Alle Welt singt deutsche Lieder....

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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fille
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Alle Welt singt deutsche Lieder....

#1

Beitrag von fille » So 20. Feb 2005, 11:58

Guten Morgen (Mahlzeit) allerseits!
Hier ein kurzer Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel im
Münchner Merkur vom 19./20. Februar
Ausländer stürmen Charts mit teutonischem Gesang.
Sie heißen Ayman, Kool Savas, Bintia, Mamadee oder Valezka. So verschieden ihre Herkunft aus aller Herren Länder so unterschiedlich ihr Sound zwischen Rap,
Hip Hop, und Rock. Nur eins habe alle ausländischen Musiker gemeinsam: Sie singen ihre Lieder auf Deutsch.
Bei der vorlauten Wortakrobatik dreht es sich höchstens vordergründig um schnelle Autos und schöne Frauen. Vielmehr entsteht hier eine neue Identität bei Heranwachsenden aus Immigrantenfamilien: Deutsche Musik trägt dazu bei, sich deutsch zu fühlen. Diese Entwicklung hat die Verfechter konservativer Leitkultur einerseits und linker Sozialromantik andererseits überrollt. Davon ist auch Ayman Toukabri überzeugt: „Wir, die selbst Ausländer sind, sagen den Kis mit unseren Liedern ‚Hey, Deutsch ist cool!’ und werden dadurch zu Vorbildern. Das ist der beste Weg für echte Integration in diesem Land, erklärt der gebürtige Tunesier.
„Ich rede auf Deutsch, warum soll ich nicht auch auf Deutsch singen?“ sagt Ayman.

Es handelt sich um Musiker mit ausländischen Wurzeln. Bushido ist Deutsch-Tunesier. Kool Savas türkischer Abstammung. Ayman Toukabri ist als Tunesier größtenteils in Berlin aufgewachsen. Valezka Afro-Deutsche. Joy Denalane ist Deutsch-Südafrikanerin
Diese Szene hat zwar nichts mit der Liedermacher-Szene zu tun. Trotzdem finde ich es positiv, wenn es auch nicht meinen Musikgeschmack trifft. Und über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten....
Liebe Grüße aus dem verschneiten Oberbayern
Marianne
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#2

Beitrag von migoe » So 20. Feb 2005, 12:44

Hallo Marianne,
auch mir gefällt es gut, wenn die jungen Musiker/innen wieder in der Sprache singen, in der sie auch sonst miteinander kommunizieren.
Ich denke das hat vor allem damit zu tun, daß die Hörer ihrer Lieder auch verstehen sollen, was sie singen, denn die Botschaft ist letztlich genauso wichtig wie die Rythmik. "Vorreiter" dieser Entwicklung waren in meinen Augen die (hervorragenden" Fantastischen Vier - aber auch das Rödelheim Hartreim Projekt und auch Xavier Naidoo. Sie alle waren / sind erfolgreich in Deutschland (nicht obwohl, sondern) weil sie in der eigenen Sprache ihre Botschaft weitergeben.
Viele dieser Künstler und Bands könnte man auch als Liedermacher bezeichnen, auch wenn sie selber sich nicht so sehen, und auch wenn der "klassische" Begriff des Liedermachers (der ja selber noch sehr jung ist!) eigentlich anders definiert werden kann.
Aber das ist ein anderes Thema...;-)
migoe
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