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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#8

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Liebe Leute,
fast solange wie dieser Beitrag schlummert ist nun das Buch in meiner Obhut.
Ich muss zugeben, dass ich an meinem Vorhaben gescheitert bin es durchzuarbeiten. Es gab 3 ernsthafte Versuche, aber alle sind "versandet". Die Erkentnisse davon und von gelegentlichen Stipvisiten haben kein Ergebnis gebracht, welches ich hier guten Gewissens vorstellen könnte. Ich habe eine ganze Menge für mich gelernt, aber die Informationen sind so vielfältig, dass mir eine Zusammenfassung nicht gelingen will.

Nun will ich das Buch gern jemandem weitergeben, der vielleicht weniger Mühe und mehr Gewinn daraus zieht.

Ich bin nicht sicher, ob es da schon Anwärter gab. Bitte meldet Euch halt hier oder per PN.
Herzlich Clemens

Geschrieben: 17.05.2012
_________________
...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)

Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#7

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Hallo Reino,

nicht zwangsläufig - ein Künstler kann ja auch heute noch, in der Tradition des Volks- oder vor allem des Kunstlieds, Lieder "machen" statt Songs.
Wobei m.E. zu unterscheiden wäre zwischen der Form ("Lied"/Song") und der Künstler(eigen)bezeichnung "Liedermacher/Songschreiber". Dies muss ja nicht unbedingt deckungsgleich sein.

Nichtsdestoweniger führt es zu weit, wenn ich auf diese knapp formulierte Frage jetzt versuche sorgfältig zu antworten.

Und deshalb weise ich bei Interesse auf Kapitel 1 des Buches hin. Dieses heißt "Der Song" und beschäftigt sich mit all diesen Fragen. Vor allem in den Abschnitten "Lied" (S. 30f.), "Liedermacher und Songschreiber" (S. 35f.), "Song" (S. 41f.), aber auch in den Überblicken "Volkslied und Ballade" (S. 61f.) und "Folksong" (S. 94f.) wird all das angesprochen.

Gruß
Ole

Geschrieben: 15.11.2010
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#6

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Und wie passen die Liedermacher rein, die ja, entgegen ihrer Bezeichnung, dann Songs schreiben?

Geschrieben: 13.11.2010
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#5

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Zitat:

Reino schrieb:
Was hast du da für Quellen und Kriterien?
Ich kenne keine Unterschiede, außer man nimmt die "Nachrichter" ernst:

[...]
Wir singen jetzt einen Song ...

("Song von den brennenden Zeitfragen", 1932)


Hallo Reino,

ich könnte jetzt entweder einen kleinen Aufsatz schreiben oder auf das Buch verweisen... aber ich versuchs mal in kürzester Form so:

Ich nehme die "Nachrichter" - eins meiner Lieblingszitate übrigens - insofern ernst, als dass das Zitat beweist, dass die häufig geäußerte Meinung, der Begriff Song wäre in Deutschland erst im Zuge des Rock'n'Roll aufgekommen, falsch ist.

(Siehe hierzu z.B. - nur mal als besonders schönes Beispiel - den Wikipedia Eintrag zum "Lied" - dort heißt es: "In jüngerer Zeit [!!!] wird im deutschen Sprachraum vorwiegend im Bereich der moderneren Musik das Wort Lied zunehmend durch den Anglizismus Song ersetzt.")

Es gibt meiner Meinung nach zahlreiche Unterschiede zwischen einem "Lied" und einem "Song". Dabei begreife ich "Lied" als einen großen Überbegriff und finde es präziser, den Song als besondere und unterscheidbare Sonderform zu beschreiben.
Ich greife mal ein paar Unterschiede heraus:

- Ein "Lied" braucht keine Musik! Der Begriff "Lied" meint eine besondere Form von Lyrik:
"Lieder" - das ist die engstmögliche Definition, müssen zwar theoretisch singbar sein (eine "potentielle Sangbarkeit" des Textes haben, sagt Peter Wicke) - aber eben überhaupt nicht zwangsläufig eine begleitende Musik haben (siehe z.B.: "Das Lied von der Glocke").

Dagegen gibt es keinen Song ohne die Verbindung aus Text und Musik - höchstens einen auch als Sonderform gekennzeichneten Song ohne Text ("Instrumental"(-song)).


- Der Begriff "Lied" verweist immer kulturgeschichtlich auf zwei Kunstformen, die beide nur ganz wenig mit dem Song zu tun haben. "Lied" weist entweder auf das:

a) "romantische Kunstlied".
So wird der Begriff "Lied" auch international gebraucht, so z.B. im englischsprachigen "Cambridge Companion to the Lied" oder im Französischen Wort "le Lied".
Das romantische Kunstlied unterscheidet sich jedoch vom Song u.a. durch die nicht populärkulturelle Einbindung, die Existenz von schriftlicher Fixierung (Partitur), den ausgebildeten Berufsmusikern als Interpreten und weiterem.

Oder "Lied" bezieht sich auf die Tradition des
b) Volkslieds
Grundlegend für das Volkslied ist u.a. (so z.B. Jörg Kramer, Hermann Danuser, Gero von Wilpert u.a.) die mündliche Tradierung, die Existenz unterschiedlicher Textfassungen, die Nichtexistenz von bestimmbaren Urhebern, Textern und/oder Komponisten.
All das ist im Song anders. Und so kann es "moderne" oder "zeitgenössische" Volkslieder geben & Songs.

Verkürztes Fazit:
Ein Song - definiert als Kunstform, die IMMER sowohl Musik als auch Text hat, deren Ästhetik im weitesten Sinne populärmusikalisch ist und die Urheber, Texter, Komponist kennt, die schließlich sowohl musikalisch als auch textlich auf die Songgegenwart zielt und nicht wie das traditionelle Volkslied "aufbewahrt" (Herder), ist eine Sonderform, und es führt zu Durcheinander, wenn man hierfür den Begriff "Lied" verwendet.

Deshalb macht es Sinn, wenn Brecht z.B. zahlreiche Stücke "Song" nennt, weil eben all diese Kategorien gelten. Oder wenn Dieter Burdorf fordert, der "Song" zeige eine "Entfernung von Mustern der klassischen Musik" (also nicht: Kunstlied) und er habe "statt folklorenaher Anonymität individuelle Gestaltung durch einen Autor und Komponisten (oft in einer Person vereint) und Sänger (alternativ Gruppe)" (also nicht: Volkslied).

Aber wie gesagt, das ist jetzt fürchterlich verkürzt und umfasst nicht die Fragen: Seit wann gibt es Songs als eigene Kunstform? Was sind seine besonderen Elemente? Wo liegt also der Unterschied von Songtext und Liedtext? Wie passen Begriffe wie "Ballade", "Chanson", "Schlager" usw. da hinein. usw.

In der Hoffnung, nicht allzusehr verunklart zu haben durch das Stichwortartige,
Gruß

Geschrieben: 12.11.2010
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#4

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Zitat:
Von besonderem Interesse dürften zudem einige Abschnitte des einleitenden Teils sein, in denen ich untersuche, wo der Unterschied zwischen "Lied" und "Song" liegen

Was hast du da für Quellen und Kriterien?
Ich kenne keine Unterschiede, außer man nimmt die "Nachrichter" ernst:

Wenn man gut singen kann, singt man ein Lied.
Wenn man weniger gut singen kann, singt man ein Chanson.
Wenn man gar nicht singen kann, singt man einen Song.
Wir singen jetzt einen Song ...

("Song von den brennenden Zeitfragen", 1932)

Geschrieben: 12.11.2010
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#3

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Hallo!

nun habe ich mich auch (endlich) mal angemeldet - dann kann ich direkt auf Kommentare und Kritik reagieren :-)

@ Marc:
Großartig, dass Deine Examensarbeit hier zu lesen ist. Leider war das Manuskript schon abgeschlossen im Juli 2010, sonst hätte ich sie in jedem Fall noch in die Bibliographie aufgenommen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es eine zweite Auflage :-) In jedem Fall habe ich mir Deine Arbeit heruntergeladen und werde sie sorgfältig lesen.

Und ansonsten weise ich schnell noch auf ein, wie ich finde richtig gutes und spannendes, 20-Minuten Feature zum Thema von der Journalistin Veronika Bock hin. Der Beitrag lief letzte Woche in WDR5 in der Sendung "Neugier genügt" und trägt den Titel: "»Sex mit Hitler oder Deutschland Katastrophenstaat«".
Besonders gefällt mir darin die Kombination aus Songbeispielen und O-Tönen, die ein wenig die Geschichte des politischen Songs erzählen. Ich weiß nicht, wie lange das noch online zu hören ist, im Augenblick geht das noch und zwar hier:
http://www.wdr5.de/sendungen/neugier- ... nd-katastrophenstaat.html

Es grüßt
Ole


Geschrieben: 11.11.2010
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Aw: „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#2

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Hallo Doro,

schon spannend - da sich meine Examensarbeit mit einem verwandten Thema beschäftigt hat, bin ich an den Ansätzen von Ole Löding natürlich interessiert. Beim Trancsript Verlag sind das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung der Arbeit hinterlegt.

Ich werde das Buch lesen (36 Euro - uff) und Euch davon berichten.

Viele Grüße,
Marc

Geschrieben: 11.11.2010
_________________
So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.


Hannes Wader
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„Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik
#1

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Wir wurden von Ole Löding gebeten auf die Veröffentlichung seines Buches hin zu weisen.


Zitat:

Sehr geehrte Leser des Liedermacher-Forums,

auf diesem Weg erlaube ich mir, Sie auf folgende Veröffentlichung aufmerksam zu machen: Im renommierten Transcript Verlag Bielefeld ist jetzt mein Buch „Deutschland Katastrophenstaat“. Der Nationalsozialismus im politischen Song der Bundesrepublik erschienen. Unter anderem berichteten der WDR und der Deutschlandfunk bereits über das Thema.

In diesem Buch untersuche ich mehr als 300 bekannte Songs von deutschsprachigen Künstlern wie beispielsweise Wolf Biermann, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Bernd Begemann oder Wir sind Helden und zeige, wie die deutschsprachige Popmusik seit den 60er Jahren eine „musikalische Vergangenheitsbewältigung“ vorgenommen hat. Einen großen Schwerpunkt bilden die politischen Songs der Liedermacher. So beschäftige ich mich ausführlich mit Songs von F.J. Degenhardt, Wolf Biermann, Walter Mossmann oder auch Konstantin Wecker.

Dadurch bietet das Buch spannende und neue Blicke auf bekannte Werke der letzten 50 Jahre ebenso wie eine kritische Auseinandersetzung mit kontroversen Songs der zeitgenössischen deutschen politischen Musik. „Deutschland Katastrophenstaat“ ist die erste Publikation, die dieses Thema ausführlich betrachtet.

Von besonderem Interesse dürften zudem einige Abschnitte des einleitenden Teils sein, in denen ich untersuche, wo der Unterschied zwischen "Lied" und "Song" liegen, was ein "Liedermacher" per Definition und in Realität ist, warum so viele Künstler diesen Begriff ablehnen und inwiefern er mit den Genres Pop, Rock, Folk in Verbindung zu bringen ist.


Weitere Informationen und eine Leseprobe finden sich auf der Verlagsseite:
http://www.transcript-verlag.de/ts1567/ts1567.php


Mit herzlichem Dank und freundlichem Gruß,
Ihr

Ole Löding



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Geschrieben: 11.11.2010
_________________
"Wer im Kreis geht, spart sich den Rückweg"
(Stefan Stoppok)
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