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Was ist das Liedertreffen?

(Diese Antwort wurde 11919 x gelesen)

Ursprünglich war es ein Treffen von RM-Freunden, die sich im Internet kennengelernt hatten, und die sich gerne einmal persönlich treffen wollten. Es fand sich ein ganz Mutiger (das war Wolfgang = Ikarus mit seiner Frau Cordula), der die Sache in die Hand genommen hat und das Wagnis eingegangen ist, diese vielen 'fremden Leute' zu sich nach Hause einzuladen. Die Teilnehmer waren nach dem ersten Treffen so davon erfüllt und begeistert, dass es klar war, dass das wiederholt werden musste. Inzwischen ist es also schon eine kleine Tradition geworden, und man freut sich bereits beim Abschied auf das nächste Mal.

Und was wird da gemacht? Nun, natürlich ist es schön, die Menschen, die man aus dem Chat und dem Forum kennt, einmal zu treffen. Dazu kommt aber, dass viele dabei sind, die sich trauen, am Samstag Abend im Rahmen eines Konzertes aufzutreten, Gitarre (oder auch ein anderes Instrument) zu spielen und zu singen. Wer nicht singen und kein Instrument spielen kann, ist trotzdem gerne gesehen, denn was wären die Künstler ohne Publikum. Es werden mittlerweile aber nicht nur Lieder von Reinhard Mey gesungen, sondern jede/r hat Gelegenheit, auch Lieder von anderen Liedermachern oder gar eigene Lieder vorzustellen/vorzutragen.

Jeder Neue ist willkommen und wer es einrichten kann, sollte es nicht versäumen, an diesem Ereignis teilzunehmen.

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Diese Erklärung stammt von der Administratorin Petra :-)


39 Kommentar(e) FAQ drucken FAQ einsenden

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 Von verhungernden Barden, LTs und heißen Diskussionen
Es ist ja jammerschade, dass ich diese Diskussion der letzten Tage verpasst habe. War einfach zu sehr beschäftigt. Richtig was los hier.

Wollte nur folgendes bemerken:

1. Ich habe sehr viel Schulden an der Backe.
2. Ich komme sehr gerne zum LT
3. Ich habe drei Anfragen (bezahlte Auftritte)wegen meiner Teilnahme am LT abgelehnt
4. Ich nenne mich auch Barde - hoffe aber sehr, nicht in Sippenhaft genommen zu werden *grins*

Es grüßt der Barde (Michael Nr. X)
Barde     geschrieben: 30.04.2005 01:11  aktualisiert: 30.04.2005 01:12

 Ich bremse auch für Barden
Hallo alle,
möchte einige Anmerkungen machen:

Zunächst mal weiß ich nicht, was eigentlich an einem "gut betuchten Wohlstandsbauch" so schlimm sein soll. Hier wird teilweise so getan, als sei das die Begegnung mit dem Leibhaftigen.
Der gesellschaftliche und systembedingte Skandal ist wohl, dass nicht alle die Chance auf einen GBWB haben - aber das ist eine andere Baustelle.
Das berechtigt m. E. aber nicht zu solch einer Schwarz-Weiß-Malerei, wie sie auch gerade aktuell im Mieter/Vermieter-Kontext aufgetaucht ist.

Es gibt in diesem Lande eine Menge GBWBs, die mit ihrem Geld und ihren Kontakten die Künste und die Kulturschaffenden unterstützen. Ohne die zahlreichen Kulturstiftungen beispielsweise, in die Menschen oft ihr gesamtes Vermögen, Erbe etc. (wir lassen mal außen vor, wie das Kapital erwirtschaftet wurde) einbringen und nicht selten auch Newcomern Startchancen geben, wäre die Kulturlandschaft noch ärmer dran.

Ich möchte daran erinnern, dass es bereits zu Lebzeiten des Vaters der fahrenden Spielmänner und Vaganten Francois Villon im 15. Jahrhundert gang und gäbe war, dass GBWBs an ihren Fürstenhöfen und Burgen Sängerwettstreite veranstalteten und damit den Künstlern ein Auskommen sicherten. Auch und gerade die keltischen und irischen Barden hatten immer eine sehr enge Verbindung zum Geldadel.

So ist wohl nicht davon auszugehen, dass der Barde, dessen Gebeine samt Leier im Jahre 1988 in der Bretagne gefunden wurden, an berufsbedingtem Hunger oder an Auszehrung gestorben ist. Vielleicht hat er einfach zu schlecht gespielt oder sich auf dem Weg zu einem LT verlaufen.

Meine Erfahrung aus mehr als 25 Jahren aktiver Beschäftigung mit und in der Kunst- und Kulturszene ist jedenfalls die, dass ich niemanden kenne, der/die nicht zuweilen in irgendeiner Form von GBWBs profitiert hat. So what?

Und an Holger:
Akzeptier doch einfach mal, dass hier wohl 1 Ereignis und 1 Protagonist nicht kompatibel sind. Ist doch völlig okay, wenn du deine Gründe hast, nicht zum LT kommen, meines Wissens hat dich auch niemand auf Knien darum gebeten.

Du hättest deine Antwort auf die Einladung bequem in einem handelsüblichen sms-Format rüberbringen können, stattdessen machst du ein Fass mit merkwürdig riechenden Ingredienzien auf, das so überflüssig ist wie ein Überbein und darüber hinaus den armen Migoe an den Rand seines Webspace bringt.

Also verschon uns doch einfach mit dieser Haltung, du seiest der lang ersehnte Erretter dieses Boards und der Liedermacherei überhaupt.

Verschone uns bitte auch mit diesem Bardenmärchen, Musiker seien die besten, arbeitsamsten und zugleich vom Leben meist gestraften Individuen unter Gottes oder irgendjemandes Sonne.

Deine Aussage, dass Menschen "in bürgerlichen Jobs ihre Kohle mehr oder weniger locker verdienen" (womit du vornehm umschreibst, dass alles, was nicht klampft, auf der faulen Haut liegt) zeigt, dass du offensichtlich keinerlei Kontakte zur Außenwelt besitzt und infolge dessen dein Realitätsverlust rapide Züge angenommen hat.

Und noch was: Mit den wertenden Bezeichnungen "Amateur" und "Profi" wäre ich an deiner Stelle vorsichtiger - auf diesen Seiten ist mehr musikalischer Sachverstand versammelt, als du denkst.

Und was das spielerische anbelangt, kann ich dir gern mal meinen Fliesenleger zum Jammen vorbeischicken - da musst du dich aber warm anziehen.

Also, wenn du die Zeit, die du hier sinnlos verpostet hast, mit deinem Instrument auf der Straße zugebracht hättest, wär das Geld für Wien längst zusammen.

Mensch, Holger, geh endlich spielen!!!

*zodiak*

…der auch weiterhin für Barden zwischen Garmisch und Partenkirchen bremst
und ansonsten hofft, dass dieser Thread bald ein Ende nehmen möge.
zodiak     geschrieben: 20.04.2005 03:08  aktualisiert: 20.04.2005 03:08

 Re: Ich bremse auch für Barden


Manno Zodiak,

mit deiner Überschrift aus du mir das erste Lachen des Tages auf die Lippen gezaubert. Danke schön!

Zwischen Garmisch und Partenkirchen wirst du allerdings nicht viel Gelegenheit zum bremsen haben. Ich war zwar schon ein paar Jährchen nicht mehr dort, aber zwischen den beiden zwangsverheirateten Ortsteilen gibt es keinen Raum mehr .


Zitat:
So ist wohl nicht davon auszugehen, dass der Barde, dessen Gebeine samt Leier im Jahre 1988 in der Bretagne gefunden wurden, an berufsbedingtem Hunger oder an Auszehrung gestorben ist. Vielleicht hat er einfach zu schlecht gespielt oder sich auf dem Weg zu einem LT verlaufen.


Oder es war "Assurancetourix", auf deutsch "Troubadix" und sie haben damals die Drohung wahr gemacht: Du wirst nicht singen!

Schönen Tag noch

Marianne
fille     geschrieben: 20.04.2005 08:07  aktualisiert: 20.04.2005 08:10

 Re: Ich bremse auch für Barden
Guten Morgen!

@migoe
Vielen Dank für deine weisen Worte.

@zodiak
Vielen Dank für deine weisen Worte.

Liebe Grüsse

Diana

... die noch klarstellen möchte, dass sie nicht "in Immobilien macht", sondern lediglich ein einzelnes über 100 Jahre altes Miethaus verwaltet. Das meine Familie lieber verkaufen würde, wenn es doch nur jemand nähme und das sich gerade so selber trägt. Und Hausverwaltung ist eine Sch*** Arbeit und war leider nie mein Hobby...
Diana     geschrieben: 20.04.2005 09:11  aktualisiert: 20.04.2005 09:11

 Re: Ich bremse auch für Barden
Moin Zodiak,

schön zu sehen, daß sich da jemand auch ein bißchen weitreichender mit der Geschichte auskennt.

Zitat:
Zunächst mal weiß ich nicht, was eigentlich an einem "gut betuchten Wohlstandsbauch" so schlimm sein soll. Hier wird teilweise so getan, als sei das die Begegnung mit dem Leibhaftigen.


An sich nichts Schlimmes. Schlimm finde ich es aber, wenn zahlende Konzertbesucher pauschal und in herabwürdigender Absicht so diffamiert werden, dabei impliziert wird, daß nur solche sich ein Eintrittsgeld würden leisten können. Dem ist nicht so. Es ist eine Frage, was es einem Wert ist. Wer sich lieber zwei Bier kauft, dem sei das unbenommen. Deswegen ist der, der für das Geld lieber in ein Konzert geht, aber noch lange kein "GBWB".

Zitat:
Ich möchte daran erinnern, dass es bereits zu Lebzeiten des Vaters der fahrenden Spielmänner und Vaganten Francois Villon im 15. Jahrhundert gang und gäbe war, dass GBWBs an ihren Fürstenhöfen und Burgen Sängerwettstreite veranstalteten und damit den Künstlern ein Auskommen sicherten. Auch und gerade die keltischen und irischen Barden hatten immer eine sehr enge Verbindung zum Geldadel.


Nun, das mit dem "Vater" lassen wir mal. Er war der Abkömmling einer jahrhunderte oder gar -tausende alten Kultursparte, der als einer der ersten auch gedruckt werden konnte.

Ansonsten gebe ich Dir völlig recht. Vielleicht weißt Du dann auch, daß diese Barden tatsächlich einen Anspruch geltend machen konnten auf Passage, Kost und Logis. Das hatte gewissermaßen strukturpolitische Gründe. Sie konnten einigen überlieferten Geschichten zufolge sehr böse werden, wenn man es ihnen verweigerte.

Um hier gleich vorzugreifen: ich bin keineswegs böse ob des LT-Grundtenors. Schließlich muß ich ja tatsächlich nicht kommen. Wenn aber, dann erhebe ich diesen Minimalanspruch. Das wollte ich eigentlich nur zum Ausdruck bringen und das paßt tatsächlich in eine einzige SMS.

Die Wellen, die daraufhin mehr und mehr hochgeschlagen sind, haben gezeigt, daß diese "SMS" an grundsätzlichen Fragen rührte, die einmal zur Sprache zu bringen und auszudiskutieren gewiß nicht verkehrt ist.

Zitat:
So ist wohl nicht davon auszugehen, dass der Barde, dessen Gebeine samt Leier im Jahre 1988 in der Bretagne gefunden wurden, an berufsbedingtem Hunger oder an Auszehrung gestorben ist. Vielleicht hat er einfach zu schlecht gespielt oder sich auf dem Weg zu einem LT verlaufen.


...oder er hat versucht, eine Ode zu singen...

Zitat:
Verschone uns bitte auch mit diesem Bardenmärchen, Musiker seien die besten, arbeitsamsten und zugleich vom Leben meist gestraften Individuen unter Gottes oder irgendjemandes Sonne.


Ein solches Märchen habe ich auch nicht erzählt. Diejenigen, die ihren Job ernst nehmen, "gehören"(!) zu den am schwersten arbeitenden und am schlechtesten verdienenden Menschen - vor allem gemessen an den oft abenteuerlichen Summen für Equipment, Instrumente, Unterrichtsmittel und sonstiges "Lehrgeld", mit denen sie erst mal Jahre oder gar Jahrzehnte in Vorleistung gehen müssen. Die wenigsten scheitern, die meisten geben auf und ziehen sich in die Hobbykeller zurück, aus denen sie angeblich kommen. Andersrum wird halt ein Schuh daraus.

Zitat:
Und noch was: Mit den wertenden Bezeichnungen "Amateur" und "Profi" wäre ich an deiner Stelle vorsichtiger - auf diesen Seiten ist mehr musikalischer Sachverstand versammelt, als du denkst.


Woher willst Du wissen, was ich denke? Ich weiß sehr wohl, wer hier bescheid weiß und wer nur besser weiß.

Ich weiß auch, daß "Amateur" eigentlich "Liebhaber" heißt und keineswegs abwertend gemeint ist oder sein sollte. Ich freue mich über jeden "Amateur", der sich mit Hingabe der Musik und damit seiner "Liebhaberei" widmet, die er aber halt ohne "professionellen" Anspruch betreibt.

Das ist kein Makel. Vom Können her gibt es eine Menge "Amateure", denen so mancher "Profi" das Wasser nicht reichen kann. Für den gelten nämlich noch ganz andere Qualitäten wie Durchhaltevermögen, Leidensfähigkeit, Frustresistenz, Zuverlässigkeit, Branchenkenntnis usw.

Mit sog. "Profis" ist das nämlich schon etwas kniffliger. Für die einen ist "Profi" fast schon ein Schimpfwort für Leute, die es wagen, für das Frönen ihres vermeintlichen "Hobbies" auch noch Geld haben zu wollen, für wieder andere ist "Profi" ein Synonym für einen harten Verhandlungspartner, und für Bühnen- und Studiotechniker gilt der als "Profi", mit dem man wenig Arbeit hat, weil er sich auskennt, jeder Handgriff sitzt , er dabei einen guten Job abliefert und vor allem zuverlässig ist. Bei denen sind "Amateure" gefürchtet, weil sie viel Arbeit machen und rumzicken (nicht alle natürlich). Naja - und dann steht "Profi" auch noch als Abkürzung für "Profi-Killer", aber das ist dann wohl doch eine ganz andere Szene...

Zitat:
Und was das spielerische anbelangt, kann ich dir gern mal meinen Fliesenleger zum Jammen vorbeischicken - da musst du dich aber warm anziehen.


Daß meine guitarristischen Fähigkeiten eher im Mittelmaß anzusiedeln sind und so mancher "Amateur" mich da um Längen schlägt, ist mir durchaus bewußt.

Mein Freund Uwe ist gelernter Maler. Früher haben wir oft und gerne gejammt, denn er ist einer der genialsten Bassisten, die ich kenne. Leider hat er jetzt keine Zeit mehr, weil er fast dauernd mit der Al Jones Bluesband auf Tour ist.

Von "Beruf" war er immer schon Bassist. Maler hat er gelernt, um sich erst mal durchzubringen und hatte das Glück, einen (Maler-) Meister zu haben, der ihn durch die Anstellung eher gefördert als beschäftigt hat. Jetzt - nach über 20 Jahren - nährt ihn sein Beruf endlich. Hobby hat er keines, weil er gar keine Zeit dafür hat und nie hatte.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 20.04.2005 11:40  aktualisiert: 30.04.2005 01:17

 Alles ist gut!
Liebe Freunde,

mittlerweile sind alle Argumente ausgetauscht, die "Fronten" sind klar und keine Meinung wurde zurückgehalten.

Ich glaube, jetzt können keine ehrlich gemeinten Klarheit bringenden Beiträge mehr kommen. Deshalb bitte ich alle Teilnehmer dieser Diskussion sehr genau zu überlegen, ob weitere Beiträge notwendig und förderlich sind.

Natürlich möchte ich niemandem den Mund verbieten. Ich frage mich aber, ob noch irgendwer glaubt jetzt noch einen gewinnbringenden Beitrag verfassen zu können.

Ich für meinen Teil habe eine ganz gute und klare Vorstellung davon was das Liedertreffen darstellen soll - und ich war (leider) auch noch nicht dabei. Die Erklärung, die von Petra stammt ist ausreichend, klar und verständlich und sollte nun auch so von Dir lieber Holger akzeptiert werden.

Ich verstehe das hier mittlerweile als leicht zu durchschauende platte Provokation, die nicht wirklich eine ernstgemeinte Meinungsäußerung mehr darstellt. Wer dies so tut darf sich nicht wundern, wenn er sich die Wege zu ernsthaften und respektvollen Gesprächen für die Zukunft mit den anderen Besuchern des Forum verbaut.

migoe
migoe     geschrieben: 20.04.2005 00:02  aktualisiert: 20.04.2005 00:02

 Der Hase im Pfeffer
Moin.

Daß ich mich mit meiner Stellungnahme dem Vorwurf der Arroganz aussetzen würde, war mir klar. Im Raum stehen lassen kann ich sie aber nicht.

Nachdem ich von mehreren hier persönlich eingeladen wurde, war es mir wichtig, meinen Standpunkt klarzumachen. Und der ist - wie ich meine - ganz und gar nicht "arrogant". Provozierend ja - und das bewußt. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn Ihr das Treffen als reines Privatvergnügen betrachtet und behandelt. Aber ich habe einfach keinen Grund, zu Eurem Privatvergnügen 600 km weit zu fahren und auch noch selbst für alles aufzukommen.

Ich habe aber sehr wohl einen Grund, der dagegen spricht, und das ist schlicht und ergreifend Solidarität mit Kollegen, von denen die meisten mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Ich selbst gehöre da noch zu den privilegierteren, weil ich einen schlecht bezahlten, aber gut abgesicherten Job habe, der mir die nötige Freiheit läßt, unter vielen Entbehrungen den freiwillig gewählten Lebensweg der Liederkunst zu gehen.

Andere arbeiten wie die Ochsen und schaffen's kaum ans Existenzminimum heran. Und da sagt Ihr: "Wir sind alle gleich und wer nicht ebenso bezahlt wie wir ist ein arrogantes Arschloch".

Nein liebe Freunde. Wir sind weder "gleich" noch "gleichberechtigt". In Deutschland als Liedermacher, Barde oder wie immer ernsthaft im Dienst der Kunst tätig sein zu wollen, kommt der fast sicheren Garantie gleich, ein Leben am Rande des sozialen Abseits zu führen. Wer diesen Weg gehen will, muß dafür sehr sehr viel opfern und zu Entbehrungen bereit sein.

Und wer sagt, daß niemand sich mehr zu singen traut, wenn unsereiner was zum Besten gibt? Ich will die Bereitschaft dazu im Gegenteil fördern und Adepten ermutigen, weil hierzulande eben viel zu wenig gesungen wird, was sich in Geisteshaltung und Intelligenz niederschlägt (kein Witz. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen darüber).

Bei den Russen, von denen ich erzählt habe, kann fast jeder singen. Warum? Weil sie's halt einfach tun und ich der letzte wäre, sie davon abhalten zu wollen. Was ist das nur für eine deutsche Krankheit, daß fast jeder behauptet, nicht singen zu können und es gar nicht erst versucht? Wenn Du zwanzig Jahre im Rollstuhl gesessen hast, kannst Du schließlich auch nicht aufspringen und 1000 Meter laufen.

Euch würde ich auch gerne ermutigen und unterstützen, aber das mindeste ist - wie seit altersher - Kost, Logis und Reise (geht auch bargeldlos). Mein Lehrgeld habe ich längst bezahlt. Ich muß nicht noch drauflegen.

So und nun überlegt Euch mal, ob der Vorwurf der Arroganz nicht eher auf die zutrifft, die abwertend von "gut betuchten Wohlstandsbäuchen" reden, vor denen ich angeblich ein öffentliches Konzert geben will. Das Gros meines Publikums sind alles andere als das und ich werte diese überaus arrogante Aussage als Beleidigung dieses Publikums. Aus Sprüchen wie diesem spricht nichts als der blanke Neid.

Ich habe Euch von dem Bardenklub erzählt, weil die einen ganz guten, gangbaren und allen dienlichen Weg gehen, wie sich "Profis" und "Amateure" gegenseitig anspornen und bestens miteinander auskommen können. Da wird gleichzeitig Nachwuchs gefördert und Reisenden ein Forum geboten, die die Veranstaltung "professionell" aufwerten. Mit so einem Konzept ist allen - und vor allem der Kunst - gedient.

Ich verstehe das als Anregung. Die unterstütze ich gerne bei ihren Bemühungen und die unterstützen mich. So etwas würde das Liedertreffen auch für jemanden wie mich interessant machen. Man kann auch mit wenig viel erreichen, aber dazu muß ein Wille da sein - ohne den gibts bekanntlich auch keinen Weg.

Wenn Ihr auf Amateure festgelegt bleiben wollt, sei Euch das unbenommen. Dann sollte das aber jeder wissen, der sich ernsthaft der Liedermacherey verschrieben hat und sich keinen falschen Hoffnungen hingeben.

Ich denke derweilen ganz "arrogant" an die vielen Kollegen, denen Ihr kalt lächelnd zuguckt, wie sie am Hungertuch nagen, während Ihr auf das nächste Reinhard Mey Konzert spart.

Denkt mal über diesen Standpunkt nach und kommt mal ein bißchen aus Eurer Selbstgefälligkeit heraus. Mit dem Vorwurf der Arroganz kann ich gut leben. Man sagt das Sängern komischerweise ganz gerne nach.

Tut mir leid, wenn's nix wird. Aber vielleicht kommt der Eine oder andere durch die Diskussion zum Überdenken seines Standpunkts. Wer Interesse hat, mich kennenzulernen, wird über kurz oder lang schon eine Gelegenheit dazu finden. Wer nicht, den möchte ich mit meiner Bekanntschaft nicht belästigen.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 18.04.2005 18:54  aktualisiert: 18.04.2005 18:54

 Re: Der Hase im Pfeffer
Hallo Holger!

Zitat:
Ich selbst gehöre da noch zu den privilegierteren, weil ich einen schlecht bezahlten, aber gut abgesicherten Job habe, der mir die nötige Freiheit läßt, unter vielen Entbehrungen den freiwillig gewählten Lebensweg der Liederkunst zu gehen.


Aha. Du verdienst also deine Kohle auch ganz leicht mit einem bürgerlichen Job!? So in der Art hattest du dich doch in deinem ersten Beitrag ausgedrückt, nicht wahr?!

Zitat:
Nein liebe Freunde. Wir sind weder "gleich" noch "gleichberechtigt". In Deutschland als Liedermacher, Barde oder wie immer ernsthaft im Dienst der Kunst tätig sein zu wollen, kommt der fast sicheren Garantie gleich, ein Leben am Rande des sozialen Abseits zu führen. Wer diesen Weg gehen will, muß dafür sehr sehr viel opfern und zu Entbehrungen bereit sein.


Damit magst du ja Recht haben, das will ich überhaupt nicht bestreiten. Erstaunlich finde ich allerdings, dass du glaubst, Liedermacher seien die einzigen Menschen, die unter solchen Bedingungen leben... ich bin z.B. schon recht lange selbständig, da muss man auch ganz gut ackern und erhält kargen Lohn dafür. Und es gibt sicherlich viele, die in einem "bürgerlichen Beruf" ihre Kohle mit weit härterer Arbeit verdienen müssen, als diejenigen, die wie die meisten Künstler ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Du klingst fast so, als wäre es nur Arbeit und nicht auch manchmal ein Vergnügen.

Zitat:
So und nun überlegt Euch mal, ob der Vorwurf der Arroganz nicht eher auf die zutrifft, die abwertend von "gut betuchten Wohlstandsbäuchen" reden, vor denen ich angeblich ein öffentliches Konzert geben will. Das Gros meines Publikums sind alles andere als das und ich werte diese überaus arrogante Aussage als Beleidigung dieses Publikums. Aus Sprüchen wie diesem spricht nichts als der blanke Neid.


Ähem... *räusper* Petra kann mich ja gerne korrigieren, aber ich bin ziemlich sicher, sie hat da einfach dich zitiert, vielleicht nicht ganz wörtlich, aber sowas in der Art hast du ja nun mehrfach in den Raum gestellt. Ja, diese deine Aussage war arrogant und ja, du hast das Publikum damit beleidigt, da will ich dir unumwunden Recht geben.

Zitat:
Wenn Ihr auf Amateure festgelegt bleiben wollt, sei Euch das unbenommen. Dann sollte das aber jeder wissen, der sich ernsthaft der Liedermacherey verschrieben hat und sich keinen falschen Hoffnungen hingeben.


Ich bin sicher, dass unser Liedertreffen immer sehr schön werden wird, auch wenn "nur" Amateure dort auftreten. Jedenfalls können wir ganz bestimmt auf Menschen verzichten, die sich für etwas besseres halten als andere... okay, ich korrigiere mich: ICH kann darauf verzichten.

Mögest du ein für dich passendes WE Ende Mai verbringen.

Diana
Diana     geschrieben: 18.04.2005 19:59  aktualisiert: 18.04.2005 19:59

 Re: Der Hase im Pfeffer
Zitat:
Aha. Du verdienst also deine Kohle auch ganz leicht mit einem bürgerlichen Job!? So in der Art hattest du dich doch in deinem ersten Beitrag ausgedrückt, nicht wahr?!

Nein. Ich habe geschrieben "mehr oder weniger locker" - der/die eine mehr, der/die eine weniger.

Desweiteren habe ich keineswegs behauptet, ich würde meine Kohle "ganz leicht" verdienen, was auch nicht stimmt. Es ist schon anstrengende Arbeit, aber eben relativ schlecht bezahlt, was ich in Kauf nehme, um mir als Barde die nötige Freiheit zu sichern.

Und wer von Euch nimmt sich darüberhinaus noch die Zeit, täglich ein bis drei Stunden zu trainieren (Laien sagen "üben" dazu)? Sing mal eine Stunde oder so, ohne keuchend zusammenzubrechen!

Zitat:
Erstaunlich finde ich allerdings, dass du glaubst, Liedermacher seien die einzigen Menschen, die unter solchen Bedingungen leben...


Das habe ich nicht behauptet. Künstler habens an und für sich schon nicht leicht, wenn sie nicht zufällig einen reichen Papa haben, der sie unterstützt. Es ist aber kein Zufall, daß in den bitterkomischen Musikerwitzen der Archetyp des "Liedermachers" immer der ist, der kurz vorm Verhungern ist.

Zitat:
ich bin z.B. schon recht lange selbständig, da muss man auch ganz gut ackern und erhält kargen Lohn dafür.


Hast Du schon mal für Deinen Job gehungert? Ich kenne keinen Liedermacher, der nicht mindestens einmal eine solche Phase hat durchmachen müssen. Auch Reinhard Mey übrigens, der in seinem Frühwerk "Ich wollte wie Orpheus singen" u.a. davon singt, daß er seine Lyra ins Pfandhaus bringt. Warum wohl?

Zitat:
Und es gibt sicherlich viele, die in einem "bürgerlichen Beruf" ihre Kohle mit weit härterer Arbeit verdienen müssen, als diejenigen, die wie die meisten Künstler ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.


Die meisten Musiker und erst recht die meisten Liedermacher gehören zu den am härtesten arbeitenden und am wenigsten verdienenden Menschen bei uns überhaupt - von ganz ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.

Und den Spruch "das Hobby zum Beruf machen" liebe ich ganz besonders. Dergleichen ist noch niemandem geglückt. Entweder, Du spürst die Berufung und begibst Dich unter Entbehrungen auf den schwierigen Weg, oder Du spürst eine solche gar nicht oder kneifst, weil die wirtschaftlichen Aussichten zu schlecht sind. Aus dem "Hobbykeller" hats noch niemand "nach oben" geschafft.

Zitat:
Ja, diese deine Aussage war arrogant und ja, du hast das Publikum damit beleidigt, da will ich dir unumwunden Recht geben.


Dergleichen habe ich mitnichten getan. Und Du hast schließlich selbst gesagt, daß der Begriff "Schrebergartenfangrillfete" so unrichtig gar nicht ist. Die "gut betuchten Wohlstandsbäuche" sind aber ganz klar eine gewollte Beleidigung und Herabsetzung von Leuten, die nicht mal mit dieser Diskussion was zu tun haben.

Zitat:
Jedenfalls können wir ganz bestimmt auf Menschen verzichten, die sich für etwas besseres halten als andere...


Tue ich das? Oder tut das nicht vielmehr Ihr?

Zitat:
Ich bin sicher, dass unser Liedertreffen immer sehr schön werden wird, auch wenn "nur" Amateure dort auftreten.


Wenn das aller Meinung ist, solls mir recht sein. Meine wärs nicht, auch wenn ich nur Zuhörer oder "Amateur" wäre.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 18.04.2005 20:49  aktualisiert: 18.04.2005 20:49

 Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Moin.

Habe eben mit Diana und Petra gechattet. Mein Thema:

So gerne ich nach Wien kommen würde: mir geht es einfach an die Ehre, auch noch selbst zu bezahlen, wenn ich als Barde irgendwohin gehe und spiele. Es geht nicht um überzogene Gagen oder sowas, sondern schlicht und einfach um das angestammte Recht des Barden, frei - im alten Sinne - zu sein.

Tut mir leid. Aber nur, um zu einem - im Grunde völlig beliebigen - Internet-Community-Treffen zu gehen und Transport, Kost und Logis auch noch selbst zu bezahlen, ist mir meine Zeit und mein Geldbeutel zu schade. Ich kann jederzeit ein völlig kostenfreies Wochenende verbringen, wenn ich mir die Guitarre auf den Rücken schnalle und irgendwohin gehe, singe und spiele und auch dort meine Fans finde, die mir applaudieren.

Angenommen, ich bezahle An- und Abreise selbst sowie die 55 Taler für Übernachtung und Verpflegung, bin ich fast 200 Taler los. Dafür miete ich mir auch ein kleines Bürgerhaus und drucke die Plakate, bediene 40 Gäste, die 10 Taler zahlen und verkaufe noch ein paar CDs. Vielleicht. Vielleicht sinds auch nur 20, die kommen. Aber warum sollte ich irgendwohin gehen, wo ich meinen Aufwand garantiert nicht wieder hereinbekomme?

Ich fahr' schließlich auch nicht nach Jesolo, nur um dort möglicherweise Bekannte zu treffen, mit denen ich ein gemeinsames Hobby habe. Ich habe einen Beruf. Und die Bezeichnung lautet: "Barde" (kein Witz; bin beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen als solcher eingetragen).

Um überleben zu können, habe ich auch den einen oder anderen Nebenjob. Ich habe viel Geld und Energie investiert, um diesen schwierigen und schlecht bezahlten Beruf zu erlernen.

Von daher bin ich nicht "gleichberechtigt" mit anderen Teilnehmern eines Liedertreffens, die ihr Geld in bürgerlichen Jobs verdienen und es sich mit der mehr oder weniger locker verdienten Kohle leisten können, Anfahrt und Teilnahme zu bezahlen, um sich gemeinsam am gemeinsamen Hobby zu delektieren. Nein. Ich bin benachteiligt, weil ich es wage, Dicht- und Liedkunst so ernstzunehmen, daß ich richtig viel Geld hineingesteckt habe, von dem ich weiß, daß ich es nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit nie wieder zurückbekommen werde.

Ich habe die "Philosophie" des Liedertreffens, wie Diana sie mir im Chat beschrieben hat und wie sie sie vertritt, etwas abschätzig als "Schrebergartenfangrillfete" bezeichnet. Und mehr ist sie für mich in der augenblicklichen Form auch nicht. Also gehe ich nicht hin, auch wenn es mich interessieren würde, Euch zu treffen. Für mich ist es eine Frage des Prinzips.

Ich sehe hier eine Menge Krokodilstränen über Michas Situation. Aber wer will ihm und seinesgleichen helfen, eine abgesicherte und angemessene Wohnung für sich und seine Familie bezahlen zu können, wo er nicht vom Rausschmiß bedroht wird? Niemand! Man himmelt ihn nett an, aber im Hinterkopf schwirrt die Ansicht des Deutschen Durchschnitzspießers von der "brotlosen Kunst" derer, denen man ihr Brot nicht wirklich vergönnt. Wer sich so nutzloser Kunst wie der Liedermacherey verschreibt, ist schließlich selbst schuld, nicht wahr?

Warum gibt es die bitteren Musikerwitze über Liedermacher ("Kommt ein Liedermacher zum Arzt...")? Weil sie die verdammt nochmal bittere Wahrheit widerspiegeln. Und was tut Ihr als angebliche Fans dagegen? Gar nichts! Ihr pocht auf "Gleichberechtigung" und gefallt Euch im Gegenteil in fauler und unengagierter Privilegiertheit.

Vorletztes Wochenende war ich beim Bardenklub "Menestrel" in Stuttgart eingeladen. Gage habe ich keine bekommen, hatte aber selbstverständlich Kost und Logis frei. Die Russen verehren Dichter wirklich - und nicht nur ihre eigenen. Und sie üben sich sehr ernsthaft auch selbst in dieser Kunst. Ihre Treffen - Eintritt 5 Taler - finden in monatlichem Turnus statt, und sie koordinieren sich mit den Bardenklubs anderer Städte, die jeweils einen anderen Samstag wählen. Den Hauptteil des Programms bestreiten aktive Mitglieder als Amateure (die meisten sind trotzdem "nur" Zuhörer) selbst, und jeder bekommt seinen Applaus. Vom eingenommenen Geld finanzieren sie dann Konzerte, auf denen sie keine Reichtümer, aber angemessene Gagen bezahlen. Und das, weil sie wissen, daß das professionelle Ausüben dieser Berufung viel Zeit und Geld kostet, die etwas wert ist. Und warum? Weil sie es selber tun und die Schwierigkeiten und den Zeitaufwand kennen.

Aber Ihr (zu denen gesprochen, die Dianas Meinung sind)? Beantwortet Euch das mal selber...

Mein Vorschlag war, parallell zu Liedertreffen vor Ort ein öffentliches Konzert zu veranstalten und zu promoten, wo diejenigen auftreten, die sich ernsthaft mit der Kunst beschäftigen und präsentabel sind. Damit ließe sich Kost und Logis bezahlen und vielleicht noch ein Handgeld für die auf der Bühne arbeitenden drauflegen. Davon hätte auch die Liedermacherey als Kunstrichtung was. Andere Ideen sind nicht ausgeschlossen.

Aber so? Sorry, Nein! Aus Prinzip nicht. Ich bestehe auf mein angestammtes Bardenrecht auf freies Geleit (wäre mit fille schon geregelt), Kost und Logis. Ansonsten mache ich zu dem Termin eine Kurztour wie oben beschrieben oder setze mich einfach nur in einen Biergarten, wo ich auch Leute treffen und nette Gespräche haben kann. Und sooo besonders, wie Ihr oder zumindest einige von Euch glauben, daß ich viel Geld bezahlen würde, um Euch zu treffen, seid Ihr nun mal nicht. Ist das bitter? Denkt mal drüber nach!

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 18.04.2005 11:50  aktualisiert: 18.04.2005 11:50

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Hallo Holger!

Zitat:
Und sooo besonders, wie Ihr oder zumindest einige von Euch glauben, daß ich viel Geld bezahlen würde, um Euch zu treffen, seid Ihr nun mal nicht. Ist das bitter? Denkt mal drüber nach!


Nein, für dich sind wir vielleicht nichts besonderes. Aber für uns selbst schon. Ich denke, ich spreche hier für viele, die seit dem ersten LT dabei sind. Wenn du den Grundgedanken des LT als "Schrebergarten-Grillparty" verstehen möchtest - nun, ich kann damit sehr gut leben und freue mich auf die nächste ebensolche Party in Wien. Und "bitter"? Nun, höchstens die Erkenntnis, wie arrogant jemand tatsächlich sein kann...

Zitat:
Von daher bin ich nicht "gleichberechtigt" mit anderen Teilnehmern eines Liedertreffens, die ihr Geld in bürgerlichen Jobs verdienen und es sich mit der mehr oder weniger locker verdienten Kohle leisten können, Anfahrt und Teilnahme zu bezahlen, um sich gemeinsam am gemeinsamen Hobby zu delektieren.


Ich weiss nicht, wie du darauf kommst, dass jeder Nicht-Barde seine Kohle "locker" verdient, aber wenn du dich auf eine solch arrogante Weise für etwas besseres hältst, habe ich ehrlich gesagt - und das gilt hier für mich ganz persönlich! - auch keine grosse Lust, dich kennenzulernen.

Zu den vergangenen LTs sind viele gekommen, die sich die Kosten kaum leisten konnten, denen aber ein schönes WE mit Freunden die Anstrengung offenbar wert ist.

Ich finde die Lieder, die du machst, interessant und würde sie auch gerne mal live hören. Aber zumindest für mich gilt: Eine Erpressung im Rahmen des LT nach dem Motto "ich komme nur, wenn ihr mich bezahlt", darauf kann ich verzichten.

Und für mich gilt auch: Sollte das LT irgendwann mal so laufen, dass die Nicht-Musiker für die Musiker bezahlen, ist die Sache für mich erledigt!

Gruss, Diana
Diana     geschrieben: 18.04.2005 12:19  aktualisiert: 18.04.2005 12:19

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Hallo Holger, liebe Diana,

Tja, was soll ich jetzt sagen? Ich sitze hier und denke gerade: dann ist es ja gut, daß wir zu unserem Treffen niemanden in Hand-und Fußfesseln schleifen!

Holger, im Ernst: Das Treffen ist geboren, als sich die Menschen hier noch in der Hauptsache mit Reinhard Mey und seinen Liedern beschäftigten. Daß diese Seite in der heutigen Form existiert verdanken wir unter anderem auch ihm.
Die Veränderung der Seite hat viele gute Seiten Aber was ich jetzt lese, das ist eine Sache, die mich sehr ärgert.

Es muß niemand zu diesem Treffen kommen. Um ganz viele ist es sehr schade. Aber inzwischen habe ich den Eindruck, daß es um einige (und dazu zähle ich jetzt ganz explizid Dich) ganz und gar nicht schade ist.
Das Treffen war von Anfang an "nur" eine Schrebergartengrillfanparty. Und niemand hat bisher etwas anderes gefordert. Und wer das tut, der sollte besser nicht kommen.

Schnall Dir Deine Gitarre um und mach Dir ein schönes Wochenende. Wir werden es sicherlich haben. Und das schon zum fünften Mal.


Diana,
daß sich das LT verändert wenn ein paar Semi- bis ganz Professionelle dazu stoßen, das war abzusehen.
Aber ich werde auch kein LT besuchen bei dem sich Menschen wie Wolfgang, Heinz, Skywise und Alexander nicht mehr auf die Bühne trauen weil sie eine andere Berufsbezeichnung haben.

In Hamm hätte ich mich vielleicht noch getraut einen Rückert von Dirk zu singen. In Wien werde ich das sicher nicht mehr tun. Schade finden muß man das nun wirklich nicht. Ich singe gerne aber grottenschlecht. Aber es spricht für die Veränderung des LT.

Trotzdem oder auch darum freue ich mich ungemein auf das Wochenende und hoffe soooo sehr, daß Ralph seine neue CD dabei hat.

Jedenfalls finde ich, müssen wir uns nicht anpfurzen lassen für eine wunderbare Idee. Fertig!

Maren
Maren     geschrieben: 18.04.2005 12:55  aktualisiert: 18.04.2005 12:55

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Hallo Holger,

um diesen Beitrag nicht unnötig in die Länge zu ziehen, schließe ich mich einfach mal bedingungslos Dianas Worten an.

Zusätzlich erwähnen möchte ich - und da wiederhole ich mich, das habe ich Dir auch schon im Chat geschrieben -, dass wir unser Treffen 'Liedertreffen' nennen und nicht Liedermachertreffen. Und wir sind auch kein Bardenklub, das habe ich im Chat auch schon erwähnt.

Mit der Tatsache, dass Du unser Treffen als ein völlig beliebiges Internet-Community-Treffen bezeichnest, steht ja sowieso fest, dass Du bei uns auf der falschen Baustelle bist. Diana und ich haben es Dir mehrfach erklärt: Wir treffen uns mit Bekannten aus dem Forum und dem Chat, um uns kennenzulernen, zu unterhalten, wiederzusehen. Im Laufe der bisherigen Treffen wurden manche Freundschaften geschlossen. Die Atmosphäre ist immer sehr harmonisch, aber wir grenzen uns nicht ab, sondern freuen uns immer wieder über neue Gesichter. Wenn Du Dich da fehl am Platze fühlst, weil wir nichts sooo Besonderes sind, finde ich das ganz und gar nicht bitter, der Entschluss nicht dahinzupilgern ist da nur folgerichtig. Wenn Du etwas, was mir sehr wichtig ist, als Wochenendparty des Stiefmütterchenfanclubs bezeichnest, ist das Deine Sache, für mich sind und bleiben unsere Liedertreffen etwas Besonderes.

Zitat:
Mein Vorschlag war, parallell zu Liedertreffen vor Ort ein öffentliches Konzert zu veranstalten und zu promoten, wo diejenigen auftreten, die sich ernsthaft mit der Kunst beschäftigen und präsentabel sind. Damit ließe sich Kost und Logis bezahlen und vielleicht noch ein Handgeld für die auf der Bühne arbeitenden drauflegen. Davon hätte auch die Liedermacherey als Kunstrichtung was.


Das ist ja gut und schön, aber sprengt ganz einfach unseren Rahmen. Es ist einfach so, dass sich nicht nur eine Menge Leute treffen, sondern das wirft auch logistische Probleme auf. Wir sind sehr dankbar, dass sich immer wieder jemand findet, der bereit ist, sich das nächste LT ans Bein zu binden, indem er sich bemüht einen akzeptablen Ort zu finden und die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Und jetzt soll sich der auch noch um ein öffentliches Konzert kümmern?? Das war nie das Ziel unserer Treffen und wenn Du ein öffentliches Konzert geben willst vor gut betuchten Wohlstandsbäuchen, dann bist Du bei uns an der falschen Adresse. Aber, entschuldige, ich wiederhole mich.

Zuletzt noch eines: Meine Krokodilstränen und meine sonstige Haltung gegenüber Micha gehen Dich schon gar nichts an, da kannst Du Dir kein Urteil erlauben.

Viel Spaß am letzten Maiwochenende wo auch immer

wünscht Petra.
Petra     geschrieben: 18.04.2005 14:13  aktualisiert: 18.04.2005 14:13

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Hallo Holger,

deine Art und Weise hat mich erstmal nach Luft schnappen lassen.

Ich bin sicher, du hättest das alles auch etwas taktvoller ausdrücken können. Ich weiß, dass es üblich ist, das Musiker umsonst essen und trinken, wenn sie ein Konzert geben.

Aber davon war doch nie die Rede!!! Hat irgendjemand zu dir gesagt, du sollst nach Wien kommen, um dort ein Konzert zu geben? Wohl kaum!

Ich denke, du bist genauso wie ich eingeladen worden, ein gemeinsames Wochenende zu mit den Leute vom Forum zu verbringen. Aber anscheinend lebst du schon irgendwo im Olymp!

Wenn dir deine Zeit zu schade ist, dann kannst du das ruhig sagen. Das Liedertreffen gibt es schon seit Jahren. Ich bin dieses Jahr auch das erste Mal dabei, weiß aber, dass auch dieses LT lange geplant wurde, bevor du überhaupt das Forum entdeckt hast.

Zitat:
Ich bestehe auf mein angestammtes Bardenrecht auf freies Geleit (wäre mit fille schon geregelt), Kost und Logis.


Sorry, ich habe zwar gesagt, dass du mitfahren kannst, habe aber eigentlich schon damit gerechnet, dass du anständigerweise einen kleinen Obulus anbieten würdest.
Das würde ich übrigens auch von Reinhard Mey oder Renaud persönlich erwarten. Ob ich es dann verlangen würde, steht auf einem anderen Blatt. Aber diese Anspruchshaltung geht mir auf den Keks.

Wir müssen alle für unser Geld arbeiten. Auch ich bin selbständig und musste schon oft viel investieren, um im Endeffekt etwas zu verdienen (natürlich ohne bezahlten Urlaub oder Absicherung bei Krankheit). Auch muß ich immer wieder dazu lernen, um am Ball zu bleiben. Das hält mich aber nicht davon ab, auch noch ehrenamtlich, d. h. unentgeltlich tätig zu sein.

Soviel ich weiß, hatte auch Reinhard Mey zuerst einen Beruf, mit dem er sein Geld verdiente. Erst als sich der Erfolg einstellte, hat er ihn aufgegeben. Ich denke, dass 95 % aller bekannten Künstler so angefangen haben.

Zitat:
Und sooo besonders, wie Ihr oder zumindest einige von Euch glauben, daß ich viel Geld bezahlen würde, um Euch zu treffen, seid Ihr nun mal nicht. Ist das bitter? Denkt mal drüber nach!


Nein! Du solltest nachdenken! Und bitter würden mir nur noch deine Lieder schmecken, wenn ich sie mir noch mal anhören würde. Leider habe ich dazu jetzt keine Lust mehr.

Alles Gute

Marianne
fille     geschrieben: 18.04.2005 21:43  aktualisiert: 18.04.2005 21:43

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Tja, Holger, das ist aber mächtig abgegangen hier!

Eins solltest Du bei aller Diskreditierung Deinerseits aber nicht verkennen: Sicherlich singen alle (ob nun "präsentabel" oder nicht) auf dem LT um zu zeigen, was sie bewegt und das Publikum fungiert hier als nicht zu verachtende Multiplikatoren.
Deine Lieder würden mich sehr interessieren. Und ich gebe gerne zu, daß ich an dieser Diskussion bei hochgeschwollenem Kamm doch auch Vergnügen habe. Schade nur, daß selbst gutmütige Menschen nun keine Lust mehr verspüren, Dich und Deine Musik kennenzulernen.
Wie sagte meine Omi immer: Chance? Chance vorbie!

Und das gilt nicht in erster Linie für uns!!

Nicht alles Liebe

Maren
Maren     geschrieben: 18.04.2005 22:01  aktualisiert: 18.04.2005 22:01

 Gute Nacht, Freunde...
Um die Gemüter nicht allzu hoch kochen zu lassen:

es ging mir in erster Linie um einen Denkanstoß. Dazu muß man bekanntlich "stoßen". Und ich meine nun einmal, daß eine Reflexion bzgl. "Liedertreffen", "Liedermacherforum" usw. durchaus angebracht wäre.

Wenn andere das nicht meinen, ist das ok. Meine Meinung habe ich aber ausreichend klargelegt, begründet und zur Diskussion gestellt.

Ich hätte (und habe!) durchaus Interesse, die deutsche Liedermacherszene (nicht nur mich!) zu fördern und wieder ins Interesse einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken, aber ich weiß auch, daß es so halt einfach nicht geht und es in meinen Augen verschwendete Zeit wäre.

Wenn da "Argumente" auftauchen wie "gut betuchte Wohlstandsbäuche" oder "...für was besseres halten..." (was laut "Psychologie heute" eine der effektivsten Gesellschaftbremsen für singenden Nachwuchs ist), dann weiß ich, daß ich da nichts verloren habe. Es bringt mich nicht weiter, bringt Euch nicht weiter und auch die Liedermacherey nicht, die bei uns in einem erbärmlichen Zustand darniederliegt, was nicht nur der "Musikmafia" angekreidet werden kann, sondern eben diesen Grundhaltungen, wie sie hier vehement vertreten werden.

Aus vielem, was hier angeführt wurde, spricht der wohlbekannte deutsche Futterneid - sonst gar nichts.

Weiter möchte ich zu diesem Thema an dieser Stelle nichts ausführen. Ich möchte Euch nur ein Lied von Meister Reinhard ans Herz legen, das ihr alle kennt. Wie ich ihn übrigens kenne, würde er in der Angelegenheit - wahrscheinlich diplomatischer, was nun mal nicht meine Art ist - eher meinen Standpunkt befürworten.

Summt mal "Gute Nacht, Freunde... Habt Dank für die Nacht... für den Teller, von dem ich aß, jedes Glas, das ich trank... und Ihr, die Ihr nie..." usw.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 18.04.2005 23:04  aktualisiert: 18.04.2005 23:04

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Hallo, Holger !

Nach Deinen wohlgesetzten Worten in der Diskussion über die Beckstein- Debatte von Söllner hatte ich mich ehrlich gefreut, daß ich evtl. die Möglichkeit haben würde, Dich in Wien persönlich kennen zu lernen. Anscheinend wird mir dieses Vergnügen nun entgehen. Laß mich kurz erläutern, warum es mich dennoch nicht dauert:

Das LT ist ursprünglich einmal ins Leben gerufen worden, weil sich gleichgesinnte Amateure, die sich im Internet zusammengefunden haben, auch einmal persönlich kennen lernen wollten. Daß dabei der Eine oder Andere dann ein Lied - vornehmlich eines der "Profis" des Gewerbes - zum Besten gab, war ein angenehmer Nebeneffekt dieser Sache.

Wenn Du das als spießiges Treffen irgendeiner Internet- Community abtun möchtest, dann sei Dir das natürlich unbenommen. Ich jedenfalls bin in dieser Hinsicht gern ein wenig spießig !

Im Laufe der Jahre hat sich der Bekanntenkreis in diesem Forum zwangsläufig erweitert, und natürlich kamen Menschen hinzu, die das Metier "singen" achtel-, viertel- oder halbprofessionell betrieben. Aber auch die kamen eigentlich hauptsächlich der Gemeinschaft wegen zusammen. Daß dann, im letzten Jahr, auch einer dabei war, der vom Gesang mehr schlecht als recht lebt, das hat das Treffen selbst eigentlich bereichert, zumal von Anfang an klar war, daß hier keine Gage, keine Reise, keine Kost und kein Logis finanziert werden können. (Auch Micha z.B. kam um des Zusammentreffens willens !)

Daß Du Deinen Beruf ernst nimmst, das ehrt Dich. Das tue ich auch, obwohl ich noch nicht mal "Hänschen klein" singen kann. Daß Du Dich aber gleichzeitig quasi als einzigen bezeichnest, der einen "schweren" Beruf ausübt und damit gleichzeitig - ob gewollt oder nicht - implizierst, wir anderen hier hätten ja eh keine Ahnung von Deinen Problemen, das zeigt irgendwie schon eine gewisse Verachtung der anderen. Da darfst Du Dich nicht wundern, daß man Dich arrogant nennt !

OK, Du kommst nicht, weil man Dir Dein "Recht" abspricht. Wo ist dieses sehr merkwürdige Recht eigentlich definiert ? Irgendwie habe ich den Eindruck, daß Du Dein Publikum, daß Dich ernähren soll, in irgendeiner Hinsicht verachtest. "Ich hier oben, ihr da unten", um mal Bernt Engelmann abgewandelt zu zitieren. Woher nimmst Du dieses Recht ? Selbst, wenn Du zum LT kämst, dann ginge es nicht um Dich, jedenfalls nicht allein. Warum also solltest Du Privilegien genießen, die anderen nicht angetragen werden ? Und es geht ja gerade darum, daß wir alle in gewisser Weise unprofesionell sind. Wenn sich der Sinn eines solchen Treffens Deinem mentalen Horizont entzieht, dann solltest Du Dich einmal fragen, inwieweit Du als Barde eigentlich überlebensfähig bist. Schade eigentlich, daß Du das anscheinend überhaupt nicht reflektierst. Trifft auf Dich zu "beati pauperes spiritu"(*) ? Kann ich eigentlich garnicht glauben, aber auch ich bin nicht vor Irrtum gefeit...

Ich kann mich resümierend eigentlich nur allen meinen VorrednerInnen anschließen, und das, obwohl ich mit mehr als einem/einer von ihnen spezielle Differenzen und Mißverständnisse hatte. In dieser speziellen Sache sprechen sie mir aus Herz und Seele.

Um Deinen Neid abschließend ein wenig anzuheizen: Ich und alle anderen werden, das lehrt die historische Erfahrung der letzten Jahre, ein wunderschönes Wochenende in einer - dem Vernehmen nach - wunderschönen Stadt verbringen, wir werden Spaß haben, wir werden Mey´s Ausruf "Freunde, laßt uns trinken !" ausgiebig Folge leisten - und wir werden ganz sicher in diesen vier Tagen nicht an´s Geld denken. Und an Dich schon gleich garnicht !

Bosheit liegt mir eigentlich fern, nichtsdestotrotz wünsche ich Dir ein verregnetes WE, vielleicht garniert mit Kopf- und/oder Zahnweh !

Heute mal unwirsch grüßt

ANDREAS.



(...der findet, daß Holger, obwohl er es wortreich abstreitet, anscheinend doch hauptsächlich an den schnöden Mammon denkt und damit an den Freuden des Lebens achtlos vorbei geht...)



(*) = Seelig sind die geistig Armen.
Nordlicht     geschrieben: 18.04.2005 23:15  aktualisiert: 18.04.2005 23:15

 Also sooooo was ...
Hach, so schöne hohe Wellen … da macht das Surfen doch Spaß …

@Holger:
Ich weiß zwar nicht, welche Vorstellungen Du vom Liedertreffen hast, aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß Du nicht wirklich weißt, was man davon zu halten hat …
Also, zunächst vergiß’ mal diese „Grillabend“-Vorstellung. Das hört sich in meinen Ohren so abwertend an und weckt den Eindruck von
Zitat:
„Oh, schauma, Papa Bruno greift zur Klampfe! Der will uns gleich was singen! Schmeiß’ nomma’n Bier rüber, Kuno!“
„Kommt schon! Ludger, fang!“
„Bruno, aber vorher den Eierschneider stimmen, ja? *hö hö hö*!“
„Marlies! Mach die Kinner still! Papa will singen!“
„Was spielste denn? Was von Rainer Mey? Oder machste jetz’ auf Konstantin Wader, Bruno?“
„Braucht noch jemand’n Steak?“

Also, so ist es garantiert nicht!

Beim Liedertreffen treffen sich Leute, die in der Lage sind zuzuhören und sich auf Lieder einzulassen; das ist gewissermaßen die Grundvoraussetzung und das Wichtigste, das Dir als aktiver Liedermacher das Liedertreffen zu bieten hat: offene und interessierte Ohren für Dich, Deine Lieder, Deine Geschichten und Deine Meinung.
Es ist (mir und wahrscheinlich auch mindestens 99,25 % der übrigen Leute, die das jetzt lesen) natürlich vollkommen klar, daß Du davon in Wien nicht leben kannst und (als aktiver Liedermacher) wohl noch ganz andere Möglichkeiten hast, diese Tage zu verbringen und eventuell sogar noch Geld zu verdienen. Wenn dem so sein sollte – das ist Dein gutes Recht und soll Dir auch weiterhin erhalten bleiben. Niemand zwingt Dich dazu, dem Liedertreffen beizuwohnen (wäre ja auch noch schöner) und vom Geldverdienen kann und will Dich aus dieser Gruppe niemand abhalten, da viele tatsächlich wissen, wie es ist, unter finanziellem Druck zu stehen, egal, ob sie Musiker, alleinerziehender Elternteil oder arbeitslos sind (um nur drei Menschengattungen zu nennen, die hier im Forum aktiv sind).

Zurück zum Thema:
Das Liedertreffen ist aus einer Runde von Amateuren entstanden, die sich über eine Internetplattform kennengelernt hatten und Lust verspürten, sich einfach mal zu treffen und zu musizieren. Soweit klar. Daß es sich dabei aber nicht um irgendwelche Bierzeltbesucher handelt, sondern um Leute, denen ein Lied am Herzen liegen kann und die in der Lage sind, sich auch mal einige Stunden lang stumm in einen Konzertsaal zu setzen, um den Ausführungen und Texten eines einzelnen Menschen zu lauschen, sollte sich aus der Natur der Sache ergeben. Tatsächlich wurde auf den bisherigen Liedertreffen sehr viel improvisiert, teilweise auch gestümpert, aber der Umstand, daß jeder wußte, daß es nicht perfekt sein würde, hat sehr viel zur Atmosphäre beigetragen.
Das Liedertreffen fand bisher immer in Räumlichkeiten statt, die sich mit einem kleinen Konzert- oder Veranstaltungssaal vergleichen lassen (sofern es nicht tatsächlich solche Räume waren). Samstags zog man sich um 20:00 Uhr in diesen Raum zurück und lauschte den Liedern, die einige aus der eigenen Runde zum Besten geben wollten sowie einigen Geschichten und Anekdoten, die bei dieser Gelegenheit ins Publikum gestreut wurden. Daß es sich bei den Leuten hauptsächlich um Amateure handelte – was soll’s, solange die Lieder stimmten? Wenn ich sage, daß dieses Amateur-Konzert bis fünf Uhr morgens andauerte, und das nicht nur, weil einer nicht von der Bühne verschwinden wollte, ist das schon ein deutliches Zeichen dafür, daß sich einige Leute prächtig unterhalten haben (und damit will ich nicht andeuten, daß das Liedertreffen in eine unorganisierte Party umgeschlagen ist, sondern tatsächlich war bis zum Schluß das Niveau der vorgetragenen Lieder recht ansprechend! Und das sage ich als Konzertgänger, der schon viel Scheiß miterleben durfte!).
Das Liedertreffen war ursprünglich mal für einen Austausch unabhängig von Strom- und Internetkabel gedacht; mittlerweile hat es sich jedoch weiterentwickelt und steht nun auch für einen Austausch in Bezug auf interessante Lieder und Liedermacher. Seit Reinhard Mey nicht mehr im Vordergrund steht (man kann sagen, daß das seit dem zweiten Liedertreffen der Fall ist), kann man beobachten, daß auch viele Stücke anderer Liedermacher gesungen werden, die vielleicht dem einen oder anderen Zuhörer noch nicht bekannt waren. Auf diese Weise rührt das Liedertreffen auch mächtig die Werbetrommel für die Leute, die in den Augen der Teilnehmer „verkannt“ werden. Gerade auf den letzten beiden Treffen hat man einige „Exoten“ zu Gehör bekommen … oder auch Leute, von denen man vielleicht gerade mal den Namen oder „das Falsche“ kennt.
Wenn ich an das letzte Liedertreffen zurückdenke, das erste, bei dem auch aktive Liedermacher von der Partie waren, so erinnere ich mich, daß all jene beim Publikum recht gut angekommen sind. Sicher haben sie an diesen Tagen vielleicht nur wenige CDs verkauft (keine Ahnung, es war nicht meine Aufgabe, die Dinger zu zählen, die da über den Tisch gingen), aber es ergaben sich auch neue Kontakte, die dazu führten, daß Teile des besagten Publikums später auch in ihrem privaten Umfeld die Werbetrommel rührten oder sogar für Auftrittsmöglichkeiten sorgten. Umgekehrt knüpften auch die Liedermacher untereinander Kontakte, was eigentlich auch nie so richtig verkehrt sein kann. Vielleicht finden sie – neben dem unmittelbaren Kontakt zu ihrem potentiellen Publikum – ja auch neue Inspirationsquellen oder Gönner.
Daß Du es als Risiko ansiehst, zu einem solchen Treffen zu kommen, ist nur verständlich. Aber wie gesagt – es muß ja nicht dieses Mal sein, vielleicht findet das nächste Liedertreffen unweit Deiner Wohnungstüre statt und Du kannst dann mal vorbeikommen. Wien ist nur dieses Mal Station – nächstes Jahr geht’s vielleicht schon wieder in eine andere Richtung, und falls das wieder nicht klappt, wird es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten geben, Dich zu sehen. Wie bereits angedeutet – „gut betuchte Wohlstandsbäuche“ oder Leute, die sich „für was Besseres halten“ gibt es beim Liedertreffen (bislang) eigentlich nicht und falls doch, haben sie sich gut versteckt.
Der Applaus gilt in erster Linie den Liedern, nicht dem eigenen Ego.

Gruß
Skywise
Skywise     geschrieben: 19.04.2005 00:10  aktualisiert: 19.04.2005 00:10

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Zunächst sorry, daß ich wieder als "Gast" schreibe, aber seit vorgestern spinnt das Auto-Login und seit neuestem auch das manuelle...

Zitat:
Das Liedertreffen fand bisher immer in Räumlichkeiten statt, die sich mit einem kleinen Konzert- oder Veranstaltungssaal vergleichen lassen (sofern es nicht tatsächlich solche Räume waren).


Also warum diese Räume nicht gewinnbringend bzw. kostensenkend nutzen und nebenher Publicity für das Liedertreffen betreiben? Tut mir leid. Da verstehe ich die ablehnende Haltung einfach nicht.

Zitat:
Vielleicht finden sie – neben dem unmittelbaren Kontakt zu ihrem potentiellen Publikum – ja auch neue Inspirationsquellen oder Gönner.


Für so ein vages "vielleicht" ist der Spaß aber ein bißchen teuer - vor allem für Leute, die schon viel investiert haben. Da möcht' bitt'schön ein bißchen mehr "Butter bei die Fische" sein...

Ansonsten ist es Ausbeutung gerade derjenigen, die eben darauf hoffen.

Zitat:
Daß Du es als Risiko ansiehst, zu einem solchen Treffen zu kommen, ist nur verständlich.


Warum "Risiko"? Es kostet Geld. In meiner Kalkulation realistischer Kosten-/Nutzenabwägung zuviel. Ganz einfach. Nix mit "was besseres", "Olymp", "Ego" oder so. Sorry.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 02:01  aktualisiert: 19.04.2005 02:01

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Zitat:
Zitat:
Das Liedertreffen fand bisher immer in Räumlichkeiten statt, die sich mit einem kleinen Konzert- oder Veranstaltungssaal vergleichen lassen (sofern es nicht tatsächlich solche Räume waren).

Also warum diese Räume nicht gewinnbringend bzw. kostensenkend nutzen und nebenher Publicity für das Liedertreffen betreiben? Tut mir leid. Da verstehe ich die ablehnende Haltung einfach nicht.

Das ist keine ablehnende Haltung, das ist Vernunft
Erstens mal deswegen, weil die organisierten Räume oftmals gerade genügend Platz für die Anwesenden boten (okay, mit Ausatmen und ein bißchen Quetschen wären beim ersten Liedertreffen auch noch mal 20 Leute in den Raum gekommen, beim letzten Liedertreffen mit ein bißchen gutem Willen vielleicht auch noch mal 5 oder 6, die auf die Bühne schauen konnten, aber was hätte man dadurch gewonnen? Weil -
Zweitens Lieder gesungen wurden, es somit zu einer öffentlichen Veranstaltung gekommen wäre und damit hätte angemeldet werden müssen. Ist meines Wissens immer noch so, daß Sachen, für die Eintritt genommen wird und bei der urheberrechtlich geschütztes Material gespielt wird, Geld kosten. Kriegt man diese Kosten durch das Eintrittsgeld von 5 oder 6 Leuten wieder rein? Kalkulation realistischer Aufwand-/Nutzenabwägung Durch den privaten Rahmen hielt man die ganze Geschichte auch rechtlich in akzeptablen Grenzen.

Zitat:
Zitat:
Vielleicht finden sie – neben dem unmittelbaren Kontakt zu ihrem potentiellen Publikum – ja auch neue Inspirationsquellen oder Gönner.

Für so ein vages "vielleicht" ist der Spaß aber ein bißchen teuer - vor allem für Leute, die schon viel investiert haben. Da möcht' bitt'schön ein bißchen mehr "Butter bei die Fische" sein...

Hm ... an Deinen Fischen vielleicht ... *schulterzuck*
Wie schon gesagt - niemand zwingt Dich, niemand wird Dir einen Vorwurf machen, wenn Du nicht kommen willst oder kannst Und - es gibt immer ein nächstes Mal.

Gruß
Skywise
Skywise     geschrieben: 19.04.2005 02:35  aktualisiert: 19.04.2005 02:35

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Hy Sky...

Zitat:
Das ist keine ablehnende Haltung, das ist Vernunft


Was heute so alles als "Vernunft" durchgeht...

Ich rechne: 20 * 5 = 100 und damit kann man schon ein bißchen was machen.

Zitat:
Zweitens Lieder gesungen wurden, es somit zu einer öffentlichen Veranstaltung gekommen wäre und damit hätte angemeldet werden müssen.


Wer mich engagiert, ist GEMA-frei. Ich halte bekanntlich nichts von diesen Wegelagerern und Schmarotzern. Sichere auch gerne vertraglich zu, daß ich potentiellen Zoff mit denen liebend gerne höchstpersönlich übernehme. Sie haben schon desöfteren den kürzeren gezogen und finden das ziemlich besch&%$§$%&. Ätsch. Ich habe und halte meine alleinigen Rechte und werde auch trotz sog. "GEMA-Vorbehalts" nicht daran ändern. Werde natürlich aber auch nichts von Meister Reinhard singen, selbst wenns mir gefiele.

Wahrscheinlich halten die mich deswegen auch für "arrogant", was mir aber herzlich wurscht ist.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 03:36  aktualisiert: 19.04.2005 03:36

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Hallo, Holger !

Je mehr Du hier schreibst, desto mehr widersprichst Du Dir im Grunde doch selber. Und obwohl ich keine Hoffnung hege, Dich in irgendeiner Hinsicht "bekehren" zu können, hier doch noch einmal etwas, was einen diesbezüglichen Versuch ansatzweise darstellen könnte:

Bei der ganzen Diskussion habe ich den Eindruck, daß sich Deine Wahrnehmung ausschließlich um Dich dreht, Du Dich quasi als Mittelpunkt Deiner selbst siehst. Aber selbst, wenn Du nach Wien kämest, dann ginge es nicht um DICH als "eingetragener" Barde, es ginge nicht um DEINE Musik. Es geht um ein Zusammentreffen interessanter und netter Menschen, die AUCH musizieren, dies aber, zumindest im LT- Rahmen, weder zur Profilierung noch zum Geldverdienen tun. Capé ? Wenn Du der Meinung bist, daß jeder, der Dir und Deinen Darbietungen zu lauschen Gelegenheit hat, dafür zahlen muß, damit der Herr Künstler wie an 361 anderen Tagen sein wirtschaftliches Auskommen hat, dann ist das natürlich schon OK, aber eben NICHT im Sinne DIESER (von Dir damit massiv geschmähten) Community. (Klampfst Du eigentlich hin und wieder auch mal für Freunde ? Und, falls ja, um welchen Lohn ?)

Mensch, Du hättest ja Recht, wenn es an jedem Wochenende, an jedem Auftrittsort so wäre. Aber das ist es eben nicht. Einmal im Jahr kann ja auch ein "eingetragener Barde" mal über seinen Schatten springen.

Richtig böse geworden bin ich übrigens bei Deinem vorletzten Kommentar, der da lautete

Zitat:
Zitat:

Daß dann, im letzten Jahr, auch einer dabei war, der vom Gesang mehr schlecht als recht lebt, das hat das Treffen selbst eigentlich bereichert, zumal von Anfang an klar war, daß hier keine Gage, keine Reise, keine Kost und kein Logis finanziert werden können. (Auch Micha z.B. kam um des Zusammentreffens willens !)



Siehste wohl. Und nun ist er drauf und dran, die Wohnung zu verlieren. Schöne Fans seid ihr mir!


Ist das nicht ein wenig "deppert" ? Jetzt einmal ganz abgesehen davon, daß ich den Zusammenhang zwischen dem Liedertreffen 2004 und Michaels Wohnungskündigung auch nach längerem Nachdenken nicht herstellen kann, obwohl es da, nach Deiner Schreibe, einen irgendwie gearteten Kausalzusammenhang geben muß, was maßt Du Dir mit dieser Aussage eigentlich an ? Ich glaube ziemlich sicher, daß Michael auch dann Ärger hätte, wäre das LT 04 ohne ihn gelaufen oder sogar ganz ausgefallen. Deine Argumentation ist reine Polemik, und die wird immer nur dann eingesetzt, wenn Argumente nicht mehr ziehen - oder man keine mehr hat. Ist das nicht für einen Menschen wie Dich ein ganz klein wenig zu billig ?

Sei versichert: meine Aussage, daß wir beim Treff in Wien nicht an Dich denken werden, trifft garantiert zu mindestens 95 % zu - ehrlich. Wir haben da ganz andere Dinge zu tun. Vielleicht ja hinterher wieder, wer weiß ?

Weißt Du, was mir massiv Angst macht ? Fanatiker und Leute, die ihren eigenen Standpunkt als den allein glücklich machenden ansehen. Hast Du das nötig ? Alles das, was Du mit Deinen Kommentaren ausdrückst, das wäre auch diplomatischer gegangen. Es bestand wirklich keine Notwendigkeit, die Teilnehmer der vergangenen LT, vor allem aber auch und gerade die Organisatoren derselben, in die Nähe von dumpf vor sich hin "grillenden Schrebergärtnern" (die ganz bestimmt als spießig angesehen werden können, auch wenn Du das Wort vielleicht nicht ausdrücklich benutzt hast...) zu rücken, zumal ja der Herr Schreber wohl auch nicht einer der geistig Klarsten war. Das tut weh - den Vorgenannten --- und damit auch mir.

Schade, daß Du nicht mal ansatzweise bereit bist, Dir ein Urteil erst NACH dem Treffen zu bilden.

Aber um ein klein wenig versöhnlich zu enden: Mögen Dir am entsprechenden WE auch Kopf- und Zahnschmerztabletten zur Verfügung stehen.

In diesem Sinne bis die Tage,

ANDREAS.



(...der sich zwar ein wenig abgeregt hat, aber die etwas krude Motivation für diesen Zwist immer noch nicht verstehen mag und kann...)
Nordlicht     geschrieben: 19.04.2005 04:35  aktualisiert: 19.04.2005 04:35

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Immer noch als "Gast"...

Zitat:
Ist das nicht ein wenig "deppert" ? Jetzt einmal ganz abgesehen davon, daß ich den Zusammenhang zwischen dem Liedertreffen 2004 und Michaels Wohnungskündigung auch nach längerem Nachdenken nicht herstellen kann, obwohl es da, nach Deiner Schreibe, einen irgendwie gearteten Kausalzusammenhang geben muß, was maßt Du Dir mit dieser Aussage eigentlich an ?


Einen "kausalen" Zusammenhang konstatiere ich nicht. Daß aber Michas Situation auch mit gewissen Einstellungen zu tun hat, wie sie hier zutage getreten sind, sehe ich aber sehr wohl.

Und deswegen komme ich - aus Prinzip und in Solidarität mit notleidenden Kollegen - unter den Bedingungen nicht. Punkt.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 07:39  aktualisiert: 19.04.2005 07:39

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Hallo Barde!
Ich finde Dein auftreten hier mehr als fragwürdig. Du ziehst so eine ganze Gemeinschaft in den Dreck. Das finde ich nicht schön.
Das sind genau die Musiker, die vor selbstherrlichkeit bald platzen. Ich bin vieleicht kein guter Musiker, aber Spaß macht es mir allemal und einen Wohlstandsbauch habe ich auch nicht, der ist bei 25 Jahren Schichtarbeit schon weg. Mir schenkt auch niemand was, aber ich zahle gerne meinen Eintritt für Musiker, bei denen mir nicht nur die Musik gefällt.
Im übrigen, kann ich mir nicht vorstellen, das Du Dir ein Urteil über Micha in der Hinsicht erlauben kannst.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, das Micha mit Deiner Meinung einverstanden ist. Wenn ja dann hätte ich mich sehr getäuscht in Ihm.
Vieleicht solltest Du mal vor den Spiegel treten und Fragen was Du hier anrichtest. Die meisten im Forum, das sind Fans von Liedermachern, die auch dafür zahlen oder es auch manchmal nicht selber können. Aber von den Fans lebt Ihr. Wenn die wegbleiben, dann wirds kritisch.
Ich selbst habe genügend Liedermacher privat kennengelernt um mir ein Urteil zu erlauben. Aber so einen Mist habe ich noch von keinem gehört.

Also lass es sein oder Rede auch auf Konzerten mit dem Publikum so.
Wir werden auch ohne Dich, und das ist ganz sicher, viel Spaß beim LT05 haben. Selbst wenn dort jemand singt, der es nicht kann, werden wir unseren Spaß haben. Aber soetwas kennst Du sicherlich nicht.

StephanH
StephanH     geschrieben: 19.04.2005 08:07  aktualisiert: 19.04.2005 08:16

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Immer noch als Gast. Was ist denn da los?

Zitat:
Du ziehst so eine ganze Gemeinschaft in den Dreck. Das finde ich nicht schön.


Das tue ich eben nicht. Und ich habe auch niemanden als "gut betuchten Wohlstandsbauch" diffamiert.

Zitat:
Ich kann mir auch nicht vorstellen, das Micha mit Deiner Meinung einverstanden ist.


Ich kann mir gut vorstellen, daß er eine weitaus versöhnlichere Haltung einnehmen würde als ich. Aber sein aktueller Fall ist für mich nur ein trauriges Beispiel bei uns leider üblicher Umstände. Und das stinkt mir.

Zitat:
Vieleicht solltest Du mal vor den Spiegel treten und Fragen was Du hier anrichtest.


z.B. gewissen Leuten den Spiegel vorhalten?

Ich habe niemanden als "gut betuchten Wohlstandsbauch beleidigt".

Ich habe niemandem vorgeworfen, sich für "was besseres zu halten".

Ich habe niemandem "Arroganz" vorgehalten.

Ich habe einen Vorschlag gemacht, der interessanterweise nicht mal ansatzweise beachtet und in Erwägung gezogen wird.

Dafür darf ich mir dann aber das oben genannte vorhalten und meine wirklichen Fans beleidigen lassen.

Zitat:
werden wir unseren Spaß haben. Aber soetwas kennst Du sicherlich nicht.


Ich hab schon meinen Spaß. Ich komme aber u.a. deswegen nicht und erst recht nicht auf eigene Kosten, weil ich ihn auf dem Wiener Liedertreffen mit Sicherheit nicht hätte.

Und immer noch:

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 09:38  aktualisiert: 19.04.2005 09:38

 Gut betuchte Wohlstandsbäuche
Ihr Lieben,

nachdem nun fast jeder diese Forumulierung (s. o.) verwendet hat, möchte ich wenigstens dieses eine Missverständnis aus dem Weg räumen. Wer im großen Tohuwabohu übersehen hat, wer die Formulierung zuerst benutzt hat, bei dem melde ich mich nun freiwillig: Ja, ich war das. Und wie bin ich dazu gekommen?

Ich kopiere gerade noch mal die entsprechende Textstelle:

Zitat:
Zitat:
Mein Vorschlag war, parallell zu Liedertreffen vor Ort ein öffentliches Konzert zu veranstalten und zu promoten, wo diejenigen auftreten, die sich ernsthaft mit der Kunst beschäftigen und präsentabel sind. Damit ließe sich Kost und Logis bezahlen und vielleicht noch ein Handgeld für die auf der Bühne arbeitenden drauflegen. Davon hätte auch die Liedermacherey als Kunstrichtung was.


Das ist ja gut und schön, aber sprengt ganz einfach unseren Rahmen. Es ist einfach so, dass sich nicht nur eine Menge Leute treffen, sondern das wirft auch logistische Probleme auf. Wir sind sehr dankbar, dass sich immer wieder jemand findet, der bereit ist, sich das nächste LT ans Bein zu binden, indem er sich bemüht einen akzeptablen Ort zu finden und die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Und jetzt soll sich der auch noch um ein öffentliches Konzert kümmern?? Das war nie das Ziel unserer Treffen und wenn Du ein öffentliches Konzert geben willst vor gut betuchten Wohlstandsbäuchen, dann bist Du bei uns an der falschen Adresse.


Bei diesem 'wunderbaren' Vorschlag, den ich als solchen einfach nicht erkennen kann, hat sich mir dieses Bild einfach aufgedrängt. Wie soll das denn wohl sonst klappen? Es soll ein öffentliches Konzert veranstaltet und promotet werden. Promotion kostet Geld. Und wer sagt denn, dass dann genügend Leute kommen werden, dass sich das Ganze rechnet? Das geht nur, wenn sich ein Haufen 'gut betuchter Wohlstandsbäuche' findet, die uns so viel Ertrag bescheren, dass wir die Mitwirkenden durchfüttern können. Ich gehe ja nicht davon aus, dass Holger sich vorstellt, dass er als einziger davon profitieren sollte. Es liegt mir fern, sein sonstiges Publikum beleidigen zu wollen.

Nachdem ich nun auch das Vergnügen hatte, diverse Musiker kennenzulernen, habe ich oft genug gehört, dass bei Konzerten draufgelegt wurde. Dann haben wir am Ende die Kosten an der Backe und die Herrschaften Künstler haben immer noch nichts zu beißen. Ich möchte noch einmal betonen, dass die Ausrichter der Liedertreffen keine (Konzert-)Veranstalter in dem Sinne sind, sondern uns einfach ein Dach über dem Kopf bieten, wenn wir uns ein Mal im Jahr treffen. Für dieses Dach müssen wir ja auch bezahlen; es ist ja nicht so, dass es in unserem Ermessen liegt, ob wir jemanden gratis übernachten lassen oder nicht, die Kosten entstehen uns auf alle Fälle. Lassen wir es doch einfach so, dass Leute, die was davon verstehen, wie man ein Konzert veranstaltet, das tun, und wir pflegen unsere Freundschaften und musizieren ein bisschen miteinander (auf erstaunlich hohem Niveau, für eine Truppe, die hauptsächlich aus Laien besteht). Und wenn Micha uns besucht, dann tut er es zwar auch als Musiker, aber in erster Linie als Freund.

Überhaupt möchte ich meine Freundschaft mit Micha nicht mit 'nett anhimmeln' ins Lächerliche gezogen sehen und verbitte mir Spekulationen darüber, was dabei in meinem 'Durchschnittsspießerhirn' vor sich geht.

Zitat:
Holger schrieb:
Leute, die von "du hältst dich wohl für was besseres" oder "betuchte Wohlstandsbäuche" als Synonym für zahlende Konzertbesucher schwafeln zur Rechtfertigung dessen, daß sie nix in irgendeinen Klingelbeutel tun


Wie kommst Du nun wieder zu dieser Behauptung? Ich versichere Dir, dass es sehr wohl 'Klingelbeutel' gibt, in die ich etwas tue, aber ich versichere Dir auch, dass ich streng darauf achten werde, dass keiner dabei sein wird, von dem Du profitierst. Was ich geben kann, gebe ich, aber nur freiwillig – mit Erpressung läuft nichts.

Zitat:
Holger schrieb:
Ich tue das, weil ich es mir leisten kann. Aber für mich tue ich das nicht. Ich tue es letztlich für Euch, auch wenn Ihr noch so quiekt.


Vielen Dank, für mich brauchst Du Dich nicht weiter zu bemühen, ich verzichte.

Zitat:
Holger schrieb:
Ich rechne: 20 * 5 = 100 und damit kann man schon ein bißchen was machen.


Ob Du da nun von je 5€ von zwanzig Leuten oder von je 20€ von fünf Leuten ausgehst – eines ist so unwahrscheinlich wie das andere. Ich glaube nicht, dass wir zwanzig zahlende Gäste finden würden, über die andere Variante brauchen wir uns auch keine Gedanken zu machen. Und was, bitteschön, willst Du denn mit 100 € anstellen? Freie Kost und Logis für die Mitwirkenden, ein Handgeld für die, die auf der Bühne arbeiten, und die Promotion im Vorfeld??? Da drängt sich doch so langsam der Verdacht auf, dass doch nur Du Nutznießer sein willst.

Du willst nicht kommen. Punkt. Unter diesen Umständen sind wir froh darüber. Punkt.

Viele Grüße von Petra
Petra     geschrieben: 19.04.2005 10:58  aktualisiert: 20.04.2005 03:53

 Re: Gut betuchte Wohlstandsbäuche
Zitat:
Und was, bitteschön, willst Du denn mit 100 € anstellen?


Wurstsemmeln kaufen.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 12:26  aktualisiert: 19.04.2005 12:26

 Re: Gut betuchte Wohlstandsbäuche
Zitat:
Ich bin benachteiligt,


Zitat:
Du spürst die Berufung und begibst Dich unter Entbehrungen auf den schwierigen Weg


- zwei Zitate, von denen für einen Menschen nur eines wahr sein kann.

Wer sich berufen weiß tut etwas, weil er es tun muss.
Wer sich berufen weiß kann kein "Ich-Mensch" oder Egozentriker sein. Er steht nicht auf einer Ebene mit Menschen, die ihrem Broterwerb ohne Berufung nachgehen.
Daher schließt sich ein Vergleich (auch zur Benachteiligung) aus.
Etwas einklagen könnte er einzig bei der berufenden Instanz,
so sich diese, wie beispielsweise im Falle eines Pfarrers, festmachen lässt.
Ich selbst bin oft gefragt worden, warum ich nicht Theologie studiert habe, da mir doch in der DDR jedes andere Studium verwehrt wurde, zudem auch mein Vater schon Pfarrer war.
Meine Antwort lautet bis heute:
"Wenn der Gott, an welchen ich wirklich glaube, mich dazu so beruft, dass es nicht mehr einen Zweifel gibt, dann lasse ich augenblicklich alles fallen und gehe los! - Aber erst dann!"
Das heißt nicht, dass ich nicht ehrenamtlich und unentgeltlich in meiner Kirchengemeinde da einspringe und helfe, wo ich empfinde gebraucht zu werden.
Aber Pfarrer, die rumjammern, wie benachteiligt sie doch seien, kenne ich zu Hauf. Und die Berufung eines Pfarres mache ich für mich nicht zuletzt daran fest, dass er diesen Teil seiner Berufung nicht "Unbeteiligten" aufs Brot schmiert.

Liebe Grüße an alle von Clemens, welcher sich am liebsten raushält, wenn "geprügelt" wird. aber hier nicht mehr so recht konnte...
Clemens     geschrieben: 19.04.2005 17:58  aktualisiert: 19.04.2005 17:58

 Beruf und Berufung
Moin Clemens.

Ich würde diese Diskussion hier eigentlich lieber beenden und diesen Strang an passender Stelle weiterführen, finde aber irgendwie kein passendes Forum dafür. Vielleicht kann migoe ja "Weltanschauliches" oder "Philosophie" irgendwo unterbringen.

Also doch erst mal hier in diesem in nur 24 Stunden megamäßig angeschwollenen Thread...

Du sagst da sehr richtige Dinge, die ich nur unterstreichen kann. Zunächst zu:
Zitat:
- zwei Zitate, von denen für einen Menschen nur eines wahr sein kann.

Gebe ich Dir recht, und tatsächlich fühle ich mich keineswegs benachteiligt und will mich damit nicht beklagen. Hier ging es mir nur um die Gegenüberstellung zu Dianas Standpunkt "Wir sind hier alle gleich" mit der prompten Schlußfolgerung "Wer was anderes denkt, denkt, er wäre was besseres".

Zitat:
Wer sich berufen weiß tut etwas, weil er es tun muss.


Genauso ist es und nicht anders.

Zitat:
Wer sich berufen weiß kann kein "Ich-Mensch" oder Egozentriker sein.


Auch richtig.

Zitat:
Er steht nicht auf einer Ebene mit Menschen, die ihrem Broterwerb ohne Berufung nachgehen.


Auch richtig, aber "gefährlich". Denn sich auf Berufung zu berufen zieht ganz schnell - immer eigentlich - den Vorwurf nach sich, "etwas besseres sein zu wollen". Das Gegenteil ist aber richtig.

"Berufung" hat bei uns fast den Stellenwert von Aberglauben, weil man den "Ruf" ja nur selber hört. Andere sind nur mit dem für sie unerklärlichen Verhalten des "Berufenen" konfrontiert, das für sie außerhalb jeder Logik und Vernunft erscheint.

Ich weiß, wovon ich rede, denn ich rechne mich zu den sogenannten "Spätberufenen". Kannst Du Dir den Aufruhr in der lokalen Musikszene vorstellen, als ich mit fast schon Ende dreißig nach einem Daumenbruch plötzlich mit Guitarre in der Hand und flugs etlichen eigenen Liedern im Repertoire meinen Platz einzunehmen begann - unter lauter Leuten, die seit 20 Jahren verzweifelt versucht haben, Rockstar zu werden?

Natürlich galt ich als völlig verrückt, was mir auch klar war. Aber ich bin den Weg durch viele Irrungen und Wirrungen, Höhen und Tiefen weitergeschritten nur mit der Gewißheit, daß er mich irgendwohin führen würde.

Berufung heißt schließlich nicht zwangsläufig Berufung zum "Erfolg". Berufen wird man auf einen Weg, von dem man nicht weiß, wohin er letztlich geht und wo er enden wird.

Der augenblickliche Stand bei mir ist der, daß ich jetzt selbständig eine kleine Instrumentenbauwerkstatt leite, mir eine keltische Harfe und noch so einiges mehr gebaut habe und natürlich nach wie vor singe und schreibe. Ich stehe rundum im Dienst von Kommunikation und Musik, habe dabei eigentlich nie wirklich "Urlaub".

"Eigentlich" bin ich Redakteur.

Ist das nicht irre? Ich hätte mich nie für einen solchen Weg entschieden, wenn man mich gefragt hätte. Ich hätte ihn mir auch gar nicht vorstellen können. Aber seit ich seinerzeit meinen wehen Daumen beklagte, meine Freundin mir ihre alte Gitarre in die Hand drückte, damit ich was tue und er nicht steif bleibt und draußen am Balkon so eine Stimme aus dem irgendwo mir zulächelte und "Du bist ein Barde!" hauchte, der einzige mir bis dahin geläufige Barde aber Troubadix aus den Asterix-Comics war, wurde alles irgendwie ganz, ganz anders.

Deswegen mag ich die Bezeichnung "Liedermacher" auch gar nicht gerne, denn Lieder kann man ebensowenig "machen" wie Kunst in Hobbykellern wächst.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 21:32  aktualisiert: 19.04.2005 21:50

 Herrlich
Hach ist das Klasse.

Jedesmal wenn ich den PC anschalte gibt es wieder was, was mein Adrenalin in die Höhe schnelle lässt. Das hält jung und streitbar!

Je länger ich hier lese, desto mehr drängt sich mir die Frage auf, warum Holger so vehement aussagt, daß er nicht kommen wird. Als würde er eine gebettelte Einladung ablehnen. Das Ganze erinnert mich sehr an ein von mir geliebtes Kinderbuch "Du hast angefangen - Nein, Du!" Da streiten sich zwei Monster darüber, ob der Tag zuende geht oder die Nacht anfängt.

Ich würde eigentlich sagen, daß sich im Grunde in dem Punkt doch alle einig sind: Holger will nicht kommen und "wir" wollen ihn nicht dabei haben. Zumindest nicht in Wien. Vielleicht gibt es ja mal einen neuen Anlauf ohne unwürdiges Gehacke von beiden Seiten.

Grüße an alle. Ihr werdet das schon sortiert kriegen

Maren
Maren     geschrieben: 19.04.2005 19:05  aktualisiert: 19.04.2005 19:05

 ... immer merkwürdiger
Hallo Holger,

also, eigentlich wollte ich mich hier ja raushalten, weil ich selbst gar nicht zum LT komme - u. a. weil auch ich zu denen gehöre, die - obwohl nicht Liedermacher sind, sondern eine Arbeitsstelle haben - mit ihrem Geld sehr genau rechnen müssen (das passiert selbst Leuten, die eine geregelte Arbeit haben, denn nicht jeder verdient automatisch Berge von Geld deshalb) und die zu erwartenden Kosten für mich zurzeit für ein WE auch nicht aufzubringen sind. Aber deshalb finde ich die Idee dieses Treffens trotzdem gut (auch, wenn ich kein Liedermacher bin und nicht so gut wie viele von euch singen kann - wahrscheinlich auch nicht so gut wie du, Holger, obwohl ich dich noch nie gehört habe und das deshalb nicht beurteilen kann).

Ich habe diese Diskussion interessiert verfolgt und mit "wachsendem Erstaunen" festgestellt, dass du, Holger, hier irgendwie (korrigiert mich, ihr anderen, wenn ich hier auch was falsch sehe) etwas massiv zu verwechseln scheinst. Keiner der Teilnehmer des LT - egal, ob Liedermacher oder "nur" normaler Mensch - wurde eingeladen, um sich zu profilieren oder damit Geld zu verdienen, sondern eigentlich ist das Ganze doch sehr vergleichbar damit, wenn ich einfach Freunde treffe und besuche. Oder??

Wenn mich zu Hause ein Freund besucht, der "zufällig" Musiker ist und der in meinem Wohnzimmer einen Abend lang Musik macht, weil es uns Spaß macht, muss ich ihn dann auch bezahlen?? Wenn ich zusammen mit ein paar Freunden ein Ferienhaus miete und dort ein paar Tage Urlaub mache - und wir dort zusammen Musik machen (oder auch nicht - das ist letztlich völlig nebensächlich für die Argumentation), dann müssen wir das Ferienhaus gemeinsam bezahlen - ist doch vollkommen logisch. Oder etwa nicht??

Genauso ist es doch letztendlich mit dem LT - hier treffen sich Freunde, weil sie sich treffen möchten. Nebenbei machen einige von ihnen "zufällig" Musik und haben Spaß daran, dies mit anderen zu teilen. Und neue Bekannte (dazu zählst du genauso wie ich, denn ich war auch noch nicht bei einem LT) werden freundlicherweise eingeladen, dabei sein zu dürfen. Woraus leitet sich dabei ein Recht oder auch nur eine leise Idee ab, dafür Geld zu bekommen? Sorry, da komme ich auch nach vielen, vielen Beiträgen und Argumenten und Rechtfertigungen von dir einfach nicht mit ...

Wenn hier so gehandelt würde, wie du es dir vorstellst und immer wieder "vorschlägst", dann würden viele Kosten an sehr wenigen Leuten hängenbleiben. Denn dann müssten alle, die da öffentlich auftreten, bezahlt werden, denn es kann wohl nur gleiches Recht für alle gelten - oder siehst du das etwa auch anders? Wenn diese "alle" dann auch alle noch freie Kost und Logis bekämen, wohlmöglich auch noch Fahrtkosten - dann würden die Kosten insgesamt um ein Vielfaches höher werden - und das müssten dann die wenigen Teilnehmer, die "nur" Zuschauer sind, auffangen - plus der vielleicht - hochgerechnet - 20 weiteren Zuhörer von außen. Du willst von den dafür in Aussicht gestellten 100 Euro Wurstsemmeln kaufen - vermutlich für dich alleine, denn an all deine Kollegen, die ja auch dabei sein werden, scheinst du nicht eine Sekunde lang zu denken ...

Dann kann ich es nicht lassen, auch noch mal auf deine "Argumentation" zu Michas Situation einzugehen. 1. wissen wir alle nicht bis ins letzte, worin Michas Probleme mit dem Vermieter wirklich bestehen (jedenfalls nicht aus der Diskussion hier im Forum), denn das hat er nicht eindeutig gesagt. Schon deshalb verbietet sich jegliche Herstellung eines Zusammenhangs. 2. wäre - wenn überhaupt - die einzige Möglichkeit dafür überhaupt nur, wenn Micha seine Miete nicht mehr zahlen würde, weil nicht könnte, weil er durch seine Liedermacherei nicht genug verdient. Weder das Eine noch das Andere ist hier wohl der Fall - also was soll das?? Nur weil Micha mal nebenbei erwähnt hat, dass manchen Leuten sein "Künstlerdasein" ein wenig suspekt ist, heißt das nicht, dass er kein Geld hat, weil er ein ebensolcher ist. Und das genau hast du letztendlich behauptet, wenn du sagst, wir seien "schöne Fans" und damit aussagst, wir würden ihn hängen lassen - und dahinter steht wieder die nicht ausgesprochene Aussage, "seine Fans" würden ihm nicht genug zahlen, um seine Miete zahlen zu können. Und damit unterstellst du ihm wiederum, er würde genau das tun - seine Miete nicht zahlen.

Man könnte einen endlosen Schwanz daraus machen - auf jeden Fall geht diese willkürliche Herstellung eines Zusammenhangs wirklich einen Schritt zu weit. Solche Unterstellungen kann man niemandem unterschieben - schon gar nicht, wenn man ihn (oder sie, nämlich "alle Fans von Micha") gar nicht kennt.

Leider ohne Hoffnung, dass irgendetwas von dem, was hier schon viele versucht haben zu sagen, bis zu dir durchdringt,

Lisa
Holtzwurm     geschrieben: 19.04.2005 21:32  aktualisiert: 19.04.2005 21:32

 Re: ... immer merkwürdiger
Mooooment mal, liebe Lisa,

darum:
Zitat:
wurde eingeladen, um sich zu profilieren oder damit Geld zu verdienen,


ging es von vorneherein nicht. Lies im Zweifelsfalle nach. Ich führe die Diskussion ja nicht umsonst öffentlich und rekonstruierbar.

Zitat:
Wenn mich zu Hause ein Freund besucht, der "zufällig" Musiker ist und der in meinem Wohnzimmer einen Abend lang Musik macht, weil es uns Spaß macht, muss ich ihn dann auch bezahlen??


Natürlich nicht. Aber wenn es spät geworden ist und er ganz woanders wohnt, wirst Du ihm doch hoffentlich ein Gästebett (falls vorhanden), eine Couch oder zumindest eine Ecke anbieten, wo er seine Isomatte ausrollen kann und ihn nicht aus der Wohnung werfen mit der Aufforderung, sich ein Zimmer zu mieten oder zu bezahlen. Und hungern lassen würdest Du ihn doch auch nicht, sondern ihm was zu essen geben. Hoffe ich doch wohl. Sonst würde dergleichen vermutlich einmal und nie wieder passieren.

Das Eine ist das LT als "Treffen von Freunden", und als solches finde ich es völlig ok. Ich denke nur, daß es durchaus etwas mehr sein könnte, wenn man sich ein paar Gedanken über seine Konzeption macht. Und da gibt es - ich habe darauf hingewiesen - Modelle, von denen man sich etwas abgucken kann und meiner Meinung nach auch sollte. Sonst bleibt es eben - so leid es mir tut - ein Wochenendtreffen einer - wie ich geschrieben habe - letztlich beliebigen Internet-Community, und daran habe ich nun einmal kein Interesse. Auch nicht, weil ich ja dort "möglicherweise ein paar CDs verkaufen" kann. Das kann ich auch, ohne Geld dafür bezahlen zu müssen und eine weite Reise in Kauf zu nehmen.

Wenn ich - sozusagen "im Dienst der Musik" - unterwegs bin, bezahle ich nicht auch noch dafür. Prinzipiell. Da gibt es für mich schon eine strikte Trennung. Wenn das jemand für arrogant hält, ist das sein Problem und nicht meines.

Was die Sache mit Micha angeht: natürlich stelle ich keinen direkten Zusammenhang her. Aber ich weiß, wie es Kollegen geht, ich weiß, wie sie ackern und kämpfen müssen, und ich weiß, daß es mir vergleichsweise gut geht. Wenn ich dann aber - man kennt sie ja zu genüge - altbekannte und von kunstlosen Brötlern rezitierte Spießerlegenden wie "Hobby zum Beruf gemacht" unter die Nase gerieben bekomme und mir von einer Dame, die in Immobilien macht, anhören darf, daß sie schließlich auch hart arbeitet (was ich - nebenbei gesagt, nicht bezweifle), dann ist da für mich etwas in völliger Schräglage. Da gibt es einen Zusammenhang - wenn auch keinen direkten. Es ist ein Zusammenhang in der Geisteshaltung, die den durchschnitzdeutschen Liedermacher abwertet (Hobby zum Beruf...) und ihn letztlich in Richtung soziales Abseits drängt, was er nicht verdient hat. Da fehlt es einfach - allen Lippenbekenntnissen zum Trotz - an der angemessenen Wertschätzung.

Ich fahre übrigens am 3. Juni nach Berlin zum internationalen Liedermacherfestival
Russkij Akzent und werde dort mit ein paar hundert Leuten drei Tage lang die internationale Liederkunst (Russland, Ukraine, Deutschland, Frankreich, Schweiz u.a.) feiern. Transport, Kost und Logis (im eigenen Zelt) habe ich natürlich frei.

Das wird bestimmt 'ne gute Party mit vielen neuen und fruchtbaren Einflüssen für mich und für die!

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 23:26  aktualisiert: 19.04.2005 23:26

 Re: ... immer merkwürdiger
Hallo Holger!
Lass es doch einfach.
Das LT bleibt das LT, wir wollen das so.
Wir laden uns keine bezahlten Musiker ein.
Und wenn Du in Berlin bist, werde ich mir das mal anhören.


Du meinst wohl das nur Du und Deine Kollegen ackern müssen. Uns fliegt das Geld nur so zu.

Denke auch daran, das die Wertschätzung immer von den Fans kommt
mfg Stephan
StephanH     geschrieben: 19.04.2005 23:48  aktualisiert: 19.04.2005 23:48

 Re: ... immer merkwürdiger
Hallo Stephan.

Zitat:
Lass es doch einfach.


Was? Antworten, wenn falsche Behauptungen im Raum stehen? Ich denke nicht daran!

Zitat:
Das LT bleibt das LT, wir wollen das so.


Ich habe keine Probleme damit, gehe halt nur nicht auf eigene Kosten hin.

Zitat:
Wir laden uns keine bezahlten Musiker ein.


Gings darum irgendwann? Wenn ja bitte wo?

Zitat:
Und wenn Du in Berlin bist, werde ich mir das mal anhören.


Gerne. Weiß noch nicht, wann und wo ich spiele. Vielleicht auch nur am Lagerfeuer - glaube ich aber nicht.

Zitat:
Du meinst wohl das nur Du und Deine Kollegen ackern müssen. Uns fliegt das Geld nur so zu.


Wie kommt Ihr nur darauf? Habe nie dergleichen behauptet.

Zitat:
Denke auch daran, das die Wertschätzung immer von den Fans kommt


Natürlich. Aber Leute, die meinen, Kunst würde in Hobbykellern wachsen und Künstler seien Leute die "ihr Hobby zum Beruf" gemacht haben, damit implizieren, daß die ja letztlich nur ihrem Hobby nachgehen, was deren Unverfrorenheit einschließt, dafür auch noch eine Wurstsemmel und einen Platz auf der Couch zu verlangen, sind keine Fans.

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 20.04.2005 01:01  aktualisiert: 20.04.2005 01:01

 Re: ... immer merkwürdiger
Hallo Holger!

Sei mir gegrüßt! - aber -

Lass es doch einfach gut (oder schlecht) sein. Es führt doch zu nichts mehr.

Und lass doch bitte die Leute zufrieden, die haben dir alle nichts getan. Es ist nicht ihre Aufgabe dich oder mich zu ernähren - ob du dich nun berufen fühlst oder nicht.

Und laß bitte mich aus dem Spiel, da bestehe ich drauf.

Lieben Gruß, Micha
- laß uns irgendwann auf irgendeinem Festival mal wieder jammen. Das wird sicher wieder lustig, aber hier mach doch einfach einen Strich.
kmzweiein     geschrieben: 20.04.2005 01:52  aktualisiert: 20.04.2005 01:52

 Re: ... immer merkwürdiger
Während ich schreibe, schmeißt er mich raus, wenn ich zu lange schreibe... Also das war natürlich ich da oben.

Zitat:
Du willst von den dafür in Aussicht gestellten 100 Euro Wurstsemmeln kaufen - vermutlich für dich alleine, denn an all deine Kollegen, die ja auch dabei sein werden, scheinst du nicht eine Sekunde lang zu denken ...


Klar. Ich bin ja auch zwei Meter breit und kann kaum laufen...

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 23:46  aktualisiert: 19.04.2005 23:46

 Re: Also sooooo was ... (Sky...)
Guten Morgen meine Lieben,

na, das war wohl eine anregende Nacht .

Äh...... jetzt ist soviel über das Liedertreffen geredet worden und über die musizierenden Leute. Hier eine kleinlaute Frage:
Man darf doch wohl auch kommen, wenn man ÜBERHAUPT NICHT SINGT

Damit meine ich natürlich meine Wenigkeit. Ich würde mich aber zum Küchendienst melden und zwar ohne Bezahlung.

Außerdem bin ich gern Publikum!

Schönen Tag wünscht

Marianne

... die das Lästern nicht bleiben lassen kann!
fille     geschrieben: 19.04.2005 07:55  aktualisiert: 19.04.2005 07:55

 Eigentlich wollte ich ja gar nix mehr sagen, aber...
...ich gehör' nun mal auch zu denen, die ihre Klappe einfach nicht halten können :)

Zitat:
Das LT ist ursprünglich einmal ins Leben gerufen worden, weil sich gleichgesinnte Amateure, die sich im Internet zusammengefunden haben, auch einmal persönlich kennen lernen wollten.


Schön und gut. Aber ist Weiterentwicklung was Schlechtes? Man kann mir ja nun wirklich nicht vorwerfen, ich hätte nicht auch konstruktive Vorschläge eingebracht. Wenn es aber zurückschallt: "Nein! Wir sind Schrebergärtner und wollen für alle Zeiten Schrebergärtner bleiben!" dann ist das halt so. Deckt sich aber nun mal nicht mit meinen Zielvorstellungen, meinem Interesse und der Förderung der Kunst, welcher ich mich verpflichtet fühle.

Zitat:
...spießiges Treffen...


Habe ich nirgends so bezeichnet.

Zitat:
Daß dann, im letzten Jahr, auch einer dabei war, der vom Gesang mehr schlecht als recht lebt, das hat das Treffen selbst eigentlich bereichert, zumal von Anfang an klar war, daß hier keine Gage, keine Reise, keine Kost und kein Logis finanziert werden können. (Auch Micha z.B. kam um des Zusammentreffens willens !)


Siehste wohl. Und nun ist er drauf und dran, die Wohnung zu verlieren. Schöne Fans seid ihr mir!

Zitat:
Wo ist dieses sehr merkwürdige Recht eigentlich definiert ?


Nirgends. Es ist eigentlich Naturrecht, was man in einer danaturierten Gesellschaft aber natürlich nicht einfordern kann - es sei denn, man verweigert sich von vorneherein bei Nichtakzeptieren des formulierten Rechtsanspruchs (War das jetzt zu kompliziert?).

Im Ernst: mir stinken diese Lippenbekenntnisse und Tralala-Beileids-Bekundungen bei gleichzeitig deutlich geäußerter Neidhaltung und Mistgunst. Ich wie gesagt gehöre noch zu den Privilegierten, die nicht um Fans betteln müssen, um die Butter aufs Brot zu kriegen. Aber gerade deswegen kann ich mir halt auch leisten, das Maul aufzumachen und Leute, die von "du hältst dich wohl für was besseres" oder "betuchte Wohlstandsbäuche" als Synonym für zahlende Konzertbesucher schwafeln zur Rechtfertigung dessen, daß sie nix in irgendeinen Klingelbeutel tun oder auch nur eine Wurstsemmel und Nachtlager vergönnen für Leute, die sich ernsthaft bemühen, vor den Kopf zu stoßen.

Ich bin ein "Anecker". Das war ich immer schon und werde es wohl auch immer bleiben. Ich bin kein Schweiger und Dulder.

Ich tue das, weil ich es mir leisten kann. Aber für mich tue ich das nicht. Ich tue es letztlich für Euch, auch wenn Ihr noch so quiekt.

Und ich tue es wider völlig irregeleitete Vorstellungen, die tatsächlich glauben, Künstler seien welche, die "ihr Hobby zum Beruf gemacht" haben und allein schon dadurch zu erkennen geben, daß sie von der Kunst nichts - aber auch gar nichts verstehen.

Ich tue es wider die Vorstellung, daß Musik heute schließlich aus der Steckdose kommt und jeder, der von der Musikindustrie nicht durchgefüttert wird, ein Versager ist.

Es käme mir ehrlich gesagt wie Hochverrat vor, diesen völlig verdrehten Vorstellungen durch Schweigen Vorschub zu leisten.

Naja - und deswegen haue ich auch mal auf den Tisch, damit die Krüge hüpfen. Passiert ja niemandem was. Nicht wirklich

Ansonsten werden wir zwei uns mit Sicherheit irgendwann irgendwo kennenlernen. Das muß nicht jetzt in Wien sein, aber wir leben ja hoffentlich noch ein paar Jahre...

Ich möchte aber alle hier bitten, sich meine Worte mal zu Herzen zu nehmen und sie ohne Vorurteil und brüske Ablehnung durchzulesen. Es sind nicht nur meine. Und es geht um ein Stück - meiner Meinung nach lebenswichtiger - Kultur, das einiger Anstrengungen und Engagements bedarf und auch wert ist.

Ach ja. Und was anderes bin ich auch noch: ein unverbesserlicher Sturkopf...

Alles Liebe!
Holger
Holger     geschrieben: 19.04.2005 01:10  aktualisiert: 19.04.2005 01:10

 Re: Liedermachertreffen ohne Liedermacher
Zitat:
Ich und alle anderen werden, das lehrt die historische Erfahrung der letzten Jahre, ein wunderschönes Wochenende in einer - dem Vernehmen nach - wunderschönen Stadt verbringen, wir werden Spaß haben, wir werden Mey´s Ausruf "Freunde, laßt uns trinken !" ausgiebig Folge leisten - und wir werden ganz sicher in diesen vier Tagen nicht an´s Geld denken. Und an Dich schon gleich garnicht !


Was wollen wir wetten, daß ihr letzteress tun werdet. Ok. Ich bin "hinterfotzig", aber ich geh' ja schon...

Alles Liebe!
Holger

Immer noch als "Gast"
Holger     geschrieben: 19.04.2005 03:15  aktualisiert: 19.04.2005 03:15
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