Aktuell online: 14, davon Mitglieder 0 und Besucher: 14 [ Keine Mitglieder online! ]
Klicke das Banner an um zur Startseite zu gelangen


Leser in diesem Thema:   1 Anonyme(r)






Aw: Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#6

Benutzerinformationen
Hier ein Link, der irgendwie auch zum Thema passt, denke ich gerade:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitra ... Anstalt-vom-5.-April-2016

Geschrieben: 07.04.2016
_________________
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)
Drucke Melden


Aw: Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#5

Benutzerinformationen
Zitat:

migoe schrieb:
Ich bleibe dabei: eine Utopie ist was für die Zukunft und sollte niemals niemals niemals Realität werden, denn was danach käme wäre nicht der Himmel (wieder so eine Utopie) sondern die Hölle auf Erden!
migoe


Klar, migoe, die Idee eines "bedingungslosen Grundeinkommens" ist natürlich eine Utopie, und ich bin mir bewusst, dass diese Idee im jetzigen Deutschland politisch auch nicht durchsetzbar ist, über keine demokratisch gewählte Mehrheit verfügt, eben was für die Zukunft, für unsere Kinder, Enkel, Urenkel...
Aber ich teile nicht Deine Meinung, dass es die "Hölle auf Erden" wäre, wenn das "bedingungslose Grundeinkommen" eines Tages Realität werden würde.

@Westwind
Berechtigte Frage zu dem Thema: Was ist mit den Arbeiten, die eigentlich niemand gerne freiwillig macht, Erntehelfer, Müllabfuhr, Pflegeberufe usw.? Alles übrigens Arbeiten, die gemacht werden müssen, notwendig sind, bei denen aber diejenigen, die sie machen, kaum genug Geld dabei einnehmen, um ihren Lebensunterhalt davon zu bestreiten... Solche Berufe müssten dann natürlich deutlich (vor allem auch finanziell) aufgewertet werden, damit sie noch jemand macht. Aber das ist ja heutzutage genauso eine Utopie, oder?

Ich finde, es ist keine Frage von "Himmel" oder "Hölle", sondern ob wir mit unseren Utopien versuchen, unsere heutige Welt zu verbessern. Liedermacher-Kollege Bodo Wartke hat in dem Tagesspiegel-Interview Stellung bezogen, Liedermaching-Kollegin Dota Kehr 2010 übrigens auch schon mit einem Auftritt bei einer Demo für das "bedingungslose Grundeinkommen" vor dem Brandenburger Tor... Und politisches Engagement von LiedermacherInnen bezieht sich eben nicht bloß auf eine ferne "utopische" Zukunft, sondern auf die Gegenwart(ke)...

Geschrieben: 07.04.2016
_________________
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)
Drucke Melden


Aw: Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#4

Benutzerinformationen
Ich sehe es mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auch sehr skeptisch, weil aus meiner Sicht a) dann die Motivation, eine Ausbildung zu machen und auch durchzuhalten, für viele abhanden kommt, weil man in einem x-beliebigen Beruf eben direkt Geld verdienen könnte, und b) ich es ungerecht denen gegenüber empfinde, die eine Ausbildung machen, somit höher qualifiziert sind, dann aber in einer Branche arbeiten, wo die Verdienstmöglichkeiten gerade mal an der untersten Grenze sind. An diesem Punkt sind wir allerdings natürlich auch heute schon, wenn ich alleine mal die Pflegeberufe betrachte...

Ein weiterer Punkt wäre rein hypothetisch, aber ich vermute, daß es bei bedingungslosem Grundeinkommen in vielen Branchen zu Qualitätseinbußen kommt. Manchen Menschen kommt die Motivation zur Weiterentwicklung und Weiterbildung abhanden, wenn sie genug haben und wenn die Grundbedürfnisse erfüllt sind.

Wenn die Tätigkeit auch noch so viel Spaß macht, so gibt es aber auch verschiedene Charaktere und Rahmenbedingungen, die einem nicht immer die freie Auswahl ermöglichen. Wenn ich zum Beispiel vielseitige Interessen habe und im Beruf gerne Abwechslung habe, ist es illusorisch, alle 2 Jahre einen neuen Job anzufangen an einem Ort, wo es mir gerade gefällt, und dort mein Grundeinkommen habe.

Ein ganz anderes Thema sind die Arbeitgeber, die einen ja erstmal einstellen und eine Aufgabe bereitstellen müssen, die man gerne macht. In jeder Gesellschaft gibt es aber notwendige Tätigkeiten, die keiner gerne macht. Ich war noch nie Erntehelfer und kann mir nicht vorstellen, das wochenlang zu machen.

Daher halte ich Bodos Lied "Das falsche Pferd" auch eher für einen Traum, aber ein schöner allemal

Geschrieben: 06.04.2016
_________________
"Jede künstlerische Leistung ist ein Sieg über die menschliche Trägheit."
[Herbert von Karajan]
Drucke Melden


Aw: Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#3

Benutzerinformationen
Lieber cARSCHti,

Zitat:
Jetzt (erst?) Bodo Wartke, der im Grunde nichts anderes sagt als ich damals... Bin gespannt ob er hier genauso für seine Ansichten angegriffen wird... Und was wäre, wenn sich Reinhard Mey eines Tages in ähnlicher Weise öffentlich äußern würde?


ich persönlich verstehe das Lied "Das falsche Pferd" von Bodo Wartke als musikalische Schilderung einer Utopie. Man kann ja davon träumen und es sich wünschen - die Umsetzung in der realen Welt ist damit aber noch nicht sicher. Um ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle einzuführen müssen vorher aber eine ganze Menge Bedingungen erfüllt sein - und daran wird es scheitern.

Im Grunde genommen ist die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle doch nur eine neue Variante der Idee des Sozialismus. Meine Überlegungen zu diesem Gesellschaftsmodell haben mich bisher immer zu dem Ergebnis geführt: klingt gut, klappt aber nicht!

Warum sollte es nicht klappen?
Das Problem beginnt mit dem Begriff "bedingungslos". Ich habe schon damals in der Diskussion von 2010 geschrieben, was ich heute dazu noch denke: nichts im Leben gibt es ohne Bedingung. Jede/r muss bereit dazu sein, die Bedingungen für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle zu erfüllen. Daran wird es scheitern, denn wenn ich mir die bisherigen Versuche anschaue, um diese Utopie zu verwirklichen, dann sind sie immer an denselben Ursachen gescheitert: an der menschlichen Gier, Arroganz, Neid, Missgunst usw.

Mal ehrlich lieber cARSCHti, wer von uns kann von sich behaupten, diese ganzen Dinge nicht auch an sich selber zu entdecken, wenn man nur mal genau hinsieht?

Ich bleibe dabei: eine Utopie ist was für die Zukunft und sollte niemals niemals niemals Realität werden, denn was danach käme wäre nicht der Himmel (wieder so eine Utopie) sondern die Hölle auf Erden!

migoe

Geschrieben: 06.04.2016
_________________
Ich denke, also bin ich...denk ich positiv, gewinn ich | thomas d....

Die Erfahrung lehrt, wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd | Reinhard Mey

www.liedermacher-forum.de | www.diekoerbers.de
Drucke Melden


Aw: Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#2

Benutzerinformationen
Danke für den Link, migoe! Ein lesenswertes Interview.

Bedingungsloses Grundeinkommen? - Ich hab hier schon vor Jahren (2010?) dafür plädiert und habe mich damals - besonders hier in diesem Forum - heftigst dafür angegriffen gefühlt...

Jetzt (erst?) Bodo Wartke, der im Grunde nichts anderes sagt als ich damals... Bin gespannt ob er hier genauso für seine Ansichten angegriffen wird... Und was wäre, wenn sich Reinhard Mey eines Tages in ähnlicher Weise öffentlich äußern würde?

Aber geht eben bei dieser Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht um Bodo Wartke oder Reinhard Mey (die locker von ihrer Kunst leben können, auch ohne bedingungsloses Grundeinkommen), sondern u. a. um jene, die mit ihrer Kreativität nicht genug Geld verdienen (können), um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten... Und erst recht um die vielen Menschen hierzulande, die dazu nicht mal mit ihren (Mini-)Jobs in der Lage sind...

In diesem Sinne
Carschti

Geschrieben: 05.04.2016
_________________
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)
Drucke Melden


Aktuelles Interview mit Bodo Wartke im "Tagesspiegel" erschienen
#1

Benutzerinformationen
Im Tagesspiegel ist gestern ein sehr langes und interessantes Interview mit Bodo Wartke unter dem Titel "Die Texte bei Mozart sind völlig bescheuert!" veröffentlicht worden. Sehr schön zu lesen und nicht nur für Bodo Fans interessant...

Eine kleine Kostprobe:

Zitat:
Tagesspiegel:
Sie singen: „Wir alle würden einen Beruf ausüben, / den wir wirklich gern tun und von ganzem Herzen lieben. / Die gute Laune würde steigen – ganz egal, wohin man guckt –/ und ganz nebenbei auch das Bruttosozialprodukt.“ Vieles in dem Lied erinnert ans Bedingungslose Grundeinkommen, also die Idee, dass ausnahmslos jeder Bürger genug Geld erhält, um finanziell unabhängig zu sein.

Bodo Wartke:
Ich scheine, ohne es beabsichtigt zu haben, die inoffizielle Hymne zum Bedingungslosen Grundeinkommen geschrieben zu haben. Inzwischen habe ich mich damit beschäftigt – der Gedanke dahinter ist der gleiche: „Was, wenn’s klappt, was, wenn doch?“ Allein deswegen halte ich es für eine sehr gute Idee, das mal auszuprobieren. Viele Leute unken: „Das kann gar nicht klappen, dann legen sich alle auf die faule Haut.“ Ich glaube das nicht. Nur wenn ich Zeit habe und Muße, komme ich auf Ideen. In unserer Welt, im Kapitalismus ist das ja das kostbarste Gut: Alle hätten gerne mehr Zeit und mehr Muße, und viele haben ziemlich konkrete Ideen, was sie gerne machen würden – nicht nur egoistischer Natur, sondern auch, wie man was gestalten kann, ein neues Miteinander, ein familiäres Miteinander, ein menschliches Miteinander... Allein, weil mich das Ergebnis interessiert, bin ich für das Bedingungslose Grundeinkommen.


Viel Spaß beim Lesen wünscht...

migoe

P.S. Sollte der Artikel nicht mehr auf der Webseite des Tagesspiegel erreichbar sein, habe ich ihn im Archiv verfügbar - einfach Anfrage an mich...

Geschrieben: 05.04.2016
_________________
Ich denke, also bin ich...denk ich positiv, gewinn ich | thomas d....

Die Erfahrung lehrt, wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd | Reinhard Mey

www.liedermacher-forum.de | www.diekoerbers.de
Drucke Melden








[Erweiterte Suche]



Login

Mitgliedsname:

Passwort:

Autologin

Passwort vergessen?

Registrieren

Weitere Optionen...
Was gibts Neues?
  H  W  M 
Forenbeiträge01486
Mitglieder032
Heute · Woche · Monat
cms: xoops | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss