Kein Aprilscherz: Für Raubkopierer wird es eng

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Piet
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Kein Aprilscherz: Für Raubkopierer wird es eng

#1

Beitrag von Piet » Di 3. Apr 2007, 15:08

Hallo,
ich habe heute einen interessanten Artikel in der Welt entdeckt.
Hier der Link zur Info: Für Raubkopierer wird es eng
Liebe Grüße
Piet
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Skywise
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Kein Aprilscherz: Für Raubkopierer wird es eng

#2

Beitrag von Skywise » Di 3. Apr 2007, 16:23

Ehrlich gesagt finde ich den Artikel zwar interessant, aber es werden viele Fakten durcheinander geworfen, so daß ich mich am Ende frage, wo die Aussage des Artikels liegen soll.
Die Zahl der verkauften Musik-CDs legte sogar zu. Deutschlands Musikindustrie jubelt wieder, wenn auch nur leise.Zu verdanken haben die Plattenfirmen das Frank Lüngen.
Mag sein, aber daß der Markt wieder anzieht, verdankt man auch mir und den anderen Leuten, die sich in jüngster Zeit eine CD gekauft haben (*umschau* Eine? :brueller: ). Einer der allergrößten Trugschlüsse, die scheinbar in den Kreisen der Musikindustrie kreisen, ist nämlich, daß eine runtergeladene Datei einem verpaßten Geschäft gleichkommt. Das ist radikaler Blödsinn. Und ebenso ist es auch Unfug, daß durch das Aufdecken der Raubkopierer plötzlich wieder das reguläre Musikgeschäft anzieht. Man kann allerhöchstens daraus ableiten, daß die Anzahl der illegalen Downloads in die Knie gegangen ist, aber nicht, daß sich all diese Leute plötzlich wieder Musik im Laden kaufen. Eher glaube ich daran, daß es daran liegt, daß man mitunter sogar halbwegs passable Preise in den Läden findet. Alben, die heute von den großen Plattenfirmen veröffentlicht werden, finden sich in vielen Fällen in einem halben Jahr bereits im mittleren Preissektor wieder. Früher hat das oft ein ganzes Jahr gedauert (jetzt mal von einigen Sonderangeboten bei Einführung des Tonträgers abgesehen).
Und das, was mir an diesem Artikel auch ziemlich sauer aufstößt, ist, daß man keine klare Grenze zieht zwischen dem Schweinebauern, der sich ein paar Titel aus dem Netz zerrt, und den Leuten, die Raubkopien professionell verkaufen. Für mich jedenfalls sind es zwei grundsätzlich verschiedene Dinge, ob ich eine Sache nutze oder versuche, mit dieser Sache Gewinn zu erwirtschaften :gruebel: Illegal ist im Prinzip beides, keine Frage. Aber es ist ein ebenso haushoher Unterschied, ob ich einen Firmenwagen für eine Spritztour zum Strand verwende oder ob ich ihn in den Gebrauchtwagen-Anzeigenteil der örtlichen Zeitung setze :-D
Gruß
Skywise
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Piet
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#3

Beitrag von Piet » Di 3. Apr 2007, 21:56

Lieber Skywise,
Ehrlich gesagt finde ich den Artikel zwar interessant, aber es werden viele Fakten durcheinander geworfen, so daß ich mich am Ende frage, wo die Aussage des Artikels liegen soll.

Die Aussage ist eigentlich klar: Für Raubkopierer wird es eng erhobener Zeigefinger (ich weiß, das ist auch Dir klar)
Der Autor benutzt zwar vorsichtig (eine neutrale Position einnehmende) Formulierungen, wie
Tatsächlich scheint sich die Arbeit (gemeint ist hier die Ermittlergruppe von Promedia) zu lohnen

Gleich im nächsten Abschnitt stellt er dann fest
Zu verdanken (gemeint ist hier ihr Erfolg im Kampf gegen den illegalen download) haben die Plattenfirmen das Frank Lüngen (und Promedia)

Diesen Artikel hätte meiner Meinung nach auch der Vorstandsvorsitzende der deutschen Phonoverbände, Herr Haentjes, selbst geschrieben haben können. Neben der Kernaussage aus der Überschrift kommen noch folgende Botschaften rüber:
-Wir (von der Musikindustrie) machen nichts falsch.
-Die Anbieter von illegalen downloads können wir nicht erreichen, also verfolgen wir jeden Einzelnen der etwas (illegales) im Internet downloadet.
-Alle, die im Internet etwas downloaden, sind Verbrecher und stehen mit einem Bein schon im Gefängnis.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass mit Hilfe dieses Artikels der Erfolg dieser Aktion stimuliert, bzw. nachträglich herbeiredet werden soll. Kurzgesagt, dieser Artikel ist für mich tendenziöse Propaganda für die Interessen der Phonoverbände (aber vielleicht übertreibe ich ja ein bisschen ;-) ).
Der Artikel stellt die Problematik nicht objektiv dar, er geht eben nicht auf Versäumnisse der Musikindustrie ein etc., aber vielleicht ist das von der Zeitung Welt ja auch nicht anders zu erwarten. Ich fand übrigens bisher , dass sich die Welt journalistisch enorm zum Positiven gewandelt hat. Vielleicht sollte ich dieses Urteil nach diesem Artikel nochmal überdenken :gruebel: .
Liebe Grüße
Piet
P.S. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich lade nichts illegal aus dem internet runter, ich zahle gern einen reellen Preis für eine (musikalische) Leistung. Ich habe auch nichts gegen Urheberrechte und gönne jedem Urheber und seinem geistigen Eigentum den gebührenden Schutz.
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Skywise
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#4

Beitrag von Skywise » Di 3. Apr 2007, 23:11


Piet schrieb:
-Wir (von der Musikindustrie) machen nichts falsch.
-Die Anbieter von illegalen downloads können wir nicht erreichen, also verfolgen wir jeden Einzelnen der etwas (illegales) im Internet downloadet.
-Alle, die im Internet etwas downloaden, sind Verbrecher und stehen mit einem Bein schon im Gefängnis.
Schön, daß nicht nur ich dieses Gefühl hatte :-D
Einen Punkt möchte ich trotzdem noch ergänzen:
-Und zum Glück ist es uns möglich, weitere Fallen im Verlauf dieses Artikels zu verschweigen.
Das Thema "Raubkopierer" ist ja mit diesem Artikel noch nicht mal ordentlich abgehandelt, denn es gibt noch einige Situationen, bei denen man ebenfalls noch Probleme kriegen kann. Selbst wenn man die Original-CD besitzt, darf man sich keine digitale Kopie (z. B. in Form einer mp3-Datei) ziehen, wenn auf der CD ein Kopierschutz ist. Umgeht man diesen Kopierschutz, treibt man ebenfalls Illegales.
Das hat so was Sinnfreies :-D. Wenn ich ein Lied auf einem Sampler habe (kein Kopierschutz) und dasselbe Lied auf einem regulären Album (Kopierschutz), sollte ich nachweisen können, daß das Stück, das ich als mp3-Datei in meinem "Hören"-Ordner habe, von dem Sampler gezogen wurde und nicht von den regulären Album - und erst recht nicht illegal aus dem Internet ... Hm!
Probleme - industriegemacht :-D
Aber vielleicht braucht die Musikindustrie solche Artikel. Es soll dort ja noch immer einige Leute geben, die Apple-Chef Steve Jobs die Vorreiter-Rolle bei den Musik-Download-Portalen übel nehmen. :-D
Gruß
Skywise
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