Eure Lieder und die Geschichten dahinter

Du hast selber ein Lied geschrieben und willst ein ehrliches Feedback? Dann sei mutig und teile Deine Gedanken und Ideen mit uns. Wir können nicht versprechen, dass wir alles gut finden, aber wir werden uns um ein ehrliches und konstruktives Feedback bemühen.
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#21

Beitrag von Bardou » Fr 3. Jul 2015, 11:48

Hach Gerd,
intellektueller Vielschreibender, versierter Kopf- und Wortkunstakrobat, nicht müde, es ihnen "immer wieder zu zeigen". In den letzten paar Wochen hatten wir indirekt gut miteinander zu tun. Ich erlebe, wie du Mechanismen durchschaust, Systeme auseinandernimmst und mit scharfer Rethorik den Kleingeist düpierst. Deine ganze Erscheinung will anders, Überlegtheit und Überlegenheit mit einem Fundus an Wissen und Erfahrung macht es deinem "Publikum" nicht immer leicht - weil sie aufschauen müssen vielleicht oder weil du mit deiner Botschaft nicht immer nah sein kannst oder willst? Dein Generationenlied stellt mich sofort an die Seite der "alten Weisen" - noch immer jung, wenn gleich ich ihnen wenigstens zählbar nahe gekommmen bin. Da will ich hin und das Herz finden - wiederfinden, was mich mit meiner Botschaft ankommen läßt. So sind deine und meine Lieder im Doppelpack schätzenswerte, politische Lebens-Weisen! Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer "Hofmusik"!
Herzlich
Matthias
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Bardou

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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#22

Beitrag von Bardou » Fr 3. Jul 2015, 14:56

... und liebe Nicky,

soeben fand ich, dass mir die Rückmeldungen in dieser Runde genauso bedeutsam sind, wie die Eingabe - deine wunderbare Idee! Klarstellen muss ich ja mal eins: Deine Fragen, "wie man Lieder macht", ob es sich reimen muss usw. erscheinen angesichts deines Textes, dieser außergewöhnlichen Liedidee, als ein"trickreiches" Unterfangen, uns aus der Reserve zu locken(...so auch deine Bemerkung zu Gerds Liedern: "bin gespannt, welches er auswählt...") Eine gewisse, liebenswerte, Schlitzohrigkeit vielleicht? Liedermacher lieben auch die Selbstdarstellung... ein wenig. Hast du gut eingefädelt. Marc kennt deine Anfänge - was ist geworden!

Dein Lied hat mich insoweit berührt, als dass ich kurz vor Görlitz aus einem ähnlichen Anlass heraus "Schnuppe" geschrieben habe - das gebe ich dir jetzt noch mit auf die Reise durch die dahinter - Geschichtenlieder - ohne "die Geschichte" ist der Spielraum der Interpretation oft groß und vielseitig und auch erhaltenswert. Mit der Geschichte allerdings bleibe ich, bleibst du, berührt zurück ... Nochmals Danke für diese Runde und Vorfreude auf unseren noch nicht terminierten Kaffee!
Herzlich Matthias
„Schnuppe“ - geschrieben, wenige Tage vor Görlitz.
Vorgeschichte: Eine gute Freundin ist mit ihrem Mann und drei Kinder von 1 ½ – 5 J. nach Frankreich gezogen um dort ein altes Weingut zu übernehmen. Anfang des Jahres stirbt die jüngste Tochter, die sie „Schnuppe“ riefen, an plötzlichem Kindstod. Sie beerdigen das Kind in einem Mausoleum auf ihrem Weingut.
Sie hat mir per Telefon und Mail alles genau beschrieben – wirklich alles.
Ein paar Monate später will ich meinem Patenkind zur Konfirmation ein Lied schreiben. Ich beginne und "es" schreibt- ich war in Gedanken nur bei „Schnuppe“ und ihrer Mutter, und es musste raus – so ist es entstanden – wie nur damit umgehen, wenn Trost schon das falsche Wort ist.
Meinem Patenkind habe ich „ihr vertraute alte Lieder“ gesungen. „Schnuppe“ ist kein dramatisches Lied, es fließt und will nicht aufhören – ich singe es oft.
Schnuppe
Weil du nicht hier bist
ich noch nicht dort bin
leg ich mich einfach ins Gras
und träum`.
Denk mir Geschichten
aus Wolkengesichtern,
breite die Arme aus,
fliege zum Mond
am hell lichten Tag.
Weit, weit trägt es mich fort,
weiß wo du schläfst und suche dich doch.
Ach meine Kleine,
so flinke Beine,
spielst mit den Bienen im Feld
vom Blütenstaub schwer.
Höre dich summen,
willst nicht verstummen,
wünsche dich tränenfeucht schlafend
nur wieder zu mir.
Weit, weit ….
Mein Herz klopft zu laut dafür,
mich nicht zu stören,
ich halte die Luft an,
du atmest weiter in mir.
Vielleicht, wenn ich fliege,
dass ich ihn besiege
und bringe dein Lachen
aus mir, zu dir zurück.
Weit, weit trägt es dich fort,
weiß, wo du schläfst und finde dich dort. :
M.Witzig
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#23

Beitrag von Gesch » So 5. Jul 2015, 15:57

Lieber Matthias,
Nähe oder Distanz - was will jemand, der Lieder schreibt? Sicher jeder seins. Ich denke beim Schreiben weniger ans Publikum, mehr an das, was da raus aus mir will und mich sonst nicht loslässt. Da gibts keine thematischen Schranken, keine Schere im Kopf - und am Ende ist dann etwas da. Nicht alles ist so, dass ich zufrieden bin, aber zumindest bin ich "entlastet", denn es ist raus.
Leicht machen will ich es niemandem, mach ich mir auch nicht. Schwer machen aber genauso wenig. Aber ich hab es nicht im Hinterkopf, um mich nicht dadurch zu bremsen, wenn ich etwas schreibe. Denn dadurch würde ich es mir unnötig schwer machen - und vielleicht ausbremsen.
Und natürlich steht doch als Wunsch bei jedem neuen Lied, wenn es dann geschrieben ist, damit "zu berühren", und zwar "unter der Haut". Auch das gelingt eben nicht immer. Aber gelegentlich ist ja gefühlt auch schon oft...
herzlich
Gerd
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Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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#24

Beitrag von Nicky » Mo 6. Jul 2015, 10:43

@ bardou: Das mit dem Kaffee machen wir auf jeden Fall noch. :-)
Doch in einem muss ich dich ein wenig korrigieren. Das Lied täuscht vielleicht ein bisschen, denn sooooo weit bin ich von meinen Anfängen, von denen Marc geschrieben hat noch gar nicht entfernt. ;-) Ich habe ja erst im letzten Jahr angefangen mit dem Schreiben und stehe mit sauberen Reimen, die sich nicht einfach nur reimen, sondern auch singbar sind absolut auf Kriegsfuss und freue mich immer über Nachhilfe :-) Auch mit den Melodien dazu bin ich nie so wirklich glücklich, was vermutlich daran liegt, dass ich vor nicht ganz fünf Jahren erst mit dem Gitarrespielen begonnen habe, und es mir bisher noch nicht so wirklich gelungen ist, über meine zwei Zupfmuster hinauszukommen… ;-) Aber wird schon noch…..wenn ich´s erstmal ensthafter in Angriff nehme… ;-)
Nachfolgend nun ein zweiter Text.

Einige von euch kennen den Text schon vom letzten LT. Unter dem Text nun die Geschichte dahinter.
Kleine Chance
So ganz alleine im Leben
denen, die dich erzeugten, egal
sie komm selber nicht klar, grad deswegen
sind sie zu dir auch manchmal brutal

du musst dich durchs Leben beißen
zehn Jahre alt und schon so groß
musst alleine den Haushalt schon schmeißen
was zu essen fällt nicht in den Schoß
wer wird für dich da sein
wer passt auf dich auf -
nütz deine kleine Chance
auf nen helleren Lebenslauf
niemand will, dass du ei'm auf den Nerv gehst
kriegst du Ritalin, dann bist du still
dass du damit dann nicht mehr du selbst bist
sieht und merkt keiner, weil's keiner will
Du bist viel zu ernst, um zu lachen -
vom Leben hast du's nicht gelernt.
Du weißt dir Ersatz zu verschaffen -
wie man klaut und sich schleunigst entfernt

wer wird für dich da sein
wer passt auf dich auf -
nütz deine kleine Chance
auf nen helleren Lebenslauf

du trägst alte und billige Kleidung
Geld für schönes ist einfach nicht da
Dass andere dich hänseln und mobben
Geht dir mehr als du zeigen willst nah

Du fragst, wo du herkommst - von unten?
ob denn andere wertvoller sind?
du willst doch nur so sein wie die andern
einfach nur auch ein glückliches Kind
Ich will für dich da sein
Ich pass auf dich auf -
nütz deine kleine Chance
auf nen helleren Lebenslauf
nütz deine kleine Chance
auf nen helleren Lebenslauf
Die Geschichte dazu:
2010 habe ich mich um eine ehrenamtliche Stelle als Mentor bei einer Organisation beworben, die sich um sozial vernachlässigte Kinder kümmert. Nach einem halben Jahr, dass ich mit Workshops, Kinderpsychologengesprächen, Mentorenaustauschprogrammen und durchleuchten meines Privatlebens verbracht hatte, (da fragt man sich, warum die Eltern der Kinder sowas nicht machen müssen) habe ich dann ein damals 9 Jähriges Mädchen zugeteilt bekommen. Es war und ist noch immer erschreckend, wenn man mitbekommt, wie solche Kinder teilweise in ihren Familien leben müssen. Und das mitten in Deutschland. Wobei die soziale Vernachlässigung vermutlich noch nicht mal halb so schlimm ist, wie die emotionale Vernachlässigung. Bei diesen Kindern muss man sich grundlegende Dinge wie z. B. Vertrauen hart erarbeiten, weil sie einfach zu oft schon enttäuscht wurden. Auch spielen, einfach mal rumalbern und es sich gut gehen lassen ist ein Fremdwort, müssen sie doch häufig genug sich um Haushalt, Schule und die eigenen Eltern kümmern, die sich mangels Arbeit und eigener Perspektivlosigkeit schon lange nicht mehr um ihre Kinder kümmern.
Was ich in den letzten Jahren in diesem Zusammenhang erlebt habe, könnte Bücher füllern…..
Aus dem kleinen verschüchterten Mädchen von damals ist mittlerweile ein ziemlich hübscher Teenager geworden, der versucht, so gut wie möglich im Leben zu stehen, die Schule gut abzuschließen um einmal ein ganz anderes Leben zu führen, als es die eigenen Eltern haben. Es besteht also noch Hoffnung……zumindest für ein paar dieser Kinder…..
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#25

Beitrag von Helmut » Mo 6. Jul 2015, 11:09

Liebe Nicky
Ich habe mein Berufsleben lang solche Kinder unterrichtet. Inhaltlich hast du das Problem gut getroffen.
Allerdings finde ich, dass der Text manchmal etwas unrund daher kommt. Wärst du ein Auto, würd ich dich auswuchten lassen.
Da merkt man dass es an Übung fehlt, die kommt aber sicher mit der Zeit.
Fazit: Weitermachen!!!!
:helmut:
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Carsten K
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#26

Beitrag von Carsten K » Mo 6. Jul 2015, 22:19

Liebe Nicole,
Dein zweiter Text berührt mich genau wie Dein erster. Das ist die Stärke Deiner Texte, dass Du das, was Dich ehrlich bewegt, so in Worte und Reime zu fassen vermagst, dass es mich (und andere offenbar auch) berührt. Und so etwas ist keine Selbstverständlichkeit sondern ein besonderes Talent! :-)
Und beim Lesen Deines Textes über die Kinder, mit denen Du gearbeitet hast, kam mir ein eigener Song über ein ähnliches Thema in den Sinn, der ziemlich krass ist, den ich bisher selten öffentlich gesungen habe (immerhin am Nachmiitag im Hof beim LT), den ich mich aber letzten Freitag dann auch bei einem Konzert in einer christlichen Gemeinde bei einem "Feuerabend" zu singen getraut habe. Ich wurde dafür nicht gesteinigt, im Gegenteil... Also lege ich jetzt hier auch mal nach... ;-)

Rappelkiste
Die Betreuer schließen sich ein in ihrem Zimmer
Und ich höre, wie sie über uns lachen
Komm' sie wieder raus, gebähren sie sich dann noch schlimmer
Denn dann tuen sie uns ständig überwachen
Dass wir uns're Zeit nicht so sinnenlos vergeuden
Mit Fernsehgucken oder am Computer
Ich glaube, die Betreuer, die könnten uns nicht leiden
Deshalb spiel ich, bis sie kommen, Ego-Shooter
Ene-Mene-Miste, es rappelt in der Kiste
Heute ist Bambule, und morgen wieder Schule
Ich las aber auch neulich heimlich in der Zeitung
Die meisten Heimerzieher sind verbittert
Ich glaub, sie haben Angst vor uns und recht erst vor der Leitung
Ich hab schon mal gesehn, wie einer zittert
Mein Vormund sagt dagegen, ich soll mich nicht aufregen
Und verhüten, mich mit ih'n zu streiten
Sollte ich was sagen, sollte ich mir überlegen
Sonst streicht er mir vielleicht die Süßigkeiten
Ene-Mene-Miste, ein Schuss, und wecke biste
Heute ist Bambule, und morgen wieder Schule
In der Schule bin ich Scheiße, ich bleib wahrscheinlich sitzen
Ich kann ja nicht mal richtig lesen schreiben
Ich komme in die Klapse, sollte ich mich nochmal ritzen
Oder sogar nochmal sitzenbleiben
Das geht mir gewalttätig mächtig auf die Eier
Wenn ich groß bin, kaufe ich mir eine Waffe
Das geht aber nur, sagen die Betreuer
Wenn ich auch den Hauptschulabschluss schaffe
Ene-Mene Miste, es rappelt in der Kiste
Morgen früh zur Schule, und übermorg'n Bambule
(... gibt es auch hier zu hören: http://www.carschti.com/Raucherklub/08-Rappelkiste.mp3)
Nun zur Geschichte:
2010 (arbeitsloser Pädagoge in Ostwestfalen) hospitierte ich in einer Evangelischen Großeinrichtung für eine Erzieherstelle in einer Wohngruppe für psychisch belastete Kinder (8-12 Jahre), die sich tatsächlich "Rappelkiste" nannte.
Ich bekam einen 10jährigen Jungen zugeteilt, um den ich mich kümmern sollte. Wir zogen los, und er zeigte mir alle Gebäude, die sich auf dem großen Gelände dieser Einrichtung befanden. Irgendwann waren wir wir am Zaun dieses großen Geländes, und in diesem Zaun war ein Loch, duch das wir beide durchpassten. Hinter dem Loch zeigte er mir eine Stelle an einem kleinen Bach, an die er sich offenbar gerne (heimlich) zurückzog, um seinen Phantasien nachzuhängen. Ich hatte offenbar sein Vertrauen gewollen, und er erzählte mir von den Elfen und Fabelwesen, die sich dort aufhielten, und ich hörte ihm fasziniert zu...Irgendwann ging's zurück, weil Abendbrot angesagt war, und nach dem wir das Loch im Zaun hinter uns hatten, warnte er mich: "Pass auf! Ab jetzt wird's wieder pädagogisch!" Eine Erzieherin empfing mich mit den Worten: "Na? Hat er dich ordentlich mit seinen Spinnereien zugetextet?" Beim Abendbrot wurde er gemaßregelt ohne Ende, jedenfalls ohne jede Wertschätzung behandelt. Bevor ich abends ging, fragte er mich, ob ich denn jetzt sein Betreuer werde, und ich antwortete, das wisse ich nich, das müsse das Team entscheiden... "Team kenne ich, die schließen sich in ihrem Zimmer ein und lachen über uns...", sagte er.
Ich habe diese Stelle nicht bekommen, aber meine Wut über diese mangelnde Wertschätzung von "Heimkindern" hat sich gerade durch diesen letzten Satz in meinem Hirn festgebrannt, zumal es ja auch die Zeit war, als die vielen Missbrauchsfälle in solchen Einrichtungen ans Licht kamen. 2011 dann dieser Song...
Liebe Grüße
Carschti
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)

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#27

Beitrag von Nicky » Di 7. Jul 2015, 10:36

@Carschti: Dein Lied und die Geschichte dazu zeigt mal wieder ganz deutlich auf, dass hier so einiges falsch läuft in diesem Land. Das einige Kinder auch heute noch maximal “verwahrt” oder “erzogen” werden. Keine Zeit mehr zum Phantasieren und Träumen…… Selbst in Einrichtungen, von denen man aufgrund der doch anwesenden “Pädagogen” etwas anderes erwarten könnte…..
Interessant finde ich, das mich ein Satz aus deiner Geschichte inspririert hat zu einem anderen Lied. Mal sehen, ob was draus wird……. :-)
In meinem nächsten Text, den ich hier in Freiheit entlassen will, kann man erkennen, das es auch ganz anders laufen kann mit den Erziehern, Pädagogen und Lehrern……
Vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass wir doch so einige Lehrer unter uns haben…..
Die Geschichte dazu dann unterm Text
Herr K.

Sein erster Tag vor unserer Klasse
nie vergess ich seinen Blick
Verlegen stand er vor der Tafel
erfüllt von Mathe und Physik

Was er sagte, das war spannend,
Keine Frage ihm zu schwer
Spaß und Ernst stets in der Waage
lernen wollt ich, immer mehr

Ob er ahnt, wie er mich prägte?
Mit allem was er damals tat?
All die Jahre in Gedanken
Fragte ich nach seinem Rat

Hat mit uns viel unternommen
Tanzen, Schlittschuh, Wandertag
Gelauscht den Sängern auf der Straße
Und Spaß gehabt auf Klassenfahrt

Sein Job war deutlich mehr als lehren
Er machte uns fürs Leben fit
Verständnisvoll - doch falls mal nötig,
Gab´s in den Hintern einen Tritt
Ob er ahnt, wie er mich prägte?
Mit allem was er damals tat?
All die Jahre in Gedanken
Fragte ich nach seinem Rat

Er begriff, dass ich verliebt war,
bremste mich auf seine Art
war behutsam, einzigartig –
Peinlichkeit blieb mir erspart

Wies ahnungslos mir meine Richtung
War bei vielem mit dabei
Wie er damals hör ich heute
Lieder gern von Reinhard Mey

Ob er ahnt, wie er mich prägte?
Mit allem was er damals tat?
All die Jahre in Gedanken
Fragte ich nach seinem Rat
Wie einst seh ihn manchmal vor mir
noch im gelben Pulli stehn
wünscht' ich könnt ihn noch so fragen
Wie damals schon in Klasse zehn….
Herr K. war mein Klassenlehrer. Einer von der Sorte, die man jedem Schüler einfach nur wünschen kann. Locker, witzig, cool aber auch durchsetzungsfähig, wenn nötig. Sein Unterricht war unglaublich gut und jeder mochte ihn gern.
Er hat mich damals so sehr beeinflusst, das ich mir heute -24 Jahre nach Ende meiner Schulzeit- bei ganz vielen Entscheidungen noch immer wünschen würde, seine Meinung dazu zu hören.
Eine andere Geschichte zu Herrn K ist, dass er mich - wenn auch nicht bewusst – zu euch geführt hat.
Er erzählte damals, das er Fan von Reinhard Mey wäre. Da ich ihn als 13 Jährige unglaublich toll fand und keine Ahnung hatte, was Reinhard Mey außer „über den Wolken“ sonst noch so gesungen hatte, ging ich in die Bücherhalle um mir Kassetten von ihm zu kaufen. Das konnte man dort damals für 10 Pfennig. Zwar alles schon ausgeleierte Exemplare aus den 70 ern und 80 ern, aber immerhin…..
Neben den Kassetten von Reinhard Mey stand damals eine von Klaus Hoffmann. Und so nahm dann meine Begeisterung für die Liedermacherei ihren Lauf…..
Alles Liebe
Nicole
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#28

Beitrag von Helmut » Di 7. Jul 2015, 11:12

Liebe Nicky
Wenn das dein jüngster Text ist, dann ist eine positive Entwicklung unverkennbar.
Sprache und Inhalt gefallen mir sehr gut.
Herzlich
Helmut
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#29

Beitrag von Gesch » Di 7. Jul 2015, 12:24

Da geht einem Lehrer das Herz auf, gell, lieber Helmut...
und der Text ohne Unwucht ist doch ne Wucht...
ist schon interessant, was so alles aus verborgenen oder versiegelten Schatzkästchen purzelt, oder welche Texten welchen Autoren aus welchen Gründen besonders nahe stehen oder gehen...
wirklich eine tolle Anregung, liebe Nicole, diesen Thread zu starten..
herzlich
Gerd
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Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
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#30

Beitrag von Helmut » Di 7. Jul 2015, 12:45

Ja, lieber Gerd
Ich fand es nach dem letzten Text absolut erstaunlich, wie elegant sie überall dort, wo Unwucht drohte, sie diese zu vermeiden verstand.
Wenn jetzt Nicky noch den Mut hätte, ihrem alten Lehrer den Text zu schicken, dann hätte er auf seine alten Tage noch eine Antwort darauf, weshalb er sich die Tretmühle so lange angetan hat.
Herzlich
Helmut
PS. Jubiläum, das war mein 1000. Beitrag!!!
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#31

Beitrag von Nicky » Di 7. Jul 2015, 12:50

Lieber Helmut,
Glückwunsch zum 1000. ;-)
Ich glaube, bis ich mich traue ihm diesen Text zu schicken, muß ich noch ´ne menge Mut zusammen hamstern.....
Wobei, vielleicht würd er sich ja wirklich freuen.... Hm....
Alles Liebe
Nicole
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#32

Beitrag von Gesch » Di 7. Jul 2015, 13:19

guck mal, lieber helmut,
noch was zur erwärmung des lehrer-herzes

herzlich
gerd
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#33

Beitrag von Helmut » Di 7. Jul 2015, 17:29

Lieber Gerd,
du erwartest aber hoffentlich nicht, dass ich wegen dieses Liedes auf meine alten Tage noch Französisch lerne.
Als einer, der eindeutig nicht für Sprachen begebt ist, habe ich mich schon in meiner Schulzeit gegen Französich entschieden.
Vielleicht mag es ja eines unserer frankophilen Mitglieder für mich übersetzen.
Herzlich
Helmut
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#34

Beitrag von Helmut » Di 7. Jul 2015, 17:39

Liebe Nicky
Da im Beruf als Lehrer nie alles glatt verläuft und man oft mit einer Situation unzufrieden ist, freut einen eine derartige Rückmeldung nach Jahren ungemein. Trau dich!!
Oder gib mir seine Daten, dann schicke ich ihm das Lied, ohne deinen Namen zu nennen.
Herzlich
Helmut
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#35

Beitrag von Carsten K » Di 7. Jul 2015, 18:54

Lieber Helmut,
auch von mir nachträglich Herzlichen Glückwunsch zum 1000sten! :-) Aber Du bist ja mittlerweile schon wieder weiter... ;-)
Liebe Nicole,
ein positives Lied über einen Lehrer, den man selbst hatte, das ist schon ungewöhnlich. Normalerweise ist diese Berufsgruppe ja nicht gerade besonders beliebt, und erst recht nicht bei Schülern.
Ich muss aber gestehen, dass es auch bei mir selbst zwei äußerst positive Beispiele gab. 1) Meine Klassen- und Deutschlehrerin in der 9. und 10. Klasse, die mich sehr darin bestärkt und ermutig hat, eigne Texte zu schreiben, und zwar nicht nur für den Unterricht... (Zum Glück war ich vorher sitzengeblieben, und ich wäre nicht in ihrer Klasse gelandet...) 2) Mein Literaturlehrer in den Jahrgangsstufen 12 und 13, in dessen Unterricht Literatur nicht nur analysiert, sondern auch selbst produziert haben. Durch seinen Unterricht habe ich damals angefangen, neben meinen Liedtexten auch Kurzgeschtichten zu schreiben.
Liebe Lehrerinnen und Lehrer hier, die Ihr selbst kreativ seid,
habt Ihr Eure Erfahrungen auf der anderen Seite des Pults schon mal thematisiert?
Mir fällt spontan nur Melvin Haacks (Schnaps im Silbersee) "Ich bin jetzt Referendar" ein: ... Toller Song, aber nicht gerade ein Anreiz selbst den Lehrerbreruf zu ergreifen, oder? ;-)
Gibt es hier Lehrerinnen oder Lehrer, die ihren Beruf richtig gerne ausüben, dies als ihren Traumberuf sehen?
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#36

Beitrag von Gesch » Mi 8. Jul 2015, 13:41

also, lieber carschti, wenn ich die ausbleibenden antworten auf deine letzte frage richtig deute, kann von "traumberuf lehrer" wohl nicht mehr ausgegangen werden... oder gibts übers lehrerdasein nur hier im forum keine begeisterung???
herzlich
gerd
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Marc
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#37

Beitrag von Marc » Mi 8. Jul 2015, 16:45

Ihr Lieben,

Gesch schrieb:
also, lieber carschti, wenn ich die ausbleibenden antworten auf deine letzte frage richtig deute, kann von "traumberuf lehrer" wohl nicht mehr ausgegangen werden... oder gibts übers lehrerdasein nur hier im forum keine begeisterung???

Man spürt, dass das Forum zunehmend aus Rentnern besteht... - ihr müsst uns Lehrern schon etwas Zeit lassen, um zu antworten! ;-)
Ob ich meinen Beruf richtig gern ausübe? Heute war es mein Traumberuf. Gestern auch. Am Montag - na ja, fast. Kein schlechter Schnitt für diese Woche, finde ich. Ich freue mich jedenfalls schon auf morgen...
Lieben Gruß aus Hannover!
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

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#38

Beitrag von Helmut » Mi 8. Jul 2015, 17:23

Muss ich mich doch äußern?
Eigentlich wollte ich das nicht, nachdem die letzten beiden Jahre so waren, dass ich mir sagte, dass ich da raus muss, bevor ich kaputt gehe.
Inzwischen habe ich mich von allem getrennt, was mit meinem Beruf zusammenhängt, auch von guten und schlechten Erinnerungen. Nur noch ganz selten träume ich davon.
Es gab Zeiten, da bezeichnete ich meinen Arbeitsplatz mit "Sechser mit Zusatzzahl"
Ich kann kein objektives Urteil abgeben.
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#39

Beitrag von Carsten K » Mi 8. Jul 2015, 21:25

@ Marc, Helmut
Danke für Eure Antworten! :-)
Ich finde, Ihr habt es beide gut auf den Punkt gebracht: "Traumberuf" bedeutet natürlich nicht, dass man jeden Tag gleich gern zur Arbeit geht.
Ich habe mehrere Lehrer in meinem Bekanntenkreis, die gerne unterrichten und sich mit ihren Schülern befassen. die sich sich mehr engagieren, als sie eigentlich müssten, Projekte wie Theater-AGs, Schulbands ö. ä. ins Leben rufen, dabei aber immer wieder von der Schulleitung bzw. dem bürokratischen Regelwerk, das einen Schulbetrieb ja auch umgibt, Steine in den Weg gelegt bekommen, und das frustriert auf Dauer natürlich jeden noch so engagierten Lehrer.
Meine bereits erwähnte Klassenlehrerin hat, nachdem wir die 10. Klasse hinter uns gebracht hatten, genau deswegen ihre sichere Beamtenstelle in NRW gekündigt und und ist nach Berlin gegangen, wo sie im Rahmen eines sozialen Projekts in Kreuzberg türkischstämmigen Kindern Nachhillfeunterricht gegeben hat. Vor etwas über 10 Jahren war sie (bekennende Buddhistin) dann bundesweit die erste Lehrerin, die an einem Berliner Gymnasium buddhistischen Religionsunterricht geggeben hat... Sie hatte die Pfade der üblichen Lehrer-Laufbahn zwar früh verlassen, aber sie ist Zeit ihres Berufslebens immer Lehrerin aus Überzeugung geblieben.
@ Helmut
Dass man nachts von der Arbeit träumt, scheint mir für den Lehrerberuf ebenso typisch zu sein wie für meinen Beruf im sozialen Bereich. Einerseits zeigt es, wie sehr man in seiner Arbeit engagiert ist, andererseits macht es einen auf Dauer aber auch krank, wenn es einem nicht gelingt, den (Traum)beruf aus seinem Privatleben herauszuhalten. Ich freue mich, dass Du jetzt, wo Du im Ruhestand bist, nur noch ganz selten von Deiner Arbei als Lehrer traümst! :hutzieh:
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)

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Nicky
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Eure Lieder und die Geschichten dahinter

#40

Beitrag von Nicky » Do 16. Jul 2015, 09:27

Ihr Lieben,
dann entlasse ich doch mal wieder ein Lied in die Freiheit… ;-)
@ Helmut: Die Lieder, die ich hier reinstelle sind nicht in der Reihenfolge, wie ich sie geschrieben habe. Die Verbesserung aus deiner Sicht bei dem letzten Lied war somit nur Zufall… ;-)
Du hast mich übrigens überzeugt. Ich werde „Herr K.“ nochmal sauber aufnehmen und ihm zukommen lassen…..in der Hoffnung, dass er mir kein schlechtes Zeugnis schreibt oder ich sitzenbleibe…. ;-)
Nun das nächste……
Niemals Nummer eins

Schon in der Schule fing es an
Dritte Klasse – Krippenspiel
Ein Weihnachtsengel wollt ich sein
Schon da verlangte ich zuviel
Die Klassenschönheit wurd` es dann
Mit goldnen Haaren – wunderschön
Für mich blieb nur ein Nebenplatz
Als Schäfchen war ich dort zu seh´n

Ich wär so gerne auch mal dran
Doch im Weg liegt stets ein Stein
Bleib neben anderen unsichtbar
Würd gern doch auch mal erste sein

Danach im Job soviel getan
Jahrelang so sehr bemüht
Den Job der anderen mitgemacht
Und Hoffnung, dass es einer sieht
Doch der Kollege war es dann
Der eine Stufe höher stieg
Als kleines Licht blieb ich zurück
Auch hier errang ich keinen Sieg
Ich wär so gerne auch mal dran
Doch im Weg liegt stets ein Stein
Bleib neben anderen unsichtbar
Würd gern doch auch mal erste sein
Der Mann, den ich so sehr geliebt
Er hat mich leider nicht begehrt
Wär für ihn durch die Glut gerannt
Hab mich doch so nach ihm verzehrt
Geheiratet hätt ich ihn gern
Doch eine andere sollt es sein
Nur eine Freundin war ich ihm
Und blieb doch wieder ganz allein

Ich wär so gerne auch mal dran
Doch im Weg liegt stets ein Stein
Bleib neben anderen unsichtbar
Würd gern doch auch mal erste sein
Musik ist meine Leidenschaft
Doch hab auch dafür kein Talent
Schrieb nächtelang an einem Lied
Das bis heut noch niemand kennt
Mir blieb der Platz im Publikum
Hör anderen Sängern eben zu
Auch das hab ich nicht hingekriegt
Lass mich mit der Musik in Ruh

Ich wär so gerne auch mal dran
Doch im Weg liegt stets ein Stein
Bleib neben anderen unsichtbar
Würd gern doch auch mal erste sein
So wird’s dann wohl auch weiter gehn
Die ewig zweite werd´ ich sein
Doch kann auch der stete Sieger
Ohne mich nicht erster sein
Einen Freund, kann jeder brauchen
Und auch Publikum ist schön
Ein kleines Licht, dass leuchtet dir
Und nachts kannst du die Schäfchen zähl´n

Bei einem Besuch bei meiner Familie im letzten Jahr wurde mal wieder die große Fotokiste rausgekramt (gibt es wegen digitaler Technik ja heute leider kaum noch) und in der Vergangenheit rumgestöbert. Zu meinem Entsetzen fand ich dort auch ein Foto, das mich bei einem Krippenspiel in der dritten Klasse zeigt und alte Wunden wurden wieder aufgerissen… ;-)
Wie gerne wäre ich der Weihnachtsengel geworden……ein Kindheitstrauma als Schaf zu enden….. ;-) und so begann das kleine Resümee über mein Leben als ständig zweite….was ich aber durchaus mit einem Augenzwinkern sehe…
Alles Liebe
Nicole
Dieser Beitrag enthält 531 Wörter


...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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