Aktuell online: 9, davon Mitglieder 0 und Besucher: 9 [ Keine Mitglieder online! ]
Klicke das Banner an um zur Startseite zu gelangen


Leser in diesem Thema:   1 Anonyme(r)






Re: Geistiges Eigentum
#7

Benutzerinformationen
Zitat:

Wer die Verwertungsrechte an die GEMA abgibt, erklärt damit zudem sein Einverständnis, daß jeder(!) seine Komposition bzw. einen Text nachspielen, umarrangieren oder verändern darf, und wenn er selbst GEMA-Mitglied ist, dafür auch noch Urheberrechtspunkte sammeln darf.

Bearbeitungen und Übersetzungen können nur mit Genehmigung des Urhebers bzw. Musikverlages angemeldet werden. Und meistens ist die nicht zu bekommen, da der Urheber ja einen Teil seiner Tantiemen abgeben müßte, aber den vollen Betrag auch bei Aufführung der Bearbeitung/Übersetzung erhält, wenn er nicht zustimmt.
Ich hatte bei den paar Übersetzungen, die ich vor über 30 Jahren geschrieben habe, Glück. Anne Sylvestre hat z.B. 50% des Texteranteils abgetreten.
Für ein Lied von Maxime Le Forestier bekam ich einen Vertrag von Montana (Baierlein) zugechickt, in dem sogar der Abdruck festgelegt war. Als ich später mal nachfragte, was aus den Noten geworden sei, hatte Montana das Lied längst weiterverkauft.

Geschrieben: 08.04.2008
Drucke Melden


Re: Geistiges Eigentum
#6

Benutzerinformationen
Hi zusammen,

auch noch mein Senf zum Thema:

1. Ich dokumentiere meine Urheberschaft beim meinen Liedern oft dadurch, dass ich sie in der Lokalzeitung oder im Kirchenblatt veröffentliche.

2. Ich habe aus vielerlei Gründen Probleme mit der GEMA-Mitgliedschaft. Beispielsweise behagt es mir nicht besonders, dass ich Gebühren z.B. für meine eigenen Demos auf meiner Homepage bezahlen soll, sobald ich Mitglied geworden bin. Auch für Auftritte mit meinen eigenen Liedern gilt das. Ich bezahle Gebühr für meine eigenen Lieder - bekomme aber wieder eine Ausschüttung dafür - und blödsinnigerweise ist die Ausschüttung kleiner als die Gebühr, da ich noch die Verwaltungsgebühr mitbezahlen muss. Dazuhin dauert es einige Zeit bis die GEMA etwas auszahlt, da sie erst etwas auf dem Konto anhäuft (und Zinsen kassiert), bis sie ausschüttet.

3. Es gibt übrigens auch Versuche von Musikern ähnlich wie bei freier - kostenloser - Software (Stichwort: Linux = OpenSource-Software) freie Musik ohne Rechtebeschränkung für Normalhörer anzubieten. Nur für die evtl. kommerzielle Verwendung der Lieder wird dann was verlangt. Nun fragt man sich natürlich, womit der Musiker dann sein Geld verdient Aber ein Titel, der im Internet heruntergeladen und verbreitet werden darf, ist der Karriere vielleicht förderlicher, als andere Formen.
Das unsägliche "Schnappi-Krokodil" ist dadurch in die Charts gekommen, weil es im Internet verbreitet worden ist. Interessanterweise wurden die Leute, die es auf ihren Pages gehabt haben, dann alle kostenpflichtig abgemahnt, als es die Hitparade stürmte.Die Plattenfirma hat dann beschwichtigend bekanntgeben, dass sie ja auch anerkennen, dass der Titel nur dadurch bekanntgeworden ist - deshalb würde man sich human verhalten und die geringstmöglichste Abmahngebühr (372 €) verlangen (welch ein Altruismus - richtige Gutmenschen sozusagen)
Siehe auch: Schnappi-Abmahnungen

GEMA, Urheberechte und Aufführungsrechte sind wirklich ein unerschöpfliches Thema, da kann ich den Vorredner(innen) nur beipflichten. Momentan bin ich auch voll mit der Thematik beschäftigt, weil die erste CD ansteht.

Grüße vom Barden (Michael Nr. X)

Geschrieben: 23.04.2005
_________________
Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst.
Drucke Melden


Re: Geistiges Eigentum
#5

Benutzerinformationen
Um meinen Senf auch noch dazuzugeben:

1. Vorsicht mit der GEMA-Nummer! Die GEMA ist eine reine Verwertungsgesellschaft, die weder Urheberrechte verteidigt noch sie überprüft! Im Urheberrechts-Streitfall hat also eine GEMA-Eintragung als solche keinerlei Rechtswirksamkeit. Das wissen viele nicht. Die GEMA wird erst interessant, wenn einem die Verwertung der eigenen Rechte über den Kopf wächst - etwa, weil man die Rundfunkanstalten nicht mehr kontrollieren kann, die einen in die Airplays nehmen.

Wer die Verwertungsrechte an die GEMA abgibt, erklärt damit zudem sein Einverständnis, daß jeder(!) seine Komposition bzw. einen Text nachspielen, umarrangieren oder verändern darf, und wenn er selbst GEMA-Mitglied ist, dafür auch noch Urheberrechtspunkte sammeln darf.

So kommt es u.a. dazu, daß im Originalsong von "John Lennon" die Textzeile steht: "Imagine... and no religion too", aber mittlerweile katholikentaugliche Versionen kursieren, die daraus "... one religion too" gemacht haben. Für dieses sinnentstellende Ins-Gegenteil-Verkehren kriegt der Verantwortliche dann auch noch Geld.

GEMA ist also nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Und es gibt namhafte Beispiele: wer Lieder des Texter/Komponistengespanns Brecht/Weill vortragen will, braucht dafür die Einwilligung der Erbengemeinschaft.

2. Der billigste und von den meisten songschreibenden Musikern gewählte Weg ist der, wie ihn auch Zodiak beschrieben hat: einfach das nötigste Material (Skripte, Aufnahmen, Noten o.ä.) per Einschreiben an sich selbst schicken und - nicht vergessen(!) - keinesfalls öffnen.

3. Ein einfacher Weg, der mit - allerdings relativ geringen - Kosten verbunden ist, ist die Eintragung in die Urheberrolle beim Patentamt. Er setzt allerdings das Vorhandensein eines Pseudonyms oder Bandnamens voraus. Meine Eintragung damals hat 150 DM gekostet, und seither brauche ich alles, was ich jemals tun werde und wofür ich Urheberrecht proklamiere, nur noch ans Patentamt schicken. Die führen dafür meine Akte sauber und gewissenhaft, und ich kann jederzeit als Beweismittel darauf verweisen. Das mal so als Tip für Leute, die längerfristig planen und keinen Berg ungeöffneter Kuverts herumliegen haben wollen.

4. @Sky: ganz so einfach wie mit dem Pfeifen-im-Wald-Beispiel verhält es sich nicht. Du mußt Deine Urheberschaft schon irgendwie 'proklamieren', um die Verwertungsrechte beanspruchen zu können. Und das Nachpfeifen einer Melodie ist ohne verwertende Absicht kein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Alles Liebe!
Holger

Geschrieben: 22.04.2005
Drucke Melden


Re: Geistiges Eigentum
#4

Benutzerinformationen
Hallo Sky, hallo Zodiak,

vielen Dank für euren kundigen Rat, ich werde es weitergeben.

Der einfache Vertrag erscheint mir ein geeignetes Instrument zu sein. Etwas raffinierter ist ja das Einschreiben an sich selbst.

Die Musik besteht erstmal auf dem Papier. Es gibt da ein Programm, wo man die Komposition gleich anhören kann. Leider sind noch nicht alle Mitglieder der Gruppe soweit, dass es schon aufnahmetauglich wäre.

Aber vielleicht könnte man die Partitur einfach ausdrucken und mit der Unterschrift den Urheber belegen?

Liebe Grüße, Marianne

Geschrieben: 22.04.2005
_________________
At the risk of offending an atheist: God bless you.

Leonard Cohen
Drucke Melden


Re: Geistiges Eigentum
#3

Benutzerinformationen
Hallo Marianne,

Skywise hat ja eigentlich schon alles Wesentliche gesagt, hier noch einige kurze Anmerkungen:

In deinem Posting geht es um zwei unterschiedliche Rechte: einmal um das Urheberrecht (in diesem Fall Komposition und Text) sowie um das Nutzungsrecht (in diesem Fall Aufführung, Publizierung etc.).

Urheberrechte verbleiben bei den Urhebern und können nicht veräußert werden.
Veräußerlich sind dagegen Nutzungsrechte, und das in vielfältiger Form: zeitlich und räumlich beschränkt, als 'einfache' oder 'ausschließliche' Nutzungsrechte und und und. Das ist eine Wissenschaft für sich, aber wenn man mal ne Stunde gezielt googelt, ist man schon wesentlich schlauer.

Ich würde mit Skywise meinen, dass so ein Vertrag zunächst nicht schlecht ist.
Um die Urheberschaft an ein Datum zu knüpfen, würde ich dem Komponisten empfehlen, vorher den betreffenden Song mit den Urheberangaben und Noten auf eine CD zu brennen und als Einschreiben an sich selbst zu adressieren. Natürlich sollte die Sendung nicht geöffnet werden.

Die seriösere Variante besteht darin, diesen Umschlag bei einem Notar zu hinterlegen, was auch sehr verbreitet ist, jedoch den (Hobby-)Musiker-Geldbeutel extrem schmälert.
Auf diese Weise lassen sich auch Bandnamen bzw. -logos, die ja auch oft zu Streitobjekten werden, hinterlegen.

Dies alles sind reine Vorsichtsmaßnahmen, da wir in Deutschland - anders als in den angloamerikanischen Ländern, wo du dich als Urheber zwingend in ein Copyright-Register eintragen musst - keine explizite Urheber-Registrierung benötigen. Du bist also solange der Urheber, bis dir jemand das Gegenteil beweisen kann.

Skywise' GEMA-Tipp, was das Mitverdienen betrifft, ist natürlich richtig.
Allerdings sollte man sich in der U-Musiksparte keine Illusionen über die Höhe der Tantiemen machen: da muss der Dudelsackspieler schon ordentlich unterwegs sein (vor allem auf GEMA-gemeldeten Veranstaltungen spielen) und Rundfunkeinsätze haben, bevor der Urheber auch nur seine GEMA-Aufnahmegebühr und den Jahresbeitrag wieder drin hat. Das ändert sich jedoch schlagartig, sobald man in die Verkaufscharts gelangt.

Klar, formell ist das Recht auf der Seite des Urhebers. Aber sich abzusichern, z.B. mit einer GEMA-gemeldeten Erstveröffentlichung, kann nicht schaden, auch wenn die GEMA lediglich eine Anmeldung der Urheberschaft entgegennimmt bzw. dokumentiert und sie nicht verfechtet, weil das nicht ihr Auftrag ist.

Dieses Rechte-Thema ist ungeheuer komplex, nicht umsonst beschäftigen die Musik-Konzerne Armadas von Fachanwälten. Als "Normalo" hat man kaum eine Chance, die Materie flächendeckend zu überschauen...

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es einfach nicht - das ist wie beim Sex .

So ist es jungen Bands eher anzuraten, sich ein solides Equipment anzuschaffen, als die Euros zu Notaren oder zur GEMA zu tragen, um ihre ersten selbstgeschriebenen drei Songs zu schützen.

@ Skywise: Hihi - nettes Beispiel mit der schrägen Melodie im Wald.
Kommt daher die berühmte Redensart "Das Pfeifen im Walde?"

Liebe Grüße
*zodiak*

Geschrieben: 22.04.2005
_________________
<°))))>< <°))))>< <°))))><
Drucke Melden


Re: Geistiges Eigentum
#2

Benutzerinformationen
Zitat:

fille schrieb:
So, jetzt die Fragen:

1. Wie kann man verhindern, dass es eines Tages heißt, der Komponist habe das Stück selbst geklaut, wenn er es dann mit SEINER Band spielt?

Da gibt es einen sehr, sehr einfachen Weg:
man nehme ein Blatt Papier, schreibt darauf das Datum und den Text / die Melodie, schreibt noch dazu, daß Person A der Urheber dieses Stücks ist und Person B die Erlaubnis erteilt, diese Elemente zu verwenden, dann setzen beide ihren Otto drunter, jeder erhält eine Kopie und fertig.
Das ist ein ganz einfacher Vertrag, der A davor schützt, daß B dieses Werk als sein geistiges Eigentum ausgibt (immerhin existiert ja ein Beweis für das Gegenteil) und B davor schützt, von A aufgrund einer Urheberrechtsverletzung verklagt zu werden, da A B ja die Erlaubnis schriftlich erteilt hat. Wenn man solche Sachen im Vorfeld macht, hat man immer was Schönes in der Hand, das einem im Zweifelsfall als Notbremse dienen kann.
Wie die äußere Form ist, ist zunächst mal egal, meinetwegen kann das ganze Geschäft auch über einen Bierdeckel laufen oder auf einer Klorolle festgehalten werden, aber was Schriftliches ist in jedem Fall etwas Feines.

Zitat:
2. Falls der andere damit einmal Geld verdienen sollte (man weiß ja nie....), wie kann der Komponist etwas vom Kuchen abbekommen?

Daaaaas ist ein Problem. Am sichersten dürfte wohl sein, sich bei der GEMA zu registrieren und das Stück anzumelden. Am zweitsichersten wäre das berühmt-berüchtigte "Vertrauen" - auch dafür setzt man am besten einen Vertrag auf (siehe oben) über die genaue Vorgehensweise und das Entgelt bei Spielen des Stückes; allerdings ist das mit der Kontrolle so ein großes Problem. Bei solchen Verträgen wie unter 2. schwingt immer so eine sonderbare Stimmung mit ...

Zitat:
Wie allgemein bekannt ist, haben junge Musiker kein Geld um sich irgendwie rechtlich abzusichern. Ist das Recht automatisch auf der Seite des Komponisten (Stichwort - geistiges Eigentum)? Reicht ein Zeuge um später etwas beweisen zu können?

Grundsätzlich ist das Recht auf der Seite des Urhebers und das sogar eigentlich ohne einen Zeugen. Du kannst auch eine stumpfsinnige und schräge Melodie mitten im Wald vor Dich hinpfeifen - wenn sie noch kein anderer niedergeschrieben hat, ist bereits im Augenblick des Entstehens das Urheberrecht zuständig. Krass formuliert: wenn einer neben Dir im Wald läuft und diese Melodie ohne Deine Erlaubnis mitpfeift, kannst Du schon in diesem Augenblick den Anwalt verständigen
Nachteil: der Nachweis, daß die Melodie in diesem Fall tatsächlich von Dir stammt, ist natürlich problematisch, wenn niemand neben Dir herläuft.
Also: Zeuge reicht, da somit der Nachweis erbracht wäre, Scheiße ist nur, wenn der Zeuge die Fronten wechselt oder unter chronischem Gedächtnisverlust leidet. Schriftlich ist in jedem Fall besser, sofern man über eine vernünftige Ablage verfügt und nicht jedes Dokument nach einigen Tagen behandelt wird wie eine Windel ...

Soweit der erste Umriss - vielleicht kann ja noch ein "Geübter" ein paar wertvolle Hinweise beisteuern

Gruß
Skywise

Geschrieben: 21.04.2005
Drucke Melden


Geistiges Eigentum
#1

Benutzerinformationen
Liebe Kenner der Musik-Branche,

ich bin sicher, es gibt hier jemanden der mir Auskunft geben kann!

Ich kenne in meinem Umkreis einige junge Musiker, die sowohl

- Musik machen, als auch
- Musik und Texte selbst schreiben

und es ist folgende Problematik aufgetaucht:

Einer komponiert ein Stück für seine Band (Gitarren, Schlagzeug, Akkordeon, Geige, Bass und Dudelsack). Ein anderer Dudelsack-Spieler hört dieses Lied und bittet darum, es verwenden und zu einem anderen Stück umbauen und verwenden zu dürfen.

So, jetzt die Fragen:

1. Wie kann man verhindern, dass es eines Tages heißt, der Komponist habe das Stück selbst geklaut, wenn er es dann mit SEINER Band spielt?

2. Falls der andere damit einmal Geld verdienen sollte (man weiß ja nie....), wie kann der Komponist etwas vom Kuchen abbekommen?

Wie allgemein bekannt ist, haben junge Musiker kein Geld um sich irgendwie rechtlich abzusichern. Ist das Recht automatisch auf der Seite des Komponisten (Stichwort - geistiges Eigentum)? Reicht ein Zeuge um später etwas beweisen zu können?

Das sind (nicht) nur theoetische Fragen.

Vielen Dank für Hilfe

Marianne

Geschrieben: 21.04.2005
_________________
At the risk of offending an atheist: God bless you.

Leonard Cohen
Drucke Melden








[Erweiterte Suche]


Weitere Optionen...
Login

Mitgliedsname:

Passwort:

Autologin

Passwort vergessen?

Registrieren

Was gibts Neues?
  H  W  M 
Forenbeiträge02081
Mitglieder543161
Heute · Woche · Monat
cms: xoops | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss