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Aw: Ich lese zur Zeit...

Titel: Aw: Ich lese zur Zeit...
von Westwind am 04.05.2017 10:56:37


"Edelweißpiraten" von Fritz Theilen aus dem Jahr 1984.

Das Buch habe ich vor ca. 15-20 Jahren irgendwann mal gelesen, und nun in einem Antiquariat wiederentdeckt.

Fritz Theilen beschreibt in dem Buch seine Zeit als Jugendlicher in Köln zur NS-Zeit. Die Hitlerjugend rigoros ablehnend und bereits aus dem Deutschen Jungvolk rausgeworfen, fand er Gleichgesinnte, mit denen er sich regelmäßig traf. Einige der Gruppen bzw. deren Angehörige nannten sich "Edelweißpiraten", sie entstammten ideologisch der 1933 verbotenen Bündischen Jugend. Im November 1944 wurden einige Mitglieder der "Ehrenfelder Gruppe" ohne Gerichtsurteil in Köln-Ehrenfeld öffentlich gehenkt.

Die Edelweißpiraten kämpften jahrzehntelang nach dem Krieg um öffentliche Anerkennung ihrer Rolle als Widerstandskämpfer. Von den Behörden und auch von weiten Teilen der Bevölkerung wurde ihr Handeln allerdings kritisch beäugt. Um nicht von der Gestapo geschnappt, verhört und gefoltert zu werden, lebten einige in der Illegalität. Um zu überleben, klauten sie demzufolge auch Lebensmittel. Sie halfen Juden, desertierten Soldaten und geflohenen Zwangsarbeitern, sie verteilten Flugblätter und versuchten, Nachschubtransporte für die Front zu sabotieren.

Seit den 80er Jahren wurden sie nach und nach rehabilitiert. Als Widerstandskämpfer wurden sie zwar teilweise anerkannt, dennoch gab es dazu immer wieder Diskussionen, ob sie wirklich Widerstandskämpfer oder eher Kriminelle waren. Zu dieser Zeit schrieb Rolly Brings das Lied "Edelweißpiraten", welches durch die Bläck Fööss in einer gekürzten Form und mit veränderter Melodie zu höherer Bekanntheit gelangte. Die offizielle Anerkennung als Widerstandskämpfer erfolgte letztendlich erst im Jahr 2005.

Franz-Josef Degenhardts Lied "Die Ballade vom Edelweißpiraten Nevada-Kid" befasst sich ebenfalls mit diesem Thema.

Im Jahr 2004 kam ein Film mit dem Titel "Edelweißpiraten" von Niko von Glasow ins Kino. Edelweißpirat Jean Jülich begleitete die Arbeiten an Drehbuch und Film. Ich fand es klasse, daß das Thema auch in einem Film aufgenommen wurde, jedoch fand ich die Umsetzung des Films sehr schlecht. Im Vordergrund des Films stand eher eine Liebes-Dreiecks-Geschichte. Die Motive und die Handlungen der Edelweißpiraten rückten dabei stark in den Hintergrund. Wirklich schade, wie ich finde. Das Thema ist so vielschichtig, daß da viel mehr geschichtliche Aspekte und sogar Fakten hätten beleuchtet werden können.

Fritz Theilen überlebte unter anderem, weil ihm keine unmittelbare Zugehörigkeit zu den Edelweißpiraten nachgewiesen werden konnte. Andere Edelweißpiraten fürchteten nach dem Krieg Repressalien und verschwiegen ihre Zugehörigkeit. Erst in den 70er Jahren begann eine mediale Aufarbeitung der Geschehnisse um die Edelweißpiraten. Fritz Theilen gehörte zu den Ersten, die sich in der Öffentlichkeit dazu äußerten.

In der Berliner Zeitung gibt es einen zusammenfassenden Artikel: =>Berliner Zeitung - Edelweißpiraten

Georg
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