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Aw: professionelles Video

Titel: Aw: professionelles Video
von Gesch am 22.12.2017 16:48:32

Lieber Marc, liebe Luise, lieber Helmut,

danke für Eure Rückmeldungen.
@ Marc: mir geht es echt genauso mit der Vorstellung, der Ort, in dem ich meine biografischen Wurzeln habe, würde aus Profitinteresse platt gemacht... Das rheinische Braunkohlegebiet ist riesig und auf großen Arealen, die längst rekultiviert sind, stehen mehr oder weniger seelenlose Neubauflecken (@Helmut: "seelenlos" mein ich jetzt nicht theologisch...) Was mich an diesem Ausschürfungswahn auch so fuchsig macht, ist die absehbare Endlichkeit der Verwendung von Braunkohle zur Stromerzeugung, weil die klimaschädlichen Folgen zu offensichtlich sind und der Druck auf die Bundesregierung größer wird, die eigenen klimaentlastenden Ziele ernster zu nehmen.

@ Luise: am Abriss des Immerather Doms lässt sich in der Tat nichts mehr ändern, aber vielleicht doch noch der Rest des einmaligen Hambacher Forstes erhalten mit seiner einzigartigen Bewaldung aus Hainbuchen und Stieleichen, zwischen denen im Frühjahr Millionen von Maiglöckchen wachsen. Es ist nicht nur schade um diese für die Region einzigartige Kirche. Es sind hier schon zahlreiche Ortschaften dem Erdboden gleichgemacht worden (mit ihren Sakralbauten), eh dann die Bagger den Erdboden tiefschürfend aufgerissen haben bis auf eine mehrere hundert Meter tiefe Sohle, um an die Braunkohle zu kommen.
Die Grünen üben sich mal wieder in einem Eiertanz und sind mutig und deutlich dagegen, wenn sie nicht selbst in der politischen Verantwortung stehen - ähnlich wie "Die Linke" in Brandenburg, die alle Proteste der Bundes-Linken gegen den Braunkohleabbau mit ihrer Landespolitik zum Schutz von Arbeitsplätzen im Lausitzer Braunkohlerevier in ein tonloses und unehrliches Flöten verwandeln, statt sich über einen Strukturwandel Gedanken zu machen.

@Helmut: ach Du alter Poltergeist wider den Klerikalismus. Mach mal halblang mit der grundsätzlichen Klerus- und Religionskritik in diesem Zusammenhang. Die Kirche war schließlich mit ihren Bauwerken, die sie entstehen ließ, nicht nur ausbeuterisch dabei, das Volk auszupressen, sondern hat so manchen armen Tagelöhnern in schwierigen Zeiten durch Arbeit auch Lohn und Brot gegeben, sonst wären kaum Leute von weither gekommen, um sich dort zu verdingen, selbst wenn es für eine Entlohnung weit unter dem heutigen Mindestlohn gewesen sein dürfte. Die Ansprüche waren wohl auch noch nicht so hochgeschraubt wie heute und Gewerkschaften gab es auch noch nicht.
Hätte ich ein Lied des Inhaltes singen sollen, dass es gut sei, wenn diese Kirche nun abgerissen werde, weil auch sie (bei ihrer Erstellung Ende des vorletzten Jahrhunderts) mit blutigem oder kriminell erpresstem Geld aus dem Vermögen des Erzbistums finanziert wurde? Oder mich für einen grundsätzlichen Abriss aller Kirchengebäude einsetzen sollen?
Ich bin mit nicht sicher, ob sich genügend Aufträge zahlungskräftiger Bauherren und -damen profaner Gebäude gefunden hätten, um dem darbenden Volk genug Erwerbstätigkeit bieten zu können. Aber das werden Forscher, die diese Jahrhunderte genauer unter die Lupe genommen haben, besser beantworten können, wie es gewesen wäre, hätte man sich die Kirche(n) weggedacht.

Ich sehe mich nicht im Schulterschluss mit den Taliban, die vor Jahren die Buddhastatuen in Afganistan zertrümmert haben, weil sie diese für gottlose Ketzerwerke hielten. Bei Protesten gegen Auswüchse des Klerus a la Tebartz van Elst bin ich genauso dabei wie beim Levitenlesen gegen hochrangige Kleriker, wie es Franziskus dieser Tage im Vatikan vorgemacht hat. Er hat meinen Respekt und ich gönne ihm ein langes Leben, denn ich könnte mir vorstellen, dass andere sich Gedanken darüber machen, wie sie es verkürzen können. Aber in meinem Lied zum Dom von Immerath ging es nicht um Kirchen- oder Klerikerschelte, sondern um Widerstand gegen Heimatzerstörung aus Profitinteresse, bei der Menschen entwurzelt werden, die dagegen wenig ausrichten können. Ich hätt es auch besser gefunden, wenn sich die katholische Kirche mit deutlicherem Widerstand der Zerstörungswut von RWE - nicht erst beim Immerather Dom - entgegenstemmt hätte. Aber solange wollt ich nicht mehr warten...

Auch nichts für ungut, lieber Helmut. Gruß an Gitta.
Geht ihr mit den Enkeln in die Christmette? Da kann man in viele strahlende Kinderaugen gucken, die das hell erleuchtete Innere des Sakralbaus bestaunen... Falls nicht - Euch entgeht was...

herzlich
Gerd
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