Aw: Deine Fragen meine Antworten...

Eingetragen von Timbo An 30.06.2015 11:23:47
Zum Thema Bilder / Metaphern / Stilmittel:

Nein, ich sammle nichts auf Vorrat. Aber manchmal springt es mich irgendwann an - am besten übrigens, wenn ich alleine im Auto sitze.
Manchmal passiert es auch, wenn ich andere - meist englischsprachige - Musik höre und da irgendein Textfetzen plötzlich hängen bleibt, der etwas auslöst, etwas lostritt.
Irgendein Gedanke von irgendwoher, den man sich dann genauer besieht und sagt "ui, das ist eigentlich ein gutes Bild für...", und dann baut man sich neue, eigene Verknüpfungen.
Wenn das Bild wirklich passt, dann wird es auch gar nicht so schwer sein, damit zu weiter zu machen. Man muss ja im Grunde nur beschreiben, was man vor dem geistigen Auge hat...
Wichtig finde ich dabei allerdings, dass man möglichst im Bild bleibt, sich nicht in einer wilden Metaphernflut verliert, sondern sich in das eine Bild richtig reinbohrt und jede Ecke ausleuchtet. Aber, wie gesagt, wenn das Bild passt, ist das ja nicht das Problem.

Das ist zumindest mein Geschmack. Ich steh auf Texte, die in der Hinsicht einheitlich und stimmig sind, sei es bei der Verwendung von Bildern oder auch von sprachlichen Stilmitteln. Wenn sich so etwas beim Schreiben andeutet (wie gesagt, der Auslöser passiert mir eher einfach, als dass er gewollt wäre), versuche ich auch, auf dem Dampfer weiter zu fahren, den "Gedankenfluss" weiter in der Richtung zu halten.

Beispiel mit Stilmittel, weil sonst irgendwie schwer zu beschreiben:
In meinem Lied "Oder auch nicht" (einer meiner persönlichen Lieblingstexte) beginnt jede Strophe mit einer tv-bekannten Phrase (und zudem mit "Bitte"):
- "Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen"
- "Bitte keine Fragen, tut mir leid, kein Kommentar"
- "Bitte keine Panik, verlassen Sie ganz ruhig diesen Ort"
Wie es dazu kam? Keine Ahnung. Aber ich schätze, eine dieser Phrasen hat an einer Stelle ganz gut gepasst, und wenn erst mal eine da ist und man gedanklich auf dieser Schiene ist, fallen einem auch noch mehr ein, die man verwursten kann...


zum Thema Selbstzweifel:

Wie ich damit umgegangen bin? Indem ich 20 Jahre lang nicht aufgetreten bin, weil ich davon ausging, das Zeug will eh keiner hören.
Wie ich das Problem gelöst habe? Indem ich Lieder ins Liedermacher-Forum gepostet habe und einfach doch ein paar Mal aufgetreten bin (was auch immer mich da plötzlich geritten hat - der innere Schweinehund hat jedenfalls große Augen gemacht).
Wie das war? Riskant, denn wären diese ersten Schritte nicht gut gegangen, wär's das vermutlich gewesen. Aber auch toll. Man macht ja mit (damals) fast 40 nicht mehr SO viele SO aufregende Dinge das erste Mal...
Habe ich jetzt keine Selbstzweifel mehr? Oooooooh doch. Aber ich habe auch schon eine ansehnliche Sammlung an Positiverlebnissen. Das heißt, ich falle weicher, falls mal was in die Binsen geht. Das macht es leichter, auf die Selbstzweifel zu pfeifen.



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