Hitliste der dämlichsten Texte

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Rex2005
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Hitliste der dämlichsten Texte

#1

Beitrag von Rex2005 » Fr 25. Apr 2008, 20:26

Hallo
ich habe vor ein paar Tagen im Webradio einen Titel gehört und mich gefragt, ob es noch dämlichere Texte als diesen gibt. Musste ein bissel googeln und schon kam der Text mit geballter Poesie zu Tage - (übrigens gesungen von den Flippers ) :
"Mein fester Wille
Ich liebe Mädchen nur mit Brille
Mein fester Wille
Denn Brillenmädchen haben Sexappeal.
Mein fester Wille
Ich will ein Mädchen nur mit Brille
Weil sie so sexy sind
Bin ich Brillenschlangenjäger
Auf der Jagd
Nach dem nächsten süßen Feger
Alles was ich will
Ist eine Frau mit Brille",
wer unbedingt wissen will, wie diese Geschichte ausging oder anfing hier geht´s weiter
Ist dieser Text irgendwie noch zu toppen ? :party:
Vielleicht kriegen wir ja die Top 10 zusammen :-D
LG
Rex2005
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Skywise
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#2

Beitrag von Skywise » Fr 25. Apr 2008, 21:09

Locker zu schlagen.
Vor ein paar Jahren hätte ich ja eigentlich für Vader Abraham "Wenn die Slipeinlage nur gut sitzt" plädiert. Aber dann kam SIE. Die deutsche Version des Brian & Michael-Titels "Matchstick Men And Matchstick Cats And Dogs", verfaßt von Brian Burke und Michael Coleman, ins Deutsche 1979 verbrochen von Hans-Ulrich Weigel:
Andy Andres - "a² x b x Wurzel piep"
(den Titel hatte ich meines Wissens hier auch schon mal erwähnt unter der Rubrik "... läßt dich über die Welt nachdenken" oder so).
Ich zitiere mal den Refrain aus dem Gedächtnis (so hat sich der Scheiß eingebrannt!):
"A quadrat mal b mal Wurzel piep
und das heißt: Mein kleiner Roboter, ich hab' dich so lieb.
Du bist mein Cosinus hoch zehn,
mein Gamma H2O,
mein Logarithmus-Wischi-Waschi-Pipapo."

Warum haben wir eigentlich hier keinen Kotz-Smilie? :gruebel:
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

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Barde
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#3

Beitrag von Barde » Fr 25. Apr 2008, 21:32

Bitte schön, hier mein Anwärter auf den Kotz-Smilie
Ich fand das ganz große Glück im Zug nach Osnabrück
(CLIFF): Ich hab die Liebe gesucht in Paris
(REXONAH): Es war in Sevilla, wo Pedro mich verließ.
(CLIFF): Um Antje hab ich geweint in Amsterdam
(REXONAH): Bei Don Giovanni in Rom kam ich nicht an.
(Beide): Tausendmal ganz allein um die Welt,
ich war so einsam verlassen, frustriert.
Doch dann letzten Mai ist es plötzlich passiert.
(Beide): Ich fand das ganz große Glück
mit dir im Zug nach Osnabrück.
Du hast mich angemacht
so kurz vor Offenbach,
wir haben Sekt bestellt,
gleich hinter Bielefeld.
(Beide): Ich fand das ganz große Glück
mit dir im Zug nach Osnabrück.
Wir fingen an zu schmusen,
beim Halt in Leverkusen,
dein süßes Muttermal
fand ich in Wuppertal.
Ich fand das ganz große Glück
in Osnabrück.
(CLIFF): Ich stand als Single in der Bar in Shanghai.
(REXONAH): Sogar in Rio war kein Mann für mich dabei.
(CLIFF): Ich schwamm ganz allein im Pazifischen Meer.
(REXONAH): Am Strand von L. A. lief ich den Boys nur hinterher.
(Beide): Tausendmal ganz allein um die Welt,
ich war so einsam verlassen, frustriert.
Doch dann letzten Mai ist es plötzlich passiert.
(Beide):Ich fand das ganz große Glück
mit dir im Zug nach Osnabrück.
Du hast mich angemacht
so kurz vor Offenbach,
wir haben Sekt bestellt,
gleich hinter Bielefeld.
(Beide): Komm, lass uns Liebe machen
im ICE nach Aachen.
Ich will Dich ewig küssen
von Flensburg bis nach Füssen.
(Beide):Ich fand das ganz große Glück
mit dir im Zug nach Osnabrück.
Du hast mich angemacht
so kurz vor Offenbach,
wir haben Sekt bestellt,
gleich hinter Bielefeld.
Ich fand das ganz große Glück
mit dir im Zug nach Osnabrück.
Wir fingen an zu schmusen,
beim Halt in Leverkusen,
dein süßes Muttermal
fand ich in Wuppertal.
Ich fand das ganz große Glück.
Ich fand das ganz große Glück.
Ich fand das ganz, ganz große Glück
in Osnabrück.

Prosa in Vollendung - Da kann ich nur den Hut ziehen und für immer meine Feder verstecken. So ein Niveau werde ich nie erreichen - - - - Gottseidank :-D
Gruß
Michael Nr. X
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Reino
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#4

Beitrag von Reino » Sa 26. Apr 2008, 04:39


Barde schrieb:
Bitte schön, hier mein Anwärter auf den Kotz-Smilie
Ich fand das ganz große Glück im Zug nach Osnabrück

Dieses Lied von Andreas Zaron, gesungen von "Cliff und Rexona" war 1997 der Siegertitel des alternativen Grandprix' und zuvor schon der Hit beim Texter-Seminar der GEMA-Stiftung (da waren übrigens bessere Texter dabei, als sich je hier im Forum geoutet haben).
Ein wirklich grauenhaft dämlicher Text ist übrigens der von Fred Ape für "Cochise":
Wenn ihr den letzten Baum zerstört,
dem letzten Fluß die Klarheit nehmt,
den letzten Wilden habt bekehrt
der letzte Vogel nicht mehr singt
die letzte Straße angekommen
der letzte Wald zum Parkplatz wird
der letzte Krieg endlich gewonnen,
der letzte Strand mit Öl verschmiert...
werdet Ihr erst dann einsehn,
daß Ihr Euer schönes Geld
auf der Bank nicht essen könnt,
welch Menge Ihr auch nehmt

Das vergewaltigt nicht nur die Syntax und ist schrecklich gereimt, sondern auch noch absoluter Blödsinn (was hat die Menge des Geldes mit dessen Eignung als Nahrungsmittel zu tun?).
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#5

Beitrag von Mario » Sa 26. Apr 2008, 09:16

Also nichts für ungut,
ich stelle mein Bild als Kotz smilie zur Vefügung :-D
Zwar stimme ich Rex zu, aber den von Sky zitierten Text finde ich doch ganz lustig (sogar lustiger als : der Beckenbauer baut Becken.... da gab es doch auch schon mal einen Fred drüber)
Und lieber Barde, du hast wahrscheinlich einfach den tieferen Sinn des Liedes nicht verstanden, weil du nicht Zug fährst, um Bekanntschaften zu schließen. Dir reicht ja schon so'n Trebursches Liedertreffen :kiss: (ich habe übrigens mal in Osnabrück gewohnt und weiß was gemeinst ist :aetsch: )
Also, den richtig blöden Text habe ich hier noch nicht gesehen, nur unterschiedliche Geschmäcker und Interpretationen.
Wie wäre es mit "Marmor, Stein und Eisen bricht...." aber da gibt es sicher auch einige, die anderer Meinung sind.
Vielleicht sollten wir uns erst darauf einigen, was blöd ist. Für mich - und deshalb meine Übereinstimmung mit Rex - sind i.d.R nicht gefühlte, sondern künstlich auf Gefühl getrimmte fremdgetextete Schlager Müll - aber auch das ist keine Aussage, die bei näherer Betrachtung lange standhält :-?
Ach, da fällt mir noch die Katja ein:
Ein Stuhl ist nur ein Stuhl, ein Haus ist nur ein Haus
aber wer einmal neben einem (plötzlich) leeren Stuhl mit leerer Seele gesessen hat, wer einmal in ein sonst lärmendes, jetzt ruhiges Haus gekommen ist, empfindet vielleicht gerade diesen Text gut.
Mario
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Clemens
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#6

Beitrag von Clemens » Sa 26. Apr 2008, 11:19

Hallo Reino,
ich werde mich nicht urteilend an der Derbatte beteiligen, weil ich meine jeder sollte etwas mögen und als schön oder gut empfinden ohne deswegen be- oder gar verurteilt zu werden. Aber ich mag an zwei Dingen aus Deinem Beitrag nicht vorbeigehen.
Dieses Lied von Andreas Zaron, gesungen von "Cliff und Rexona" war 1997 der Siegertitel des alternativen Grandprix' und zuvor schon der Hit beim Texter-Seminar der GEMA-Stiftung.

1. Siege bei Festivals und Qualität sind nicht immer unabdingbar verbunden. Und Reime wie
Du hast mich angemacht
so kurz vor Offenbach, oder
Komm, lass uns Liebe machen
im ICE nach Aachen.

erscheinen mir nicht als das obere Ende der sprachlichen Fahnenstange.
(da waren übrigens bessere Texter dabei, als sich je hier im Forum geoutet haben)

2. (und mir wesentlich wichtiger!)
Wie gut kennst Du, als zumindest im aktiven Bereich eher ein Neuling, die Mitglieder und deren Qualitäten um solcher Art Urteil zu fällen?
Ich fühle mich persönlich angesprochen, weil ich mich hier immer mal wieder mit (wennauch vergleichsweise kleinen und bescheidenen) Texten "aute".
Meinem Empfinden nach prägt Deine Beiträge eine Bitterkeit darüber nicht wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Ähnlich empfinde ich dies bei Siegruns Lieblingssänger Tino, wobei dieser es bei Selbstmitleid belässt. Deine (in meinen Augen) teilweise eher abschätzigen denn real kritischen Urteile über andere Künstler machen es mir schwer mich Deiner Kunst zu nähern. Dabei sind die Texte, welche ich bislang gelesen habe durchaus ansprechend. Das wenige, was ich in der kurzen Zeit an Liedgut hören konnte, wird dem Maßstab, welchen Du an andere Menschen anlegst nicht immer gerecht.
Ich hoffe Du kannst mein persönliches Empfinden hören und für Dich einordnen, ohne dass hier eine große "Rechtfertigungsdebatte" losgeht.
Sei herzlich gegrüßt von Clemens
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)

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#7

Beitrag von Rex2005 » Sa 26. Apr 2008, 16:17

eu jeu jeu ( oder schreibt man das anders? ) - was aus so einem kleinen Thread doch alles werden kann!
Hallo erst mal ....
also ich wollte hier absolut keine Debatte über Wert und Wertigkeiten von Texten lostreten. Einfach aus einer Laune heraus hat doch jeder Texte im Hinterkopf bei denen er aus dem einen oder anderen Grund mit dem Kopf schüttelt - in dem Moment, wenn man sie hört , noch ein paar Tage später oder wenn sie gelungen dämlich sind - auch für ewig im Kopf behält.
Das ein Lisa Plenske Typ ( wie ist hier die weibliche Form :gruebel: ) aus meinem oben genannten Beispiel vielleicht Lebensmut schöpft, irgendwer aus Skys Text den Weg zu den Naturwissenschaften findet ... alles möglich! Und "Marmor Stein und Eisen bricht" ist klasse , weil den Text jeder kennt und man auch mit Anfängerkenntnissen auf der Klampfe bei einigen Leuten, die Mundwinkel von unten nach oben ziehen kann und sich manch einer danach aufmacht, um die Bretter die die Welt bedeuten zu erobern ...

Clemens schrieb:
Meinem Empfinden nach prägt Deine Beiträge eine Bitterkeit darüber nicht wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Ähnlich empfinde ich dies bei Siegruns Lieblingssänger Tino, wobei dieser es bei Selbstmitleid belässt.

Ich staune immer wieder, wie gut Du Menschen einschätzen kannst! ( Muss in deinen hier im Forum auch schon angesprochenen Genen liegen! ;-) ) Bin in beiden "Fällen" deiner Meinung, die Beiträge des ersteren Herren lesen sich für mich auch so, beim anderen hast du´s richtig eingeschätzt. Na ja - ein Thema für sich :piep: ( obwohl ich drüber grüble, wie du die Kurve von einem zum anderen genommen hast :gruebel: :-D )
Meiner Meinung nach fehlt einigen Menschen manchmal, des öfteren oder auch ständig - einfach mehr oder weniger die "Leichtigkeit des Seins".
Wow - welch ein hochphilosophischer Schlusssatz! :goethe:
Jo, weil ich für heute schlau genug war, liegt jetzt das an: :party: :wein: = das Leben genießen auf dem Balkon bei ernsthafter Lektüre
LG
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#8

Beitrag von Mario » Sa 26. Apr 2008, 16:31

Hmm, habe mir gerade alles noch mal durchgelesen und muss mich verbessern:
Ich finde den von Sky angesprochenen Text doch nicht ganz lustig, sondern nur blöd :wink:
übrigens, muss es nicht heißen:
komm laß uns liebe maachen
im ICE nach Aachen?
Da kommt doch schon der innere Wert zu Tage; mach es nicht schnell und gefühllos, sondern mit doppel a.
Mario
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Chrizz
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#9

Beitrag von Chrizz » Sa 26. Apr 2008, 16:58

Schöner Thread... :-)
Aber, wenn ich hier anfange über blöde Texte zu schreiben, werde ich bis morgen Abend nicht mehr fertig!
Man sollte vielleicht unterschiedliche Kriterien als Basis nehmen.
Zum einen Texte, die einfach inhaltlich nur bekloppt sind
und dann Texte, die handwerklich schlecht gemacht sind.
Über den Inhalt von Liedern lässt sich ja immer wieder streiten. Was für den Einen wirklich nur dämlich ist, kann einem Anderen direkt aus der Seele sprechen ("Kleine Taschenlampe brenn...").
Aber was heutzutage an Reimen durch den Musikmarkt fegt, schmerzt doch gewaltig!!! Man hat wirklich das Gefühl ALLES ist erlaubt, wenn es nur ungefähr vokal-technische Ähnlichkeiten aufweist. Als Beispiel sei hier einmal so manches Lied von Rosenstolz erwähnt! Ich hoffe, ich trete jetzt keinem Rosenstolz-Fan zu nahe, aber ich habe echt das Gefühl, es wird sich heute nicht mehr wirklich Mühe gegeben, einen "sauberen" Text zu formulieren. Das Handwerk des Textens wird allzu oft mit Füssen getreten!
Also, MIR fällt es richtig auf, wenn jemand "gut schreiben" kann. Als allererstes sei hier R.M. erwähnt. Natürlich gibt es auch andere. Aber die finden sich in erster Linie in der Liedermacher-Szene. In der Pop-Szene scheint alles erlaubt!
Dieses Thema habe ich auch schon in eigenen Liedern aufgegriffen und absichtlich bekloppte oder handwerklich zweifelhafte Texte als bewusste Provokation formuliert.
Und noch eins: Bitte versucht nicht vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Dann würde dieser Thread wirklich jeden Rahmen sprengen... :-)
Liebe Grüsse
Chrizz :wink:
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Viele Sprüche mag es geben.
DIESEN mag ich ungemein:
Was nicht gratis ist im Leben,
sollte nie umsonst sein!
Chrizz :gitarre2:

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amori
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#10

Beitrag von amori » Sa 26. Apr 2008, 17:55

Hallo ihr Lieben!
Texte, die schon beim ersten Hören nur doof daher kommen, finde ich gar nicht so furchtbar.Da weiß ich doch gleich, wo ich dran bin. Schlimmer sind die , die einen gewissen intellektuellen Anspruch erfüllen (wollen) und von Stimme und Musik getragen werden (höre ich gelegentlich ;-) ).
Interpretationsversuche verdampfen leider in heißer Luft:
Eva (Unheilig)
Du so allein
darf ich bei dir sein ?
verrätst du mir wofür du lebst ?
Du Geschöpf aus Harmonie
weit weg von Blasphemie
Reinheit erfüllt dein sein
So viel Lust in dir
geschmeichelt von mir ?
meine Haut ganz nah bei dir
Sag was dein Herz erzählt
Eva
So wie dich Neugier quält
Eva
Du die in Lust vergeht
Eva
Roter Schmerz im Leib verbannt
weit weg vom Wunderland
Eva
Es gibt mehr als du verstehst
es gibt mehr wofür du lebst
Kummer verrät dein Sein
Die Erkenntnis so nah
die Frucht so wunderbar
tust du es so bist du frei
Wozu bist du da ?
schau wie wunderbar
koste ihn und du bist frei
Sag was dein Herz erzählt………


Liebe Grüsse
Annette
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Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Bertolt Brecht

Gegen RECHTS zu sein ist nicht LINKS, sondern LOGISCH.

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zodiak
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#11

Beitrag von zodiak » Sa 26. Apr 2008, 18:22

Hallo ihr Diskutanten,

Rex2005 schrieb:
:party: :wein:

Yo, so würde ich es auch sehen :-D
Wie singt Norbert Leisegang im Keimzeit-Song „Kintopp“ doch so treffend: „Das alles ist doch nur zur Unterhaltung gedacht - was kann ich dafür, wenn ihr daraus ein Drama macht?“ :-D
Wir sollten nicht vergessen, dass wir uns mit diesem Forum im Bereich der Unterhaltung bewegen, und in diesem Genre ist nun mal (fast) alles erlaubt. Und da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, passt auf so ziemlich jeden Topf auch irgendwo ein Deckel.
Zum Glück gibts noch kein Gesetz, das regelt, wie geistreich Kunst zu sein hat – und das ist aus meiner Sicht auch gut so. Natürlich wäre es nicht schlecht, wenn der Herr hier & da mal ein wenig mehr Hirn würfe, aber ausschließlich von geistreichen und hypersinnigen Songs umgeben zu sein, wäre für mich ein Graus. Meine diesbezüglichen Forschungen haben denn auch ergeben, dass offensichtlich ein großer Teil der von mir beobachteten Menschheit eine latent vorhandene Antenne zum Trivialen besitzt :-D Und ich wette, dass jede/r mindestens eine CD im Regal stehen hat, von der er/sie hofft, dass der Besuch sie beim Durchstöbern der Plattensammlung nicht finden möge :-D
Unser Hörverhalten und unsere Vorlieben richten sich ja nicht unwesentlich nach der jeweiligen Situation. So würde man einen Song mit der Zeile:
Er hat ein knallrotes Gummiboot
mit diesem Gummiboot fahr'n wir hinaus!
Er hat ein knallrotes Gummiboot
und erst im Abendrot kommen wir nach Haus
vermutlich nicht auf der Beerdigung eines verdienten Kanuten intonieren, aber in Verbindung mit einem ansprechenden geistigen Getränk hat er sicher schon so manch schlappe Erkrath-Unterbacher Grillparty in ein handfestes Wuddschtock verwandelt. .
Und mal ehrlich: wer würde freiwillig zum Aufstehn in der Früh Degenhardts „Fast autobiographischer Lebenslauf eines westdeutschen Linken“ in den Abspieler schieben? Da zieht man doch jeden Maffay-Song vor – zum Schmunzeln reichts allemal…
Ich bekenne, meine Jugend wäre um einiges ärmer gewesen, hätte man mir die herrlich radegebrochenen Zeilen aus “Poor Boy” der „Lords“ vorenthalten:
When I was born you know I couldn't speak and go
my mother worked each day and she learned me to say
mother and father and son sister and uncle have fun
and she learned me to say life is so hard each day
Trivialität als Schimpfwort ist denn auch den typisch deutschen Denkerköppen entsprungen.
Was zum Beispiel dazu führte, dass solch ein feinsinniger Kommödiant wie Robert Gernhardt ewig lange vom etablierten Kulturbetrieb ignoriert wurde.
Dabei gibt es nichts schöneres, als Charlotte Roches’ „Feuchtgebiete“ zuzuklappen, ein Fläschchen zu öffnen und sich der Gernhardtschen Trivialität zuzuwenden:
Zitat:
Kleine Erlebnisse großer Männer: Kant
Eines Tags geschah es Kant,
dass er keine Worte fand.
Stundenlang hielt er den Mund,
und er schwieg nicht ohne Grund.
Ihm fiel absolut nichts ein,
drum ließ er das Sprechen sein.
Erst als man ihn zum Essen rief,
wurd er wieder kreativ.
Und sprach die schönen Worte:
„Gibt es hinterher noch Torte?“

In diesem Sinne
viele Grüße :-D
*zodiak*
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<°))))>< <°))))>< <°))))><

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#12

Beitrag von moni » Sa 26. Apr 2008, 19:52

Skywise dir soll geholfen werden.
LG Moni
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:wau:
A bas les armes!

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#13

Beitrag von Reino » Sa 26. Apr 2008, 22:00

Der Cliff-und-Rexona-Text ist eine Schlagerparodie. Daß da nicht nur die edelsten Reime zum Einsatz kommen ist allein schon durch die Vorlage bedingt.

Clemens schrieb:
2. (und mir wesentlich wichtiger!)
Wie gut kennst Du, als zumindest im aktiven Bereich eher ein Neuling, die Mitglieder und deren Qualitäten um solcher Art Urteil zu fällen?
Ich fühle mich persönlich angesprochen, weil ich mich hier immer mal wieder mit (wennauch vergleichsweise kleinen und bescheidenen) Texten "aute".
Wie kannst du dich durch Äußerungen angegriffen fühlen, die du gar nicht einschätzen kannst. Weißt du denn, wer alles am Texter-Seminar der GEMA teilgenommen hat (da waren im Laufe der Zeit übrigens mehrere spätere Gewinner des deutschen Kleinkunstpreises wie z.B. Bodo Wartke dabei)?
Meinem Empfinden nach prägt Deine Beiträge eine Bitterkeit darüber nicht wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden.
Die Suchfunktion verrät ja, daß viele hervorragende Liedermacher in diesem Forum nicht wahrgenommen werden. Und das ist natürlich schade. Das betrifft nicht nur Autoren der 60er bis 80er Jahre wie Bernhard Lassahn, Gisbert Haefs, Jürgen Eger und Aragorn Gatter, sondern auch aktuelle Vertreter wie Roger Stein ("Wortfront") und Fabian Lau (auch über Sven Regner von "Element of Crime" hab ich hier nichts finden können).
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#14

Beitrag von Piet » Sa 26. Apr 2008, 23:01

Hallo Reino,
man kann nur etwas wahrnehmen, von dem man weiß das es das gibt.
Wortfront beispielsweise, das sind Roger Stein und Sandra Kreisler, kannte ich bis vor kurzem nicht. Aufmerksam gemacht auf dieses Duo hat mich Rex2005 mit einem Beitrag hier im Forum. Wenn sie auch von diesem Duo nicht sonderlich begeistert schien, hat sie trotzdem meine Neugier geweckt. Zwischenzeitlich habe ich auch die Website von Wortfront hier bei den Netztipps hinzugefügt.
Im aktuellen Newsletter von Wortfront wurde auch ein Konzert in Bremen angekündigt. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Nur soviel: es war ein absolut geniales Konzert. Die Texte und die Musik von Roger Stein sind atemberaubend schön. Ein Konzert mit den beiden ist, trotz der anspruchsvollen Texte (wie sie selbst betonen), kurzweilig und spannend.
Also noch einmal: Wortfront erhalten von mir das "Prädikat wertvoll". Wenn Du so viele Liedermacher kennst, stell doch mal die deiner Meinung nach Beachtenswerten vor. Dann hab ich auch was davon.
In meinem Profil finden sich übrigens ein paar Fotos (wenn auch qualitativ nicht so gute) vom Bremer Wortfront Konzert.
Eines pack ich mal hier hin!!!

Herzliche Grüße
Piet
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#15

Beitrag von Clemens » Sa 26. Apr 2008, 23:14

Hallo Reino,
es wäre nett, wenn Du einen der Webmaster darum bittest den fälschlich mir zugeschriebenen Teil eines Zitates in Deinem Beitrag aus dem blauen Feld zu extrahieren.
Ich denke darüber hinaus ist unser beider Disput einer, welcher wenn, dann per Mail weitergeführt werden sollte.
Ich bin sicher, Du hast hier eine Möglichkeit jene Künstler, welche Du für hervorragend hältst, einer interessierten Menge von Menschen bekannt zu machen.
Allerdings befürchte ich, dass man Dir auf die Dauer so begegnen wird wie die Radioleute es tun, welche Deine Musik nicht spielen - so lange Du in einer Weise argumentierst wie in diesem Beitrag
Wie kannst du dich durch Äußerungen angegriffen fühlen, die du gar nicht einschätzen kannst..
Das Einschätzunmgsvermögen hätte ich gern aus Deinem Beitrag gewonnen.
Dort finde ich aber nur ein pauschal abwertendes Urteil über eine große Gruppe von Menschen, zu wecher ich gehöre, welche Du kaum kennst und (um es noch einmal mit Deinen eigenen Worten zu sagen):
die du gar nicht einschätzen kannst..
Clemens
:gruebel:
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#16

Beitrag von Rex2005 » Sa 26. Apr 2008, 23:25

Hallo Piet

Piet schrieb:Aufmerksam gemacht auf dieses Duo hat mich Rex2005 mit einem Beitrag hier im Forum.

Da musste ich doch zu später Stunde noch nach mir selbst stöbern :-D
- und siehe da, Wortfront waren schon ein Thema hier, wie viele andere auch.
Es gibt so viel Liedermacher - wer diese hier in diesem Forum vermisst, soll sich bitte schön aufraffen und über diese Leute schreiben. Ist sinnvoller, als zu schreiben, dass es nichts über diese Leute zu lesen gibt. Namen sind nun mal bekanntlich Schall und Rauch. Und ich würde wetten, dass es kaum ein anderes Forum gibt, in dem so viel LMs ihren Platz und ihre Wertschätzung trotz vieler unterschiedlicher Meinungen und Ansichten haben.
Habe übrigens beim googeln unter "Liedermacherforum" den aussagekräftigen Satz entdeckt : "Im Liedermacherforum wird ja so manches verteufelt" - ne janz schlimme Truppe, dieser Haufen
:hammer:
LG
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#17

Beitrag von Piet » Sa 26. Apr 2008, 23:40

Jetzt habe ich doch auch noch Mal nachgesehen. Sandra Kreisler selbst hat Wortfront hier im Forum vorgestellt. Und das ist ein glücklicher Umstand für mich, eine enorme Bereicherung :applaus: .
Piet
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#18

Beitrag von Mario » So 27. Apr 2008, 08:34

Hallo Clemens,
ich denke, du hast alles gesagt - und ich habe dich verstanden (ich kenn auch noch ein paar andere, die dich verstanden haben :-D )
Jede weiter Äußerung würde nur wieder eine, am Thema vorbeigehende Erwiderung bringen.
Liebe Grüße
Mario
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#19

Beitrag von JuergenF » So 27. Apr 2008, 08:48

Habe übrigens beim googeln unter "Liedermacherforum" den aussagekräftigen Satz entdeckt : "Im Liedermacherforum wird ja so manches verteufelt" - ne janz schlimme Truppe, dieser Haufen
Jaja, und an WEM könnte das wohl liegen, hmm? :-D
Mir fällt bei dieser Osnabrück-Geschichte gleich Tommy Bayer ein, der vor ca 30 Jahren dichtete (da laß ich aber nichts drauf kommen, gell!):

Einsam und immer unterwegs
knabbert er den letzten Keks,
der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh
und sucht die Freiheit irgendwo...irgendwo...
(der Keks findet sich noch zahlreich bei Google, hat also nicht nur bei mir Spuren hinterlassen)
Jürgen
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Wo ich hin will :-)
14.11.12 Hannes Wader in Kirchheim/Teck, Stadthalle
21.2.13 Uta Köbernick in Bietigheim Bissingen, Rommelsmühle
15.3.13
Annett Kuhr in Landau, Kreuz und Quer
3.5.13 Holger Saarmann, Tübingen

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#20

Beitrag von Reino » So 27. Apr 2008, 08:56

Das hat allerdings nicht Thommie Bayer gedichtet, sondern Bernhard Lassahn (ich hab einen der wenigen Auftritte von ihm erlebt, bei dem er das Lied – womöglich erstmals – gesungen hat). Es ist übrigens eine Parodie auf Ulrik Remy ("Wieder unterwegs", "Freiheit ist ein wilder Vogel").
(Liest du hier nicht irgendwo mit, Ulrik?).
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