette einen Anteil an Dich bezahlt, nicht erst dann, wenn er Gewinn gemacht hat, weil - wie willst Du das überhaupt überprüfen? Und wie willst Du dafür sorgen, daß er nicht seine Toiletten zum Herstellungspreis unters Volk bringt (null Gewinn) und sich dann später mit dem Zubehör eine goldene Nase verdient?
Nichts verdient wird in der Regel bei kleinen Veranstaltungen mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Es gibt sicher nachvollziehbare Berechnungen, ab wann eine Veranstaltung Gewinn abwirft.
Ziemlich einfache sogar: "Erlös abzüglich Kosten".
Nur - die GEMA ist kein Wirtschaftsprüfer und wird den Teufel tun, sich mit Dir darum zu streiten, ob Du in Deine Kosten Deinen Spritbedarf mit reinrechnen darfst oder die Glühbirne, die bei der Polonaise puttegangen ist, oder den Fuffi, den Opa Klaus aus lauter Dankbarkeit für die Einladung in die Vereins-Sparsau reingeschmissen hat. Wer sollte diesen personellen Aufwand bei der GEMA leisten?
Ein Kindergartenfest, ein Newcomerkonzert in einem Jugendheim oder eine Schulabschlussfeier werfen in den allerseltesten Fällen Gewinn ab. Da würde Bob Dylan vermutlich auch abwinken.
Nun ja, bei Bob Dylan wäre ich mir da ehrlich gesagt noch nicht mal so sicher ... auf jeden Fall: es läppert sich schon was zusammen, wenn ich mir so überlege, was pro Monat so an Dylan-Titeln verwurstet werden ...
Abgesehen davon wären wir hier schon wieder an einem kritischen Punkt angekommen: die öffentlich-rechtlichen Sender (insbesondere Rundfunk) machen in der Regel auch keine Gewinne - also GEMA-Freiheit?
Der Restaurantbetreiber hätte in früheren Zeit Musiker bezahlen müssen. Da er sein Ambiente dank moderner Technik auch ohne Musiker bereichert bekommt und trotzdem mehr Pizza verkauft, macht er ja Gewinn.
Aber nicht mit der Musik. Was, wenn er nachweisen kann, daß er ohne Musik exakt so viele Pizzeria-Erzeugnisse verkauft, wie mit?
Eine Openair-Veranstaltung wo viele Leute die Biertheken belagern macht sicher (ab einer bestimmten Besucherzahl) auch Gewinn.
Auch wegen der Musik? Oder wegen der Hitze an jenem Tag? Oder weil die Band so schlecht war, daß man sie sich gutsaufen mußte? Oder weil das Bier dort in All-You-Can-Schluck-Schüben kostengünstig über die Planken ging? War die Musik tatsächlich ursächlich für den Umsatz?
Da läßt sich schon irgendwo eine Grenze ziehen. Die Gema selbst zieht ja reichlich solcher Grenzen zwecks Tarifermittlung. Leider wird da aber auch die Raumgröße (die sich auf den Bierkonsum kaum auswirkt), statt nur die Anzahl der verkauften Eintrittskarten berechnet.
"Hey, wir verkaufen keine Eintrittskarten, sondern vier Getränkegutscheine. Die Veranstaltung selbst ist kostenlos!"
Und ich bin jetzt noch nicht mal besonders kreativ gewesen - da gibt's noch interessantere Varianten :-D
Gruß
Skywise
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#11

Beitrag von Reino » Mo 6. Jul 2009, 19:09


jemflower schrieb:
Nichts verdient wird in der Regel bei kleinen Veranstaltungen mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Es gibt sicher nachvollziehbare Berechnungen, ab wann eine Veranstaltung Gewinn abwirft. Ein Kindergartenfest, ein Newcomerkonzert in einem Jugendheim oder eine Schulabschlussfeier werfen in den allerseltesten Fällen Gewinn ab. Da würde Bob Dylan vermutlich auch abwinken.
Ah ja, Bob Dylan soll auf seine Tantiemen verzichten, der Getränkemarkt aber nicht.
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#12

Beitrag von jemflower » Mo 6. Jul 2009, 21:44

Aber sicher.
Das Fest geht auch ohne Dylan und seine Lieder, aber trinken muss der Mensch.
Geistiges Eigentum läßt sich nun einmal verlustfrei verfielfältigen, Ware nicht.
Deshalb sind die Verluste (bei einer gewinnfreien Veranstaltung) virtuell.
Mir persönlich wäre es recht, wenn Leute meine Lieder singen. Was wäre ein Lied wert, das keiner kennt?
Ich möchte nur, wie im Falle der Klospülung (siehe Beitrag skywise) nicht, dass andere sich mit meinem geistigen Eigentum bereichern. Dann ist der Verlust nämlich reell !
Und ich glaube, dass Dylan da möglicherweise gar nicht so anders denkt.
... und wenn doch ... dann singe ich keines seiner Lieder mehr...
so wie der hier :


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#13

Beitrag von Carsten K » Di 7. Jul 2009, 01:30

Also schreib ich hier auch noch mal ein paar Worte zum Thema...
(Diese Petition unterstütze ich übrigens und habe sie "mitgezeichnet"...)

GEISTIGES EIGENTUM, das ist für mich all das, was der Kreativität eines jeweiligen Künstlers oder einer jeweiligen Künstlerin entsprungen ist, oft auch eine Komposition aus der Kreativität mehrerer KünstlerInnen...
GEISTIGES EIGENTUM, was soll so falsch daran sein, es mit anderen KünstlerInnen zu teilen? Wenn wer anders meine Lieder singt, fühle ich mich geschmeichelt, in meiner Kunst bestätigt... Und weder mein geistiges Eigentum noch mein Urherberrecht geht dadurch verloren...

Beim Thema "GEMA" geht es ausschließlich um MATERIELLES EIGENTUM, um Geld, von dem manche (insbesondere kommerziell erfolgreiche) KünstlerInnen glauben, dass es ihnen zustehe... Manche nicht so kommerziell erfolgreiche führen dann häufig noch an, sie müssten ja davon leben...
Von GEMA-Gebühren (materiell ausgesorgt habend) leben allerdings nur die, deren Songs z. B. Tag für Tag irgendwo im Radio gespielt werden, bzw. die (Platten-)Industrie, die diese Songs produziert und sich sämtliche Rechte darauf gesichert hat...
Von GEMA-Gebühren (nicht materiell ausgesorgt habend) zu leben, glauben auch noch einige LiedermacherInnen-KollegInnen, indem sie bei ihren eigenen Auftritten ihre eigenen (GEMA-"geschützten") Songs spielen... Aber geht diese Rechnung auf?

GEISTIGES EIGENTUM = MATERIELLES EIGENTUM ? Dann müsste sich ein Reinhard Mey beim LT, wo dutzende seiner Fans seine Lieder singen, daran eine goldene Nase verdienenen... Tut er aber nicht... - Im Gegenteil, er freut sich, dass sich so viele Leute für seine Lieder (und die anderer) begeistern... Zurecht!
Und was mich betrifft, Elvis seine Erben müssten dank Münte noch reicher geworden sein... Sind sie aber nicht, trotz GEMA, bis jetzt...
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)

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#14

Beitrag von Skywise » Di 7. Jul 2009, 03:01


cARSCHti schrieb:
GEISTIGES EIGENTUM = MATERIELLES EIGENTUM ? Dann müsste sich ein Reinhard Mey beim LT, wo dutzende seiner Fans seine Lieder singen, daran eine goldene Nase verdienenen... Tut er aber nicht... - Im Gegenteil, er freut sich, dass sich so viele Leute für seine Lieder (und die anderer) begeistern... Zurecht!
Ja, aber im Fall des Liedertreffens darf er sich auch zurecht nur freuen, weil es eine rein private, soll heißen: nicht-öffentliche Veranstaltung ohne wirtschaftliche Interessen ist :D
'ne etwas größere Party unter Forenfreunden, sozusagen. In diesem Fall sind weite Teile des Urheberrechts ausgehebelt.
Ich glaube, wenn man mit dem Liedertreffen und den dort gesungenen Mey-Liedern ordentlich Geld verdienen würde, würde bei ihm die Freude auch zumindest ein bißchen abnehmen ;-)
Und was mich betrifft, Elvis seine Erben müssten dank Münte noch reicher geworden sein... Sind sie aber nicht, trotz GEMA, bis jetzt...
Falsche Richtung. Muttu Dir Mac Davis anschauen. Der ist trotz jahrelanger eigener Chartabstinenz in der letzten Zeit doch bemerkenswert in die Breite gegangen ... das könnte natürlich mit dem Elvis-Hit vor einigen Jahren zusammenhängen ("A Little Less Conversation") ... vielleicht aber auch mit Münte-fair-ring :-D
Gruß
Skywise
Dieser Beitrag enthält 201 Wörter


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