Deutscher Grandprix de Eurovision Beitrag

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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ThomasNature
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#1

Beitrag von ThomasNature » Fr 12. Mär 2010, 23:19

Hallo
ich habe vorhin ganz kurz in die Sendung unser Lied für Oslo reingeschaut und meine langen Haare und mein langer Bart stehen noch immer zu Berge, da hat doch die eine gewonnen die versuchte gesanglich zu klingen wie eine Mischung aus Duffy und Amy McDonald!
Dann zeigten die mal eben ein paar Beiträge anderer Länder deren Interpreten im Gegensatz zu uns hier in ihrer Landesprache sangen und alle lästerten darüber ab!
Ich hab dann schnell wieder umgeschaltet weil ich es nicht ertragen konnte!
Warum muss der Beitrag aus Deutschland englisch gesungen sein?
Waren das noch schöne Zeiten als Nicole gewonnen hat!
Grüße aus Baden Württemberg, Thomas Nature
jaja, ich weiß, ist ein englischer Künstlername aber der war halt da ( weil ich mit englischen Liedern anfing ) bevor ich mich entschied deutsch und schwäbisch zu singen und dafür zu kämpfen!
P.s. einst träumte ich davon an diesem Wettbewerb teil zu nehmen, bis mir klar wurde das ein in deutsch singender Barde wohl nicht die geringste Chance hätte in die deutsche Endausscheidung zu kommen
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LiedermacherLukas
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#2

Beitrag von LiedermacherLukas » Sa 13. Mär 2010, 14:55

ich habe nur die erste Staffel ertragen - und das auch nur, weil die Glotze im Hintergrund lief und ich meine Sinne etwas mit Bier betäubt hatte.
Was hat das Ganze mit Chanson zu tun?
Da werden, nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten vorproduzierte, Stücke von fernsehpublikumkompatiblen Interpreten vorgebracht und die ganze Sache dann mit gigantischem Aufwand vermarktet.
Allein schon die beiden Moderatoren haben meinen Haarausfall beschleunigt ...
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Marc
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#3

Beitrag von Marc » Sa 13. Mär 2010, 15:39

Ihr Lieben,
ich hab mir den Vorentscheid angesehen und habe der Gewinnerin insgeheim die Daumen gedrückt. Ich hab noch niemanden so singen und sich bewegen sehen. Unabhängig von meinem Musikgeschmack mag ich an der Gewinnern, dass sie auf mich sehr individuell und ausgefallen wirkt und damit einen gewissen Wiedererkennungswert hat. Unabhängig von allem.

ThomasNature schrieb: Dann zeigten die mal eben ein paar Beiträge anderer Länder deren Interpreten im Gegensatz zu uns hier in ihrer Landesprache sangen und alle lästerten darüber ab!

Dann hast Du im wichtigen Augenblick weggeschaltet: Als Xavier Naidoo (eines von drei Jurymitgliedern des Abends) bemerkte, dass es mal wieder Zeit für ein Lied in deutscher Sprache wäre, brannte im Saal spontaner und heftiger Applaus auf (im Übrigen auch bei Stefanie Kloß, Sängerin der Gruppe "Silbermond", die ja bekanntlich auch auf Deutsch singt). Nur "Chef"-Jurymitglied Stefan Raab zuckte verlegen mit den Schultern.
ThomasNature schrieb: Waren das noch schöne Zeiten als Nicole gewonnen hat!

"Ein bisschen Frieden" - über diesen Titel ärgere ich mich bis heute. Wie kann man sich ein BISSCHEN Frieden wünschen? Nein, Deutsch heißt nicht automatisch gut (oder besser).
derBarde schrieb: Was hat das Ganze mit Chanson zu tun?

Nichts. Hatte es das jemals?
derBarde schrieb: Da werden, nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten vorproduzierte, Stücke von fernsehpublikumkompatiblen Interpreten vorgebracht und die ganze Sache dann mit gigantischem Aufwand vermarktet.

Eben...
Gruß,
Marc
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fille
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#4

Beitrag von fille » Sa 13. Mär 2010, 17:13

Zitat:
derBarde schrieb: Was hat das Ganze mit Chanson zu tun?

Nichts. Hatte es das jemals?

Hallo Marc!
Da merkt man wieder wie jung du bist.... ;-) Oder sollte das ironisch gemeint sein?
Früher war das mal der "Grand Prix Eurovision de la Chanson". Davon ist leider nichts mehr übrig (oder nicht viel). Heute ist es ein "Song Contest".
Der Sieger letztes Jahr, Alexander Rybak, hat mir vielleicht deswegen so gut gefallen, weil er das Lied selbst geschrieben und gesungen hat und dazu noch ein Instrument gespielt hat. Die Franzosen versuchten es mit dem guten alten Chanson und Patricia Kaas kam (glaube ich) auf den vierten Platz.

Liebe Grüße
Marianne
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Marc
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#5

Beitrag von Marc » Sa 13. Mär 2010, 17:49

Hallo Marianne,

fille schrieb:
Da merkt man wieder wie jung du bist... ;-) Oder sollte das ironisch gemeint sein?

Nee, ich bin zwar jung, aber nicht blöd ;-)
fille schrieb:
Früher war das mal der "Grand Prix Eurovision de la Chanson". Davon ist leider nichts mehr übrig (oder nicht viel). Heute ist es ein "Song Contest".

Ja, schon klar, aber nur weil man dem Bären ein Vogelkostüm anzieht, ist er noch kein Vogel. Erst seit 2004 ist der Begriff "Grand Prix" gänzlich aus dem Regelwerk der Veranstaltung verschwunden. Die Beiträge "Gildo hat euch lieb" (Gildo Horn, 1998) und "Wadde hadde dudde da" (Stefan Raab, 2000) waren also noch "Chansons" ;-)?
fille schrieb:
Die Franzosen versuchten es mit dem guten alten Chanson und Patricia Kaas kam (glaube ich) auf den vierten Platz.

"Das gute alte Chanson"? Hmm. Die "gute alte Patricia Kaas" - und ich bin einverstanden. Mit "Et s'il fallait le faire" (Musik: Anse Lazio, Text: Fred Blondin) belegte sie 2009 übrigens den achten Platz.
Song Contest hin, Grand prix her - wer unter dem Etikett "Chanson" etwas erwartet, was im Entferntesten an Mey, Wader, Hoffmann, van Veen, Wartke oder sonstwen erinnert, ist doch bei der Sendung auf dem völlig falschen Dampfer. Das ist wie beim Vanille-Eis von Schlecker: Da steht Vanille drauf, aber in Wirklichkeit sind's nur Geschmacksverstärker.
Wurscht. Ich bin Fan von Lena Meyer-Landrut ;-)!
Liebe Grüße,
Marc
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#6

Beitrag von ThomasNature » So 14. Mär 2010, 05:30

@Marc
was ist so schlimm an "Ein bisschen Frieden"? Wünschen wir uns nicht alle Frieden in der Welt?
Das Lied war in der zeit ein verdienter Sieger und ich mag es heute noch!
Ich habe die Sendung mit Absicht nicht ganz angesehen weil ich mit der Ganzen Sache nichts mehr anfangen kann, die Art wie das diesmal aufgezogen wurde ist auch keine Lösung!
Und, ich finde die Siegerin hat 0 Ausstrahlung, singt in einer Art die ich von einer Schottin sehr gerne höre aber nicht von einer deutschen Sängerin und wenn Xavier Naidoo und andere dafür sind das malwieder deutsch gesungen wird, warum tun sie dann nicht was dafür? Soweit ich mitbekommen habe waren die vorgeschlagenen Lieder in englisch und keins in deutsch!
Dieser jetzt Songkontextwettbewerb genannte ehemalige Grand Prix de la Chancon de Eurovison ist zu einem Wettbewerb der genauso unter dem Titel "Das beste englisch gesungene Lied Europas" durchgeführt werden könnte verkommen und ich sage ganz ehrlich, ich hoffe und glaube nicht das Deutschland mit diesem Lied weit nach vorne kommt!
Ich wünsche es einem Sieger der/die in seiner/ihrer Heimatsprache singt!
Es sollte "zur Pflicht" gemacht werden das jedes Land in seiner Sprache singen muss, dann wird die Sache wieder interessant und so vielschichtig wie einst!
Grüße aus BW
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Holgi
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#7

Beitrag von Holgi » So 14. Mär 2010, 13:19

Ich denke mal, leider ist die Sendung "Grand Prix Eurovision de la Chanson" zwei Faktoren zum Opfer gefallen:
1. Der "Chanson" im klassischen Sinne ist momentan "out", was den Mainstream angeht.
2. Man hat erkannt, wie man die Sendung vermarkten kann und einen Haufen Geld damit verdient.
Es gab vermutlich nur die Alternative, die Sendung auf einen ähnlichen Sendeplatz zu verschieben, auf dem sich z.B. auch "Songs an einem Sommerabend" befindet. Ähnlich würde es sich nämlich vermutlich mit den Zuschauerzahlen verhalten, wenn die Sendung in ihrem klassischen Gewand verblieben wäre.
Ich selbst mochte in der Vergangenheit einige Beiträge schon allein wegen der "komischen Sprache" nicht. Daher finde ich es gar nicht mal sooo schlecht, wenn sich da etwas geändert hat.
Wie sich das aber entwickelt hat, damit bin ich nicht zufrieden, Ich verfolge das Bimborium um diese Sendung eher halbherzig, weil ich es im Grunde irgendwie gar nicht ernst nehmen kann.
Was "Unser Star für Oslo" betrifft, gefiel mir die Lena schon von Anfang an. Das zeigt aber auf der anderen Seite auch, wie wenig unbehauene Diamanten im Musik-Business zu finden sind. Da fällt es schon direkt auf, wenn jemand nicht aus der Retorte kommt und Eigenarten mit sich bringt, die ihm noch nicht weggezüchtet wurden.
P.s. einst träumte ich davon an diesem Wettbewerb teil zu nehmen, bis mir klar wurde das ein in deutsch singender Barde wohl nicht die geringste Chance hätte in die deutsche Endausscheidung zu kommen
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Wenn ich "Songs an einem Sommerabend" im TV sehe, ärgere ich mich jedes mal, das dieser schönen Sendung von den Sendern nicht mehr Aufmerksamkeit zugedacht wird. Wenn ich mir allerdings die Entwicklung von "Eurovision..." ansehe, bin ich da eigentlich wiederum ganz froh drum. Dann doch lieber eine Gruppe von Musik-Liebhabern gemütlich unter sich, die die Sache auch mit ganzem Herzen verfolgen, wo der Applaus auch so gemeint ist und nicht ein ganz so großes Format.
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Reino
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#8

Beitrag von Reino » So 14. Mär 2010, 23:16

Seit "Im Wartesaal zum großen Glück" (1956) hat doch nie wieder ein Chanson teilgenommen, wenn man die deutsche Bedeutung des Wortes zugrundelegt. Gemeint ist aber der ursprüngliche Wortsinn, und der heißt einfach "Lied". Und da sind nur "Lalala" (1968) und "Nocturne" (1995) (praktisch ohne Text) echte Ausreißer gewesen.
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Klajokas
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#9

Beitrag von Klajokas » Mo 15. Mär 2010, 13:08

Der Dingsda la Eurovision ist nicht meine Ohrenwelle. Aber hat da nicht auch schon mal RM mitgemacht oder zumindest eines seiner bekannten Lieder ( Gute Nacht Freunde ?). Kann auch sein dass ich da jetzt auf nem ganz falschem Dampfer bin.
Klaus
Da hab ich noch was gefunden:
http://eurovision.ndr.de/news/meldungen ... wmey2.html
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Unbequem zu sein bedeutet oftmals, sich Hindernisse aufzubauen, die man dann selber aus dem Weg räumen muss, ohne bequem zu werden.

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Reino
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#10

Beitrag von Reino » Mo 15. Mär 2010, 14:17

"Gute Nacht Freunde", gesungen von Inga und Wolf, war in der deutschen Vorauswahl. Auch Ina Deter hat sich da mal versucht.
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zodiak
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#11

Beitrag von zodiak » Mo 15. Mär 2010, 15:38

Hallo zusammen!

fille schrieb:
[Früher war das mal der "Grand Prix Eurovision de la Chanson". Davon ist leider nichts mehr übrig (oder nicht viel). Heute ist es ein Song Contest.

Liebe Marianne, hier verklärt der schöne frankophone Singsang wohl deine Erinnerung ein bisschen :-D
Tatsächlich hieß der Wettbewerb in Großbritannien schon 1960 "Eurovision Song Contest" - und auch die Münchener Veranstaltung 1983 (im Folgejahr des Nicole-Gewinns) hieß bereits so.

ThomasNature schrieb:
was ist so schlimm an "Ein bisschen Frieden"?

Dass man das Wort "Frieden" mühelos gegen "Kukident" oder "Holzbein" austauschen könnte, ohne dass es im weiteren Text besonders auffiele :-D Klein-Nicole singt weder darüber, welche Art von Frieden gemeint ist, noch darüber, wie er erreicht werden könnte. Allerdings liefert sie ihre Entschuldigung vorsichtshalber schon gleich mit (man achte auf den ausgefuchsten Reim):
"Ich weiß, meine Lieder, die ändern nicht viel,
ich bin nur ein Mädchen, das sagt, was es fühlt."
Also: wenn ich Lust verspüre, ein Lied über den Frieden zu hören,
dann lege ich mir lieber Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt oder Konstantin Wecker auf :-)
Mir scheint, generell wird diese Veranstaltung hier gnadenlos überbewertet. Der Song Contest war zu keiner Zeit ein Singer-Songwriter-Festival, sondern fast ausnahmslos ein Interpreten-Getöse im Schlagergenre. Die wenigen Ausnahmen wie der von Reino zitierte Walter Andreas Schwarz bestätigen eher die Regel.
Was sich dagegen verändert hat, ist der Zeitgeist und mit ihm die Musik. Das 'klassische' französische Chanson eines Brel, Brassens, oder einer Barbara (ein Genre, um das es beim GrandPrix nie wirklich ging) ist heute kommerziell gesehen ebenso unbedeutend wie die Songs ihrer deutschen Liedermacher-Adapteure. Warum also sollte man Vertreter dieser nahezu ausgestorbenen Gattung, die nur Ärger machen und kein Geld einbringen, in die Eurovision hieven? :-D
Ich setze da eher auf die nachgewachsenen Generationen, die ja mit einem äußerst erfrischenden Verständnis (mit Liedermachern oder Liedermaching nix am Hut und zum Teil auch gut elektrisch) an deutsche Texte rangehen. Die werden sich ihre Plätze schon erobern, da bin ich sicher.

reino schrieb:
Seit "Im Wartesaal zum großen Glück" (1956) hat doch nie wieder ein Chanson teilgenommen, wenn man die deutsche Bedeutung des Wortes zugrundelegt.

Eben - und außer Walter Andreas Schwarz gab es in 54 Jahren GrandPrix-Geschichte nur noch die Münchener Freiheit und Stefan Raab, die als Texter, Komponisten und Interpreten in Personalunion für Deutschland teilgenommen haben.
Lieben Gruß
*Dirk*


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Michael
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#12

Beitrag von Michael » Mo 15. Mär 2010, 17:37


zodiak schrieb:
außer Walter Andreas Schwarz gab es in 54 Jahren GrandPrix-Geschichte nur noch die Münchener Freiheit und Stefan Raab, die als Texter, Komponisten und Interpreten in Personalunion für Deutschland teilgenommen haben.


Und Stone und Stone natürlich - das waren die mit dem einen Punkt aus Malta ;-)
Ich hab auch das Gefühl, mancher sieht die Sache ein wenig nostalgisch. Ich verfolge den Wettbewerb seit vielen Jahren spaßeshalber und muss sagen, dass sich - rein subjektiv - das Niveau, das Können, die Abwechslung zusehends verbessert - auch wenn sich die deutschen Beiträge diesem Trend meist erfolgreich entziehen (den aktuellen kenne ich nicht) - mit unserem Liedermacher-Anspruch können wir da allerdings nicht ran gehen, da würde man dem Grand Prix aber auch unrecht tun.
Und ganz ehrlich: sind "Waterloo", "Ding-a-Dong", "Save your kisses for me" oder "Diggi-Loo, Diggy-Ley" wirklich besser als das, was in den vergangenen Jahren gewonnen hat?
fragt
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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ThomasNature
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#13

Beitrag von ThomasNature » Do 18. Mär 2010, 23:34

Hallo
@Zodiak
Du mußt das mit "Ein bißchen Frieden" einfach so sehen, zu der Zeit hat es gepasst, es war schön, schmalzig mit einem gut mitsingbaren Refrain, ich gehe mal davon aus das Du weißt das nicht Nicole sondern Ralf Siegel das Lied geschrieben hat, Nicole war die schöne, passende Interpretin!
Und, sie war und ist eine der wenigen für die die Teilnahme und der Sieg damals der Startschuß für eine wunderbare Karriere war und ich gönne es ihr!
Das man über Lieder und deren Inhalt streiten kann ist klar und bei manchen Liedern sinnlos, bei manchen einfach schade!
Jeder sieht was anderes in einem Lied!
Ich verfolge diesen Wettbewerb seit Jahren eigentlich auch aus Interesse was die anderen Länder so bieten und finde vieles interessant, so manches an der Grenze...
Das einzigste was mich wie schon öfter gesagt, wirklich nervt ist wenn z.B. wie von Deutschland ein Beitrag in englisch hingeschickt wird, denn in dem Moment scheinen sich die Leute die das in der Hand haben für unsere schöne Sprache zu schämen oder was auch immer!
Das schrecklichste war letztes Jahr diese komische Nummer mit der völlig unnötigen Stripperin!
Siehste? ich weiß nichtmehr wie der Interpret heißt, auch nicht wie das Lied hieß!
Grüße aus BW
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#14

Beitrag von Reino » Fr 19. Mär 2010, 02:15


ThomasNature schrieb:
ich gehe mal davon aus das Du weißt das nicht Nicole sondern Ralf Siegel das Lied geschrieben hat
Auch das ist nicht richtig. Das Lied ist von Siegel (Musik) und Bernd Meinunger (Text), und gerade letzterer ist abgrundtief schlecht.
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Marc
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#15

Beitrag von Marc » Fr 19. Mär 2010, 08:17

Ihr Lieben,

ThomasNature schrieb:
Das einzige was mich wie schon öfter gesagt, wirklich nervt ist wenn z.B. wie von Deutschland ein Beitrag in englisch hingeschickt wird, denn in dem Moment scheinen sich die Leute die das in der Hand haben für unsere schöne Sprache zu schämen oder was auch immer!

Ja... unsere schöne deutsche Sprache... da gibt es doch genügend wunderbare Sendungen im Fernsehen: Morgen zum Beispiel, das "Frühlingsfest der Volksmusik", präsentiert von Florian Silbereisen. Ja, unsere schöne deutsche Sprache... ganz richtig, da muss man sich wirklich nicht schämen!
ThomasNature schrieb:
Das schrecklichste war letztes Jahr diese komische Nummer mit der völlig unnötigen Stripperin! Siehste? ich weiß nichtmehr wie der Interpret heißt, auch nicht wie das Lied hieß!

Aber ich weiß noch, wie die Stripperin hieß: Dita von Teese! :hammer:
:flücht:
Liebe Grüße,
Marc
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#16

Beitrag von fille » Fr 19. Mär 2010, 08:58

Hallo Marc!
Ja... unsere schöne deutsche Sprache... da gibt es doch genügend wunderbare Sendungen im Fernsehen: Morgen zum Beispiel, das "Frühlingsfest der Volksmusik", präsentiert von Florian Silbereisen. Ja, unsere schöne deutsche Sprache... ganz richtig, da muss man sich wirklich nicht schämen!

Hm.....? Wie meinst du das? Ironisch? Zynisch?
Also, ich kenne Silbereisen nur vom Hörensagen und habe die genannte Sendung noch nie gesehen. Ich fürchte nämlich, dass es keine Volksmusik sonder volkst(d)ümliche Musik ist. Denn echte Volksmusik ist sehr anspruchsvoll.
Ich bin sicher, dass ThomasNature eher an Texte à la Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstatin Wecker und so weiter denkt und nicht ans Brünnlein am alten Haus, den röhrenden Hirschen (oder so ähnlich).
Schon oft gesagt und trotzdem wahr: In Deutschland haben die deutsch Singenden einfach wenig Chancen. Als Jean Ferrat letzte Woche starb, nahm die ganze französische Nation anteil, in dem kleinen Dorf waren ca. tausend Menschen auf der Beerdigung und sogar Sarko hat sich dazu geäußert. Bei uns wäre es nur eine Randnotiz.
In Frankreich sind die französischen Lieder ein Teil der Kultur. Auch wenn bei uns Lieder von Biermann, Wader und noch einigen mehr im Schulmusikbuch stehen, kennen sie doch die Kinder fast nicht mehr.
Oder? Was meint ihr? Das wäre wieder mal eine Diskussion wert. Ich mache mal einen neuen Beitrag auf.
Liebe Grüße, Marianne


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#17

Beitrag von Skywise » Fr 19. Mär 2010, 10:39


ThomasNature schrieb:
Das einzigste was mich wie schon öfter gesagt, wirklich nervt ist wenn z.B. wie von Deutschland ein Beitrag in englisch hingeschickt wird, denn in dem Moment scheinen sich die Leute die das in der Hand haben für unsere schöne Sprache zu schämen oder was auch immer!
Englisch würde mich offen gestanden nicht stören. Wenn's jetzt nicht bei den meisten Fällen dazu gedacht wäre, die eigene Ideenlosigkeit und/oder mangelndes lyrisches Talent zu kaschieren.
Nur.
Deutschland hat erstens eine interessante und facettenreiche Musikgeschichte und zweitens ganz bestimmt grob geschätzt auch so zwei, vielleicht drei Einwohner, die über einen anderen kulturellen Hintergrund verfügen, bevorzugt aus anderen europäischen oder asiatischen Staaten - und Deutschland orientiert sich mit seinen Beiträgen für einen europäischen Wettbewerb in der Regel an der amerikanischen Musik. Wer findet den Fehler?

Vor elf Jahren gab's einen Beitrag (leider auch aus dem Hause Siegel/Meinunger), den ich um einiges kreativer und vielversprechender fand als den kreuzbiederen Beitrag von Nicole - Deutsche und Türken musizierten in der Gruppe "Sürpriz" zusammen auf der "Reise nach Jerusalem". Das war ein interessanter Schritt, damit hat Deutschland (zugegebenermaßen ungeplant, da dieser Titel nicht Sieger der Vorausscheidung war) beim Grand Prix den zweiten Platz belegt, und jetzt kommt's: und hat sich seitdem nie mehr auch nur ansatzweise an etwas Ähnlichem versucht, weder in der Vor-, noch in der Endausscheidung (Doppeldeutigkeit beabsichtigt) - jedenfalls nicht, soweit ich das mitbekommen habe. Nun gut, das Stück war natürlich ziemlich ... ähm ... "siegelesk", vielleicht hat es auch deshalb als Denkanstoß versagt.
Siehste? ich weiß nichtmehr wie der Interpret heißt, auch nicht wie das Lied hieß!
Genau weiß ich's auch nicht mehr, aber Alex Christensen war mit einem Sänger daran beteiligt. Den Namen Christensen (oder U96) merkt man sich. Wer es schafft, Verona Feldbusch trotz ihres Stimmchens in die Charts zu wuchten (Chocolate, "Ritmo de la noche"), mag vielleicht nicht ganz dicht sein, hat aber trotzdem in gewisser Weise zumindest so viel Respekt verdient, daß man sich den Namen behält ;-)
Gruß
Skywise
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#18

Beitrag von Rex2005 » Fr 19. Mär 2010, 10:55

Auch wenn bei uns Lieder von Biermann, Wader und noch einigen mehr im Schulmusikbuch stehen, kennen sie doch die Kinder fast nicht mehr.

Wie sollten die Kinder auch, wenn schon die Erwachsenen diese Herren nicht mehr kennen oder kennen wollen :-( - jeder will ja nur noch im kollektiven Gegröle auf Partys à la Ballermann ganz individuell seine Freizeit genießen :-D

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#19

Beitrag von Marc » Fr 19. Mär 2010, 10:57

Liebe Marianne,

fille schrieb:
Ja... unsere schöne deutsche Sprache... da gibt es doch genügend wunderbare Sendungen im Fernsehen: Morgen zum Beispiel, das "Frühlingsfest der Volksmusik", präsentiert von Florian Silbereisen. Ja, unsere schöne deutsche Sprache... ganz richtig, da muss man sich wirklich nicht schämen!

Hm.....? Wie meinst du das? Ironisch? Zynisch?

Ich glaube, wir müssen uns auf dem Liedertreffen mal länger unterhalten ;-)! Klar war das zynisch...
fille schrieb:
Ich bin sicher, dass ThomasNature eher an Texte à la Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstatin Wecker und so weiter denkt und nicht ans Brünnlein am alten Haus, den röhrenden Hirschen (oder so ähnlich).

Na ja, wenn Thomas Nicole herbeizitiert, wäre ich mir da nicht so sicher :gruebel:
Liebe Grüße,
Marc
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#20

Beitrag von Reino » Fr 19. Mär 2010, 15:18

Beim ESC hieß das Alex swings Oscar sings.
Aber warum nicht auf Deutsch? Der Beitrag von Roger Cicero war sicher nicht der beste in einem Repertoire, aber doch ganz nett. Man hätte eine Langzeitstrategie entwickeln müssen: Die ARD schickt JEDES JAHR einen deutschsprachigen Swingtitel. Irgendwann hätte sich das bezahlt gemacht.
Eigenartig finde ich allerdings, daß ausländische Titel eingereicht werden können. Schließlich ist das ein Autoren-Wettbewerb, die sollten dann auch aus dem Sendegebiet stammen.
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