Deutschsprachige Lieder insgesamt

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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ThomasNature
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#1

Beitrag von ThomasNature » Sa 20. Mär 2010, 18:44

Hallo
in einigen Diskussionen hier, zuletzt in der wegen des Grandprix, ist mir aufgefallen das immerwieder über durchaus erfolgreiche Lieder wie "Ein bisschen Frieden" und auch über die Volksmusik hergezogen wird!
Ich frage mich "woher nehmt Ihr das Recht?"
Musik/Texte/Lieder ist Geschmackssache und wenn ein Lied erfolgreich ist, dann ist es doch schön für die Macher des Liedes!
Was ist an der Volksmusik so schlimm? Es ist soweit ich weiß der größte deutschsprachige Musikmarkt und die Volksmusik macht sehr sehr vielen Menschen Freude, gibt ihnen sehr viel!
Und es ist traurig aber war, es gibt auser den Volksmusiksendungen so gut wie keine anderen Musiksendungen!
Und ich gestehe, wenn ein Musiker der mich interessiert in solchen Sendungen und Sendungen wie "Zu Gast bei Carmen Nebel" auftritt, dann schau ich mir die an, soweit ich weiß war da auch schon Reinhard Mey!
Und ganz ehrlich, wenn ich eine Einladung zu so einer Sendung bekommen würde, ich würde hingehen, warum auch nicht!
Ich erwarte von anderen akzeptiert zu werden, also sollte ich auch anderen gegenüber offen sein!
Ich selbst bewege mich sehr zwischen den Stühlen weil ich keine Lust habe in irgendeine Sparte gedrückt zu werden, was eh nicht geht!
Und wer sich mal genauer englische Texte anschaut weiß das da oft Mist gesungen wird!
Gruß aus BW, Thomas Nature, Liedermacher/Folksänger
P.s. ich freue mich total das Stefan Waggershausen wiedermal ne CD gemacht hat die total super ist, bin ein großer Peter Maffay Fan aber kaufe mir auch schonmal CDs von Udo Lindenberg, Westernhagen... und finde Mundart auch total gut, singe auch selbst schwäbisch!
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Marc
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#2

Beitrag von Marc » Sa 20. Mär 2010, 19:25

Hallo Thomas,

ThomasNature schrieb:
...das immerwieder über durchaus erfolgreiche Lieder wie "Ein bisschen Frieden" und auch über die Volksmusik hergezogen wird! Ich frage mich "woher nehmt Ihr das Recht?"

Grundgesetz, Art. 5 Abs. 1 ;-)
Musik/Texte/Lieder ist Geschmackssache und wenn ein Lied erfolgreich ist, dann ist es doch schön für die Macher des Liedes!

Klar, ich glaube, darin sind wir uns einig. Und wenn jemandem der kommerzielle Erfolg wichtig ist, soll auch der sich freuen, meinetwegen. Unterschiedliche Maßstäbe...
Was ist an der Volksmusik so schlimm?

Gar nichts! Ich liebe Volksmusik! "Bunt sind schon die Wälder", "Ich fahr dahin", "Der Mond ist aufgegangen", "Ade zur guten Nacht", "Wilde Schwäne", Schuberts Werk... alles wunderbare Volkslieder!
Es ist soweit ich weiß der größte deutschsprachige Musikmarkt und die Volksmusik macht sehr sehr vielen Menschen Freude, gibt ihnen sehr viel!

Ähm - nein, Volkslieder finden leider wenig Beachtung. Meinst Du vielleicht volkstümliche oder volkstümelnde Musik ;-)? Stimmt, die nimmt einen einzigartigen Raum im Musikmarkt ein. Wer daran Freude hat: prima!
Und es ist traurig aber war, es gibt auser den Volksmusiksendungen so gut wie keine anderen Musiksendungen!

Stimmt, deswegen bleibt mein Fernseher bei Musiksendungen meist auch aus. Außer, wenn die "Songs an einem Sommerabend" laufen (immer in der Hoffnung, dass mich die Kamera im Publikum nicht gerade beim Popeln erwischt hat).
Und ich gestehe, wenn ein Musiker der mich interessiert in solchen Sendungen und Sendungen wie "Zu Gast bei Carmen Nebel" auftritt, dann schau ich mir die an, soweit ich weiß war da auch schon Reinhard Mey!

Wenn ich zwischendurch wegschalten darf ;-)!
Und ganz ehrlich, wenn ich eine Einladung zu so einer Sendung bekommen würde, ich würde hingehen, warum auch nicht!

Reinhard Mey war vor vielen Jahren auch mal bei Viva eingeladen, das war ein interessanter Auftritt...
Ich erwarte von anderen akzeptiert zu werden, also sollte ich auch anderen gegenüber offen sein!

Absolut richtig, deswegen darf ich ich doch aber trotzdem gewisse Vorbehalte gegenüber volkstümlicher oder volkstümelnder Musik haben, oder? Darüber haben wir hier schon oft diskutiert....
Und wer sich mal genauer englische Texte anschaut weiß das da oft Mist gesungen wird!

Jo, genauso, wie es wunderbare englische Texte gibt. Das hat nichts mit der Sprache zu tun - hmm, gutes Fazit!
Gruß,
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

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Bastian
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#3

Beitrag von Bastian » Sa 20. Mär 2010, 20:17

Reinhard Mey ist trotz wiederholter Einladungen nie bei Carmen Nebel aufgetreten.
Gruß
Bastian
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fille
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#4

Beitrag von fille » Sa 20. Mär 2010, 20:29

Hallo Thomas!
Was ist an der Volksmusik so schlimm?

Nix! Ich mag Volksmusik! Ich mag nur keine volkstümelnde Musik. Das ist natürlich Geschmacksache.
Leider ist der Begriff Volksmusik nicht geschützt. Was ist echte Volksmusik? Für mich ist es tradionelle Musik. Zum Beispiel "Stubnmusik".
Ich hab' mich ein bisschen umgesehen:
Wissen.de:
Volksmusik
populäre, überwiegend schriftlos überlieferte Musik (instrumentale Stücke, Volkstanz und -lied), die für bestimmte Regional- oder Nationalkulturen charakteristisch ist oder dafür gehalten wird. Der alte Vorrat an Volksmusikinstrumenten umfasst Lang- und Querflöte, Dudelsack, Drehleier, Hackbrett, Zither, Harfe, Schlaginstrumente aller Art, Geige, Klarinette und Oboe, verschiedene Gitarreninstrumente. Zwischen Volksmusik und Kunstmusik bestanden immer schon vielfache Verbindungen. Bekannte Beispiele sind die Messen der franko-flämischen Schule (→ franko-flämische Musik) über populäre Melodien, der Einfluss von Volkstänzen auf die barocke Instrumentalmusik, der Einfluss verschiedenster Volksmusik auf die Kunstmusik des 18. und 19. Jahrhunderts, die Verarbeitung osteuropäischer Volksmusik im 20. Jahrhundert (Z. Kodály, B. Bartók), umgekehrt etwa die Wandlung eines Kunstliedes (z. B. „Am Brunnen vor dem Tore“ von F. Schubert) zum Volkslied.

OK! Für mich - Volksmusik ja, volkstümliche Schlager nein! Zur Volksmusik gehören auch Landler, Zwiefache und andere Tanzlmusik. Es hat normalerweise etwas mit Tradition zu tun. Jedes Volk hat seine eigene Volksmusik.
Mich stören die volkstümlichen Schlager nicht. Ich mag es nur nicht, wenn sie mit Volksmusik verwechselt werden.
Wikipedia
Volkstümliche Musik bezeichnet allgemein den Bereich der Unterhaltungsmusik, der stark mit Anleihen aus der Volksmusik arbeitet und kommerziell auch unter diesem Begriff angeboten wird. Von der Volksmusik unterscheidet sich die volkstümliche Musik neben musikalischen Unterschieden unter anderem dadurch, dass sie von namentlich bekannten Musikern stammt und kommerziell vermarktet wird. Sie zeichnet sich durch die Konzentration auf rührselige, fröhliche und heimatbezogene Themen aus, während sich in der tradierten Volksmusik daneben auch traurige, zornige, politische oder obszöne Lieder finden. Sie entsteht unter modernen Produktionsbedingungen, arbeitet mit akustischen Effekten, die Lieder sind neu und haben keinen geschichtlichen Hintergrund.

Aber jedem das Seine.
Liebe Grüße
Marianne
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Angela
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#5

Beitrag von Angela » Sa 20. Mär 2010, 22:06

Liebe Marianne,
danke für die Aufklärung zur Unterscheidung der Begriffe Volksmusik und volkstümliche Musik; wenn das so ist, dann mag ich Volksmusik, dann bin ich sogar regelrecht versessen darauf. :-D
Man kann mit der so genannten Volksmusik alte traditionelle Musik und das Spielen alter Musikinstrumente - und evtl. die dazugehörenden Tänze - pflegen. Letzteres übe ich leidenschaftlich gerne aus. Tänze zu Volksmusik (und selbstverständlich die Musik selbst!!!) drücken auch ein Stück Kultur des jeweiligen Landes aus.
Zu volkstümlichen Liedern wie z. B. Blau, blau blau blüht der Enzian etc. passen die vorgenannten Aktivitäten absolut nicht .
In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Volksmusik. :-D
Bastian schrieb:
Reinhard Mey ist trotz wiederholter Einladungen nie bei Carmen Nebel aufgetreten.

@Bastian: Es hätte mich doch sehr gewundert, wenn Reinhard Mey mal bei Carmen Nebel aufgetreten wäre. :-D
Angela, die sich freut, ein so wunderbares und erfüllendes Hobbie gefunden zu haben.
P.S.: Um mit meiner Liebhaberei nicht in die Sparte volkstümliche Musik zu geraten, bezeichnete ich bislang den Begriff 'Volksmusik' als 'Folkmusik'.
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Der Weg ist das Ziel. (nach Konfizius)
Tanzen tut das Herz - die Füße tragen uns nur. (Unbekannt)
Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge. (Augustinus)

:yeah:

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ThomasNature
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#6

Beitrag von ThomasNature » So 21. Mär 2010, 14:26

Hallo
vielen Dank für Eure tollen Meldungen, hab mich sehr gefreut, ist ja ein umfangreiches Gebiet, auch die Zitate finde ich klasse!
Ja, is schwer in unserem Lande!
Was ich noch nachholen muss, ich mag ja die heisahupasassa und trallala Musik auch nich :-D und reg mich oft auf mit was für einfaltslosen Texten man heut zu Tage Erfolg hat!
Ich mach auch Folk fürs Volk!
In Sachen RM hab ich mich tatächlich gettäuscht, ich dachte er war mal bei CN aber egal!
Wünsche Euch noch nen schönen Sonntag!
Grüße aus BW
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Viktor
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#7

Beitrag von Viktor » So 21. Mär 2010, 16:10

Hallo Freunde der guten Musik,
erstmal auch ein Dankeschön von mir, was die Aufklärung über die beiden Begrifflichkeiten angeht.
Auch ich habe jedenfalls, wie Marc es formulierte, Vorbehalte gegenüber volkstümlicher Musik. Und immer beim Lesen dieses Themas habe ich darüber nachgedacht, woran das wohl liegt.
Ich kenne eigentlich wenig volkstümliche Lieder. Wohl weil es musikalisch sicher auch einfach eine Geschmackssache ist. Womöglich gibt es in diesem Genre auch die eine oder andere tolle Melodie, aber die werde ich sicher nie kennen lernen, denn das möchte ich auch gar nicht.
Der Eindruck, den ich von dieser Musik habe, ist nämlich jener, dass Text und Melodie bewusst simpel gehalten werden. Wie Thomas sagte: einfallslos. Ich bekomme das Gefühl, dass alles extra so gestrickt wird, um einer breiten Masse zu gefallen (vgl. ständige Fröhlichkeit). Die Freude daran will ich ebendieser Masse auch gar nicht wegnehmen, aber für mich ist sowas auf jeden Fall nichts.
Ich persönlich mag es nämlich lieber, wenn jemand singt, "weil er ein Lied hat" (K. Wecker) und nicht, um einen bestimmten Markt zu bedienen. Ich glaube diese Authentizität ist das, was viele "Fans" von Liedermachern zu ebensolchen werden lässt.
Thomas, du hast das Thema ja "deutschsprachige Lieder insgesamt" genannt und auch Peter Maffay und Udo Lindenberg etc. angesprochen. Ich denke, kaum jemand hier hat Vorbehalte gegen solche Künstler, weil auch sie diese Echtheit ausstrahlen und hinter ihrem Werk stehen (denke ich). Also ich mag die Musik von Maffay und Lindenberg nicht sonderlich, aber habe viel mehr Respekt für sie als für volkstümliche Musiker.
Alle Künstler, von denen ich tatsächlich "Fan" bin (und das sind keinesfalls nur Liedermacher in diesem Sinne und keines falls nur deutschsprachige), sind Bands und Musiker, die Lieder selbst schreiben. Und nicht nur Studioveröffentlichungen machen. Und nicht persönlichkeitslos sind. Ihr versteht schon, was ich meine.
In der Popmusik z.B. gibt es sicher häufig Songs, denen ich Ohrwurm-Charakter nicht absprechen kann... Und ab und zu erwischt man vielleicht sogar ein guter Text... Aber wenn das dann z.B. irgendeine Castingband nur als Spielstein irgendwelcher Plattenbosse darbietet, hält sich mein Respekt für diese "Band" sehr in Grenzen.
Das scheint jetzt weit weg vom Thema zu sein, aber genau dieser Mangel an Respekt ist sehr vergleichbar mit meiner Meinung zu volkstümlicher Musik.
Einen schönen Sonntag wünsche ich euch allen. Viele Grüße.
Viktor
P.S.: Echte Volkslieder hingegen finde ich auch super :)
P.P.S.: Nach fast 5 Jahren im Forum, dachte ich mir, kann ich auch mal mein Gesicht zeigen, haha.
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fille
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#8

Beitrag von fille » So 21. Mär 2010, 22:22

P.P.S.: Nach fast 5 Jahren im Forum, dachte ich mir, kann ich auch mal mein Gesicht zeigen, haha.

Und tut gar nicht weh! :-D
Gruß, Marianne
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UweX
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#9

Beitrag von UweX » So 21. Mär 2010, 23:57

Ich glaube ein Punkt fehlt bei den vielen, guten, genannten Argumenten noch.
Nämlich die politische Rechtslastigkeit in vielen Bereichen der Volksmusik (bzw. der musikalischen Volkstümelei). Im dritten Reich wurde Volksmusik, ja sehr stark instrumentalisiert. Die ganze "heile-Welt-schöne-Heimat-Musik" hat auch heute noch einen starken Beigeschmack davon.
Wenn Hannes Wader sich auf einem Album "Volkssänger" nennt - was bleibt mir da anderes übrig als Volksmusikfan zu sein?, eben in dem Sinn.
Ich finde aber die Diskussion verkürzt, wenn man sie auf Geschmacksfragen reduziert. Da soll jeder wirklich dem seinen frönen.
Aber wenn rechte Ideologie mitschwingt, ist es keine Frage von Geschmack mehr. Das viele Deutsche da ziemlich sensibel sind, ist kein Wunder und auch kein Nachteil.
Alles Liebe
Uwe X.
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#10

Beitrag von Klajokas » Mo 22. Mär 2010, 11:00

Ich glaube mit dem begriff Volkslied ist in den letzten Jahren ziemlich viel Schindluder betrieben worden. Laut Definition ist:(Zitat:)
Ein Volkslied ist ein Lied, das im Volksmund entstanden oder in ihn übergegangen ist. Nach Hugo Riemann heißt ein Volkslied „entweder ein Lied, das im Volke entstanden ist (das heißt dessen Dichter und Komponist nicht mehr bekannt sind), oder eins, das in den Volksmund übergegangen ist, oder endlich eins, das ‚volksmäßig‘, das heißt schlicht und leicht fasslich in Melodie und Harmonie komponiert ist.“[1] Nach Alfred Götze ist ein Volkslied ein Lied, das „im Gesang der Unterschicht eines Kulturvolks in längerer gedächtnismäßiger Überlieferung und in ihrem Stil derart eingebürgert ist oder war, dass, wer es singt, vom individuellen Anrecht eines Urhebers an Wort und Weise nichts empfindet.
Alles andre sind für mich einfach nur Lieder, die dadurch volkstümlich werden, dass oftmals in einem merkwürdigem Bergkauderwelsch zu Marschrythmen gesungen und musiziert wird und zudem, die Interpreten/innen sich mit Hosen aus Reh - oder Hirschhaut bekleiden
( Nix gegen die Hosen...hatten wir als Kinder auch )
Sitze ich in einem Bierzelt mit Freunden, na gut, dann ist das nach dem dritten Glas (Maß) auch nicht mehr ganz so schlimm.
Aber leider neigen wir in Deutschland ja bei solchen Dingen sehr schnell zur Intoleranz. So wurden die Volkslieder von vielen, sich aufgeschlossen nennenden Menschen, verteufelt und in die rechte Ecke gedrängt. Ausser natürlich die Stücke, die von genehmen Sänger wie Hanes Wader, Zupfgeigenhansels und den Liederjännern gesungen wurden.
Ich wehre mich an sich dagegen dass Singen und Darstellen dieser Lieder als Folk zu bezeichnen. Warum wieder Anglizismen? Ich singe gerne Volkslieder und alte Lieder, bei denen für mich die Textaussage zumindest so interessant ist, dass ich sie aus dem verstaubtem Keller ans Licht zurückhole.
Klaus

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Gesch
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#11

Beitrag von Gesch » Mo 22. Mär 2010, 14:57

Hallo zusammen,
für mich ist nicht an der Sprache festzumachen, ob ein Lied gut ist oder schlecht, und nur weil es in der Sprache verfasst ist, die ich als erste gelernt habe, muss es noch nicht besser sein als andere Lieder. Für mich war bei der Auswahl der Lieder, die ich singen wollte – als ich noch nicht so viele eigene Lieder hatte -, irgendwann nicht mehr so wichtig, ob das Lied „schön“ war und mir ästhetisch gefiel, sondern ob ich mich damit identifizieren konnte – es musste also irgendwie eine Verbindung herstellbar sein, ein „Draht“ zu mir zu finden sein.
Nach und nach wurde mir dann bewusst, dass ich diesen „Draht“ zu alten Volksliedern genauso wenig festhalten konnte wie zu fremden Gedichten, die in einer anderen Zeit geschrieben worden waren und die ich mir mit Hilfe einer eigenen Komposition oder auch durch reine Interpretation anzueignen versucht hatte. Aber nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand für sich einen „Draht“ findet.
Die Liederauswahl, die man für ein Repertoire trifft, das man singen will, sagt ja auch schon viel über den Sänger aus und darüber, was er mit dem Gesang bezweckt: Will er ausschließlich ein Publikum unterhalten, oder (die andere Extremposition) bricht aus ihm etwas heraus, was sich nicht aufhalten lässt und dann auch zu Gehör gebracht werden will, egal ob es den Leuten gefällt oder nicht.
Wer seine eigenen Lieder schreibt, kann in der eigenen Sprache besser auf den Punkt bringen, was er sagen will – und ich behaupte mal, dass dies in einer Fremdsprache, in der man mutmaßlich über einen eingeschränkteren aktiven Wortschatz verfügt, schwieriger ist. Wem dies wichtig ist, muss sich keinen Kopf darüber machen, warum er deutsch singt.
Dass man in einem fremden Lied hundertprozentig auf den Punkt gebracht vorfindet, was man selber fühlt und denkt, mag vorkommen. Ich wüsste auch ein paar Lieder, die ich gern geschrieben hätte (beispielsweise „Die Freiheit“ von Georg Danzer), aber in der Regel sind sie nicht alt, wenn sie eine Lebenswirklichkeit spiegeln, die der meinen im hier und jetzt entspricht.
Dass es Leute gibt, deren Lebenswirklichkeit sich in den Textinhalten der sogenannten „volkstümlichen Musik“ widerspiegelt, übersteigt meine Vorstellungskraft. Aber es gibt eben viele Leute, die sich gerne etwas vorgaukeln lassen, vielleicht um den tristen Alltag zu vergessen. Ich hab mir mal, aus rein beruflichem Interesse, vor ein paar Jahren ein Konzert der Flippers angesehen. Meine fassungslose Reaktion für die Dauer des Konzertes: „Das können die doch nicht ernst meinen…“ Selten war für mich Publikumsverarsche greifbarer – aber die Leute wollten es offenbar nicht anders…
herzlich
Gerd
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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#12

Beitrag von Reino » Mo 22. Mär 2010, 15:10

Volkstümliche Musik ist oft stromlinienförmige Retortenmusik. Interessanterweise kommen viele der Macher aus dem Jazz-Bereich, machen also bewußt Musik "unter ihrem Niveau".
Daß Volksmusik als "rechts" eingeschätzt wurde, ist in der Tat eine Erscheinung der Nachkriegszeit, denn der Gebrauch vor und nach 1945 unterschied sich nicht, außerdem gibt es eben diese Verknüpfung mit Marschmusik, die ja nun mal einen militaristischen Kern hat.
Interessant wäre die Einschätzung aus der Sicht von DDR-Bürgern. Denn auch dort wurde Volksmusik staatlich gefördert, allerdings unter einem linken Vorzeichen. Und die "demokratischen Volkslieder" in der Folge von Peter Rohland und Zupfgeigenhansel wurden dort fast zu 100 % nur importiert (allein die wissenschaftliche Grundlage von Wolfgang Steinitz stammte aus der DDR, die Praxis war reines Nachspielen der Westkollegen).
Das Bashing von "Ein bißchen Frieden" liegt natürlich am enormen Erfolg des Liedes. Über "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund" redet keiner und regt sich niemand auf. Zum anderen aber auch an den handwerklichen Fehlern und der dümmlichen, anbiedernden Aussage. Genau so gut kannst du versuchen, bei der Jungen Union Fans von Pionier-Liedern zu finden.
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#13

Beitrag von ThomasNature » So 28. Mär 2010, 00:57


Reino schrieb:

Über "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund" redet keiner und regt sich niemand auf. Zum anderen aber auch an den handwerklichen Fehlern und der dümmlichen, anbiedernden Aussage. Genau so gut kannst du versuchen, bei der Jungen Union Fans von Pionier-Liedern zu finden.


Ich schüttel grad den Kopf über diese Aussage!
Was ist an diesem Text dümmlich? Hast Du ihn gelesen/begriffen?
Ohne das ich jetzt noch den ganzen Text im Kopf habe behaupte ich mal das er aussagen soll das wer ganz oben steht genauso tief abstürzen kann!
Und was ist da dann dümmlich?
Nichts!
Dümmlich sind Interpretationen die einen guten Text schlecht machen wollen!
Thomas Nature
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#14

Beitrag von ThomasNature » So 28. Mär 2010, 01:04

Das Volkstümliche Lieder und alte Volkslieder von rechts gerutschten Gruppen "mißbraucht" werden kommt immer wieder vor, leider auch heute noch, diese Gruppen verwenden diese Lieder, da kann man sich auch nicht wehren, leider!
Ist das selbe wie mit z.B. dem Thors Hammer, einem uaralten Symbol das irgendwann von den rechten verwendet wurde und heute glotzen einen die Leute blöd an wenn man einen trägt!
Ich erlebe das gerade mit einem eigenen Lied!
Es trägt den Titel "I schwätz schwäbisch" und ist ein Lied über die Dialekte Deutschlands, das man den Dialekt seiner Heimat pflegen und erhalten soll!
Und was passierte? Von 10 Kommentaren bei youtube sind bisher die meisten von z.B. Leuten der schwäbischen Volksfront!
Ich könnte k. aber was soll ich machen?
Gruß aus BW
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#15

Beitrag von Viktor » So 28. Mär 2010, 10:44


ThomasNature schrieb:

Reino schrieb:
Über "Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund" redet keiner und regt sich niemand auf. Zum anderen aber auch an den handwerklichen Fehlern und der dümmlichen, anbiedernden Aussage. [...]

Ich schüttel grad den Kopf über diese Aussage!
Was ist an diesem Text dümmlich? Hast Du ihn gelesen/begriffen?
Ohne das ich jetzt noch den ganzen Text im Kopf habe behaupte ich mal das er aussagen soll das wer ganz oben steht genauso tief abstürzen kann!
Und was ist da dann dümmlich?
Nichts!
Dümmlich sind Interpretationen die einen guten Text schlecht machen wollen!

Guten Morgen Thomas,
bin mir nicht sicher, aber ich glaube, du hast Reino falsch verstanden. So wie ich es sehe, hat er "Flieg nicht so hoch..." nur als Gegenbeispiel für ein weniger erfolgreiches Lied genannt, dass deswegen gerade /nicht/ kritisiert wird.
So nach dem Motto:
Das Bashing von "Ein bißchen Frieden" liegt natürlich am enormen Erfolg des Liedes, denn über z.B. "Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund" hingegen redet keiner und regt sich niemand auf. Zum anderen aber auch an den handwerklichen Fehlern und der dümmlichen, anbiedernden Aussage
Wenn man es so liest, bezieht sich der Kommentar auf "Ein bißchen Frieden".
Nun kann man natürlich überlegen, ob man Reino dann eher zustimmt.
Viele Grüße, schönen Sonntag.
Viktor
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#16

Beitrag von Reino » Mo 29. Mär 2010, 02:00


ThomasNature schrieb:
Ich schüttel grad den Kopf über diese Aussage!
Was ist an diesem Text dümmlich? Hast Du ihn gelesen/begriffen?
Und das fragt einer, der nicht mal meinen zitierten Beitrag begriffen hat.
Ohne das ich jetzt noch den ganzen Text im Kopf habe behaupte ich mal das er aussagen soll das wer ganz oben steht genauso tief abstürzen kann!
Und was ist da dann dümmlich?
Nichts!
Dümmlich sind Interpretationen die einen guten Text schlecht machen wollen!
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Dümmlich und handwerklich minderwertig ist der Text von "Ein bißchen Frieden". Der von "Flieg nicht zu hoch" ist einfach nur reaktionär.
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#17

Beitrag von ThomasNature » Mo 29. Mär 2010, 13:30

@Reno
da kann ich nur sagen "flieg nicht zu hoch denn wer zu hoch fliegt kann tief abstürzen"!
Mehr fällt mir zu dem von Dir geschriebenen nicht ein!
Muss da an die Reporter denken über die beste Konzerte schlecht schreiben nur weil ihnen der Musiker nicht gefällt!
Aber wir leben ja in einem freien Land wo jeder offen sagen darf was er denkt, auch wenn es großer Mist ist!
Thomas Nature
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#18

Beitrag von UweX » Di 30. Mär 2010, 19:07

Nu wünsch ich mir glatt "ein bisschen Frieden" ;-);-)
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#19

Beitrag von ThomasNature » Mi 31. Mär 2010, 18:09

Hallo
Ich kanns halt einfach nicht ab wenn jemand ein Lied mies machen möchte nur weil er den Inhalt nicht versteht oder den Texter oder den/die Interpreten nicht mag!
Ich finde halt man muss ein Lied nicht mögen aber man sollte Respekt davor haben das es anderen gefällt!
Ich habe mir selbst mal einen Mist von Kritik und geradezu lächerlich machen eines meiner Lieder anhören müssen nur weil der Typ, der selbst Musiker war den Inhalt nicht verstanden hat und mich auch nicht gefragt hat was ich damit sagen möchte!
Manche Lieder muss man sich halt mehrmals genauer anhören um den Inhalt zu verstehen!
Schöne Ostern!
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#20

Beitrag von lauscher » Mi 31. Mär 2010, 22:25

Nochmal zum Thema Volksmusik:
Kennt hier jemand Musiker, die Volkslieder interpretieren? Wir meinen nicht die "alten" Liedermacher (naja, alt ist relativ), wie Hannes Wader, sondern etwas Moderneres oder vielleicht etwas Ausgefalleneres.
Gefunden haben wir bisher nur das Calmus-Ensemble Leipzig. Und die von uns so geliebte Meret Becker.
Wir sind gespannt auf Euer Wissen und Eure Ideen.

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