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Aw: Konzertbericht über die Haiti-Konbit (8.10.2016)
#2

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Guten Morgen, ihr Lieben!

Nachträglich noch ein schönes Gruppenfoto von der Haiti Konbit:
TiCorn (in der Mitte) mit Chantal Guerrier, Renès BBWI (links) , Don Pelo und Deyo Daniel (vorne), Dr. Bataille (rechts) und weiteren Gästen...

Viele liebe Grüße,
Anne

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jpg  Gruppenbild Haiti Konbit 2016. klein.jpg (127.30 KB)
2160_581051828c299.jpg 702X469 px

Geschrieben: 26.10.2016
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Konzertbericht über die Haiti-Konbit (8.10.2016)
#1

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Karibisches Oktoberfest in Düsseldorf

Meine Impressionen von der „Haiti Konbit“ mit TiCorn & Friends
(die Haiti Konbit ist ein jährliches Fest organisiert von der Haiti-Med. e.V. für Haitianer und Haitifreunde)


Foto: TiCorn & Friends auf der Bühne

Es ist Samstag, der 8. Oktober 2016: Mit vielen schönen Erinnerungen an die Haiti-Konbit der vergangenen beiden Jahre mache ich mich auf den Weg nach Düsseldorf – diesmal in Begleitung einer Freundin, die extra dafür aus Frankfurt angereist ist: Sie ist sehr gespannt, die haitianische Kultur, vor allem die Musik, auf diesem besonderen Event kennenzulernen.


Als wir in Düsseldorf-Eller am liebevoll geschmückten Saal ankommen, werden wir gleich herzlich begrüßt. Ich sehe einige bekannte, aber auch neue Gesichter, und stelle fest, dass mancher eine noch viel längere Fahrt als wir mit unseren 2,5 Stunden auf sich genommen hat, um an diesem Fest teilzunehmen – beispielsweise Freunde aus Hamburg oder Dr. Bataille, ein Vertreter der haitianischen Botschaft aus Berlin. Schnell entwickeln sich anregende Gespräche und es treffen immer weitere Gäste ein.


Das Programm wird eröffnet von einer haitianischen Trommelgruppe und dem „Schrei der Muschel“ als Signal für das Publikum, sich einen Platz zu suchen. Nach einer persönlichen Ansprache beginnt das Konzert der haitianischen Singer/Songwriterin TiCorn („petite Cornelia“ Schütt, deutsche Abstammung) in Begleitung von Multi-Instrumentalisten Brahm Heidl und Percussionisten Donald Holtermanns.


Die aktuellen Meldungen über den tropischen Wirbelsturm Matthew übermitteln zu diesem Zeitpunkt noch nicht das volle Ausmaß der Zerstörung der Südspitze Haitis. Doch Betroffenheit und Mitgefühl verbinden sich bereits mit dem Wunsch, durch Solidarität und tatkräftiger Unterstützung die Not zu lindern, die diese Naturkatastrophe auslöst. Trotz der Schicksalsschläge und dem Elend, die der Bevölkerung Haitis zum wiederholten Male widerfahren (auf das verheerende Erdbeben von 2010 verwüstet nun der Hurrikan den Süden der Insel), sei es wichtig, an den positiven Seiten der Kultur festzuhalten, daran zu glauben und mitzuwirken, Haiti wieder aufzubauen, heißt es in der Begrüßungsrede von Dr. Bataille. Auch bei den Künstlern ist großes Engagement zu spüren. TiCorn erklärt: „Wir haben unser Programm kurzfristig geändert. Die Hymne „Sous le ciel d'Haiti“ von Marcel O. Gilles drückt die Liebe aus, die wir für unsere Heimat empfinden. Meine Gebete sind bei den Menschen in Jérémie mit „Pelerèn“ („der Pilger“), ein Lied, das aus dieser Region Haitis stammt.“


Ihre Chansons und kreolischen Texte sind bewegend wie facettenreich: Es folgt ein Duett mit Brahm Heidl der beliebte Hochzeitssong „Deklarasyon“ aus der Feder des bekannten Poeten Jean-Claude Martineau (Koralen). Wie sich das Thema der Gleichberechtigung und gegenseitigen Achtung zweier Liebenden in den warmen Timbres der Stimmen und den ineinander fließenden Melodien widerspiegelt, ist faszinierend.


TiCorn & Friends – das bedeutet in diesem Jahr ganz besonders viele Überraschungs-gäste! Für die Ballade „Pa kriye Anita“ aus dem preisgekrönten Kinderfilm „Anita“ (1980), hat die Sängerin die damalige Hauptdarstellerin, Chantal Guerrier (Anita), zum Mitsingen eingeladen. TiCorn spielte die Meeresgöttin Simbi, die das Restavek Anita (= junge Mädchen, die bei anderen Familien als kleine Dienstboten unterkommen) tröstet und ihm Hoffnung gibt.

Foto: Chantal Guerrier und TiCorn


Von dem aktuellen Album „12 Voices of Haiti“ (12 Singer/Songwriter mit haitianischen Wurzeln, die in Europa leben, präsentieren ihre Musik und Kultur mit jeweils einem Song), das es gleich bei der Veröffentlichung auf Platz 7 der europäischen Weltmusik-Charts geschafft hat, kann das begeisterte Publikum gleich zwei Lieder hören: TiCorns schwungvolles „Songe mon yo“ („Erinnere die Berge“), das die Abholzung beklagt und alle Bäume aufzählt, die es auf Haiti zu erhalten gilt – und den Troubadour Renès BBWI (aus London) mit seiner Ballade „Choubidou“, die er in Dankbarkeit seinen Eltern widmet. Die Künstler bedanken sich bei Dr. Yves Polynice - die Haiti Konbit war der Auslöser zu diesem Album.



Die Bühne füllt sich mehr und mehr, denn die Künstler unterstützen sich gegenseitig bei ihren Auftritten mit Trommeln, Rasseln und Tanzeinlagen. So verwundert es kaum, dass auch die Zuhörer bald klatschend in den jeweiligen Rhythmus mit einsteigen und nur zu gerne den Refrain von „Plakatap Bourikman“ mitsingen: „Plakatap, plakatap, bourikman. Sak prese – pran devan“ („Schritt für Schritt,wie ein Esel, hast du es eilig , überhole doch!“). Der Aufforderung zum Tanzen kommen jedoch zunächst nur ein paar Kinder nach, die sich zu „Fet Champete“ (Dorffest) auf der Tanzfläche drehen.


Zwei weitere musikalische Gäste, Don Pelo und Deyo Daniel, die laut eigener Ansage „Soul Brothers“ sind, sorgen mit ihren engagierten Beiträgen „ Be patient“ und „Jah, Jah protect us“ ebenfalls für energiegeladene Stimmung – spontan getragen von der Band und zahlreichen Rhythmusinstrumenten.


„Wer singt mit mir „Haiti Chérie“?“, fragt TiCorn zum Konzertfinale. Als sich Dr. Bataille auf die Bühne begibt, trauen sich schließlich auch einige weitere Haitianer zu TiCorn & Friends an die Mikrofone. Mit dieser Liebeserklärung an die Heimat endet das Konzert, das gerne noch länger hätte gehen dürfen. Andererseits soll ja auch noch genügend Zeit für weitere großartige Tanzdarbietungen (u.a. Zsuzsa Parrag und Jennie Clérette), Gespräche, das köstliche Abendessen und gemeinsame Tanzsession mit DJ Fedor sein.


Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Haiti Konbit, die ich auf keinen Fall versäumen möchte. Vielen Dank an alle engagierten Mitglieder der Haiti-Med. e.V., die dieses Fest und die Begegnung überhaupt möglich machen und so wunderbar organisieren! Natürlich hoffe ich, dass Haiti nun gerade in dieser schweren Zeit nicht vergessen wird und die dringend notwendige Hilfe bekommt, die es jetzt – mehr denn je –braucht. Als Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird, baut die Musik Brücken zueinander. Danach liegt es an jedem einzelnen von uns, diese Brücken auch zu betreten und zu gehen.

PS: Für alle Interessierten, die nicht ein ganzes Jahr warten möchten: Am 13. November 2016 geben TiCorn & Friends ein Benefizkonzert in der Lätarekirche in München.
http://www.silenzio.com/WebRoot/Store ... /Eventkalender-Ticorn.pdf

Anne Drerup, freie Autorin und Rezensentin beim Online- Kleinkunstmagazin „Ein Achtel Lorbeerblatt“, Copyright Oktober 2016

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jpeg  Gruppenfoto Haiti Konbit.jpeg (85.67 KB)
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jpg  TC & Anita blue - cut jpg.jpg (73.58 KB)
2160_58007b420afad.jpg 553X457 px

Geschrieben: 14.10.2016

Bearbeitet von Anne1986 am 25.10.2016 21:12:09 Grund (optional): Ergänzung
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