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Forenübersicht » Alle Beiträge (Timbo)


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Aw: Deine Fragen meine Antworten...
#1

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Zitat:

Gesch schrieb:
also nicht dazu führen sollten, dass ein Wort entgegen seiner normalen Betonung betont, also in der Aussprache "vergewaltigt" wird.


Oh ja. Ich kenne Lieder, die könnten so schön sein, aber ich weiß, da gibt es diese eine Stelle, an der das eine Wort des Reimes/Rhythmus wegen falsch betont wird, und dann warte ich schon schaudernd auf diese Stelle, und wenn sie dann kommt, schüttelt es mich jedes Mal wieder...
Bei so was bin ich vielleicht (?) sogar zu pingelig, aber ich kann gar nichts dagegen tun. So was quält mich regelrecht.

Nicht ganz so schlimm, aber auch in gewisser Weise ärgerlich finde ich falsch gebrauchte Wörter. Mein Lieblingsbeispiel (weil a) sehr bekannt und b) mir halt doch immer wieder aus dem Radio entgegengequengelt) stammt aus diesem "dieser Weg wird kein leichter sein"-Ding vom guten Xavier:
"...wenn der Wind das Meer aufbraust"
Brrrrrrr. Seit wann kann man jemanden oder etwas aufbrausen? Meines Wissens ist das kein transitives Verb...
Scheint aber außer mir niemanden zu stören.

Wie gesagt, möglicherweise bin ich übermäßig pingelig, aber ich finde, es ist möglich, so was zu vermeiden, und die Mühe sollte man sich auch machen.

Geschrieben: 01.07.2015
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Aw: Deine Fragen meine Antworten...
#2

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Zum Thema Bilder / Metaphern / Stilmittel:

Nein, ich sammle nichts auf Vorrat. Aber manchmal springt es mich irgendwann an - am besten übrigens, wenn ich alleine im Auto sitze.
Manchmal passiert es auch, wenn ich andere - meist englischsprachige - Musik höre und da irgendein Textfetzen plötzlich hängen bleibt, der etwas auslöst, etwas lostritt.
Irgendein Gedanke von irgendwoher, den man sich dann genauer besieht und sagt "ui, das ist eigentlich ein gutes Bild für...", und dann baut man sich neue, eigene Verknüpfungen.
Wenn das Bild wirklich passt, dann wird es auch gar nicht so schwer sein, damit zu weiter zu machen. Man muss ja im Grunde nur beschreiben, was man vor dem geistigen Auge hat...
Wichtig finde ich dabei allerdings, dass man möglichst im Bild bleibt, sich nicht in einer wilden Metaphernflut verliert, sondern sich in das eine Bild richtig reinbohrt und jede Ecke ausleuchtet. Aber, wie gesagt, wenn das Bild passt, ist das ja nicht das Problem.

Das ist zumindest mein Geschmack. Ich steh auf Texte, die in der Hinsicht einheitlich und stimmig sind, sei es bei der Verwendung von Bildern oder auch von sprachlichen Stilmitteln. Wenn sich so etwas beim Schreiben andeutet (wie gesagt, der Auslöser passiert mir eher einfach, als dass er gewollt wäre), versuche ich auch, auf dem Dampfer weiter zu fahren, den "Gedankenfluss" weiter in der Richtung zu halten.

Beispiel mit Stilmittel, weil sonst irgendwie schwer zu beschreiben:
In meinem Lied "Oder auch nicht" (einer meiner persönlichen Lieblingstexte) beginnt jede Strophe mit einer tv-bekannten Phrase (und zudem mit "Bitte"):
- "Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen"
- "Bitte keine Fragen, tut mir leid, kein Kommentar"
- "Bitte keine Panik, verlassen Sie ganz ruhig diesen Ort"
Wie es dazu kam? Keine Ahnung. Aber ich schätze, eine dieser Phrasen hat an einer Stelle ganz gut gepasst, und wenn erst mal eine da ist und man gedanklich auf dieser Schiene ist, fallen einem auch noch mehr ein, die man verwursten kann...


zum Thema Selbstzweifel:

Wie ich damit umgegangen bin? Indem ich 20 Jahre lang nicht aufgetreten bin, weil ich davon ausging, das Zeug will eh keiner hören.
Wie ich das Problem gelöst habe? Indem ich Lieder ins Liedermacher-Forum gepostet habe und einfach doch ein paar Mal aufgetreten bin (was auch immer mich da plötzlich geritten hat - der innere Schweinehund hat jedenfalls große Augen gemacht).
Wie das war? Riskant, denn wären diese ersten Schritte nicht gut gegangen, wär's das vermutlich gewesen. Aber auch toll. Man macht ja mit (damals) fast 40 nicht mehr SO viele SO aufregende Dinge das erste Mal...
Habe ich jetzt keine Selbstzweifel mehr? Oooooooh doch. Aber ich habe auch schon eine ansehnliche Sammlung an Positiverlebnissen. Das heißt, ich falle weicher, falls mal was in die Binsen geht. Das macht es leichter, auf die Selbstzweifel zu pfeifen.



Geschrieben: 30.06.2015
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Aw: Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?
#3

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@Gesch:

Nur noch so nebenbei, bevor wir uns zu weit von den ursprünglichen Fragen entfernen (die ich eh nur mit "keine Ahnung, mal so, mal so, es kommt, wie's kommt" beantworten könnte):
Stählin/SAGO ist ein gutes Beispiel. Ich habe schon mit vielen "Sagonauten" gesprochen, die - in weiten Teilen zumindest - recht angetan waren. Hatte selbst überlegt, mich dem mal anzuschließen. Aber je mehr Einzelheiten ich gehört habe, desto weniger hatte ich das Gefühl, dass das etwas für mich wäre. Es würde mich wohl in dem, was ich tue und wie ich es tue, nicht weiter bringen, sondern es allenfalls ändern, aber das will ich eigentlich gar nicht. (mal grob umschrieben)
Was halt am Ende schon wieder zu dem Punkt führt: Es gibt tausend Wege zu tausend Zielen. Oder auch: Macht doch einfach alle, was ihr wollt.

Geschrieben: 29.06.2015
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Aw: Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?
#4

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@Gesch:

Der Unterschied zwischen uns ist wohl der, dass meine Lieder enorm persönlich sind.
Ich will nicht irgendeine nette Geschichte erzählen. Ich will den Moment festhalten, genau das in Worte packen, was da eben gerade ist.
Manchmal vergleiche ich das mit einem Tagebuch. Das würde ja auch seinen Sinn und Zweck verlieren, würde man die Einträge später noch "verbessern", weil sie dann netter klingen. Das würde dem Ganzen dann nämlich doch eher schaden.
Wenn man natürlich eher "objektiv" schreibt, dann ist das relativ wurscht. Dann kann man auch später noch feilen und immer weiter verändern, schadet ja nichts.

Daher bin ich nicht "beratungsresistent", ich schreibe nur auf einer ganz anderen Basis und mit einem ganz anderen Selbstverständnis.
Und ich persönlich plädiere in diesem Bereich für Vielfalt und Freiheit statt für Handwerk und Methoden. Vor allem aber für Entspanntheit im Umgang mit dem eigenen Schaffen.
Einfach machen.
Und keine Sorge, deswegen gefällt mir noch lange nicht alles, was dabei raus kommt. Im Gegenteil.
Aber wenn es "echt" klingt, hat es bei mir definitiv einen Bonus gegenüber "Gewolltem".

(ich wiederhole außerdem: das ist nur MEINE Auffassung und Art; wer was anders machen will, soll was anders machen)

Geschrieben: 29.06.2015
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Aw: Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?
#5

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@Westwind:

Siehst Du, ich würde gar nicht wollen, dass es "Handwerk" wird.

Ich vermute, es kommt sehr darauf an, was man eigentlich vor hat, wohin man damit will.
Geht es nur darum, dass das Lied gut ankommt (was natürlich niemand zugibt, aber sicher nicht selten der Fall ist), kann ich auch mit Dieter-Bohlen-Bausatz arbeiten. Hat absolut nichts Individuelles mehr, wird aber voraussichtlich funktionieren. Und dann ist es pures Handwerk. Mal so als Extrembeispiel.

Ich bin vielleicht das andere Extrem: es ist mir erst mal egal, ob es irgendwem gefallen könnte. Ich schreibe ein Lied, weil ich gerade Lust habe, dieses Lied zu schreiben. Weil hin und wieder mal eines "raus muss".
Wenn man mal angefangen hat, damit aufzutreten, und weiß, was "läuft" und was nicht, gerät man immer wieder in Versuchung, sich in die entsprechende Richtung zu bewegen, aber ich bemühe mich, das so gut wie möglich auszublenden und bei mir zu bleiben. Ob es ein Lied auf die Bühne schafft oder nur geschrieben wird, um geschrieben zu sein, und hinterher in meinem lustigen gelben Ordner vergammelt (ja, solche gibt's) - das sehe ich dann hinterher.

Das geht natürlich nur, wenn man unter keinerlei Druck steht. Wenn man beispielsweise meint, davon Leben zu wollen, muss man produzieren. Dann braucht man unzweifelhaft mehr "Handwerk", um Lieder fertig zu klopfen.
Ich hab solchen Druck nicht (und bin sehr froh drum). Wenn ich monate- oder gar jahrelang kein neues Lied zustande kriege, dann ist halt gerade nichts zu schreiben, und dann erzwinge ich es auch nicht, Vorrat hab ich ja genug. Dafür gibt es dann wieder Phasen, da kommt eines nach dem anderen auf die Welt, fast wie von alleine...

Ich bin einfach - für meine Zwecke und unter meinen Voraussetzungen - skeptisch gegenüber dem "Handwerksbegriff". Und dementsprechend auch gegenüber irgendwelchen Seminaren o.ä., die das "Handwerk" zu vermitteln versprechen.
Für mich ist das Liederschreiben eine sehr persönliche Sache. Und wenn die Lieder anderer "echt" rüberkommen, ist das für mich als Zuhörer schon die halbe Miete.

Geschrieben: 29.06.2015
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Aw: Wie geht ihr vor beim Lieder schreiben?
#6

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Ein immer wiederkehrendes Thema, das ich mittlerweile irgendwie witzig finde. Nicht, weil ich die Fragestellung nicht verstehe, sondern weil ich mich zunehmend wundere, warum ich mir diese Fragen nie gestellt habe, sie aber sonst so oft gestellt werden.

Mir kommen Textideen in den Kopf, die schreib ich auf.
Mir kommen Melodien / Akkordfolgen in den Kopf, die merke ich mir.
Wenn jeweils eines davon zum anderen passt, kann ein Lied draus werden. Das kann noch am gleichen Tag passieren oder auch erst ein paar Jahre später, wenn mir die Textidee wieder in die Finger kommt und es plötzlich "bing" macht und der Rest dazu erscheint.

Meiner bescheidenen (ausgesprochen subjektiven) Meinung nach führt ein "Arbeiten" am Lied zu nichts. Es muss einfach passen.
Ich schraube auch nicht daran herum, denn es gilt die Maxime: "Wenn sich das Lied nicht wie von alleine schreibt, ist es nicht der richtige Moment, es zu schreiben."
Ich ändere meine Lieder auch nicht nachträglich, selbst wenn sie mir nach einiger Zeit nicht mehr gefallen. Damals, als dieser "Moment" war, da hab ich es eben so geschrieben, und nur so ist es wahr, ob es nun taugt oder nicht. Alles andere wäre Kosmetik und mir irgendwie zu "technisch".

Ist das nun eine Antwort auf irgendeine der Fragen?
Nö.
Eigentlich sagt es nur: Wartet nicht auf Leitfäden, besucht keine Seminare, macht einfach.

(womit ich nichts gegen irgendwelche Anleitungen, Seminare oder sonstwas gesagt haben will, wer so was toll findet / braucht, bittesehr, aber ich finde es im Sinne der persönlichen Note überflüssig und eher schade, wenn sich "Einheitsmethoden" durchsetzen - ganz subjektivst)

Geschrieben: 29.06.2015
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Aw: Songslams
#7

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Zitat:

Westwind schrieb:
Muß man sich da halbbesoffenes Publikum vorstellen, das so manchen Künstler auch mal DSDS-mäßig niedermacht ?



Ich ergänze hierzu: Das ist, soweit ich dabei war, NIE passiert.
Oft wird per Applaus abgestimmt, da gab es im allerschlimmsten Fall nur "wohlwollendes" Klatschen.
Etwas deutlicher wird es, wenn die Punktetäfelchen benutzt werden. Da kann dann schon mal einer gegenüber dem Rest etwas abstinken.
Aber erstens wird auch dem applaudiert, der nicht so viele Punkte bekommt, und zweitens: hatte ich schon erwähnt, dass es beim nächsten Mal ganz anders ausgehen kann?

Geschrieben: 24.06.2015
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Aw: Songslams
#8

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Hallöle, lange nicht mehr da gewesen!

Erst mal danke @goebelino, so eine Homepage hat es dringend mal gebraucht! Es gibt zwar auf facebook allerhand Zusammenstellungen, aber die werden nicht wirklich gepflegt und sind kaum auf dem neuesten Stand... Wenn ich mal die Muße habe, schaue ich es mir genauer an und kann vielleicht auch noch was ergänzen bzw. Veranstalter mit Dir vernetzen, die Dir Daten durchgeben können.

Und nun zum Thema, auf das Doro mich hingewiesen hat, weswegen ich mal wieder vorbei geschnippt bin.

cARSCHti, danke für Deine Besorgnis, aber: Ich hatte auch in Frankfurt einen richtig lustigen Abend! Es war nicht mein Publikum, zu groß, zu voll, zu unruhig... Die wollten mehr "laut" und "Spaß". Meistens läuft es besser, aber ausgerechnet vor meiner Haustür, in Bamberg, bin ich auch in der ersten Runde rausgewählt worden. Na und? Anderswo treffen sich im Finale eher die Stilleren, und da bin ich dann halt dabei und die Lustigen fliegen raus.
Inzwischen weiß ich das manchmal sogar vorher, so seltsam es klingt. Bei den Slam-Reihen im Fränkischen kann ich davon ausgehen, in Nürnberg eher so mittel abzuschneiden, dafür mag mich Ansbach. Aber das nur nebenbei.

Ja, ich bin mittlerweile Songslammer aus Leidenschaft, fahre sogar von Franken nach Mannheim oder Lörrach, auch auf die Gefahr hin, nur sieben Minuten dort spielen zu dürfen. Warum?

Punkt 1: Publikum. Man kann's traurig finden (tu ich auch, ändert halt nix), aber während manch ein Liedermacherabend kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlockt, sind die Slams dank Event- und Wettbewerbscharakter meist gut besucht, auch von Publikum, das sicher nie von sich aus auf ein Liedermacherkonzert käme. Man kann sich mal kurz vorstellen, ohne für den Abend alleine verantwortlich zu sein, und findet tatsächlich immer wieder mal einen neuen Fan. Umgekehrt ist auch das Publikum, teils eher vom Stimmrecht als von der Musik angelockt, oft überrascht, was es für tolles Zeugs gibt.

Punkt 2: Kollegen. Ich habe auf Songslams mittlerweile so viele tolle Mitmusiker kennengelernt... Manchmal bin ich danach ganz beseelt... Gut, das ginge anderswo vielleicht auch. Aber was heißt schon "anderswo"? So wahnsinnig viele und regelmäßige und gut verteilte vergleichbare Veranstaltungen gibt es - im Vergleich zu den Slams - wohl nicht, zumal nicht solche, wo man ohne große Voraussetzungen einfach kommen und spielen kann. Außerdem ist bei Slams die Chance groß, die Leute nicht nur einmal, sondern immer wieder mal zu treffen. Schön.

Punkt 3: Kontakte generell. Man lernt Veranstalter kennen, die einem vielleicht auch mal etwas anderes vermitteln können, wenn's "funkt".

Alles in allem waren alle Songslams bisher nette Abende in erfreulicher Gesellschaft. Es gab richtige Superabende (unabhängig von meinem eigenen Abschneiden) und welche, die okay waren, aber so richtig schlecht war noch keiner.

Und was Doro zum fehlenden Konkurrenzdruck sagt, stimmt absolut aus meiner Sicht.
Das hat mich schon beim ersten Anlauf begeistert. Da waren "alte Hasen" dabei, die mir schon nach dem ersten Lied auf die Schultern geklopft und gesagt haben "Respekt, das Ding heute gewinnst du!".
Klar, es gibt immer welche, die etwas ehrgeizig und beleidigt sind, wenn es nicht läuft, aber wie ich oben schon schrieb: wenn man mal begriffen hat, dass jeder Abend und jedes Publikum anders ist, und dass ein Erstrunden-Ausscheider beim nächsten Mal der Sieger sein kann, dann wird es einem egal.
(wieder nur nebenbei: bei der letzten Frankenslam-Runde ist jeder, der einen der vier Slams gewonnen hat, an einem anderen Ort in der ersten Runde rausgeflogen; und niemand hat zwei Abende gewonnen)

Klar gibt es einzelne, die das Ganze als großen Wettkampf ansehen und zickig werden, wenn es nicht so läuft.
Klar gibt es einem was, wenn man zum Sieger gekürt wird (und sei es nur ein bisschen Selbstbewusstsein, um das nächste Erstrunden-Ausscheiden besser zu verkraften).
Klar begreift man hin und wieder nicht, warum das Publikum so und nicht anders entscheidet.
Klar gibt es Kollegen, die über andere lästern. Ich geb zu, das hab ich auch schon gemacht, aber nicht, weil die besser abgeschnitten hätten als ich, sondern aus anderen Gründen.
Aber alles in allem hat mich sehr schnell begeistert, wie wenig Konkurrenzkampf da stattfindet, wie viel Spaß die Leute an der gemeinsamen Veranstaltung haben, und wie viel Respekt dem Tun des jeweils anderen entgegen gebracht wird, auch wenn es vielleicht etwas völlig anderes ist als das, was man selber macht.

Ich bin ja unbedarft an die Sache rangegangen und wusste gar nicht, was da passiert. Zugegeben, hätte ich beim ersten Anlauf so richtig auf die Mütze gekriegt, wäre ich sicher geknickt gewesen und hätte vielleicht das Auftreten wieder sein lassen. Kann alles sein.
Aber zum Glück war der erste meiner Slams in Ansbach.
Und meine Reaktion auf die "Niederlage" hätte vor allem darauf beruht, dass ich das Prinzip noch nicht begriffen gehabt hätte.
Das nämlich lautet: Lasst uns gemeinsam Spaß haben.

Und wer über den Event- und Wettbewerbscharakter die Nase rümpft, sollte sich vor Augen haben: der dient eigentlich nur dazu, das Publikum in die Falle zu locken. Für die Musiker ist es eher wie eine offene Bühne oder gar ein gemeinsames Konzert.

Etwas zu lang geratenes Pro-Slam-Plädoyer Ende.

Geschrieben: 24.06.2015
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Aw: Kultur im Bergrestaurant Heiligenborn in Schlüchtern
#9

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Hui. Danke, hobi!

Stand das irgendwo oder ist das für hier geschrieben? Oder anders gefragt: Darf man verwenden?

Geschrieben: 27.03.2014
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Aw: Kultur im Bergrestaurant Heiligenborn in Schlüchtern
#10

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Also, "viele" Zuhörer waren es nicht, aber der Wunsch der "netten" Zuhörer wurde immerhin erfüllt.
Ansonsten für die Nachfolgenden: Die Location ist top, die bereitgestellte Technik ließ keine Wünsche offen, und sowohl Gastgeber als auch Heiligenborn-Team haben dafür gesorgt, dass wir uns pudelwohl gefühlt haben. So gut wie perfekt.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Ganze möglichst zügig etabliert und dann auch entsprechend Zuschauer auf den Berg pilgern. Aber gut, an sich war das Bergrestaurant ja eigentlich sogar noch geschlossen, und nur für die Veranstaltung wurde geöffnet. In der Saison mag das vielleicht ohnehin anders aussehen.
Dann wär's vollends perfekt gewesen.

Geschrieben: 17.03.2014
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Aw: Kultur im Bergrestaurant Heiligenborn in Schlüchtern
#11

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Es ist doch ganz einfach: auf der einen Seite gibt es Künstler (oder so was in der Art... wie mich...), die sich freuen, wenn man sie irgendwo spielenderweise willkommen heißt. Und auf der anderen Seite gibt es Veranstalter, die sich freuen, wenn Künstler bei ihnen auftreten wollen.

Wenn beides zusammen trifft und alles auch noch supernett und völlig ohne Haken und Ösen zusammen kommt, dann könnte es wegen mir auch in Kiel sein, ich würde mal hin fahren.

Geschrieben: 11.03.2014
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Aw: Hoyschrecke 2013
#12

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Dann auch an dieser Stelle noch mal danke.
Wird noch vier bis acht Tage/Wochen/Monate dauern, bis sich das hinreichend gesetzt hat, aber ich genieße gerade noch den Nachklang einer höchst positiven Fassungslosigkeit.

Geschrieben: 25.11.2013
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Aw: Hoyschrecke 2013
#13

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Hui.

Nur eine kleine Bitte, Rike: könntest Du meine HP-Adresse in dem Beitrag auf "www.tim-koehler.net" ändern?
Das ist quasi meine Liedermacher-Seite.
Die andere ist eher... wild.
Danke!

Geschrieben: 28.10.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#14

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Ich hab mir lange auf die Finger gebissen, aber ich schaff's nicht, diesen Hinweis noch zu verkneifen, da ich mich rundweg missverstanden fühle:
Mit keinem Wort habe ich gefordert, "Trivialmusik" (oder so) abzuschaffen, oder die Leute verdammt, die sie hören, oder alle aufgefordert, andere Leute zu missionieren.
"Leben und leben lassen" schrub ich sogar selbst, glaube ich.
Fühle mich in diesem Thread komplett missverstanden.
*schnüff*

Was ich erschreckend finde, ist die Tatsache, dass das musikalische Fastfood in guten Teilen noch nicht mal von Leuten gemacht wird, die es aus Spaß oder Lust oder Überzeugung tun und/oder mit Herz und Seele dabei sind, sondern von Profis, die vermutlich mehr könnten, aber nicht dürfen, weil sie Teil einer Fließband-Produktionsmaschinerie sind und schließlich nur im Auftrag arbeiten.
Nach dem Motto "Herr Michelangelo, es ist eine Auftragsarbeit, wir wollen unsere Gäste doch nicht überfordern, und außerdem ist es billiger, also streichen sie die verdammte Decke gefälligst weiß!"

Ich weiß, in der Welt Geldverdienens wirken Idealisten immer leicht naiv, aber für mich sind Texte ein wesentlicher Bestandteil eines gesungenen Liedes, und ich fände es schöner, wenn sie - ob gut oder schlecht, so doch wenigstens - aus Überzeugung geschrieben/gesungen würden.
Ist halt ein Reizthema für mich
Schullichung.

Geschrieben: 26.01.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#15

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@Reino
Das is mal ne Aussage.

@Rex
Abgesehen davon, dass der Schloss-Vergleich inzwischen nicht mehr nur leicht hinkt, sondern beider Beine verlustig ging, schreibst Du im Grunde das, was ich meine.
Und ist es denn etwa nicht sehr, sehr traurig, wenn die wahre Kunst in der Schublade bleibt, weil die marktbeherrschende Industrie nur Flaches einfordert?

Im Übrigen fielen mir schon wieder tausend Sachen zu dem Ganzen ein, aber ich seh schon, ich bin in meinem Traum von einer besseren Musik-Welt ein ziemlich einsamer Rufer in der Wüste...
Miau.

Nur noch ein Gedankenstrang, der mir gerade so im Kopf herumflirrt: Beherrscht wirklich die Nachfrage hier den Markt?
Ich glaube gar nicht, dass die Leute in der Fläche wirklich so daran interessiert sind, mit musikalischem Fast-Food abgespeist zu werden. Es geht nur für die Produzenten schnell und einfach, nach Schema F rauszuhauen, und dann wird's - Marktbeherrschung sei Dank - einem halt so lange vorgespielt, bis es jeder im Ohr hat, und so wird's der nächste Hit. (oder glaubt irgendwer wirklich, der Hörer würde entscheiden, was als Ohrwurm überlebt?)
Es muss ja nicht gleich Beethovens Neunte sein, aber was ich immer recht spannend finde: Manche richtig gute Band hat jahrelang keinen Menschen interessiert, bis irgendwer ein Lied von ihnen für einen Werbespot nahm. Kaum war das Lied den Leuten oft genug im TV begegnet, wurde es interessant, weil man's kannte. Und plötzlich lief's im Radio. Und plötzlich war's ein Hit. Und plötzlich kannte jeder die Band.
Unter anderem deshalb halte ich die These, dass die Nachfrage einfach vorwiegend Flaches haben will, weshalb es produziert werden muss, für nicht (oder zumindest nicht vollständig) richtig. Da tut man dem Publikum Unrecht.
Ich glaube eher, dass es auf dem Sektor so funktioniert, dass man das Angebot nur oft genug wiederholen muss, dann wird das schon was.
Und natürlich ist es für die Musikindustrie einfacher, mit bezahlten Baukasten-Profis zu arbeiten, als mit Künstlern, die tatsächlich kreativ tätig sind und deshalb auch mal Pausen brauchen, Krisen haben... eben nicht wie Produktionsmaschinen funktionieren.
Also gestaltet man das Angebot entsprechend. Und wenn das Publikum glaubt, es würde da mitreden können, glaubt es nur zu einem kleinen Teil richtig.
Was im Endeffekt eben doch auf eine Art Dummhalten des Publikums rausläuft.

Grad mal so aus der Hüfte formuliert.
Weiß gar nicht, ob mir da jetzt noch wer folgen kann.
Bin aber sicher, eh schon auf etlichen Nerven herumzutrampeln.
Deshalb nehme ich mir fest vor, dass es damit jetzt sein bewenden haben soll. (Kann ich's halten?)

Geschrieben: 25.01.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#16

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Tja, alles eine Frage der Sichtweise.

Unter dem Gesichtspunkt "er verdient halt sein Geld damit" kann man eine ganze Menge rechtfertigen. Und dass er auf dem Feld wohl sein Handwerk beherrscht, bestreitet keiner (auch ich nicht, wie nachzulesen).
Auch, dass die Nachfrage nach seichter Musik vorhanden ist - kein Zweifel.
Dass findige Produzenten, Texter, Komponisten... diese Nachfrage mit bewusstem Mittelmaß (wenn überhaupt) bedienen, weil man damit Geld machen kann - naja, ist halt so.

Ob man das, was dabei rumkommt, aber deswegen gut finden muss, oder ob man nicht wenigstens zugeben sollte, dass es seelenlose Plastik-Massenware ist, steht halt auf einem anderen Blatt.
(und eigentlich gesteht der Autor das ja sogar ein Stück weit selbst... immerhin)

Das Beispiel mit dem Bau ist zwar leicht humpelnd, aber gar nicht so weit vorbei.
Für den, der nur ein simples Eigenheim möchte, muss es auch jemand bauen. Und viele wollen gar nicht mehr. Bittesehr, es werde gebaut und bewohnt, und wenn es Wind und Regen trotzt, ist alles erreicht, was geplant war, und der Baumeister möge seinen angemessenen Lohn dafür erhalten und weiterziehen, um auf dem nächsten Bauplatz das Gleiche zu errichten..
Wer aber nie unter Beweis gestellt hat, dass er auch das Talent hat, Schlösser zu bauen, sollte zumindest nicht erwarten, dass man sein Genie in dieser Hinsicht bejubelt.

Und zum Thema „Leute verblöden“ noch ein kleines Beispiel:
Zu meinen dunklen Geheimnissen gehört, dass ich mal in einer TV-Spielshow zu Gast war. Einleitend musste man da immer ein paar Worte plaudern. Diese musste man allerdings vorher aufschreiben und der Redaktion vorlegen. Was dann geschah, sollte eigentlich erschütternd wirken: Das meiste, das die Kandidaten vorlegten, war laut Redaktion „zu hoch für unser Publikum“. Mit Aussagen wie „das kapieren die nicht“ flitzte der Rotstift drüber. Und am Ende bekamen alle absolut dümmliche Sprüche in den Mund gelegt, die sie zu sagen verpflichtet waren, was bei nicht wenigen erhebliche Scham ausgelöst hat, aber gut deswegen aussteigen wollte an dem Punkt auch keiner mehr...
Kurz und gut: Sie hielten ihr Publikum für dumm. Und sie hielten es auch weiter dumm. So verdienten sie ihr Geld.
Tja, nun...



Geschrieben: 25.01.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#17

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Mich stört ja auch nicht "Mainstream" an sich. Ist ne Geschmacksfrage. Ich finde da vieles sicher nicht gut und hab meine Gründe dafür, aber wer's mag, dem sei's gegönnt.

Ich finde nur die Abläufe im Hintergrund so schräg. Diese Industrie, in der Profis arbeiten, die gerade dafür bezahlt werden, ganz gezielt und bewusst nicht so gut zu sein, wie sie es wahrscheinlich könnten. Ihr Auftrag ist vielmehr, musikalische und textliche Flachheiten nach Schema F zusammenzuklöppeln, weil genau das gewollt ist.
Und dann stellt sich eine Dame, die mit dem Lied nicht das geringste zu tun hat, im wallenden Gewand auf die Bühne und erzählt, wie sehr ihre Musik von Herzen kommt.

(anschließend geht sie backstage, legt das Lächeln ab, lässt sich darüber aus, wie bescheiden das alles ist, und zieht sich dann noch ein Näschen, denn sie muss ja zum Abschlussplayback noch mal mitlächeln)

Man mag mich für blauäugig halten oder mir gar Naivität unterstellen, aber - nä. Mit der Form von Musik als reiner Ware kann ich einfach nicht.
(was nicht im Entferntesten bedeutet, dass der eingangs erwähnte Autor nichts könnte oder seine Textschreiber-Tipps schlecht wären, aber er ist halt Profi und macht das, wofür er bezahlt wird, und das ist... siehe oben)

Geschrieben: 25.01.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#18

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Dem Kaktus tust Du mit der Aufzählung ein bisschen Unrecht, finde ich.

Im Übrigen fiele mir jetzt eine Menge zu dem Thema ein.

Ich könnte zum Beispiel fragen, wie man "gut" definiert. Ohne jetzt auf eines der genannten Lieder konkret abzuzielen, nur ganz grundsätzlich mal gefragt: Ist "gut", wenn's jeder sofort mitsingen kann? Ist "gut", wenn's selbst beim Weghören eingängig ist und/oder man es halt so oft um die Ohren gehauen bekommt, bis man gar nicht mehr anders kann, als sich zumindest Teile zu merken? Aber dieser Fragenkatalog wäre noch endlos fortsetzbar, würde vermutlich ausufern.

Ich könnte auch die Geschichte erzählen, die ich von einem Gitarristen kenne, der sich des guten Geldes wegen mit dem Zirkus der Volkstümlichen und Schlageristen auf Tournee begeben hat und dann frühzeitig kostenpflichtig ausgestiegen ist, weil er es nicht mehr ausgehalten hat, wie diese Leute drauf sind und das Publikum von vorne bis hinten vera... wird. Aber... zu lang.

Oder ich könnte von dem überaus irritierenden Interview erzählen, das ich mal gesehen habe, in dem einer aus der Hit-Industrie erläutert hat, wie Radiomusik aufgebaut sein muss, um zu funktionieren, wonach sich eigentlich jeder Hörer wie ein manipuliertes Opfer vorgekommen sein muss, nur dummerweise hab ich das meiste wieder vergessen, sonst wär ich vielleicht schon reich.

Ich könnte auch sagen, Scripted-Reality-TV hat auch seine Zuschauer, aber niemand wird ernsthaft sagen wollen, im nachmittäglichen RTL-Programm liefe irgendetwas Nennenswertes, aber dann gehen mir vielleicht die Serienfans ans Leder. Mit der Frage des Groschenromans als Literatur ähnlich. Wer weiß, wem ich da zu nahe trete.

Ach, ich glaube, ich freue mich einfach, dass es genug Musik gibt, die auch nach mehreren Jahrzehnten noch gut und vielen geläufig ist, weil man sie bewusst gehört hat (nicht "obwohl nicht").

Tut mir leid, mit seelenloser Baukastenmusik hab ich halt so meine Probleme.
Aber ich versuche, das bestmöglich zu verbergen.


Geschrieben: 24.01.2013
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Aw: so einfach geht´s :-)
#19

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Ich find's irgendwie... sagen wir: enthüllend. Hätte auch "schlimm" schreiben können... der Mann hat Germanistik studiert, da muss einem so ein Textbausteine-Spiel mit "Haus-Maus"-Reimen doch wehtun...

Und es ist mal wieder ein Musterbeispiel dafür, dass zwischen "gut" und "erfolgreich" in aller Regel kein Zusammenhang, sondern sehr oft ein Widerspruch besteht.

Brrrrrrrr, mich schüttelt's...

Geschrieben: 24.01.2013
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Aw: Liedermacherfestival: Beim ersten Vorentscheid gewann Tim Köhler
#20

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Danke, Doro!

Und als kleiner Hinweis noch:
Das Finale ist am 19. April. Vielleicht wohnt ja irgendwer aus dem Forum in der Gegend...
Ich fahre jedenfalls noch mal hin, weil's so schön war.

Geschrieben: 16.01.2013
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Aw: Hoyschrecke 2012
#21

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Danke für Daumendrücken und Glückwünsche!
War rundrum das pure Vergnügen. Bis auf die Kopfschmerzen am Samstagmorgen.

Geschrieben: 26.11.2012
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Aw: Hoyschrecke 2012
#22

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Danke! ...und zu aufwändig? Niemals!... öhm...




Geschrieben: 12.11.2012
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Aw: Philosophie! :)
#23

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Ich hätte gerne mehr Daumen. Würde sie alle für "Philobeat" in die Höhe strecken.
Geniales Spielzeug.

Geschrieben: 01.11.2012
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Aw: Neu & auf der Suche
#24

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Für alles Mögliche gibt es Visa-Card... aber Doro ist unbezahlbar!

Danke für die Blumen.

Die zwei Lieder im Hörsaal waren übrigens auch genau die, die mich in Ansbach durch Vorrunde und Halbfinale gebracht haben... Scheinen meine Glücksbringer zu sein...

Geschrieben: 29.10.2012
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Aw: Suche Songschreiber!
#25

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Jetzt muss ich dann doch mal noch nen Kleks Senf dazu geben.

Ob nun Schmerz evolutionstechnisch notwendig oder für manchen auch mal ganz lustig sein kann („Los, peitsch mich!“), halte nicht für den eigentlichen Gegenstand des Threads, deswegen... Immerhin: wenn über die Aussage des Textes diskutiert wird, hat man schon mal was erreicht.
Sieh's einfach so.

Im Übrigen: Bevor ich irgendwann auf Deutsch umgeschwenkt bin, hab ich viele Jahre nur englische Texte geschrieben.

Auf Englisch schreibt es sich besser und leichter. Irgendwie reimt sich da mehr, und es ist flüssiger formulierbar. Auch hat's einen Klang, der sich wesentlich besser in die Musik einbetten lässt. Und vor allem: man hat's im Ohr, weil halt nun mal, auch wenn das Deutsche erfreulicherweise immer stärker vertreten ist, drei Viertel dessen, was einem hier und da entgegenschallt, dies auf Englisch tut.
Genau das ist aber auch der Haken: wenn man nicht höllisch aufpasst, verfällt man immer wieder auf Phrasen und stehende Wendungen, die schon tausendmal da waren und einfach abgedroschen sind.
Das wird ein Lied nie daran hindern, erfolgreich zu sein. Die allermeisten Hits bestehen aus Phrasen, und hochbezahlte Textschreiber verzapfen oft Zeugs, das im Niveau weit unter Deinem Machwerk liegt.
Wenn Du mich aber fragst, wann ich einen Text wirklich „gut“ finde (was ohnehin auch was mit Geschmack zu tun hat), geht's mir persönlich vor allem immer darum, dass ich was hören möchte, das ich noch nicht kenne. Und dann sag ich bei Deinem Text, mit Verlaub: naja.
„life’s too short“, „make me feel“, „just believe me“, „proof you wrong“... um nur mal die ersten Zeilen zu lesen.

Kleiner Trick, den ich damals angewandt habe: ab und zu mal zum Wörterbuch greifen. Am besten zu einem einsprachigen (wie hieß das noch mal, das man in der Schule verwenden durfte?... vergessen...), also zu einem, in dem die Wörter nicht übersetzt, sondern beschrieben und mit alternativen Ausdrücken versehen sind.
Und dann nimm nicht das Herkömmliche, nimm die Umschreibung. Am besten bildhafte. Und dann bau sie für Dich um und den Rest drumherum, dideldum.
Klingt besser, wird interessanter, fordert den Zuhörer mehr.
Am Anfang ist das ein bisschen „technisch“ und ziemlich anstrengend, aber wenn man den Dreh mal raus hat, wird es flüssiger.

Und man lernt sogar noch was dazu.

Geschrieben: 14.09.2012
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#26

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Wow, wollte jetzt keinen so ausführlichen Diskurs über ein einzelnes Buch lostreten... obwohl's spannend ist... allerdings wahrscheinlich maximal für zwei.

Nur soviel noch:
Konstruiert - definitiv, was die ganze Situation angeht. Aber finde mal was, woran man eine "eine ganze Familie samt Anhang ist gezwungen, tagelang aufeinander zu sitzen"-Situation aufhängen kann. Da ist mir das vorliegende Konstrukt bei weitem lieber als, sagen wir mal, der Absturz einer Privatmaschine auf einer einsamen Insel...
Und dass das Bissige abnahm - was es ebenfalls zweifelsohne tut - mag tatsächlich der Erzählperspektive geschuldet sein. Es geht ja gerade darum, dass auch der Erzähler einiges an Bissigkeit verliert und dafür einiges an Einsicht gewinnt.

Dass sich eine festgefahren scheinende Situation auf einmal ändert, wenn man sie gezwungenermaßen einer näheren Betrachtung unterziehen muss, ist übrigens womöglich das typische Tropper-Motiv. "Stadtfeind Nr.1" gelesen? Ähnlich, was das angeht, nur dass da der Erzähler selbst der Böse ist bzw. sich so sieht...

Immerhin hinsichtlich des Holzhammerhumors sind wir uns offenbar einig. Habe auch "hummeldumm" gelesen. Fürchterlich...

Geschrieben: 11.09.2012
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#27

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@Skywise:
Ich hab ehrlich gesagt das Thema "Tod des Vaters" nie als eigentlichen Gegenstand der Geschichte empfunden, sondern eher als Aufhänger, weswegen es mich kein bisschen verwundert hat, dass es zwar am Anfang eine Rolle spielt, aber dann nach und nach in den Hintergrund tritt.
Ich fand vielmehr spannend, wie sich die Beziehungen zwischen den Personen, über die man nach und nach immer mehr erfährt, entwickeln, wieviel auf- und/oder zusammenbricht und wieviel von den "Schubladen" übrig bleibt, wenn alle sich gezwungenermaßen miteinander beschäftigen müssen...

Geschrieben: 11.09.2012
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#28

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Bin gerade erstmal in diesem Thema gelandet und war geradezu entzückt, das hier zu finden:

>>
Ich hab mich über folgendes Buch köstlich amüsiert:
E-Mail an alle von Matt Beaumont.
Auf 430 Seiten gibt es lediglich E-Mails zu lesen, die in einer Werbefirma kursieren.
<<

Möchte diese Empfehlung dringend noch mal aufwärmen. Ein absolut köstliches und in seiner Machart ziemlich einzigartiges Buch.

@Helmut:
Kann von Matt Beaumont auch "Staying Alive" empfehlen. Hab ich gelesen, nachdem ich zufällig auf "E-Mail an alle" gestoßen und völlig begeistert war (wieso ist Beaumont eigentlich so relativ unbekannt??), und es ist ebenfalls extrem temporeich und unterhaltsam. Nicht ganz so "speziell", aber... ich hab's gefressen.

Als letztes mit Begeisterung gelesen habe ich übrigens "Sieben verdammt lange Tage" von Jonathan Tropper...



Geschrieben: 10.09.2012
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Aw: Neu & auf der Suche
#29

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@NeuZeitHippi:

Danke für die Resonanz!
Mit dem Gesang magst Du recht haben. Dynamik gerne, aber Melodie ist bei mir meistens nicht so vorne dran. Hab nur wenige Lieder (aber immerhin: ja, die gibt's...), die - was das angeht - tatsächlich leicht ins Ohr gehen (können). Denke aber, dass das auch dem Stil geschuldet ist; da würden zu viele gesangliche Kapriolen gar nicht passen. Muss man mögen...
Umso mehr freut es mich, dass Du das Ganze dennoch mehrfach gehört hast.

Geschrieben: 20.08.2012
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Aw: Hemmungen Hemmige
#30

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:daumen:


War daraufhin mal wieder auf Deiner Homepage und hab mir "Thomas wartet" noch mal gegeben in allen vorhandenen Versionen. Zu schön.
Alleine wegen dieses Lieder werd ich sowieso Fan, glaub ich.

Geschrieben: 19.08.2012
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