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Aw: Mach's gut, Hannes!
#2

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Sehr schöne Anekdoten, Marc!
Und schön geschrieben!
Vielleicht darf ich auch ein paar beisteuern?
Es war nach einem Konzert in Elmshorn, als Hannes plötzlich ganz alleine in der Theaterbar saß, vor sich einen Roten. Da nahm ich, zusammen mit meinem Kumpel, all meinen Mut zusammen (boa wie mein Herz pochte) und fragte ob wir uns zu ihm setzen dürften, was er bejahte. Und weil ich ahnte, daß das vielleicht mein einziges "echtes" Gespräch mit ihm werden würde, fing ich auch gleich an:
Zunächst lobte ich ihn dafür das er nicht zu denen gehöre, die ständig die Begriffe Lokführer und Zugführer durcheinanderbringen (in seinem "Lied vom Tod," allerdings nur in der Fortsetzung, die Experten werden es wissen). Und das er ja wohl der bisher einzige sei, der sich mit der Problematik "was das mit den Lokführern macht" in Liedform beschäftigt hat. (Sowas kann eben nur Hannes)! Dann zeigte ich ihm mein Bild vom Weißdornbusch von Langenklint, auf dem ich genau wie er davor posiere (habe das Bild quasi nachgestellt). Er meinte dann, das der Busch auf meinem Bild viel schöner blühen würde als auf seinem im Booklet zum Album "Mal angenommen."
Und auf meine Frage, ob da wirklich Merlin der Zauberer darunter liegen würde meinte er, er habe diese Geschichte einfach kurzerhand in den Kreis Steinburg verlegt...
Aber noch bevor wir ihm "auf den Senkel" gehen konnten verabschiedeten wir uns schon selbst von ihm, schließlich sind wir pflegeleichte Fans!
Was bleibt von seinem letzten Konzert?
Ich hatte mir ja gewünscht das es ein ganz normales werden sollte, und so war es auch. Aber manchmal dachte ich doch: Ob da jetzt wirklich nicht doch ein Überraschungsgast kommt? Anhand der Mikrofonierung konnte ich ja sehen das da nichts vorbereitet war. Allerdings: Ein zusätzliches Mikro aufstellen und anschließen, das wäre ja wohl ohne großen Aufwand möglich gewesen!
So gab es aber den typischen Wader, sehr schön!
Und auch im letzten Konzert gab es für mich noch zwei Premieren:
"Kokain", noch nie zuvor live gehört (also gerade noch rechtzeitig) und "Ankes Bioladen", ein Lied das mir noch gänzlich unbekannt war.
Noch eine Anekdote steuerte meine Freundin bei, die sich nach dem Konzert ein Plakat kaufte. Macht sie sonst auch nicht unbedingt, aber es war für einen guten Zweck (auch dafür nochmal ein Lob an dieser Stelle)! Und dann wollte sie aber das Ben Ahrens da unterschreibt, was ihn doch sehr überrascht hat. So häufig wird der Wunsch wohl nicht an ihn herangetragen. Da musste dann erst mal ein vernünftiger Filzer besorgt werden. Und dann hat er es auch mit sichtlich großer Freude signiert!
Ein rundum gelungener Abend mit Hannes, wie so viele schon.
War es der letzte?
Wir werden sehen!
Mein erster Eindruck vom Tempodrom?
Fast ein bischen zu groß für mich, ging aber noch.
War auch gar nicht ungemütlich.
Aber: Getränke in Wegwerfbechern, das geht gar nicht!!!
Die Betreiber wissen wohl noch nicht was die Umweltstunde geschlagen hat.
Natürlich mit Pfand, damit wir auch ja nichts zwischen die Sitze werfen.
Am Abwasch sparen, an der Reinigung sparen, aber astronomische Eintrittspreise aufrufen, so haben wirs gern!
Aber das Fass mache ich jetzt nicht weiter auf!

Euer Olli

Geschrieben: 05.12.2017
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Mach's gut, Hannes!
#1

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Ihr Lieben,

und nun ist auch Hannes' Abschiedskonzert eine Erinnerung. Ein letztes Mal haben wir gemeinsam "Sag mir, wo die Blumen sind" gesungen, ein letztes Mal hat sich Hannes verbeugt, ein letztes Mal haben wir ihm zugewunken - und dann war das Abschiedskonzert im Berliner Tempodrom vorbei, so wunderbar und überraschend unaufregend, fast so, als würde es morgen noch ein Konzert geben und übermorgen noch eines und danach noch eines. Manch einer meinte es in den letzten Wochen gut mit mir und vertröstete mich: Der Mann ist 75, da darf man schon mal in Rente gehen, Marc, das ist kein Grund, melancholisch zu werden. Doch, sagte ich. Natürlich, Hannes' Lieder bleiben, sie werden mich weiter begleiten und ich hoffe und wünsche mir sehr, dass Hannes sein Versprechen halten wird und weiter Lieder schreiben wird. Was ist es dann, was mich so melancholisch stimmt?

Jedes Frühjahr und jeden Herbst habe ich mich auf Hannes' Tourneen gefreut, ungeduldig den Vorverkauf erwartet. Seit wie vielen Jahren? Genau weiß ich es nicht mehr. Vier Konzerte im Frühjahr, vier im Herbst, mal habe ich ein paar weniger, mal ein paar mehr besucht, zuletzt waren es ein paar mehr, die Autofahrten wurden länger, kein Weg wurde zu lang, um Hannes noch einmal zu sehen. Die Konzerte taten gut, jedes war anders, die Lieder machten Mut für den Tag danach. Wie viele Orte habe ich gesehen, deren Abfahrten ich andernfalls wohl nie abgefahren wäre? Wie hieß noch dieser kleine Ort an der Weser, wo Hannes vor vielen Jahren in einer kleinen Turnhalle auftrat...? Und war es in Höxter oder in Detmold, wo Hannes zum allerersten Mal "Alter Freund" aufführte? Stürzte Peter Ledebur in Bremen über eine Gitarre oder in Braunschweig? In Frankfurt gab Hannes mal eines seiner seltenen Open-Air-Konzerte - im strömenden Regen! Wo habe ich nur das ulkige Foto von Michael, Constanze und mir in völlig durchnässten Regenjacken? Wie viele Stadthallen, Aulen, Hörsäle und Konzerthäuser habe ich gesehen? Wie oft bin ich am Verkaufstisch von Ben Ahrens vorbeigeschlichen, im Wissen, jede Platte zu haben, aber vielleicht... - man weiß ja nie. Wie viele Brezeln habe ich verputzt? In Einbeck gab es diese verdammt leckeren Brötchen, liebevoll vom Kulturverein geschmiert, in Langenhagen gab es immer diesen besonderen Stand mit Käsebrezeln. Der lange und intensive Applaus in der Hamburger "Fabrik" hallt heute noch in mir nach und noch gut erinnere ich mich an die intime Atmosphäre im Hildesheimer "Vier Linden". Als Hannes vor vielen Jahren ein Konzert in meinem Heimatstädtchen gab, führte ich mit ihm ein langes Gespräch für unser Stadtmagazin. Daraus erwuchs Jahre später eine schöne Zusammenarbeit mit Robert Weißenberger, die mir sehr viel Freude bereitete. Und dann waren da natürlich all die vertrauten Gesichter im Publikum, mit denen man ins Gespräch kam. Mechthild und ihre Schwester aus Süddeutschland lernte ich kennen, denen wie mir kein Schnitzer entging. Wie oft trafen wir uns in der 1. Reihe und scherzten: "Na, auch wieder bei Hannes?" Als wäre es gestern gewesen, sehe ich mich mit meiner damaligen Freundin im gemeinsamen Konzert von Hannes und Allan Taylor im Hamelner Theater. Was für ein Abend, was für ein Zusammenspiel! Aber meine Freundin - sie pennte ein und schnarchte! In der 1. Reihe! Man, war mir das peinlich. Gestern Abend traf ich mich zum letzten Konzert mit lieben Freunden aus Berlin. Es tut gut, Konzerte gemeinsam erleben zu können, Erinnerungen und Eindrücke zu teilen. Und es war schön, so viele vertraute Gesichter wiederzusehen.

So könnte ich mir Erinnerung um Erinnerung ins Gedächtnis rufen, die mich reich und glücklich machen. "Man vergisst nichts, nichts!", sagte Reinhard bei seiner letzten Tour. Und genauso so ist es! Vielleicht ist dies dann wirklich ein Grund, nicht melancholisch, sondern vor allem dankbar zurückzublicken.

Danke, Hannes, mach's gut!

Marc

Geschrieben: 01.12.2017
_________________
So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.


Hannes Wader
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