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Forenübersicht » Alle Beiträge (Westwind)


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Aw: Alan Gogoll - Mulberry Mouse
#1

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Zitat:

Skywise schrieb:
Der australische Gitarrist Alan Gogoll hat 2015 ein Album veröffentlicht namens "Grizzly Caterpillar". Darauf hat er neben eigenen Stücken auch einige Bearbeitungen traditioneller Lieder eingespielt, so auch die von der Mulberry Mouse.

Falls sich jemand Gedanken machen sollte: das Stück so zu spielen wie Alan Gogoll in dem Video, ist nicht so schwer wie es aussieht. Es ist viel schwerer.

Gruß
Skywise


Och, die rechte Hand ist sicherlich irgendwie machbar. Das andere macht man eben mit links

Wie heißt es so schön beim Klavierspielen ? Man muß nur den richtigen Finger zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Taste drücken

Aber um meinem Beitrag noch etwas Ernsthaftigkeit zuzufügen:
Das ist schon genial und genau solche Fingerfertigkeiten sind der Grund, weshalb ich bei Konzerten gerne vorne sitze, um den Musikern auf die Finger schauen zu können.

Dabei habe ich aber längst die Illusion aufgegeben, den Musikern jemals irgendetwas abschauen zu können, nicht mal aus der ersten Reihe. Das geht alles viel zu schnell, aber es macht mir Freude, Musiker in ihrem Element auch zu sehen.

Geschrieben: 16.08.2017 20:24
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Aw: Es geht weiter: "Lieder auf Banz" 2017 - Wer ist dabei?
#2

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Wer's verpasst hat oder noch einmal sehen möchte:

Lieder auf Banz 2017 in der Mediathek des BR.

Geschrieben: 15.08.2017 00:52
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#3

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Zitat:

Gesch schrieb:
[...]
und ich räume ein, wohl in meiner phantasie überfordert gewesen zu sein, denn mir wäre nicht im traum eingefallen, einen zusammenhang zwischen "gegenwind" und "blasmusik" zu vermuten - was vielleicht bei einem liedermacher nicht verwunderlich ist, der seinen stärkeren akzent eher auf inhalte/texte als auf musik legt.

mir wäre auch neu, dass blasinstrumente vorrangig "gegen wind" geblasen werden. und falls doch: zu welchem zweck?


Lieber Gerd,

ja, ich habe beim Motto "Gegenwind" auch zuerst ausschließlich an kritische Texte gedacht.

Aber ich finde den Brückenschlag zu "Blasinstrumenten" gelungen.

Unter dem Begriff "Blasmusik" würde ich vermutlich auch kaum an Liedermacherei denken, aber es ging ja um die Instrumente, nicht um das Genre, und selbst Bob Dylan hat mit seiner Mundharmonika letztendlich sehr oft und eindringlich ein Blasinstrument benutzt, was seinen Liedinterpretationen aus meiner Sicht eher zugute kam als geschadet hat.

"Gegen den Wind" zu blasen ist natürlich schon eine gewagte Hypothese, aber ich sehe das eher metaphorisch.
Aus den Darbietungen der "Red Hot Chilly Pipers" habe ich jetzt zugegebenermaßen aber auch nicht soviel Protest rausgehört

Ich vermute aber, daß sich beim BT eben auch Formationen bewerben, denen das Motto nicht so wichtig ist. Und andersrum Formationen ausgewählt werden, wo vorher eigentlich schon bekannt ist, daß ihre Darbietungen nicht unbedingt etwas mit dem Motto zu tun haben.

Beim tff in Rudolstadt gibt es ja jährlich auch ein Motto. Ich war leider noch nie dort und frage mich, wie konsequent dort das jeweilige Motto eingehalten wird.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 01.08.2017 23:37
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Aw: persönliche Bilanzierung meines Auftritts beim Bardentreffen
#4

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Zitat:

Nicky schrieb:
[...]
Es gab ja das Festivalmotto „Gegenwind“. Aber abgesehen von deinem Auftritt ist mir kein Künstler aufgefallen, der zu dem Thema etwas zu sagen/singen hatte.....teilweise noch nicht mal laue Lüftchen oder ein kleiner Puster.
Warum schreibt man sich so ein Motto auf die Fahne und lässt auf den großen Bühnen dann Künstler singen, die zum Thema nichts beizusteuern haben?
[...]


Liebe Nicole,

die Frage ist sicherlich nicht ganz unberechtigt, aber mit "Gegenwind" waren laut Programmheft nicht nur kritische Lieder und Künstler gemeint, sondern auch Blasinstrumente, und davon waren in diesem Jahr eine Menge auf den Bühnen zu belauschen und zu bestaunen.

Alle Konzerte und Lieder kann man nun mal nicht verfolgen, aber ein bißchen bekommt man schon mit, sei es durch die Informationen aus dem Programmheft, oder eben wenn man den Künstlern selbst zuhört.

Im Programmheft ist zum Beispiel ein sehr interessantes Kurzinterview mit Loten Namling, der sich schon jahrzehntelang für mehr Rechte der einheimischen Bevölkerung im von China annektierten Tibet einsetzt. Mit seiner Band Porok Karpo hat er auch gespielt, wenn auch nicht unbedingt auf einer der größten Bühnen.

Gerd redet meistens Klartext in seinen Liedern und nennt die Dinge beim Namen. Es gibt aber auch genug Künstler, bei denen eher in den Zwischentexten als in den Liedern deutliche Worte gewählt werden.

Und dann gibt es Künstler wie Heiner Bomhard, der seine bissigen Texte teilweise direkt ausspricht, teilweise aber gekonnt in einen Bereich zwischen Satire, schwarzen Humor und Zynismus packt.

Daß auf den großen Bühnen dann aber der Gegenwind eher durch Blasinstrumente entsteht, möchte ich nicht unbedingt bestreiten, aber zum Glück bietet das Bardentreffen ja genug Auswahlmöglichkeiten und es gibt genug kritische Lieder zu hören.

Und das Motto "Gegenwind" war aus meiner Sicht gut durch Worte und Töne vertreten, und sei es durch die Didgeridoo-Truppe "Die 3 Herren" vor St.Lorenz.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 01.08.2017 20:17
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#5

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Hallo zusammen,

ich lese zur Zeit mal wieder ein paar alte "Micky Maus" - Hefte aus den Jahren 1976-1982. Dank einer Internetverkaufsplattform konnte ich mal irgendwann diese Jahrgänge vervollständigen, nachdem mir von damals viele Hefte fehlten oder sie in einem sehr schlechten Zustand waren.

Am liebsten habe ich immer die Geschichten mit Donald Duck, Tick, Trick und Track, Onkel Dagobert, Gustav Gans, den Panzerknackern, Mac Moneysac, Klaas Klever und Gundel Gaukeley gelesen. Und davon am liebsten die Fortsetzungsgeschichten wie z.B. "Die Hungerblockade" oder "Die sieben Städte von Cibola".

Die Micky- und Goofy-Geschichten haben mich fast nie interessiert. Etwas bereue ich es, daß ich Ende der 80er Jahre ca. 30-40 "Lustige Taschenbücher" auf dem Trödelmarkt verscherbelt habe. Aber die Hefte habe ich von damals eben noch.

In den "Entenhausen Edition" - Donald - Bänden, die es seit einigen Jahren gibt, sind viele Geschichten aus den Anfangszeiten noch einmal verlegt worden. Und in manchen Arztpraxen liegen heute ja auch aktuelle Micky Maus Hefte, wo ich auch immer wieder gerne reinschnuppere.

Interessant dabei ist, wie in die Comics die Sprache und manche Sprüche und Zitate aus den jeweiligen Epochen eingeflossen sind. Ich erinnere mich an Zeiten der Neuen Deutschen Welle, wo dann in irgendeiner Sprechblase "Völlig losgelöst" zu lesen war.

Was mich an mir selber stört, ist, daß ich heutzutage viel mehr auf den Text fixiert bin und diesen meistens relativ zügig durchlese. Das passiert unbewußt, daß ich immer schneller werde, bis ich es merke und mich mal wieder ausbremse. Früher hatte ich mir viel mehr Zeit genommen, auch die Bilder mit allen Details zu betrachten. Vermutlich schlägt da zu sehr der Alltag durch, in möglichst wenig Zeit möglichst viele Informationen aus einem Text zu ziehen. Mein Fazit daraus: ich achte bewußter darauf, die Geschichten mit Muße zu genießen und mitzuerleben in Schrift und Bild .

Viele Grüße
Georg


Geschrieben: 19.07.2017 15:07
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Aw: Suche Noten des Gitarrenstückes "Sehnsucht"
#6

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HURRA !

Nach Jahren habe ich neulich die Noten zwischen ein paar anderen (Noten-)Blättern wiedergefunden, habe sie aber nicht sofort einsortiert, sondern den Stapel sauber und ordentlich in den Schrank gelegt, wo ich natürlich wieder was anderes draufgelegt habe und in den letzten Tagen nochmal erneut auf die Suche ging.

Jetzt habe ich das Notenblatt also hier und kann das Rätsel auflösen:

Das Stück "Sehnsucht" entstammt dem Buch "More Things for Strings - 16 leichte Stücke für Gitarre" von Horst Großnick, erschienen im Verlag Hubertus Nogatz unter der Nummer KN1033.

Wer also das Gitarrespiel nach Noten lernen möchte, aber nicht unbedingt in streng klassischer Ausbildung, und nach leichten Stücken sucht, der kann ja mal einen Blick in das Buch werfen.

Gruß
Georg

Geschrieben: 12.07.2017 22:51
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Aw: "Klaviersdelikte" heute im Live-Stream
#7

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Zitat:

Clemens schrieb:
[... ]
Meine bessere Hälfte und ich haben zusammen vor der Rechnerin gesessen. :)


Dem "Stream-Team" sei Dank .

Das war schon von außen betrachtet ein sehr ungewöhnlicher Veranstaltungsort, aber in der Durchführung mit Stücken überwiegend aus dem Programm "Klaviersdelikte" absolut stimmig.

Geschrieben: 10.07.2017 23:53
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"Klaviersdelikte" heute im Live-Stream
#8

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Hallo zusammen,

die Info kommt vielleicht etwas kurzfristig, aber vielleicht für so manchen noch rechtzeitig genug: Heute (Montag, 10.7.2017) Abend ab 19:50 wird Bodos Aufführung des Programms "Klaviersdelikte" per Live-Stream übertragen.

Auf Bodos Hauptseite gibt es im Bereich "Neuigkeiten" die Verknüpfung.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 10.07.2017 09:52
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Aw: Antigone: Das neue Theaterstück von Bodo Wartke (Vorverkauf läuft)
#9

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Zitat:

Viktor schrieb:

Für Dresden scheint es weitere Reihen übrigens noch beim Schauspielhaus direkt auch online zu geben, aber ohne Saalplanbuchung.


(@Viktor: Chris de Burgh ist freiwillig in der Hoffnung, daß er auch noch Sachen aus seiner Anfangszeit spielt)

Sollte ich mal wieder zu ungeduldig gewesen sein ?
Gestern wurden dort online noch keine Tickets angeboten, heute anscheinend sämtliche Plätze, die nicht über Bodos Ticketshop oder Eventim laufen.

Preise sind in den 3 Preiskategorien im Parkett zwischen 27 und 35 EUR. Somit also die gleichen Preise wie auf Bodos Seite und somit preiswerter als bei Eventim.

Eine Saalplanbuchung ist unter diesem Link möglich. Man wird auf die Seite "http://purchase.tickets.com" geleitet, wo man für das vorher ausgewählte Event die Plätze auswählen kann (Ich verknüpfe die purchase-Seite jetzt nicht, weil die Konzertauswahl besser über die Seite des Schauspielhauses klappt ).

In anderen Orten mag es vielleicht etwas anders aussehen, aber für alle Interessierten lautet
mein Fazit : Erst bei den Veranstaltungshäusern schauen, dann in Bodos Ticketshop, und notfalls noch woanders .

Aber Viktors Fazit möchte ich hier auch noch mal zitieren:
"Also mein Tipp: Werft den Halsabschneidern nicht voreilig Geld in den Rachen! Vielleicht gibts in anderen Städten auch mehrere Anbieter."

Gruß
Georg




Geschrieben: 30.06.2017 15:03
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Aw: Antigone: Das neue Theaterstück von Bodo Wartke (Vorverkauf läuft)
#10

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Zitat:

Viktor schrieb:

Hier noch ein Hinweis zu Ticketkäufen: Nehmt euch in Acht vor Eventim!
[...]
Also mein Tipp: Werft den Halsabschneidern nicht voreilig Geld in den Rachen! Vielleicht gibts in anderen Städten auch mehrere Anbieter.

Schöne Grüße
Viktor


Naja, sich in Acht nehmen ist ist nie verkehrt. Für Dresden gibt es sowohl Tickets bei Eventim als natürlich auch in Bodos Shop. Was mir bei der Auswahl aufgefallen war, ist das zur Verfügung stehende Kontingent bei beiden Anbietern: in Bodos Ticketshop für beide Tage der Aufführung (beides Antigone) gibt es im Parkett Tickets jeweils nur für die Reihen 2,8,12 und 16(rechte Seite) in 3 Preiskategorien von 27 bis 35 EUR. Klar, preiswerter als bei Eventim ist es schon, aber ich finde das Angebot schon etwas dürftig, dafür, daß man die Tickets ja am liebsten aus erster Hand hat bzw. sie auf Bodos Seite nun mal zuerst zum Verkauf bereit stehen.

Bei Eventim werden Tickets für die Reihe 3,6,11 und 16 (linke Seite) jeweils für beide Tage angeboten, auch in 3 Preiskategorien, aber von 32,95 EUR bis 41,75 EUR. Erstmal alle Angaben ohne Versand.

Die hiesigen Vorverkaufsstellen und ggf. noch die Abendkasse werden sicherlich auch Tickets anbieten, aber meistens ist es doch heutzutage so bei den schon etwas größeren Häusern, wo Bodo inzwischen auftritt, daß man sich auch an den Vorverkaufsstellen am Bildschirm die Plätze aussuchen kann und die Tickets dann erst gedruckt werden.

Gut möglich, daß die Tickets in diesem Fall erst gedruckt wurden und nun verteilt werden.

Mit Reihe 2 bin ich schon mehr als zufrieden, je nach Höhe der Bühne und je nach Veranstaltung sind die ersten Reihen aus meiner Sicht sowieso nicht immer die besten, aber aufgefallen war mir das mit den Ticketkontingenten jetzt bei der Bestellung.



Viele Grüße und schönes Wochenende,
Georg, der sich heute Abend mit Chris de Burgh erstmal die Mainstream-Kante gibt



Geschrieben: 30.06.2017 13:55
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Aw: Antigone: Das neue Theaterstück von Bodo Wartke (Vorverkauf läuft)
#11

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Hallo Viktor,

na, das ist ein Dingen ! Ich habe gestern noch auf Bodos Seite geschaut für Termine hier in meiner Umgebung.

Und jetzt bist Du schneller als Bodos Elektrobrief

Vielen Dank für die Info !

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 29.06.2017 13:14
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#12

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"Edelweißpiraten" von Fritz Theilen aus dem Jahr 1984.

Das Buch habe ich vor ca. 15-20 Jahren irgendwann mal gelesen, und nun in einem Antiquariat wiederentdeckt.

Fritz Theilen beschreibt in dem Buch seine Zeit als Jugendlicher in Köln zur NS-Zeit. Die Hitlerjugend rigoros ablehnend und bereits aus dem Deutschen Jungvolk rausgeworfen, fand er Gleichgesinnte, mit denen er sich regelmäßig traf. Einige der Gruppen bzw. deren Angehörige nannten sich "Edelweißpiraten", sie entstammten ideologisch der 1933 verbotenen Bündischen Jugend. Im November 1944 wurden einige Mitglieder der "Ehrenfelder Gruppe" ohne Gerichtsurteil in Köln-Ehrenfeld öffentlich gehenkt.

Die Edelweißpiraten kämpften jahrzehntelang nach dem Krieg um öffentliche Anerkennung ihrer Rolle als Widerstandskämpfer. Von den Behörden und auch von weiten Teilen der Bevölkerung wurde ihr Handeln allerdings kritisch beäugt. Um nicht von der Gestapo geschnappt, verhört und gefoltert zu werden, lebten einige in der Illegalität. Um zu überleben, klauten sie demzufolge auch Lebensmittel. Sie halfen Juden, desertierten Soldaten und geflohenen Zwangsarbeitern, sie verteilten Flugblätter und versuchten, Nachschubtransporte für die Front zu sabotieren.

Seit den 80er Jahren wurden sie nach und nach rehabilitiert. Als Widerstandskämpfer wurden sie zwar teilweise anerkannt, dennoch gab es dazu immer wieder Diskussionen, ob sie wirklich Widerstandskämpfer oder eher Kriminelle waren. Zu dieser Zeit schrieb Rolly Brings das Lied "Edelweißpiraten", welches durch die Bläck Fööss in einer gekürzten Form und mit veränderter Melodie zu höherer Bekanntheit gelangte. Die offizielle Anerkennung als Widerstandskämpfer erfolgte letztendlich erst im Jahr 2005.

Franz-Josef Degenhardts Lied "Die Ballade vom Edelweißpiraten Nevada-Kid" befasst sich ebenfalls mit diesem Thema.

Im Jahr 2004 kam ein Film mit dem Titel "Edelweißpiraten" von Niko von Glasow ins Kino. Edelweißpirat Jean Jülich begleitete die Arbeiten an Drehbuch und Film. Ich fand es klasse, daß das Thema auch in einem Film aufgenommen wurde, jedoch fand ich die Umsetzung des Films sehr schlecht. Im Vordergrund des Films stand eher eine Liebes-Dreiecks-Geschichte. Die Motive und die Handlungen der Edelweißpiraten rückten dabei stark in den Hintergrund. Wirklich schade, wie ich finde. Das Thema ist so vielschichtig, daß da viel mehr geschichtliche Aspekte und sogar Fakten hätten beleuchtet werden können.

Fritz Theilen überlebte unter anderem, weil ihm keine unmittelbare Zugehörigkeit zu den Edelweißpiraten nachgewiesen werden konnte. Andere Edelweißpiraten fürchteten nach dem Krieg Repressalien und verschwiegen ihre Zugehörigkeit. Erst in den 70er Jahren begann eine mediale Aufarbeitung der Geschehnisse um die Edelweißpiraten. Fritz Theilen gehörte zu den Ersten, die sich in der Öffentlichkeit dazu äußerten.

In der Berliner Zeitung gibt es einen zusammenfassenden Artikel: =>Berliner Zeitung - Edelweißpiraten

Georg

Geschrieben: 04.05.2017 10:56
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#13

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Zitat:

Charlotte schrieb:
Hallo Westwind,

dann würde ich dir ,,In eisigen Höhen" von John Krakauer empfehlen. Ich glaube, das würde dir dann auch gefallen. Das Buch war die Vorlage für den Film ,,Everest", ist aber, wie meistens bei einer Verfimung" besser.

LG Charlotte, die gerade mit der Familiensaga ,,Das achte Leben (für Brilka)" geistig in Georgien unterwegs ist.


Ich las neulich besagtes Buch "In eisige Höhen" von Jon Krakauer. Es war sehr beeindruckend.

Der Journalist und Bergsteiger Jon Krakauer nahm 1996 an einer von mehreren zeitgleich stattfindenden Expeditionen auf den Mount Everest teil und wurde Zeuge der dramatischen Umstände, unter denen einige Bergsteiger ums Leben kamen.

Neben den erschütternden Ereignissen umreißt Krakauer aber auch die Geschichte der ersten Everest-Besteigungen. Die abgedruckten Photos lassen einen Flachland-Tiroler wie mich nur erahnen, um welche Dimensionen es sich handeln mag, in die sich die Bergsteiger vorwagen.

Der Ausgang der Katastrophe ist bekannt, der 2015 erschienene Film "Everest" war ein kommerzieller Erfolg und belebte noch mal die Verkaufszahlen des Buches.

Krakauer beschreibt die kommerziellen Expeditionen, bei denen auch unerfahrene Bergsteiger, die physisch und psychisch den Herausforderungen teilweise nicht gewachsen sind, von Bergführen möglichst bis auf den Gipfel begleitet werden, zwar mit einer gewissen journalistisch kritischen Distanz, aber er kann sich der Faszination der Bergwelt doch nicht entziehen.

Ich fand das Buch sehr beeindruckend. Mit der Bergsteigerei in solchen Höhen kann ich selber nicht viel anfangen, aber ich kann ansatzweise nachvollziehen, was manche Menschen antreibt, solche Herausforderungen anzugehen und die eigenen Grenzen auszuloten. Mir persönlich reichte es vollkommen, mal auf den Gran Cir am Grödner Joch in Südtirol "geklettert" zu sein. Und wenn ich dann den ein oder anderen Hügel mit dem Rad erklimme, genieße ich auch das Gefühl, den Berg ohne abzusteigen erklommen zu haben .

Den Film werde ich mir nicht anschauen. Da habe ich mir den Trailer angeschaut, und das war für mich abschreckend genug.

Das Buch hingegen kann ich - auch bzw. insbesondere auch für Nicht-Bergsteiger - empfehlen.

Georg

Geschrieben: 22.04.2017 13:08
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Aw: Hannes verabschiedet sich vom Tourneeleben
#14

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Zitat:

Marc schrieb:

überraschender Weise wird es nun doch noch ein besonderes Abschlusskonzert geben, nämlich am 30. November im Berliner Tempodrom. Der Vorverkauf hat heute begonnen.


Lieber Marc,

danke für den Hinweis. Ich war drauf und dran, mich um Karten zu kümmern, aber leider ist der 30.11. ein Donnerstag. Da müßte ich vermutlich Urlaub nehmen, um nach Berlin zu fahren.

Andererseits ist es schon irgendwie verlockend, daß das Abschiedskonzert ausgerechnet in Berlin stattfindet.

Vielleicht überlege ich es mir doch nochmal, auch wenn ich die erste Reihe erstmal sausen lasse...

Viele Grüße,
Georg


Geschrieben: 21.04.2017 23:56
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Aw: Auf der Suche nach Akkorden von Hannes Wader? Hier lang!
#15

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Zitat:

olliwutzi schrieb:
...
Aber wieso darf ich dann, ohne den Texter und/oder den Komponisten zu fragen, fremde Lieder singen und sogar gegen Eintritt aufführen?
Die berühmten Coverversionen, die wohl jeder kennt.
...
Fragt die Olliwutz


Ohne mich in den Details auszukennen, kann ich sagen, daß das so nicht korrekt ist.

Bei öffentlichen Veranstaltungen, wo also jeder hingehen kann und teilweise sogar Eintritt dafür bezahlt, muß der Veranstalter bei der GEMA eine Gebühr für die gespielten Coverversionen (die GEMA-gebührenpflichtig sind) entrichten, kann sogar sein, daß die Songliste eingereicht werden muß, wenn aufgrund regelmäßiger Veranstaltungen kein Pauschalbetrag vereinbart wurde. Bei Privatveranstaltungen wie Geburtstagen ist dies weniger kritisch, bei Straßenmusik wird es toleriert.

Wenn jemand genauer Bescheid weiß, lasse ich meine Ausführungen gerne korrigieren oder ergänzen.

Ich glaube, das Thema wurde hier im Forum auch schon mehrfach besprochen. Mal wieder ein Grund, (auch für mich , ) die Suchmaschine mal wieder zu benutzen.

Gruß
Georg

Geschrieben: 13.04.2017 13:07
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Aw: Auf der Suche nach Akkorden von Hannes Wader? Hier lang!
#16

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Hallo zusammen,

Zitat:

Viktor schrieb:
[...]
Ich weiß nicht, ob sie in irgendeinem Songbook veröffentlicht sind,[...]

Viele Grüße,
Viktor


Vielleicht hilft folgende Information:

Das Lied "Victor Jara" ist im Liederbuch -> "Lieder 2000-2005" erschienen.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 11.04.2017 12:43
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Aw: "Acting while singing" - Meisterkurs mit der "Wort-Frontfrau" Sandra Kreisler in Arosa (Schweiz)
#17

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Hallo zusammen,

das ist klasse, wenn Sandra Kreisler ihre Gabe und ihr Wissen weitergibt.
Ihre Bühnenpräsenz ist wirklich beeindruckend, spontan fällt mir dazu ihre Interpretation des Liedes "Sonja" ein.

Was mir zu dem Thema aber auch einfällt, ist ein Buch von ihr, das bei einem Wortfront Konzert am Verkaufstisch angeboten wurde, wo es auch genau um dieses Thema ging. Es ersetzt sicherlich kein mehrtätiges Seminar, aber für den kleinen Geldbeutel oder als Einstieg in das Thema sicherlich eine Option. Ich hielt es längere Zeit in der Hand, habe es dann aber nicht gekauft, weil ich ja kaum auftrete.

An den Titel kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber es handelt sich vermutlich um das Buch: "Das Chansonbuch – Interpretation und Bühnenpräsentation".

Viele Grüße
Georg

Geschrieben: 09.04.2017 11:04
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Aw: Straßenmusik
#18

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Straßenmusik in Galway

HURRA !

Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und etwas Straßenmusik in Galway gemacht. Es waren zwar nur sechs Lieder, aber somit konnte ich einige Lieder meines Repertoires nun auch endlich mal in Irland singen.

Die Haupt-Fußgängerzone in Galway erstreckt sich vom Spanish Arch kurz vor der Brücke über den Corrib bis kurz vor dem Eyre Square über eine Länge von gut 400 Meter. Sogar jetzt Ende März tummelten sich da von mittags bis spät abends regelmäßig Straßenmusiker, manchmal nur im Abstand von ca. 50 bis 100 Meter zueinander. Da sie teilweise mit Verstärker spielen, kommt es vor, daß sie sich sogar gegenseitig stören. Was mich aber wirklich erstaunt hat, ist, daß selbst Regen kaum einen Musiker abschreckt, weiterzuspielen.

An der Westküste Irlands muß man ja immer mal mit kurzen Schauern rechnen, aber selbst bei durchgängig regnerischem Wetter spielen ein paar Straßenmusiker tatsächlich unverdrossen weiter. Klar, wenn möglich, wird - vor allem abends nach Ladenschlußzeiten - der überdachte Eingangsbereich eines Ladens bevorzugt, aber es gibt auch solche, die weder sich noch ihre Instrumente schonen und im Regen weiterspielen, so daß neben den Gitarren auch die Gitarrentaschen mit den erspielten Münzen weit über vereinzelte Tropfen hinaus richtig nass werden. Ich habe in Deutschland die Erfahrung gemacht, daß die Aufmerksamkeit der Passanten für meine Darbietungen bei Regen gegen Null geht, die Einnahmen somit natürlich auch.

Letzten Donnerstag wollte ich nach dem Essen im "The Quays" gegen 20:30 Uhr Ortszeit noch in einen bestimmten anderen Pub am Eyre Square. Da es den ganzen Abend über mindestens tröpfelte und teilweise regnete, bin ich in Regenjacke relativ zügig die Shop Street entlang gegangen, als ich tatsächlich jemanden mit einer Konzertgitarre sah. Meistens werden für Straßenmusik und für Livemusik in Pubs Westerngitarren verwendet, diese werden meistens mit Schlagtechnik gespielt, auch bei eher leiseren Liedern. Ich bevorzuge als Begleitung ja eher Fingerpicking; Schlagtechnik und Westerngitarre nehme ich eher, wenn ich Krach machen will . Wie auch immer, unverstärkte klassische Gitarren sind normalerweise für die Straßenmusik zu leise, daher suche ich meistens eher enge Bereiche von Fußgängerzonen.

Nun, der Gitarrist spielte ein paar einzelne Töne vor sich hin, ohne Gesang, wurde aber kaum beachtet, weil er saß und zudem zu leise war. Nicht ganz ohne Hintergedanken habe ich ihm einen Euro auf seine Tasche gelegt und das Gespräch gesucht. Er kam aus Spanien und hieß Gabriel. Bei dem Instrument handelte es sich um eine Flamenco-Gitarre. Ich hatte ihn gefragt, ob er für ein paar Euro bereit wäre, mir seine Gitarre zu leihen, aber er wollte kein Geld. Er lieh mir tatsächlich für ein paar Lieder seine Gitarre. Nach dem zweiten Lied gab er mir den einen Euro sogar zurück und hat mir so sehr vertraut, daß er meinte, daß ich ruhig weiterspielen könne, und er die Pause jetzt mal nutzt, um aufs Klo gehen zu können.

Ich spielte folgende Lieder:
- "Fields of Athenry" (von Pete St.John, am bekanntesten ist die Version von Paddy Reilly)
- "Isle of Hope" (von Brendan Graham)
- "Green among the gold" (von Steve Barnes, bekannt geworden durch Sean Keane)
- "Caledonia" (von Dougie MacLean)
- "Green Fields of France" (auch "No Man's Land" - von Eric Bogle)
- "The Boxer" (von Simon / Garfunkel)

Allzuviel Aufmerksamkeit hatte ich bis auf den ein oder anderen nach oben gereckten Daumen zwar auch nicht, obwohl ich gegenüber einem Pub spielte, wo ein paar Leute draußen unter der Markise saßen, um zu rauchen. Das Wetter war eben schlecht und die Gitarre vermutlich zu leise. Aber es gab auch keine ablehnenden Worte, Blicke oder Gesten, und Spaß gemacht hat es allemal .

Nachdem ich 2012 in einem Pub in Doolin schon mal ein Lied singen durfte, war dies für mich - dank Gabriel - eine weitere musikalische Wunscherfüllung in Irland.

Georg

Geschrieben: 02.04.2017 14:05
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Aw: Straßenmusik
#19

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StraMu Dresden, nächste Runde:

Neues Jahr, neue Diskussionen um Straßenmusik in Dresden.

Bisher hatte ich aufgrund der Verordnungen der Stadt noch keine Lust, in Dresden Straßenmusik zu machen. Ich habe es mir immer schon mal vorgenommen, aber auch die neuen Ideen wecken nicht unbedingt meine Motivation, hier zu spielen.

Die Diskussionen um Straßenmusik in Dresden gehen weiter, hauptsächlich deshalb, weil eine Formation im Rahmen der bisherigen Bestimmungen so penetrant agiert und musiziert hat, daß das - auch aus meiner Sicht als Straßenmusiker - nicht lange toleriert werden konnte.

Es ist immer wieder das alte Lied: zu lasche Regeln werden von manchen Straßenmusikformationen schamlos ausgenutzt zum Ärger von Anwohnern und Geschäftebetreibern, zu strenge Regeln halten Gelegenheitsstraßenmusiker wie mich davon ab, sich mit der Bürokratie auseinanderzusetzen.

Jede Kommune stellt eigene Regeln auf - mitunter äußerst abstruse. In München muß man auf dem Amt vorsingen, und dann entscheidet genau eine Person, ob man eine Zulassung erhält oder nicht. Also reine Willkür.

In Mainz heißt es laut Verordnung vom 1.12.2008 folgendermaßen (man achte hauptsächlich auf die ersten beiden Punkte):
Zitat:
"1.Die Darbietung von Straßenmusik wird in folgenden innerstädtischen Fußgängerzonen unter Beachtung der in dieser Allgemeinverfügung geregelten Anforderungen allgemein zugelassen:

Spielzone 1: Schusterstraße, Am Brand, Rebstockplatz, Höfchen, Markt, Liebfrauenplatz, Fischtorstraße, Leichhof, Augustinerstraße vom Leichhof bis zur Kartäuserstraße

Spielzone 2: Ludwigstraße, Gutenbergplatz, Schillerplatz, Ballplatz, Bischofsplatz, Stadthausstraße, Pfandhausstraße, Steingasse, Lotharstraße, Neubrunnenplatz, Seppel-Glückert-Passage, Betzelsstraße, Franziskanerstraße
Auf der Rückseite dieses Merkblattes finden Sie einen Plan, aus dem Sie ersehen können, wo sich die Zonen 1 und 2 befinden.

2. Straßenmusik ist nur werktags erlaubt.

In den Jahren mit gerader Endziffer (2004, 2006 etc.) ist Straßenmusik werktags erlaubt in der Spielzone 1 nur vormittags (11:00 Uhr bis 13:00 Uhr), in der Spielzone 2 nur nachmittags (16:00 Uhr bis 18:00 Uhr) bzw. samstags nachmittags (14:00 Uhr bis 16:00 Uhr)

In den Jahren mit ungerader Endziffer (2005, 2007 etc.) ist Straßenmusik werktags erlaubt in der Spielzone 1 nur nachmittags (16:00 Uhr bis 18:00 Uhr) bzw. samstags nachmittags (14:00 Uhr bis 16:00 Uhr) in der Spielzone 2 nur vormittags (11:00 Uhr bis 13:00 Uhr)

3. Im Bereich und bis zu einem Abstand von 100 m von Sonderveranstaltungen (Messen, Märkte, z.B. Wochen- und Weihnachtsmarkt, Volksfeste usw.), die in den genannten Spielzonen stattfinden, ist Straßenmusik nicht zugelassen.

4. Die Straßenmusik darf längstens 30 Minuten von demselben Standplatz aus dargeboten werden. Der Standort muss danach um mindestens 100 m verlagert und darf innerhalb eines Tages nicht wiederholt genutzt werden.

5. Der Einsatz von Blechblasinstrumenten oder ähnlich lauten Instrumenten ist bis zu einer Gruppenstärke von max. 4 Personen erlaubt.

6. Der Einsatz von Verstärkern und von elektronisch verstärkten Instrumenten ist unzulässig, es sei denn er dient zur Untermalung unverstärkter Instrumente und übersteigt deren Lautstärke nicht. "


[Quelle: Stadt Mainz]

„Mainz, wie es singt und lacht“ – fällt mir dazu nur ein…

Die Punkte 3. – 6. sind aus meiner Sicht ja in Ordnung, aber 1. und 2. erinnern mich an den Film "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" mit dem Dialog über das Parken in den roten und weißen Parkflächen. Wer es (noch) nicht (mehr) kennt: Unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug.

Ich hatte in Mainz keine Böcke zu musizieren, oder, um es mal etwas arrogant auszudrücken: die Stadt verdient mich nicht . Vielleicht dienen solche Regelungen aber nur dazu, Nicht-Profis wie mich davor abzuschrecken, in der Stadt zu spielen. Wer weiß das schon so genau?

In Dresden sind nach wie vor Verstärker gestattet, und die Anzahl der Musiker einer Formation ist auch nicht begrenzt. Daß an diesen Schrauben in der Vergangenheit nicht gedreht wurde, habe ich nie verstanden. Laut Artikel vom 13.2.2017 (bemerkenswerterweise am Jahrestag der Zerstörung der Altstadt Dresdens durch Bombenangriffe im 2. Weltkrieg) in der Sächsischen Zeitung soll es zukünftig eine App (!) geben, um sich für Straßenmusik anzumelden. Das Ziel: „Ziel der Vorlage sei, die Auftrittsorte so zu sortieren, dass Anlieger und Händler sich nicht gestört fühlen, die Musiker aber trotzdem spielen können.“ ist zwar gut gemeint, aber ich frage mich, was Leute machen, für die Dresden nur eine Zwischenstation auf ihrer Tour ist oder die eventuell kein Smartphone haben. Wer will sich als Gast denn solche Umstände machen ? Muß das wirklich so kompliziert sein, wenn man spontan mal auf der Straße spielen will ?

Ich habe, wenn ich eine StraMu-Tour mache, immer versucht, mir im Vorfeld Auskünfte von Ordnungsämtern in den jeweiligen Spielorten zu besorgen. Manchmal brauchte ich Genehmigungen, die ich mir auf dem Amt morgens hätte abholen können. Aber wenn ich erst nachmittags oder samstags im Ort ankomme: was soll ich dann machen? Ich habe solche Orte prinzipiell ausgelassen. Das war es mir nicht wert, mich mit sowas rumzuschlagen.

Und wenn es anderen Straßenmusikern auf Tour ähnlich ergeht, und sie entsprechend konsequent handeln, aber auch die Verordnungen der jeweiligen Städte respektieren wollen, geht den Städten nämlich genau die so oft beschworene Vielfalt der Straßenkunst zur Belebung der Innenstädte verloren, weil nämlich immer nur dieselben Formationen in denselben Städten spielen und es Gastmusikern zu kompliziert gemacht wird und ihnen bei den jeweiligen Bedingungen schnell die Lust am Spielen abhanden kommt.

Warum gibt es so viele Instanzen, die das Leben unnötig kompliziert machen ?

Es geht einfacher, zum Beispiel mit folgenden Vorgaben:
- Straßenmusik werktags 10-13 und 15-19 Uhr jeweils für 40 Minuten ab der vollen Stunde.
- Wechsel des Standortes nach jeder 40-minütigen Darbietung, mindestens 150m Abstand zum vorherigen Standort.
- Maximal 3 Personen pro Formation
- elektrische Verstärker sind nicht zulässig

Ob die Standorte nun beliebig wählbar sind oder von der Stadt vorgegeben werden sollten, sollte schon der Entscheidungsgewalt der Kommune unterliegen. Manche Städte, wie zum Beispiel Heidelberg, geben ein paar feste Spielorte vor. Da kann es natürlich passieren, daß sich mehrere Formationen um begehrte Standorte streiten. Bei festen Standorten besteht dann immer wieder die Gefahr, daß die Spontaneität verloren geht, weil es einer vorherigen Organisation bedarf.

Einmal mehr komme ich nicht umhin, das Konzept der Stadt Borken lobend zu erwähnen. Dort haben sich ein paar engagierte Menschen zusammengefunden, mit Anwohnern und Händlern gesprochen, Sponsoren gesucht und gefunden, und seit einigen Jahren die „Stadtmusik Borken“ auf die Beine gestellt. Sie organisieren an vielen Wochenenden in der Straßenmusiksaison freitags und samstags Straßenmusik, wo inzwischen Formationen aus ganz Deutschland und über dessen Grenzen hinaus anreisen.

Es gibt immer wieder gute Ideen und Umsetzungen, wie mit Straßenmusik umgegangen werden kann, aber oftmals habe ich den Eindruck, daß Kommunen mit den damit einhergehenden Fragen überfordert sind.

Klar, als Straßenmusikant will man auch mal spontan und während der Woche spielen, und in Großstädten lässt sich so ein Format wie in Borken sicher nicht so leicht auf die Beine stellen, aber aus meiner Sicht gibt es genug Beispiele, wo mit einfachen Verordnungen die Straßenmusik geregelt ist, so daß es für alle Beteiligten ein guter Kompromiss ist. Ganz ohne Regeln scheint es nicht zu klappen, sonst herrscht Anarchie wie bisher zum Beispiel in Galway in Irland, wo gefühlt alle 50m irgendein Straßenmusiker mit Verstärker mehr oder weniger Musik machte. Seit letztem Jahr wird auch in Galway diskutiert, Regeln einzuführen. Etwas schade ist das schon, wenn Toleranz und Rücksichtnahme aller Beteiligten nicht ausreichen, um miteinander auszukommen. Aber aus meiner Sicht gibt es auch gute Kompromisse, die keine jahrelangen vorausgehenden Diskussionen brauchen und dann in abstruse Beschlüsse münden.

Gruß Georg

Geschrieben: 13.02.2017 15:43
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#20

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.... „Die Oktave – Das Urgesetz der Harmonie“ von Hans Cousto.

Ausgehend von den Zusammenhängen einer Oktave und den Obertonfrequenzen geht es in dem Buch hauptsächlich um Schwingungen, wie sie im Makro- und im Mikrokosmos wirken, wie sie gezielt verwendet werden und wo sie im Alltag und natürlich auch in der Musik erscheinen.

Der Autor schwingt den Bogen über unser Sonnen- und somit Planetensystem und irdische Zusammenhänge in physikalischem und (bio-)chemischen Bereichen (u.a. Akupunktur) über musikalische Aspekte im westlichen und asiatischen Raum bis hin zur Mythologie, Sexualität, Religionen und zu Chakren.

Obwohl es so viele unterschiedliche Bereiche anschneidet, ist das Buch doch relativ kompakt gehalten und ist an einigen Stellen schon ziemlich wissenschaftlich.

Ich habe eine Ausgabe der 4.Auflage aus dem Jahr 1992. Inzwischen wurde der Inhalt noch überarbeitet und ergänzt.

Weitere Beschreibungen sowie das Buch in Form einer pdf-Datei finden sich unter Die_Oktave bei Planetware



Geschrieben: 26.01.2017 11:15
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#21

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….

„Scham – die tabuisierte Emotion“ von Stephan Marks.

In dem Buch werden zunächst verschiedene Arten von Scham klassifiziert, beschrieben und anhand von Beispielen dargestellt, wie sie jeweils erlebt bzw. bewußt provoziert werden.

Im weiteren Verlauf wird aufgezeigt, in wie vielen Bereichen des Lebens Schamgefühle sowohl individuell als auch gesellschaftlich auftreten, bzw. in der Geschichte der Menschheit in verschiedenen Kulturen damit umgegangen wurde.
Beim letzten Teil des Buches bin ich noch nicht angelangt, aber laut Überschrift geht es um den konstruktiven Umgang mit Scham.

Gespickt mit sehr vielen Beispielen und Statistiken ist das Buch aus meiner Sicht sehr lesenswert. Der Autor scheint sich wirklich Mühe gegeben zu haben, Informationen aus so vielen unterschiedlichen Quellen gesammelt zu haben, hält sich aber mit eigenen Ansichten auch nicht zurück. Es entsteht leicht der Eindruck, daß Scham das dominierende Gefühl im menschlichen Zusammenleben sein könnte. Andererseits schimmern Aspekte der Psychologie in den Beispielen auch immer mit durch.

In einem Buch können nicht alle Themen behandelt und beschrieben werden. Mir fehlt bisher aber bei dem Thema Scham in dem Buch bisher aber komplett der Querverweis zum Thema Angst. Vielleicht vermisse ich es, weil ich erst vor kurzem Fritz Riemanns „Grundformen der Angst“ gelesen habe. Es hängt ja Vieles zusammen, und es ist aus meiner Sicht immer schwierig, aus allen Zusammenhängen ein Thema herauszufiltern, wie es hier geschieht. Es gibt zwar ein umfangreiches Quellenverzeichnis, aber es wird (bisher) nicht explizit auf andere Literatur verwiesen.

Wie auch immer, ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen.


Noch ein Nachtrag zu „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad, was ich zuvor las. Das Buch werde ich eventuell nochmal lesen müssen, um es irgendwie schätzen zu können. Irgendwie finde ich da keinen Zugang. In die düstere Stimmung, die der Autor gefühlt in fast jedem dritten Satz aufzubauen versucht, kann ich mich nicht reinversetzen, die kommt bei mir einfach nicht an. Ich dachte immer noch, da passiert noch irgendwas an spannenden Dialogen oder Beschreibungen, wenn schon mal ständig vom „Grauen“ die Rede ist, aber irgendwann war dann einfach Schluss.

Gruß Georg


Geschrieben: 11.01.2017 09:55
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Peter Sarstedt ist tot
#22

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Hallo zusammen,

gerade habe ich gelesen, daß der britische Singer/Songwriter Peter Sarstedt gestorben ist. Sollte sich das Jahr 2017 bezüglich der Todesfälle bekannter Musiker somit nahtlos an das Jahr 2016 anschließen ?

Ich bin - wie viele andere vermutlich auch - durch das Lied "Where do you go to (my lovely)", welches Ende der 60er Jahre veröffentlicht wurde, auf ihn aufmerksam geworden. Das war in den 80er Jahren irgendwann mit der LP "San Francisco Dreams". Ich stelle hier jetzt bewußt keine Youtube-Verknüpfung rein, weil ich keine Empfehlung aussprechen möchte. Wer Interesse an seinem Werk hat, wird sich ohnehin selbst kümmern.

Peter Sarstedt war meines Wissens auch mal bei den Songs an einem Sommerabend auf Banz. Leider habe ich ihn nie live gesehen, und habe nur eine "BestOf"-CD von ihm.

Falls irgendjemand von Euch eine TV-Ankündigung mit einer Dokumentation über ihn oder einem Konzert von ihm mitbekommt, bitte ich darum, dies hier kundzutun. Das würde mich sehr interessieren.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 10.01.2017 10:26
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#23

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.... "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad.

Manche Bücher wie "Animal Farm", "Childhood's End", "Of Mice and Men" oder "Watership Down" lese ich lieber im Original, aber bei diesem Buch habe ich mich doch für die deutsche Übersetzung von "Heart of Darkness" entschieden.

Dabei frage ich mich, warum wir in der Schule nicht mal solche Sachen gelesen haben. Neben "Faust" mußten wir für mich so uninteressantes Zeug wie "Fräulein von Scuderi", "Woyzeck", "Mutter Courage", "Maria Stuart", "Kleider machen Leute" oder "Der gute Mensch von Sezuan" lesen. Weitere Werke habe ich sicherlich verdrängt. Natürlich war das teilweise auch Weltliteratur, aber damals für mich eben stinklangweilig, wo es bestimmt auch andere Literatur gegeben hätte, die mich mehr interessiert hätte. Aber Schule ist eben ein Thema für sich.

Wie auch immer: Über "Herz der Finsternis" wurde ich irgendwann mal nur durchs Hörensagen aufmerksam. Das Buch stand seit Jahren auf meiner Liste. Es geht kurz gesagt um die Ausbeutung der Bodenschätze Afrikas (Belgisch-Kongos) und die Unterdrückung der Einheimischen zu Hochzeiten des Kolonialismus. Bin erst am Anfang des Buches und kann somit noch keine Inhaltsangabe liefern.

Zitat:

Charlotte schrieb:

dann würde ich dir ,,In eisigen Höhen" von John Krakauer empfehlen. Ich glaube, das würde dir dann auch gefallen. Das Buch war die Vorlage für den Film ,,Everest", ist aber, wie meistens bei einer Verfimung" besser.


Ja, "In eisigen Höhen" wird eines meiner nächsten Bücher sein. Den Film habe ich nicht gesehen, er interessiert mich auch erstmal nicht. Frühestens, wenn ich das Buch gelesen habe.

Gruß
Georg

Geschrieben: 14.12.2016 00:15
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Aw: Notenschleuder
#24

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Hallo Rex,

das ist echt eine tolle Seite ! Danke für den Hinweis .

Die Anzahl der Lieder ist schon ordentlich. Aber daß man da die Tonarten auswählen, bei Bedarf die Bassbegleitung ein- oder ausblenden, das Stück als pdf abspeichern und sich das Ganze auch noch anhören kann, ist richtig klasse. Dazu noch diverse andere Funktionen.

Da hat sich jemand wirklich Mühe gemacht, so eine Seite aufzubauen.

Viele Grüße ,
Georg




Geschrieben: 02.12.2016 21:05
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Aw: und noch einer ....
#25

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Ich hab's heute früh im Radio gehört.

Dieses Jahr hat es scheinbar wirklich in sich. So viele Musiker, die gestorben sind.

Bei Cohen finde ich es irgendwie doch schade, daß ich ihn mal nie live gesehen habe. Überhaupt gehört er zu denen, wo mir jetzt, wo er gestorben ist, bewußt wird, daß ich seine Musik in der Vergangenheit viel zu wenig beachtet habe. Werde am Wochenende mal nach Ewigkeiten wieder eine CD von ihm einlegen.

So long Leonard...

Gruß,
Georg

Geschrieben: 11.11.2016
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#26

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Ich las innerhalb der letzten 4 Tage:

Reinhold Messner: Der nackte Berg (Nanga Parbat).
Das Buch habe ich verschlungen und finde es sehr beeindruckend.

Gruß
Georg

Geschrieben: 03.11.2016
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Aw: bob dylan erhält den literaturnobelpreis 2016
#27

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Hallo zusammen,

Skywise hat mit seiner Meinung meine Gedanken angeregt, daher melde ich mich nochmal zu dem Thema:

[Skywise schrieb:]
Zitat:
"Darüber hinaus erscheint es mir unpassend, Bob Dylan einen Literatur-Preis zuzugestehen und dabei seine Musik, die die Wirkung der Texte in vielen Fällen noch verstärkt (wenn nicht sogar erst entfaltet), unter "ferner liefen" abzuhandeln.

Hat der Nobelpreis die gesamte Singer/Songwriter-Szene deutlich aufgewertet? Nein, wenn man bei seiner Betrachtung ein wesentliches Merkmal der Szene außen vor läßt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Szene es wirklich nötig hat, sich von der Literaturszene auf die Schulter klopfen zu lassen wie ein Kleinkind, das gerade die Schleife gelernt hat."


Teilweise sehe ich es auch so, aber ich differenziere hier gerne mal wieder: Richtig ist, daß die Musik hier nicht gewertet wird und somit wird das Gesamtwerk Bob Dylans nur teilweise geehrt. Die Singer-/Songwriter-Szene als solche hat es vielleicht nicht nötig, sich auf die Schulter klopfen zu lassen, aber was spricht dagegen, nur einen Teil des Schaffens eines Künstlers zu würdigen ? Kennern dieser Szene mag diese Preisverleihung nicht gerecht erscheinen, weil die Kenner eben mehr betrachten als nur das literarische Werk, und somit Wert auf mehr Aspekte des künstlerischen Schaffens des Protagonisten legen als ausschließlich die literarische Komponente. Jedes Kunstwerk ist aber ein Mosaiksteinchen des Spiegelbildes des Künstlers im Ganzen, der es erschafft. Da Menschen aber nicht als Ganzes verglichen werden können und sollten, werden bei Preisen eben Kriterien herangezogen, die immer nur Teilaspekte der gesamten Person und somit seines Werkes sein können. Bei Preisverleihungen liegt es leider oder zum Glück in der Natur der Sache, daß Vergleiche und somit Einzelkriterien herangezogen werden. Seien es Kriterien nach qualitativen Maßstäben, die auch wieder von irgendwelchen Gremien definiert werden und somit eine spezifische subkulturelle Norm darstellen, oder seien es Kriterien nach anderen durch Vereine, Verbänden und Interessensgemeinschaften aufgestellten Regularien und Maßstäbe. Man wird jemandem, dem ein Preis verliehen wird, und erst recht denjenigen, die den Preis nicht bekommen, nie gerecht, wenn man den kompletten Menschen und sein Schaffen beurteilen will, sondern immer nur einem Teil des Gesamtwerkes des Menschen. Das Kriterium, welcher Zeitraum als Teil des Gesamtwerkes betrachtet wird, ist egal, weil es eben immer nur ein Teil des Gesamtwerkes bleibt, ob nun zeitlich oder anhand von definierten quantitativ oder qualitativ vergleichbaren Kriterien.

Aber, und da stimme ich Skywise zu, kann es mir aber auch hier nicht verkneifen, genauer hinzuschauen: der jetzige Zeitpunkt der Vergabe des Literaturnobelpreises ist fragwürdig und darüber kann diskutiert werden, weil dieser Preis eben jährlich vergeben wird. Andererseits ist es manchmal erst möglich, so manches Werk erst mit etwas Abstand im geschichtlichen Gesamtzusammenhang zu betrachten und zu werten. Daher wäre ich dagegen gewesen, Bob Dylan den Preis schon beispielsweise 1975 zu geben. Wann also ist der optimale Zeitpunkt für die Vergabe dieses Preises ? Klar, beim Nobelpreis geht es nach Definition um die Leistung des letzten Jahres. Aber was heißt denn das ? In der Wissenschaft brauchen manche Entdeckungen auch jahrelange Zeit der Vorbereitung. Das Resultat wird dann vielleicht am Tag X präsentiert, aber die Leistung erstreckt sich, zusätzlich bedingt durch die Notwendigkeit, erstmal in Form von langjähriger Ausbildung genug Wissen anzusammeln, um überhaupt neue Entdeckungen machen zu können, über mehrere Jahren wenn nicht sogar Jahrzehnte. Vor diesen Hintergründen kann ich sehr gut damit leben, daß der Preis "erst" im Jahre 2016 vergeben wurde.

Es gibt leider nicht so viele Preise, wo die Singer-/Songwriter bzw. Liedermacherszene öffentlich gewürdigt wird, und daher betrachte ich das Argument "Endlich mal ein Musiker" als eine Art Anerkennung für einen Bereich, der auch meines Erachtens ansonsten nicht genug gewürdigt wird. Fragwürdig ist natürlich der Versuch, künstlerische Werke immer in irgendeine Schublade stecken zu wollen, was in diesem Fall bei der Vergabe des Literaturnobelpreises schon passiert, weil diese Schublade eben nicht, wie Skywise schon sagt, das gesamte künstlerische Werk würdigt. Die Verleihung des Literaturnobelpreises für Bob Dylan könnte in Form der angesprochenen "Aufwertung" tatsächlich wie Werbung für die Singer/Songwriter- bzw. Liedermacherszene gewertet werden. Meine Meinung ist, daß derjenige, der sich für ein bestimmtes Genre ansatzweise interessiert, ohnehin auch mal genauer hinschaut und dann immer noch mündig genug ist abzuwägen, ob es seinem Geschmack entspricht oder nicht. Insofern braucht dieses Genre vermutlich keine Werbung auf diese Art, und eine Aufwertung der gesamten Szene ist es meiner Meinung nach auch nicht, eher ein "Wieder-Aufmerksam-Machen auf die Szene". Andererseits kenne ich auch Leute, sie sich nie für Liedermacherei interessiert hätten, wenn ich sie nicht mit der ein oder anderen Empfehlung damit in Verbindung gebracht hätte. Da schadet es nicht, wenn ein Genre auch auf diese Weise mal wieder in Erinnerung gebracht und ins Licht gerückt wird.

Reinhard Mey hat damals den "Echo" für den Bereich "Schlager/Volksmusik" abgelehnt, weil er sein Werk nicht in dieser Schublade sehen wollte. Für mich absolut nachvollziehbar. Darüber, daß sein Werk beachtet wurde und geehrt werden sollte, wird er sich sicherlich gefreut haben, aber in der Schublade "Schlager/Volksmusik" fand er sicherlich keinen der Teilaspekte seines Schaffens würdig vertreten, so daß er sich mit dem Preis nicht identifizieren konnte. Bei Bob Dylan und dem Literaturpreis sehe ich das wirklich anders. Die Texte sind Teile seines Schaffens, und wenn diese auch als solche mit einem speziellen Preis gewürdigt werden, spricht aus meiner und scheinbar auch aus seiner Sicht nichts dagegen, abgelehnt hat er den Preis ja noch nicht. Ein Preis steht immer für Anerkennung einer Leistung nach bestimmten Kriterien, und diese Ansammlung von Kriterien bilden immer irgendeine Schublade. Je weniger Kriterien es gibt, desto mehr können aber auch nur Teilbereiche einer Gesamtleistung gewürdigt und ausgezeichnet werden. Und das sehe ich bei Bob Dylans Texten und dem Literaturnobelpreis.

Aus meiner Sicht sollten bei Songs von Singer-/Songwritern und Liedermachern, die sich auch als Protagonisten des gleichnamigen Genres sehen, jeweils der Text im Vordergrund stehen und die Musik den jeweiligen Text immer begleiten, untermalen, hervorheben und bekräftigen, deshalb finde ich es nach wie vor etwas befremdlich, wenn Songschreiber eine Melodie bzw. im einfacheren Fällen eine Akkordfolge haben, und dazu einen x-beliebigen Text schreiben, ohne zu schauen, ob der Inhalt des Textes zur Charakteristik der Musik paßt. Aber das ist nur meine Sicht der Dinge bzw. würde ich es vermutlich anders handhaben. Und sicher gibt es genug Lieder, die mir gefallen, wo es definitiv erst die Musik gab.

Schade finde ich allerdings, daß viele Liedtexte, die schon so manch geniale Wortspiele, Thesen, Bilder, Metaphern und Vergleiche im Allgemeinen und gar philosophische Anregungen hervorgebracht haben, und wo so manche Liedtextpassagen schon zu geflügelten Worten wurden und in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen sind, in der Öffentlichkeit kaum gewürdigt werden. Für jeden Scheiß gibt's irgendeinen Preis, und sei es in der Form einer Handy-Weitwurf-Weltmeisterschaft. Für die Öffentlichkeit mag so manche Preisverleihung vielleicht ungerechtfertigt oder fehl am Platze erscheinen, für den Schaffenden jedoch ist es einfach eine Anerkennung für sein Werk oder eben eines Teils davon. Ob der Schaffende sein Werk durch den Preis nun gewürdigt sieht oder nicht, darf er durch Annahme oder Ablehnung glücklicherweise selbst entscheiden.

Und deshalb finde ich es gut, wenn mit der Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan weder der Mensch Bob Dylan noch sein Gesamtwerk (also inklusive Musik bzw. seine Auftritte als Kunstform) noch das Genre "Singer-/Songwriter", sondern wirklich an dieser Stelle seine Texte gewürdigt und ausgezeichnet werden und somit die Welt noch mal dran erinnert wird, daß so manche musikalischen Künstler auch richtig wertvolle und tolle Texte schreiben können. Das passiert meiner Meinung nach zu wenig. Für alle anderen Kategorien mag es andere Preise geben, aber hier geht es um einen Preis für Texte eines Singer-/Songwriters, nicht mehr und nicht weniger.

Musikalische Grüße von
Georg

Geschrieben: 18.10.2016
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Aw: bob dylan erhält den literaturnobelpreis 2016
#28

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Hallo zusammen,

Ich finde die Entscheidung, Bob Dylan diesen Preis zu geben, gut, wenn es auch nach 20 jährigem Anlauf, wo er immer wieder als Kandidat im Gespräch war, ziemlich spät ist.

Wer schreibt denn heutzutage noch Gedichte, die die Öffentlichkeit wahrnimmt ? Und wer außer Liedtextverfassern und Songwritern achtet noch darauf, daß sich etwas reimt ?

Hier ein Zitat aus einem Artikel der FAZ:

Zitat:

"Im Englischen trägt die musikalische Sparte, der der fünfundsiebzigjährige und immer noch rastlos aktive Dylan angehört, die Bezeichnung „Singer/Songwriter“. Schreiben ist also konstitutiv für die Zuordnung zu einer Künstlerexistenz, für die das Deutsche nur den unschön mechanisch klingenden Begriff „Liedermacher“ hat. Ihre Wurzel hat sie in Musik und Dichtung gleichermaßen. Mehr als in allen anderen Formen moderner Lyrik hat sich in Liedtexten allerdings der Reim gehalten; Vertreter eines traditionalistischen Verständnisses von Dichtkunst sollten sich damit anfreunden können."


Der gesamte Artikel:
FAZ-Artikel zum Nobelpreis für Bob Dylan

Beim Lesen und Hören von Meinungen in Bezug auf die Preisvergabe an Bob Dylan habe ich den Eindruck, daß Liedermachern bzw. Singer/Songwritern eher zugetraut wird, literarisch höherwertige Texte zu schreiben als Vertretern anderer Musikrichtungen. Da halte ich ein Schubladendenken allerdings für gewagt. Wenn schon die Texte verglichen werden, sollte die jeweilige musikalische Umsetzung und Wertung dabei keine Rolle spielen.

Im deutschsprachigen Raum fällt es mir nicht ganz so einfach, da jemanden zu benennen, der es am besten beherrscht. Ist immer die Frage, welche Kriterien zum Vergleich herangezogen werden, und vermutlich spielt der Geschmack auch immer eine Rolle.

Bei den Musiktexten hierzulande gibt es meines Erachtens eine Menge schlampige Reime, bzw. viele sind gar keine. Die Grenze von Popmusik zur Liedermacherei ist dabei fließend.

Die bekannteren Liedermacher haben jeweils ihren eigenen Stil, meistens solide, und dann mehr oder weniger poetisch. Von den singenden Poeten und Lyrikern würde ich persönlich von dem, wo ich halbwegs einen Überblick habe, Heinz Rudolf Kunze hervorheben, da passt der Begriff "Dichtkunst" aus meiner Sicht sehr gut. So eine Wortakrobatik à la Bodo Wartke finde ich genial, aber bei der Suche nach literarischen Delikatessen teilen sich sicher die Meinungen.

Im Radio habe ich einen witzigen Kommentar gehört:
"Man braucht jetzt zumindest nicht in eine Bücherei zu gehen, um die Texte eines Literatur-Nobelpreisträgers zu verfolgen".

In diesem Sinne:
"Don't think twice, it's all right"

Georg



Geschrieben: 14.10.2016
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Aw: Ich lese zur Zeit...
#29

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Ich lese zur Zeit:

"Laufen, Essen, Schlafen" von Christine Thürmer.

Die Autorin beschreibt in dem Buch ihre Erlebnisse während ihrer monatelangen Wanderungen auf dem "Pacific Crest Trail" (4277km), dem "Continent Divide Trail" (4900 km) und dem "Appalachian Trail" (3508 km).

Das Buch hat mich gepackt ich schau mir parallel dazu auch in den Mediatheken Dokumentationen über die Trails an. Beeindruckend.


Irgendwann vor diesem Buch las ich "Tosende Stille" von Janice Jakait, der Frau, die über den Atlantik gerudert (!) ist.

Ich bewundere den Mut der Menschen, die monatelang so radikal aus dem gewohnten Leben ausbrechen und teilweise ihre Jobs aufgeben, um solche extremen Dinge zu tun. Meine erste Frage wäre immer, wie sie sich das leisten können und ob sie keine Miete bezahlen müssen. Vielleicht wirkt es auf mich auch nur so radikal, weil ich es selbst noch nie probiert habe....

Aber scheinbar geht alles, wenn man nur wirklich will.

Viele Grüße,
Georg

Geschrieben: 30.09.2016
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Aw: Änderung auf der Startseite
#30

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Hallo zusammen,

Zitat:

Petra schrieb:
Wie hat man zu deuten, dass sich sonst keiner äußert? Stört das wirklich nur mich und Reino?

Viele Grüße von Petra


Es stört mich nicht wirklich, außer, daß der Termin-Kalender bei mir im Firefox nicht angezeigt wird, sondern nur der Link, weil irgendein PlugIn - vermutlich "NoScript" - die Darstellung blockiert und ich bisher keine Notwendigkeit sah, da etwas zu ändern. Aber das ist eben meiner lokalen Konfiguration geschuldet.

Das Hauptproblem sehe ich (für Neulinge) darin, daß aus den 4 Überschriften "Aus dem Forum..." , "Aus der Presse...", "Kommentare" und "Termine" nicht unbedingt ersichtlich ist, daß es sich um Schaltflächen handelt, womit man die jeweilige Kategorie auswählen kann.

Andererseits handelt es sich bei dieser Seite ja in erster Linie um ein Forum, insofern spricht auch gar nichts dagegen, wenn die Foren-Kategorie dauerhaft angezeigt wird. Bei Bedarf könnte man immer noch die anderen Kategorien aufrufen.

Liebe Grüße,
Georg

Geschrieben: 27.09.2016
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