Copy kills music - Ist das so ???

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Reino
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Copy kills music - Ist das so ???

#21

Beitrag von Reino » Fr 7. Nov 2008, 08:39

In der Wissenschaftsendung "neues" kam zum Thema "Schutz des geistigen Eigentums im digitalen Zeitalter" der Professor für Kommunikationswissenschaften an der Bauhaus-Universität Weimar, Dr. Frank Hartmann zu Wort. Dabei ließ er nicht nur juristische Standards außer acht (er setzte der Unmoralität des illegalen Kopierens die Unmoralität der Hersteller gegenüber), sondern verstieg sich in der Behauptung "Der Schutz des geistigen Eigentums nutzt eigentlich den Kreativen selbst kaum". Der Mann kennt sich offenbar in seinem eigenen Fachgebiet nicht aus. Vom Verkaufspreis einer CD gehen ca. 15 % als Tantieme an Interpreten und Urheber. Das ist weit mehr, als die vielgescholtene Industrie an einem Tonträger verdient.
In dem vorausgehenden Bericht wurden übrigens als im Bild zu identifizierende Beispiele illegaler Downloads der neue Hellboy-Film genannt und – da wirds fast schon komisch – "Hannes Wader: Dem Morgenrot entgegen (Lied der Jugend) – Rechteinhaber: Universal". Die Abmahnung war mit einer Pauschalforderung mit 411,30 Euro verbunden.
Da der Komponist Leopold Knebelsberger schon 1869 gestorben ist, ist da wenigsten der GEMA-Anteil kleiner (der Texter Arnold Heinrich Eildermann, ein Gesellschaftswissenschaftler, starb erst 1955). Allerdings wird in der GEMA-Datenbank in fast der Hälfte der Anmeldungen (Bearbeitungen von Hanns Eisler, Hannes Wader, Hein und Oss Kröher u.a.) der Text als "Publik Domain" angegeben. Da müßten die GEMA-Archivare wohl etwas nachbessern.
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Nordlicht
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#22

Beitrag von Nordlicht » Fr 21. Nov 2008, 11:40

Hallo, liebe Freunde !
Ich habe irgendwie den Eindruck, daß die Diskussion angefangen hat, ein klein wenig aus dem Ruder zu laufen. Das nun war wirklich nicht meine Absicht. Ich fände zwar eine moralbezogene ‚Werte- Debatte’ schon recht reizvoll und hätte sicherlich dazu noch einiges anzumerken, finde diese aber in diesem Rahmen eher fehl am Platze.
Mir liegt im Moment auch mehr daran, einiges zur laufenden Auseinandersetzung noch einmal klarzustellen, denn mein Posting war zwar in gewisser Hinsicht sicherlich eine Argumentation für das „downloaden“ (…ob dieser letztlich ‚legal’, ‚illegal’ oder auch ‚sch…egal’ ist, will ich dabei an dieser Stelle einmal dahingestellt sein lassen…), meine Statements wurden aber doch von einigen meiner Meinung nach wohl eher falsch interpretiert.
Mir ging (…und geht…) es im Wesentlichen eigentlich nur um folgendes:
1) Die Überwachung der ‚downloads’ durch die Industrie hat, wie es nicht anders zu erwarten war, weitestgehend versagt. Diese Überwachung und die danach folgenden Abmahnungen durch wie auch immer geartete Anwälte war und ist nichts anderes als ein Schießen mit vielen Hightech- Kanonen auf einzelne, unbewaffnete Jung- Spatzen. Wem nützt es denn, wenn 12jährige, die via PC einige Musikstücke ‚saugen’, mit Schadenersatzansprüchen in fünfstelliger Höhe überzogen werden ?
2) Zumindest die deutsche Justiz spielt dieses ‚Spiel’ seit dem 1. Oktober im Wesentlichen nun nicht mehr mit.
Und das ist ausgesprochen gut so !!!
3) Der gesamte Thread – und somit auch meine Meinung !!! – bezieht sich ausdrücklich NICHT auf ’gewerbsmäßig’ durchgeführte Vervielfältigung und Verbreitung, sondern auf die (…meist jugendlichen…) Gelegenheits- Sauger !!!
4) Nicht ‚copy…’, sondern ‚bad quality kills music’. Nur so herum wird ein Schuh daraus.
5) Wie die Plattenfirmen die Rechte der Künstler in Bezug auf Vergütung ihrer Leistung bei einer Verbreitung im Internet wahren können (Stichwort: Kultur- Flatrate), entzieht sich meiner Kenntnis und – ganz ehrlich gesagt – auch meinem Interesse. Die Herren der Industrie sind ja bei der sonstigen Preisgestaltung auch recht einfallsreich. Sollen sie sich halt anstrengen, um eine einigermaßen und halbwegs gerechte Lösung für beide Seiten zu finden.
Eigentlich wollte (…und will und werde…) ich nichts anderes aussagen als dies. Schade, daß ich mich anscheinend doch ein wenig mißverständlich ausgedrückt zu haben scheine. Sollte dies der Fall gewesen sein, bitte ich hiermit ausdrücklich um Entschuldigung. So habe ich u.a. geschrieben:
“…solange werde ich Musik, die mir gefällt – und ich meine hier einmal ausdrücklich die aktuellen Charts !!! – jedenfalls NICHT im Laden kaufen…“
Mir gefällt in diesem Bereich so richtig schon seit langem nichts mehr wirklich.
(Wobei ich hier gleich eines anfügen darf: Mein letzter ‚illegaler’ download betraf vor rund 3 Monaten einen rund 10 Sekunden langen Handy- Klingelton, den ich irgendwo gehört und toll gefunden hatte, für den ich aber die entsprechende CD um fast 23 Euro (!!!) nicht kaufen und auch kein ‚Yamba- 3- Monats- Abo’ abschließen wollte. Meine letzten legalen CD- Käufe habe ich bei Konzerten vorgenommen, bei denen mir unter Auslassung des Handels der Preis von 16 Euro zwar immer noch als hoch erschien, den ich aber andererseits gerne gezahlt habe, weil es eben um Sachen ging (siehe „Wortfront“), die ich ganz einfach toll fand. Und: In meinem Schrank wird man unter den rund 1500 dort vorhandenen CDs nicht EINE finden, die illegal gesaugt worden wäre.)
Ich habe also schon ewig keinen entsprechenden download mehr ‚gemacht’. Und wenn Recky schreibt:
“…Wer Musik stiehlt, ist ein Dieb. Ende. ...“,
dann gehe ich mit ihm, keine Frage, vollinhaltlich konform. Er schreibt dann jedoch weiter:
“…Wer auch noch stolz darauf ist, wie der Initiator dieses Threads, sollte seine ethische Einstellung uns Künstlern gegenüber einmal überdenken…“,
dann liegt da wohl irgendwo ein Mißverständnis vor. Weil ich mir, s.o., diesen Schuh eben nicht anzuziehen bereit bin. Ende. Übrigens, lieber Recky, dies nur nebenbei: Der Initiator dieses Threads nennt sich “Nordlicht“ und heißt “Andreas“. Auf beide Anreden reagiert er in Rahmen dieses Forums gerne. Eines stört mich an dem vorhergehend zitierten Satz übrigens enorm: die Formulierung „…uns Künstlern gegenüber…“. Vielleicht, - ja, wie ich vermute, ganz sicher sogar - hast Du es nicht so gemeint, aber bei mir stellte sich da irgendwo das Gefühl ein, Du argumentierst als Angehöriger einer elitären Gruppe gegenüber uns, bzw. mir, dem Fußvolk. So ich das falsch interpretiere: Bitte nichts für ungut.
Ein zweites Argument fiel mir im Rahmen dieser ausufernden Diskussion ebenfalls auf. Da schreibt nämlich Reino:
“…Wenn Du aber von der Qualität der Musik und des Angebots das Recht ableitest, Musik, die dir nicht so gut gefällt, zu klauen, hast du ein seltsames Verständnis von einem Rechtsstaat…“

Also, noch einmal ganz deutlich gesagt: ICH klaue nicht !!! (s.o.) Und ich leite auch nicht irgendein Recht irgendwoher ab. Ich würde mir aber im Zweifelsfalle ggf. die gar nicht einmal so weit hergeholte Freiheit nehmen. Ich verstehe jeden und ich verurteile niemanden, der sich diese Freiheit jetzt schon nimmt. Aber den letzten Satz des Zitates, den Teil mit dem ‚Rechtsstaat’, den verstehe ich wirklich nicht mehr. Und ich erlaube mir dazu mal einige Fragen, die jetzt zwar vielleicht den Rahmen sprengen mögen, die aber das erwähnte Posting ganz zwangsläufig implementiert:
Welcher ‚Rechtsstaat’ ist hier denn genau gemeint ???
Derjenige, der seit 1983 konsequent, ungeniert und ungehemmt – und leider auch fast ungehindert - immer mehr Bürgerrechte einschränkt, beschneidet oder gar aufhebt ? (Es hat seit diesem Zeitpunkt mehr Abschaffungen und Einschränkungen der persönlichen Rechte der Bürger gegeben als etwa neue Rechte zugestanden wurden.)
Oder der ‚Rechtsstaat’, der grundgesetz- und sogar völkerrechtswidrig an einem Krieg in Afghanistan teilnimmt, weil ja die Verteidigung eben dieses Staates angeblich ‚am Hindukusch’ beginnt ? (Eine noch dämlichere Aussage habe ich von einem mutmaßlichen Akademiker selten gehört, abgesehen einmal von Geißlers unsäglichem ‚Pazifismus- und Auschwitz’- Sager, doch dies nur nebenbei…)
Oder jener ‚Rechtsstaat’, der bei der vorgenannten ‚Verteidigung’ in Kauf nimmt, daß junge Menschen im Zinksarg nach Hause kommen, und der keinerlei Anstrengungen unternimmt, dies schnell und endgültig abzustellen, sondern im Gegenteil Kontingente erhöhen will, weil es nicht näher definierte (…und auch real nicht vorhandene…) angebliche ‚Bündnisverpflichtungen’ gibt ?
Oder ist jener ‚Rechtsstaat’ gemeint, der einen 13 Millionen Euro teuren Zaun im MeckPomm, mit dem sich abgehobene und weltfremde, ältere Herrschaften vor dem angeblichen Mob zu schützen suchen, durch einen verbotenen Inlandseinsatz der Bundeswehr bewacht ? Und der im Vorfeld der genannten Veranstaltung 60jährige Männer zu Terroristen stempelt, weil diese vor Jahren mal unbewiesen in eine Brandstiftungsgeschichte verwickelt gewesen sein sollen, dafür dann letztlich schwer was auf die Finger kriegt und es dann noch nicht einmal für notwendig erachtet, sich bei diesen Menschen für eine unberechtigte Inhaftierung dann wenigstens einmal zu entschuldigen ?
Oder aber ist der ‚Rechtsstaat’ gemeint, der auf der einen Seite geradezu manisch gegen das Rauchen – und, schlimmer noch: gegen ‚die Raucher’ – vorgeht, auf der anderen Seite aber nahezu ungehemmt und geradezu gierig die Milliardenbeträge der Tabak- Steuer einstreicht, um damit wiederum die Hindukusch- Verteidigung zu finanzieren ?
Oder vielleicht der ‚Rechtsstaat’, der alte, pflegebedürftige Menschen dazu verurteilt, sich zu acht oder zehnt oder zu noch mehreren nächtens einen Heim- Pfleger zu teilen, während auf der anderen Seite die Berliner Bonzen für ihre angeblich dienstlichen Ausflüge mehr Geld verschleudern, als wir alle miteinander im Jahr netto verdienen ? (Ich erspare mir einmal weitere Beispiele dieses phänomenalen Rechtsstaates, die es aber zweifelsohne gibt…)
Sollte wirklich DIESER ‚Rechtsstaat’ gemeint sein, dann kann ich mit Fug und auch mit Recht sagen: JA !!! Diesem ’Rechtsstaat’ stehe ich tatsächlich skeptisch und auch dezidiert ablehnend gegenüber und ‚verstehe’ ihn nicht, weder ethisch noch in irgendeiner anderen Hinsicht. Dies liegt daran, daß ich meine Einstellung zu ihm bereits vor langer Zeit mehrfach und intensiv grundlegend überdacht habe.
So, mit diesen vielen Worten ist meine Standpunkt zu der ganzen Problematik vielleicht (hoffentlich) doch noch ein klein wenig deutlicher geworden.
Mein Fazit bleibt dennoch: ‚copy kills music’ ist als Slogan wirklich keinen Deut besser oder intelligenter oder sinnhaltiger als solche dümmlichen Phrasen wie „…freie Fahrt für freie Bürger…“ und ähnlicher Unfug.
Liebe Grüße aus Ober- :ösi: von
ANDREAS.

(…der es trotz allem hoch interessant findet, wie weit sich solch ein Thema bei Bedarf und Interesse ausweiten, wenn nicht sogar auswalzen ließe und läßt…)
Dieser Beitrag enthält 1409 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

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#23

Beitrag von Reino » Fr 21. Nov 2008, 15:42

Vielleicht hättest du, bevor du diesen langen Sermon schreibst, besser erstmal nachgelesen, was ein Rechtsstaat ist.

Nordlicht schrieb:
Eines stört mich an dem vorhergehend zitierten Satz übrigens enorm: die Formulierung „…uns Künstlern gegenüber…“. Vielleicht, - ja, wie ich vermute, ganz sicher sogar - hast Du es nicht so gemeint, aber bei mir stellte sich da irgendwo das Gefühl ein, Du argumentierst als Angehöriger einer elitären Gruppe gegenüber uns, bzw. mir, dem Fußvolk.
Wer illegal downloaded bestiehlt in erster Linie die Eigentümer des Diebesgutes, und das sind die Künstler. Und das unterscheided sie (uns) eben vom "Fußvolk". Wir sind die Bestohlenen.
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#24

Beitrag von zodiak » Fr 21. Nov 2008, 20:28

Lieber Andreas, ich stimme deinen Ausführungen in wesentlichen Teilen zu.

Nordlicht schrieb:
Mein Fazit bleibt dennoch: ‚copy kills music’ ist als Slogan wirklich keinen Deut besser oder intelligenter oder sinnhaltiger als solche dümmlichen Phrasen wie „…freie Fahrt für freie Bürger…“ und ähnlicher Unfug.

Gegen "Copy Kills Music" ist "Ich bremse auch für Bergheimer" nachgerade höhere Philosophie :-D

Reino schrieb:
“…Wenn Du aber von der Qualität der Musik und des Angebots das Recht ableitest, Musik, die dir nicht so gut gefällt, zu klauen, hast du ein seltsames Verständnis von einem Rechtsstaat…“


Ein seltsames Verhältnis zum Rechtsstaat hat vor allem die Musikindustrie, deren Lobby in beispielloser Weise die Legislative instrumentalisiert und zu einer aus meiner Sicht gefährlichen Rechtsbeugung animiert hat.
Ich jedenfalls lasse mir das Tauschen von Songs mit meinen Freunden übers Netz nicht verbieten - und den Fehler, eine CD zu kaufen, die ich weder kopieren, noch in meinem Player abspielen konnte, habe ich ein einziges Mal gemacht. Was bilden sich diese Herrschaften eigentlich ein?


Reino schrieb:
Wer illegal downloaded bestiehlt in erster Linie die Eigentümer des Diebesgutes, und das sind die Künstler. Und das unterscheided sie (uns) eben vom "Fußvolk". Wir sind die Bestohlenen.

Deine Krokodilstränen darfst du der Musikindustrie ins Taschentuch heulen, die nicht nur seit jeher die Künstler ausbeutet, sondern auch seit über zehn Jahren nicht in der Lage ist, digitale Musikwerke in adäquater Form im Internet feilzubieten.
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#25

Beitrag von Mario » Fr 21. Nov 2008, 21:52

@ Andreas:
:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:
Mario
und mit diesem Klatschen will ich in keinster Weise das Recht eines Musikers auf Entgelt für sein Werk in Abrede stellen.
Dieser Beitrag enthält 29 Wörter


12 Töne, 24 Buchstaben, viel Gefühl im Bauch - ein neues Lied ist entstanden

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#26

Beitrag von Recky » So 23. Nov 2008, 13:50

Hallo Andreas, hallo Leute,
leider habe ich im Moment nicht viel Zeit, daher nur ganz kurz: Wer mich kennt, weiß, dass ich weder abgehoben bin noch elitär denke. "Künstler" ist meine Berufsbezeichnung - nicht mehr und nicht weniger.
Ich heule auch keine Krokodilstränen. Die "Musikindustrie" bin auch ich, und ich plane sogar, ein Liedermacherlabel zu gründen. Da die ganze Raubkopiererei uns allen in der Musikindustrie, vor alem aber den kleinen, die Lebensgrundlage entzieht, und die Raubkopierer noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei haben, muß man sich so einen Plan wirklich genau überlegen. Kommt man zu dem Schluß, dass es sich einfach nicht mehr lohnt, ein Label für "gute" Musik zu gründen, gibt es wieder eine potentielle Plattform weniger.
Ich für meinen Teil muß und möchte von Musik leben, deshalb bin ich da ein wenig empfindlich...
Viele Grüße und schönes Restwochenende,
Recky
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#27

Beitrag von Reino » So 23. Nov 2008, 18:10

Wird grad als Pressemeldung verteilt:
Forscher entwickeln Alternativen zu Kopierschutz Neue Ansätze sollen Tausch von Inhalten unattraktiv machen Downloads sollen durch DRM-Alternativen attraktiver werden (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann) London (pte/22.11.2008/06:00) - Britische Forscher haben alternative Konzepte zum bislang in der Musik- und Filmindustrie verwendeten digitalen Rechtemanagement (DRM) für Downloads vorgestellt. Mit ihren Ansätzen wollen die Forscher der Verwendung illegaler Kopien den finanziellen Anreiz nehmen bzw. für den Anwender extrem unvorteilhaft machen. Im Gegensatz zu DRM soll das Anfertigen von Kopien den Nutzern hierbei nicht zusätzlich erschwert und so etwa die Nutzung der digitalen Inhalte auf mehreren Geräten ermöglicht werden. Dass dadurch theoretisch die Weitergabe von Dateien erleichtert wird, sehen die Forscher nicht als wesentliches Problem. "DRM kann Raubkopien ohnehin nicht komplett unterbinden", meint Thierry Rayna vom Internet Centre am Imperial College London http://www.internetcentre.imperial.ac.uk im Gespräch mit pressetext. DRM stößt wegen Datenschutzbedenken und Problemen bei Kopien für den eigenen, legalen Gebrauch auf Konsumenten-Gegenwind. "Das Filesharing wird aber nicht wirklich unterbunden", meint Rayna. Geknackte Dateien finden ihren Weg auf entsprechende Plattformen. Das illegale Verteilen von Download-Inhalten will ein Ansatz der britischen Forscher für User unattraktiv machen. Dieser sieht vor, dass jedes digitale Produkt mit einem speziellen Code geschützt wird. Er verhindert, dass mehrere Kopien der Datei - etwa ein Film oder Buch - auf mehr als einem Gerät gleichzeitig genutzt wird. "Der User kann die Datei also einfach auf all seine Geräte kopieren und nutzen, wo er gerade will", sagt Rayna. Sie aber öffentlich zugänglich zu machen, wäre nicht im Sinn des Käufers, da die Datei dann wohl ständig aufgrund versuchter Mehrfachnutzung gesperrt würde. Gleichzeitig ist dieser Schutz völlig anonym, da bei der Prüfung nur der Schutzcode übermittelt wird. Die zweite Idee der Briten setzt nicht darauf, die Anonymität zu wahren, sondern die Preisgabe persönlicher Daten und des Nutzerverhaltens zu belohnen. Sie ist speziell für wiederholt nutzbare Downloads wie Musikstücke, Spiele oder Software gedacht. Der User lädt zunächst nur die Datei herunter. Nach einer Testperiode wird dann der endgültige Preis danach festgelegt, wie stark der Download verwendet wurde. "Wir arbeiten derzeit an einem Algorithmus, der die Kosten ermittelt", sagt Rayna. Bei massiver Nutzung des Downloads könnte sich zwar rechnerisch ein Wert über dem normalen Marktpreis ergeben, doch der Preis würde im Modell der Forscher entsprechend gedeckelt. "Wer ein Produkt wirklich mag, sollte auch gewillt sein, den Marktpreis zu zahlen", meint der Wissenschaftler gegenüber pressetext. "Wer beispielsweise einen Song nicht besonders und kaum hört, würde dann auch weniger bezahlen", so Rayna weiter. Mit diesem System würden die Anwender aber zumindest geringe Beträge für Produkte zahlen, die sie sonst vielleicht gar nicht ausprobieren oder allenfalls illegal beziehen würden. Dadurch sollen wiederum die Inhalte-Anbieter von dem Modell profitieren. Eine wissenschaftliche Arbeit über die DRM-Alternativen haben Rayna und Ludmila Striukova vom Department of Management Science and Innovation am University College London http://www.ucl.ac.uk/msi in einem Beitrag im "International Journal of Intellectual Property Management" http://www.inderscience.com/browse/inde ... urnalID=83 veröffentlicht. (Ende)
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#28

Beitrag von Fotocowboy » Do 11. Dez 2008, 23:52

Für mich bedeutet Musik Gefühl und Kommunikation.
Von Mensch zu Mensch.
Mich verwundert es nicht, dass es immer noch voll besuchte Konzerte gibt, obwohl, rein technisch betrachtet, die Qualität der live präsentierten Musik weit hinter der Studio-CD zurücksteht.
Musik ist etwas, was von Mensch zu Mensch übertragen wird - zumindest erst dort zur vollen Entfaltung kommt. Ähnlich wie der Unterschied von einem Telefonat zu einem Gespräch Angesicht zu Angesicht.
Erst in einem Konzert bekommt die Musik als Nachricht vom Künstler zum Zuschauer den Duft, die Aura, das Feeling.
Ob sich die Leute die Top100 Hits aus dem Netz ziehen ist mir egal. Ich sehe keinen Unterschied zum völlig legalen Aufnehmen vom Radio, wo eben diese TOP100 Hits immer wieder gratis zu hören sind.
Auf das Argument: "Dann kaufen die Leute aber das Album nicht, wo die anderen Songs drauf sind!" antworte ich: "Offensichtlich sind die nicht gut genug für das Geld."
Oder gibt es ein "MUSS" dass ich Songs im Zehnerpack nehmen muss, nur um Künstler/Labels reich zu machen?
Ich denke nicht, dass wir Subventonen dort brauchen, mich regt schon die staatliche Kulturzuschusspolitik genug auf, der meines Wissens sehr klassil-lastig verteilt wird. (Um nicht zu sagen - mäzenhaft und diametral am Zeitgeist vorbei.)
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Alles, was man selber äußert, portraitiert einen vor allem selbst.

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#29

Beitrag von Skywise » So 25. Jan 2009, 15:36

Die Diskussion ist schon über einen Monat alt, der Ruf nach einer Kultur-Flatrate ist allerdings noch nicht verklungen.
Dieser Artikel spielt ein wenig mit den Ideen rund um dieses Geschäftsmodell und zeigt einige der Probleme auf. Für die, die sich darüber auch schon einmal den Kopf zerbrochen haben und vor allem diejenigen, die sich darüber noch gar nicht den Kopf zerbrochen haben :-D
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

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