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Feedback geben und nehmen - wie mach ich das richtig?
#1

Benutzerinformationen
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich die im Forum bekannten Forenregeln um weitere Regeln fürs Feedback erweitern sollte. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, dass es der Kommunikation auf dem Liedermacher-Forum helfen kann, wenn wir alle uns folgende Regeln zu Herzen nehmen.

Warum eigentlich Regeln fürs Feedback?
Experten für Kommunikation, Didaktik und Gruppendynamik haben Regeln und Empfehlungen für gutes Feedback entwickelt. Inwieweit diese Regeln anwendbar sind, muss jeder selbst entscheiden, denn eines haben alle diese Regeln gemeinsam: Sie gehen von einer idealen Kommunikationssituation aus, in der Macht, Rivalität, Egoismus und andere menschliche Schwächen sowie soziale Ungerechtigkeiten dem Gelingen der Kommunikation zumindest nicht grundsätzlich im Wege stehen.

Die Pioniere der Anwendung des Feedbacks in Gruppen waren Psychologen, die sozialpsychologische Experimente und Trainings durchführten. Heute finden sie sich in Handbüchern für Seminare im Bereich Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Darin werden sie gelernt und angewandt, nicht im konkreten Alltag. Jeder Seminarteilnehmer muss diese Regeln erst noch auf seinen Arbeitsplatz übertragen.

Die wichtigste Regel ist deshalb eine Metaregel: Die Regeln für gutes Feedback müssen allen Beteiligten bekannt sein, und es sollte die Möglichkeit geben, diese auch explizit anzuwenden. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, können die beschriebenen üblichen Feedbackregeln greifen.

Feedback besteht aus zwei Komponenten, dem Feedbackgeben und dem Feedbacknehmen. Die positiven Wirkungen des Feedbacks liegen darin, dass der Feedbacknehmer Verhaltensweisen korrigiert, um die Kooperation und die Lernprozesse aller Beteiligten zu verbessern. Um dies zu erreichen, sollte sich der Feedbackgeber und -nehmer nach den folgenden Empfehlungen richten:

Empfohlene Regeln für Feedbackgeber:

Beschreiben und nicht werten oder beurteilen! Es geht darum, das konkrete Verhalten des Feedbackempfängers zu beschreiben und nicht darum, dessen Persönlichkeit zu interpretieren oder zu werten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass dieser sich unverstanden fühlt oder sich abgekanzelt glaubt.

Positives und Negatives ansprechen! Es ist schwer, negative Kritik anzunehmen. Wenn man dem Feedbackempfänger zeigt, dass auch dessen positive Seiten wahrgenommen werden, besteht eher die Chance dazu.

Änderbare Verhaltensweisen ansprechen! Wenn aus Sicht des Feedbackgebers keine Chance besteht, dass das Feedback zu Veränderungen führt, sollte es unterbleiben.

Feedback nicht aufzwingen! Die Rückmeldung sollte ein Angebot sein, damit es als Chance und nicht als Zwang wahrgenommen wird.
Bereitschaft des Empfängers prüfen! Optimal ist es, wenn der Empfänger selbst darum bittet.

Neue Informationen geben! Das Selbstverständliche braucht nicht angesprochen zu werden. Deshalb sollte die gegebenen Informationen neue Aspekte enthalten.

Reaktion des Empfängers vorher bedenken! Man sollte sich darüber im Klaren sein, was man vom Feedbackempfänger eigentlich erwartet. Wenn man ganz konkrete Verhaltenserwartungen hat, ist die Enttäuschung oft groß, wenn die Änderung unterbleibt oder der Feedbackempfänger die Rückmeldung gar nicht annimmt. Falls dem Feedbackgeber in erster Linie seine innere Befindlichkeit mitteilt, ist man vor derartigen Enttäuschungen gefeit.

Empfohlene Regeln für den Feedbacknehmer:

Am Feedbackprozess sind auch der oder die Empfänger beteiligt. Sie reagieren auf das Feedback und werden danach selbst zum Feedbackgeber, denn Kommunikation ist keine Einbahnstraße sondern Interaktion. Der Empfänger muss eine Entscheidung darüber treffen, ob er das Feedback (oder Teile davon) annehmen will oder nicht. Die folgenden Fragen sind Hilfen für diese Entscheidung:

Worüber möchte ich Feedback haben und worüber nicht? Wenn explizit um das Feedback gebeten wird, sollte man dazu auch die Bereiche ansprechen, auf die sich das Feedback beziehen soll.

Habe ich die Aussagen richtig verstanden? Um Missverständnissen vorzubeugen, ist oft eine Nachfrage angezeigt. Andernfalls würde der Feedbackempfänger auf nicht Gesagtes reagieren.

Welche inneren Reaktionen lösen die Informationen bei mir aus? Es lohnt, in sich hineinzuschauen und seine Empfindungen dem Feedbackgeber mitzuteilen. So kann er einschätzen, wie zutreffend seine Beobachtungen sind, und ob sein Feedback gut angekommen ist.

Kann ich die Informationen akzeptieren? Wenn Aussagen allein von einer Person kommen, ist an deren Gültigkeit durchaus zu zweifeln. Sagen andere indes Ähnliches, ist die Information eher zu akzeptieren.

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Die hier mitgeteilten Regeln sind eine Empfehlung und sollen die Kommunikation innerhalb des Liedermacher-Forums unterstützen und verbessern.

Geschrieben: 19.06.2012

Bearbeitet von migoe am 19.06.2012 14:46:31 Grund (optional): Fehler korrigiert
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