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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#14

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lieber helmut,
ich halte es für eine illusion, zu glauben, ein nach ansicht der veranstalter doch erfolgreiches bardentreffen liesse sich durch eine petition zurück auf den weg in richtung seiner anfänge lenken, als das bardentreffen noch ein treffen der barden gewesen ist.

eine chance dafür, dass auf einem treffen von tatsächlichen barden - also wirklichen liedermachern - unter einem motto "gegenwind" tatsächlich nur lieder zu hören sind, die wenigstens einen hauch von gegenwird erkennen lassen, gibt es nur, wenn sich andere veranstalter an anderem ort mit interessierten zuhörern und künstlern zusammenfinden, um in realistischem kleinkunstrahmen etwas neues zu starten.

doch dafür ausreichenden "rückenwind" zu bekommen, halte ich kaum für wahrscheinlich.
herzlich
gerd

Geschrieben: 23.08.2017 00:40
_________________
Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#13

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Nachdem ich ans Bardentreffen drei Wochen Urlaub dran gehängt habe, kann ich nur verspätet meinen Senf dazu geben:

Wenn beim Bardentreffen die Barden zur Mangelware gehören, darf man sich nicht wundern, wenn zum Thema "Gegenwind" nur wenig gegen den wind ansingen.

Ich finde, die Mitglieder dieses Forums sollten sich mit einer entsprechenden Petition an das Kulturamt der Stadt Nürnberg wenden. Je größer die Unterschriftsliste ist, um so größer sind die Erfolgsaussichten.

Nix für ungut
Helmut

Geschrieben: 22.08.2017 19:21
_________________
Nicht vergessen: Das Liedertreffen hängt am Liedermacher-Forum.
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#12

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lieber carschti,
ich kann dich nur zur bewerbung ermuntern. achte auf die terminangaben auf der webseite des bardentreffens zu den bewerbungsfristen. für die strassenbühne gibt es kurz vor dem festival eine kurze zeitspanne für interessenten. in diesem jahr lief die bewerbungsfrist mitte juli und damit etwa zwei wochen vor dem festival ab. wichtig ist zu wissen, dass es auf dieser bühne keine stromversorgung gibt und man nur eine verstärkung nutzen kann, die mit batterie läuft. mir schien in diesem jahr dort eine recht mickrige und schwer einstellbare anlage zur verfügung zu stehen. ich hab sicherheitshalber meine eigene benutzt, denn da weiss ich, wie ich sie einstellen muss. ganz ohne anlage wird es schwer, sich gegen batterie-verstärkte strassenmusiker durchzusetzen, die ohne bühne strassenmusik machen.
herzlich
gerd

Geschrieben: 07.08.2017 23:55
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#11

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Ich lese diesen Thread seit Tagen höchstinteressiert mit, aber ich kann nicht wirklich mitreden, weil ich noch nie bei einem dieser seit Jahren (Jahrzehnten?) stattfindenden Bardentreffen in Nürnberg dabei war, weder als Zuschauer noch als Barde.
Was Du über Deinen Auftritt dort schreibst, Gerd, und was andere hier über Deinen Auftritt dort schreiben, macht mich allerdings neugierig, es im nächsten Jahr vielleicht selbst mal zu versuchen, mich da als Barde zu bewerben...
Ach ja, und die kleineren Bühnen sind für mich (auch als Zuschauer) meistens interessanter, unterhaltsamer und lehrreicher als die großen, wo man seinen "Star" dann mit Zehntausenden auf einer Video-Leinwand teilen muss...
LG cARSCHti

Geschrieben: 07.08.2017 21:58
_________________
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#10

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Hallo Gerd,
mir ist die doch nicht kleine Anzahl an Menschen aufgefallen, die vor der kleinen Bühne stehen blieb, und dies hatte seinen Grund.
Ich möchte die lobenden Worte meiner "Vorredner" nicht wiederholen, sondern einen Eindruck einer Dame, die gegen Ende Deines Konzertes neben mir stand. Sie ließ ein lautes "Bravo" hören. Ich frage Sie, ob sie deine Musik denn kenne. Sie verneinte und teilte mir mit, dass deine Themen und Texte sie gefangen haben und diese mit Hannes Wader verglichen. Den Vergleich will ich nicht kommentieren, doch mir zeigte dieses kurze Gespräch, wie sehr Deine anspruchsvolle und treffende Texte ankommen.
Gruß
Theo

Geschrieben: 07.08.2017 20:01
_________________
Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich nicht, wenn ich muss.
Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll,
dann kann ich, wenn ich muss.
Denn: Die die können sollen, müssen wollen dürfen.
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#9

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liebe nicole, lieber philipp,
viele dank für die lobenden zeilen. es sind solche ermunternden reaktionen, die mich mit meinen liedern immer wieder die öffentlichkeit suchen lassen, auch wenn manche bühnen nicht die optimalen bedingungen bieten. ich hab den auftritt genossen - und eure reaktionen auch...
herzlich
gerd

Geschrieben: 06.08.2017 23:12
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Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#8

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Hallo Gerd,

besser spät als nie: lieben Dank für Dein Konzert!
Für mich war es ein wirkliches Highlight auf diesem Bardentreffen - kritische Texte, Gitarrenmusik und das Ganze in einer entspannten, familiären Atmosphäre...
Schön war auch, bekannte Gesichter vom Liedertreffen wiederzusehen.
Vielen Dank für Deinen "Bio-Nachhilfeunterricht" zum Thema "Rind".
Gerade in dieser vergangenen Woche wurde ich („Dieselgipfel“ sei Dank) häufig an diese Momente Deines Konzerts erinnert...

Straßenbühne:
Was den Hauptsponsor motiviert, sich direkt vor seine Filiale diese "Bühnenqualität" stellen zu lassen, wir mir niemand so erklären können, dass ich es verstehe.
(Einen schärferen Kommentar in einem Entwurf habe ich wieder gelöscht!)
Mein Fazit: Hier gibt es "Optimierungspotential" für die Orga-Truppe des Bardentreffens...

Bardentreffen allgemein:
Da ist schon alles gesagt...
Schade, dass Konzerte wie Deins beim Bardentreffen auf die "rote Liste" (der aussterbenden Liedermacher) gehören.

Wie dem auch sei:
Es war schön Dich zu hören / Euch zu treffen.

Viele Grüße

Philipp

Geschrieben: 06.08.2017 18:57
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#7

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Hallo Nicky,

über den Begriff 'Bardentreffen' wurde auch in vergangenen Jahren schon diskutiert. Vor 41 Jahren wurde es so genannt und ich denke, man mag sich von dem Namen nicht mehr trennen. Früher werden es wohl schon mehr Barden gewesen sein, heute treten ja fast alle mit Band auf. Ich bin immer froh, wenn ich mal eine Darbietung ohne Schlagzeug erwische, das ansonsten die Texte mehr oder weniger tot schlägt. Mein Bruder dachte gar, es handele sich um so ein mittelalterliches Treffen mit der entsprechenden Kostümierung.

Beim Motto fand ich schon in den vergangenen Jahren, dass man nicht allzu viel davon merkt. Ein Mal war es '175 Jahre Eisenbahn'. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, bis ich mal irgendwann ein Lied zum Thema zu hören bekam. (Auch Reinhards 'Eisenbahnballade' hat jemand vorgetragen, aber in der Mitte aufgehört – weil das Lied so lang ist – und später im Programm die zweite Hälfte gesungen. Das hat richtig weh getan.) Ein Mal war das Motto 'Finnland'. Einige wenige finnische Beiträge gab es, aber zugegeben – so viele finnische Gruppen gibt es wahrscheinlich nicht, die man da einladen könnte. In dem Jahr, als das Motto 'Schweiz' war, waren allerdings schon ein paar mehr Schweizer da, die Anreise ist einfach nicht so langwierig.

Das Motto Gegenwind meint übrigens nicht die hier relativ negativ besetzte 'Blasmusik', sondern die meist sehr seriösen 'Blasinstrumente'. Wie man gerade auf 'Gegenwind' kam, kann ich auch nicht sagen. Die Beschreibungen der Gruppen im Programmheft werden ja sicherlich nicht vom Veranstalter geschrieben, die liefern doch wahrscheinlich die Künstler selbst. Und da finde ich bei der spanischen Gruppe 'Bufa y Sons' die Kurzüberschrift 'Gegenwind mit Krücke, Backstein und Absperrgitter'. Derartige Dinge wie auch Schläuche, Gießkannen und Fahrradlenker nutzen diese Musiker als Instrumente.

Hier ein Auszug aus dem Programmheft:
Zitat:

… ermöglicht unser diesjähriges Festivalmotto natürlich auch den dezenten Verweis auf Künstler, die von Windschlüpfrigkeit wenig halten, sondern Position beziehen. Und solche Stimmen sind – wie der Blick ins Programm zeigt – erfreulicherweise auch im Jahre 2017 keine Seltenheit und keine Frage des Alters beziehungsweise des Jungseins.

Als Beispiel werden der Tibet-Mahner Porok Karpo, der fränkische Jungfrechdachs Heiner Bomhard und der Bayern-Spötter Stephan Zinner genannt. Im Programmheft haben 17 der 73 Formationen einen Gegenwind-Stempel. Das sind aber alles Gruppen, die mit Blasinstrumenten arbeiten, die drei Beispiele für kritische Beiträge haben diesen Stempel nicht. Es ging also wohl tatsächlich hauptsächlich um die Blasinstrumente.

Um noch kurz auf Rudolstadt einzugehen: Meine Schwester war in diesem Jahr zum ersten Mal dort. Schwerpunkt sollte Schottland sein. Schottland war vertreten, es wurden schottische Tänze gezeigt, was ihr besonders gefiel, weil sie selbst in einer schottischen Tanzgruppe ist. Und es wurde schottische Musik gespielt. Aber auch dort waren die Beiträge zum Thema Schottland nur ein kleiner Bestandteil des riesigen Angebotes.

Viele Grüße von Petra

Geschrieben: 03.08.2017 00:03
_________________
Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#6

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Lieber Georg,
danke für den Hinweis zu dem Thema Blasmusik. Ich hatte das in dem Zusammenhang mit dem Motto überhaupt nicht in Verbindung gebracht. Vermutlich auch, weil Blasmusik nicht so ganz meins ist, außer vielleicht ein dezentes Saxophon im Hintergrund......

Was mich bei dieser Art Treffen oder auch bei der von mir beschriebenen Demo besonders stört, ist, dass ich dabei das Gefühl eines „Etikettenschwindels“ habe.
Die Bezeichnung „Bardentreffen“ lässt mich an eine Zusammenkunft von „Barden“ denken, die ich immer singender weise in meinem Kopf habe. Mit dem Motto „Gegenwind“ verbinde ich dann Texte gegen die momentane Situation. Sei sie politisch oder auch anderer Art. Aber vielleicht denke ich da auch einfach nicht groß genug.......

…..oder kann einige „Gegenwind“-Beiträge auch gar nicht als solche erfassen, weil sie in den jeweiligen Landessprachen der Künstler präsentiert werden. Mein Englisch reicht dafür vielleicht noch. Aber „Gegenwind“ oder auch Protest aus russisch, polnisch oder chinesisch herauszuhören fällt mir schwer. Genauso wie „Gegenwind“ aus einem Didgeridoo herauszuhören.

Ich kann natürlich gut verstehen, das die Strassenkünstler (egal was sie singen oder spielen) das Bardentreffen nutzen um eine Plattform zu finden und sich zu präsentieren. Genau das gefällt mir auch an Nürnberg. Die vielen kleinen Beiträge am Rande in ihrer Vielfalt. Aber auf den großen und kleinen Bühnen hatte ich einfach etwas anderes vom Veranstalter erwartet.
Man könnte das ganze ja sonst auch einfach „Musikertreffen in Nürnberg – ohne Motto“ nennen. Dann wären meine Erwartungen andere.

Alles in allem waren es wieder schöne Tage in Nürnberg und ich bin mir sicher, dass es mich auch in den nächsten Jahren wieder dorthin ziehen wird. Aber eben mit gedämpften Erwartungen....

Liebe Grüße
Nicole

Geschrieben: 02.08.2017 11:27
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...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#5

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Zitat:

Gesch schrieb:
[...]
und ich räume ein, wohl in meiner phantasie überfordert gewesen zu sein, denn mir wäre nicht im traum eingefallen, einen zusammenhang zwischen "gegenwind" und "blasmusik" zu vermuten - was vielleicht bei einem liedermacher nicht verwunderlich ist, der seinen stärkeren akzent eher auf inhalte/texte als auf musik legt.

mir wäre auch neu, dass blasinstrumente vorrangig "gegen wind" geblasen werden. und falls doch: zu welchem zweck?


Lieber Gerd,

ja, ich habe beim Motto "Gegenwind" auch zuerst ausschließlich an kritische Texte gedacht.

Aber ich finde den Brückenschlag zu "Blasinstrumenten" gelungen.

Unter dem Begriff "Blasmusik" würde ich vermutlich auch kaum an Liedermacherei denken, aber es ging ja um die Instrumente, nicht um das Genre, und selbst Bob Dylan hat mit seiner Mundharmonika letztendlich sehr oft und eindringlich ein Blasinstrument benutzt, was seinen Liedinterpretationen aus meiner Sicht eher zugute kam als geschadet hat.

"Gegen den Wind" zu blasen ist natürlich schon eine gewagte Hypothese, aber ich sehe das eher metaphorisch.
Aus den Darbietungen der "Red Hot Chilly Pipers" habe ich jetzt zugegebenermaßen aber auch nicht soviel Protest rausgehört

Ich vermute aber, daß sich beim BT eben auch Formationen bewerben, denen das Motto nicht so wichtig ist. Und andersrum Formationen ausgewählt werden, wo vorher eigentlich schon bekannt ist, daß ihre Darbietungen nicht unbedingt etwas mit dem Motto zu tun haben.

Beim tff in Rudolstadt gibt es ja jährlich auch ein Motto. Ich war leider noch nie dort und frage mich, wie konsequent dort das jeweilige Motto eingehalten wird.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 01.08.2017 23:37
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"Jede künstlerische Leistung ist ein Sieg über die menschliche Trägheit."
[Herbert von Karajan]
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#4

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lieber georg,

bevor ich mich für das bardentreffen beworben habe, stach mir das "gegenwind"-motto ins auge und schien mir, insbesondere für mich und meine thematischen liederzugänge, ausgesprochen einladend, wenn man nicht gar auffordernd zu sein.

ich muss zugeben, wohl etwas oberflächlich in der recherche gewesen zu sein, was denn mit dem motto "gegenwind" gemeint und umfasst war.

und ich räume ein, wohl in meiner phantasie überfordert gewesen zu sein, denn mir wäre nicht im traum eingefallen, einen zusammenhang zwischen "gegenwind" und "blasmusik" zu vermuten - was vielleicht bei einem liedermacher nicht verwunderlich ist, der seinen stärkeren akzent eher auf inhalte/texte als auf musik legt.

mir wäre auch neu, dass blasinstrumente vorrangig "gegen wind" geblasen werden. und falls doch: zu welchem zweck?

ein alternatives motto hätte insofern für geblasene musik auch "pustekuchen" lauten können. das wäre dann sicherlich auch kein etikettenschwindel gewesen...

aber es mag ja ein fehler sein, an ein explizit herausgestelltes motto fokussierte erwartungen zu knüpfen. sowas nennt man dann wohl "lehrgeld". aber auf falsche fährten lass ich mich eigentlich auch ungern locken. aber letztlich war ich auch mit dem eingeschränkten angebot an "gegenwind-liedern" zufrieden....

herzlich
gerd

Geschrieben: 01.08.2017 23:12
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#3

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Zitat:

Nicky schrieb:
[...]
Es gab ja das Festivalmotto „Gegenwind“. Aber abgesehen von deinem Auftritt ist mir kein Künstler aufgefallen, der zu dem Thema etwas zu sagen/singen hatte.....teilweise noch nicht mal laue Lüftchen oder ein kleiner Puster.
Warum schreibt man sich so ein Motto auf die Fahne und lässt auf den großen Bühnen dann Künstler singen, die zum Thema nichts beizusteuern haben?
[...]


Liebe Nicole,

die Frage ist sicherlich nicht ganz unberechtigt, aber mit "Gegenwind" waren laut Programmheft nicht nur kritische Lieder und Künstler gemeint, sondern auch Blasinstrumente, und davon waren in diesem Jahr eine Menge auf den Bühnen zu belauschen und zu bestaunen.

Alle Konzerte und Lieder kann man nun mal nicht verfolgen, aber ein bißchen bekommt man schon mit, sei es durch die Informationen aus dem Programmheft, oder eben wenn man den Künstlern selbst zuhört.

Im Programmheft ist zum Beispiel ein sehr interessantes Kurzinterview mit Loten Namling, der sich schon jahrzehntelang für mehr Rechte der einheimischen Bevölkerung im von China annektierten Tibet einsetzt. Mit seiner Band Porok Karpo hat er auch gespielt, wenn auch nicht unbedingt auf einer der größten Bühnen.

Gerd redet meistens Klartext in seinen Liedern und nennt die Dinge beim Namen. Es gibt aber auch genug Künstler, bei denen eher in den Zwischentexten als in den Liedern deutliche Worte gewählt werden.

Und dann gibt es Künstler wie Heiner Bomhard, der seine bissigen Texte teilweise direkt ausspricht, teilweise aber gekonnt in einen Bereich zwischen Satire, schwarzen Humor und Zynismus packt.

Daß auf den großen Bühnen dann aber der Gegenwind eher durch Blasinstrumente entsteht, möchte ich nicht unbedingt bestreiten, aber zum Glück bietet das Bardentreffen ja genug Auswahlmöglichkeiten und es gibt genug kritische Lieder zu hören.

Und das Motto "Gegenwind" war aus meiner Sicht gut durch Worte und Töne vertreten, und sei es durch die Didgeridoo-Truppe "Die 3 Herren" vor St.Lorenz.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 01.08.2017 20:17
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#2

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Lieber Gerd,
da muß ich doch einen kleinen Einspruch einlegen.
Das Manko war meiner Meinung nach nicht der Klang aus den Boxen, (Ich fand die Verstärkung absolut ausreichend, wer schlecht gehört hat, hätte ja auch 1-2 Schritte näher an die Bühne ran gehen können), sondern eher die kurze Spielzeit. Eine knappe Stunde war einfach viel zu wenig für das, was du zum Thema zu singen hattest
So bin ich froh, dass ich euch am Samstag in der Früh bei eurer öffentlichen Probe in der Nürnberger Innenstadt schon zuhören konnte und noch ein paar Lieder mehr „abstauben“ konnte.

Was mir aber auf jeden Fall noch wichtig ist zu erwähnen, ist meine Verwunderung darüber, wie der Veranstalter die Auswahl der Künstler trifft. Es gab ja das Festivalmotto „Gegenwind“. Aber abgesehen von deinem Auftritt ist mir kein Künstler aufgefallen, der zu dem Thema etwas zu sagen/singen hatte.....teilweise noch nicht mal laue Lüftchen oder ein kleiner Puster.
Warum schreibt man sich so ein Motto auf die Fahne und lässt auf den großen Bühnen dann Künstler singen, die zum Thema nichts beizusteuern haben?

Ähnliches ist mir auch schon auf verschiedenen Demos aufgefallen. Vor knapp 2 Jahren in Berlin, bei einer riesigen Anti Titip Demo, stand Dota auf der großen Bühne. Mag ja sein, dass es viele Leute gibt, bei denen der Name Dota eine gewisse Anziehungskraft ausübt, aber zum Thema zu singen hatte sie mal so gar nichts. Warum sucht man sich da nicht Künstler, die auch musikalisch etwas beizusteuern haben, was eine Aussagekraft zum Thema hat?

Was deine Liedauswahl zu dem Thema anging, fand ich die Setlist sehr gelungen. Aber das hat dir ja vermutlich auch die große Zustimmung vom Publikum in Form von Applaus und „Zugabe-Rufen“ gezeigt.

War auf jeden Fall mal wieder schön, einen Auftritt von dir und auch Chris zu sehen.

Liebe Grüße
Nicole

Geschrieben: 31.07.2017 18:53
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persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#1

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Ihr Lieben,

gleich vorweg: ich hab mich sehr über alle Forumsmitglieder gefreut, die am Samstag zum meinem Auftritt auf der Straßenbühne in der Karolinen Straße gekommen sind. Bekannte Gesichter vermitteln immer so ein wenig den Eindruck eines Heimspiels, was bei einer Nervosität, die ja immer da ist, auch wenn sie nicht sichtbar ist, beruhigend wirken kann.

Meinen vierten Auftritt bei einem Bardentreffen (nach 2013, 2014 angekündigt als Solist, und 2015 mit den Kanuten) halte ich nun für meinen erfolgreichsten. Ich habe mit dem „Kanuten“ Chris Biederwolf als musikalischen Begleiter an der Mandoline auf der Bühne viel Spaß gehabt. Das nach unserem Eindruck vergleichsweise große Interesse an unserem Konzert, das ja erst sehr spät detailliert angekündigt wurde (weil das Programm Straßenmusikbühne nicht im gedruckten Festivalprogramm zu finden ist, sondern nur auf einem Beiblatt steht) hatte uns sehr überrascht. Vielleicht lag es ja auch nur daran, dass die Auftrittszeit 18 Uhr am Samstag offenbar optimal gewesen sein muss, weil es wenig Überschneidungen mit attraktiveren Programmangeboten gab.

Ob sich nun 40, 60, 80 oder 100 Leute eingefunden hatten und diese überwiegend sogar die ganze 45-minütige Auftrittszeit dabei geblieben waren, kann ich nur schwer abschätzen und möchte mich auch nicht festlegen. Ich nehme an, dass eher eine niedrigere Zahl zutreffend ist. Entscheidender war für mich das offensichtliche Interesse der Anwesenden an meinen Liedern, die ich bewusst zum Festivalmotto „Gegenwind“ ausgesucht hatte. Und ich habe auch den Eindruck, dass meine Auswahl richtig gewesen ist. Diesen Rückschluss erlauben jedenfalls das registrierte Echo und die nachdrücklich verlangte Zugabe.

Wir haben folgendes Programm gespielt:
01 Das Dobrind (über Verkehrsminister Dobrind von der CSU, der – wenn sie denn tatsächlich kommen sollte - nicht nur als „Erzwinger“ der Maut in die Analen eingehen dürfte, sondern auch als äußerst fürsorglicher Schutzengel der betrügerischen Automobilindustrie)
02 Bescheuert (über Dobrinds Nachfolger im Amt des CSU-Generalsekretärs, Andreas Scheuer, und dessen Phobie vor Fußball spielenden ministrierenden Senegalesen)
03 Müller (über den Regensburger Dompfaffen, der es in Rom mit Benedikts Hilfe bis zum Leiter der Glaubenskongregation brachte, obwohl er gewiss als Schutzpatron von Kindesmisshandlern im Umfeld der Regensburger Domspatzen eine vielversprechende Zukunft in der Scheinheiligenriege vor sich haben dürfte).
04 Wenn die Mehrheit schweigt (über Pegida und die Pegida-Versteher, die Vorbehalte haben, den „besorgten Bürgern“ mit klarem Widerspruch auf die braunen Zehchen zu treten)
05 Geh, Flüchtling, geh (meine Übertragung des Woody Guthrie-Liedes „Deportee“ mit inhaltlicher Verlagerung des besungenen Problems von Kalifornien nach Afrika, bzw Europa)
06 Der getürkte Putsch (über türkische Putscherfahrungen, -mutmaßungen und –wahrnehmungen)
07 Wahrheiten (über ausufernde Gutgläubigkeiten)
08 Die alte Leier (über den Vorwurf des Antiamerikanismus, der von Trump-Verteidigern reflexartig geäußert wird, sobald sie Kritik an ihrem Idol vernehmen…)
09 Momente (zur Ermutigung, sich auch nicht durch Terror den Lebensmut und die Lebensfreude nehmen zu lassen)
Zugabe: Wiedersehen (zur Hoffnung, sich wiederzusehen)

Ich habe mir erlaubt, bei den Festivalplanern im Kulturdezernat des Stadt Nürnberg mit der Bitte anzuklopfen, ob ich für einen nächsten Auftritt nicht die Chance erhalten könnte, auf einer Bühne mit Stromversorgung und professioneller Verstärkeranlage zu spielen, da in der suboptimalen Verstärkung ohne Stromversorgung auf der Straßenbühne aus meiner Sicht das einzige Manko meines Auftritts lag.

Alles in allem aber war es für mich ein gelungenes Konzert.
Falls jemand ergänzende oder auch andere Eindrücke gewonnen haben sollte, würde ich sie hier gerne lesen…

Herzlich
Gerd



Geschrieben: 31.07.2017 13:17
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Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
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