Gema und Rechte

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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JuleS
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Gema und Rechte

#1

Beitrag von JuleS » Fr 2. Feb 2007, 15:02

Hallo,
ich lese hier schon eine ganze Zeit mit, und habe nun selber eine Frage die ihr mir vielleicht beantworten könnt.
Wenn ich als Interpret Brel singe, muss ich da ausser den Gema Gebühren noch mehr beachten? Sind seine Lieder und die Übersetzungen ins deutsche durch die Gema freigegeben, also muss ich mir keine weiteren "Genehmigungen" einholen?
Wie ist es wenn ich plane eine CD aufzunehmen?
Für die ersten Antworten schonmal ein Dank
JuleS
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Carsten K
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Gema und Rechte

#2

Beitrag von Carsten K » Sa 3. Feb 2007, 03:07

Ja leider, wenn Du eine Brel-CD aufnimmst und die verkaufst, und die GEMA bekommt davon Wind, dann hält die GEMA die Hand auf, sofern sie erkennt, dass die Musik von Brel ist, unabhängig von den (übersetzten) Texten, die sind urheberrechtlich eine andere Baustelle...
Also lieber eigene Musik zu eigenen Texten, musst ja nicht damit prahlen, dass Deine Songs eigentlich von Brel sind...
;-)
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Mario
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#3

Beitrag von Mario » Sa 3. Feb 2007, 09:06

Hallo JuleS,
ob es irgendwelche Einschränkungen bzgl. Urheberrechet zu Brel Texten in Deutshland gibt, kann ich dir so nicht beantworten, aber ich gehe mal davon aus, dass, wenn die Lieder in der GEMA Datenbank geführt werden, es solche Probleme nicht geben sollte. Die GEMA Datenbank kannst du online einsehen (http://www.gema.de/musikrecherche/).
Wenn du eine CD aufnehmen willst (professionell im Studio und dann pressen), dann sind die GEMA Gebühren i.d.R. bereits im Herstellungspreis enthalten.
Detaillierte Informationen (ohne Auswege aufzuteigen :-D ) findest du auf den GEMA Webseiten. Bist du dir unsicher, dann frag einfach bei der Bezirksverwaltung der GEMA an. Lass dir aber Auskünfte möglichst schriftlich geben.
Gruß
Mario
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JuleS
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#4

Beitrag von JuleS » Sa 3. Feb 2007, 11:11

Hallo,
danke für Eure Antworten, ich habe mit der Gema gesprochen und werde mir das ganze nochmal schriftlich geben lassen, sicher ist sicher.
Gruß
Jule
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JuleS
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#5

Beitrag von JuleS » Sa 3. Feb 2007, 11:19


Carschti schrieb:
Ja leider, wenn Du eine Brel-CD aufnimmst und die verkaufst, und die GEMA bekommt davon Wind, dann hält die GEMA die Hand auf, sofern sie erkennt, dass die Musik von Brel ist, unabhängig von den (übersetzten) Texten, die sind urheberrechtlich eine andere Baustelle...
Also lieber eigene Musik zu eigenen Texten, musst ja nicht damit prahlen, dass Deine Songs eigentlich von Brel sind....

Es ging mir nicht darum, die Gema zu umgehen, sondern ganz im Gegenteil es richtig zu machen. Die professionelle Produktion einer Cd ist ja nun nicht gerade günstig und ich habe keine Lust alles schreddern lassen zu müssen und noch eine Strafe zu zahlen. Unwissenheit schützt ja nunmal bekanntlich nicht vor Strafe.
Zum Thema "prahlen" ich empfinde es nicht als verwerflich, wenn jemand sehr gut und gekonnt einen Verfasser interpretiert, ganz im Gegenteil, aber dann soll er auch dazu stehen und nicht indem er sich Textpassagen oder auch Musikstücke rausklaubt und sein eigenes Ding drumrumbastelt so tun als sei es seins um Gema Gebühren zu sparen.
Freundlicher Gruß
JuleS
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#6

Beitrag von Clemens » Sa 3. Feb 2007, 11:46

Hallo JuleS,
gerade bei Brel scheinen die Erben es sehr genau zu nehmen mit den Rechten. Vielleicht können Dir die Webmaster(in) der beiden Fanseiten von Klaus Hoffmann
(findest Du unter Netztips)
genaueres sagen. Sie dürfen mit Einverständnis des Künstlers (K.Hoffmann) alle seine Texte bereithalten, schließen aber selbst alle Brel-Texte aus.
Amsterdam
Deine Kais Amsterdam ........
....................
Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir keine Liedertexte von Jacques Brel in unserem Forum veröffentlichen :-(


Sei lieb gegrüßt von Clemens :-)
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Piet
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#7

Beitrag von Piet » Sa 3. Feb 2007, 15:15

Hallo JuleS,
wenn ich Dich richtig verstanden habe, zielte Deine Frage nicht so sehr auf die Rechteverwertung ab. Die GEMA ist Dir ja schon ein Begriff ;-).
Trotzdem hier mal meine Einschätzung (als Laie) zu diesem Teilaspekt: Es gibt nationale Verwertungsgesellschaften für die Rechteverwertung. In Deutschland ist das die GEMA. In Frankreich ist das die Sacem. In Belgien ist das die Sabam. In den jeweiligen Ländern übernimmt die jeweilige nationale Organisation die Verwertung für Künstler aus anderen Ländern. Die Verwertung der Rechte von Brel und seinen Erben müßte die GEMA in Deutschland also entweder für die SABAM (wahrscheinlich) oder für die SACEM übernehmen.
Ich finde, man kann die Urheberrechte nicht nur auf den Bereich der finanziellen Entschädigung beschränken. Es gibt für mich auch noch den Aspekt „Qualität und Form der Interpretation“, jenseits der GEMA zu berücksichtigen. Das Recht des Urhebers zu bestimmen, wer seine Lieder singt, um zu verhindern, dass sein Werk sozusagen von einen Interpreten „verschandelt“ wird. Im konkreten Kontext, den wir hier besprechen, werden die Erben von Brel darüber entscheiden wollen, wer die Musik von Brel öffentlich aufführt, beziehungsweise wer Tonträger produziert und wer nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass sie die Interpretation eines Brel Liedes in Hip Hop gerne verhindern würden. Aber vielleicht sehe ich das auch zu verbissen :-D.
Es wäre also vor der Aufnahme einer CD sinnvoll, die Brel Erben zu kontaktieren.
Mir fällt ein Brel-Interpret ein, zu dem Du vielleicht Kontakt aufnehmen könntest, um diese Fragen zu klären. Der Belgier Filip Jordens hat 2003 und 2004 Brel Lieder gesungen und war damit sehr erfolgreich. In unserer Rubrik Netztipps findest Du den Link zur Homepage von Filip Jordens. Ich sehe gerade: die Homepage selbst wird leider im Moment überarbeitet. Eine Kontaktmöglichkeit ist nicht angegeben.
Hier auch noch ein Artikel zu Filip Jordens in der Berliner Zeitung
Piet
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Mario
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#8

Beitrag von Mario » Sa 3. Feb 2007, 18:05

Hallo Piet,
tja, logisch wäre das, aber wenn du (oder wer auch immer) deine Verwertungsrechte an eine Gesellschaft (z.B. GEMA) abgegeben hast und keinen Sondervertrag hast, der bestimmte allgemeine Verwertungen ausnimmt, so hast du tatsächlich nicht die Möglichkeit jemandem zu verbieten deine Lieder zu intrepretieren - genau aus diesem Sachverhalt ist ja auch das Hannes Wader Lied "Stellungnahme" entstanden.
Heute ist es (sehr zäh allerdings) eine Möglichkeit den allgemeinen GEMA Vertrag dahingehend abzuändern, dass der GEMA nur bestimmte Verwertungsrechte eingeräumt werden (z.B. öffentliche Aufführungen des original Werkes).
Aber allgemein hast du natürlich Recht, wenn ich etwas gut machen will, dann sollte ich mich mit soviel Einflussfaktoren wie möglich auseinander setzen.
Mario
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Piet
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#9

Beitrag von Piet » Sa 3. Feb 2007, 19:12

Hallo Mario,
wenn ich das eben richtig gelesen habe, unterscheidet das Urheberrechtsgesetz zwischen den Urheberpersönlichkeitsrechten und den Verwertungsrechten.
Ich glaube nicht, das mit dem Abschluss des Vertrages mit der GEMA das Urheberpersönlichkeitsrecht eines Künstlers der GEMA übertragen wird, sonden eben nur die Art und Weise der Verwertung (die Verwertungsrechte) der Musikstücke.
Wenn ein Künstler seine Urheberpersönlichkeitsrechte verletzt sieht, wird er demjenigen, der dagegen verstößt, sicher eine Aufführung oder Publizierung untersagen können. Egal ob der Künstler Mitglied in der GEMA ist oder nicht.
Aber vielleicht verstehe ich das ja auch alles falsch.
Piet
(der vermutet, dass der GEMA in Bezug auf die für das Brel Werk geltenden nationalen Urheberrechtsgesetze ganz andere Rahmenbedingungen bei der Verwertung vorgegeben werden, als wenn sie einen deutschen Künstler vertreten würde)
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#10

Beitrag von Mario » So 4. Feb 2007, 09:08

Hallo Piet,
ich habe auch nochmal nachgelesen und denke, dass du Recht hast.
Recht zur Bearbeitung eines Musikwerkes Einer Bearbeitung oder Umgestaltung des Originaltitels muss der Komponist, der in der Regel von einem Musikverlag vertreten wird, zustimmen. Auskunft zum jeweiligen Musikverlag erhält man auf der Datenbank der GEMA- Homepage www.gema.de/repertoiresuche/ oder bei der Dokumentationsstelle der GEMA in Berlin, Dagmar Rosenberger, drosenberger@gema.de, Telefon 030/21245-450.
Tja, schwierige Matereie. Sorry, dass ich was falsches gesagt habe. :rotwerd:
Mario
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JuleS
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#11

Beitrag von JuleS » So 4. Feb 2007, 13:03

Hallo,
das sind zweierlei Dinge von denen ihr redet, zum einen die Nutzung von Liedern, indem sie Wort für Wort wiedergegeben werden und die dementsprechende Musik dazu, dies wird über die Gema, sofern die Lieder bei der Gema registriert sind, geregelt und scheint, so wie die nette Dame bei der Gema es dargestellt hat kein Problem zu sein.
Dafür benötigt man dann "nur" die Lizensierung, indem man in München die CD einreicht. Sofern also dann Originallied und dazugehörige Musik zu hören sind ist die Gema die einzige die entscheidet.
Beim Recht zur Bearbeitung des Orginal (Musik/als auch Text) muss der Verlag, oder, falls noch lebend der Komponist selber, seine Genehmigung erteilen. Laut der netten Dame bei der Gema könnte das hin und wieder ganz schön kostspielig werden. Also mal eben eine HipHop Nummer aus Amsterdam machen ist nur mit Genehmigung des Verlages möglich und da kann es ja durchaus sein, das die Fondation Brel mit ihrem Verlag eine gesonderte Absprache hat, möglich.
Mir hilft diese Diskussion in dem Sinne sehr weiter, das immer wieder neue Aspekte aufgeworfen werden und ich noch mehr Punkte finde die ich betrachten muss oder dieFragen aufwerfen.
Habt vielen Dank
JuleS
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Reino
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#12

Beitrag von Reino » Mo 7. Apr 2008, 04:43

Ja leider, wenn Du eine Brel-CD aufnimmst und die verkaufst, und die GEMA bekommt davon Wind, dann hält die GEMA die Hand auf, sofern sie erkennt, dass die Musik von Brel ist, unabhängig von den (übersetzten) Texten, die sind urheberrechtlich eine andere Baustelle...
Also lieber eigene Musik zu eigenen Texten, musst ja nicht damit prahlen, dass Deine Songs eigentlich von Brel sind...
Da macht cARSCHti seinem Nickname ja alle Ehre. Einem Künstler und (eventuell dessen Übersetzer) seine Rechte zu klauen, findet er also völlig okay.
Ick wundre mir nur.
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