Nürnberger Bardentreffen

Dieses Forum beinhaltet Themen rund um das Werk von Gerd Schinkel, Sänger eigener Lieder, deutschsprachiger Rootsmusiker, Jahrgang 1950. Gerd Schinkel ist hier im Forum unter dem Nicknamen "Gesch" bekannt. Weitere Informationen auf seinen Webseiten: http://www.gerdschinkel.de/ und http://gerdschinkel.jimdo.com/
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Gesch
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Nürnberger Bardentreffen

#1

Beitrag von Gesch » Mo 23. Jul 2018, 14:38

Ihr Lieben,

falls jemand zum Bardentreffen nach Nürnberg fahren sollte und Interesse an meinem eigens dafür geschriebenen Liederprogramm "Recht(s) so? Oder bayrisch?" entwickeln sollte - ich habe vor, es hörbar zu machen - Kruzifix noch mal...
Ich habe diesmal kein Zeitfenster im offiziellen Straßenmusikprogramm, will mich aber - nachdrücklich dazu ermuntert von den planenden Veranstaltern des Bardentreffens - unter die Vielzahl der inoffiziellen Straßenmusiker mischen. Ich plane, mich auf dem kleinen Durchgangsplätzchen in der Umgebung des Josefsplatzes (östlicher Zugang) vor einem Fischrestaurant, wo ich in den vergangenen Jahren Samstagsvormittags schon immer so eine Art "Generalprobe" gemacht habe, mit meinem Batterieverstärker und respektlosen Liedern in den bayrischen Landtagswahlkampf einzumischen.
Ich würde mich freuen, wenn dann unter den Passanten, die ich hoffentlich dazu veranlassen kann, eine Weile stehen zu bleiben, auch vertraute Menschen sind...

Herzlich
Gerd
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Carsten K
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#2

Beitrag von Carsten K » Mo 23. Jul 2018, 20:24

Hallo Gerd,
ich hatte mich vor einem Jahr auch mal interessiert für die Teilnahme an diesem Bardentreffen geäußert, wenn ich mich richtig erinnere, diese Idee jedoch in diesem Jahr wieder verworfen, weil ich mich da doch nicht so richtig zugehörig zu fühlen glaube, so wie ich bin und mit dem, was ich mache... Dass Du Dich da als Straßenmusiker versuchen möchtest, finde ich allerdings mutig, Kompliment! :super:
LG cARSCHti
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
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Westwind
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#3

Beitrag von Westwind » Mo 23. Jul 2018, 20:35

Gesch hat geschrieben:
Mo 23. Jul 2018, 14:38
[...]
Ich plane, mich auf dem kleinen Durchgangsplätzchen in der Umgebung des Josefsplatzes (östlicher Zugang) vor einem Fischrestaurant, wo ich in den vergangenen Jahren Samstagsvormittags schon immer so eine Art "Generalprobe" gemacht habe, mit meinem Batterieverstärker und respektlosen Liedern in den bayrischen Landtagswahlkampf einzumischen.


Hallo Gerd,

wann hast Du denn vor, dort zu spielen, auch Samstagvormittag wie bei den Generalproben ?

Viele Grüße
Georg
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"Ja, ich hab einen Traum von einer Welt und ich träume ihn nicht mehr still:
es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will."
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Gesch
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#4

Beitrag von Gesch » Mo 23. Jul 2018, 22:41

hallo georg, hallo carschti,

ich will - immer vorausgesetzt, dass das wetter trocken ist - am späten vormittag am genannten ort spielen. das war auch immer in den letzten jahren möglich. es scheint kein sehr gefragter platz zu sein.

sollte ich ihn aber „besetzt“ vorfinden, sehen wir spontan weiter. es wird nicht das erste mal sein, dass ich in nürnberg beim bardentreffen inoffiziell strassenmusik mache. hab so auch schon das programm in rudolstadt „ergänzt“.

chris biederwolf wird mich an der mandoline begleiten - so ist die planung. mit batterieverstärker sollte ich hörbar sein. der anlass - bayrische landtagswahl - ist angesichts der csu-entwicklung nahezu zwingend.

nach der gestrigen demo in münchen muss es nun weitergehen... und wer mag, kann das programm „recht(s) so? oder bayrisch?“ auch auf cd mitnehmen...

ry cooder hatte 2012 eine extra cd zur präsidentschaftswahl vorgelegt und damit den republikanischen kandidaten und herausforderer von barak obama, mutt romney, durch den kakao gezogen - musikalisch und konzeptionell eine meiner lieblings-cds...

herzlich
gerd
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Gesch
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#5

Beitrag von Gesch » Mo 30. Jul 2018, 16:38

hallo zusammen,
das „bardentreffen“ 2018 ist abgehakt und war auch diesmal seinem namen eher begrenzt gerecht geworden - war mangels „barden“ eher „musik auf nürnberger strassen und plätzen“, denn das interesse an gesungener inhaltlicher textpräsentation schien mir erneut gering zu sein. lautstärke und lärm waren prägnanter.

meine bilanz von drei inoffiziellen strassenauftritten:
1. freitag zwischen 16 und 18 uhr solo auf dem hall-platz vor dem eingang der kriminalpolizeiwache (als auftrittsort einfach nur geil...) , pausenlos etwa 120 minuten mit vergleichsweise wenig, aber interessierten zuhörern und vielen rastlosen passanten. aber immerhin hat mein lied zum urteil in münchen leute zum stehenbleiben veranlasst. auftritt als ergänzung der „ausgehetzt“-demo von münchen (eine woche vorher) angesagt.

2. samstag 11 h auf dem josefsplatz mit chris biederwolf an der mandoline, 90 minuten vor etwas mehr zuhörern, die sich zeit zum verweilen nahmen und auch interesse an dem tonträger „recht(s) so? oder bayrisch?“ bekundeten. musikalisch abwechslungsreicher, aber in der hitze anstrengender. nahezu identisches programm.

3. sonntag, 10.30 auf der brücke vor dem hauptmarkt mit chris biederwolf, nach und nach mit einer respektablen publikumsansammlung und deutlich bekundeter zustimmung zu den inhalten der lieder als beitrag zum landtagswahlkampf... wieder weitgehend identisches programm, gutes interesse an tonträgern, nach knapp 120 min durchgeschwitztes hemd und leere batterie im verstärker. viel zuspruch (...“dass es so leute mit politischen liedern noch gibt, danke dafür...“)

fazit:
hat spass gemacht, auch mehr zu spielen, als in offiziellem zeitfenster möglich gewesen wäre. dass es einen bedarf an „politischer bardenmusik“ gibt, wurde deutlich.

als konsument muss man „belastbarkeit und eine hohe toleranzschwelle“ mitbringen...

als veranstalter sollte man das eigene konzept gelegentlich hinterfragen und vermeiden, falsche erwartungen zu wecken...

für mich die festival-entdeckung: sarah hübers, 13 jahre alt aus bocholt, war schon im vorprogramm von nena, spielt bemerkenswert gitarre, singt souverän und kommt beeindruckend gut rüber. cd: „klamotten“.
der nachwuchs entert die bühne...

herzlich
gerd
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Petra
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#6

Beitrag von Petra » Di 31. Jul 2018, 10:55

Hallo Gerd,

danke für dieses Fazit. Leider habe ich keinen der drei Auftritte gesehen - entweder hatte ich keine Zeit oder wusste nicht, wo ich Dich finde.
als veranstalter sollte man das eigene konzept gelegentlich hinterfragen und vermeiden, falsche erwartungen zu wecken...
Das Thema Rap fand ich grundsätzlich ziemlich abschreckend, aber beim Thema 'Finnland' war seinerzeit auch nicht sooo viel Finnisches zu finden und so hoffte ich, dass auch Raum für Barden bliebe. Es ist ja seit Jahren in Nürnberg so, dass kaum noch jemand auf eine Bühne kommt, ohne dass ein Schlagzeug den Text schreddert. Mir war es auch fast überall zu laut und wenig bardenmäßig. Das Thema 'Rap' wird im Programmheft ausführlich gerechtfertigt und die Veranstalter sind sogar noch stolz darauf! Hatten sie die Idee doch schon vor dem Eklat bei der Echo-Verleihung und fühlen sich jetzt ausgesprochen aktuell. Mit dem Hinterfragen wird es wohl vorerst mal nichts.

Mein Highlight waren die 'Grenzgänger' im Kreuzigungshof (zwei Gitarren, ein Cello und ein meisterhaft gespieltes Akkordeon). Zum 200. Geburtstag von Karl Marx präsentierten sie ein Konzert aus den vielen hundert Gedichten, die Marx mit nicht einmal 20 Jahren während seiner Bonner Studentenzeit schrieb, etliche waren Liebesgedichte an seine geliebte Jenny. Leider wurde das Konzert etwas durch einen (zu Recht) piepsenden Rauchmelder und einen Feuerwehreinsatz gestört. Aber es gab keine Panik und die Lage blieb entspannt, das Konzert konnte trotz Störung ordnungsgemäß beendet werden. Michael Zachcial kommentierte: "Ich sehe schon die Schlagzeile: Die Grenzgänger spielten so feurig, dass Teile des Gebäudes in Flammen aufgingen." :-D Nunja, es hat gebrannt, aber wir sahen nur den Qualm, der aus zwei Dachfenstern drang.

Die Liedermacherin Anna Depenbusch hätte ich auch noch gerne gesehen, aber die Einlass-Praktiken an der Katharinen-Ruine sind so fragwürdig, dass ich nicht riskieren wollte, dass mir zum Abschluss noch die gute Laune verdorben wird.

Es war also wieder so, dass man Liedermacher und Barden suchen musste. Zum ersten Mal, bin ich nicht einem ausgeklügelten Plan hinterher gehechelt, sondern habe auch mal die 'Musik auf Nürnberger Straßen und Plätzen', die oben erwähnt wurde, etwas mehr auf mich wirken lassen.

Viele Grüße von Petra
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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Gesch
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#7

Beitrag von Gesch » Di 31. Jul 2018, 11:09

Liebe Petra,
schade, dass ich für Dich unauffindbar war - aber ich war echt zweimal mittendrin und einmal am Rand. :gitarre:
Es ist für offiziell nicht eingeplante Straßenmusiker immer etwas schwierig, einen gesicherten Treffpunkt vorzuschlagen, weil man schließlich nie weiß, ob der von einem selbst ausgesuchte "Spielplatz" dann aktuell tatsächlich zur Verfügung steht, oder ob sich dort schon zu der Zeit jemand anders aufgestellt hat. Die Zuverlässigkeit einer Verabredung ist dann immer unter Vorbehalt.
Auch für mich gilt, dass ich - vermutlich altersbedingt - unverdächtig bin, bei Rap in Begeisterungsstürme fallen zu können. Da hatte mich eher Campino bei der Echo-Verleihung begeistert. Und wenn dann noch "Fachleute" den Rappern und ihren Texten politische Substanz bescheinigen, bin ich eher ratlos als überzeugt - und musikalisch durch die von mir so wahrgenommene Klapper-Monotonie verprellt. Aber man muss ja nicht alles mögen...

herzlich
Gerd
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Helmut
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#8

Beitrag von Helmut » Di 31. Jul 2018, 11:17

Hallo zusammen

Kann sehr leicht sein, dass Gitta und ich körperlich und psychisch alt werden und dies unser letztes Bardentreffen war.

Ich berichte mal:
Stehen und am Boden sitzen schaffen wir über einen längeren Zeitraum nicht, deshalb haben wir uns Dreibeinhocker besorgt (über Amazon, nachdem wir unzählige Laden abgeklappert haben). Erster geplanter Spielort Kulturgarten. Der Wachtel am Eingang will wissen, was ich im Rucksack habe. Stühle sind hier verboten. "Was mach ich dann?" - "ins Auto bringen" - "Wissen Sie etwa Parkplätze in der Nürnberger Altstadt?" Also sind wir durch die Altstadt geirrt auf der Suche nach einem Auftritt der dem Namen "Bardentreffen" wenigsten im Entferntesten gerecht wird. Könnte leicht sein, dass es auf der Straße interessante Künstler gibt, aber da hört man normalerweise 3 Gruppen gleichzeitig. Mit nur 2 Ohren kann ich das beim besten Willen nicht verarbeiten.
Peter Fessler versprach zwar eine musikalische Weltreise, seine brasilianische Musik klang für unsere ungeübten Ohren bei allen Stücken gleich.
Denis Beck auf der freien Bühne war auch nicht das, was man unter einem Barden erwartet, aber wir konnten sie uns wenigstens anhören. Zu unserem Glück kam Uschi vorbei, die uns verriet, wann und wo Gerd Schinkel am Samstag spielt, Chris, sein Mandoliner, wusste dies mangels Handy kurz vorher noch nicht. Völlig frustriert radelten wir danach zum Campingplatz, wenigstens hatten wir eine Flasche Wein im Kühlschrank.

Mehr Glück hatten wir am Samstag: Gerd spielte, wie von Uschi vorhergesagt, um 11 Uhr auf der Straße. Seine Lieder zur Politik in Bayern waren treffend und hätten mehr Zuhörer verdient.
Danach besetzten wir für zwei Konzerte Stühle im Kreuzigungshof (schon nach einer Stunde saßen wir im Schatten). Tim McMillan ist ein virtuoser Gitarrespieler (besser als ich), der in seinen Zwischentexten sehr sympathisch (da mag ich mich nicht mit ihm vergleichen) skurrile Geschichten erzählt.
Andrea Pancur sang von ihr entwickelten Alpen Klezmer. Hat uns gut gefallen (temperamentvoll, starke Stimme), auch wenn es nicht gerade unsere bevorzugte Musikrichtung war. Die Konzerte, die mich danach interessiert hätten, fanden im Kulturgarten statt. Wir hatten aber den Kühlschrank vorsorglich wieder aufgefüllt.

Am Sonntag folgten wir Gerds Tipp und gingen zur Profolk-Bühne. Deren Hackbrett-Spiel hätte die begeistern können, die auf diese Musik stehen, wenigsten konnten wir unsere Stühle im Schatten eines Baumes aufstellen.
Als es uns doch zuviel wurde, versuchten wir es im Kreuzigungshof, der wurde aber gerade wegen eines Feueralarms im angrenzenden Altersheim geräumt.
Von Hannah und Falco bekamen wir noch ein Lied mit, das man sich anhören konnte. Immerhin konnten wir so mit unseren Hockern einen Platz für die nächsten beiden Konzerte sichern.
Scheibster bewies uns, dass man sich auch RAP anhören kann, wenn er intelligent gemacht ist.
Der 2. Höhepunkt nach Schinkel war für uns Hans Well mit seinen Wellbappn.
Nach dem Konzert traf uns die Schwiegermutter unserer Tochter (oder Mutter unseres Schwiegersohns), mit der wir Bardentreffen Bardentreffen sei ließen und uns Nürnberger Bratwürste schmecken ließen. Ach ja, im Kühlschrank hatten wir noch Wein.

Wir finden, zu wenig Ertrag (nur 2 wirklich gute Konzerte) für den Aufwand. Wein gibt es auch Zuhause

:teufel:
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Nicky
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#9

Beitrag von Nicky » Do 2. Aug 2018, 09:37

Ihr Lieben,

ich habe mich in diesem Jahr auch wieder auf dem Bardentreffen rumgetummelt, obwohl ich das Thema doch recht abschreckend fand. Aber das ist ja nun schon seit Jahren so. Ich gehe eigentlich sowieso nur immer hin, um durch die Straßen zu bummeln und bei dem einen oder anderen Straßenmusiker stehen zu bleiben und vielleicht neues zu entdecken. Umso schöner, dass Gerd auch in diesem Jahr auf der Strasse gespielt hat, wenn schon nicht auf einer der Bühnen.

@ Gerd, ich konnte ja leider nur zwei deiner drei Auftritte sehen, fand sie aber mal wieder sehr gelungen und sowas von passend was die "Bayernwahl" angeht. Da müssten doch einigen Leuten die Ohren geklingelt haben.
Es hat mal wieder Spass gemacht, dir und Chris zuzuhören. Immer wieder schön :-)
Allerdings frage ich mich doch immer wieder, wie es gelingen kann, dass eine riesige Menschenmasse vor einer lärmenden Brasilianischen Band steht und nicht bei den Musikern, die in der eigenen Sprache singen und so klasse Textinhalte vermitteln. Wie kann das sein, bei einem "Bardentreffen"?

Alles, was auf den großen Bühnen zu hören war, fand ich doch eher abschreckend. (allerdings muss ich zugeben, dass ich nur Freitag und Samstag da war)

Auch wenn mein Weinkonsum nicht so hoch war wie bei Helmut ;-) hatte auch ich das Gefühl zu alt dafür zu werden..... Ich fand es teilweise abartig laut.

Gerd schrieb:
für mich die festival-entdeckung: sarah hübers, 13 jahre alt aus bocholt, war schon im vorprogramm von nena, spielt bemerkenswert gitarre, singt souverän und kommt beeindruckend gut rüber. cd: „klamotten“.
der nachwuchs entert die bühne...
Ja, die war wirklich ne Entdeckung und echt klasse. Ich muss zugeben, dass mir bei ihr echt der Mund offen stehen geblieben ist. Was für ein Talent. Und das mit dreizehn. Da war ich auch beeindruckt.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich vermutlich auch im nächsten Jahr wieder nach Nürnberg fahren würde, aber tatsächlich nur wegen der Strassenmusik und dem "Musikalischen Grundgefühl" was dieses Treffen vermittelt. Nicht, wegen des Hauptprogamms.

Liebe Grüße
Nicole
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...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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migoe
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Re: Nürnberger Bardentreffen

#10

Beitrag von migoe » Do 2. Aug 2018, 12:11

Am Sonntag bin ich mit Claudia spontan doch noch nach Nürnberg mit dem Zug gefahren und wir hatten einen schönen Nachmittag auf dem Bardentreffen. Das Programm war für uns nicht Leitlinie, aber eine Station war für Claudia doch wichtig: Hannah und Falco wollte Sie sich unbedingt anschauen. Ansonsten haben wir uns "treiben" lassen und konnten die tolle friedliche Stimmung auf dem Bardentreffen sehr genießen.

Die Bedeutung des Begriffs Barden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt und mir persönlich gefällt es gut, dass sich in Nürnberg sehr viele junge Bands und Künstler präsentiert haben, die ich eigentlich nicht auf einem Bardentreffen erwartet würde. In diesem Sinne kann ich diejenigen verstehen, deren Erwartungen nicht erfüllt wurden. Euch möchte ich aber auffordern, den "neuen Barden" auch eine Chance zu geben und Euch mit ihnen zu beschäftigen. Schon die Tatsache, dass diese jungen Leute nach Nürnberg fahren und sich auf einem Bardentreffen dem Publikum stellen, zeigt, dass der Begriff des "Barden" positiv besetzt ist und es wenig Scheu gibt, in diese "Schublade" zu steigen. Die wollen sich mitteilen und sind total dankbar für die freundliche Rückmeldung des Publikums. Darauf kommt es auch an! Mir ist das bewusst worden bei dem Konzert von Hannah und Falco, die sich immer wieder entsprechend geäußert haben und sich auch mehrmals beim Publikum dafür bedankt haben, dass sie trotz der Hitze 90 Minuten Programm "ertragen" haben

19
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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Re: Nürnberger Bardentreffen

#11

Beitrag von Gesch » Do 2. Aug 2018, 21:20

Hallo zusammen,

ich freue mich über die Reaktionen auf meine Nürnberg-Bilanz. Es ist ja in jedem Falle immer eine persönliche Wahrnehmung, die man bekommt, wenn man sich dort in Massen durch die Stadt schiebt. Mir geht es als Konsument in Nürnberg weitgehend wie Nicole, Gitta und Helmut: Ich fühle mich durch das gebotene Programm der großen Bühnen kaum noch als Adressat der Hauptzielgruppe zugerechnet. Musik ist natürlich immer eine Geschmacksfrage, und über die kann man ja ewig streiten, ohne einen gemeinsamen Nenner finden zu müssen. Mir gefällt, was ich mag - und was mir schlechte Laune macht, sei es durch Lautstärke, sei es durch unverständliche Inhalte, sei es durch Beliebigkeit oder Niveaulosigkeit, muss ich mir nicht zumuten. Ich bin kein Musikjournalist, dem die Aufgabe übertragen wurde,Trends und Nachwuchskünstler darzustellen und der sich der ganzen breiten Palette auszusetzen hätte. Ich darf mir aussuchen und sagen, was mir zusagt und was nicht.

Vor diesem Hintergrund, lieber Migoe, reicht mir die friedliche tolle Stimmung inzwischen alleine nicht mehr aus. Dass sich ein Festival wandelt, ist per se ja nicht schlecht - ich finde es aber unnötig, so zu tun, als sei dieser Wandel zwangsläufig und müsse jeden begeistern. Ich fühle mich schon verballhornt, wenn mit einem Begriff ("Barde") hantiert wird, bei dem man so tut, als sei er eine beliebige Schablone, in die alles hineingefüllt werden könnte, was nach Musik klingt. - Nicht falsch verstehen: Ich hab nichts dagegen, dass alle ihre Musik machen können, die sie mögen, aber was mich doch irgendwie fuchst, ist die Unverfrorenheit, mit der ein Begriff gekapert wird, der einen völlig anderen Inhalt hat und damit auch eine wertgeschätzte Bedeutung für eine bestimmte Konsumentenszene, die man inzwischen eher vor den Kopf stößt. Was, bitte, ist das "Bardige" an Trommlern und Bläsern, an Bands, die weitgehend auf eine Gesangsstimme verzichten? Vom Verzicht auf Inhalt mal ganz abgesehen.

Aber wir haben doch - könnte man einwenden - die Rapper und Hip-Hopper und die sogar in den Mittelpunkt geschoben. Wie schön - aber muss sie jeder gut finden? Das Echo beim Echo hat ja interessante Aufschlüsse geboten. Ich kann auch mit Freejazz oder deutschem Schlager nichts anfangen und habe die Chance, diesen Genres aus dem Wege zu gehen, weil sie mir nicht unter falscher Flagge untergejubelt werden. Aber beim Bardentreffen soll ich nicht nur drauf gefasst sein, sondern, lieber Migoe, diesen Etikettenschwindlern auch noch eine Chance zu geben? Weil es sich doch deshalb schon um "Barden" handelt oder handeln muss, weil sie zum Bardentreffen eingeladen wurden und sich über Publikum freuen dürfen, das sie tatsächlich auch für Barden hält? Klar sind die dankbar dafür. Manchmal wünschte ich, es gäbe wie im westlichsten Gallien in Klein-Bonum auch in Nürnberg die Möglichkeit, Barden mit "anstrengenden Programmen" irgendwo in die Baumkronen zu verbannen, um sie ruhig zu stellen...

Mag sein, dass der Begriff "Barde" mit seinem neuen, weitgefassten Inhalt, in Nürnberg positiv besetzt ist. Aber dies nur aus der Masse der Leute zu schließen, die sich auf dem Hauptmarkt zu Rostbratwürstchen und Bier einer Beschallung aussetzen, die die Trommelfelle in den Ohren reißen lassen könnten, halte ich für gewagt. Es ist - vielleicht nicht vorrangig, aber inzwischen zu einem erheblichen Teil - ein "Gelage-Event mit Lärmunterlegung, wobei es mitunter schwerfällt, aus dem Lärm die Musik herauszuhören. Mag sein, dass sich unter den gefeaturten Künstlern auch solche finden, die sich mitteilen wollen und gerne freundliche Reaktionen hören. Bei manchen Künstlern hab ich allerdings den Eindruck, dass sich ihr Mitteilungsdrang nicht in meine Richtung bewegt und es ihnen auch völlig egal ist, was Leute ohne Zugang zu dem von den Künstlern gepflegten Genre von der Darbietung halten. Musik ist inzwischen ja weit gefächert und hält für jeden was bereit.

Ich kam mir als Konsument phasenweise wie ein Trüffelsucher vor, der allerdings das Pech hatte, leer auszugehen... Dass dann aus Enttäuschung Frust erwächst und die Lust schmälert, sich diese Tortur Jahr um Jahr neu anzutun, dürfte doch nachvollziehbar sein. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt, irgendwann und irgendwo auf akustische Trüffel zu stoßen. Sarah Hübers war eine wirklich schöne Entdeckung - auch wenn sie vermutlich kaum die Liedermacherszene als ihre ansehen dürfte und sich eher in die Rockszene bewegen wird. Und wenn sie da Erfolg hat, wird sie vielleicht ja auf einem anderen Nürnberger Festival spielen - am selben Wochenende wie Rock am Ring... (oder gibt's das nicht mehr?)

Ich hab mich jedenfalls auch darüber freuen können, dass mich der oder die eine oder andere am Rand des Bardentreffens gefunden hat und ihnen meine Lieder gefallen haben. Sollte das nicht mehr der Fall sein, werde ich mich vielleicht darauf beschränken, in Seniorenzentren aufzutreten, wo man den Begriff des "Barden" noch mit dem geläufigen Inhalt zu füllen weiß, selbst wenn dort dann die Generation der Mick Jaggers und Keith Richards Einzug gehalten hat und die Schnabeltassen leert.

Bei Gelegenheit werden wir uns wiedersehn...

herzlich
Gerd
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