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Re: WORTFRONT – „FREILANDTOUR“ am 19. Januar 2010 im Linzer „Posthof“
#31

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Hallo, Piet !

Ich konstatiere: der 19.02. ist für Dich ein PFLICHTTERMIN !!! Zumal die beiden ja nicht mehr nur 4, sondern mittlerweile 5 sind...



In diesem Sinne viele Grüße an die Weser, natürlich auch an Nicole, von

ULRIKE & ANDREAS.



PS. Wem der obenstehende Verweis auf "youtube" zu allgemein war, der schaut schlicht einmal hier nach und wählt das für sich passende aus...



(...aus offensichtlichen Gründen muß der althergebrachte Schlußrelativsatz hier einmal entfallen...)


Geschrieben: 21.01.2010
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)
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WORTFRONT – „FREILANDTOUR“ am 19. Januar 2010 im Linzer „Posthof“
#32

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Liebe Freunde !

Die neue WORTFRONT- CD “Freilandherz” erscheint zwar offiziell erst am 19. Februar, dennoch ist die Band mit ihr bereits seit einiger Zeit auf Tour und gastierte am 19. Januar auch im mittleren Saal des Linzer „Posthof“. Nachdem ich bereits im Jahre 2008 durch Piet auf die amerikanisch- schweizerische Truppe aus Berlin aufmerksam (gemacht) wurde und im selben Jahr ein Konzert in Linz für mich zu einem der intensivsten Musikerlebnisse überhaupt wurde (...mit nur einer Handvoll Zuschauer in einem winzigen Saal...), war klar: Wir sind auch in diesem Jahr wieder dabei. Im Folgenden also ein kleiner Bericht:

"Ein Schlagzeug ist ein Schlagzeug ist ein Schlagzeug..." – in einer solchen eher dadaistischen Betrachtungsweise erschöpfen sich im Wesentlichen die Kritikpunkte des Abends, der – das sei an dieser Stelle schon einmal vorweggenommen – nahtlos an das letzte Linzer Konzert im November 2008 anknüpfte. Daß aus dem vormaligen Quartett nunmehr ein Quintett wurde tat der Qualität ebenso wenig Abbruch wie die Tatsache, daß WORTFRONT nach wie vor keinem Stil, keinem Genre zugeordnet werden können. Vielleicht jedoch ist es sinnvoller, den Abend chronologisch anzugehen...

Als wir um 19:40 h im Saal ankommen, sind wir 2 von insgesamt 11 Besuchern – das läßt im Hinblick auf die Tatsache, daß das Konzert um 20:00 h beginnen soll, Böses ahnen. Dank der freien Platzwahl, der bis dahin nur wenigen Anwesenden und deren offensichtlichen Schüchternheit bekommen wir unsere „Traumplätze“ – 1. Reihe, fußfrei, Mitte. Besser geht’s nicht. In den nächsten 30 Minuten füllt sich der Saal dann doch noch, bis er zwar nicht gänzlich belegt, dafür aber doch sehr gut besucht ist. Um 20:10 h beginnt dann das übliche Ritual: Saal- Licht aus, Bühnen- Licht an, Nebelschwaden, Auftritt des Ensembles, Begrüßung des Publikums und letztes Einrichten der Instrumente. Alles wartet auf den Programm- Beginn, als Sandra Kreisler über genau dies Ritual zu philosophieren beginnt und erklärt, im Zeitalter des Fernsehens warte im Prinzip jeder darauf, daß sofort angefangen wird. Also geht sie noch einmal ab, tritt erneut auf – und dann beginnt es unmittelbar mit “Postmodernes Arschloch“. Und hier offenbar sich sogleich der bereits angesprochene einzige Kritikpunkt des Abends: Gab es bei der letzten Tour noch Rhythmus aus der Maschine, steht diesmal ein echtes Schlagzeug auf der Bühne, bedient vom echten Schlagzeuger Paolo Eleodori. Er agiert von Beginn an großartig, hat jedoch das Manko, daß sein Werkzeug elektronisch verstärkt wird, erhöht steht und damit in direkte Konkurrenz zur Gesangsstimme von Sandra Kreisler tritt. Leider verliert die Stimme diesen Kampf ein wenig, was vor allem den Besuchern auffällt, die nicht komplett textsicher sind. Hier wäre weniger (...Elektronik und Verve...) weitaus mehr gewesen. Ansonsten jedoch bietet der Abend von Beginn an beste und kurzweiligste Unterhaltung, was auch an der unbändigen Spielfreude der übrigen Beteiligten Roger Stein (alle Texte & Musik, Gesang, Klavier), Kinneret Sieradzki (Violine) und Ulrich Maiss (Cello, Baßcello, E- Cello und Gesang) liegt, die erkennbar nicht nur Lust und Liebe an der Musik, sondern auch hohe Professionalität an den Tag legen.

Das Programm besteht aus vielen Titeln der bisher erschienenen WORTFRONT- CDs “Lieder eines postmodernen Arschlochs“, “Penetrant besinnlich“ und “Von vorn mit Anlauf“, enthält aber auch den einen oder anderen Titel der neuen CD “Freilandherz“, die zwar erst ab 19.02. offiziell erhältlich ist, aber bereits auf dieser Tour käuflich erworben werden kann, worauf Sandra Kreisler diskret (*winkmitdemzaunpfahl*) hinweist. Und nach einer guten Stunde voller grandioser Musik, die die Grenze zwischen E- und U- Musik locker aufbricht voller lyrischer, zeitgeistiger und auch kritischer Texte, verabschiedet uns Roger Stein mit dem Titel “Fußgänger“ in eine wohlverdiente, kurze Pause. Diese nun wiederum gibt uns die Möglichkeit, die angesprochene CD bei der freundlichen Dame im Foyer zu erwerben und darüber zu diskutieren, in welche Schublade WORTFRONT nun eigentlich paßt. Sandra Kreisler selbst gab kurz vorher den Denkanstoß, als sie dem Publikum eben diese Frage zu beantworten versuchte. Ist es extrem textlastige Popmusik ? Oder sehr musiklastiges Kabarett ? Oder ist es ein Crossover aus HipHop, Rap, Chanson, Klassik und „Easy Listening“ ? Die 20- Minuten- Pause bringt darüber keine Klarheit, wirft aber dafür zwei weitere Frage auf: Ist eine „Schubladisierung“ letztlich eigentlich wirklich notwendig ? Klar ist eines: Es ist Musik, mehr noch: richtig gute Musik. Punkt. Und wenn man WORTFRONT wirklich in einer Schublade ablegen will, warum dann nicht in der, auf der eben WORTFRONT steht ?

Ohne eine Antwort auf derart fundamentale Fragen geht es in den zweiten Teil des Programms, der ebenfalls hält, was der erste Teil bereits versprochen hat. Das Publikum bleibt gefordert, den facettenreichen Texten weiterhin aufmerksam zu folgen und erfährt dabei etwas über die “Klofrau vom Kanzleramt“, über den “Sommer von links“ und über “Berlin“, erhält den Ratschlag “Stirb, bevor’s zu spät ist“ und bekommt auf diesem Wege eine Lehrstunde über das Leben an sich und dessen Widrigkeiten im Besonderen. Immer aber erfolgt diese spezielle Lebenshilfe mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln im Knopfloch. Daß sowohl Sandra Kreisler als auch Roger Stein, aber auch alle anderen Musiker dabei in höchstem Maße sympathisch „rüberkommen“ macht WORTFRONT noch interessanter.

Nach guten 2 Stunden neigt sich das Konzert erkennbar dem Ende zu, durch den begeisterten Applaus des im Allgemeinen sehr kritischen Linzer Publikums kommt es aber – natürlich – noch zu einigen Zugaben. Hier ist dann das so manchen Widersinn offenlegende Stück “Volxmusik“ besonders zu erwähnen, das Roger Stein ohne weitere Begleitung am Flügel darbietet und dabei manche Lachsalve hervorruft. Dann aber ist es – mit Hinweis darauf, daß Sandra den ganzen Tag noch nichts gegessen hat und in das extra offengehaltene Bistro des „Posthofs“ strebt – doch vorbei. Viel zu früh, eigentlich, obwohl es doch schon 22:30 h ist. Und mit der Vorfreude auf ein nächstes Mal...

Wenngleich ich alle Musiker als gleichwertig grandios einstufe, muß an dieser Stelle aufgrund eines in mir brodelnden „Patriotismus“ doch noch eine eigene Abhandlung über Ulrich Maiss einfgefügt werden: Der Cellist aus Deutschland, der allein vom visuellen Auftritt einen tiefen Eindruck hinterläßt, sitzt im Smoking auf der Bühne, als sei er gerade dem Orchestergraben eines Opernhauses entsprungen, spielt zunächst versunken auf seinem Instrument, um im Laufe des Abends aus sich herauszugehen, den E- Baß zu benutzen wie weiland Alan Lancaster von „Status Quo“ und hingebungsvoll „Schubidooooo“ ins Mikrophon zu hauchen. Er gibt im Nationalitäten- Gemisch des Ensembles (Schweiz, Deutschland/Amerika, Israel, Italien) eine Art „bäriger Meister Propper“, was alleine schon duch seine (Nicht-) Frisur deutlichst unterstrichen wird.

Bei einer kurzen Plauderei nach dem Konzert mit Sandra Kreisler und Roger Stein wird deutlich, daß ein besonderes Verhältnis zwischen den Künstlern und den Verantwortlichen des Linzer „Posthof“ herrscht, da bei Konzerten wie im November 2008 die Veranstalter doch eher zuzahlen müssen, die Band aber seinerzeit gebeten wurde, wieder an dieser Stelle aufzutreten, was sie gern getan haben und auch weiterhin gern tun werden. Nach einigen „warmen Worten“ gibt es für uns noch die Unterschriften der beiden Haupt-Protagonisten auf das Booklet der neuen CD und den herzlichen Wunsch „Auf Wiedersehen !“ Und da kann ich sagen: Ganz bestimmt !!!

Wer nun neugierig geworden ist und noch mehr erfahren will, dem empfehle ich die WORTFRONT- Website, auf der es viel zu entdecken, zu sehen und zu hören gibt, sowie auch dies, wo es mittlerweile viele Stücke zum Gustieren gibt.

Vielleicht habe ich mit diesen "paar Worten" den einen oder anderen von Euch neugierig gemacht, auf eine Entdeckungstour zu gehen. Es lohnt sich.

In diesem Sinne viele, liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der sich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Piet für einen wirklich guten Tip bedankt...)

Geschrieben: 20.01.2010
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Die ‚Sonnenscheinwelt’ der Uta Köbernick - Live im Linzer Kulturzentrum ‚HOF’
#33

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Hallo, Freunde !

Um es gleich am Anfang zu sagen: Sie hätte sich mehr verdient, obwohl – nach eigener Aussage - weniger mehr ist, was ja auch bedeutet, nichts ist alles, obwohl man zuerst einmal mehr tun muß, um weniger tun zu können. Aber einerlei, sie hätte sich eben doch mehr verdient: Mehr Publikum, mehr Applaus, mehr Begeisterung…

Aber vielleicht sollte ich ja besser doch am Anfang beginnen: UTA KÖBERNICK, zu deren Aktivitäten an dieser Stelle ja bereits einiges gesagt wurde, gastierte am Donnerstag im Linzer Kulturzentrum HOF, das ein wenig abseits, unweit des ‚Brucknerhauses’, in Hafennähe liegt und dessen Saal nicht wirklich für einen ‚großen’ Auftritt geeignet scheint. Und selbst in dieser Kulisse verloren sich die etwa 40 – 50 Zuschauer des Abends noch ein wenig. Das war, wie sich im weiteren Verlauf des Abends zeigte, sehr schade, denn angesichts dieser Kulisse konnte letztlich nicht die wirklich überzeugende Stimmung aufkommen, die sich der Vortrag der (Ost-) Berliner Künstlerin, die schon seit längerer Zeit in der Schweiz lebt, bestimmt verdient gehabt hätte. Denn er – der Vortrag – und sie – die Künstlerin – sind wirklich und ohne Übertreibung als grandios zu bezeichnen. Von der anderen Seite her betrachtet muß man allerdings auch zugeben, daß ein Programm wie die ‚Sonnenscheinwelt’ nicht in einen Saal mit 500 oder gar 1000 Besuchern passen würde, denn massenkompatibel sind ‚Lieder – Texte – Kabarett’ nicht wirklich in unserer schnellebigen Zeit, in der das Zuhören, vor allem aber das Mitdenken bereits Luxus sind. Wer sich jedoch einläßt auf die Künstlerin und ihr Programm, der wird gefordert, denn die Welt der UTA KÖBERNICK bewegt sich, zumindest auf der Bühne, zwischen Schüttelreimen a la „Jetzt öffnen wir das Weinfaß – fein, was ?“ und 'Will man sie nicht vom Baume pflücken, muß man sich nach der Pflaume bücken.', in lustigen Versen verpacktem Tiefsinn und hintergründigen Songs wie ‚Scheitern’, den sie kürzlich auch in Bettina Böttingers Talkshow vorstellte. Die ‚Sonnenscheinwelt’ exisitiert ein wenig abseits von scharf strukturierten Genres der Liedermacherei oder des Kabaretts, sie ist ein Querschnitt, ein schnelles Hin und Her innerhalb verschiedenster Welten. Sie lebt auch von abgebrochenen Sätzen, von durchaus bewußtem Weglassen, von - geordnetem - Chaos, sie verführt zum Weiterdenken, zum Nachdenken, auch noch nach dem Verklingen des letzten Tons. Und so wirkt dieser Abend auch durch vermeintlich zynische Passagen in den vorgetragenen Kurztexten intensiv, die einem so manche Paraphrase deutlich vor Augen führen. Ist ein Beispiel gefällig ? Bitteschön: >‚Du hast Dich liften lassen ? Is´ ja spannend…< So banal, so leichtfertig dies auch klingen mag: Tiefgang gewinnt es erst lange nach dem Hören. Und so wandelt der Abend weiter über Tiefsinniges mit Titeln wie ‚Lalala’ oder ’Dubidu’ bis hin zu Aufforderungen wie ‚Guck nicht so’, von Schüttelreimen, die eines Heinz Erhards durchaus würdig sind, bis hin zu den Beziehungsdramen des Alltags mit Titeln wie ‚Juli 06 und Du fährst einfach nach Italien’ oder ‚Um Dich aus dem Kopf zu bekommen’. Eines jedoch will UTA KÖBERNICK ganz offensichtlich nicht: belehren. 'Nur' unterhalten. Und das ist gut so, weil es sie als Bühnentypus so überaus sympathisch macht.

Das Linzer Publikum, in Künstlerkreisen als schwierig verrufen, hatte bei aller deutlichen Zustimmung durchaus gewisse Schwierigkeiten, passende Pausen für den Applaus zu erkennen, und so blieb doch das eine oder Lied, dieser oder jener Text, obwohl verdient, gänzlich ‚unbeklatscht’, was allerdings auch der sehr raschen Abfolge des erkennbar unstrukturiert- strukturierten Programms geschuldet war und sicherlich nichts damit zu tun hatte, daß man diesen Abend womöglich als einen vergeudeten angesehen hätte. Dennoch (und ich nehme mich bei dieser Publikums- Kritik nun auch selber ehrlicherweise keineswegs aus !): hier wäre mehr denn doch mehr gewesen. Und die Künstlerin, die nicht nur an der Gitarre („…immer in derselben Tonart…“), sondern auch am E- Piano, an der Geige und an der Ukulele glänzte, hätte es verdient - zumal der instrumentelle Genuß noch durch eine äußerst angenehme und kunstvoll eingesetzte Stimme unterstrichen wurde. Daß sie darüber hinaus dann noch nach dem Konzert eine nette Gesprächspartnerin ist, bewies sich bei einigen freundlichen Worten nach dem Konzert.

Wenn weniger nun tatsächlich mehr ist, dann sollte man hoffen, (Vorsicht, es folgt Sarkasmus !) zukünftig weniger von UTA KÖBERNICK zu hören. Allerdings eben auch nur unter der Vorraussetzung, daß der Satz denn wirklich stimmt. Und in Bezug auf diesen Abend habe ich da jedoch so meine (vorstehend begründeten) Zweifel…

Wer sich für das Programm interessiert, der kann sich die ‚Sonnenscheinwelt’ auf UTAS HOMEPAGE für sein persönliches Vergnügen und die heimische Sammlung bestellen. Und ich kann nur wiederholen: Diese Investition ist eine wirklich lohnende !

In diesem Sinne liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(…der hofft, die Teilnahme am LT 10 realisieren zu können…)

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jpg  OÖN_19.12.2009.jpg (173.00 KB)
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Geschrieben: 19.12.2009
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Re: Der nationale Liedermacher
#34

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Hallo !

Nachdem ich diesen ominösen "Herren" bislang gar nicht kannte, habe ich mich erstmal über ihn informiert. (Gelobt sei das Internet...) Irgendwie scheint es mir zu spät, hier den "Anfängen zu wehren". Tatsache ist ja, daß mit solchen dubiosen Menschen heute leider umgegangen werden muß.

Auf der anderen Seite ist es beruhigend, daß sich diese Typen irgendwann selbst einmal in die Bedeutungslosigkeit katapultieren werden. Erinnert sich heute noch jemand an einen "Musiker" namens Gerd Knesel ? Eben !

Die Chancen, daß solche Antidemokraten Bundespräsident werden, dürfte zumindest ggw. wohl (noch) ebenfalls eher als klein anzusiedeln sein.

Letztlich ist das beste Mittel gegen diese Germanen- und Volksgenossen- Prediger die Erinnerung an die Geschichte und die Bewußtmachung, daß die heutige Generation zwar nicht unbedingt Schuld, aber mit Sicherheit Verantwortung hat. Aus diesem Grunde muß allen, die einem "Abschluß" der Geschichte das Wort reden, deutlicher Gegenwind entgegenwehen.

Die zunehmende Ausrichtung so manch populistischer Politiker in Richtung rechts ist zweifelsohne besorgniserregend, als Beispiel sei nur der hiesige Rechtsausleger HC Strache genannt, der seine Klientel mit dumpf- braunen Anti- Ausländer- Sprüchen an die Wahlurnen lockt. Nur bin ich der Meinung, daß nicht dessen Potential so groß ist, sondern das Potential derer, die gegen diese Menschenverachter stehen, zu klein wird. Ich denke da nur an die zunehmend geringer werdende Wahlbeteiligung, die ja grundsätzlich nur den Extremisten nutzt.

Was tun, sprach Zeus ?
Nicht nachlassen, gegen diese Typen Stellung zu beziehen. Aber diese Gipsköpfe um Gottes Willen auch nicht überbewerten und sie damit in irgendeiner Weise "interessant" machen. Sie sind in der Mehrzahl geistig minderbemittelt, daß sie sich über kurz oder lang von selber in die Vergessenheit katapultieren werden.

In diesem Sinne viele Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der immer wieder betont: Ein übertriebener Nationalismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen...)

Geschrieben: 08.04.2009
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„Klassische Musik ist NICHT witzig !!!“ - Hans Liberg live im Linzer „Bruckner- Haus“ (26.03.09)
#35

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Liebe Freunde !

Der folgende Konzert- Bericht betrifft einmal keinen Liedermacher, dennoch ist Hans Liberg ein Künstler, der an dieser Stelle doch unbedingt einmal gewürdigt werden sollte, weil er genau das vermittelt, was Musik im ureigensten Sinne vermitteln sollte: Freude am Umgang mit derselben nämlich.

KLASSISCHE MUSIK IST NICHT WITZIG !
Das ist das Credo, das Liberg gleich zu Beginn seiner Show “The best of 25“ seinem Publikum vermitteln will. Daß er bereits mit seinem Auftritt diese Aussage ad absurdum führt, zeigt die Intention, die der holländische Musikwissenschaftler und Musikclown seinem Wirken innewohnen läßt. Denn auf die Bühne, auf der neben einem Flügel allerlei Instrumente und Gerätschaften ziemlich ungeordnet herumstehen, kommt er in Gesellschaft eines 4- köpfigen Kammer- Orchesters. Alle fünf sind gekleidet in die grüne Kluft der chinesischen Kultur- Revolutionäre, und chinesisches Liedgut scheint es auch zu sein, daß die rund 2000 Besucher im ausverkauften Bruckner- Haus erwartet. Denn die Klänge, die da als Auftrittsmusik ertönen, sind eindeutig asiatisch angehaucht. Liberg selbst wirbelt über die Bühne, greift in die Tasten seines Konzert- Flügels, setzt sich eine metallene Obstschale auf den bereits ziemlich kahlen Kopf, um diese dann mit einem Klöppel zu bearbeiten, stülpt sich Ohrenschützer auf, um einen großen Gong zu malträtieren, und offeriert sich auch ansonsten ziemlich ausgeflippt. Mit einer angedeuteten Light- Show ist das furiose Opening dann zu Ende, aber der Künstler da vorn dreht jetzt erst richtig auf. Um Lokalkolorit zu verbreiten, erzählt er von Linz als Kulturhauptstadt 2009, zu der ihm immer wieder EINE Melodie durch den Kopf geht, die er auch gleich zum besten gibt: Es ist der erste Satz aus Edvard Griegs „Peer Gynt- Suite“. Und während seine Zuhörer noch einzuordnen versuchen, was diese Melodie nun mit Linz zu tun haben könnte, erklärt er uns, auch zum Linzer Fluß gäbe es eine Melodie. Das diese nun Smetanas „Moldau“ ist, birgt ein weiteres Rätsel, das kaum aufzuklären ist, wohl auch nicht aufgeklärt werden soll, aber ab jetzt folgt Gag auf Gag. So wird dem geneigten Besucher im Verlaufe des Abends klar, daß Handy- Töne bereits in Haydn- Symphonien und Bach- Werken auftauchen, zumal ja „Haydn“ und „Handy“ sich eigentlich nur an der Buchstabenstellung unterscheiden. Den Beweis bleibt der Niederländer übrigens nicht schuldig, und so hört man die Ruftöne von „Sony Ericson“, „Vodafone“, „Nokia“ und „T- Mobile“. Auch die Kenn- Melodie der „Sendung mit der Maus“ ist klassisch besetzt, was er dem Saal mittels Klavier und Sample- Automat sofort vorführt. Und es scheint zu stimmen, zumal auch Pipi Langstrumpf vertreten ist, die – nun auch immerhin schon 62 – bei Liberg zu ‚Pipi Stützstrumpf’ mutiert…

Liberg ist ein grandioser Instrumental- Virtuose, denn nur als solcher kann es möglich sein, Musik derartig zu verfremden, um sie dabei verständlich zu erklären. Er schweift ab, um zu erklären, warum Bill Gates und er dem „Data Compressing“ anhängen. Wenn er dazu Tschaikowskys „Klavierkonzert No. 1“ einmal ohne die – seiner Meinung nach störenden - Pausen spielt, dann versteht so manch einer auch die Funktion eines Computers. Wenn er frech Dur und Moll mischt und so Chopins „Trauermarsch“ und Mendelssohns „Hochzeitsmarsch“ zusammenführt („Nicht verwechseln !“), dann bleibt kein Auge trocken. Und so übt er mit dem Linzer Publikum Tonleitern, animiert zum Mitsingen bei Musik des 12- Töners Stockhausen, erklärt Fugen, Sonaten und Opern, lästert über seine speziellen Freunde André Rieu, Helmut Lotti und Richard Clayderman, läßt die Anwesenden zu holländischer Volksmusik ein geschmettertes “Hey ! intonieren und führt damit alles das ad absurdum, was man mit klassischer Musik verbindet. Eine eigene Sopranistin hat er dabei, die er vom Klavier her anschmachtet, der er Vorschläge für einen besseren Vortrag macht, für die er kurzfristig Intonation und Arrangement ändert, um sich am gespielten Erstaunen zu weiden. Und wenn er frech über Deutsche und deren Hang zur speziellen Musik lästert („Ein merkwürdiges Volk – das finden die Deutschen sogar selber…“), um dann Schubert, Bach und andere im Marsch- Rhythmus zu geben, dann fließen die Lachtränen auch dem Verstocktesten über die Wangen.

Hans Liberg, das erkennt man an diesem Abend, ist völlig zu Recht ein anerkannter Weltstar mit entsprechender Reputation. Und irgend etwas muß sein Vortrag haben, denn immerhin hält er sich seit bald einem Vierteljahrhundert in diesem Metier an der Spitze. Und die letzte Zugabe läßt er unvollendet, um die fehlenden Töne beim nächsten Mal nachzuliefern. Er kann sich drauf verlassen: Ich werde sie mir dann bestimmt abholen !

Und die Erkenntnisse des Abends:

1) Unbedingt anschauen !!!

2.) Klassische Musik ist DOCH witzig. Zumindest dann, wenn man sie so gekonnt vorträgt wie Hans Liberg !


So, in diesem Sinne viele Grüße aus Ober- ,

ANDREAS.



…der sich durch diesen Abend bemüßigt fühlt, auch mal wieder die Klassik- Aufnahmen aus dem Schrank zu holen…




PS. Wer mehr sehen möchte, schaut einmal hier...

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Geschrieben: 04.04.2009
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Re: Bodo Wartke
#36

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Hallo, Charlotte !

Viel habe ich mienen Vorrednern - bis auf eine Ausnahme... - nicht hinzuzufügen, ich kann Dir diesbezüglich meinen Konzert- Bericht ans Herz legen, sofern Du ihn noch nicht gelesen hast.

Ich war VOR diesem Konzert nicht unbedingt überzeugt davon, daß Wartke ein lohnendes Konzert- Ereignis sei, was vielleicht auch an den vielen Lobgesängen lag, die ich auch im LM- Forum fand. Aber dieses eine Konzert hat mich überzeugt ! (...zumal ich dem Künstler anschließend die Hand schütteln konnte und davon auch einige Fotos existieren, zu denen Du durch den Bericht- Link wohl leider nicht mehr kommst...)

Auf alle Fälle wünsche ich Dir viel Spaß bei einem tollen Künstler und einem total sympathischen Menschen aus dem hohen Norden (...er stammt ja aus Bad Schwartau...).

Liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...dem solche 'Erweckungs- Erlebnisse' wie das BW- Konzert bislang nicht allzuoft widerfahren sind...)

Geschrieben: 24.02.2009
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KW live im "Bruckner- Haus", Linz - 20.02.2009
#37

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Hallo, liebe Freunde !

Die Österreich- Premiere von Konstantin Weckers Programm "Was keiner wagt" begann im Linzer „Bruckner- Haus“ (das, wie ich vermutlich früher schon einmal gesagt habe, malerisch direkt am Donau- Ufer gelegen ist) bereits um 19:40 Uhr mit einer faustdicken Lüge. Da nämlich versprach der bayrische Liedermacher einen Querschnitt aus 40 Jahren Bühnenprogramm – und damit ein 16- Stunden- Konzert. Ganz so lange dauerte es am Ende dann doch nicht, aber als Wecker mit seiner Begleitband gegen 22:40 Uhr nach mehreren, enthusiastisch geforderten Zugaben endgültig die Bühne verließ, waren es (netto) doch ein wenig mehr als zweieinhalb Stunden allerbester Unterhaltung, die einer vollständig ausverkauften Halle geboten worden waren. Und zumindest das mit dem Querschnitt entsprach den Tatsachen, ertönten doch solche grandiosen, ‚alten’ Titel wie “Ich lebe immer am Strand“ oder auch “Der Fachmann“ neben den aktuellen. Richtig großartig auch die als „relaunchte“, bayrische Traditionals angekündigten Stücke, die in der Halle neben heftigem Mitwippen immer wieder zu Lachsalven und Szenen- Applaus verleiteten.

Die mittlerweile 62 Lebensjahre sieht man ihm auf Anhieb nicht an, und auch seine „Bühnen- Akrobatik“ würde sicherlich manch einen der (zu Recht vergessenen…) „DSDS“- Epigonen schlicht überfordern. Er aber agiert mühelos und hat sein Publikum vom ersten bis zum letzten Moment voll im Griff. Und wenn er milde lächelnd seiner Befriedigung über den Banken- Crash Ausdruck gibt, um anschließend voller Inbrunst zu verkünden, “Genug ist nicht genug“, dann sitzt man nicht in einem Konzert, sondern mehr in einer verschworenen Gemeinschaft von Sympathisanten, die solidarisch zu erkennen glauben, wer Schuld am meisten Elend dieser Welt ist. Das gleiche Gefühl gibt er einem mit dem Song “Wenn die Börsianer tanzen“. Und wenn er feststellt, wo die Welt heute ist und dazu gleich anführt, er sei nicht Schuld daran, dann glaubt man ihm das unbesehen und hat die Gewißheit, daß man das eigentlich immer schon gewußt habe.

Wecker tritt nicht allein auf, er hat – natürlich – seinen langjährigen Wegbegleiter Jo Barnickel an seiner Seite, mit dem er sich nach 16- jähriger Zusammenarbeit mit wenigen Handbewegungen fast blind versteht, der sein kongeniales ‚alter ego’ am E- Piano und an der Trompete ist. Außerdem an seiner Seite 3 Musiker (…von denen ich, ich muß es zu meiner Schande gestehen, leider die Namen vergessen habe, was keiner von ihnen verdient hat…), die ihn tatkräftig bei seinem Tun unterstützen. Manchmal, an wenigen Momenten des Konzertes, verspürte man den Wunsch, der Sound wäre nicht gar so prall, aufdringlich beinahe. Und auch Wecker hat, nach eigenem Bekunden, zu Anfang bedenken gehabt, nach langer Zeit wieder mit einer Drum- Section aufzutreten. Trotzdem: die Mitstreiter haben musikalische Qualität genug, Wecker zu unterstützen und nicht zu dominieren. Und wäre die Akustik in der Halle eine bessere, hätte der Abend schöner nicht sein können. Aber er verdient auch so mindestens 6 Sterne auf einer 5- Sterne- Skala und war jeden einzelnen Eintritts- Cent wert.

Übrigens: Daß Wecker am Auftrittstag bereits einen Nachmittags- Auftriit hingelegt hatte - es wurde die Aufführung der Linzer 'Kinder- Klang- Wolke' "Rabenmutter und Kuckuckskind" aus dem Vorjahr gegeben - merkte man ihm zu keiner Zeit an.

Fazit: Wer die Gelegenheit hat, dieses Programm zu sehen, der sollte sie beim Schopfe ergreifen. Gleichgültig, ob er bereits Wecker- Fan ist, es werden will oder sich derartiges nicht einmal vorzustellen vermag. Am Ende des Konzertes wird er sicherlich geläutert sein. Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Abstecher von Konstantin Wecker nach Linz.

In diesem Sinne viele, liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(…der als nächsten Termin im März HANS LIBERG auf dem Kalender verzeichnet hat, von dem er bereits einiges kennt, ihn aber mangels Gelegenheit noch nie live erleben konnte…)



PS. Anbei noch etwas "Presse- Futter"...

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Geschrieben: 24.02.2009
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Re: Wer hört (kauft) noch Vinyl-Platten?
#38

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Hallo, Ihr Alle !

Entschuldigt die etwas "verspätete" Meldung, aber aufgrund zeitlicher Probleme habe ich dies Thread erst eben entdeckt.

Ich habe schon seit ewigen Zeiten einen Platten- Spieler, früher solche Teile wie 'Dual' oder auch mal einen 'Sony', aber vor einigen Jahren habe ich bei e- Bay als Schnäppchen für 100,-- € einen 'Thorens TD 318' mit einem System 'Stanton TH 680 S' regelrecht 'ergattert'. Mit so einem Teil hören sich die Vinyl- Scheiben natürlich um ein Hauseck besser an, und manche Langspielplatte wurde klanglich von mir seitdem neu entdeckt.

Nachdem die LP ja quasi 'totgesagt' war, hat sie durch die Rap- und die damit verbundene Scratch- Kultur in einem Winkel überlebt. Und das ist, um einen bekannten Berliner zu zitieren, auch gut so.

Hoch interessant an Euren Beiträgen empfinde ich die Hinweise auf den 'wärmeren' Klang einer LP. Ich habe diese Erfahrung bei mir selber auch machen können, was um so verwunderlicher ist, als sich das Argument anhand rein technischer Meßwerte nicht halten läßt. Vielleicht setzt unser Ohr das Rauschen, Rumpeln und Knistern in einen uns genehmen Klang um, vielleicht ist es aber auch nur ein Wunschdenken aus wie auch immer geartetetn nostalgischen Gründen.

Tatsache aber ist, daß LP´s tatsächlich besser klingen können als CD´s. Einige Beispiele wurden ja schon angeführt, ich habe diesen Effekt bei der 'Brothers in Arms' von den Dire Straits festgestellt. Bei der CD kommt das typische Kompressions- Pumpen derart zum Tragen, daß man die Dynamik der LP zu schätzen lernt.

Zustimmen kann ich auch bezüglich der Haptik: Das Erlebnis des Cover- Aufklappens, die Entnahme der Vinyl- Scheibe aus der Innentasche, die Cover- Gestaltung - irgendwie hat dieses Erlebnis etwas mit dem Weintrinken gemeinsam, weil eben mehrere Sinne angesprochen werden.

Trotz allem höre ich heutzutage mehr CD´s (und unterwegs mp3´s in vernünftiger Sample- Rate), und zwar ganz einfach aus Bequemlichkeitsgründen. Meine nicht ganz unerhebliche Vinyl- Sammlung werde ich aber trotzdem mit Sicherheit nicht aus der Hand geben, da hängen einfach zu viele Erinnerungen dran. Und da sind mir die LP´s tatsächlich 'näher' als die 12 x 12 cm 'großen' CD- Hüllen...

Dennoch: Heute würde ich LP´s nur aus wirklich guten Gründen kaufen - und da fallen mir momentan gerade einmal keine ein.

In diesem Sinne liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der seine Plattensammlung stolz mitten im Wohnzimmer offen aufbewahrt...)

Geschrieben: 19.02.2009
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Re: Es gibt immer ein erster Mal - Klingeltöne downloaden
#39

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Hallo, Marianne und alle anderen !

Im (immer noch) größer werdenden Markt der Klingelton- Downloads kann man also zumindest Marianne jetzt begrüßen. Was kostet denn sowas mittlerweile ?

Ich selber habe reichlich mp3- Dateien auf dem Handy, die von Hymnen (für die Anrufer aus Deutschland) und speziellen SMS- Benachrichtigungen bis hin zu Georg Danzer ('Der alte Wessely'), STS ('Steiermark') und Wortfront ('Berlin') reicht. Da alle Musikstücke in der Regel ja den Nachteil des zumeist ellenlangen Vorspiels haben und man ja doch meist innerhalb der ersten 10 Sekunden das Gespräch annimmt, habe ich mittels einer Software (mp3- Direct- Cut) die meisten Titel selbst bearbeitet, sprich gekürzt. Bei einer für Telefon- Lautsprecher annehmbaren 64- kbit- Rate hat das nebenbei auch noch den Vorteil, daß nicht soviel von dem in Telefonen knappen Speicherplatz verbaucht wird. Eine 2- GB- Card ist, wenn man das Handy auch noch als mp3- Player nutzt, doch recht schnell 'voll'. Insofern ist es natürlich auch kein Problem, 'Über den Wolken' telefontauglich zu machen. Ob es von dem Titel mp3- Klingelton- Dateien gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, als midi- Dateien stehen sie bestimmt irgendwo (kostenpflichtig) in irgendeinem Shop zum kostenpflichtigen Download bereit.

Da mein Telefon doch öfter läutet und ich darüberhinaus relativ häufig die Töne wechsle, komme ich mir manchmal vor wie ein Klingelton- Discjockey...



In diesem Sinne viele Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der die möglichkeiten der modernen Telekommunikation manchmal lustvoll, manchmal aber auch schaudernd betrachtet...)

Geschrieben: 19.02.2009
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)
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Re: Sogar da Wind liagt - Akkorde?
#40

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Hallo, Charly !

Wie schon per PN angekündigt, schau bitte mal in Dein angegebenes Postfach.

Liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.




(...der die Akkorde erst mal suchen mußte...)

Geschrieben: 04.12.2008
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Re: Copy kills music - Ist das so ???
#41

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Hallo, liebe Freunde !

Ich habe irgendwie den Eindruck, daß die Diskussion angefangen hat, ein klein wenig aus dem Ruder zu laufen. Das nun war wirklich nicht meine Absicht. Ich fände zwar eine moralbezogene ‚Werte- Debatte’ schon recht reizvoll und hätte sicherlich dazu noch einiges anzumerken, finde diese aber in diesem Rahmen eher fehl am Platze.

Mir liegt im Moment auch mehr daran, einiges zur laufenden Auseinandersetzung noch einmal klarzustellen, denn mein Posting war zwar in gewisser Hinsicht sicherlich eine Argumentation für das „downloaden“ (…ob dieser letztlich ‚legal’, ‚illegal’ oder auch ‚sch…egal’ ist, will ich dabei an dieser Stelle einmal dahingestellt sein lassen…), meine Statements wurden aber doch von einigen meiner Meinung nach wohl eher falsch interpretiert.

Mir ging (…und geht…) es im Wesentlichen eigentlich nur um folgendes:

1) Die Überwachung der ‚downloads’ durch die Industrie hat, wie es nicht anders zu erwarten war, weitestgehend versagt. Diese Überwachung und die danach folgenden Abmahnungen durch wie auch immer geartete Anwälte war und ist nichts anderes als ein Schießen mit vielen Hightech- Kanonen auf einzelne, unbewaffnete Jung- Spatzen. Wem nützt es denn, wenn 12jährige, die via PC einige Musikstücke ‚saugen’, mit Schadenersatzansprüchen in fünfstelliger Höhe überzogen werden ?

2) Zumindest die deutsche Justiz spielt dieses ‚Spiel’ seit dem 1. Oktober im Wesentlichen nun nicht mehr mit.
Und das ist ausgesprochen gut so !!!

3) Der gesamte Thread – und somit auch meine Meinung !!! – bezieht sich ausdrücklich NICHT auf ’gewerbsmäßig’ durchgeführte Vervielfältigung und Verbreitung, sondern auf die (…meist jugendlichen…) Gelegenheits- Sauger !!!

4) Nicht ‚copy…’, sondern ‚bad quality kills music’. Nur so herum wird ein Schuh daraus.

5) Wie die Plattenfirmen die Rechte der Künstler in Bezug auf Vergütung ihrer Leistung bei einer Verbreitung im Internet wahren können (Stichwort: Kultur- Flatrate), entzieht sich meiner Kenntnis und – ganz ehrlich gesagt – auch meinem Interesse. Die Herren der Industrie sind ja bei der sonstigen Preisgestaltung auch recht einfallsreich. Sollen sie sich halt anstrengen, um eine einigermaßen und halbwegs gerechte Lösung für beide Seiten zu finden.

Eigentlich wollte (…und will und werde…) ich nichts anderes aussagen als dies. Schade, daß ich mich anscheinend doch ein wenig mißverständlich ausgedrückt zu haben scheine. Sollte dies der Fall gewesen sein, bitte ich hiermit ausdrücklich um Entschuldigung. So habe ich u.a. geschrieben:

Zitat:
“…solange werde ich Musik, die mir gefällt – und ich meine hier einmal ausdrücklich die aktuellen Charts !!! – jedenfalls NICHT im Laden kaufen…“


Mir gefällt in diesem Bereich so richtig schon seit langem nichts mehr wirklich.

(Wobei ich hier gleich eines anfügen darf: Mein letzter ‚illegaler’ download betraf vor rund 3 Monaten einen rund 10 Sekunden langen Handy- Klingelton, den ich irgendwo gehört und toll gefunden hatte, für den ich aber die entsprechende CD um fast 23 Euro (!!!) nicht kaufen und auch kein ‚Yamba- 3- Monats- Abo’ abschließen wollte. Meine letzten legalen CD- Käufe habe ich bei Konzerten vorgenommen, bei denen mir unter Auslassung des Handels der Preis von 16 Euro zwar immer noch als hoch erschien, den ich aber andererseits gerne gezahlt habe, weil es eben um Sachen ging (siehe „Wortfront“), die ich ganz einfach toll fand. Und: In meinem Schrank wird man unter den rund 1500 dort vorhandenen CDs nicht EINE finden, die illegal gesaugt worden wäre.)

Ich habe also schon ewig keinen entsprechenden download mehr ‚gemacht’. Und wenn Recky schreibt:

Zitat:
“…Wer Musik stiehlt, ist ein Dieb. Ende. ...“
,

dann gehe ich mit ihm, keine Frage, vollinhaltlich konform. Er schreibt dann jedoch weiter:

Zitat:
“…Wer auch noch stolz darauf ist, wie der Initiator dieses Threads, sollte seine ethische Einstellung uns Künstlern gegenüber einmal überdenken…“
,

dann liegt da wohl irgendwo ein Mißverständnis vor. Weil ich mir, s.o., diesen Schuh eben nicht anzuziehen bereit bin. Ende. Übrigens, lieber Recky, dies nur nebenbei: Der Initiator dieses Threads nennt sich “Nordlicht“ und heißt “Andreas“. Auf beide Anreden reagiert er in Rahmen dieses Forums gerne. Eines stört mich an dem vorhergehend zitierten Satz übrigens enorm: die Formulierung „…uns Künstlern gegenüber…“. Vielleicht, - ja, wie ich vermute, ganz sicher sogar - hast Du es nicht so gemeint, aber bei mir stellte sich da irgendwo das Gefühl ein, Du argumentierst als Angehöriger einer elitären Gruppe gegenüber uns, bzw. mir, dem Fußvolk. So ich das falsch interpretiere: Bitte nichts für ungut.

Ein zweites Argument fiel mir im Rahmen dieser ausufernden Diskussion ebenfalls auf. Da schreibt nämlich Reino:

Zitat:
“…Wenn Du aber von der Qualität der Musik und des Angebots das Recht ableitest, Musik, die dir nicht so gut gefällt, zu klauen, hast du ein seltsames Verständnis von einem Rechtsstaat…“


Also, noch einmal ganz deutlich gesagt: ICH klaue nicht !!! (s.o.) Und ich leite auch nicht irgendein Recht irgendwoher ab. Ich würde mir aber im Zweifelsfalle ggf. die gar nicht einmal so weit hergeholte Freiheit nehmen. Ich verstehe jeden und ich verurteile niemanden, der sich diese Freiheit jetzt schon nimmt. Aber den letzten Satz des Zitates, den Teil mit dem ‚Rechtsstaat’, den verstehe ich wirklich nicht mehr. Und ich erlaube mir dazu mal einige Fragen, die jetzt zwar vielleicht den Rahmen sprengen mögen, die aber das erwähnte Posting ganz zwangsläufig implementiert:

Welcher ‚Rechtsstaat’ ist hier denn genau gemeint ???

Derjenige, der seit 1983 konsequent, ungeniert und ungehemmt – und leider auch fast ungehindert - immer mehr Bürgerrechte einschränkt, beschneidet oder gar aufhebt ? (Es hat seit diesem Zeitpunkt mehr Abschaffungen und Einschränkungen der persönlichen Rechte der Bürger gegeben als etwa neue Rechte zugestanden wurden.)

Oder der ‚Rechtsstaat’, der grundgesetz- und sogar völkerrechtswidrig an einem Krieg in Afghanistan teilnimmt, weil ja die Verteidigung eben dieses Staates angeblich ‚am Hindukusch’ beginnt ? (Eine noch dämlichere Aussage habe ich von einem mutmaßlichen Akademiker selten gehört, abgesehen einmal von Geißlers unsäglichem ‚Pazifismus- und Auschwitz’- Sager, doch dies nur nebenbei…)

Oder jener ‚Rechtsstaat’, der bei der vorgenannten ‚Verteidigung’ in Kauf nimmt, daß junge Menschen im Zinksarg nach Hause kommen, und der keinerlei Anstrengungen unternimmt, dies schnell und endgültig abzustellen, sondern im Gegenteil Kontingente erhöhen will, weil es nicht näher definierte (…und auch real nicht vorhandene…) angebliche ‚Bündnisverpflichtungen’ gibt ?

Oder ist jener ‚Rechtsstaat’ gemeint, der einen 13 Millionen Euro teuren Zaun im MeckPomm, mit dem sich abgehobene und weltfremde, ältere Herrschaften vor dem angeblichen Mob zu schützen suchen, durch einen verbotenen Inlandseinsatz der Bundeswehr bewacht ? Und der im Vorfeld der genannten Veranstaltung 60jährige Männer zu Terroristen stempelt, weil diese vor Jahren mal unbewiesen in eine Brandstiftungsgeschichte verwickelt gewesen sein sollen, dafür dann letztlich schwer was auf die Finger kriegt und es dann noch nicht einmal für notwendig erachtet, sich bei diesen Menschen für eine unberechtigte Inhaftierung dann wenigstens einmal zu entschuldigen ?

Oder aber ist der ‚Rechtsstaat’ gemeint, der auf der einen Seite geradezu manisch gegen das Rauchen – und, schlimmer noch: gegen ‚die Raucher’ – vorgeht, auf der anderen Seite aber nahezu ungehemmt und geradezu gierig die Milliardenbeträge der Tabak- Steuer einstreicht, um damit wiederum die Hindukusch- Verteidigung zu finanzieren ?

Oder vielleicht der ‚Rechtsstaat’, der alte, pflegebedürftige Menschen dazu verurteilt, sich zu acht oder zehnt oder zu noch mehreren nächtens einen Heim- Pfleger zu teilen, während auf der anderen Seite die Berliner Bonzen für ihre angeblich dienstlichen Ausflüge mehr Geld verschleudern, als wir alle miteinander im Jahr netto verdienen ? (Ich erspare mir einmal weitere Beispiele dieses phänomenalen Rechtsstaates, die es aber zweifelsohne gibt…)

Sollte wirklich DIESER ‚Rechtsstaat’ gemeint sein, dann kann ich mit Fug und auch mit Recht sagen: JA !!! Diesem ’Rechtsstaat’ stehe ich tatsächlich skeptisch und auch dezidiert ablehnend gegenüber und ‚verstehe’ ihn nicht, weder ethisch noch in irgendeiner anderen Hinsicht. Dies liegt daran, daß ich meine Einstellung zu ihm bereits vor langer Zeit mehrfach und intensiv grundlegend überdacht habe.

So, mit diesen vielen Worten ist meine Standpunkt zu der ganzen Problematik vielleicht (hoffentlich) doch noch ein klein wenig deutlicher geworden.

Mein Fazit bleibt dennoch: ‚copy kills music’ ist als Slogan wirklich keinen Deut besser oder intelligenter oder sinnhaltiger als solche dümmlichen Phrasen wie „…freie Fahrt für freie Bürger…“ und ähnlicher Unfug.

Liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(…der es trotz allem hoch interessant findet, wie weit sich solch ein Thema bei Bedarf und Interesse ausweiten, wenn nicht sogar auswalzen ließe und läßt…)

Geschrieben: 21.11.2008
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"Von vorne mit Anlauf" - Wortfront am 28.10.2008 live im Linzer Posthof
#42

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Hallo, liebe Freunde !

Manchmal braucht man eben ein wenig länger… - unter dieses Motto läßt sich der Dienstag abend stellen. Nicht, daß ich zu spät zum WORTFRONT- Auftritt gekommen wäre, nein, aber… wie soll ich das jetzt ausdrücken ? Ich sehe schon, es ist am Besten, ganz von vorn zu beginnen:

Beim Liedertreffen am Üdersee erzählte mir Piet vom Duo WORTFRONT
, und er äußerte sich so begeistert, daß ich Interesse aufbrachte. Die CD, die er bei sich hatte, wurde dann aus zeitlichen Gründen nicht mehr gehört, aber der Band- Name hatte sich doch eingeprägt. Ich nahm mir fest vor, eine Recherche im Internet zu starten. Irgendwie ging sich das in den letzten 5 Monaten aber nicht so richtig aus. Und dann lasen Ulrike und ich irgendwo, daß WORTFRONT in Linz auftreten sollten, zum zweiten Male übrigens. Also kurzerhand die Karten besorgt. Zu denen gab es eine kleine Promo- CD mit 3 Stücken, quasi als ‚Appetizer’. Und da wollte ich nun wirklich mal reinhören. Leider blieb es auch hier beim guten Vorsatz, so „nebenbei“ war zwar mal die Gelegenheit, aber was ich da hörte, und das war nicht wirklich viel, fand ich anfangs gar nicht so überzeugend. Nun ja, und als gestern abend nun die Abfahrt in Richtung ‚Posthof’ anstand, sah ich diesem Auftritt nicht wirklich enthusiastisch entgegen.

Als am Veranstaltungsort dann als Auftritts- Ort der ‚Kleine Saal’ ausgeschildert war – und dieser Saal gerade mal etwas mehr als 100 Zuschauer faßt -, stellte sich die Frage, ob Alfred Dorfer, ein österreichischer Kabarettist, der zeitgleich im ‚Großen Saal’ auftrat, nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Aber egal: Im ‚Kleinen Saal’ gibt es die freie Platzwahl, und da weder Ulrike noch ich die 1. Reihe bevorzugen, nahmen wir die 2. Reihe, ziemlich in der Mitte, und harrten der Dinge, die im Laufe des Abends noch folgen sollten.

Die Bühne war in schlichtes schwarz gehüllt, erkennbar ein Synklavier, zwei Plätze für Streichinstrumente (!!!) – und ein Rhythmus- Gerät. Für ‚Liedermacher’ ein nicht unerheblicher Aufwand, für eine ‚Rockband’ erkennbar zu wenig, für ‚Klassik’ ein ungewöhnlicher Instrumenten- Mix. Hmmm. Um kurz nach acht dann betraten zwei jüngere Herren im Frack die Bühne, nestelten mit elektrischen Tonabnehmern und Monitor- Ohrhörern und begannen mit einem Intro. Doch was sich zunächst wie Kammermusik anhören wollte, entwickelte sich mittels zusätzlich eingespieltem Baß und Schlagzeug vom Computer zu einer Art von irrem ‚Cross- Over’, das sich allerdings immer noch nicht wirklich einschätzen ließ. Und dann betraten auch die beiden Hauptakteure Sandra Kreisler und Roger Stein die Bühne – und begannen ein Programm, das uns von Titel zu Titel mehr und mehr in den Bann zog und auch mehr und mehr begeisterte. Zunächst erzählen sie als Auftakt vom ‚Kommen’, dann definieren sich die beiden im nächsten Titel als ‚postmoderne Arschlöcher’, wozu Sandra Kreisler dann erzählt, wie sehr sich die Zustände in Österreich und Deutschland doch unterscheiden: Während in Österreich der Begriff ‚postmodern’ quasi als ‚no- go’ apostrophiert ist, reagiert in Deutschland das Publikum mit dem Hinweis, daß man das Wort ‚Arschloch’ doch nicht aussprechen dürfe. (Interkulturell interessant übrigens auch der Unterschied zwischen ‚Kaffe’ in Deutschland und ‚Kaffee’ in Österreich, wobei die Deutschen dem Ober dieses Wort auch noch förmlich aufs Tablett ‚kotzen’ und Kaffee besser schmeckt als Kaffe…) Aber nicht nur die gewollt- provokanten Titel begeisterten, auch auf die leisen Töne versteht sich das Paar – sowohl auf der Bühne als auch privat – allerbestens. Das kommt in Stücken wie ’Sommerkind’ oder ’Sonja’ pointiert zum Ausdruck, oder auch, wenn Roger Stein eine winterliche Zugfahrt besingt. Das große Thema aller Titel sind die zwischenmenschlichen Beziehungen in jeder Form bis hin zu den oft anzutreffenden Schubladisierungen, die mit den Versen

’…ein abgelauf´nes Vorurteil steht einsam im Regal, wie immer überheblich und blasiert, wer oder was Du wirklich bist, ist vollkommen egal, weil´s keinen int´ressiert…’

fürwahr trefflich skizziert werden.

Was ich bisher nicht kannte, war die Gedankenverbindung zwischen einem argentinischen Tango und der Putzfrau vom Hauptklo des Bundeskanzleramtes, aber diese Verbindung gelingt WORTFRONT mühelos, wenn sie von unter anderem von Politikern erzählen, die beim ’…urinieren regieren…’. So abstrus sich das hier lesen mag – wer dieses Programm sieht, versteht den engen Zusammenhang zwischen musikalischer Form und diesem Text.

Mit dem Ratschlag, im Sinne eines geordneten Zusammenlebens und auch des Umweltschutzes ein ‚professioneller Fußgänger’ zu werden, verabschieden sich WORTFRONT nach etwas mehr als einer Stunde in eine wirklich wohlverdiente Pause.

In dieser ist Gelegenheit, die bisher produzierten 3 CD´s im Direktvertrieb zu erwerben. Bei einem Preis von € 16,-- pro CD können auch wir nicht widerstehen und nehmen, irgendwie als Grundlage für eine eventuelle spätere Unterschrift, das Programm des Abends in konservierter Form an uns. Ich sprach in einem anderen Thread ja bereits davon: Mit dieser Ausgabe für Musik habe ich keinerlei Probleme, im Gegenteil. Die Qualität, die der Abend bis hierher gehabt hat, ist dieses Geld ohne Weiteres wert.

Nach der Pause geht es in unvermindert hohem Tempo weiter. Und egal, ob es sich um ’Die Funktion’ handelt, die eine Zweierbeziehung beschreibt (…das ist die älteste Firma der Welt, das ist die Klein- GbR, die die Rasse Mensch erhält…) oder um ’Warum’, in dem das Leben allgemein besungen wird (…doch wir gehen einfach weiter und wir blicken nicht zurück, wir sind Crash- Test- Dummies auf der Suche nach dem Glück, vielleicht wird alles anders und sogar morgen schon, vielleicht ist unser Leben nur ´ne Beta- Version…’) – alles ist trefflich pointiert und mit netter Eleganz dennoch leicht ätzend präsentiert. Der Knüller des Abends dann kurz vor dem Ende: ’Volksmusik’ ist etwas, das niemand mag, niemand will und niemand hört. Dennoch sind die Umsatzzahlen in diesem Segment exorbitant. Und so reiht sich auch WORTFRONT bei den Kritikern ein, singt aber gleichzeitig

…ich schreib heimlich auch mal Volksmusik und möchte nicht darüber diskutier´n, irgendwer muß all den Scheiß schließlich produzier´n, ich schreib heimlich sehr viel Volksmusik, die bei den Massen funktioniert, und damit wird dann WORTFRONT etwas quer- subventioniert…

Nebenbei bemerkt: ein Text von WORTFRONT- Frontman Roger Stein wurde zwischenzeitlich von der Kölner Party- Kapelle ‚De Höhner’ aufgekauft, da holt also die Fiktion die Realität ein...

Nach zwei frenetisch geforderten und offensichtlich gern gewährten Zugaben verabschieden sich WORTFRONT gegen 22:20 Uhr mit einem Dank an den Linzer Veranstalter, der trotz eines nur mäßig besuchten Konzertes im Vorjahr darauf bestanden hat, daß die Truppe auch in diesem Jahr wieder im ‚Posthof’ Station machte.

Wenn man über die Texte begeistert ist, wird man auch die dargebotene Musik mögen: Es ist tatsächlich ein Cross- Over durch alle bekannten Stil- Arten, die nicht nur aufeinander folgen, sondern auch schon mal munter gemixt werden. Da gibt es Rock ebenso wie Blues, Klassik- Elemente, Hip- Hop und auch Tangoklänge, immer wieder unterstützt durch die Rhythmus- Maschine, die deutlich, aber niemals aufdringlich wirkt. Auch die ungewöhnliche Neben- Besetzung mit Johannes Krampen (Berlin / Violine) und Rouven Schirmer (Hannover / Cello) erfüllt ihren Part mit ungewöhnlicher Energie und Spielfreude. Die Freude an diesem Auftritt vor einem bekanntermaßen kritischen Linzer Publikum ist aber auch den Haupt- Protagonisten Sandra Kreislerübrigens die Tochter des berühmten österreichischen Kabarettisten Georg Kreisler und amerikanische Staatsangehörige mit langjährigem Wohnsitz in Berlin – und ihrem Partner Roger SteinSchweizer mit ebenfalls langjährigem Berlin- Wohnsitz – überdeutlich anzumerken. Und das Publikum weiß all dies zu würdigen: wo sonst erfährt man schon etwas über einen Schweizer Rap, der einen ’…move mit groove…’ bietet, über einen ’Bärlauch- Song’ oder über Bach´sche Inventionen, quasi das ’Sperma der Oper’, die als Hip- Hop- Invention No. 9 dargeboten werden ? Das gibt´s in dieser Perfektion und schillernden Brillanz wirklich nur bei WORTFRONT.

Beim anschließenden Anstehen um Unterschriften und einem kleinen Small- Talk mit den Künstlern erfährt man dann auch, daß allen der Auftritt in dieser Location einen „Riesen- Spaß“ gemacht hat, daß beide das kürzliche Wahlergebnis bei den österreichischen Nationalratswahlen als „unsäglich“ betrachten, daß Sandra Kreisler auch eine Solo- Karriere hat und im Zuge dessen bereits einmal in Lübeck aufgetreten ist und und und. Fazit: Die beiden sind wirklich so witzig und so nett, wie sie sich auf der Bühne gerieren. Und gemessen an den kaum vorhandenen Erwartungen am Beginn des Abends kann gesagt werden: Ein toller, ein grandioser Abend mit einer wirklich überragenden Kapelle – wenn WORTFRONT wieder einmal nach Linz kommen, ist dieser Termin für Ulrike und mich fix vorgemerkt.

So, dies soll erst einmal als ‚kleiner Eindruck’ reichen…

Meine Empfehlung: wer von Euch die Gelegenheit haben sollte, ein solches Konzert zu erleben der sollte zuschlagen. Es lohnt sich.

In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(…der an dieser Stelle PIET noch einmal dafür danken will, daß dieser ihn auf WORTFRONT aufmerksam und neugierig gemacht hat…)

Geschrieben: 29.10.2008
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Hans Söllner & Bayaman´Sissdem - Live im 'Posthof' in Linz am 23.10.2008
#43

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Hallo, Ihr Lieben !

Tina Turner ist – wieder mal – auf Abschieds- Tournee, die Rolling Stones sind es eigentlich auch schon seit Jahrzehnten, und für Bob Dylan gilt wohl das gleiche. Insofern ist es nicht verwunderlich, daß auch Hans Söllner, der ja schon mehrfach über die Medien angekündigt hat, nichts mehr machen und auch nicht unbedingt mehr auftreten zu wollen, bei aller Abwesenheit dennoch präsent ist. Und im Zuge dieser Präsenz gab es am vergangenen Donnerstag im Linzer „Posthof“ gemäß des hauseigenen Mottos „Zeitkultur am Hafen“ einen Auftritt Söllners mit seiner Band Bayaman´Sissdem.

Der Hinweis am Eingang „Einlaß 19:30 Uhr, Beginn 20:00 h, Dauer ca. 2 Std., keine Pause !“ läßt eigentlich keine Frage mehr offen, und so enterten wir (na klar, Ulrike war dabei…) einigermaßen wohlgemut unsere Plätze in der 15 Reihe. Das klingt nicht wirklich weit weg von der Bühne, ist aber im „Posthof“ doch schon ein ziemlicher Abstand zu Bühne. Durch die aufsteigenden Reihen ist allerdings die Sicht recht gut, und der Abstand begünstigt den Überblick über das Geschehen. Allerdings geschieht noch nicht viel, es ist 19:45 h und der, letztlich ausverkaufte, „Große Saal“ beginnt sich zu füllen. Kaum 10 m rechts vor mir die Sound- und Light- Mixer, beide ebenfalls noch zur Untätigkeit verbannt. Interessant in diesen Minuten ist wieder einmal die auffallende Vielschichtigkeit des anwesenden Publikums: Von etwa 12 bis ungefähr Mitte 60 ist jede Generation durchgehend gemischt vertreten, und alles, was uns eigentlich fehlt, ist ein Nadelstreifen- Träger – obwohl sich der für den heutigen Abend ja vielleicht mit einer Jeans getarnt hat und so nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Aber egal: Es geht ja nicht um die Zuschauer, sondern um den Mann, den diese erwarten. Söllner ist immerhin bis heute der bekannteste und gleichzeitig unbekannteste Musiker Bayerns, zumal er ja von den Medien aufgrund seiner Inkompatibiltät durchweg ignoriert wird. Trotzdem sind neue Alben des Herrn aus Bad Reichenhall in den Läden sofort vergriffen und seine Konzerte – wie das heutige – schnell ausverkauft. Inzwischen ist es 20:12 h, und da tut sich was: Vier Herren betreten die Bühne, und einer von ihnen, ein dynamischer Mensch in Jeans, grauem Trachtenjanker und einem Kurzhaarschnitt stellt sich dorthin, wo man doch eigentlich den Söllner… Doch, tatsächlich, er ist es: Kurz vor seinem 53. Geburtstag am 24.12. erscheint er frisch wie eh und je und anscheinend – er verliert den ganzen Abend keinen Ton darüber – war es wieder an der Zeit, eine andere Haartracht anzulegen. Auffallend nur, daß auch der Bayaman`Sissdem- Bassist Dennis Rieger eine Art von Irokesen statt der Rasta- Frisur zur Schau stellt. Aber das ist ja letztlich auch egal, denn nun geht es los mit toller Musik… nein, doch noch nicht ganz. Söllner beginnt den Abend nicht nur mit einer Begrüßung, sondern mit einem Statement, das er mit den Worten beginnt: „I bin überrascht…“. Und dann fällt auch gleich das Stichwort, das den Abend dominieren wird: 480 Milliarden Euro ! Bekanntermaßen ist das ja der Betrag, den Angie und ihre Spezialisten- Riege zur Rettung von angeschlagenen Banken zur Verfügung gestellt hat. Und dieses Thema läßt sich natürlich ausschlachten, besonders dann, wenn man den Staat eh nur als „die da oben“ erlebt. Gleich im ersten Monolog von fast 20 Minuten erfährt man nun, daß Söllner sich selbst als kindisch empfindet, immer noch ein Problem mit der Obrigkeit, speziell mit der Polizei, hat, Vater von diversen Kindern ist und so seine Erfahrungen mit Lehrern gemacht hat. Dann, nach wie gesagt gut 20 Minuten, die Idee, vielleicht doch einmal mit der Musik anzufangen. Die Band, die bislang quasi nur Statist war, scheint einverstanden, und nach weiteren rund 10 Minuten geht es dann wirklich los. Und wie ! Bayaman´Sissdem ist auch heute wieder präsent wie gewohnt, wenngleich es nur eine „kleine“ Besetzung ist, denn es fehlen sowohl Keyboarder als auch Akkordeon- Spieler. Das machen die restlichen Bandmitglieder aber locker wett. (Besetzung: Hans Söllner, Bad Reichenhall / voc, g, harm – Manfred Puchner, Linz / g --- Dennis Rieger, Augsburg / b --- Stefan Hofer, Linz / dr). Der erste Titel „Hey, Staat !“ erscheint mir an dieser Stelle ein wenig ungeschickt, da das Publikum noch etwas „steif“ wirkt und so der ansonsten gewohnte Chor noch ein wenig dünn ausfällt, bringt aber letztlich doch einen bemerkenswerten Beifall. Man kennt eben seinen Hansi und dessen Lieder, man freut sich über solche „Evergreens“. Und so geht es dann auch weiter: Launige Geschichten aus dem Leben und dem Selbstverständnis des Hans Söllner, gemischt mit reggae- artiger Musik, dabei einiges von der letzten CD „Vietnam“, aber auch sehr alte Sachen. Alles wird zunehmend begeisterter aufgenommen, und wenn man bedenkt, daß gerade das Linzer Publikum bei vielen Künstlern als extrem schwierig eingestuft wird, scheint der Abend in Richtung Erfolg zu gehen. Nicht unschuldig daran sind die Texte, die die hervorragende Musik immer wieder unterbrechen und zeitweise zur Nebensache zu machen scheinen. Zumal einiges dabei ist, das einen betroffen machen kann. Man erfährt, daß ein Interviewer ihn kürzlich fragte, ob er sich über den Unfalltod von Jörg Haider gefreut habe. Man erfährt, daß er sich niemals freut, wenn ein Mensch stirbt. Man erfährt, daß Hansi nicht nur sauer darüber ist, daß seine Mutter, die unter Alzheimer leidet, ihn immer noch Hansi nennt, sondern auch darüber, daß ein einziger Pfleger im Heim für 20 alte Menschen zuständig ist, während gleichzeitig 480 Milliarden Euro… nun ja, so ganz von der Hand zu weisen ist die Logik, die dahinter steckt, wirklich nicht. Und da diese Logik von denen „da oben“ kommt, gibt es Pläne, wie man reagieren könnte: Vielleicht einmal stundenweise einem Polizei- Auto hinterher fahren. Oder auf der Wache erscheinen und Kaffee und Leberkäs- Semmeln auspacken, um zu brotzeiten. Söllner empfiehlt, „sie“ mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, und er stößt mit diesem Plan auf die ungeteilte Sympathie der Zuhörer. Und wieder gibt er zu, daß er kindische sei, aber er habe halt einen anderen Plan als die. Wer Söllner nicht kennt, kann dies alles für die Sponti- Sprüche eines Alt- 68ers halten. Aber hier und heute sind Leute versammelt, die Söllner kennen und die diese Empfehlungen in den Zusammenhang einer Karriere als Freistaatfeind bringen können. Es ist kurz vor 10, als sich Söllner und seine Kollegen zum ersten Mal von der Bühne verabschieden, aber sie lassen sich nicht lange durch die „Zugabe !“- Rufe bitten. Kaum sind sie wieder da, ertönt aus dem Publikum die Forderung ertönt: „Edeltraut !!!“ und er mit den Worten „Ja, die kenn I aaah…“ reagiert. Die Zugabe beginnt mit dem „Marihuanabaam“, und endlich scheint das Publikum in seinem Element. Und kaum hat der Vadda ausgeraucht, betritt SIE die Bühne: die eben noch lauthals geforderte „Edeltraut“, die immer noch, nach so vielen Jahren, ihr sauguads Kraut anbaut. Und ganz zum Schluß, nach den besten Wünschen an das Auditorium, heißt es noch „Aber I mach ma Sorg´n um Di…“, bevor Söllner endgültig die Bühne verläßt. Die Zeit des Wartens vom Anfang der Show nutzen die Musiker nun, um noch 3 oder 4 Minuten weiter zu spielen, eher auch sie den Abend beenden.

Fazit: Es war ein toller Abend, auch wenn man eigentlich nur zusammen war, um sich seine Urteile und Vorurteile bestätigen zu lassen. Trotzdem: Söllner scheint wieder besser drauf zu sein als noch vor 2 Jahren, als er zumindest mich mit einem 20- minütigen Solo über den Bürgermeister von Bad Reichenhall nervte, der ihn in der Fußgängerzone nicht gegrüßt hatte. Diesmal war er wieder böse, aber auch nachdenklich, witzig und ironisch, dabei aber ein Mensch, der andere Menschen mag und nur der Obrigkeit seinen Gehorsam verweigert. Und das ist ja das Schelchteste nicht, zumal, wenn es mit einem bewußt- kritischen Wesen einhergeht.

Einen einzigen Minus- Punkt habe ich an diesem Abend notiert: Die Band- Version seines alten (nach seinen Worten Lieblings-) Liedes „Manchmoi, wenn I aufwach“ bringt die Melancholie der Solo- Version leider nicht einmal ansatzweise rüber und wäre, zumindest für mein Empfinden, entbehrlich gewesen.

Da sich die Auftritte von Söllner ja von Mal zu Mal unterscheiden, hier noch die Set- List des Abends:

01 – Hey, Staat !
02 – Damaskus
03 – Viet Nam
04 – Das kleine Lied vom Frieden (reggae- vers.)
05 – Manchmoi, wenn I aufwach (reggae- vers.)
06 – Du warst heit nacht ned bei mir
07 – Loben & Preisen
08 – Feind
09 – Nordwind
10 – Vorbei damit
11 – Sturm

Zugabenteil:

12 – Marihuanabaam
13 – Edeltraut
14 – I mach mir Sorg´n um Di


Nach den 14 Titeln (…bei der Nummer 6 bin ich mir titelmäßig nicht sicher, es war das einzige Lied, das ich nicht kannte…) und einer wirklich großen Menge Text ist der Abend um 22:20 h dann wirklich zu Ende. Und mancher mag überlegen, wo jetzt der nächste Streifen- Wagen ist, dem man folgen kann…

Eines steht fest: Wenn der Söllner Hansi diese „Abschieds- Tour“ fortsetzt, bin ich auch beim nächsten Mal wieder dabei. Es lohnt sich.

Als nächstes Date steht mir nun am nächsten Dienstag wieder der „Posthof“ bevor, wo ich (…nach einer Empfehlung von Piet…) mir anschauen werde, was “Wortfront“ so zum Besten geben. Vielleicht gibt es danach wieder die eine oder andere Zeile. Bis dahin liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(…der Gefallen daran findet, solche einen Abend am PC zu rekapitulieren, auch wenn er, ohne Aufzeichnungen, dabei mehr und mehr Schwierigkeiten hat…)



PS: Anbei noch ein kleines Bild, wobei ich zugeben muß, daß die Menschen da auf der Bühne auch "The Beatles" oder "Deep Purple" sein könnten. Es sind aber wirklich Hansi & die Band. Das Foto beweist, daß man a) mit Handys telefonieren sollte, b) mit Kameras fotografieren sollte und c) wenn man schon mit Handys fotografiert, ein Modell mit mehr als 1,3 Mega- Pixeln verwenden sollte... Nun ja, zumindest einen kleinen Eindruck gibt´s wieder. Alsdann: Adieu !!!

PPS: Es könnten wohl doch weder "The Beatles" noch "Deep Purple" gewesen sein, denn ich glaube kaum, daß eine dieser Bands jemals unter einem äthiopischen Widder aufgetreten ist... Nun aber wirklich TSCHÜSS...

Datei anhängen:



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Geschrieben: 25.10.2008
_________________
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"Von dunkelgrau bis himmelblau" - Hirsch on tour...
#44

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Hallo, Ihr Lieben !

Ludwig Hirsch, seit mehr als 3o Jahren im Geschäft, ist wieder einmal unterwegs. Anläßlich seiner "Von dunkelgrau bis himmelblau"- Tour erschien gestern im hiesigen Regional- Blatt ein Interview mit Hirsch, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Neu für mich war, daß alle Alben von Hirsch neu aufgelegt werden sollen. DAS ist ja mal eine gute Neuigkeit...

In diesem Sinne liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der an Hirsch nicht den dunkelgrauen, sondern den tiefschwarzen Humor schätzt...)

Datei anhängen:



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Geschrieben: 25.10.2008
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

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Copy kills music - Ist das so ???
#45

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Hallo, Ihr Lieben !

Am 9. November steht mir das Linzer Konzert von Reinhard Mey im hiesigen 'Bruckner- Haus' bevor, und wie ich es in den vergangenen Jahren auch immer gemacht habe, so höre ich aus diesmal schon ein wenig vorher wieder ins Material des Künstlers hinein. Gerade so um die Zeiten des Konzerts herum (...und auch so um die Gegend der LT´s...) ist das eine gute Gelegenheit, sich wieder ein wenig vertrauter mit dem Repertoire zu machen, auch wenn man doch schon erhebliche Teile desselben quasi "im Schlaf" mitsprechen kann. (Vom "mitsingen" will ich hier garnicht reden, da fehlt mir vermutlich ein Gen...). Wobei ich auch zugeben muß, daß mir die richtig alten Sachen mehr liegen als diejenigen der letzten 2 oder 3 CD´s. Nun ist DAS aber nicht mein heutiges Thema. Sondern: Anläßlich so eines CD- Regal- Checks fiel mir auf einer zugegebenermaßen älteren CD von Reinhard Mey der Zusatz "kopiergeschützt" auf, verbunden mit dem Hinweis auf die Aktion "Copy kills music".

Nun weiß ich, daß wir dieses Thema an dieser Stelle schon oft diskutiert haben, insofern wäre das ja alles nichts Außergewöhnliches. Allerdings habe ich ziemlich zeitgleich auch ein wenig im ORF- Forum geblättert, und dortselbst fiel mir dann der folgende Artikel ins Auge:



Zitat:
"'EFF’: 'RIAA’ mit Klagewelle gescheitert

Die US-Bürgerrechtsorganisation 'Electronic Frontier Foundation' (EFF) hat eine umfangreiche Analyse der Klagewelle veröffentlicht, die die US- Musikindustrie über Filesharer hereinbrechen hat lassen. Laut 'EFF' ist die Industrie damit gescheitert.

Die 'EFF’ veröffentlichte am Mittwoch einen Bericht unter dem Titel "RIAA vs. The People - Five Years Later", in dem sie das rechtliche Vorgehen der US-Musikindustrielobby 'Recording Industry Association of America’ (RIAA) gegen US-Filesharer seit 2003 analysiert.

Die 'RIAA’ habe es zwar geschafft, die Politik dazu zu bewegen, ihr genehme Gesetze wie den ‚Digital Millennium Copyright Act’ (DMCA) zu verabschieden, sei aber mit der Klagewelle gegen rund 30.000 US- Filesharer in den vergangenen fünf Jahren gescheitert.

Unter Berufung auf Statistiken der Marktforschungsinstitute 'Big Champagne’, 'BayTSP’ und 'NPD Group’ sei die durchschnittliche Anzahl der User in Filesharing- Netzwerken trotz des harten Vorgehens der 'RIAA’ seit dem Start der Klagewelle im September 2003 von rund 4,5 Millionen gleichzeitigen Usern auf rund 9,35 Millionen (2007) gewachsen.

Strategie gescheitert

Die Strategie der "Education by Lawsuit", also der Klagen gegen die individuellen User, sei damit gescheitert, so die 'EFF’. Sie habe nur dazu geführt, daß die harten Fans auf Tauschmethoden ausweichen würden, die schwerer zu kontrollieren seien als 'P2P’- Netzwerke. Zu gesicherten Systemen wie 'DirectConnect’, 'WASTE’, 'AllPeers’ und 'Wuala’ würden die Fahnder der Musikindustrie nur schwer Zutritt bekommen.

Außerdem könnten die Fans die Musikdateien schlicht auf CD brennen und die physischen Datenträger tauschen. Immerhin 20 Prozent der Downloader hätten Musik auch schon von den MP3- Playern ihrer Freunde herunterkopiert, so die 'EFF’.

Alternative Lösungen

Legale Download-Angebote wie 'iTunes’ seien nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", so die Bürgerrechtler, die feststellen, daß in den USA 95 Prozent der Musik aus dem Internet ohne Lizenz heruntergeladen werden (Stand: Januar 2008). Der Zwang zur Verwendung von 'DRM’- Systemen würde den Erfolg lizensierter Download- Portale behindern.

Die 'EFF’ schlägt daher einmal mehr das Konzept der Kultur- Flatrate vor. Die User, die Musik herunterladen wollten, sollten fünf Dollar pauschale Lizenzgebühr im Monat an eine zentrale Verwertungsagentur zahlen, die das Geld dann an Industrie und Künstler weiterleiten würde. Auch US- Universitäten, die mit ihren Campus- Wohnheimen gerne ins Visier der Musikindustrie- Anwälte gerieten, könnten so einfach Generallizenzen abschließen. Recht und Ordnung seien wiederhergestellt.

Digitale Kontrolleure

Die Gebühr solle aber vom User bewußt bezahlt und nicht einfach von den Breitbandkosten abgeführt werden. Letzteres würde nicht zu mehr Transparenz im Geldfluß der Musikindustrie und der Verwertungsgesellschaften führen.

Es sei auch in einem solchen Szenario unter Umständen notwendig, Verstöße von Usern vor Gericht zu verhandeln. Die EFF vergleicht das mit Kontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

(Donnerstag, den 02. Oktober 2008 * Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/311645/)"




Triumph !!! Das habe ich ja schon immer gesagt... könnte ich jetzt sagen. Sag ich trotzdem nicht. Aber zu denken geben sollte einem das schon. Wenigstens der Musik- Industrie. Denn nachdem das in den USA so aussieht, wird es in Europa zumindest ähnlich sein. Auch hier haben ja die größeren Musikverlage alerte und smarte Anwälte losgeschickt, die mit abstrus überzogenen Forderungen gegen 15- jährige Tauschbörsen- Nutzer zu Felde ziehen.

Leider haben ja auch die vergangenen Bundesregierungen, gleich welcher politischen Coleur, ihren Kotau vor der Industrie gemacht und das Urheberrecht immer wieder an die (wohl wirtschaftlichen) Erfordernisse der großen Verlage angepaßt.

Einen der wenigen Lichtblicke habe ich da vor kurzem dem "SPIEGEL" entnehmen können: Seit dem 1. Oktober gibt es in einigen deutschen Bundesländern zwar keine gesetzliche Regelung, wohl aber eine Absprache unter den Staatsanwaltschaften, die dem unsauberen Treiben der hohen "Schaden"ersatzforderungen einen Riegel vorschiebt. Danach wird dem Verlangen der Musik- Industrie nach strafrechtlichen Ermittlungen gegen o.g. User Einhalt geboten. Eine strafrechtliche Seite hat nach Ansicht der Juristen der "ilegale Download" nur dann, wenn durch das Nutzen von Tausch- Börsen ein "Schaden" von mehr als 3.000,-- € entsteht, wobei ein Song einen Wert von 1,-- € und ein Film oder Spiel den Wert von 15,-- € darstellt. Erst bei diesen Summen wird von einer "kommerziellen" Straftat ausgegangen, für die die Justiz auch zuständig ist. Natürlich läuft die Industrie Sturm gegen diese Entscheidung, allerdings bislang ohne Erfolg. Und da im Rahmen der Rechtssicherheit die Anzeichen dafür stark sind, daß die Regelung bundesweit Anwendung finden wird, gibt es wohl Hoffnung, daß die Gerichte wieder mehr für den Bürger und weniger für die Industrie entscheiden werden.

Meine Meinung diesbezüglich ist bekannt: Solange die Musik- Industrie Unsummen für Marketing, für Verträge mit Künstlern über noch nicht einmal konzipierte Musik, für unnötigen Schnick- Schnack ausgibt, solange die Qualität der produzierten Musik immer mehr sinkt, solange CD´s mit Produktionskosten von max. 5,-- € zu Preisen von rd. 20,-- € im Regal stehen - solange werde ich mir Musik, die mir gefällt - und ich meine hier einmal ausdrücklich die aktuellen Charts !!! - jedenfalls NICHT im Laden kaufen. Und Musik, die mir gefällt - als Beispiele dienen mir da mal Mey, Hoffmann oder auch Söllner - werde ich weiterhin käuflich erwerben, weil mir das Produkt den Preis wert ist. Und jeder, der genauso denkt und entsprechend handelt, hat mein volles Verständnis.

So, genug geschimpft. Habe ich übrigens schon erwähnt, daß ich mich aufs RM- Konzert am 9. November in Linz freue ??? In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der sein eingespartes Geld viel lieber in die Reisekasse für´s LT steckt...)

Geschrieben: 25.10.2008
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Re: Gestern vor 30 Jahren starb Jacques Brel
#46

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Hallo, Freunde !

Nach 30 Jahren ist es anscheinend nicht nur an der Zeit, sich (wieder) einmal an einen Ausnahmekünstler zu erinnern, sondern für diesen oder jenen anscheinend auch, ein wenig "lauter" zu werden. Folgendes nämlich konnte man dieser Tage im ORF lesen:

Zitat:
"Versteigerung aus Brels Nachlaß bringt 1,3 Mio. €

Notenhefte, Musikinstrumente und Fotografien aus dem Nachlaß des belgischen Liedermachers Jacques Brel haben bei einer Versteigerung in Paris knapp 1,3 Millionen Euro erbracht. Ein Belgier zahlte bei der Auktion gestern Abend allein 109.000 € für einen Spiralblock mit dem handschriftlichen Text zu "Amsterdam".

Eine Gitarre, auf der Brel zu Beginn seiner Karriere gespielt hatte, ging für knapp 19.000 € weg. Insgesamt versteigerte ‚Sotheby's’ 95 Stücke aus dem Nachlaß des französischsprachigen Chansonniers, der vor 30 Jahren starb.

Brels Witwe Therese kritisierte die Versteigerung. Der Nachlaß ihres verstorbenen Mannes sei ein kulturelles Erbe, sagte sie im Radiosender ‚France Info’. "So etwas verkauft man nicht. Das ist schade und ein bißchen eine Schande." Die angebotenen Stücke stammten laut ‚Sotheby's’ aus einer Privatsammlung.

(09.10.2008 / Quelle: http://www.orf.at/)"


Hmmmm... Ich weiß nun gar nicht, was ich davon halten soll. Ist der Verkäufer wirklich nur verrückt auf´s Geld ? Reagiert Therese aus ähnlichen Gründen wie die Erben von Bert Brecht ein wenig über ? Gehts ums Geschäft oder die Erinnerung an einen Künstler ? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eines: Brel war ein Großer. Was man von den o.g. Handelnden vielleicht nicht unbedingt sagen kann, oder ?

Liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.




(...der 'Amsterdam' nach wie vor für genial hält, ohne sich um den Preis des Spiralblockes zu kümmern...)

Geschrieben: 12.10.2008
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Re: Martina Schwarzmann – „So schee kons Leben sei !“ – Live im Linzer „Posthof“ am 25. März
#47

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Hallo, Marianne !

Boah, ey (...das ist typisch Ruhrpott...), das ist ja beinahe wie chatten hier...

Zitat:
Sie wohnt jetzt in Xyger. Das ist ein Weiler im Landkreis Dachau.


OK, ich geb´ mich geschlagen ! Mea culpa. So ist´s eben, wenn ein eher nordisch- germanischer Typ wie ich sich in die Niederungen der südlichen Gefilde begibt, wenngleich auch nur sprachlich...



Aber Friedensangebot: Sie kommt aus BAYERN ! Das wenigstens ist fix, da fährt die Eisenbahn drüber, wie man hierzulande sagt. (...und, um Klaus Wowereit zu zitieren: Das ist auch gut so !)

Nun aber wirklich ade. Liebe Grüße aus Ober- von

Andreas.



(...der jede, aber auch wirklich jede Ausrede benutzt, um den Trainings- Beginn noch ein wenig hinauszuzögern...)

Geschrieben: 27.03.2008
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Re: Martina Schwarzmann – „So schee kons Leben sei !“ – Live im Linzer „Posthof“ am 25. März
#48

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Hallo, Marianne !

Oh je, wer arbeitet, macht Fehler. Sorry.

Zitat:
...kommt aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, also Oberbayern...


Lebt sie aber nicht jetzt in Niederbayern ??? Denn so richtig reines Oberbayrisch ist der Dialekt für mein zugegebenermaßen nur nordisch- geschultes Ohr, das sich gerade erst mühsam ans Oberösterreichische so richtig zu gewöhnen begonnen hat, nicht wirklich. Ich kann mich auch täuschen, aber vielleicht können wir uns schlicht und ergreifend pauschal auf "bayrisch" einigen, dann paßt des scho, oder ?



Zitat:
Aber ehrlich gesagt, ich würde sie mir kein zweites Mal anschauen. So toll fand ich sie nicht.


Nun ja, die Geschmäcker (...oder Geschmacks ???...) sind ja gottlob verschieden. Wir haben die Schwarzmann im Vorjahr in Linz verpaßt, aber nach diesem Dienstag würden wir - also: Ulrike und ich - die Karten für den nächsten Gig hier in der Nähe blind vorbuchen, kein Zweifel.

OK, ich muß mich jetzt wirklich tummeln. In diesem Sinne liebe Grüße aus OBER- (...und das ist garantiert richtig !) von

ANDREAS.



(...der sich jetzt auf eine 15- km- Radtour begeben muß. Jo, mia san mit´m Radl´l do...)

Geschrieben: 27.03.2008
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Re: Micha mit 50Hertz als Vorband von City ??? Mein Wunschtraum!
#49

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Hallo, Ihr alle !

DAS wäre natürlich der Hammer, diese Kombi... Wobei ich jetzt, etwas verschämt, zugeben muß, daß ich bis dato gar nicht wußte, daß es CITY überhaupt noch gibt. Hmmmpf. Allerdings habe ich kürzlich einmal ein - altes - Interview mit Toni Krahl gesehen, und irgendwie hatte der Mann wirklich was zu sagen. Wer in diesem Zusammenhang übrigens "Am Fenster" erwähnt, sollte auch solche grandiosen Titel wie "Der King vom Prenzlauer Berg" nicht vergessen, und die LP "CITY" (...ja, ich weiß, das ist natürlich die mit der extra- langen Super(original)version von "Am Fenster"...) rangiert für mich nach wie vor unter den TOP 20 meiner Vinyl- Sammlung. Also: CITY- Mugge ist suuupi und Micha- Musi ist ebenfalls suuupi, also wäre die Kombanition quasi...ja, was eigentlich ? Doppel- Suuupi, oder so. Schade nur, daß das alles soooo weit weg stattfindet. *seufz*

Also: Micha, ich drück Dir diesbezüglich alle meine Daumen !!!

So, und jetzt zurück in´s Private...

Liebe Grüße aus Ober- ,

ANDREAS.



(...der findet, daß er sich mittlerweile viel zu wenig auf dieser Seite tummelt, aber es ist wie im Leben: so much to do, so little time...)

Geschrieben: 27.03.2008
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Martina Schwarzmann – „So schee kons Leben sei !“ – Live im Linzer „Posthof“ am 25. März
#50

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Hallo, liebe Freunde !

Eine Schönheit im landläufigen Sinne ist sie nicht – allerdings spricht das keineswegs gegen die „Musik- Kabarettistin“ Martina Schwarzmann, sondern eher schon gegen eben diese landläufige Meinung. Und weil sie mir im TV, u.a. in „Ottis Schlachthof“, schon mehrfach wegen ihrer teilweise bitterbösen, jedoch immer gefinkelten, im schönsten niederbayerischen Dialekt vorgetragenen Texte aufgefallen und darüberhinaus Trägerin diverser „Kleinkunst- Preise“ ist, war der Termin im Linzer „Posthof“ selbstredend Pflicht. Wie es oftmals bei Konzert- Terminen geschieht, bei denen der Vortragende einem doch eher unbekannt ist, gab es keine sehr große Erwartungshaltung in irgendeine Richtung. Aber wie der Abend bewies, war dies letztlich dann doch die falsche Einstellung.

Der Reihe nach: Um 20:05 Uhr betritt Martina Schwarzmann, 184 cm groß und bekennende Brillenträgerin, die Bühne und begrüßt ihr Publikum im ausverkauften Saal mit der Bemerkung, daß sie schon seit geraumer Zeit auf den Anfang warte, aber wegen der „zu- spät- Kommer“ noch ein wenig warten mußte. Und dann beginnt sie mit ihrem Programm „So schee kons Leben sei !“, und das bedeutet: Sie plaudert aus ihrem Leben. Erzählt von Partys ihrer T eenagerzeit, den rüden Methoden, betrunken eingeschlafenen Freunden mit dem „Edding“- Stift mehr oder weniger intelligente Sprüche auf die Stirn zu schreiben, wohl wissend, daß diese am Morgen vor dem sonntäglichen Kirchgang keinesfalls mehr in den Spiegel schauen werden. Und natürlich vom „Erdnuß- Mikado“, bei dem die aktiven Mitspieler dem passiv an der Bar vorn übergebeugten Entschlummerten Erdnuß- Flips in den Hosenbund zu stecken. Verloren hat natürlich der, bei dem das Opfer erwacht. Ein entsprechendes Lied folgt auf dem Fuße, mit bitterbösen Texten zeitweise, doch zu keinem Zeitpunkt verletzend. Dies alles wird so locker vorgetragen, daß das Publikum vor Lachen quietscht. Es folgen Schilderungen von Einöd- Wellness- Hotels, die in Gegenden stehen, in denen man nichts anderes errichten kann als eben diese Wohlfühl- Tempel – und seien es auch nur ehemalige Landgasthöfe mit angeschlossener Metzgerei, die berühmt waren für ihren weißen oder roten Preß- Sack. Den übrigens findet man heute noch auf dem Frühstücks- Buffet dieser Herberge. Und so geht es weiter an diesem Abend: Lieder folgen auf Geschichten und hin und wieder eingestreut ein eigenes Gedicht. Der Humor ist bodenständig, dennoch blitzen oftmals tiefgründige, gar skurrile Gedankengänge auf. Wem von uns fiele ein, Brillenträger aus dem Grund als benachteiligt anzusehen, weil sie nur unter Schwierigkeiten in der Sauna sitzen können. (Obwohl man in die Sauna als Frau natürlich nicht zum Schauen geht, aber man wenigstens sehen möchte, wenn jemand schaut. Dies alles ist perfekt abgestimmt auf die „noch 29- jährige“ Frau, die auf der Bühne steht, als sei sie die Nervosität selber, als hätte sie ihren regulären Tagesablauf nur deswegen unterbrochen, um sich just in diesem Moment künstlerisch zu produzieren.

Mit wem läßt sich Martina Schwarzmann und ihre Art eigentlich vergleichen ? Diese Frage ist schwierig zu entscheiden. Hier und dort lugt die derbe Albernheit des frühen Ulrich Roski um die Ecke, dort die verschwiemelte und dabei sprachlich doch perfekte Absurdität eines Bodo Wartke, so manches Mal auch der bösartige Charme eines Ingo Appelt. Und doch ist Martina Schwarzmann hauptsächlich eines: Martina Schwarzmann.

Das letzte Lied vor der Pause ist der Titel- Song des Programms: „So schee kons Leben sei !“. Und hier mischen sich in den vordergründigen Humor nachdenkliche, zum Teil melancholische Töne und geben dem Stück einen eigenen Charme. Hier bemerkt man, daß die junge Frau nicht nur als Kabarettistin, sondern auch durchaus als Liedermacher(in) zu sehen ist.

In der Pause bereits zeichnet sich ab, daß dieser Abend hervorragend gefällt: Die Live- CD´s zweier Vorgänger- Programme wechseln kurzentschlossen den Besitzer und werden zukünftig unser CD- Regal zieren. Spontan- Käufe dieser Art sind eigentlich nicht so unser Ding, aber hier kann man das durchaus vertreten, zumal sich die Direkt- Vermarkterin mit € 15,-- das Stück eher im bescheidenen Rahmen bewegt.

Nach der Pause dann bietet sich ein ähnliches Bild wie im ersten Teil: Da erzählt sie vom „Auswanderer- Haus“ in Bremerhaven, in dem man sich mittels Listen darüber informieren kann, ob eigene Vorfahren nach Amerika, Kanada oder Australien ausgewandert sind. Es folgt das Lied eines entfernten Vorfahren, der auswandern hätte wollen, sich aber mit seinem „G´spusi“ überworfen hat und daraufhin eben nur fast auswanderte, während die ehemalige Braut Genoveva (…nebenbei lernt man, daß dies ein Vorläufer des Mode- Namens Jennifer ist…) in die Staaten ging, reich heiratete und mit ihrem Neuen – einem gewissen Mister Hilton – Hotels aufbaute. Fazit: Wenn Genoveva wüßte, was die Enkel ihrer Urenkel heute so anstellen… Um die Schlußfolgerung „Ein Hoch auf die deutsche Spielzeug- Eisenbahn“ richtig zu verstehen, muß man dies Programm gesehen haben, eine Beschreibung ist hier nur schwer möglich. Und im Übrigen: Wer heute in und um Bremerhaven wohnt und den Namen „Huber“ trägt, hat berechtigte Chancen, Abkomme eines Menschen zu sein, der letztlich doch zu feig zum Auswandern war. Berichten möchte ich noch von einem Lied, das angeblich nur entstand, um einen Titel im Programm zu haben, bei dem das Auditorium mitsingen kann. Für die Menschen, die den südlichen Dialekten nicht unbedingt zugetan sind – und zu denen zähle auch ich mich -, ist der Refrain „Loßt´s uns den Buam an´n Birnbaam binden, binden wir den Buam an´n Birnbaam an“ sehr schwierig nachzusingen. Und da eine Liedermacherin unbedingt ein Friedens- Lied im Programm haben muß, endet der reguläre Konzert- Teil mit dem wunderschönen Lied „Pimpern für den Frieden“. Wer hätte schon ein besseres Programm für den Weltfrieden ? Mit dem Titel „Ü- 30- Party (Resteficken)“ läßt Schwarzmann den Zugabenteil beginnen, und obgleich dies beides auf den ersten Blick ordinär scheinen mag: Es ist nicht wirklich so. Oder, um mit Martina zu sprechen: „Noagerl- Nudeln“ würde sich halt nicht auf den übrigen Text reimen. (Diesen Titel stellte sie übrigens bereits im oben erwähnten „Ottis Schlachthof“ vor.) Der letzte Titel des Abends „Loaßt´s mi hoam“ ist ihr Dank ans Publikum für einen wahrhaft amüsanten Abend, der einen amüsiert, vergnügt, erheitert, auch besinnt oder meinetwegen auch besinnlich, aber auf keinen Fall besinnungslos in den kalten, winterlichen Frühlingsabend entläßt.

Im Anschluß an das Konzert ist dann noch Gelegenheit, das eine oder andere Wort mit der Künstlerin zu wechseln, während sie die zuvor erworbenen CD´s signiert. Und der ausgesprochene Dank für einen wunderschönen Abend, den man ihr erbringt, ist keineswegs leer dahingesagt, sondern ehrlich so gemeint. Hier zeigt sie sich als ein Mensch wie Du und ich, von dem jede Nervosität abgefallen ist und der gut gelaunt mit ihrem Publikum zu plaudern vermag.

Martina Schwarzmann, so mein Resumee, ist eine grandiose Entdeckung am Himmel der musikalischen Unterhalter, von der man unbedingt mehr hören sollte – und auch, wenn man dies Programm gesehen hat, unbedingt mehr hören will. Leider erscheint das aktuelle Programm erst im Mai oder Juni auf CD / DVD. Fest steht aber, daß diese Silberlinge fix auf unserer internen Einkaufsliste vermerkt sind. Und beim nächsten Mal „live“ sind wir - also Ulrike und ich - mit absoluter Sicherheit wieder mit dabei.

Der einzige Minus- Punkt des Abends ereignete sich übrigens in der Pause und hatte weder mit der Künstlerin noch mit dem Programm zu tun: In dem durch das allgemeine Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen stark verkleinerten „Gelbfinger- Winkel“ entwickelt sich ein Geplänkel mit einer offensichtlich militanten Nichtraucherin, die sich aus unserer 5- er- Gruppe gerade mich heraussucht, um mit dem mehrfach wiederholten, extrem intelligent wirkenden Satz „Hier ist Rauchverbot !!!!!!!“ (…die Rufzeichen hat man förmlich gehört…) energisch gegen die nach ihrer Meinung wohl zu weit verbreitete Unsitte des Tabak- Genusses zu insistieren. Da aber der Schreiber dieser Zeilen bekanntermaßen ja ein recht verträglicher Geselle ist (…räusper…), nahm der Dialog wohl letztlich nicht ganz den von eben jener Dame vermutlich gewünschten aggressiven Verlauf, und tief eingeschnappt verließ die Dame, gefolgt von ihrem offensichtlich leicht überforderten Adlatus und Partner (ein offensichtlich bekennender Bier- Trinker … wieso eigentlich ist der Alkohol- Abusus gesellschaftlich derart toleriert ???), den Ort der Schandtat, des schmählichen Rauchwolken- Angriffs. Wieso fällt mir bei so was bloß immer wieder der Begriff „Toleranz“ ein ? Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden…

In diesem Sinne viele, liebe Grüße aus ,

ANDREAS.



(…der mit „der Schwarzmann“ wirklich eine großartige Entdeckung für sich selbst gemacht hat und sich nebenbei noch tierisch auf das LT im Mai freut…)





PS. Anbei noch die heutige Kritik der hiesigen Tageszeitung, die meinem Bericht nicht unähnlich ist, aber ich schwöre ein ganz großes Indianerehrenwort: Meine Zeilen waren zuerst da !!! That´s life…

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Geschrieben: 27.03.2008
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Re: "ZUGABEN"- Tour 2007 / 2008 --- Konzert im Linzer 'Bruckner- Haus' am 20.02.2008
#51

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Hallo, Freunde !

Ich weiß, es sind schon wieder annähernd 14 Tage vergangen, seit Konstantin Wecker seine Aufwartung hier in Linz machte, und ich schäme mich ja auch für diese lange Zeit, die es braucht, bis endlich mal ein Bericht hier auftaucht, aber... nun ja, die Arbeit fordert mich ein wenig, dann war Besuch da, und als alles ruhig war, hatte ich keine Lust oder so... Ach, ich würde tausend Entschuldigungen schreiben, wenn ich nur welche wüßte. Da ich aber keine weiß, nachfolgend mein Konzert- Bericht:



„ZUGABEN“- TOUR live in Linz am 20.02.2008

„Ein gutes Gefühl“ – so der Titel des extra komponierten Liedes, mit dem sich Konstantin Wecker zu Beginn seines Konzertes bei seinem Publikum bedankt, daß ihm über „100 Jahre Wecker – 60 Geburtstage und 40 Jahre Bühne“ die Treue gehalten hat. Und dieses Publikum begrüßt den jungen alten Mann im malerisch direkt an der Donau gelegenen „Bruckner- Haus“ mit frenetischem Auftrittsapplaus. Nur zu gut scheint die Besetzung des vollbesetzten großen Saales zu wissen, was ein Wecker- Konzert bedeutet: Einen Abend voll Poesie, aber auch voller Zorn. Nach dem Auftrittslied zunächst eine Erklärung für den weißen Verband, den er gut sichtbar am rechten Arm trägt: Eine Entzündung macht ihm zu schaffen, der Arzt hat befohlen, den Arm ruhig zu halten. Aber Wecker wäre nicht Wecker, wenn er nicht sagen würde, daß es schon irgendwie ginge. Und tatsächlich: es geht. Und wie ! Wecker hangelt sich durch sein Lieder- Leben, durch seine Karriere: Angefangen bei den „Sadopoetischen Gesängen des Konstantin Amadeus Wecker“ über „Ich lebe immer am Strand“ und „Weckerleuchten“ bis hin zu „Am Flußufer“ sind sie alle versammelt: Der depperte Bua, der alte Kaiser und – quasi als erstes Highlight – „Genug ist nicht genug“. Und weil Musik beim Wecker nicht wirklich genug ist, plaudert er über Goethe, liest aus seinem Buch, gibt Anekdoten aus seinem Leben zum Besten. Und so erfährt man, wie der FC Bayern München indirekt eine Verhaftung in Frankreich verhinderte, wo der Künstler eine „Not- Ration“ einführen wollte. Das Wort „Kokain“ fällt mit keiner Silbe, trotzdem kokettiert Wecker ein wenig mit dem - vergangenen - Laster. In solchen Momenten scheint man der Erzählungen aus lang vergangener Zeit zu lauschen. Dann auch wieder die besinnlichen Momente, wenn er seinen Vater auferstehen läßt – „ein leider recht erfolgloser Opernsänger, der statt auf den Bühnen der Welt viel Zeit zu Hause verbrachte“ -, mit dem er zusammen musiziert, als 12jähriger schon Partituren aus „Tosca“ singt, sich an die Lektionen seiner Mutter erinnert, die den Familien- Hund um keinen Preis der Welt verkaufen will, weil er doch „einer von uns“ ist. Und dann doch wieder die musikalische Seite: Mit „Sage nein !“ blitzt das Unverständnis, die Wut über Militäteinsätze in aller Welt auf, denn er hat den Text verändert, aktualisiert, angepaßt. Das schadet nicht, zeigt letztlich doch nur, daß auch ein 60jähriger nicht nur altersmilde sein kann. Und dann, viel zu rasch, der Abgang. Aber natürlich läßt man ihn noch nicht gehen, fordert rythmisch klatschend und energisch Zugaben. Und selbstverständlich bekommt man sie. Und hier sind sie dann, die wirklichen „Hits“ des Konstantin Wecker, auf die das Publikum so lange wartete: „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ und – quasi als „grande finale“ – sein „Questa nova“. Und gerade bei diesem Titel schenkt er sich nichts, wandert durch die Reihen, gibt alles. Man merkt ihm letztlich an, daß ihn der Abend Kraft gekostet hat, gleichzeitig meint man zu wissen, daß diese Kraft gern gegeben wurde. Und so gibt es erneut standing ovations, fordert man den „Konny“ noch einmal vor den Vorhang. Und natürlich kommt er noch mal. Mit dem Stück „Schlendern“ endet der Abend mit eher leisen Tönen, eher er sich endgültig von der Bühne verabschiedet, einen guten Heimweg wünscht, darum bittet, wiederzukommen, wenn er das nächste Mal in der Gegend ist. Nach diesem Abend kann man nur sagen: Keine Frage, Konstantin: Wir sehen uns !

Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle natürlich Weckers Begleiter an diesem Abend, der kongeniale Jo Barnickel, Freund und musikalischer Wegbegleiter seit Urzeiten. Sein Spiel an den Tatsteninstrumenten (Flügel / Synklavier / Keyboard) ist lupenrein wie immer, kraftvoll in den Spitzen, zart strukturiert bei den leisen Tönen. Genauso die Trompete, die er zwischenzeitlich in die Hand nimmt, und auch die gelegentlichen Sanges. Künste sind keinesfalls zu verachten. Und obgleich er an diesem Abend durch die „Behinderung“ Weckers alles und noch mehr geben muß: Ohne ihn wäre ein Abend mit Wecker nicht das, was er ist: Grandios ! Und so hätte man weit mehr als nur die gegebenen 3 Stunden lauschen können. Als das Publikum um kurz nach 11 auf der Straße steht, hat man das „gute Gefühl“, einen Abend mit einem Freund und mit Freunden verbracht zu haben. Und so schließt sich dann der Kreis, der mit Weckers „gutem Gefühl“ begann.



Alle, die den Wecker bisher auf dieser Tour gesehen haben, haben vielleicht den einen oder anderen Programmpunkt wiedererkannt. Die, die ihn noch sehen werden, sollten ruhigen Gewissens neugierig sein. Und die, die ihn diesmal nicht sehen, sollten das Versäumnis bedauern.

In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Ober- ,

ANDREAS.



(...der damit erst einmal gezwungenermaßen wieder ein wenig in´s 'Privatleben' abtauchen muß, sich aber zusammen mit Ulrike schon wieder tierisch auf den Mai freut...)

Geschrieben: 04.03.2008
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"ZUGABEN"- Tour 2007 / 2008
#52

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Hallo, Freunde !

Die Tournee ist ja bereits in vollem Gange. Begleitend dazu erschienen in der KW 51/2007 der Artikel "60 Jahre und kein bißchen leise" in "Tips" sowie in der KW 2/2008 das Interview "Kraft der Poesie" in "Was ist los ?". Beides sind Erzeugnisse hiesiger Presse- Arbeit, und beide Veröffentlichungen möchte ich Euch nicht vorenthalten. Die zum Teil etwas mangelhafte Qualität bitte ich zu entschuldigen, mein Scanner ist mir sehr ähnlich: richtig gut, aber leider schon etwas älter und entsprechend abgenutzt...

In diesem Sinne liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der sich damit dann leider auch schon wieder vertschüssen muß...)

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Geschrieben: 13.01.2008
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Re: Hans Söllner & Bayaman´Sissdem: "VIET NAM" - eine wirklich nur klitzekleine Rezension...
#53

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Hallo, migoe !

Tja, so geht´s einem oft mit den spontanen Geschenken. Aber es ist ja zumindest ein Trost, daß die Alternative gut angekommen ist. Und die Söllner- CD läuft Dir bestimmt noch öfter über den Weg. (Im Vertrauen: ein Kauf lohnt sich wirklich !!!)

Wegen der Übernahme meiner wenigen Zeilen ins LM- Archiv habe ich keine schwerwiegenden Bedenken. Im Gegenteil, eigentlich fühle ich mich damit sogar ein wenig gebauchpinselt.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deiner Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein ganz tolles 2008. Liebe Grüße aus von

ANDREAS.



(...der aus dem Hintergrund Rufe hört, er möge endlich zum Essen kommen...)

Geschrieben: 30.12.2007
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in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

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Re: Tourdaten
#54

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Hallo, Devin !

Zunächst einmal auch von mir ein herzliches Wilkommen auf dem Liedermacher- Forum. Obwohl der "Chef" Dir ja den Link zu den Tourdaten auf Söllners Homepage schon gegeben hat, hier noch einmal das, was dort momentan an Dates verzeichnet ist:

VORSCHAU 2008

"Viet Nam" Tour mit Bayaman'Sissdem


10.02.08 A-5020 Salzburg / Republic
28.02.08 A-1220 Wien / Orpheum
29.02.08 A-1220 Wien / Orpheum
01.03.08 A-1220 Wien / Orpheum
02.03.08 A-1220 Wien / Orpheum
03.03.08 A-1220 Wien / Orpheum
Tickets gibt´s unter www.orpheum.at

27.03.08 D-94054 Erlangen / E-Werk
Tickets: Tel.: 09131 - 800 555 oder www.e-werk.de

28.03.08 D-64293 Darmstadt / Centralstation
Tickets: www.centralticket.de/ht/infopages.php?vid=2676001

30.03.08 D-23556 Lübeck / Rider's Cafe

31.03.08 D-22765 Hamburg / Fabrik

01.04.08 D-44894 Bochum / Bahnhof Langendreer

03.04.08 D-50735 Köln / Kantine

04.04.08 D-36433 Bad Salzungen / Pressenwerk
Tickets: Tel.: 03695 628170 oder www.kartenhaus.de

06.04.08 D-10435 Berlin / Postbahnhof

08.04.08 D-63739 Aschaffenburg / Colos-Saal

09.04.08 D-91438 Bad Windsheim / Alte Stadthalle
Tickets: Tel.: 09841 40 20 oder 0981 85066 oder per Post 09843 3324 (AB läuft)

10.04.08 D-97922 Lauda-Königshofen / Stadthalle
Tickets: Tel.: 01805 / 570 000 oder www.kartenhaus.de

11.04.08 D-73262 Reichenbach / h2O - Die Halle
Tickets: www.h2o-diehalle.de

13.04.08 D-86916 Kaufering / Kulturarena
Tickets: Tel.: 08191-326-101 oder www.L-K-B.de

14.04.08 D- 8.... Bad Tölz

21.04.08 D-87645 Schwangau / Kurhaus **

24.04.08 D-77948 Friesenheim / Sternenberghalle **

25.04.08 D-76227 Karlsruhe / Festhalle Durlach **
Tickets: Tel.: 0721/3848772 oder www.foerderkreis-kultur.de

26.04.08 D-86732 Oettingen / Dreifachturnhalle**
Tickets: Tel.: 09082/3233

27.04.08 D-84056 Rottenburg / Mehrzweckhalle**
Tickets: Tel.: 0871/45132 und www.konzertbuero-landshut.de

28.04.08 D-86368 Gersthofen / Stadthalle **

30.04.08 D-84307 Eggenfelden / Rottgauhalle**
Tickets: Tel.: 0871/45132 und www.konzertbuero-landshut.de



SOMMER 2008

06.06.08 D-07545 Gera / Sommernachtstraum im Park

04.07.08 A-8010 Graz / Schloßbergbühne Kasematten

10.07.08 D-94032 Passau / Eulenspiegel Festival
Karten an allen bekannten VVK Stellen. Eventim 01805/ 570 000 www.eventim.de & München Ticket 089/ 54 81 81 81 www.muenchenticket.de & Passau Ticket 0105/ 76 11 11 www.passau-ticket.de

25.07.08 D-Burglengenfeld / Piazza
Tel. Kartenservice: 01805-301070 (0,14/min Mobilfunkpreise können abweichen)
Karten im Internet: www.der-kartenvorverkauf.de

26.07.08 D-Nürnberg / Serenadenhof

27.07.08 D-84489 Burghausen / Zeltfestival

Weitere Termine folgen...

(** Hans Söllner Solo)


Du siehst, für´s Erste einmal genug Auswahl. Als alter Hanseat freut mich natürlich der Auftritt am 30. März 2008 im Lübecker "Riders Cafe" ganz besonders, obschon ich vermutlich nicht dort sein werde... *grins*

Einen Tip, wohin Du nun fahren soltest, kann ich Dir leider nicht geben, da mein topographisches Wissen bzgl. Deutschland in den letzten Jahren ein wenig gelitten hat, aber das dürftest Du ja letztlich eh am Besten wissen, zumal Du ja auch einem Kurz- Trip nicht abgeneigt gegenüberstehst.

Ob aber nun Hansi "solo" oder mit Band - nun, das ist Geschmackssache. Beides ist für sich super. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, einen Tag solo, einen Tag mit Band - da würde ich bei beidem zuschlagen.

Ich hoffe, daß Dir damit erst einmal gedient ist, und bin mit lieben Grüßen aus

ANDREAS.



(...der sich ganz besonders freut, wenn sich hier Söllner- Fans einfinden...)

Geschrieben: 30.12.2007
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Hans Söllner & Bayaman´Sissdem: "VIET NAM" - eine wirklich nur klitzekleine Rezension...
#55

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Liebe Freunde !

Es ist mir endlich gelungen, mich einmal für ein paar Minuten extensiv mit dem PC zu befassen und endlich die bereits angekündigte Rezension des Albums "VIET NAM" von Hans Söllner + Bayaman´Sissdem in die Tasten zu klappern. Alsdann:

Um es hier gleich einmal vorwegzunehmen: wer an dieser Stelle so etwas wie einen harschen Verriß des letzten Söllner- Elaborates erwartet, der braucht nicht weiterzulesen, sonst wird er sicherlich etwas enttäuscht sein – für so was bin ich (als Moderator dieses Forums) vermutlich, nein, sogar ganz sicher der falsche Autor. Trotzdem (oder aber gerade deswegen) treibt es mich, die CD „VIET NAM“ hier einmal näher vorzustellen, sei es als Kaufentscheidung für den Unentschlossenen oder als Appetithappen für denjenigen, der Söllner (noch) nicht kennt und dessen Interesse ich damit eventuell wecken kann.

„VIET NAM“ ist nach „Oiwei I“ (2003) und „Im Regen“ (2005) bereits die dritte CD hintereinander, die Söllner mit seiner Band „Bayaman´Sissdem“ eingespielt hat. Ob das nun wiederum ein Hinweis darauf ist, daß sich der Künstler von seinem „Solo- Dasein“ mehr und mehr verabschiedet, entzieht sich meiner Kenntnis. Da er jedoch auch weiterhin auf Solo- Pfaden tourt, erscheint dies eher unwahrscheinlich, ist aber letztlich auch ohne Belang. Schaden jedenfalls tut die Zusammenarbeit mit dem Klangkörper der Qualität der Titel keinesfalls, zumal die Kombo eine durchaus hochwertige, musikalische Qualität an den Tag legt. Die Besetzung hat in den letzten Jahren mehrfach gewechselt, ist jedoch mindestens seit 2005 mit Hans Söllner (Bad Reichenhall) (g/voc), Manfred Puchner (Linz) (g), Dennis Rieger (Augsburg) (b), Stefan Zepfer (Augsburg) (org), Peter Pichler (München) (acc) und Stefan Hofer(Linz) (dr) stabil. (Die Erwähnung der Herkunftsorte geschieht im Hinblick auf Gitarre und Drums nicht ganz ohne einen gewissen Lokalpatriotismus, doch das nur nebenbei…) Dazu kommt auf dieser Aufnahme noch ein Bläer- Ensemble, daß von der Darbietung locker mit Peter Herbolzheimers „Pustefix- Bläsern“ aus seligen Lindenberg- Tournee- Zeiten mithalten kann. Die Band ist eine homogene Einheit, der man die Freude an der Darbietung selbst auf einem so „kalten“, so „technischen“ Medium wie einer CD anmerkt. Und daß hier nebenbei noch ein durchaus erfrischender Stil- Mix geboten wird, tut der Sache keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Da ertönen Reggae- Klänge neben Cajun- Melodien und auch eine erfrischende Mixtur aus Rock´n´Roll und Boogie- Woogie schmeichelt dem Ohr. Die genial gespielten Schlagzeug- Synkopen fielen bereits auf „Im Regen“ auf, lassen aber auch hier nicht lange auf sich warten. Dazu kommt die, um es vorsichtig zu sagen, ungewöhnliche Stimme Söllners: Nicht wirklich schön im eigentlichen Sinn (eine Kollegin von mir behauptet, sie bekäme von ihr Kopfschmerzen…), dennoch aber prägnant und im besten Sinne urtümlich und ehrlich. Ein anderes als eben dies Organ würde zu der Art Musik, die oft (zu Unrecht !) als „bayerischer Reggae“ simplifiziert wird, überhaupt nicht passen.

Das Repertoire ist nicht vollständig neu, eher im Gegenteil: Mit „A jeder“, „Laß flieg´n Deine Dreads“, „Landshut“ - …im Original „Er war aus Landshut (Für´n Waigl und den Papst)“… - ´, „Edeltraut“ und „Geh weida“ ist immerhin rund ein Drittel der 14 (…eigentlich 15, doch dazu später mehr…) Titel bereits aus Söllners Solo- Programm bekannt. Das jetzige Arrangement mit der Band jedoch bekommt all diesen Titeln ausnehmend gut, und so hört man letztlich doch „etwas Neues“. Aber so eindringlich, so vielsagend, so aktuell und doch gleichzeitig zeitlos, wie die bekannten Titel sind, so erscheinen auch die „neuen“ Stücke, und hier sei, allen voran, „Am Freitag gibt´s Fisch“ genannt. Bei diesem Titel wird die Schere zwischen betroffen machendem Text und unglaublich fröhlich erscheinender Musik deutlich: So unterhaltsam, wie der musikalische Rahmen daherkommt, so deprimierend und doch aufrüttelnd ist der Text, der ganze Zeitläufte in ein Korsett von gerade einmal viereinhalb Minuten preßt. In diesem Zusammenhang sei aber auch „Landshut“ erwähnt, das einem zu einer Art Stimmungs- Musik das Schicksal zweier Junkies und dessen Nachwuchs nahe bringt oder gar nahe gehen läßt. Man kann gerade dieses Stück als Plädoyer für Abtreibung, aber auch gegen die vorherrschende Drogen- Politik nehmen. Insofern gewährt Söllner jedem die Freiheit, von der er, wenngleich manchmal nur leise anklingend, immerwährend predigt und die für ihn das größte Gut überhaupt ist.

Genial sind für mein Empfinden gerade die nur sehr sparsam instrumentierten Stücke „So gern“ und „Trostlos“. Ersteres ist als Abschied an seine im letzten Jahr verstorbene Schwester zu werten und macht bei aller Trauer doch auch Hoffnung, das zweite Stück ist im Grunde auch nur dem Titel nach trostlos. Gerade hier zeigt sich auch, daß Söllner im Laufe seiner „Karriere“ zu den rudimentären Griffen auf der Gitarre doch noch das eine oder andere hinzugelernt hat und daß er heute keineswegs mehr „nur Gedichte vertont“. Dies war zum Anfang des Musikers Söllner die Intention, denn nach eigener Aussage hatte er die Schnauze von der Tatsache voll, daß die Menschen reinen Gedichten nicht, musikalischen Geschichten aber sehr wohl zuhören wollten. Und man kann es auch so sehen, wie es „der Hansi“ seinerzeit tat: Daß er in der Tradition von Bob Marley als auch Bob Dylann steht, denn immerhin konnten auch die weder überragend singen noch virtous Gitarre spielen und wurden trotzdem als ganz Große angesehen.

Das einzige Ärgernis verbirgt sich im 14., dem letzten Track auf dieser CD. Der Titel „Vorbei damit“ schleicht sich als Longplayer mit 13:44 Minuten ins Abspielgerät, dauert tatsächlich aber nur 5:04 Minuten. Und wer die entsprechende Geduld absichtlich (oder zufällig…) aufbringt, der erhält ab Minute 8:08 noch den mittlerweile obligaten „Hidden Bonus- Track“ von knapp fünfeinhalb Minuten serviert, hier in der Form der Akustik- Version des Titels „Zeugnis“, der bereits auf der CD „Im Regen“ als (siehe oben) fröhlich erscheinendes Liedchen daherkommt, das sich aber in Wirklichkeit hammerhart mit der Misere im Schulwesen befaßt und letztlich mit einem Schüler- Selbstmord endet. By the way ein Wort an alle Produzenten: Ich habe wirklich nichts gegen Zugaben in Form von Bonus- Tracks, im Gegenteil: je mehr Musik, zumal von dieser Qualität, auf einer CD aufgespielt ist, desto besser. Aber vergeßt bitte endlich diese unseligen „Hidden Tracks“, die ursprünglich ja einmal als Gag gedacht waren. (Man erinnere sich diesbezüglich nur an das „Sah ein Knab´ ein Röslein steh´n“ des sehr kindlichen Konstantin Wecker…) Und wenn schon Bonus, dann bitte auch vollwertig und mit einem eigenen Track- Marker ! So, daß mußte mal gesagt werden…

Aber zurück zum Thema und zum Fazit: „VIET NAM“ ist – zumindest für mein Empfinden – eines der besseren, wenn nicht mit das beste Album Söllners, daß den Kaufpreis auf jeden Fall lohnt und nicht nur bei eingefleischten Fans oder Sammlern im Regal stehen sollte. Auch für Söllner- Neulinge kann man diesen Silberling empfehlen, denn er macht mit Sicherheit Appetit auf mehr und läd damit dann zur „Söllner- Erkundung“ ein.

Fazit: Eine dicke 1 + !

Zum Abschluß noch die Tracklist...

01) A jeda
02) Damaskus
03) Laß flieg´n Deine Dreads
04) Am Freitag gibt´s Fisch
05) Jeden Dog
06) Nordwind
07) Landshut
08) Da geht die Dia auf
09) Edeltraut
10) Geh weida
11) So gern
12) Trostlos
13) Viet Nam
14) Vorbei damit (…Hidden Bonus- Track: Zeugnis)

...und einige Anspiel- Tips:

die Tracks 04, 07, 09 und 11.

So, und damit habe ich Euch vermutlich erfolgreich und genügend Zeit gestohlen, und wir alle können zu den "wirklich wichtigen" Dingen des Lebens zurückkehren... ...obwohl ja Nietzsche sagt, daß das Leben ohne Musik ein Irrtum wäre...

Sollte der oder die eine oder andere die CD ebenfalls kennen, würde mich seine / ihre Meinung dazu natürlich brennend interessieren. In diesem Sinne einen lieben Gruß aus von

ANDREAS.



(...der beim nochmaligen Durchlesen des obigen Textes doch ein wenig den Eindruck bekommt, er habe sich vielleicht etwas verplaudert...)

Geschrieben: 28.12.2007
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Re: Neue CD "VIET NAM" ab heute im Handel...
#56

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Hallo, ihr alle !

Es war ja klar, daß ich nicht wirklich lange warten würde, bis sich die CD in meinen diversen Abspielgeräten dreht, und so möchte ich hier zunächst einmal meinen ersten Eindruck schildern, was `"Viet Nam" betrifft:

Die Begleitband Bayaman´Sissdem - da muß ich Dir, Reto, natürlich Recht geben - bürgt von Haus aus für Qualität, obwohl ja in den letzten Jahren häufiger Besetzungswechsel zu verzeichnen waren. (Unter anderem spielte an den Keyboards Roland Guggenbichler, der ja auch treuer Begleiter von Ostbahn- Kurti war und von Willi Resetarits ist...) In der aktuellen Combo sind, um den Lokalpatriotismus mal ein wenig anzufeuern, an Schlagzeug und Gitarre auch 2 Musiker aus Linz dabei.

Was nun den ersten Höreindruck des Albuns angeht: Supi !!! Neben alten (oder zumindest älteren) Söllner- Werken, die man hier zum Teil erstmals in der Band- Version hört, gibt es mit dem Titel "Freitag gibt´s Fisch" wieder ein Stück, bei dem fröhliche Musik und betroffen machender Text in interessantem Kontext stehen. Leider - und das ist meine zunächst mal einzig negative Kritik - ist auch Söllner auf den Zug der "hidden tracks" aufgesprungen. Daß dieser Track allerdings der von mir hoch geschätzte Titel "Zeugnis" in einer Solo- Version ist, versöhnt mich dann letztlich doch wieder mit dem Künstler und seinem neuesten Werk.

Auf alle Fälle für alle Söllner- Fans und alle Söllner- Freunde ein absoluter Kauftipp --- oder (in Anbetracht der Jahreszeit) ein Vorschlag für den weihnachtlichen Wunschzettel.

Eine explizite Rezension werde ich natürlich an dieser Stelle nachliefern, sobald ein wenig mehr Zeit ist. Bis dahin liebe Grüße aus von

ANDREAS.



(...der zur Zeit an 'Lumbago leidet, was früher 'Hexenschuß' hieß, allerdings genauso weh tut, und deswegen die schlaflose Zeit zum Schreiben nutzt...)

Geschrieben: 04.12.2007
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Neue CD "VIET NAM" ab heute im Handel...
#57

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Hallo, Ihr alle !

Eigentlich nur einem Zufall verdanke ich die Erkenntnis, daß seit gestern die "neue" Söllner- CD im Handel erhältlich ist. Die Anführungszeichen sollen die Tatsache verdeutlichen, daß nicht der ganze Tonträger "neu" ist. Viele der Titel ("A Jeda", "Landshut", "Edeltraut") sind bereits altbekannt, liegen hier jedoch erstmals als Aufnahme mit Söllner und seiner Band Bayaman´Sissdem vor. Und die ersten Höreindrücke, die man sich HIER verschaffen kann, zeigen, daß das nicht das Schlechteste ist, was ein Künstler tun kann: Altbekanntes und Bewährtes neu zu vertonen.

Nun muß ich beschämt eingestehen: ich habe sie noch nicht, die Platte, die statt des äthiopischen Löwen ein Steinbock - Söllner Sternzeichen - ziert. Aber sobald ich sie habe, folgt, versprochen, eine Rezension. Bis dahin gibt´s hier noch einen Konzert- Termin:

HANS SÖLLNER "und mit/oder ohne"- Tour,
Montag, 24.12.2007, 22:30 Uhr, D - München, Muffathalle

(Tickets unter www.muenchenticket.de)

Wer also Lust auf ein Weihnachts- Konzert hat, das mit Sicherheit eine eigene Form der Besinnlichkeit aufweisen wird, sollte versuchen, noch Karten zu ergattern.

So, das war´s für´s Erste. In diesem Sinne viele liebe Grüße aus von

ANDREAS.


(...der zumindest schon mal das Cover zum Neugierigmachen anfügt...)

Datei anhängen:



jpg  H. Sllner _ viet nam.jpg (58.00 KB)
3_4739ef09343fa.jpg 278X250 px

Geschrieben: 13.11.2007
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"Aus Sun und aus Reg´n" - Willi Resetarits´ Stubnblues live im "Posthof", Linz
#58

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Hallo, Freunde !

Wilhelm Resetarits ist ein Name, der einem außerhalb Österreichs nicht unbedingt etwas sagen muß. Geht man jedoch ein wenig näher auf den Namen und die damit verbundene, musikalische Materie ein, ändert sich das recht schnell und es folgt mit "…ach, DER ist das…" ein gewisses Aha- Erlebnis.

Die Karriere des Herrn Resetarits begann mit den "Schmetterlingen", deren berühmtestes Opus "Proleten- Passion" noch heute Maßstäbe in der politisch- sozialkritischen Musikszene setzt. Unvergessen für die Freunde des "Grand Prix de la Chanson de Eurovision" dürfte auch der von relativ wenig Erfolg gekrönte Beitrag der Truppe für die Alpenrepublik sein ("Boom Boom Boomerang"). Danach begann das "zweite Leben" unseres Künstlers. In Zusammenarbeit mit dem Texter Günter Brödl erblickte Resetarits´ alter ego "Ostbahn- Kurti" das Licht der Welt. Der Erfolg der späterhin zum "Doktor Kurt Ostbahn" und sogar zum "Professor Ostbahn" mutierten Kunstfigur überdauerte den frühen Tod seines Erfinders Brödl nur unwesentlich und schloß Anfang des Jahrtausends mit dem Abgang in die Pension. Schon in den letzten Jahren Kurtis begab sich Resetarits auf die Suche nach neuen musikalischen Welten. Er spielte mit kurdischen Künstlern, sang zusammen mit seiner Mutter kroatische Folklore aus seiner Heimat Stinatz an der kroatisch- burgenländischen Grenze und engagierte sich beim Wiener "Integrations- Haus", einer Anlaufstelle für Migranten, Obdachlose und sonstige sozial benachteiligte Gruppen. Seit dem Jahr 2005 besinnt sich Willi Resetarits nun auf allgemeine - und seine persönlichen - musikalischen Wurzeln und kreiert den "Stubn- Blues", der qua definition ein Blues ist, der "…in der Stub´n g´spüt wird". Er enthält folglich all das, was gefällt und beschränkt sich nicht allein auf den Blues. Der Bogen spannt sich von der bereits erwähnten kroatischen Folklore über das Wiener Lied bis hin zu Werken von Van Morrison und Tom Waits, zu Soul, Jazz und Funk.

Nachdem auf der ersten "Stubnblues"- Veröffentlichung aus dem Jahr 2005 die Werke eines Van Morrison dominierten, wird auf der zweiten Scheibe "Aus Sun und aus Reg´n" ein großer Anteil dem österreichischen Schriftsteller und Dichter H.C. Artmann sowie dem "Zwischenkriegsdichter" Karl Farkas gewidmet.

Mit diesem Programm geht der "Meister des Stubnblues, Wilhelm Resetarits", wie er von seiner Combo angekündigt wird, seit dem 20. April auf Tournee. Wobei "Combo" für die Musiker eher eine Abwertung zu sein scheint, denn zu virtous, zu spielfreudig sind die Herren, die gemeinsam mit dem Meister aufspielen: Stefan Schubert (git), Roland Guggenbichler (acc.) - ja, das ist derselbe, der schon zu seligen Zeiten in Ostbahn- Kurtis "Chefpartie" spielte und auch auf Hans Söllners "Babylon" als Mitglied von 'Bayaman Sissdem' zu hören war -, Peter Angerer (perc.), Klaus Kircher (bs.) sowie Herbert Berger und Chris Haitzmann am "Gebläse" vermitteln Lust an jeder Art von Musik auf die schönste Weise, die man sich überhaupt vorstellen kann. Und natürlich Resetarits selber: charismatisch wie immer, mit seiner Gestik beinahe in Konkurrenz zu Joe Cocker ("…die singende Windmühle…") tretend, dabei immer genau die Spur vom Blues in der Stimme, die notwendig ist, die Besucher an die Musik zu fesseln. Zweieinhalb Stunden spielt sich das Ensemble durch die Werke der bereits erwähnten Künstler Van Morrison ("You make me feel so free") und Tom Waits ("I hope, that I don´t fall in love with you"), letzteres dargeboten vom kongenialen "Gasteiner- Peder" Peter Angerer mit einer Stimme, die Waits zur Ehre gereicht. Zum weinen schön dann aber die Stücke eines H.C. Artmann, zu dem Resetarits einer Art Geistes- und auch Dialektverwandtschaft zu haben scheint. "Alanech fia dii" (= "Nur für Dich") oder auch "Da r Abrüü" (= "Der April") scheinen speziell für die Truppe und deren "Chef" geschrieben. Und wenn die versammelte Kapelle a capella zum kroatischen Volkslied "Oral jesam" ansetzt, kräuselt sich auch beim Hartgesottensten die Gänsehaut. Kurz darauf dann ein Stück, das auch ein Peter Alexander zu seinen besten Zeiten hätte darbieten können: "Pflückt ein Mädel Ribisel" hört man hier ohne rot zu werden oder andere peinliche Empfindungen. Der sprachliche Witz des Texters Karl Farkas paßt zu genau in diesen Rahmen ("…pflückt der Jüngling Rosmarin, wos geht´s uns an, laß´ mr ihn…").

Am Ende des Konzertes dann lautstarke Zugabenforderungen, die auch gern bedient werden. Und hier erfüllt sich auch das Versprechen, daß Willi Resetarits zu Beginn des Konzertes gab: Viele Künstler produzieren eine CD, gehen auf Tour, geben einige neue Stücke zum Besten und beschränken sich ansonsten auf Altes. Er aber will alles von der aktuellen CD spielen und dazu ein paar Stücke, die erst vor einigen Tagen entstanden und somit erst auf der nächsten Veröffentlichung zu hören sein werden. Und darauf darf man sich bereits heute freuen, denn diese "Stubnblues"- Stücke stehen den Aktuellen in nichts nach.

Wer die Möglichkeit hat, die "Stubnblues"- Tour unter dem Titel "Aus Sun und aus Reg´n" eigenohrig zu genießen, sollte diese Chance keinesfalls verpassen, ihm entgehen sonst zweieinhalb Stunden allerbester Unterhaltung und großartiger Musik. Und wer unbedingt etwas Gescheites mitnehmen will, hat diese Chance bei der Textzeilen "…die Wöd is vull mit Noan wia mir…". Stimmt ! Und somit ist dann für jeden etwas dabei...

Liebe Grüße aus Ober- von



ANDREAS.



(...der sich nicht ganz sicher ist, ob diese Musik nicht auch stückweise unter die Überschrift "Liedermacher" eingeordnet werden könnte, weil: verdient hätte sie es auf jeden Fall, da sie einen berührt, aber nicht den stereotypen Herz- Schmerz- Analogien unterliegt…)



PS: ...wer tiefer in die o.g. Materien einsteigen möchte (...und das lohnt sich wirklich !!!), der findet hier Infos zu Willi Resetarits, zum Stubnblues, zu Ostbahn- Kurti, zu H.C. Artmann und Karl Farkas. Und wer Fotos von den Auftritten sehen möchte, der schaut vielleicht einmal hier. Um mit Karl Farkas zu schließen: "Hör´n (...und seh´n...) Sie sich das mal an..."



PPS: Infos zum "Integrationshaus Wien" gibt es hier.

Geschrieben: 02.05.2007
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Re: Ein Jahr Angie - ein Jahr Mist?
#59

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Hallo, Ihr Diskutanten !

Eigentlich müßte ich bei diesem Thema ja ein wenig still sein, weil ich mich aus dem "Einflußbereich" der hier diskutierten Politik(er) ja bereits vor einiger Zeit verabschiedet habe, andererseits sind natürlich die Problem(chen) auch hierzulande nicht wesentlich anders einzustufen.

Um mal auf die Ausgangsfrage einzugehen: Nein, natürlich ist nicht alles, was Angie und Konsorten da in Berlin anstellen, letztlich Mist. Auch das, was davor - und zugegebenermaßen selbst das, was wiederum davor - geschah, war "alles Mist". Ich denke, daß derartige Verallgemeinerungen eine Diskussion ohnehin nicht nützen können. Aber vieles von dem, was da seit "Birne" angestellt wird, ist eine Art Nachtmarsch in die falsche Richtung, obwohl man sehr genau weiß, daß dieser Kurs über kurz oder lang ins Verderben führt.

Allerdings ist selbst das wiederum schlicht falsch, denn die Weltuntergangspropheten stoßen bereits seit der Gründung der Bundesrepublik in das Horn, daß der Weg in die Katastrophe führen muß. Bislang blieben sie diesen Beweis aber gottlob schuldig. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, die Zeichen nicht nur zu erkennen, sondern auch zu deuten. Wer diese Woche besispielsweise einen Blick in den "Spiegel" wirft, erkennt recht deutlich, wo da der Hase im Pfeffer sitzt und schnalzt, wenn es um den Bereich der Gesundheitsreform geht: Nicht der Patient, nicht einmal der gesunde Bürger ist es, um den es letztlich geht. Nein, viel eher denkt hier jeder Landeschef nur an sich, seine Reputation und - letztlich klar - an sein nächstes (Wieder-) Wahl- Ergebnis. Daß Stotter- Ede in München nebenbei noch sein angekratztes Seelchen kurieren will, spielt da auch schon keine Rolle mehr.

Was mich bereits seit 1984 verwundert: Niemand scheint sich darüber im Klaren zu sein, daß seit diesem Zeitpunkt bürgerliche Freiheiten mehr und mehr eingeschränkt, beschnitten und sogar abgeschafft wurden. Oder - wenn es jemanden verwundert - scheint niemand darüber empört zu sein oder traut sich nicht, etwas zu sagen. Das fing bei der Vereinfachung der Telefonüberwachung an und hat seinen letzten Zielpunkt ggw. mit dem faktischen Fall des Bankgeheimnisses gefunden. Eine Reform dieser schlimmen Tatsache - und das ist das Bedenkliche - wird mit Sicherheit auch unter Rot/Schwarz nicht stattfinden. Armes Deutschland ! (Oder vielmehr: arme Deutsche...!)

Clemens schrieb:
Zitat:
Ich wähle keinen Poliker mehr, der mir nicht glaubhaft klarmachen kann, nicht den Politikzwängen zu erliegen.


Aus diesem Grunde gehe ich schon lange nicht mehr wählen, das gelingt nämlich - verzeiht die Verallgemeinerung - keinem ! Und, mal objektiv betrachtet: Wären wir in der Situation, aus welchen Gründen auch immer in den Bundestag gewählt worden zu sein: Würden wir es letztlich anders machen ? Und bevor die Idealisten unter uns jetzt lauthals JA schreien, sollten sie daran denken, daß eine Legislaturperiode nur 4 Jahre dauert und über die Zusammensetzung des Palaments letztendlich nicht der Wähler, sondern die Partei entscheidet. Wer da stört, ist bald weg vom Fenster.

Und das ist m.E. nach auch der Kardinalfehler dieser Demokratie: Politik wird von Berufs- Politikern gemacht, die von der Uni in die Parteigremien wechseln, ohne je Lebens- oder gar Berufserfahrung gesammelt zu haben. Und sitzen sie dann in den höchsten Staatsämtern, kassieren sie im Monat mehr, als manch Arbeiter im ganzen Jahr verdient. Können diese Politiker das "Volk", zu dessem Nutzen sie ja angeblich angetreten sind, überhaupt noch begreifen ? Und genau diese Tatsache führt dann zu den Auswüchsen, seien sie nun braun oder auch anders unappetitlich.

Fazit: Nö, nach einem Jahr Angie gibt´s nicht mehr Mist als nach einem Jahr Schröder oder einem Jahr Kohl oder einem Jahr wer-auch-immer. Es ist alles beim Alten, und deswegen wird die "weiter- so"- Mentalität auch weiterhin siegen. Bis zur nächsten Wahl...

Ein wenig frustierte, aber desto mehr liebe Grüße aus Ober- von

ANDREAS.



(...der eigentlich sonst gar nicht so hoffnungslos ist...)

Geschrieben: 19.12.2006
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Re: WILLY ASTOR am 11. Dezember 2006 live im "Posthof", Linz
#60

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Hallo, Petra !

Das "Ösi- Lied" (...welch böses Wort...) durfte bei einem Auftritt im Ösi- Land (...igitt...) natürlich nicht fehlen und riß das Publikum zu lauten Heiterkeitsausbrüchen und begeistertem Szenen- Applaus hin.

Mehr zu den instrumental- musikalischen Aktivitäten des Willy Astor und seines Projektes "Sound of Island" gibt es hier.

Liebe Grüße aus Ober- ,

ANDREAS.



(...der Willy Astor vielleicht nicht neu-, aber imemrhin erstmalig RICHTIG entdeckt hat...)

Geschrieben: 18.12.2006
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