hm ! ? - Kunze beim Grand Prix

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Rex2005
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#1

Beitrag von Rex2005 » Mi 24. Jan 2007, 07:59

Hallo
im Berliner Kurier, 24.01.2007 :
Kunze tritt beim Grand Prix an
Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Rock-Poet Heinz Rudolf Kunze (50) ist der Dritte, der beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest am 8. März in Hamburg antreten wird. Der Sänger-Oldie ("Dein ist mein ganzes Herz") muss sich gegen Swing-Sänger Roger Cicero und den Popstars-Mädels von Monrose durchsetzen. Der Gewinner des Abends darf Deutschland beim Grand Prix in Helsinki (12. Mai) vertreten.
LG
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Mario
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#2

Beitrag von Mario » Mi 24. Jan 2007, 09:42

Also, das Fragezeichen :gruebel: im Titel kann ich sehr gut nachvollziehen.
Kunze gehört nicht in die Verantsaltung,
Cicero gehört in Ballsaalkonzerte
und die Mädels gehören überhaupt nicht irgenwo hin (sorry, ist sicher eine unqualifizierte Äußerung ;-) ).
Auch wenn immer über die frühere Ausrichtung des Contests gemeckert wurde (Schnulzenbude etc.) - ich bin der Meinung, wenn überhaupt so ein Ländervergleich notwendig ist :weissnicht: , dann nach altem Muster, ansonsten muss doch niemand sein Land vertreten.
oder wir kriegen eine (vom deustchen Musikrat organiserte) Nationalband (analog Nationalmanschaft), einen National Komponiaten (Alf Igel?) usw. usw. Phantasiert doch selber weiter :-D
Mario
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#3

Beitrag von Skywise » Mi 24. Jan 2007, 10:41

Ich tippe mal darauf, daß Kunze mit Pauken und Trompeten untergeht. Und das, obwohl er wahrscheinlich das musikalische Rüstzeug für einen guten Titel mitbringt. Problem wird nur sein, daß die meisten Grand-Prix-Interessierten dem Text wahrscheinlich nix abgewinnen können, daher stehen seine Chancen eher schlecht (scheißegal, daß man im internationalen Vergleich ohnehin auf die meisten Texte pfeift).
Monrose räume ich dagegen ganz gute Chancen ein. Nicht, weil die so toll singen (gibt's bessere), aber weil sie unter Umständen in der Lage sind, eine gute Bühnenshow abzuliefern. Und das zählt mittlerweile beim Grand Prix ja anscheinend mehr als gute Songs, wenn ich mir die Plazierungen der letzten Jahre so anschaue ... :gruebel: - daß es sich beim Grand Prix in erster Linie um einen Autorenwettbewerb handelt, scheint ja auch keiner mehr so richtig wahrzunehmen ... o tempora, o mores
Gruß
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#4

Beitrag von Rene87 » Mi 24. Jan 2007, 12:05

Ich finde mittlerweile, dass der Grand Prix zu "politisch" geworden ist. Und ich denke auch, wenn wir nicht den zündenen Hit haben, nie wieder oben stehen werden. Die letzten Jahre war das so heftig mit dem Punkte zu schustern. Die ganzen Länder schieben sich die 12 Punkte zu, von denen die eine gewisse "Freundschaft" haben und leider nicht mehr welcher Song gut ist. Chanson ist ja mittlerweile auch garnicht mehr da. Fand ich eigentlich auch schade. Aber die Auswahl wer trifft die?! Ich fand persönlich die Lieder von Stefan Raab damals garnicht mal so schlecht und die sind immerhin relativ weit nach oben gekommen, auch wenn die nicht zu Deutschland passten. Aber ich finde, dass der alte GrandPrix leider verloren gegangen ist. Die meisten singen nur noch auf Englisch und schustern sich die Punkte zu. Und Skywise hat ganz Recht die Bühnenperformance zählt heutzutage so stark in die Bewerting rein: Man siehe letztes Jahr, wenn die Jungs und das Mädel keine Kostüume angehabt hätten, sondern Anzüge, während die bestimmt nicht weitergekommen.
Vielleicht sollte man das Konzept irgendwie komplett neu überdenken. Ich bin leider kein Fan mehr von dem jetzigen Grand Prix, werde es mir aber trotzdem anschauen.
Ob Kunze reinpasst, ist natürlich ne andere Frage. Ich nehme mal an, der wird deutsch singen (?), und somit international schon eh untergehen. Das gleiche bei Roger Cicero. Die Idee mit Swing finde ich garnicht mal so schlecht, aber mit deutschen Text, hat man fast schon vergeigt. Monrose ist aktuell und wird immer mehr gehört. Die Frage ist, ob es anderen Ländern ankommt.
Ich lass mich da einfach mal überraschen...
Gruß
René
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#5

Beitrag von Rex2005 » Mi 24. Jan 2007, 15:28

Hallo
hier die beiden deutschen Texte. Monrose lasse ich einfach mal weg, der Text ist aber auch auf den verlinkten Seiten zu finden.
Kunzes Song-Text
Ciceros Text
Das die beiden Deutsch singen, ist schon nicht schlecht. Wenn man von vornherein nur noch der englischen Sprache international eine Chance einräumen will, dann könnte man doch eigentlich die Sprachen- (und Kulturen)vielfalt abschaffen. Soooo schrecklich klingt Deutsch nun wirklich nicht ;-) und auch "Ein bisschen Frieden" war ja nun nicht gerade eine Offenbarung und trotzdem erfolgreich. Bleibt die Frage, ob man mit solchen Texten einen Blumentopf gewinnen kann - muss man sicher das drumrum dazu abwarten.
Kunze hat dazu gesagt (Zitat M&R):
Es spricht für mich alles dagegen auf Englisch zu singen. ich bin kein Engländer, und ich bin kein Amerikaner; ich werde niemals die Zwischentöne, die Redensarten, die Mehrfachbedeutungen der englischen Worte so genau hinkriegen wie ein "native speaker". Das ist völlig ausgeschlossen.
Auf jeden Fall ist der Contest eine riesige Möglichkeit, sich international zu präsentieren und da Kunze gerade eine neue CD rausgebracht hat ....
Wenn er so viel bringt, dass in den Medien wieder mehr und öfter über Musiker jenseits der Schlager- und Volksmusikszene gesprochen wird, dann denke ich, ist er nicht ganz fehl am Platze.
LG
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Skywise
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#6

Beitrag von Skywise » Mi 24. Jan 2007, 15:51


Rex2005 schrieb:
Soooo schrecklich klingt Deutsch nun wirklich nicht ;-)
Nö. Aber das Englische kaschiert besser :-D
Ich darf mal eben Daniel Küblböcks "You Drive Me Crazy" übersetzen?
Oh sei mein kleiner Säugling – ich gebe dich niemals, niemals auf.
Oh sei mein kleiner Säugling, komm und laß uns einen Anfang versuchen.
Niemand kann dich besser lieben, Säugling – besser als ich tue.
Oh, ich weiß, ich weiß wirklich, was ich für dich fühle.
Du machst mich verrückt. Oh heute Nacht,
mein Säugling zu sein, das ist richtig.
Bis wir uns wiedersehen, vermisse ich dich so,
oh laß‘ es nicht enden, kann dich nicht gehen lassen.
Du machst mich verrückt,
oh heute Nacht, meine Liebe.
Oh sage mir, da ist kein Vielleicht,
ich liebe dich mehr und mehr und mehr,
oh sei mein sexy Säugling – oh meine Liebe du kannst nicht ignorieren,
daß unsere Liebe alles ist was zählt – höre auf dein Herz
Oh ich weiß, ich weiß wirklich, wir könnten einen brandneuen Anfang machen
Du machst mich verrückt. Oh heute Nacht,
mein Säugling zu sein, das ist richtig.
Bis wir uns wiedersehen, vermisse ich dich so,
oh laß‘ es nicht enden, kann dich nicht gehen lassen.
Du machst mich verrückt,
oh heute Nacht, meine Liebe.
Dü Dü Dü Düdn Düdn Schü Schü Düp Düp
Dü Dü Dü Düdn Düdn Schü Schü Düp Düp
Bis wir uns wiedersehen, vermisse ich dich so,
oh laß‘ es nicht enden, kann dich nicht gehen lassen.
Du machst mich verrückt,
oh heute Nacht, meine Liebe.
Uhhhhhhhhhhh
Heute Nacht, meine Liebe
Dü Düp Düp und jetzt ist Schluss!!!
So klingen in Deutschland Nr.-1-Hits, meine Damen und Herren! :-D
Gruß
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#7

Beitrag von Mario » Mi 24. Jan 2007, 16:08

oh, danke Sky,
jetzt weiß ich endlich warum manche englisch singen (oder was sie dafür halten).
Damit sie nicht als Kinderschänder angeklagt und eingesperrt werden :schimpfen: :gruebel: :flöt:
Ich habe mich eimal mit Colin Wilkie über die Sprache der Liedermacher unterhalten (weil ich auch ein Verfechter der deutsche Sprache für deutsche Liedermacher bin - nicht das da jetzt einer auf falsche Ideen kommt). Colin sagte: "Obwohl ich seit Jahren in Deutschalnd wohne, würd ich nie auf die Idee kommen deutsche Texe zu schreiben oder zu singen. Wenn ich deutsche Songwriter mit ihren englischen Texten höre, frage ich mich oft, ob die wissen, was sie da singen" - er meinte damit, wie Rudolf Kunze, die Redewendungen und Textzusammenhänge
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#8

Beitrag von amori » Mi 24. Jan 2007, 16:12

Danke Sky,
für diese werktreue, sensible Übertragung !!! Da hast du einen Lyrics-Schatz gehoben und für alle zugänglich gemacht !
Mehr !
:flöt:
Annette :wink:
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#9

Beitrag von Rene87 » Mi 24. Jan 2007, 17:35

Es geht ja nicht darum, ob englisch oder deutsch gut ist. Nur wenn ich einen Song höre und den Verstehe, und der Text dann auch noch gut ist, habe ich international doch viel bessere Chancen.
Außerdem, korrigiert mich, wenn es nicht ganz stimmt, war es doch damals noch so, während der Zeit von Nicole, dass es eine Jury und keine Telefonanrufer gab. Und die Jury hat den Text auf ihrer Sprache übersetzt vorgelegt bekommen. So hat es zumindestens mal irgendwo in den Medien geheißen. Ich find es persönlich ja noch toll, dass jemand deutsch singt (verstehe ich viel viel besser, als englisch von daher ;-) ), aber international sind die Chancen dann nicht so groß, wenn die Melodie nicht gut ist. Andersrum ist es natürlich auch. Wenn der Text mist ist, und die Melodie gut ist, kann es genauso ein Erfolg werden (man siehe, wo Guildo mit seinen Nussecken stand ;-) )
Gruß
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#10

Beitrag von JuergenF » Mi 24. Jan 2007, 18:02

Den Kunze mag ich eigentlich ganz gern. Bei seinem Text nun scheint er sich doch ziemlich dem GP Format angepaßt zu haben :-D Aber man kann es sich natürlich aussuchen, inwieweit er ironisch zu verstehen ist, ähnlich wie bei "Dein ist mein ganzes Herz". Jedenfalls kommt "Pop" im Titel vor, das ist international :wink: Wenn er keine zündende Musi dazu hat, wird er natürlich chancenlos sein.
LG
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#11

Beitrag von zodiak » Mi 24. Jan 2007, 19:14

„Das alles ist doch nur zur Unterhaltung gedacht – was kann ich dafür, wenn ihr daraus ein Drama macht?“ (Keimzeit, „Kintopp“)
Ne, ne, ne, Sky – so geit dat nicht ;-))
Da muss ich doch mal eine Lanze brechen für unser Kübelbaby, das es vom Tellerwäscher zum Millionär (und vermutlich bald zurück) gebracht hat.
Da hast du (aus voller Absicht, wie ich vermute) die schlechteste aller möglichen Übersetzungen gewählt – danach kommt nur noch das Langenscheidt-Übersetzungsprogramm, für das ich mal viel Geld rausgeworfen habe.
Wenn du das „Baby“ im Englischunterricht selbst einer pisagebeutelten Hauptschule in Berlin-Lichterfelde in diesem Kontext mit „Säugling“ übersetzt hättest, wäre deine Versetzung mit Recht gefährdet.
Du hättest dann wenigstens so konsequent sein können und den Songtitel mit „Du fährst mich verrückt“ übersetzen können :-D
Mit deiner Sichtweise müsste gar die Musikgeschichte umgeschrieben werden:
So würde etwa aus Dylans „It’s All Over Now, Baby Blue“ ein blauer Säugling, vielleicht sogar ein alkoholisierter ;-), oder aus „Baby It’s You“ der Beatles „Ach du bist es, Säugling“, oder aus "Anybody Seen My Baby" der Stones die bange Frage eines besorgten Vaters: „Hat jemand meinen Säugling gesehn?“. :-D
Aber mal im Ernst: Wir können doch froh sein, dass Kübelböck & Co nicht in deutscher Sprache singen, falls man ihm diese Stimmband-Technik überhaupt zugestehen mag. Außerdem geht es ihm, wie 95% derer, die in Deutschland einen Major-Deal ergattern, mit Sicherheit nicht um den Transport kluger Textinhalte. Ehrlich gesagt wäre mir, wenn ich die Wahl zwischen Pest und Cholera hätte, ein anglizistisch jodelnder Kübelböck lieber als eine Horde verquirlter Helden, denen ich aus mir unverständlichen Gründen bitte noch ein "O" geben soll, oder die gekommen sind, um zu bleiben.
Tatsächlich gekommen um zu bleiben ist dagegen jemand wie Ralph Siegel, diese fleischgewordene Songmaschine - womit wir beim Grand Prix wären, der ja zu keiner Zeit eine Plattform engagiert singender Sozialarbeiter, Revolutionäre oder Ausnahmepoeten war. Warum auch, bedeutet Chanson per definitionem ja nicht hochstehende Poesie, die einem den Schweiß in den Nacken und andere Körperteile treiben muss. Wenn unsere frankophone Fraktion sich die Mühe machen würde und mal einige Texte etwa von Edith Piaf, Gilbert Becaud oder Yves Montand übersetzte, wären die Ergebnisse vermutlich gar nicht so weit von Kübelböck entfernt. Nicht weit entfernt auch Udo Jürgens, mit „Merci Cherie“ ein früher Preisträger dieser zweifelhaften Veranstaltung – ich zitiere aus urheberrechtlichen und geschmacklichen Gründen lediglich eine Zeile „ Schau nach vorn, nicht zurück/Zwingen kann man kein Glück/Denn kein Meer ist so wild wie die Liiiiiiiiiiiiiiiiiebe/Die Liebe allein, nur sie kann so sein, so seiiiiiiiiiiiiiiiin.....“
Und wenn man den Grand Prix als einen total durchkommerzialisierten Unterhaltungsstadel begreift, hat dort so ziemlich jede/r Platz, sofern auch nur eine kleine Chance auf möglichst globalisierte Verbreitung besteht. Ob das nun russische Primitiv-Trommler sind oder ein deutscher Ex-Germanist, der mit seinem Song „Die Welt ist Pop“ (Warum nicht gleich: „Die Welt ist Pipi“) nun endgültig in der untersten Schublade angekommen ist.
Also keine Aufregung – nicht erst seit Guildo Horn und Stefan Raab ist kein Brei zu süß und kein Song zu flach, um dort nicht angenommen zu werden. Und die putzigen Zirkustierchen werden weiter im Kreise traben, solange sie von Musik-Companys und Konsumenten nur einigermaßen artgerecht gehalten werden....
Schöne Grüße
*zodiak’
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#12

Beitrag von Rex2005 » Mi 24. Jan 2007, 19:47


Wenn unsere frankophone Fraktion sich die Mühe machen würde und mal einige Texte etwa von Edith Piaf, Gilbert Becaud oder Yves Montand übersetzte,

Voilà , Gilbert Becaud :-D (traduction de Dany et esge )

Nathalie - hätte Grand Prix Chancen :-D
Paroles de Pierre Delanöe musique Gilbert Becaud
Der Rote Platz war leer
Vor mir ging Nathalie
Er hatte einen schönen Namen, mein Reiseführer,
Nathalie
Der Rote Platz war weiss
Der Schnee lag wie ein Teppich
Und an diesem kalten Sonntag folgte ich
Nathalie
Sie sprach in schlichten Sätzen
Von der Oktoberrevolution
Ich dachte schon, dass wir
Nach dem Mausoleum von Lenin
Im Kaffee Puschkin
Eine Schokolade trinken würden
Der Rote Platz war leer
Ich nahm sie unter den Arm, sie lächelte
Er hatte blondes Haar, mein Reiseführer
Nathalie, Nathalie...
In ihrem Zimmer, auf der Universität
Wartete ungeduldig
Eine Clique Studenten
Wir haben viel gesprochen und gelacht
Sie wolten alles wissen
Nathalie übersetzte
Moskau, die Ebene der Ukraine
Und die Champs Elysées
Wir haben alles verwechselt
Und haben gesungen
Dann haben sie
Schon im voraus lachend
Champager aus Frankreich geöffnet
Und wir haben getanzt
Und als ihr Zimmer leer blieb
Alle Freunde waren gegangen
Blieb ich alleine mit meinem Reiseführer
Nathalie
Keine schlichten Sätze mehr
Keine Oktoberrevolution
Unser Gefühle waren schon weiter
"Fini" das Grab von Lenin
Die Schokolade von Puschkin
Das war alles schon weit zurück
oh, ist mein Leben so öde
Aber ich weiss, eines Tages
In Paris werde ich Ihr
Als Reisefürer dienen
Nathalie Nathalie....
Video
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#13

Beitrag von Carsten K » Mi 24. Jan 2007, 23:36

Wann ist denn der Grand Prix in Helsinki genau? 2004 war er parallel zum LT, und einige pendelten zwischen Fernseher und LT-Konzert hin und her...
Insofern würde ich Kunze und Cicero lieber beim LT sehen, sollen doch die Monroses nach Helsinki fahren...
Aber im Ernst, Heinz Rudolf Kunze mag ich nicht so (was Geschmacksache ist, zugegeben), Roger Cicero hat mich dagegen letztes Jahr (als ich zum ersten Mal von ihm gehört habe) ziemlich begeistert, besonders sein Song "Murphys Gesetzt", vielleicht weil es im Radio lief, ich mit dem Auto unterwegs war, und "auf dem Weg zu dir sprang jede Ampel auf Rot - und der einzig freie Parkplatz war im absoluten Halteverbot"... ;-) Swing kann man mögen oder nicht, aber das war absolut authentisch...
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#14

Beitrag von zodiak » Do 25. Jan 2007, 11:13

Hallo Siegrun,
danke - Nathalie ist sicher eins der schönsten Chansons aus der fruchtbaren Verbindung von Gilbert Becaud und Pierre Delanoë, der Ende letzten Jahres in hohem Alter gestorben ist. Allerdings hat Becaud auch in sehr seichten Gefilden gefischt, ein Beispiel aus dem um 1970/71 herum erschienen „Was ist so schön an der Liebe“:
Was ist so schön an der Liebe
was ist so schön an der Liebe
du brauchst kein Geld
du brauchst kein Geld
dafür auf dieser Welt.
Du musst nicht viel dabei sagen
du musst nicht viel dabei sagen
ohne ein Wort
ohne ein Wort
versteht man sich sofort.
Der ziemlich fließend Deutsch sprechende Becaud wollte sich, in einem Interview anlässlich seiner Deutschland-Tournee im Jahre 1971 nach den Unterschieden zwischen Schlager und Chanson befragt, nicht festlegen. Er sagte, für ihn gebe es eigentlich keine schlechte Musik, sondern eher schlechte Musiker. ;-)
Gruß
*Dirk*
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#15

Beitrag von Skywise » Do 25. Jan 2007, 12:21


zodiak schrieb:
Allerdings hat Becaud auch in sehr seichten Gefilden gefischt, ein Beispiel aus dem um 1970/71 herum erschienen „Was ist so schön an der Liebe“
Joah, das hängt aber unter anderem am deutschen Texter ... "Was ist so schön an der Liebe" wurde, wenn ich mich recht erinnere, von Joachim Relin getextet ... nichts gegen ihn persönlich - kenne ihn ja nicht -, aber spontan fällt mir kein einziger Relin-Text ein, den ich als "gelungen" bezeichnen würde ... da gibt's andere, die bestimmt aus dem Lied mehr rausgeholt hätten ... Bécaud-Standard B. Zimber zum Beispiel - oder Wolfgang Hofer (Stichwort: "Und die Komödie endet nie" - kongeniale Ergänzung zu Bécauds Musik :anbet: )
Gruß
Skywise
P. S.: @zodiak:
Natürlich war das mit dem "Säugling" Absicht. Ich wollte ja schließlich erreichen, daß man sich etwas länger mit der Übersetzung beschäftigt als nur zwei Zeilen lang (mal ganz abgesehen davon, daß man an dem Text ohnehin nicht mehr so viel versauen konnte ... man konnte ihn höchstens noch ins Lächerliche ziehen). Wenn Dir die ordnungsgemäße Übersetzung von "You drive me crazy" im Refrain aufgefallen ist, würde ich sagen:
[X] Ziel erreicht
:-D
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#16

Beitrag von zodiak » Do 25. Jan 2007, 14:14

Skywise schrieb:

Joah, das hängt aber unter anderem am deutschen Texter ...


Mag sein, aber Becaud hats nun mal veröffentlicht.
Wollte damit eigentlich auch nur sagen, dass auch die großen Cracks nicht immer mit Quellwasser kochen ;-)
Was Wolfgang Hofer betrifft: Die "Kommödie" ist klasse, aber auch gute Songtexter müssen durch die Mühen der Ebenen, wenn die Butter auf dem Brot knapp wird. Ich erinnere an Hofers Zusammenarbeit mit Udo Jürgens, aus der u.a. die Texte zu "Mit 66 Jahren" und "Liebe ohne Leiden" entstanden sind. Die Butter zum Brot hat er damit sicherlich verdient, die Texte sind aus meiner Sicht dennoch Schrott.

Skywise schrieb:

Natürlich war das mit dem "Säugling" Absicht.


Alles andere hätte mich auch schwer gewundert :-D
Gruß
*Dirk*
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#17

Beitrag von Michael » Do 25. Jan 2007, 17:01

Hallo,
als tapferer Grand Prix-Zuschauer muss ich da meinen Senf zugeben. Hab mir gerade den Text von Kunze angeguckt und war - ehrlich gesagt - positiv überrascht. Ironie hatte allerdings beim Grand Prix nie - und definitiv nie - eine Chance. Die angeblich ironischen Performances von Horn und Raab waren ja eher verbissen komisch.
In Deutschland dürfte Kunze damit keine große Chance haben (mein Gott, er ironisiert das deutsch-nationale Sommermärchen, ist der Mann verrückt), vielleicht eher in Österreich, die haben die ausgetretenen Wege schon immer mal verlassen. Dass er international genauso wenig Chancen hat wie jeder deutsche Beitrag, weil eben die Leute, wenn die Deutschen singen auf's Klo gehen, ist ja nicht so schlimm, aber die Gefahr, schon in Deutschland an den Monroses zu scheitern würde ich an seiner Stelle nicht eingehen. Die sehen allerdings definitiv besser aus.
Um aber mal ein auch hier bemühtes gängiges Vorurteil gegenüber dem Grand Prix zu widerlegen: Das Optische, die Performance, die Show sind nicht wichtiger geworden, es war schon immer wichtig, sieht nur heute anders aus als früher. Wenn man sich das Vergnügen macht und die alten Zusammenfassungen anguckt, dann merkt man's. Da wurden von Peter, Sue und Marc schon in den Siebzigern halbe Theaterstücke aufgeführt und Sandy Shaw ist auch nicht deshalb barfuß aufgetreten, weil die Wiener Hofburg Fußbodenheizung hat. Und schon beim zweiten Grand Prix von 1957 (den haben sie letztes Jahr mal komplett wiederholt), hat die deutsche Teilnehmerin sehr erotisch mit einem Telefon geflirtet.
Im Gegenteil würde eine Monrose-Teilnahme nur wieder mal zeigen, dass die Deutschen immer erst mit fünfjähriger Verspätung merken, was eigentlich "in" ist. Die Zeit der rumhüpfenden kleinen Mädels ist nämlich vorbei (also, so was ist natürlich nie vorbei, aber ihr wisst, was ich meine).
Das Finale ist übrigens am 12. Mai - kein Problem also fürs LT.
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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#18

Beitrag von Skywise » Do 25. Jan 2007, 17:32


Michael schrieb:
und Sandy Shaw ist auch nicht deshalb barfuß aufgetreten, weil die Wiener Hofburg Fußbodenheizung hat.
Daß sich so was einprägt, dürfte aber eher positiver Nebeneffekt gewesen sein. Tatsächlich - Anekdote am Rande - trat Sandie Shaw vor allem deshalb barfuß auf, weil sie verdammt (!) kurzsichtig war (und wahrscheinlich auch immer noch ist). Nur - Mädels mit fetten Glasbausteinen vor den Augen wurden im Showgeschäft noch nie so richtig ernst genommen. Kontaktlinsen waren damals auch nicht leicht zu kriegen, also verzichtete sie einerseits auf die Brille, andererseits aber auch auf die Schuhe, damit sie ein besseres Gefühl dafür bekam, wenn sie auf irgendwelche Kabel trat. Klar - es ist einfach peinlich, wenn man sich im Live-Vortrag durch eine ungeschickte Bewegung das schnurgebundene Mikro aus der Hand tritt oder sich mittels Kamerakabel auf den nackten Boden der Tatsachen befördert.
Ob sie für die Autogramme die Brille aufgesetzt hat oder ob sie immer eine Schablone dabei hatte, ist nicht überliefert.
Gruß
Skywise
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#19

Beitrag von Libertin » Do 25. Jan 2007, 21:34

Ich muss dir leider ein wenig wiedersprechen. Ich hatte mal die Gelegenheit mit Becaud zusammen zu arbeiten. Er spricht ähnlich gut deutsch, wie ich französisch. Also eher radebrechend ... Er versteht vieles, aber zum sprechen fehlt ihm (jedenfalls zu dieser Zeit) die Übung.
Seine Tochter ist aber ein echtes Schnuckelchen ;) ...
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#20

Beitrag von Mario » Do 25. Jan 2007, 21:41

Ähh, sorry, aber fällt mir gerade so ein:
Der Beckenbauer baut Becken....
Wenn meine Frau dieses RM Lied hört, kriegt sie immer ein Äffchen :-D
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