Frage bezüglich Urheberrechte

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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UweX
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#1

Beitrag von UweX » Di 1. Apr 2008, 19:53

Guten Tag,
Ich bin neu hier im Forum und habe mal eine Frage.
Demnächst möchte ich gerne einige meiner Lieder ins Netz stellen.
Nun mach ich mir Gedanken wie ich ein Urheberrecht geltend machen kann. Mich der Gema anschließen, ist wohl der offensichtliche Rat, der Gedanke ist mir auch schon gekommen.
Gibts vielleicht dazu eine Alternative?
Gruss
UweX
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Skywise
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#2

Beitrag von Skywise » Di 1. Apr 2008, 21:29

Geh zum Anwalt :-D
Dein Urheberrecht kannst Du ebenfalls geltend machen, wenn Du nicht Mitglied bei der GEMA bist; Du brauchst das Lied noch nicht mal niedergeschrieben zu haben.
Mein geliebtes Beispiel: Du gehst durch den Wald, bist gut gelaunt, pfeifst ein Lied, das Dir spontan einfällt - schon greift das Urheberrecht.
Läuft hinter Dir einer her, hört das Lied, findet das gut, geht zum nächsten Wirtshaus und pfeift den dort sitzenden Gästen Dein Lied gegen Bezahlung vor, hast Du hier bereits Anspruch auf einen Anteil.
Aber so etwas meinst Du wohl nicht.
Die GEMA hat mit den Urheberrechten zunächst mal gar nix zu tun, sondern allein mit den Aufführungs-(!) und Vervielfältigungs-(!)rechten. Wenn jemand Dir urheberrechtlich an den Karren fährt, indem er ein Stück von Dir als seins ausgibt, rührt die GEMA zunächst mal keinen Finger. Die GEMA rührt aber sehr wohl einen Finger, wenn ein Interpret ein Stück von Dir aufführen oder auf einem Tonträger vervielfältigen möchte; aus dem Urheberrecht leitet sich nämlich ab, daß Dir als (Mit-)Urheber dafür ein gewisser Betrag zusteht, und dieser Betrag wird dann über die GEMA abgerechnet. Ich sage hier bewußt "ein Interpret" und nicht "ein anderer" oder so, denn auch Du mußt für Deine Stücke praktisch Dir selbst über die GEMA einen Betrag zahlen. Das schließt dann ebenfalls Deine Internet-Aktivitäten ein, sprich: wenn Du ein Stück online stellst, ist - so Du GEMA-Mitglied bist - eine entsprechende Gebühr fällig. Das kann bei "kleinen" Interpreten, die eigentlich nur mal eben Werbung für ihren Krempel machen wollen, unfreiwillig ganz schön ins Geld gehen, daher ist vieles, was man im Netz von Amateur-Bands findet, GEMA-frei. Die meisten Urheber treten den Schritt zur GEMA erst an, wenn sie eine reelle Chance sehen, daß ihr Material an die etwas breitere Öffentlichkeit kommt.
Gruß
Skywise
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Mario
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#3

Beitrag von Mario » Mi 2. Apr 2008, 08:44

Hallo derUweX,
zu Skys Erläuterungen ist eigentlich fast nichts mehr hinzuzufügen.
Meine persönlichen Erfahrungen waren die, dass ich Auftritte in kleinen Kneipen (ohne Gage mit Hut oder auch ganz ohne Aussicht auf Geld) nicht bekommen habe, weil ich GEMA Mitglied war. Diese und andere Tatsachen (nämlich, dass du als sogenannter regionaler Künstler nicht mehr alles kriegst sondern nach Abzug der Verwaltungs- und Künstlersozialkassenkosten auch noch ein weiterer Teil der Einnahmen durch deine Lieder den Bristian Chruns, Alf Igels und Bieter Dohlens zugute kommt) haben mich nach 16 jähriger GEMA Zugehörigkeit dazu gebracht dort auszutreten. Wenn ich mal wieder Millionen mit meiner Musik verdiene und sie viel im Radio gespielt wird, trete ich halt wieder ein, oder vermarkte, ohne selbst GEMA Mitglied zu sein, selbige über einen Musikverlag.
Ach doch, etwas ist Sky noch hinzuzufügen. Was die wenigsten wissen, aber nach jüngster Rechtssprechung geklärt ist, ist, dass ein GEMA Mitglied zwar nicht einzelne Werke seines Schaffens aus dem Verwertungsrecht herausnehmen kann (also wenn du GEMA Mitglied bist, kannst du nicht deiner Freundin ein Lied machen und ihr alle Rechte daran schenken, du kannst ihr höchstens abrechnungstechnisch die Einnahmen aus der GEMA Verwertung übereignen), jedoch einzelne Verwertungsarten können aus dem Vertrag herausgenommen werden (z.B. die Verwertung im Internet, so kann man seine Lieder ins Internet stellen, sogar Geld fürs hören und downladen nehmen, aber muss keine GEMA Gebühren zahlen). Das Bedarf allerdings nach einem GEMA Eintritt eine Teilvertragskündigung und die muss von der GEMA akzeptiert werden. Ob das auch direkt bei Eintritt regelbar ist, ist eher fraglich, denn was hat die GEMA von dir, wenn der für uns kleinen Leute heute so beliebte Verwertungsweg aus dem Vertrag rausgenommen wird?
Mario
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#4

Beitrag von UweX » Mi 2. Apr 2008, 11:17

Danke für die guten Antworten.
Was ich noch nicht verstanden habe (vielleicht steh ich ja mal wieder auf der Leitung?) wie ich jederzeit den Bewis antreten kann dass das Lied von mir stammt.
Bei deinem Beispiel zu bleiben: Ich erwische also jemand, der in einem Wirtshaud meine Melody pfeift. Ich sag: "Ey das ist mein Lied!"
Er aber behauptet es stamme von ihm.
Im Erfindungsbereich gibt es ein Patentamt und sobald du dort was angemeldet hast ist es deins.
Wie kann ich das (möglichst aufwandsgering) machen?
Gruss
UweX
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Mickey
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#5

Beitrag von Mickey » Mi 2. Apr 2008, 11:54

Lieber UweX,
nimm das Lied auf Tonträger auf und schicke diesen per Einschreiben an Deine eigene Adresse: Paket aufbewahren, aber nicht öffnen. Dann hast Du im Fall der Fälle den Beweis, dass Du zum Zeitpunkt x (deshalb: Einschreiben) das Lied kanntest - und das wird mit Sicherheit ein Zeitpunkt vor der Veröffentlichung eines Nachahmers sein.
Liebe Grüsse,
Mickey
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#6

Beitrag von UweX » Mi 2. Apr 2008, 12:09

Danke Mikey,
Das habe ich schon mal gehört.
Das wäre ja in der Tat einfach.
Du bist sicher das würde ein Gericht so anerkennen?
Gruss
Uwe
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Mario
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#7

Beitrag von Mario » Mi 2. Apr 2008, 13:18

Na ja, wenn eindeutig erkennbar ist, dass das Paket nicht geöffnet wurde, muss das Gericht schon davon ausgehen, dass erstens das Lied zu dem abgestempelten Zeitpunkt existierte und zweitens, da du zu hören bist, es auch von dir sein kann. Wenn dann der andere Urheberbehaupter sein Urheberdatum später angibt ist es klar. Gibt er es aber früher an, dann ist es nicht mehr klar, denn dann könntest du ja im Wald hinter ihm gegangen sein und derjenige sein, der das Lied im Wirtshaus pfeift.
Also, eine endgültige Sicherheit gibt es nnicht, schon aus dem oben geschilderten Grund, dass es tatsächlich vorkommen kann, dass zwei die gleiche Idee haben und umsetzen (vielleicht waren ja beide am Abend vorher auf einem Konzert und sind von der gleichen Melodie inspiriert worden und es stellt sich heraus, dass keiner der Urheber ist).
Mach es nicht zu kompliziert. Im Normalfall will dir niemand etwas wegnehmen und im Ausnahmefall musst du dir sowieso einen guten Anwalt besorgen.
Fazit: Schicks per Einschreiben oder notiere es und lass es dir mit Datum vom Pastor deines Vertrauens abstempeln )(Pastor ist amtlich und meist umsonst im Gegensatz zur Gemeindeverwaltung)
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#8

Beitrag von Mario » Mi 2. Apr 2008, 13:21

Uuups, habe gerade gesehen, dass du als Beruf Pastor angegeben hast - ähem, spar nicht zuviel und nimm zum abstempeln einen Kollegen, oder lass das Lied von eurem Organisten einstudieren und sooft in einem Gottesdienst spielen, bis dir die gesamte Gemeinde bescheinigen kann, dass dieses Lied schon dann und dann bestanden hat.
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#9

Beitrag von UweX » Mi 2. Apr 2008, 13:43

H E R Z L I C H E N F Ü R D I E G U T E N A N T W R T E N ! ! !
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#10

Beitrag von zodiak » Mi 2. Apr 2008, 13:46

Hallo Uwe,
die seriöseste (aber auch kostspieligste) Lösung ist der Notar. Du packst all deine bisher entstandenen Werke auf eine CD oder DVD und lässt sie beim Notar in einem amtlichen Umschlag versiegeln. Das kostet z.B. bei meinem Notar 26 Euro + MwSt.
@ Mario
Dass die GEMA-Verteilungsquote zum Himmel schreit, steht außer Frage. Aber die GEMA verlassen, weil einige Wirte zu knauserig oder zu bequem sind? Gerade für Vielspieler mit eigenem gemeldeten Repertoire sind die GEMA-Tantiemen ein nicht zu unterschätzendes Zubrot.
Genauso selbstverständlich, wie der Wirt die Kosten für seine Schank-Konzession in die Getränkepreise einarbeitet, kann der GEMA-Musiker erwarten, dass Veranstaltungen ordentlich angemeldet werden. Wohlgemerkt - wir reden hier nicht über Horrorpreise: so kostet den Wirt eines 100-Quadratmeter-Schuppens bei kostenlosem bzw. 1-Euro-Eintritt eine Veranstaltung 21 Euro GEMA-Gebühren. Wenn er über einen GEMA-Rahmenvertrag verfügt (was wahrscheinlich ist, da er ja in der Regel über seine Thekenboxen CDs abnudelt), bekommt er nochmal 20 % Ermäßigung. Und wenn pro Veranstaltung nur 10 Euro Tantiemen hängen bleiben, hat sich das für den Musiker schon gelohnt.
Ich behaupte mal, wer diese Kosten scheut, bei dem schmeckt auch das Bier nicht :-D
Gruß
*zodiak*
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#11

Beitrag von Mario » Mi 2. Apr 2008, 15:31

@Zodiak
du sagst es und ich unterschreibe jedes Wort von dir und ich habe auch nichts grundsätzliches gegen die GEMA gesagt. Eine nützliche Institution hat immer Ecken und Kanten, die dem einen zum Guten gereichen und dem anderen schaden. Ich bin aber (zumindest zur Zeit) kein Vielspieler und egal ob das Bier schmeckt oder nicht, wenn wir immer weniger Kneipen haben, die überhaupt bereit sind Livemusik auch unbekannter Künstler zu zulassen, dann werden die Wenigspieler auch in der Regel nie Vielspieler und wenn ich Vielspieler bin, dann kann ich plötzlich auch verlangen, dass GEMA Gebühren bezahlt werden.
Wie ich auch sagte, wenn ich mal wieder Millionen mit meiner Musik......
Und nimm doch mal die kleine Kneipe, die zuhauf gerade pleitegeht und die sich z.B. durch das Angebot der livemusik versucht zu halten. Da kommen an einem Montagabend 12 Leute (das ist teiweise schon hoch gegriffen) zu einem völlig unbekannten Künstler. Jeder trinkt drei Bier (auch das ist hochgegriffen). Wenn an jedem Bier 0,50 € verdient werden (auch das ist, glaube ich, hoch gegriffen), dann kommen also 18 ,-- € zusammen, davon abgezogen 17, 40 für GEMA mit 20% rabatt = geiler Verdienst. Und der Künstler ist auch noch sauer, weil zwischen seiner Musik Bier gezapft wurde. Die übrigen Infrastrukturkosten habe ich gar nicht berücksichtigt, denn die würden ohne Livemusik und ohne Gäste auch anfallen.
Und was ist mein Verdienst: 17,40 abzgl. Verwaltung und Künstlersozialkasse (insgesamt glaube ich derzeit um die 10%?), abzüglich 20 oder 30%? vom Rest als regionaler Künstler, verbleiben sagen wir mal 12 €. Wenn ich vier Gigs in Kneipen im Jahr habe sind das 48,-- € davon gehen 25,-- € Mitgliedsbeitrag runter. Außerdem die Zeit und die Kosten für das Versenden der Liederfolge (geht aber inzwischen glaube ich auch online).
Aber wie du schon gesagt hast, wenn du Vielspieler bist also mehrere Auftritte im Monat hast, kannst du dir Weihnachten deinen Weinkonsum schon davon finanzieren.
Wie schon bemerkt, es gibt auch andere Beispiele (z.B. als ich Kinderlieder noch in damals existierenden Radiosendern trällern durfte, da hat sich die GEMA richtig gelohnt), aber der Grund "GEMA Gebühren verhindern Auftritte" ist soooo abwegig nicht - und außerdem trinke ich in Kneipen normalerweise kein Bier, da ich immer noch Autofahren muss :-D
Mario
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#12

Beitrag von zodiak » Do 3. Apr 2008, 13:29

Hallo Mario,
argumentativ sind wir so nah beieinander, dass da kaum ein Pils zwischen passt :-D
Logo: Wer nur vier Gigs pro Jahr in dem von dir beschriebenen Szenario spielt, wäre mit der Muffe gepufft, unter solchen Umständen GEMA-Mitglied zu sein.
Deine Kalkulation des Kneipenkonzerts spart übrigens noch einen Faktor aus, der das Rechenwerk vollends zum Einsturz bringen könnte: das Freibier für den/die Musiker - angesichts der Trinkfreudigkeit der mir bekannten singenden Akteure würde es dem Wirt geradezu wie ein Lottogewinn vorkommen, wenn er solch einen Abend halbwegs im grünen Bereich verbuchen könnte. :-D
Aber auch das ist ja nicht wirklich ungewöhnlich, weil die Wirte diese flauen Montage (sofern sie montags nicht sowieso dicht machen) in der Regel aus den besseren oder gar guten Wochenend-Einnahmen mitfinanzieren. Wenn allerdings auch an den Wochenend-Tagen nur 12 Leute jeweils drei Biere trinken, dann hat der Wirt natürlich ein echtes Problem, was er vermutlich auch mit Liedermacher-Konzerten allein nicht gelöst bekommt.
Die Sache reduziert sich am Ende wahrscheinlich auf die Frage, wie viel Euronen der Wirt in solch eine Veranstaltung schießen will bzw. kann und wie viel ihm ganz bestimmte Künstler wert sind. Will er jemanden unbedingt auf seiner Bühne haben, finden sich in der Regel Wege – sei es mit oder mit ohne GEMA :-D
Gruß
*Dirk*
…dem beim Thema GEMA gerade auffällt, dass Reinhard Mey entgegen seiner musikalischen Bekundung, sich mit keinem Verein einzulassen, doch mindestens einmal schwach geworden ist :-D
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#13

Beitrag von Mario » Do 3. Apr 2008, 16:09

Darauf zwei Wasser und zwei Pils - aber nacheinander, sonst wirds Plörre. :prost: :gitarre:
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#14

Beitrag von Petra » Do 3. Apr 2008, 16:40

Hallo Dirk,

das Freibier für den/die Musiker - angesichts der Trinkfreudigkeit der mir bekannten singenden Akteure würde es dem Wirt geradezu wie ein Lottogewinn vorkommen, wenn er solch einen Abend halbwegs im grünen Bereich verbuchen könnte. :-D

dazu fällt mir ein, wie mal ein junger Musiker von einem Auftritt erzählte, bei dem er sich mit ein paar Biermarken begnügen musste. Er fand das sehr bedauerlich, weil man doch sonst unter Umständen in der Lage ist, seine Gage zu verdoppeln. :-D:-D:-D
Viele Grüße von Petra
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#15

Beitrag von zodiak » Do 3. Apr 2008, 20:25

Hallo Petra,
solange er die Biermarken nicht braucht, um seine Auslagen zu halbieren, läufts ja noch einigermaßen rund :-D
Schönen Gruß
*Dirk*
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#16

Beitrag von Reino » So 6. Apr 2008, 01:39

Meine persönlichen Erfahrungen waren die, dass ich Auftritte in kleinen Kneipen (ohne Gage mit Hut oder auch ganz ohne Aussicht auf Geld) nicht bekommen habe, weil ich GEMA Mitglied war.
Da ist es aber völlig egal, ob du GEMA-Mitglied bist oder nicht. Entscheidend ist, ob ein geschütztes Lied (eins reicht, um GEMA-abgabepflichtig zu sein) gesungen wird. Wenn also einer kein Mitglied ist und Reinhard Mey, Udo Jürgens oder Jupp Schmitz singt, muß der Kneipier zahlen.
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#17

Beitrag von Mario » So 6. Apr 2008, 09:02

Stimmt Reino,
aber ich bringe nur eigene oder freie Volkslieder in eigener Interpretation. Und bei dem Disput ging es auch sehr stark darum, ob und ab wann mit einer Gema Mitgliedschat Geld zu verdienen sei - und zwar Geld für sich selber und nicht für Reinhard Mey oder Udo Jürgens:-D
Gruß
Mario
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#18

Beitrag von Reino » So 6. Apr 2008, 21:58

Früher hat man auch als Selbstaufführer von der GEMA profitiert. Seit es das neue Abrechnungssystem für Liveauftritte gibt, ist das allerdings vorbei. Da müßte man nicht nur oft, sondern auch ständig in anderen Verwaltungsbieten auftreten (also das, was Roski einst beklagte zum Ideal einer Tourplanung machen).
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#19

Beitrag von Petra » So 6. Apr 2008, 22:05

Hallo Reino,

(also das, was Roski einst beklagte zum Ideal einer Tourplanung machen).

"Wer die Tournee geplant hat, den nagle ich ans Frankfurter Kreuz." ???
Gruß, Petra
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#20

Beitrag von Recky » Mo 9. Jun 2008, 09:48

Moin allerseits,
auch ich muß mal meine 2 Cent zu dem GEMA-Thema (astreiner Reim...) beitragen, da ich mich in letzter Zeit sehr darüber aufgeregt habe.
Hat Musik noch einen Wert?
Ich schicke vorweg: Man kann die GEMA im Einzelnen kritisieren; ich bin mit vielem nicht einverstanden, speziell den astronomischen Gehältern der Vorsitzenden, dem Verteilungsplan, der die Klassik jeder anderen Musikform vorzieht und die Verteilungsgewichtung übermäßig in Richtung Vielverdiener legt, der PRO-Plan etc.
Dennoch: Die GEMA ist (leider) die einzige Organisation, die sich darum kümmert, daß wir Musikschaffenden bekommen, was uns zusteht. Musik hat einen Wert und immer weniger Menschen wissen das zu schätzen - gerade in Deutschland, einem Land, in dem etwas nur gut ist, wenn es anständig Kohle bringt oder vom Staat subventoniert wird. (Konversation in Deutschland: "Ich bin Liedermacher" - "Mhh, kannst Du denn davon leben?"; in England: "Ich bin Singer-Songwriter" - "Hey, super, wo kann man Dich denn mal hören?")
Als relativer Vielspieler komme ich durch ganz Deutschland, die Schweiz und Österreich und treffe - vor allem in Deutschland (!) auf immer mehr Veranstalter (in der Regel Kneipiers), die mit der GEMA "nichts am Hut haben - Du als Musiker hast ja eh nichts davon" - so der typische Spruch. Will ich in dem Laden noch einmal spielen, packe ich den GEMA-Bogen wieder ein und halt's Maul. Das passiert öfter als man denkt; in meinem Fall bei vielleicht 60% aller Konzerte!
Professionelle Veranstalter, auf der anderen Seite, bestehen auf Abgabe eines GEMA-Bogens, da es einfach mit zum Geschäft gehört. Wir zahlen auch alle Steuern, mal mehr, mal weniger, und klagen gern darüber, da wir oft mit der Verteilung der Steuergelder nicht einverstanden sind. Trotzdem zahlen wir, weil unser Gemeinwohl davon abhängt. Es würde wohl auch niemand ernsthaft fordern, alle Steuern abzuschaffen. Dem Komponisten eines Liedes steht ein Entgelt für die Nutzung seiner Werke zu, ob er nun selbst dabei ist (Konzert) oder nicht (Radioaufführung). Zudem wird ein Teil unserer Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, etc. davon bezahlt (Künstlersozialkasse).
Musik hat natürlich einen kulturellen Wert, genau wie Malerei oder Schriftstellerei, oft noch darüber hinaus. Gleichzeitig gibt es aber ein Preisschild für die Nutzung von Musik, einen pekuniären Gegenwert für das Abspielen eines Werkes, das von jemandem mit einer speziellen Fähigkeit geschaffen wurde. Diese Tatsache wird von vielen Normalbürgern und leider auch von sehr vielen Konzertveranstaltern wissentlich ignoriert.
Wer also ernsthaft Einwände gegen das "System GEMA" erhebt, abgesehen von Detailfragen, verweigert Musikschaffenden die monetäre Anerkennung ihrer Arbeit, ganz so, als ob man dem Maurer nach getaner Arbeit lediglich die Materialkosten erstattet. Wahrscheinlich sind die meisten GEMA-Verweigerer auch Downloader illegaler Musik aus dem Internet. Das paßt gut zusammen.
Als Vielspieler, aber Kleinverdiener können wir Liedermacher uns es leider nicht leisten, Veranstalter zu boykottieren, die GEMA-Zahlungen umgehen wollen. Wir würden dann nämlich nicht mehr so oft auftreten - ein echtes Dilemma, wie ich finde. Leider sehe ich auch keinen Lösungsansatz hierfür, außer strengere GEMA-Kontrollen, aber die will natürlich auch niemand.
Soviel zu diesem leidigen Thema...
Viele Grüße
Recky
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