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Re: Wie schreibt Ihr?
#51

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Guten Abend zusammen,

es muß fließen, und dann läuft es auch! Man kann das nicht genau beschreiben, es ist einfach der Augenblick, in dem man völlig entspannt die Gedanken gleiten lässt und sich öffnet ... dann kommt es manchmal. Und immer gibt es irgendwelche Anlässe, die dann deutlich spürbar etwas aus den Tiefen des Bewußtseins in eine Form gießen. Ist dieses Stadium erreicht, ist der entscheidende Auslöser, der Geistesblitz, die Inspiration oder wie man es auch immer nennt, gefunden, dann muss man mit dem klaren Verstand weiterarbeiten und den Rest ausformen. Das ist leider dann Arbeit - mal angenehmer, mal frustrierend, je nachdem, was man gerade hat. Oder man darf sich Glückspilz nennen und es fällt einem plötzlich etwas fast fertiges von A bis Z in den Schoß ... das hatte ich allerdings noch nicht.

Ich habe im letzten halben Jahr ne Menge gemacht, davon wage ich mal, zwei Lieder vorzustellen. Es sind ruhige Stücke (für meine Verhältnisse), zu denen ich gern die Geschichten erzählen möchte, um Euch anzustacheln, dasselbe zu tun.

Ihr Spiel
Na, was war wohl passiert? Ein techtelmechtel war aus einem angetrunkenen Nacktbaden entstanden (an meinem 30. Geburtstag, als Deutschland gegen Italien rausflog) und hatte sich recht schnell wieder egalisiert. Eine Woche später zupfte ich gedankenlos auf der Gitarre herum, als mir die Melodie zufiel. Woher die kam, kann ich gar nicht sagen. Ich meine, sie zu kennen, aber ob es tatsächlich unbewusst irgendwo geklaut ist - keine Ahnung. Mir gefiel der Akkordwechsel von Am nach E am Ende jeden zweiten Verses. Da C#m manchmal gut zu E-Dur passt, ergab sich ziemlich schnell ein Akkordmuster, das ich dann ausgebaut habe. Nicht besonders einfallsreich, aber es reichte mir. Etwas später hörte ich zum ersten Mal eine CD von "Element of Crime", die fantastische Sachen machen, summte einige Wortfetzen hinterher und sah plötzlich vor dem geistigen Auge die erste Strophe, die allerdings nichts mit dem Lied von EoC zu tun hat. Daraus ergab sich automatisch der Rest - der wollte dann nur noch ins Reine gebracht und einige Male korrigiert bzw. an das Metrum der Melodie angepasst werden. Fertig.

An einem Tag wie diesem
Und auch hier wurde ich inspiriert - von "First Day of My Life" von Bright Eyes (und nicht von Mel C.). Ich glaube, wenn man's weiß, ahnt man das Vorbild etwas heraus. Nur inhaltlich wie formal bin ich dann doch eigene Wege gegangen. Hier entstand der Text zuerst, wobei nach der ersten, etwas kryptischen Strophe gar nicht klar war, was ich eigentlich da tat. Ein Weizenbier später hatte ich den Einfall, daraus diese etwas verschlüsselte Geschichte zu stricken, von der ich selbst nicht recht wußte, was sie bringen würde. Leider habe ich den Eindruck, dass man schon vor dem Solo merkt, wohin der Hase läuft ... Na ja. Schwierig war es dann, eine Melodie zu finden, die passte. Nach langem rumprobieren landete ich dann bei meinem Lieblingsschema D-Hm-A-Hm, aber Schemata können ja immer wieder bezaubernd variabel sein, wenn man nur will. Und ich wollte - so kam die Melodie. Geschrieben übrigens in einer üblen Phase, bei meinem Vater zu Hause kurz nach Weihnachten und unter Zuhilfenahme legaler Alkoholika. Das trotzdem was brauchbares entstand, ist eine angenehme Überraschung, denn meiner etwas spärlichen Erfahrung nach sind Drogen nicht besonders zuträglich, besonders Bier. Man fängt schnell an, zu übertreiben.

Trotzdem geh ich jetzt nach Hause und werde schön mit meiner WG grillen - dabei gibt's dann auch Bier. Wahrscheinlich wieder eins zuviel, aber das macht nichts. Morgen hab ich frei.
Ich wünsch Euch auch einen schönen Abend und warte mal gespannt auf Reaktionen. Das Rauschen im linken Kanal bei "Einem Tag" in den ersten Sekunden rührt übrigens von der Umwandlung in MP3 her - da scheinen bestimmte Hall-Frequenzen leider Schwierigkeiten zu machen. Na, das ist auch weitgehend egal.
Also, bis später!

Geschrieben: 31.08.2006
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Gast
Re: Wie schreibt Ihr?
#50
Gast-Gast
Also aus meiner Erfahrung heraus, kann ich nur sagen Es muß fließen !!!
Kreativität funktioniert nicht mit Ticks.
Wenn es nicht so richtig läuft egal ob Text oder Melodie kann man nur die Ruhe bewahren und auf bessere Momente warten!
Zur Technik kann Ich nichts sagen, da Ich sowas wie nen Dauerfluss hab - komm manchmal garnicht hinterher........
Gruß Tim

Geschrieben: 07.03.2006
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_MD_RE: Wie schreibt Ihr?
#49

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Hallo Joey_84,
dein Beitrag hat mich gefreut. Es ist schön, dass trotz scheinbar massiv zur Oberflächlichkeit tendierenden "Zeitgeistes" junge Leute ihre (unsere) Muttersprache ernst nehmen und hinterfragen.
Einen Einwand möchte ich dennoch geltend machen.
Nachdem ich Stephan Sulke erst vor kurzer Zeit begegnet bin, bei einem Konzert, welches mich fasziniert hat, kann ich ihn mir absolut nicht zynisch vorstellen.
Ich begegnete ihm das erste Mal und fand seine Lieder und die Art des Vortragen voll feiner Ironie und auch Selbstironie.
Aber Verachtung und Hohn, welche einen großteil etymologischer Herleitung des Wortes Zynismus umfassen. konnte ich keinen Moment heraushören.
Es ist eine große Kunst Zynismus als Stilmittel einzusetzen ohne selbst Zynisch zu sein. Diese Gratwanderung beherrscht zum Beispiel Bodo Wartke ("Ja, Schatz") hervorragend.
Aber vielleicht kenne ich auch nur zu wenig Lieder des Künstlers und er hat eben auf dem Theaterkahn im Liederwahn ein eben "harmloses" Programm gesungen.
Warscheinlich hat mich auch nur der Zungenschlag "Er kann es so schön zynisch in Texte... anstatt "Er kann es so schön in zynische Texte... "rebellisch" gemacht. Eigentlich weiß ich ja was Du meinst...

Liebe Grüße von Clemens

Geschrieben: 17.02.2006
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)

Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)
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Gast
Re: Wie schreibt Ihr?
#48
Gast-Gast
-Edit _

Geschrieben: 17.02.2006

Bearbeitet von Doro1100 am 16.07.2011 09:09:49 Grund (optional): Löschung des Beitrages auf Wunsch des Users
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Re: Wie schreibt Ihr?
#47

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Moin zusammen,

da bin ich gerade rechtzeitig aus den Tiefen meines zerschossenen Privatlebens aufgetaucht - worüber schreibt man?

Tja, das ist ne fiese Frage. Meistens denke ich nicht konkret an ein Thema, sondern es fällt mir mehr oder minder zu. Im Moment ist es auch so (ohne jammernden Unterton), dass mir ständig deprimierte Texte durch den Kopf geistern. Das meiste verweht wieder, weil es unerträglich ist. Aber einige Sachen bleiben hängen.
Frag Dich einfach mal, worüber Du auf Englisch singst. Oft ist dann die Antwort recht einfach, das sind alles Dinge, die sich auch auf Deutsch trefflich aussprechen lassen. Über die Klischee-Falle kann man gar nicht genug reden, übrigens. Aber ich finde, dass hier der Deutschen Sprache oft zu unrecht von vorneherein ein negatives Image verpasst wird. Was mit unseren Worten möglich ist, davon können Engländer nur träumen. Mich befällt gerade bei vielen Hobbymusikern (mein Cousin ist auch einer) das Gefühl, dieselben Plattheiten, die sie auf Deutsch verabscheuen, auf Englisch kritiklos und unbesehen einfach darniederlegen. "You broke my heart" ist ein nettes Beispiel aus dem Text meines Cousins. Als ich ihm das sagte, meinte er verständnislos: "Aber auf Deutsch kann ich das nicht ausdrücken!" Äh - das habe ich wiederum nicht verstanden.
Westernhagen hat das ganz gut umschrieben in seinem "Loch in meiner Tasche", wenn er von einem Loch im Herzen singt, "das kann kein Arzt mehr nähen". Geht doch auch so, oder?
Als ich neulich einer Freundin meine letzten Lieder gebrannt hab, fiel mir auf, dass das Thema Liebe in zig Variationen überraschend präsent ist bei mir. Und durch das, was ständig mit uns in dieser Hinsicht geschieht, wird es das auch wohl bleiben, in guten wie in schlechten Tagen. Ich habe in Gesprächen und auf einigen Vortragsabenden von anderen gehört, dass auch bei ihnen eine schwierige, depressive Phase im Leben eine Art Kreativschub auslöst. Oft stachelt das an, man kann tatsächlich negative Befindlichkeiten "ausbeuten" und kanalisieren. Und es tut gut und bringt etwas Freude zurück. Wie bei John Lennon, der frustriert über sich selber schrieb: "He's a real nowhere man, sittin' in his nowhere land."
Kurz zur Sprache, da bin ich abgekommen. Unsere Sprache hat den wunderschönen Vorteil, die Wörter unglaublich vieldeutig einsetzen zu können. Das, was meinen Bekannten in Frankreich völlig fremd war, hat uns Deutschen dort irre Spaß gemacht: Mit dem Klang und den Bedeutungsebenen spielen (Chantier interdit! wurde zu Chanté interdit!). Die Substantive adjektivisch einsetzen, Ähnlichkeiten bewußt falsch verstehen. Wortbilder malen, Atmosphäre schaffen wie in Rilkes "Herbstgedicht" - ach, es gibt so schöne Möglichkeiten. Oder einfach nur augenzwinkernd eine selbstironische und etwas merkwürdige Geschichte zum besten geben. Deutsche Lieder sind oft so furchtbar ernsthaft, da kann ich dann selten lange zuhören. Humor sei Trumpf, find ich. Und wer eignet sich als Zielscheibe besser als man selbst? Ich meine, unsere eigenen Fehler sollten wir am besten kennen. Und was wir falsch machen, machen andere auch nicht immer richtig. Da ergeben sich tolle Möglichkeiten, schnell eine gemeinsame Basis zwischen Sänger und Publikum zu schaffen: Der da oben ist auch nicht anders als wir. Cool, ich bin nicht der Einzige, dem das passiert!
Das finde ich jedenfalls wichtig. Und wer es noch schafft, einen ernsten Hintergrund einzubauen - um so besser, oder?

Geschrieben: 16.02.2006
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Gast
Re: Wie schreibt Ihr?
#46
Gast-Gast
Hallo alle zusammen,

also zunächst, ich bin neu hier, lese zwar häufiger mal mit, aber jetzt hat es mich übermannt und ich muss auch mal meinen "senf" dazugeben
Ich habe irgendwann, ich war wohl 16 oder 17, begonnen, meine eigenen Lieder zu schreiben... die Versuche von damals sind mir mitlerweile eher peinlich, aber nun gut
Ich bin selbst Pianist und ein mittelmäßig begabter Gitarrist, habe aber immer einen sehr guten Draht zur englischen Sprache gehabt, weshalb ich auch angefangen habe, auf Englisch zu schreiben und eine CD mit englischen Liedern veröffentlicht habe... um es kurz zu machen, mir gefallen meine englischen Lieder eigentlich ganz gut, anderen auch, dennoch hat es mich nie zufriedenstellen können, nicht auch in meiner Sprache Dinge aufzuschreiben... Mein größtes Problem war immer, nicht in Kitsch oder Klischees zu verfallen... man denke an Reinhard Mey's "Meine Freundin, meine Frau" oder noch besser "Herbstgewitter"...das ist vielleicht das schönste Liebeslied, das in der deutschen Sprache veröffentlich wurde... nun, ich übe und schreibe, sofern es meine Zeit zulässt, fast jeden Tag Lieder...
aber nun die Frage: Über was schreibt ihr? Manchmal habe ich das Gefühl, das mir nichts, aber auch gar nichts einfällt worüber ich schreiben könnte...

Geschrieben: 14.02.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#45

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Hallo

Ich wollte der Gemeinde mal mitteilen, dass man(n)/frau sich unter musenlust.de für ein Texterseminar bewerben kann, das von der GEMA-Stiftung gesponsort wird. Die Bewerber müssen vorgegebene Texte umtexten oder auf vorgegebene Melodien eigene Texte (deutsch) schreiben. Zusätzlich müssen 5 eigene, deutsche Texte zur Begutachtung eingesendet werden. Der Einsendeschluss ist der 20. Feb. 06
Die ersten 10 bekommen einen Platz im Texterseminar Celle 2006 und eine kostenlose Schulung. Nebenher können Kontakte zu Interpreten und Komponisten geknüpft werden und evtl. sogar Aufträge für Liedtexte an die Teilnehmer vergeben werden.

Hier war soviel die Rede von Kreativität (übrigens eine sehr interessante Diskussion, die hier angestossen wurde), vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen, sein Glück zu versuchen. Dieses Seminar findet unter gleichen Konditionen jedes Jahr statt. Wem es also jetzt zu kurzfristig erscheint, kann es auch im nächsten Jahr versuchen.

Liebe Grüße vom Barden

der sich jetzt erstmal für 6 Wochen verabschiedet und nur sporadisch im Netz erscheinen wird.

Geschrieben: 03.02.2006
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Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was du verstehst.
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Re: Wie schreibt Ihr?
#44

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Hallo Sysipon,
wie Du selbst schon gesagt hast
Zitat:
Wie macht man das? => Frage an den Admin oder an migoe als Moderator
Gibt es da spezielle Dinge zu beachten, ist das überhaupt möglich?


am besten migoe direkt fragen über "Kontakt/Feedback" in der linken Leiste über dem Kalender.
Liebe Grüße von Clemens

Geschrieben: 22.01.2006
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)

Was Du verschenkst, Momo, bleibt immer Dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren! (Eric-Emmanuel Schmitt)
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Re: Wie schreibt Ihr?
#43

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Guten Morgen,

hier hat sich einiges getan, seit ich das letzte Mal hier war. Hab eben erst mal fast eine halbe Stunde gelesen und finde es faszinierend, wie schnell ein "handwerkliches" Thema zu einer inhaltlich-qualitätsbezogenen Diskussion umkippt - oder mutiert, wie man es auch immer nennen möchte.

Lust auf eine Umfrage hätte ich auch, mir schwebt noch ein anderes Fragemodell vor, das mich persönlich interessiert.
Wie macht man das? => Frage an den Admin oder an migoe als Moderator
Gibt es da spezielle Dinge zu beachten, ist das überhaupt möglich?

Grüße aus Südoldenburg,

Sysipon

Geschrieben: 22.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#42

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@ Andreas

Ich seh das entspannt...Herr B. ist Geschäftsmann und das sei ihm gegönnt, es steht jedem frei, sich zum Gegenstand dieser Geschäfte machen zu lassen oder einen eigenen Weg zu finden ( ich muss mir die Frage gar nicht mal stellen, ich falle gnadenlos durchs Altersraster *lach* und bin dankbar dafür)...und über PISA muss man nicht mehr reden, ich hab dieses Thema für mich mal in nem Song verarbeitet....das ist allemal besser.

Liebe Grüße, Betty

Geschrieben: 19.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#41

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Liebe Betty !

OK, Deine Definition zu "gut" und "schlecht" kann ich ohne Weiteres so stehen lassen, zumindest in diesem Zusammenhang.

Was nun den Herrn B. anbetrifft: Nach meiner Meinung ist dieser Herr ein extremer Kotzbrocken, der mit seiner "Bildung" ein gutes Beispiel für frühes PISA gibt und mir mit seinem dick aufgetragenen Hamburger Prolo- Akzent furchtbar auf die Socken fällt. Allerdings: für einen relativ gewieften Produzenten (natürlich auch im Bereich "Selbstdarstellung") halte ich ihn schon.

Und wiewohl es mich drängt, den Herrn auf dem Altar der Lächerlichkeit zu opfern, eines muß ich (leider) anerkennen: Ohne ihn und seinen "Rivalen" Frank Farian stünde heute deutsche Musik nicht dort, wo sie heute steht. Durch die "Vereinfachung" der Produktion wurde errreicht, daß der Output zunahm. Und da, wo mehr rauskommt, ist eben auch manchmal "was Gutes" dabei. (Muß nun weder "Modern Talking" noch "Milli Vanilli" sein, das ist auch klar...) Zumal sich andere Künstler zu "Notwehrmaßnahmen" veranlaßt sahen und ihre Produktivität ebenfalls steigerten.

So schwer es mir fällt: Dafür gebührt auch dem Herrn B. ein Danke. Das hindert mich allerdings nicht daran, beim Betrachten von "DSDS" den zwanghaften Drang zu verspüren, dem Herrn die Hand zu drücken - allerdings mitten in´s Gesicht...

Liebe Grüße aus OÖ,

ANDREAS.



(...der erschreckt feststellt, daß sich sein pazifistischer Drang bei Herrn B. irgendwie in Urlaub begibt... )

Geschrieben: 18.01.2006
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)
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Re: Wie schreibt Ihr?
#40

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Zitat:

Petra schrieb:
zu den vielen Pseudonymen des Herrn Dieter B.: Woher weißt Du das, warst Du dabei?

Das nicht, aber wenn Leute komponieren wie Onkel Dieter, Texte schreiben wie Onkel Dieter und anscheinend nur bei den Produktionen von Onkel Dieter dabei sind, liegt der Verdacht doch äußerst nahe
In einigen Fällen ist es aber auch so, daß er selbst das Pseudonym gelüftet (oder sogar gesprengt) hat, z. B. kann man auf der Moder-Torkel-Single "You're My Heart, You're My Soul" als Verfasser "Steve Benson" lesen (weiß ich aus meinem Fundus ), auf dem später erschienenen "1st Album" von Modern Talking ist Onkel Dieter als Verfasser aller Titel angegeben. Nun noch eine kleine logische Operation auf der Indizienbeweis-Ebene ... -> Anklicken, um das Original-Bild in einem neuen Fenster zu sehen

Zitat:
Zu Über den Wolken: Wie konntest Du Otto mit der Abwandlung Unter den Wolken und Bodo Wartke mit Hi Jack vergessen?

Anklicken, um das Original-Bild in einem neuen Fenster zu sehen

Gruß
Skywise

Geschrieben: 17.01.2006
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"
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Re: Wie schreibt Ihr?
#39

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Hallo Sky,

zu den vielen Pseudonymen des Herrn Dieter B.: Woher weißt Du das, warst Du dabei?

Zu Über den Wolken: Wie konntest Du Otto mit der Abwandlung Unter den Wolken und Bodo Wartke mit Hi Jack vergessen?

Viele Grüße von Petra

Geschrieben: 17.01.2006
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)
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Re: Wie schreibt Ihr?
#38

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Zitat:

Betty schrieb:
[...] während Herr B. sich bemüht, mangels eigener musikalischer Fähigkeiten und nach dem Abklingen seines musikalischen Trends die Talente dieses Landes zu verkommerzialisieren und durch sie auch noch ein paar Cent auf die Seite zu bekommen.

Das war auch nie anders gedacht. Herr Dieter Günther B. ist von Haus aus Produzent. Daß er irgendwann mal auf die nicht ganz so glorreiche Idee kam, sich selbst zu produzieren, konnte man nicht verhindern - daß es zu solchen Hits kommen würde, hätte man verhindern können, wenn man sich der Folgen bewußt gewesen wäre. Ich bin sicher, die meisten, die "You're My Heart, You're My Soul" oder "Geronimo's Cadillac" damals gekauft haben, haben die spätere Entwicklung nicht gewollt und sich für den Besitz der Singles hoffentlich jahrelang geschämt (weiter so!)

Andererseits hat er es ja auch immer geschafft, seine Machwerke unter anderen Namen an den Mann oder die Frau zu bringen. Wenn also als Verfasser ein gewisser Steve Benson oder Ryan Symmons oder Barry Mason oder Sauerland oder Eric Styx oder Joseph Cooley oder Howard Houston oder Fabrizio Bastino oder Dee Bass oder Art Of Music (sic!) oder Countdown G.T.O. oder Michael Von Drouffelaar oder Jennifer Blake in Klammern steht, war's auch Onkel Dieter (und zuuuufälligerweise war meistens Dieter B. der Produzent ... Sachen gibt's; ungeschlagen immer noch die Verfasser-Angaben unter einem Bonnie Tyler-Titel, nach denen Jennifer Blake und Howard Houston Text und Musik für eine Dieter Bohlen-Produktion verfaßt haben ). Aber wie gesagt - eigentlich ist der Mann Produzent und erst in zweiter Reihe kamen die interpretatorischen oder kreativen ... äh ... Machenschaften

Und - "Über den Wolken" wurde ja nicht nur von Reinhard Mey gesungen, sondern auch von Dieter (noch'n Dieter) Thomas Kuhn, Cortez, den BB-Bewohnern (schaurig aber wahr), den lustigen Schilehrern (auch schaurig, aber auch wahr), Sepp Kolbitsch, Eric Prinzinger, Xavier Naidoo, der Countdown Band und - in abgewandelter Form - von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung ("Unter den Bäumen"), Texas Lighting ("Over The Mountains"), Base Excess ("Startet der Hubi") oder MC Basstard ("Unter der Erde").

Gruß
Skywise

Geschrieben: 17.01.2006
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Herman van Veen - "Die Clowns"
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Re: Wie schreibt Ihr?
#37

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Zitat:

Petra schrieb:
Hallo Betty,


Eigentlich wollte ich in diesem Thread nichts schreiben, weil ich nicht zu den Kreativen gehöre, sondern nur konsumiere. Aber so, wie Du Deine Vorstellung von einem guten Song beschrieben hast, hast Du in mir eine Erinnerung geweckt

Viele Grüße von Petra



Liebe Petra,

ich glaub den "nur-Konsumenten" gibts in dem Sinne gar nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, daß wer "über den Wolken" z.B. nicht mal mitträllert, und wenns nur in der Badewanne ist ( da hörts ja keiner *gg*)...ich denke, auch jeder Hörer hat ein paar Songs, die er gerne mal mitsingt und das sind dann eben die GANZ guten....die begleiten und inspirieren uns uns ...wozu auch immer.

Betty

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#36

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Hallo Petra,

jetzt muss ich auch lachen, sach ma: "über den Wolken" ist doch von Reinhard Mey oder gibts da auch mehrere?? Mensch, es war doch erst Vollmond *gg*...

Betty

edit: Ach soooooo, das war AUCH dabei...ich bin mentalblond heute....

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#35

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Hallo Betty,

sag mal, bist Du sicher, dass Du wirklich cARSCHti meinst? Sein großer Knaller ist ja eigentlich Matula, während mir ein Lied Mona nur von Rüdiger Bierhorst bekannt ist - das finde ich allerdings grandios.

Eigentlich wollte ich in diesem Thread nichts schreiben, weil ich nicht zu den Kreativen gehöre, sondern nur konsumiere. Aber so, wie Du Deine Vorstellung von einem guten Song beschrieben hast, hast Du in mir eine Erinnerung geweckt:

Ich musste mal mit meinem Mann zu einem Betriebsfest. Da hatten mehrere Kollegen Gitarren dabei, auch ein Akkordeon war da, und es wurden Lagerfeuerlieder gegrölt. Ja, auch Über den Wolken war dabei. *schauder* Inmitten vieler Allerweltslieder hörte ich plötzlich ein Lied, das 'anders' war, es war einfach 'gut'. Natürlich fragte ich sofort nach, von wem es war, und bekam die Auskunft: Gerhard Gundermann. Den Namen kannte ich von hier, aus dem Liedermacher-Forum, aber ich hatte noch nie ein Lied von ihm gehört. Das habe ich danach geändert, und inzwischen kenne und liebe ich sehr Vieles von Gerhard Gundermann, der leider schon verstorben ist. Um welches Lied es sich damals handelte, weiß ich nicht mehr, aber Tatsache ist, dass es wie eine Perle zwischen den anderen lag und sofort positiv auffiel.

Viele Grüße von Petra


Hallo Betty, hallo Doro,

wir haben uns ebenfalls überschnitten. *grins*
Und edtitieren kann man nur innerhalb einer halben Stunde nach dem Abschicken des Beitrags.

Gruß, Petra

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#34

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@ Doro,

da haben wir uns grade überschnitten, ich meinte natürlich Rüdiger Bierhorst....ich hatte nen temporären blackout, logisch ist das nicht von Carschti...mannomann....

Betty

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#33

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Zitat:

Betty schrieb:
Carschtis "Mona" ist für mich genauso grandios....

Betty


grrrrr...ich mein natürlich Carschtis "gib mir Tiernamen"....wie editiert man hier??

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#32

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Hallo Betty !

Zitat:
Der Bekanntheitsgrad des Künstlers spielt für mich da keine Rolle. Carschtis "Mona" ist für mich genauso grandios, wie Songs von Künstlern, die vielleicht mehr bekannt sind als er.


Ich kenne zwei Lieder mit dem Titel "Mona". Eins ist von Klaus Hoffmann, das andere von Rüdiger Bierhorst! Hat Carschti auch eins ?

Viele Grüße nach Berlin !

von Doro

Geschrieben: 17.01.2006
_________________

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Re: Wie schreibt Ihr?
#31

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@ Andreas

Natürlich ist das völlig SUBJEKTIV...setzen wir mal gut gleich mit: der Song hat eine Aussage, ein Thema, beinhaltet offene oder versteckte Kritik, kann Emotionen vermitteln, regt zum NACHDENKEN und Gedankenaustausch mit anderen an, wobei die Meinungen da auch subjektiv/konträr sein können, es denken und empfinden nun mal nicht alle gleich."Vergleichen" wir mal Herrn B. und Herrn van Dannen: was bitte möchte mir Herr B. mit z.B. "Cherry, cherry Lady"....Titel übrigens beliebig austauschbar.....mitteilen, was ich nicht schon wüßte, da muss ich nicht mal besonders gut englisch können, Herr B. ist ein Geschäftmann, der sich an musikalischen Trends orientiert und diese gekonnt ausschlachtet, der Text spielt da eher untergeordnete Rolle ( daß Songwriting auch eine Melodie...die bei Herrn B übrigens auch beliebig austauschbar ist... beinhaltet ist klar, hier gings aber primär ums Texteschreiben )...Herr van Dannen vermag es, zwei Menschen in eine Diskussion über z.B. den Songtext "Hochaus mit wehendem Haar" zu verstricken, weil der eine vielleicht meint, einen tieferen Sinn darin zu erkennen und der andere ( das war in dem Falle ich *gg*) sich einfach nur wünscht, auch ein paar von den lustigen Drogen zu haben, die der zum Songschreiben benutzt *gg*...er nimmt auf eine sehr schräge, witzige Art kleine ( und große ) menschliche Schwächen auf die Schippe ( "Dias von Tibet" z.B.)...selbiges tut z.B auch Herr Mey, nur auf eine völlig andere Art, der verwendet seine Muttersprache exzellent und für mich einfach nur bewundernswert. Gute Songwriter finden einen Stil, der musikalische Trends überdauert, umsonst ist Herr Mey nicht seit so vielen Jahren aktuell und gefragt, während Herr B. sich bemüht, mangels eigener musikalischer Fähigkeiten und nach dem Abklingen seines musikalischen Trends die Talente dieses Landes zu verkommerzialisieren und durch sie auch noch ein paar Cent auf die Seite zu bekommen.
"Gute" Songs will ich immer wieder hören. Immer wieder drüber nachdenken können, immer wieder etwas empfinden. Im Gegensatz zu "Nur-Hörern" will ich als "auch-Musiker" mitsingen und spielen können ( ist auch subjektiv, deshalb hat Herr van Dannen bei mir gute Karten, dessen Melodien sind auch sehr...hmmmm...simpel und aufgrund der einfachen Akkordfolgen oftmals etwas eintönig, was aber die Texte wettmachen, da stimmt halt die Mischung )....Herr Mey widerum hat gute Karten bei vielen Gitarristen, ich kenne Leute, die jahrelang das Mey-Picking studieren und üben, üben, üben, um das zu können und sich dadurch intensiv mit seinen Songs befassen. Wer bitte möchte sich auf diese intensive Art mit "you`re my heart, you`re my soul" befassen?? Ich kenn da keinen *gg*....ich kenn aber Viele, die zum Beispiel bei Klaus Hoffmanns "blinde Katharina" oder "Hannah" eine Menge Emotionen haben, wenn sie es hören und das nicht nur, wenn es Klaus Hoffmann singt, das kann auch der nette Junge von nebenan mit der Gitarre sein....und dann ist es ein guter Song, der ist nämlich nicht an eine Person gekoppelt...er steht für sich in diesem Moment. Der Bekanntheitsgrad des Künstlers spielt für mich da keine Rolle. Carschtis "Mona" ist für mich genauso grandios, wie Songs von Künstlern, die vielleicht mehr bekannt sind als er. Es ist einfach ein guter Song ...für MICH, die allumfassende Objektivität wird es da ohnehin nicht geben können.

Betty

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#30

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Liebe Betty !

Prinzipiell bin ich ja im Wesentlichen Deiner Meinung, nur wenn Du schreibst

Zitat:
...ich bezog mich auf professionell GUTE Liedermacher...


frage ich mich, woran Du die rein subjektive Wertung GUT (...bzw. eben schlecht...) objektiv festmachen willst.

Liebe Grüße aus OÖ,

ANDREAS.



(...der gerade im Freien war und sich jetzt erst einmal vom Kälteschock erholen muß... )

Geschrieben: 17.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#29

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Hallo Allerseits,


@ Clemens: Danke für den T.E.-Fingerzeig, hätte ich auch selbst drauf kommen können ... nun ja, richtig hinschauen will gelernt sein!


@ fille: Gute Idee,
da Du als "Umfrage-Spezialistin"
bereits angenehm aufgefallen bist, wäre das ja mal wieder eine spannende Herausforderung...
Da ich gerne schnell die Texte mitsingen können möchte (...was für ein Deutsch ), ist meine Antwort klar...


@ Betty: Was Reinhard Mey, seine "Coverbarkeit" und seine brillante Sprachgewandheit angeht: Ich hätt´s nicht besser sagen können!


@ Skywise: Ich habe noch keinen Beitrag von Dir gelesen, bei dem ich nicht lachen mußte. Klasse..!


@ migoe: Daß Dir MEY, Wader und Co. eingängiger sind, macht Dich glatt sympathisch!

Ich persönlich finde am schnellsten Zugang, wenn ich mir den Text auch als Gedicht "pur" vorstellen kann, er also völlig allein und unabhängig für sich wirkt und die Melodie sozusagen das Add-on ist. Bei Mey gelingt mir das am besten, zumal die Melodie sich manchmal schon beim Lesen eines CD-Booklets im Kopf ergibt, sie zieht quasi herauf, auch wenn ich sie noch nicht kenne - manchmal (im Idealfall) ist sie dann beim ersten Hören tatsächlich ähnlich wie in der Vorstellung - eine schöne Erfahrung und das Gefühl, ihn ein bißchen zu kennen, oder, zynisch gesagt, zu durchschauen.

Schön, wenn das unerwartet auch bei Gedichten funktioniert ( --> Clemens ), die ursprünglich gar nicht zum Lied werden sollten...

Grüße ins Liedermacherland

Melanie

Geschrieben: 16.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#28

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Hallo meine Lieben!

Als Konsument von Liedern möchte ich mich migoe anschließen

Zitat:
Ich kann vor allem von solchen Gedichten etwas anfangen, die mir sinnvolle klar erkennbare Gedankengänge ermöglichen und mich auf eine Reise mitnehmen - also mehr Geschichten in Reimform. Sicher ist das ein Grund, warum ich Lieder von Mey, Wartke und Wader häufiger höre wie Lieder von Wecker oder Hoffmann...


Ich hänge natürlich z. B. noch Renaud an. Ich bewundere die Poeten, die an Texten feilen, die poetische Texte und gute Wortspiele zustande bringen und bei denen es trotzdem noch eine Aussage gibt.

Denn (wer hat das gesagt?): Genie ist 10 % Inspiration und 90 % Transpiration!. "Ungereimtheiten" sprechen mich persönlich nicht so an. Die Vereinigung von Poesie, Message und Musik ist für mich das Beste.

Es wäre mal interessant, eine Umfrage zu machen und dann das Ergebnis durch ein Balkendiagramm darzustellen.

Die Fragen:
Bevorzugt ihr gereimte Verse?
Ja? Nein? Ist mir nicht so wichtig?

Liebe Grüße

Marianne

Geschrieben: 16.01.2006
_________________
At the risk of offending an atheist: God bless you.

Leonard Cohen
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Re: Wie schreibt Ihr?
#27

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*ggg*

ich bezog mich auf professionell GUTE Liedermacher ( wer zum Henker ist Dieter Bohlen ,über "Fliessband-Schreiberlinge" diskutiert man ohnehin nicht ) und ich denke, die müssen, um einen GUTEN Song zu machen, nicht unbedingt und permanent von der Muse geküßt werden, die können einfach ein THEMA umsetzen und die damit verbundenen Emotionen rüberbringen, obwohl sie vielleicht grade nicht von selbigen Emotionen MASSIV überrollt werden ( ein gewisser Teil ist sicher IMMER dabei)...vielleicht hab ich mich da falsch ausgedrückt, das macht für mich einfach Professionalität und QUALITÄT aus, simpel ausgedrückt heisst das einfach: ich kann nen depressiven ( traurigen, nachdenklichen ) Song zu einem vielleicht grade brisantem und von allgemeinem Interesse seiendem THEMA schreiben, obwohl ich selber grade nicht schwer traurig, depressiv etc. bin, ich kann es mir aber vorstellen und mich reinversetzen und genau DAS kann nicht jeder, wenn ich das könnte, würde ich GUTE Songs nach Termin und nicht nach Stimmung schreiben. Kann ich aber nicht. Und deshalb komme ich auch nicht auf die Quantität, die es mir erlauben würde, darüber nachzudenken, ob ich sowas beruflich machen könnte, selbst wenn ich das gerne würde, es gibt ja durchaus auch gute (!!!) Songwriter, die für ANDERE schreiben, weil sie selber keine begnadeten Sänger oder Instrumentalisten sind. Irgendwer hat hier weiter oben nen Link zu Kurt Demmlers HP gepostet und wenn ich mir die Masse der qualitativ guten Songs angucke (und die Masse der Künstler, für die diese Songs geschrieben wurden), dann kann der nicht am Stift kauend dagesessen haben und permanent auf ne inspirierende Muse gewartet haben, der hat Themen umgesetzt. So meinte ich das eigentlich *gg*

Betty

Geschrieben: 16.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#26

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Zitat:

Betty schrieb:
Ich denke wir "Hobbysongwriter" dürfen uns auf Stimmungen, Situationen, spontane Eingebungen berufen und professionelle Liedermacher unterscheiden sich wohl von uns dadurch, daß sie UNABHÄNGIG davon Songs schreiben können, daß sie sich auch bei momentanem Nichtvorhandensein dieser Indikatoren hinsetzen und einen Song schreiben, weil sie sich in Dinge hineinversetzen können, die wir tatsächlich empfinden müssen, um schreiben zu können und das hat man oder man hats nicht....ich glaub nicht, daß man das lernen kann.

Nun ja, als Liedermacher kommt man ja nicht auf die Welt. Man wird sicherlich einiges lernen, was das Handwerkszeug angeht - das geht Bankkaufleuten, Landwirten oder Konstantinopolitanischerdudelsackpfeifenmachergesellen ja auch so. Immerhin muß einem klar sein, daß man vor einem Publikum stehen und singen muß, auch wenn der lauthals aufbegehrende Magen noch an der eklig-kalten Pizza Funghi vom Nachmittag arbeitet oder die erste Reihe des Konzerts mit unglücklich Besoffenen, kreischenden Kleinkindern und gelangweilten Journalisten angefüllt ist. Das lernt man.
Daß man ein Gespür dafür entwickelt, welche Zeilen "fertig" sind, an welchen noch gefeilt werden muß und welche gerade für die Tonne fabriziert werden - das kann man auch lernen.
Aber das Schreiben ... oder vielmehr: das aktive Schreiben (passiv schreiben kann jeder Depp, und wenn er unter einem bereits bekannten Titel belanglose Floskeln aneinanderreiht - wieso denk' ich jetzt plötzlich an Dieter Bohlen? Anklicken, um das Original-Bild in einem neuen Fenster zu sehen ) erfordert auch eine anwesende Muse, da ist Professionalität keine Entschuldigung

Gruß
Skywise Anklicken, um das Original-Bild in einem neuen Fenster zu sehen

Geschrieben: 16.01.2006
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Herman van Veen - "Die Clowns"
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Re: Wie schreibt Ihr?
#25

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Zitat:

migoe schrieb:

Ich kann vor allem von solchen Gedichten etwas anfangen, die mir sinnvolle klar erkennbare Gedankengänge ermöglichen und mich auf eine Reise mitnehmen - also mehr Geschichten in Reimform. Sicher ist das ein Grund, warum ich Lieder von Mey, Wartke und Wader häufiger höre wie Lieder von Wecker oder Hoffmann...

migoe


Ich denke, daß man z.B. Mey und Hoffmann nur mittelbar miteinander vergleichen kann...Mey verfügt über ein wahnsinnig hohes Sprachpotential , welches er in Kombination mit schlagkräftigem Wortwitz exzellent einsetzt, um Geschichten zu erzählen, wahrend für mich Hoffmann etwas poetischer und "seelenvoller" wirkt, sicher kommt es auch immer auf die "Reise" ( wie Du es formuliertest )an, auf die man bereit ist, sich einzulassen und das verschiedenartige Vermitteln dieser Reisen ist es doch, was Songwriting interessant macht, man muss den eigenen Stil finden können ( daß der den einen mehr, den anderen weniger anspricht, ist normal, glaub ich )...wenn ich mir "Irgendein Depp mäht irgendwo immer" (Mey) und "Hejaho" ( Hoffmann) anhöre, dann sind sie für mich beide einfach grandios, wenn auch auf völlig verschiedenen Ebenen...und EINS bescheinige ich Herrn Mey explizit....er ist der am Schwersten ( neben Carschti, höhö ) zu covernde Liedermacher und da rede ich jetzt mal nicht vom Picking sondern vom Gesang, das ist echt ne Herausforderung und um das so locker wie er zu präsentieren, muss man ganz schön üben....

@ Dirk

Ich denke wir "Hobbysongwriter" dürfen uns auf Stimmungen, Situationen, spontane Eingebungen berufen und professionelle Liedermacher unterscheiden sich wohl von uns dadurch, daß sie UNABHÄNGIG davon Songs schreiben können, daß sie sich auch bei momentanem Nichtvorhandensein dieser Indikatoren hinsetzen und einen Song schreiben, weil sie sich in Dinge hineinversetzen können, die wir tatsächlich empfinden müssen, um schreiben zu können und das hat man oder man hats nicht....ich glaub nicht, daß man das lernen kann.

Betty

Geschrieben: 16.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#24

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Lieber Dirk,

Zitat:
Ich finde, wenn man beim Songwriting nur mit Technik zum Erfolg kommen kann, wird irgendwann ein übereifriger Programierer eine Software entwickeln, die einen kompletten Hit auf Eingabe eines Wortes herstellen kann.

Bahh, das wäre total pervers, Gefühlswelten einer Blechdose, oder so. mir graut´s......


die Zukunft, vor der es Dir graut ist schon längst da:

- VersQuelle Gedichtgenerator mit vielen Einstellmöglichkeiten

- Poetron Gedichtgenerator

- Weitere Links zu ähnlichen Projekten bei Google...

Allen gemein ist, daß die "Macher" der Scripte eine große Liebe zur Sprache haben und versuchen, die von Menschen erdachten Regeln der sprachlichen Kommunikation programmtechnisch so umzusetzen, daß es andere Menschen anspricht.

Mir persönlich liegen nicht alle "ausgespuckten" Texte, aber wenn ich sie mir durchlese denke ich oft an "Gedichte" von menschlichen Textern, die sich nicht anders lesen - vielleicht hat da ja jemand abgeschrieben...?

Ich kann vor allem von solchen Gedichten etwas anfangen, die mir sinnvolle klar erkennbare Gedankengänge ermöglichen und mich auf eine Reise mitnehmen - also mehr Geschichten in Reimform. Sicher ist das ein Grund, warum ich Lieder von Mey, Wartke und Wader häufiger höre wie Lieder von Wecker oder Hoffmann...

migoe

Geschrieben: 15.01.2006
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Ich denke, also bin ich...denk ich positiv, gewinn ich | thomas d....

Die Erfahrung lehrt, wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd | Reinhard Mey

www.liedermacher-forum.de | www.diekoerbers.de
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Re: Wie schreibt Ihr?
#23

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Hallo miteinander,

tja, wie schreibe ich meine Lieder? Ich habe es bis jetzt erst ein,zwei Male versucht, einen Text zu planen oder das Thema von vornherein festzulegen. Ich scheiterte kläglich.

Nein, wenn ich einen Text schreibe, geht das manchmal aus einem Satz hervor, der zur Situation passt.
Als Beispiel: Letztes Jahr sass ich sehr spät Abends mit meiner Frau auf dem Balkon, um die letzten warmen Sommerabende zu geniessen und den weiten Cosmos auf uns wirken zu lassen. Dann kam mir beim ersten Frösteln um 23 Uhr und paar zerquetschte der Satz über die Lippen:
Der Sommer ist vorbei, der Herbst steht vor der Tür.....

Mit diesem Gedanken setzte ich mich in meine Küche, schnappte mir mein Block zum Kritzeln und die Klampfe. Und nach einer Stunde war der Song "Sommerliebe ade" entstanden. Ich kann nicht sagen, dass ich von Anfang an eine
Liebesballade schreiben wollte ....
... ich hab es wirklich einfach nur fliessen lassen und mich selbst überrascht, was aus diesem kleinen Satz wurde.Zu hören übrigens unter diesem Link http://myownmusic.de/w_m3ucreate.php?songids=104563&qual=hi
Ich will jetzt nicht sagen, das ist der Brüller, aber wie schon gesagt, geht es einem Künstler nicht um Reichtum.
Mir im Besonderen geht es eher darum, meine Stimmungen und Gefühle für eine bestimmte Situation oder Person, oder was sonst, einzufangen und jederzeit wieder abrufen zu können. So habe ich mein eig´nes Kopfkino mit eigner Audiothek.
Nur reimen, damit es sich reimt, ist ja nun wirklich blöde.. das bekommt sogar mein kleiner Junge hin. Ich bin manchesmal auch von mir überrascht, dass die eigenen Gedanken, ja, genau das , was man empfindet, super in einem Reim untergebracht werden kann. Wem geht das nicht schon mal so?
Ich finde, wenn man beim Songwriting nur mit Technik zum Erfolg kommen kann, wird irgendwann ein übereifriger Programierer eine Software entwickeln, die einen kompletten Hit auf Eingabe eines Wortes herstellen kann.

Bahh, das wäre total pervers, Gefühlswelten einer Blechdose, oder so. mir graut´s......

Ich wünsche Euch allen viel Inspiration und den richtigen Weg, um Eure Gedanken, Ideen oder Gefühle so einzusetzten oder niederzuschreiben, dass IHR am Ende damit zufrieden seid. Wenn es dann auch noch anderen gefällt, na dann prima.

Lieben Gruss

Dirk

Geschrieben: 15.01.2006
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Re: Wie schreibt Ihr?
#22

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Hallo Clemens

klar - wer sonst käme bei mir schon in Frage ? (Fast) alle anderen Sänger/Künstler/Songwriter sind ja auch bestens hier vertreten.

Heute abend ist seine Buchlesung in Templin, wo er auch ein paar Songs singen wird - juhuu. Darum ist auch der Herr A.D. dabei ( für alle, dies noch nicht wissen - André Drechsler) - der sich erstklassig den Bauch kratzen kann )

Nächstes WE ist er auf rockradio.de zu hören. Weiteres steht im Kalender.

Für alle, die gute Texte finden wollen:

http://www.ostmusik.de/deutsch_lyrik_ij.htm
http://www.demmlersong.de/

ps. unsere Franzosen sind super. Gebt uns noch mehr solcher Umschreibungen - und Übersetzungen

Gruß Rex2005

Geschrieben: 14.01.2006
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